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Bild MiezeMau / pixelio

Auf mögliche Sehprobleme achten

Laut Schätzungen des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands (BVA) kann jedes zehnte Kind hierzulande nicht richtig sehen. Nur eine – kleine – Zahl? Ganz sicher nicht! Ein Kind, dessen Sehprobleme zu spät oder gar nicht entdeckt werden, kann nicht richtig sehen lernen und auch in seiner gesamten Entwicklung eingeschränkt sein. Nicht rechtzeitig festgestellte Sehdefizite können im späteren Leben Berufswünschen maßgeblich Schranken setzen.

Tollpatschige Bewegungen

Wer die Anzeichen für Sehprobleme kennt, kann dafür sorgen, dass Sehfehler frühzeitig entdeckt werden. Das hilft dem jungen Menschen, sich normal und gesund zu entwickeln. Tollpatschige Bewegungen bei den Kleinen, Lernschwierigkeiten bei den Größeren – das sind nur zwei Auffälligkeiten, hinter denen visuelle Defizite stecken können. Holpriges Lesen und viele Fehler im Diktat lassen eine Lese-und Rechtschreibstörung (LRS, Legasthenie) vermuten, Probleme beim Zusammenzählen oder Malnehmen auf eine Rechenstörung (Dyskalkulie) schließen. Doch das muss nicht sein – auch Fehler der Augen, des Sehvermögens und der visuellen Wahrnehmung können zu Buchstabensalat, Textwirrwarr und Zahlenlotterie führen.

Deshalb sollten Erwachsene bei Kindern in jedem Lebensalter genau hinschauen, ob etwas in ihrer körperlichen Verfassung und ihrem Verhalten, bei Spiel und Sport, beim Rechnen, Lesen und Schreiben ungewöhnlich und auffällig erscheint. Je früher die richtige Diagnose gestellt wird, desto größer sind die Chancen für eine erfolgreiche Behandlung. Wenn es notwendig ist, verordnet der Augenarzt eine Brille oder Kontaktlinsen.

Vor zwei Jahren haben Augenärzte bei 1,2 Millionen Kindern in Deutschland eine Sehschwäche festgestellt. Bei den Fünf- bis Neunjährigen braucht fast jedes vierte Kind eine Brille, bei den Jüngeren sind es circa 13 Prozent.