Category : Gesundheit

Tetanusimpfung für die Kinder in der 3. Welt

Pampers für UNICEF: Partner im Kampf gegen Tetanus bei Neugeborenen

Von November 2016 bis Januar 2017 gibt Pampers mit jedem Kauf einer Packung Windeln mit UNICEF-Logo oder eines Baby-Dry Sparpacks im Aktionszeitraum den Gegenwert einer lebensrettenden Impfdosisan UNICEF. Gemeinsam wollen die beiden Partner dazu beitragen, Tetanus bei Müttern und Neugeborenen weltweit zu besiegen. Die Schauspielerin Jasmin Gerat ist Botschafterin der Aktion, reiste in dieser Funktion im Sommer nach Äthiopien und erzählt im Interview von ihren Erlebnissen.

In Ihrer Rolle als Aktionsbotschafterin der Initiative von Pampers für UNICEF „1 Packung = 1 lebensrettende Impfdosis*“ sind Sie diesen Sommer nach Äthiopien gereist. Mit welchen Erwartungen sind Siein Afrika gelandet?

„Das waren weniger konkrete Erwartungen, stattdessen habe ich gespürt, dass mit dieser Reise etwas Großes auf mich zukommt. Ich war zwar durch Dreharbeiten vorher schon ein paar Mal in Afrika, aber ich wusste auch, dass ich in meiner Rolle als Aktionsbotschafterin für Pampers und UNICEF ein ganz anderes Afrika kennenlernen würde. Dazu kommt, dass ich ja gerade erst letzten Winter zum zweiten Mal Mutter geworden und daher den Themen Babys, Geburt und Krankheiten natürlich noch ganz nah bin. Da hat ja jeder so seine Ängste und deshalb wusste ich schon im Vorfeld: Das wird mich emotional umhauen!“

Was genau ist der Hintergrund der Initiative von Pampers für UNICEF?

„Pampers unterstützt UNICEF bereits im elften Jahr dabei, Tetanus als Todesursache bei Neugeborenen zu besiegen und dabei wurde schon sehr viel erreicht. In 19 Ländern** weltweit konnte Tetanus bei Müttern und Neugeborenen seit Beginn der Partnerschaft 2006 eliminiert werden. Doch gerade in Äthiopien haben wir gesehen, dass das harte Arbeit ist, die auch weiter Unterstützung verdient und benötigt. Denn auch wenn Tetanus bei uns in Europa kein Problem mehr ist, stirbt weltweit noch immer alle 11 Minuten ein Baby an dieser schlimmen Infektionskrankheit***.

Mit Äthiopien sind es insgesamt19 Länder**** weltweit, in denen Babys und ihre Mütter noch von Tetanus bedroht sind. Ähnlich wie in Äthiopien, das zu den ärmsten Ländern der Welt zählt, leben die Menschen in diesen Ländern häufig in schwer zugänglichen Gebieten, teilweise leiden sie unter Krisen oder leben in Kriegsgebieten.“

Warum unterstützen Sie die Initiative?

„Als Mutter liegt mir dieses Engagement sehr am Herzen. Ich kenne die Initiative von Pampers für UNICEF schon seit vielen Jahren, weil ich ja bereits eine ältere Tochter habe und ich kann zu 100 Prozent hinter diesem Engagement stehen. Deshalb möchte ich gerne meinen Teil dazu beitragen, dass die Aktion auch im elften Jahr ihres Bestehens wieder ein Erfolg wird. Die Reise hat mir gezeigt, wie viel wir deutschen Eltern gemeinsam mit unseren Babys auf so eine einfache Art und Weise für andere erreichen können. Ich habe hier im Krankenhaus und in den Impfstationen erlebt, dass die Hilfe ankommt, und das macht mich auch ein bisschen stolz.“

Äthiopien hat gerade die schlimmste Dürre der letzten 50 Jahre erlebt. Welche Auswirkungen waren für das Impfprogramm gegen Tetanus bei Müttern und Neugeborenen spürbar?

„In dieser schlimmen Situation mussten sich viele Hilfsangebote in den betroffenen Regionen auf die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser und Nahrungsmitteln konzentrieren. Der Kampf gegen eine Krankheit wie Tetanus hat auch sehr viel mit Aufklärung zu tun. Verständlich, dass das ein wenig in den Hintergrund rückt, wenn die Menschen so schon ums Überleben kämpfen müssen. Angesichts der herrschenden Armut kann aber gerade diese Aufklärung, zum Beispiel über die Risiken einer Hausgeburt, die Verwendung von sterilen Instrumenten bei der Durchtrennung der Nabelschnur und eben über die Möglichkeit zu Impfen, einen großen Unterschied machen.

In Häusern mit Fußböden aus loser Erde, wie viele Familien sie hier bewohnen, sind die Tetanussporen überall, da sie im Erdreich vorkommen. Da ist das Ansteckungsrisiko gleich viel höher. Deshalb strengen sich die Mitarbeiter von UNICEF und viele Freiwillige gerade in dieser Situation umso mehr an und benötigen dann auch entsprechende Ressourcen, um den Frauen und ihren Babys zu helfen.“

Wie laufen die Impfungen hier in Äthiopien ab?

„In den Krankenhäusern und Gesundheitszentren gibt es regelmäßige Impftage. Da hier im Land aber wahnsinnig viele verschiedene Sprachen gesprochen werden, muss sich das erst einmal unter den Frauen herumsprechen, dass es das gibt und dass die Impfung wichtig für die Frauen ist, damit Mutter und Baby nicht krank werden. Und während ich beim Impfen ganz nah bei den Müttern und ihren Babys war, habe ich gemerkt, dass sich viele Dinge gar nicht unterscheiden, egal, ob man in Berlin ist oder in Äthiopien: Wenn das Baby den Piekser der Spritze spürt, wird erst mal geweint und Mama muss trösten, aber dann ist auch schnell wieder alles in Ordnung.“

Welche Eindrücke, vor allem von den Menschen hier, nehmen Sie mit nach Hause?

„Reisen macht mich immer demütig und hier in Äthiopien war das ganz besonders der Fall. Ich habe sehr viele Fotos gemacht und die werde ich zuhause meinen Kindern zeigen und ihnen dann ganz viel davon erzählen, wie es den Kindern hier geht. Mich hat der Zusammenhalt der äthiopischen Familiensehr beeindruckt. Alle packen mit an. Keiner kreist nur um sich selbst und wenn es sein muss, unterstützt auch mal das ganze Dorf. Ich habe mir abends immer die Zeit genommen, den Tag nochmals Revue passieren zu lassen, weil es so viele Eindrücke waren, die ich tagsüber nur so aufgesogen habe.

Die Menschen und vor allem die Kinder hier haben ein sehr offenes Herz ohne Vorurteile und ohne Schubladen. Auch wenn wir uns nicht über Sprache verständigen konnten, wusste ich in diesen Augenblicken trotzdem, was sie mir sagen wollen, und das ging mir sehr nahe. Ich habe einen Riesenrespekt vor den Müttern hier, die teilweise gemeinsam mit ihren größeren Kindern bis zu zehn Kilometer bis zum nächsten Gesundheitsposten laufen und möchte mir für mein Leben zuhause das eine oder andere von ihnen abschauen.“

Fußnoten

*Mit jedem Kauf einer Packung Pampers mit UNICEF-Logo oder eines Baby Dry Sparpacks im Aktionszeitraumvom 01.11.2016 bis 31.01.2017 unterstützt Procter & Gamble UNICEF im Kampf gegen Tetanus bei Neugeborenen mit € 0,078 [bzw. 0,084 CHF]. Dieser Betrag entspricht z. B. den Kosten einer Tetanus-Impfdosis oder unterstützt ihre Verteilung. Weitere Informationen unter www.pampers.de oder www.unicef.de. UNICEF bevorzugt keine Marken oder Produkte.

** Burkina Faso, Elfenbeinküste, Gabun, Ghana, Guinea-Bissau, Indonesien, Kambodscha, Kamerun, Laos, Liberia, Madagaskar, Mauretanien, Myanmar, Niger, Osttimor, Senegal, Sierra Leone, Tansania und Uganda

*** Basierend auf der Child Health Epidemiology Reference Group (CHERG) von WHO und UNICEF (Lancet, Oktober2014)

**** Afghanistan, Angola, Äquatorialguinea, Äthiopien, Demokratische Republik Kongo, Guinea, Haiti, Jemen, Kenia, Mali, Nigeria, Pakistan, Papua Neuguinea, Philippinen, Somalia, Sudan, Südsudan, Tschad, Zentralafrikanische Republik

 

Quelle für Text und Bild/Grafik

Procter & Gamble Germany GmbH & Co Operations oHG

Sulzbacher Straße 40

65824 Schwalbach am Taunus

Verbrühungen bei Kindenr vermeiden

Heiße Gefahren für Kinder!

„Gerade im häuslichen Bereich lauern viele Gefahren für Kinder, sich zu verbrennen oder zu verbrühen“, weiß Adelheid Gottwald, Vorsitzende von Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e.V. Unter dem Motto „Heiße Gefahren für Kinder!“ werden Aktionspartner wie Feuerwehren, Kliniken, Apotheken, Kitas und Arztpraxen am diesjährigen „Tag des brandverletzten Kindes“ am 7. Dezember Gefahren aufzeigen und erklären, wie man Kinder vor diesen folgenschweren Unfällen schützen kann.

Schwerste Verbrühungen

Unfälle mit heißen Flüssigkeiten, wie Tee, Kaffee oder umgefallene Wasserkocher verursachen schwerste Verbrühungen bei Kindern. Kaum jemand weiß, dass heiße Flüssigkeiten schon ab 52°C die zarte Kinderhaut schädigen können. „Große Schmerzen, zahlreiche Operationen und Behandlungen, die sich oft über Monate und Jahre hinziehen, sind die traurige Folge für die betroffenen Kinder“, berichtet die Kinderchirurgin Dr. Mechthild Sinnig, Vorstandsmitglied des Arbeitskreises „Das schwerbrandverletzte Kind“ und leitende Ärztin des Zentrums für schwerbrandverletzte Kinder im Kinder- und Jugendkrankenhaus AUF DER BULT in Hannover. „Diese Unfälle bedeuten einen großen persönlichen Einschnitt für die Familien.“

Unfälle vermeiden

Jährlich werden mehr als 30.000 Kinder in Deutschland wegen Verbrennungen und Verbrühungen ärztlich behandelt. Knapp 6000 Kinder und Jugendliche sind so schwer verletzt, dass sie stationär behandelt werden müssen. Die häufigste Unfallursache bei thermischen Verletzungen im Kindesalter sind Verbrühungen. Mehr als 70% der Kinder sind zum Unfallzeitpunkt jünger als 5 Jahre. Experten schätzen, dass ca. 60% aller Unfälle vermieden werden könnten. Mit Sicherheitsmaßnahmen im kindlichen Umfeld, die der sich ständig vergrößernden Reichweite eines heranwachsenden Kindes angepasst werden, könnten viele dieser Unfälle verhindert werden.

Aktionstag

Der „Tag des brandverletzten Kindes“ bietet den Aktionspartnern eine Plattform, um auf die hohen Unfallzahlen hinzuweisen und den Eltern Maßnahmen an die Hand zu geben, wie sie ihre Kinder vor diesen folgenschweren Unfällen schützen können. Je mehr Aktionen stattfinden, desto mehr Aufmerksamkeit wird das Thema „Heiße Gefahren für Kinder!“ und „Thermische Verletzungen im Kindesalter“ bekommen. Alle Aktionen und Veranstaltungen zum 7. Dezember werden im Aktionskalender auf der Website www.tag-des-brandverletzten-indes.de veröffentlicht.

 

Kinder sicher aufwachsen lassen

Meningokokken – Impfungen können schützen

Eine Infektion mit Meningokokken-Bakterien kann bereits innerhalb von 24 Stunden tödlich enden.1 In etwa zehn Prozent der Fälle stirbt ein Erkrankter auch.1 Aufgrund der unspezifischen, grippeähnlichen Symptome wird eine Erkrankung oft zu spät erkannt. Auch Fehldiagnosen sind häufig. Aus einer Ansteckung kann eine Meningitis (Hirnhautentzündung) oder eine Sepsis (Blutvergiftung) resultieren. Besonders betroffen sind Säuglinge im ersten Lebensjahr sowie Kleinkinder und Jugendliche. Insgesamt gibt es zwölf verschiedene Unterstämme von Meningokokken-Bakterien, von denen  die Serogruppen A, B, C, W135 und Y die am häufigsten vorkommenden Typen sind.

Dr. Stephan von Landwüst, Kinderarzt aus Leverkusen, beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema.

Herr Dr. von Landwüst, wie können sich Kinder überhaupt mit Meningokokken anstecken?

Wie bei Masern und Windpocken werden Meningokokken-Bakterien als Tröpfchen von Mensch zu Mensch übertragen. Das geschieht z. B. beim Atmen, Husten, Niesen oder Sprechen. Etwa jeder Zehnte trägt die Erreger im Nasen-Rachen-Raum – ohne es zu wissen. Dabei besteht die Möglichkeit, Säuglinge oder Kleinkinder anzustecken. Deren Immunsystem ist nämlich oft noch nicht ausgereift und besonders anfällig für Infektionen.

Und welche typischen Symptome treten bei einer Meningokokken-Infektion auf?

Die ersten Symptome bei einer Meningokokken-Infektion treten nach etwa drei bis vier Tagen auf. In vielen Fällen kommt es zu einer Nackensteifheit. Oft leiden die Betroffenen unter Krampfanfällen und haben typische grippeähnliche Symptome wie Fieber, Lichtempfindlichkeit, Müdigkeit und Benommenheit. Deshalb werden Meningokokken-Infektionen oft erst spät erkannt und fehldiagnostiziert. Auch Nierenversagen, Hirnschäden oder Gehörverlust sind möglich. Wenn die Bakterien sich über die Blutbahn im gesamten Körper verteilen, kann es zu einer Sepsis kommen. Dabei ist das Absterben einzelner Gliedmaßen möglich – eine Amputation ist oft der einzige Weg, um das Leben des Erkrankten zu retten.

Wie können Eltern erkennen, ob sich ihr Kind möglicherweise mit Meningokokken infiziert hat?

Neben den typisch grippeähnlichen Symptomen reagieren Säuglinge oft teilnahmslos, unruhig, verweigern die Nahrungsaufnahme und sind berührungsempfindlich. Manchmal zeigt sich auch eine vorgewölbte oder harte Fontanelle – das ist die Spalte zwischen den Schädelplatten von Säuglingen. Die Nackensteifigkeit kann hingegen fehlen.

Wie können Eltern ihre Kinder vor einer Meningokokken-Infektion schützen?

In Deutschland können Eltern ihre Kinder durch eine Impfung gegen die am häufigsten vorkommenden Serogruppen schützen. Seitens der Ständigen Impfkommission (STIKO)  wird derzeit eine Impfung gegen Meningokokken C für alle Kinder ab dem zwölften Lebensmonat empfohlen. Zu einer Impfung gegen Meningokokken B werden beispielsweise seit September 2015 Personen mit eingeschränkter Immunfunktion (z. B. nach Milzentfernung) oder jene mit engem Kontakt zu einem Meningokokken-Erkrankten geraten. In den neuen Bundesländern sieht das anders aus: Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg empfehlen die Meningokokken-B-Impfung bereits seit zwei Jahren. Für die nur selten vorkommenden Serogruppen A, W135 oder Y gibt es zudem eine Impfempfehlung, falls eine gesundheitliche Gefährdung – z. B. bei Laborpersonal oder bei Reisen in Risikogebiete – vorliegt.

Was müssen Eltern tun, wenn sie eine Meningokokken-Infektion vermuten?

Bei ersten Anzeichen einer Ansteckung mit Meningokokken sollten Eltern mit ihren Kindern sofort ein Krankenhaus aufsuchen. Dort müssen Kinder unbedingt mit einem Antibiotikum behandelt werden. Nach einer erfolgreichen Therapie besteht nach 24 Stunden keine Ansteckungsgefahr mehr. Wichtig ist: Den besten Schutz vor einer Meningokokken-Infektion stellt eine zeitgerechte Impfung dar.

Referenzen:

1 World Health Organization. Meningococcal Meningitis Factsheet N°141. November 2012. Available at http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs141/en/, August 2016

 

Ultraschall bei Knochenbrüchen

Ultraschall statt Röntgen: Knochenbrüche ohne Strahlen feststellen

In Deutschland erleiden jährlich schätzungsweise 253 000 Kinder im Wachstumsalter einen Knochenbruch. Bei der Diagnose gilt das Röntgenbild als Mittel der Wahl, weswegen Ärzte diese Technik großzügig einsetzen. Doch gerade bei Handgelenks- und anderen Armbrüchen bietet in vielen Fällen die Ultraschalldiagnostik eine Alternative. Da Kinder etwa zehnmal empfindlicher auf Röntgenstrahlen reagieren als Erwachsene, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM), die kleinen Patienten – wann immer es möglich und sinnvoll ist – mittels Ultraschall zu untersuchen. Auf einer Pressekonferenz der DEGUM am 8. Juni 2016 in Berlin erörtert Privatdozent Dr. med. Ole Ackermann aus Mettmann unter anderem, wie dadurch pro Jahr 350 000 Röntgenuntersuchungen verzichtbar werden könnten.

Strahlenbelastung

Auch wenn die Röntgentechnik heute sicherer und strahlungsärmer ist als in der Vergangenheit, bleibt bei jeder Röntgenaufnahme ein Rest an Strahlenbelastung. Weil der kindliche Körper außerdem empfindlicher auf Röntgenstrahlen reagiert als der Körper eines Erwachsenen, ist Strahlenschutz im Wachstumsalter besonders wichtig. „Der wirksamste Schutz ist die Vermeidung von Röntgenaufnahmen, wobei sichergestellt sein muss, dass die Qualität von Diagnose und Behandlung nicht leidet“, sagt Privatdozent Dr. med. Ole Ackermann, Oberarzt der Abteilung Unfallchirurgie und Orthopädie am Evangelischen Krankenhaus Mettmann.

Ultraschalldiagnostik

In vielen Fällen biete die Ultraschalldiagnostik eine Alternative zum Röntgenbild. So könnten sehr häufig vorkommende Handgelenksbrüche in neun vor zehn Fällen rein sonografisch diagnostiziert und kontrolliert werden. Bei Ellenbogenbrüchen ließen sich 70 Prozent und an der Schulter sogar drei Viertel der Röntgenbilder einsparen, so Ackermann. „Die Sonografie basiert auf ungefährlichen Schallwellen und hat auch bei intensiver Anwendung keine gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen“, ergänzt der Experte.

In den letzten 15 Jahren haben wissenschaftliche Arbeitsgruppen weltweit mehrere tausend Patienten untersucht und die Sonografie mit der Röntgendiagnostik verglichen. „Dadurch wurden sichere Anwendungsbereiche definiert und standardisierte Vorgehensweisen entwickelt“, erklärt Ackermann und betont:  „Wir befürworten ausdrücklich, dass Ärzte im Sinne der Patienten – gerade der Kinder – den Ultraschall als schonendes Verfahren hier viel häufiger einsetzen.“ Dies gelte umso mehr, als die erforderlichen Geräte bereits flächendeckend in Kliniken und Arztpraxen vorhanden sind. Die notwendige Qualifikation können Ärzte bei der DEGUM in Intensivkursen erwerben.

Kostenerstattung

Ärzten, die weniger röntgen und mehr schallen möchten, stellt sich jedoch ein Problem: „Leider werden die Ultraschalluntersuchungen von den Krankenkassen noch nicht kostendeckend vergütet“, kritisiert Ackermann. Auf der Pressekonferenz der DEGUM am 8. Juni 2016 fordern Experten, die Ultraschalluntersuchung zur Diagnostik von kindlichen Knochenbrüchen vermehrt anzuwenden und die entsprechenden Voraussetzungen dafür zu schaffen.

Über die DEGUM

Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) bietet ein Forum für den wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet des medizinischen Ultraschalls. Sie vereint rund 10 000 Ärzte verschiedener Fachgebiete, medizinische Assistenten, Naturwissenschaftler und Techniker. Ultraschalldiagnostik ist heute das am häufigsten eingesetzte bildgebende Verfahren in der Medizin. Ultraschallanwendern bescheinigt die DEGUM eine entsprechende Qualifikation mit einem Zertifikat der Stufen I bis III. DEGUM zertifizierte Ärzte finden Patienten im Internet unter: www.degum.de

Quelle und Fotos: DEGUM

 

Stilltee

Tee trinken & genießen!

Tee schmeckt nicht nur gut. Die verwendeten Kräuter haben auch viele positive Wirkungen. Verbinden Sie also das Angenehme mit dem Nützlichen, machen Sie es sich gemütlich und genießen Sie diese und andere Tees!

Stilltee
Bei übermäßiger Milchproduktion empfiehlt sich ein Salbeitee, da dieser die Produktion von Sekreten hemmt. So wird eine weitere Milch-Produktion vermindert.

Tipps bei wunden Brustwarzen

Aus wunden Brustwarzen kann es zu einer Infektion kommen. Eine Brustinfektion ist nicht selten. Etwa fünf Prozent der stillenden Mütter sind davon betroffen und auch Mütter, die mit der Flasche füttern, können eine Infektion (Mastitis) bekommen. Empfohlen wird, die Brustwarzen nach dem Stillen mit schwarzem Tee abzuwischen.

Abstillen

Kräutertees unterstützen auf eine natürliche und sanfte Weise beim Abstillen, denn viele Kräuter und Produkte aus der Natur haben positive Auswirkungen auf den weiblichen Körper. In einem Abstill-Tee kommen ausgewählte Kräuter zum Einsatz, die eine milchbildungshemmende oder auch eine antibakterielle Wirkung haben. Zum Abstillen geeignet:

Pfefferminzblätter

milchreduzierende Wirkung und schmeckt zudem auch noch lecker und erfrischend

Salbei

milchbildungshemmend und wirkt antibakteriell und entzündungshemmend

Hopfenblüten

hemmen aufgrund östrogenartigen Wirkweise die Milchbildung

Rosmarin

kreislauffördernd und verhilft der stillenden Mutter zu neuen Kräften.

Walnussblätter

milchbildungshemmend und antibakteriell.

Zitronenverbene

verdauungsfördernd

Fencheltee in der Stillzeit

Mütter schwören nach der Schwangerschaft auf die Wirkung des Fencheltees. Er ist sehr gut zur Beruhigung des Verdauungstraktes und zur Reduktion von Blähungen bei Säuglingen geeignet. Ferner stimuliert er die Milchbildung, wenn gleichzeitig viel Wasser getrunken wird. Die entblähende Wirkung kann über die Muttermilch auf das Kind übertragen werden. Stillende Mütter können neben dem puren Fencheltee auch einen Tee aus gleichen Teilen von: Kümmel, Fenchel, Anis trinken, um damit die Milchbildung zu unterstützen.
Mehr Infos unter: www.teaslikeheaven.de

Das Immunsystem stärken

Mit jedem Infekt stärker

Auch wenn es nur ein schwacher Trost für Eltern ist: Die Infektanfälligkeit in den ersten Lebensjahren hat auch eine gute Seite. Jeder Infekt stärkt das kindliche Immunsystem

Auch Kinder leiden jetzt vermehrt an Schnupfen und Husten. Aber anders als Erwachsene fangen sich die Kleinen auch im Sommer einen Infekt ein. Denn von den über 200 Viren, die eine Erkältung auslösen können, sind viele ganzjährig in unserer Umwelt präsent. Vor allem im ersten Lebensjahr stecken sich Kinder bis zu zwölf Mal neu an, weil ihr Immunsystem noch keine angemessene Antwort auf die Herausforderung durch Krankheitserreger hat. Es ist einfach noch nicht fit für die Gefahrenabwehr.

Die allgegenwärtigen Erkältungsviren, vor allem sind es Rhinoviren, die Infekte der oberen Atemwege auslösen, haben es deshalb überall dort ganz leicht, wo Kinder auf engem Raum aufeinandertreffen, beispielsweise in der Kita. Die so genannte Tröpfcheninfektion ist der Hauptübertragungsweg bei Erkältungsinfekten. Da genügt ein Nieser und die Viren werden gleichmäßig in der ganzen Kindergruppe verteilt. So gelangen sie direkt in die oberen Atemwege, in Nase, Hals und Bronchien oder landen auf dem Spielzeug, auf Türklinken, Tischen und Stühlen.

Kinder fassen alles an und greifen sich anschließend ins Gesicht oder berühren ein anderes Kind. Auch so gelangen Viren an ihr Ziel. Infektionen im Kindesalter haben, so unangenehm sie auch sind, aus medizinischer Sicht eine gute Seite. Jeder Infekt ist nämlich ein Training für das kindliche Immunsystem. In ihren ersten Lebensmonaten zehren die Kleinen noch vom so genannten mütterlichen Nestschutz, also von den Antikörpern, die die Mutter auf ihr Baby überträgt. Wenn der nachlässt, muss der kleine Körper selbst aktiv werden. Das kann er aber nur in der Auseinandersetzung mit Krankheitserregern.

Mit jedem durchgestandenen Infekt gewinnt die körpereigene Abwehr an Kraft, bis ein Kind eines Tages trotz grassierender Erkältungswelle ganz verschont von Triefnase, Husten und Halsweh bleibt.

Erkältung oder Grippe

Wenn ihr Nachwuchs matt und müde im Bettchen liegt, die Augen fiebrig glänzen, der Appetit gering ist und die Nase läuft, fragen sich Eltern natürlich zu Recht: Ist es wirklich nur eine Erkältung oder womöglich eine Grippe? Natürlich ist eine Ansteckung mit echten Grippeviren möglich, aber meistens steckt hinter den Beschwerden ein Erkältungsinfekt. Auch der wird durch Viren übertragen, aber diese sind eher harmlos. Allerdings gibt es, weil so viele Viren am Krankheitsbild beteiligt sind, keine vorbeugende Schutzimpfung.

Anders bei der echten Influenza-Grippe. Die Impfexperten des Robert-Koch-Instituts empfehlen wegen der erheblichen Gesundheitsrisiken eine Grippeimpfung für Kinder. Auf jeden Fall sollten chronisch kranke Kinder, die an Asthma, chronischer Bronchitis oder Herz-Kreislaufkrankheiten leiden, unbedingt geimpft werden. Eine weitere Impfempfehlung betrifft Frühgeborene: Sie haben ein hohes Risiko, sich mit dem RSV-Virus anzustecken. Dieses Virus richtet in den Bronchioliden erheblichen Schaden an, löst akute Entzündungen und möglicherweise gravierende Spätschäden aus. Die Erkrankung tritt schwerpunktmäßig ab Oktober auf. Eine Impfung sollte rechtzeitig erfolgen.

Vorbeugen ist bei Erkältungsinfekten im Kindesalter also kaum möglich. Was also tun, wenn der Nachwuchs sich einen Infekt eingefangen hat? Liebevolle Fürsorge ist das Wichtigste, was Eltern ihrem kranken Nachwuchs geben können. Und eine Medizin, die die Beschwerden auf sanfte Weise zuverlässig lindert.

Hilfe bei Schnupfen & Husten

Damit ein verschnupftes Kind schnell wieder gesund wird, müssen vor allem die Schleimhäute der Nase wieder gut arbeiten können. Das A und O der Schnupfenbehandlung besteht deshalb darin, Babys Näschen so schnell, aber auch so sanft wie möglich freizubekommen. Krankheitserreger und festsitzender Schleim sollten deshalb aus der Nasenhöhle entfernt werden. Nur dann kann die Nase ihren Hauptaufgaben, nämlich dem Befeuchten, Erwärmen und Reinigen der Atemluft, hundertprozentig nachkommen. Auf diese Weise kann auch einer Nasennebenhöhlen-Entzündung vorgebeugt werden.

Viel Trinken

Säuglinge, die noch gestillt werden, kommen auch in der Erkältungszeit mit Mamas Milch gut über die Runden. Wenn die nicht reicht oder bei Fläschchenkindern: eine gleichwertige Milchnahrung anbieten. Aber Dehydrieren muss unbedingt vermieden werden. Außerdem verdünnt man durch das Trinken von Flüssigkeit (am besten ist Wasser) den Schleim in der Nase und spült sie aus. Auch Schleim, der sich in den Bronchien festgesetzt hat, wird flüssiger und kann

Nasenspray

Abschwellende Nasensprays auf chemischer Basis sind für eine langfristige Befreiung der verstopften Nase nicht geeignet. Fragen Sie in der Apotheke nach einem Mittel, das die kindliche Nasenschleimhaut nicht austrocknet. Einige Wirkstoffe können nämlich bei häufigerer und längerer Anwendung die Nasenschleimhaut schädigen.

Nasensauger

Mit einer Ballonspritze kann man die Nase von Kindern, bei denen Naseputzen noch nicht funktioniert, wieder frei bekommen. Die Ballonspritze wird mit einer salzhaltigen Lösung (aus der Apotheke) gefüllt. Der Kopf des Babys muss nach hinten geneigt sein, damit man 10 bis 20 Tropfen Salzlösung in jedes Nasenloch drücken kann. Etwas warten und dann den Schleim samt Salzlösung einzusaugen. Nur im Akutfall, nicht über längere Zeit einsetzen.

So lernen Kinder das Naseputzen

Frühestens mit zwei Jahren können Kinder lernen, ihre Nase zu putzen. Am besten lernen sich durch das Vorbild der Eltern, aber man sollte dem Nachwuchs genau erklären, warum zu tun ist. Zu hartes Schnauben kann nämlich die Ohren verletzen. Lassen Sie Ihr Kind ein Nasenloch zuhalten und die Luft durch das offene Nasenloch herausblasen. Aber ganz sanft. Zeigen Sie Ihm, dass benutzte Taschentücher in den Abfalleimer gehören. Nach dem Naseputzen das Händewaschen nicht vergessen!

Fieber nicht sofort senken

Kranke Babys fiebern schnell und oft auch erschreckend hoch. Trotzdem sollte man das Fieber nicht sofort bekämpfen. Fieber ist nämlich eine sinnvolle Abwehrrektion des Körpers und hilft bei der Bekämpfung der Krankheitserreger. Wenn das Baby aber hoch fiebert, nicht trinkt und richtig krank wirkt, sofort den Kinderarzt aufsuchen!

Miclhzähne schützen

Auch Fruchtzucker schadet

Etwa 15 Prozent der Vorschulkinder leiden an einer sichtbaren Schädigung des Zahnschmelzes. Frühkindlicher Karies gilt damit als häufigste chronische Erkrankung im Kleinkind- und Vorschulalter. Wir haben mit der Kölner Zahnärztin und Oralchirurgin Dr. Thea Lingohr, die sich auch auf die Behandlung kleiner Patienten spezialisiert hat, gesprochen. Sie hat uns im Interview erklärt, was den Zähnen schadet und was Eltern für starke Milchzähne tun können

Frau Dr. Lingohr, schenken Eltern dem Milchgebiss zu wenig Aufmerksamkeit?

Eltern können durch die richtige Pflege, gesunde Ernährung und Prophylaxe den entscheidenden Grundstein für die spätere Zahngesundheit legen. Gesunde Milchzähne sind ja eine wichtige Voraussetzung für gesunde bleibende Zähne und damit für das ganze Erwachsenenleben. Viele Eltern gehen fälschlicherweise davon aus, dass die ersten Zähne keiner gründlichen Pflege bedürfen, da sie ohnehin in absehbarer Zeit ausfallen.

Warum sind die Milchzähne so wichtig?

Gesunde Milchzähne erfüllen wichtige Aufgaben, unter anderem fördern sie den Spracherwerb, dienen als Platzhalter für den optimalen Wuchs der sogenannten bleibenden Zähne und unterstützen zudem die korrekte Ausbildung des Kinderkiefers. Daher rät der Bundesverband der Kinderzahnärzte zu regelmäßigen Zahnarztbesuchen bereits mit Durchbrechen der ersten Milchzähne, spätestens aber mit Vollendung des ersten Lebensjahres.

Welche Folgeschäden sind bei mangelhafter Pflege zu erwarten?

Auch nach Behandlung der sichtbaren Schäden tragen Betroffene die Bakterien ein Leben lang in sich. Bleibende Zähne, die sich unter den Milchzähnen bilden, erkranken so oft schon an Karies, noch bevor sie überhaupt durchbrechen.

Ist Karies denn ausschließlich eine Folge mangelnder Zahnpflege?

Das kann man mit einem klaren Nein beantworten. Karies entsteht vor allem als Folge einer mangelhaften und zu süßen Ernährung. Hauptverursacher sind Bakterien im Mundraum, die sogenannten Mutans-Streptokokken. Sie bilden, wenn genug Zucker zur Verfügung steht, eine Säure, die den Zahnschmelz angreift. Die Ernährung spielt bei der Entstehung von Karies also eine ganz wichtige Rolle.

Das Problem sind also die Süßigkeiten?

Nein, es ist der Zucker als solcher. Fruchtzucker, Milchzucker und Traubenzucker schaden dem Zahnschmelz im selben Maße wie Haushaltszucker oder Süßigkeiten.

Obst gilt doch als besonders gesund. Gilt das für Kinderzähne nicht?

Natürlich ist Obst ein wichtiger Bestandteil der gesunden Ernährung. Wichtig ist aber, dass die Pausen zwischen den Mahlzeiten lang genug sind. Dann können die im Speichel enthaltenen Minerale Kalzium und Phosphat durchaus erste kleine Defekte am schützenden Zahnschmelz reparieren. Dauerhaftes Nuckeln der Kleinkinder am Fläschchen mit gesüßtem Tee oder Säften ist auch deshalb ein ernsthaftes Problem, weil das ständige Trinken an sich den Reparaturprozess der Zähne stört.

Können Eltern ihren Nachwuchs denn auch mit eigenen Kariesbakterien infizieren?

Ja in der Tat, das kommt gar nicht selten vor. Auch Eltern können unwissentlich und unbeabsichtigt Kariesbakterien über ihren eigenen Speichel auf das Kind übertragen und es so anstecken. Das passiert beispielsweise, wenn Eltern den Sauger in den Mund nehmen. So überprüfen Eltern ja oft die Temperatur der Milchmahlzeit.

Prophylaxe & Pflege Dr. Lingohr empfiehlt

1 regelmäßige halbjährliche Zahnarztbesuche bereits mit Durchbrechen der ersten Milchzahne, spätestens aber mit Vollendung des ersten Lebensjahres.

2
die Kinder mit zu den eigenen Kontrollterminen nehmen und einen angstfreien Umgang mit dem Zahnarzt vorleben.

3
fluoridhaltige Kinderzahnpasta, die den Zahnschmelz widerstandsfähiger gegen Kariesbakterien macht.

4 weiche Kinderzahnbürsten mit dickem, rutschfestem Griff und ab dem dritten Lebensjahr auch gerne die elektrische Variante. Für Sauglinge Fingerhütchen mit Kunststoff- Borstenfeld.

Wissenswert

Sowohl Milch- als auch bleibende Zähne bestehen jeweils aus drei Teilen, der Zahnkrone, dem Zahnhals und der Zahnwurzel. Kinderzahne sind etwas kleiner als ihre Nachfolger und verfügen über eine dünnere Zahnschmelzschicht. Diese überzieht den sichtbaren Teil des Zahnes, die Krone, und schützt sie vor schädlichen Einflüssen. Im Kieferknochen verborgen oder vom Zahnfleisch verdeckt liegen die unsichtbaren Teile des Gebisses, die Zahnhalse und die Zahnwurzeln, die der sogenannte Zahnzement umschließt und schützt. Die Hauptmasse des Zahns bildet das darunter liegende Zahnbein, in dessen Inneren der Zahnnerv liegt, den sowohl Nervenfasern als auch Lymph- und Blutgefäße durchziehen. Als empfindlichstes Organ des Zahns versorgt der Nerv Krone, Hals und Wurzel mit lebenswichtigen Stoffen.

Zur Person Dr. med. dent. Thea Lingohr MSc., Zahnärztin und Oralchirurgin aus Köln mit eigener Praxis in Köln Weitere Informationen unter www.dr-lingohr.de