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Bild: Simone Hainz / pixelio.de

Bei anhaltendem Fieber zum Arzt

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte rät: Eltern sollten Säuglinge bis zu drei Monaten mit einer Temperatur von 38 Grad oder höher dem Kinderarzt vorzustellen, auch wenn diese sonst keine Krankheitszeichen zeigen.

Diese Haltung vertritt auch der amerikanische Verband der Kinder- und Jugendärzte in einer aktuellen Empfehlung. „Das Fieber ist ein Hinweis, dass etwas nicht in Ordnung ist. Weil Säuglinge sich noch nicht so äußern können und es für Eltern schwer zu erkennen ist, ob etwas Ernsthaftes vorliegt, ist das Urteil des Experten notwendig. In den meisten Fällen sind die Ursachen harmlos. Bei etwa 1 von 10 Babys liegt aber eine Harnwegsinfektion vor, die behandelt werden muss. Auch eine Lungenentzündung oder ein Magen-Darm-Infekt können das Fieber auslösen. Eine lebensgefährliche Hirnhautentzündung (Meningitis) ist bei Säuglingen sehr selten möglich“, sagt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des Expertengremiums des deutschen Berufsverbandes. Für bis zu drei Wochen alten Säuglinge ist das Meningitis-Risiko etwas höher im Vergleich zu den älteren Säuglingen ab etwa vier Wochen. Die Gefahr, dass sich die Bakterien im Blut übermäßig vermehren, ist für die jüngeren, weniger als 25 Tage alten Babys auch etwas größer.

Erhöhte Temperatur nach Impfungen

Ist der Allgemeinzustand des Babys beeinträchtigt, nimmt das Kind keine Flüssigkeit oder Nahrung mehr an, leidet es unter Durchfall, Erbrechen, hat einen Hautausschlag oder andere Krankheitszeichen, dann ist dies unabhängig von der Körpertemperatur ein Grund, das Kind untersuchen zu lassen. Auch ein Fieberkrampf sollte ärztlich abgeklärt werden. „Wenn das Baby eine Impfung erhalten hat, dann können sich Temperaturen bis zu 38 °C im Verlauf von 48 Stunden entwickeln. In dieser Altersgruppe ist die Rotavirus-Schluckimpfung, die Sechsfachimpfung gegen Keuchhusten, Haemophilus Typ b, Kinderlähmung, Wundstarrkrampf, Diphtherie, Hepatitis B sowie die Pneumokokkenimpfung fällig. Hier sollten Eltern bei Unsicherheiten ebenso den Arzt konsultieren“, rät Dr. Fegeler. Bei etwa 40 Prozent der Impflinge tritt in diesem Alter innerhalb von 48 Stunden Fieber auf.