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Mit dem Ruhepuls schwanger werden

Quelle/Foto: Ava

Pulsschlag zeigt fruchtbare Tage an

Schwanger zu werden ist nicht immer einfach. Wichtig ist natürlich, die fruchtbaren Tage zu finden. Mit Ava, einem Armband des gleichnamigen Medizintechnikunternehmens, soll das jetzt einfach möglich sein.

Erhöhter Ruhepuls

Das Medizintechnikunternehmen Ava, spezialisiert auf Gesundheit und Reproduktionsmedizin der Frau, hat erste Ergebnisse seiner klinischen Studien veröffentlicht: Die Studien zeigen eine Korrelation zwischen dem Ruhepuls und den fruchtbaren Tagen auf. Demnach steigt der Ruhepuls einer Frau zu Beginn ihres Fruchtbarkeitsfensters um circa zwei Pulsschläge pro Minute an.

Der Ruhepuls ist somit ausschlaggebend für Ava, um den Anfang der fünf fruchtbarsten Tage im Zyklus einer Frau zu identifizieren. Zusätzlich misst das Ava-Armband über Sensoren acht weitere Parameter im Schlaf. Diese nutzt der Ava-Algorithmus, zusammen mit dem Puls-Wert, um die Erkennung der fruchtbaren Tage noch individueller und genauer auf eine Person abzustimmen. Andere Methoden, wie zum Beispiel Ovulationstests (LH-Tests) können nur die letzten 24 bis 48 Stunden der fruchtbaren Phase feststellen. Methoden, die sich nur an der Basaltemperatur orientieren, können sogar nur den Tag nach dem Eisprung erkennen, wenn das fruchtbare Fenster bereits vorbei ist.

Bis zu 5 Tage

„Was viele Frauen und deren Partner nicht wissen, ist, dass Frauen nur maximal fünf Tage vor dem Eisprung und am Tag des Eisprungs selbst schwanger werden können,“ sagt Prof. Dr. med. Brigitte Leeners, Expertin für Reproduktions- und Sexualmedizin und Leiterin der Studie am Universitätsspital in Zürich.

„Wir haben in unserer Untersuchung festgestellt, dass der Ruhepuls gewöhnlich während der Regelblutung am niedrigsten ist, dann aber fünf Tage vor dem Eisprung und nochmals danach, signifikant ansteigt. Ava ist die erste Technologie, die den Ruhepuls nebst anderen Werten wie Temperatur, Herzratenvariabilität, Schlaf und Bioimpedanz verwendet, um den Beginn des fruchtbaren Fensters präzise festzustellen.“

Im Voraus erkannt

„Avas Technologie ermöglicht es, im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden, die fruchtbaren Tage im Voraus zu erkennen. In der neuesten Publikation unseres klinischen Forschungspartners wird nun erklärt, warum wir das können,“ sagt Peter Stein, Mitgründer von Ava und Vizepräsident der Abteilung Forschung und Entwicklung. Die neuesten Erkenntnisse wurden im Zuge zweier separater klinischer Studien gewonnen: bei beiden Studien handelt es sich um prospektive Observationsstudien. Insgesamt wurden die Daten von 91 Frauen in der von Scientific Reports publizierten Studie analysiert, die von Prof. Dr. med. Leeners am Universitätsspital in Zürich geleitet wurde. Die Ruhepulswerte wurden dabei während des Schlafes mithilfe von photoplethysmographischen Sensoren gemessen.

Das Ziel war es, festzustellen, ob man mit einem Sensoren-Armband am Handgelenk präzise und bequem den Anfang des fruchtbaren Fensters bestimmen kann. Darüber hinaus wurde getestet, inwiefern das Sensoren-Armband Schwangerschaft oder körperliche Veränderungen während der Schwangerschaft erkennen kann. Basierend auf den klinischen Daten wurde der Ava Algorithmus validiert. Ava erkennt nachweislich 5 fruchtbare Tage mit einer Genauigkeit von 89%. Der Ruhepuls erhöht sich am Anfang des Fruchtbarkeitsfensters und steigt nach dem Eisprung weiter an, bis er in der Mitte der Lutealphase (Gelbkörperphase) seinen Höhepunkt erreicht (zu dem Zeitpunkt ist der Puls 3,5 Schläge höher als zur Zeit der Periode).

Gemeinsam mit dem Universitätsspital in Zürich hat Ava seine Testergebnisse bereits an mehreren internationalen Konferenzen in Europa und den USA vorgestellt: mitunter an den Jahreskongressen der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG), der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und der American Society for Reproductive Medicine (ASRM), sowie am „World Congress of the Academy of Human Reproduction“. Die Veröffentlichung der Studie in Scientific Reports (https://www.nature.com/articles/s41598-017-01433-9?WT.feed_name=subjects_epidemiology) ist der erste Beitrag der Ava Technologie-Serie.

Weitere Themen sollen u.a. das Erkennen anovulatorischen Zyklen, Verhütung und physiologische Anzeichen von Komplikationen in der Schwangerschaft, sein. Hierfür verwendet Ava bisher erfasste Daten, sowie Ergebnisse aus weiteren klinischen Tests.

Gleichzeitig veröffentlicht Ava auch eine neue Schwangerschafts-App. So können Frauen das Ava-Armband auch während ihrer Schwangerschaft nutzen. Die neue App wird ab dem 1. Juni verfügbar sein. Die neue Funktion bietet Nutzerinnen detaillierte Infos zur Entwicklung ihres Körpers und ihres heranwachsenden Kindes. Mit der neuen Funktion können Frauen zusätzlich folgende Gesundheits-Merkmale beobachten:

  • Schlaf-Qualität und -Dauer
  • Körperliche Stressanzeichen (gemessen an der Herzratenvariabilität)
  • Ruhepuls (während der Schwangerschaft erhöht)
  • Haut-Temperatur (während der Schwangerschaft erhöht)
  • Gewicht (wird manuell eingegeben)

„Wir haben mittlerweile mehr als 50 Schwangerschaften bei Ava-Nutzerinnen bestätigt. Daher wollten wir unseren Kunden Features bieten, mit denen sie ihre physiologischen Signale auch in der Schwangerschaft beobachten können,“ sagt Lea von Bidder, Mitgründerin und CEO von Ava Science, Inc. „Avas Ziel ist es, Frauen durch all ihre Lebensphasen zu begleiten und mit diesem Update sind wir unserem Ziel ein bedeutendes Stück nähergekommen.“

Über Ava

Ava wurde 2014 von Pascal Koenig, Philipp Tholen, Peter Stein und Lea von Bidder in der Schweiz gegründet. Das Unternehmen spezialisiert sich auf neue Erkenntnisse im Bereich Medizintechnik der reproduktiven Gesundheit. Das Ava Armband hat mehrere internationale Preise gewonnen, wie zum Beispiel den The Bump “Best of Baby Tech CES 2017” Preis im Bereich Fruchtbarkeit und Schwangerschaft und den “Editors’ Choice” Preis des „Women’s Health“ Magazins.

Es ist das erste Produkt der Firma für den Konsumentenmarkt und verwendet Sensor-Technologie mit klinisch getesteten Auswertungen, um den Zeitpunkt der fruchtbaren Tage einer Frau genau und in Echtzeit feststellen zu können. Das Unternehmen will sein Produkt weiter für das Schwangerschafts-Monitoring aufrüsten und führt dazu kontinuierlich klinische Studien durch. Ava hat bis dato USD12.3M (EUR11.5M) an Investitionen erhalten und ist in Zürich und San Franzisco zu Hause.