Category : Allgemein

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Gefährliche Keime

Als Isabellas (Name geändert) Fieber nicht herunterging, sie lethargisch war und leichten Durchfall hatte, brachte Julia ihre Tochter ins Krankenhaus. Und wurde nicht stationär aufgenommen, da die Symptome noch einem grippalen Infekt ähnelten. Eine Dreiviertelstunde später lief Isabella blau an, lag schlaff und krampfend in Julias Armen. Wieder ins Krankenhaus, diesmal ein anderes. Als sich zwölf Stunden nach den ersten Symptomen Hauteinblutungen am ganzen Körper ausbreiteten, stellten die Ärzte eine Blutvergiftung (Sepsis) durch Meningokokken fest.

Isabella hat überlebt. Neben der Meningokokken-Sepsis erlitt sie weitere Erkrankungen, insbesondere der Lunge, und steckte sich mit einem Krankenhauskeim an. Bislang war sie mehr als vier Monate zur Behandlung in Kliniken.

Nach Meningokokken-Erkrankungen können Folgeschäden wie Entwicklungsstörungen, Krampfleiden, Erblindung und Hörverlust zurückbleiben. Kommt es zu einer Blutvergiftung, kann es zu Haut- und Gewebezerstörung und Vernarbungen kommen, in Extremfällen sogar zu Amputationen1 – das blieb Isabella bislang erspart. Jedoch sind ihre Beine vernarbt. Die Nervenschäden lassen sie nachts weinen, berichtet ihre Mutter.

Isabellas Immunsystem ist so geschwächt, dass sie derzeit nicht  in den Kindergarten gehen kann. Probleme beim Knochenwachstum werden Isabella wohl ihr Leben lang begleiten. Noch ist nicht klar, ob sich ihr wankender Gang auswachsen wird, wie das bei gesunden Kleinkindern passiert.

2018 gab es in Deutschland 295 Meningokokken-Fälle. Zwar sind solche Erkrankungen damit selten, sie können aber innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich verlaufen. Während der vielen Tage in der Klinik lernte Julia, dass es wie bei Isabella bei einem Drittel der Meningokokken-Erkrankten zu einer Blutvergiftung kommen kann. Viele Betroffene leiden unter einer Hirnhautentzündung (Meningitis).

Schutz durch Impfungen

Besonders häufig betroffen sind Babys und Kleinkinder, weil bei ihnen das Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist. Impfungen können bestmöglich schützen. Eine aktuelle Studie zeigt jedoch, dass viele Eltern den Impfstatus ihrer eigenen Kinder nicht genau kennen. Einem Großteil ist außerdem nicht bewusst, dass es unterschiedliche Meningokokken-Gruppen und daher auch verschiedene Impfungen gibt. Eltern sollten ihren Kinder- und Jugendarzt frühzeitig auf die Schutzimpfungen gegen Meningokokken ansprechen und sich vorab informieren, zum Beispiel unter www.meningitis-bewegt.de.

Allergie

Hat mein Baby eine Allergie?

Magen-Darmprobleme, Schnupfen, Augenjucken. Auch Säuglinge können schon von einer Allergie betroffen sein. Mehr über die Symptome und was der Arzt dagegen unternimmt.

Der Schnupfen geht einfach nicht weg, dazu das verräterische Augenjucken: Wenn beim Baby die Nase dauernd läuft und verstopft ist, muss keine Infektion dahinterstecken. Es kann sich auch um einen Heuschnupfen handeln. Davor ist selbst ein Säugling nicht sicher, wenn ihm die Veranlagung hierfür in die Wiege gelegt ist. Sind die Eltern beide Pollenallergiker, liegt die Wahrscheinlichkeit bei bis zu 80 Prozent, dass auch der Nachwuchs empfindlich auf Pollen reagiert. Allergien beim Baby sind also nichts Besonderes. Es fällt nur manchmal schwer, sie als solches zu erkennen.

Pollen

Relativ leicht ist das noch beim Heuschnupfen. Dann ist nicht nur die Nase zu, auch die Augen reagieren gereizt auf die Pollen. Sie sind gerötet, tränen und jucken. Solche typischen Reaktionen des Immunsystems können aber auch durch eine Allergie gegen Hausstaubmilben bzw. deren Kot auftreten. Das ist ebenfalls eine sehr verbreitete Allergie, die nicht nur im Sommer, sondern ganzjährig auftritt. Die Ausscheidungen der winzigen Milben, die sich etwa im Bettzeug verstecken, lösen solche Reizungen aus.

Lebensmittel

Schwieriger wird die Diagnose, wenn es um allergische Reaktionen auf Bestandteile etwa in Lebensmitteln geht. Was schon beim Erwachsenen oft eine lange Suche nach den Auslösern nach sich zieht, kann beim Baby noch komplizierter sein. Am Anfang, wenn es nur Muttermilch bekommt, treten solche Allergien selten auf. Erst nach dem ersten halben Jahr, sobald die Kost umgestellt wird, kann es zu Überreaktionen kommen. Dann sind möglicherweise Bestandteile der Kuhmilch die Ursache, allen voran das Eiweiß. Auch in der Beikost können sich Reizstoffe verbergen. Gelegentlich reagieren Babys auch auf den Muttermilch-Ersatz allergisch, also auf die sogenannte Pre-Milch. In fast all solchen Fällen kommt es dann zu Magen-Darm-Verstimmungen mit Durchfall oder Verstopfung, zu Blähungen mit Schmerzen, mitunter auch zu schwereren Reaktionen wie Atemnot und Hautausschlägen.

Spätestens dann ist ein sogenannter Pricktest beim Arzt nötig. Dabei werden mögliche Allergieauslöser der Reihe nach auf der Haut getestet, und irgendwann taucht der „Schuldige“ auf. Allerdings bieten auch solche Tests keine absolute Gewissheit, ob der betreffende Reizstoff wirklich für die Symptome verantwortlich war. Manchmal reagiert das Immunsystem auf den Test selbst mit einer verstärkten Reaktion, im Alltag aber lässt es den Reizstoff geduldig passieren. Deshalb kann es sinnvoll sein, auch selbst auf die Suche zu gehen. Häufig sind zum Beispiel Bestandteile von Nüssen ein Auslöser von Allergien. Nüsse oder Spuren davon finden sich in zahlreichen Lebensmitteln. Wenn das Baby ersichtlich auf ein bestimmtes Lebensmittel allergisch reagiert, dieses Nahrungsmittel für ein paar Tage weglassen. Gehen die Symptome weg, befindet sich der Auslöser demnach in diesem Lebensmittel. Das kann bei Früchten auch der Fruchtzucker sein, bei künstlich hergestellter Milch und Kuhmilch ist nicht selten der Milchzucker (Laktose-Intoleranz) schuld an den Magen-Darmproblemen.

Kontaktallergie

Bei Hautauschlägen gilt es auch, mögliche Auslöser in Pflegeprodukten oder Waschmitteln zu entlarven. Spezielle Pflegemittel für Babys sind zwar streng geprüft und enthalten normalerweise keine gängigen Reizstoffe, trotzdem zur Sicherheit das Mittel wechseln, wenn sich die Haut rötet, trocken und schorfig wird. Auch in Waschmitteln stecken potenzielle Reizstoffe. Die Wäsche daher sehr gründlich spülen und nur wenig Waschmittel nehmen, damit dieses nach der Wäsche raus ist.

Stillen beugt vor

Stillen ist nachweislich in den ersten Lebensmonaten der beste Schutz gegen eine Allergie. Das haben Studien klar gezeigt. Andere Untersuchungen haben auch ergeben, dass eine zu sterile, also keimfreie Umgebung das Allergierisiko erhöht. Deshalb nicht übertrieben viel putzen und wischen und mit Desinfektionsmitteln sparsam sein. Gut ist es auch, viel zu lüften. Ansonsten ganz normal essen, auch in der Schwangerschaft. Es bringt nichts, ängstlich bestimmte Lebensmittel wie Nüsse wegzulassen, nur um beim Baby eine spätere Allergie zu vermeiden.

Formulare

Formulare, Formulare …

Eine Schwangerschaft ist ein besonderes Ereignis für die gesamte Familie. Vor allem in den letzten Wochen der Schwangerschaft wächst die Vorfreude auf den neuen Erdenbürger. Leider müssen bereits vor der Geburt einige Formalitäten erledigt werden. Ist das Baby erst einmal auf der Welt, kommen weitere Aufgaben hinzu. Im Folgenden sind die wichtigsten Informationen für Sie zusammengefasst.

Das ist zu erledigen

Die Geburtsurkunde ist ein amtliches Dokument, das die Geburt einer Person bescheinigt. Sie enthält sämtliche für Ämter wichtige Daten. Hierzu gehören zum Beispiel die Namen des Kindes und der Eltern, Geschlecht, Geburtsdatum und -ort sowie Religion des Kindes. Der Standesbeamte ergänzt die Angaben durch einige Einträge und beurkundet die Daten mit einem Siegel. Diese Formalität muss kurz nach der Geburt erledigt werden. In vielen Fällen bieten Krankenhäuser einen Anmeldeservice, bei dem Sie lediglich die Urkunde vom Standesamt abholen. Diese Unterlagen sollten Sie zur Beantragung der Geburtsurkunde mitbringen: Personalausweis, Geburtsurkunden der Eltern, Bescheinigung des Krankenhauses, Heiratsurkunde bzw. beglaubigte Abschrift der Heiratsurkunde. Ledige Mütter benötigen die Vaterschaftsanerkennung.

Auch das Einwohnermeldeamt muss über die Geburt Ihres Kindes informiert werden. Diese Formalität nach der Geburt dient zur behördlichen Erfassung des neuen Staatsbürgers. In der Regel erhält das Einwohnermeldeamt alle notwendigen Informationen vom Standesamt der Eltern. Allerdings gilt dies nicht für jede Stadt. Ein Anruf bei der zuständigen Behörde verschafft Ihnen Sicherheit. Sollten Sie auch einen Kinderreisepass beantragen wollen, ist der Gang zum Einwohnermeldeamt unumgänglich. Um Ihr Kind beim Einwohnermeldeamt registrieren zu lassen, legen Sie die folgenden Unterlagen vor: Personalausweis der Eltern, Geburtsbescheinigung des Kindes, ggf. Vaterschaftsanerkennung

Wenn Sie einen Kinderreisepass beantragen möchten, bringen Sie zusätzlich Folgendes mit: biometrisches Passfoto des Kindes, Sorgerechtsnachweis (bei nur einem Erziehungsberechtigten)

Wenn Mutter und Vater des Neugeborenen zum Zeitpunkt der Geburt miteinander verheiratet sind, gilt der Ehemann automatisch als Vater des Kindes. Sind die Eltern nicht ehelich verbunden oder leben in einer neuen Partnerschaft, kann der Vater die Vaterschaft kostenlos anerkennen lassen.

Geburt

Weniger Schmerzen bei der Geburt

Viele Frauen haben Angst vor den Schmerzen bei einer Geburt. So gibt es immer mehr Geburten, die medizinisch begleitet werden. Diese Therapien werden am häufigsten in Anspruch genommen: Drei Prozent der Frauen ließen sich mit naturheilkundlichen Methoden wie Homöopathie oder Akupunktur helfen, für entkrampfende Mittel und/oder Schmerzmittel wie Zäpfchen oder Infusionen entschieden sich zehn Prozent, vier Prozent verwendeten Lachgas, und die „beliebteste“ Schmerztherapie ist die PDA (Periduralanästhesie), welche 25 Prozent der Frauen durchführen ließen. Einem Kaiserschnitt mit PDA unterzogen sich fast acht Prozent der Frauen und ein Prozent einem Kaiserschnitt mit Vollnarkose. 49 Prozent der Frauen haben völlig natürlich geboren, ohne schmerztherapeutische Hilfe. An der Umfrage nahmen insgesamt 313 Frauen teil.

Am Anfang helfen oft Massagen

Bei einer Geburt steigern sich die Schmerzen nach und nach. Entsprechend dem Grad der Beschwerden wird unterschiedlich behandelt. Solange die Schmerzen noch nicht so groß sind, genügen meist Massagen oder ein Bad, um sich Erleichterung zu verschaffen. Reichen diese Methoden nicht mehr aus, nutzen viele Ärzte zunächst natürliche Schmerzmittel. Sind die Schmerzen für die Frau aber nach wie vor nicht erträglich, wird eine PDA gelegt, wenn die Schwangere dies wünscht.

Die Beschwerden werden dabei stets individuell therapiert und die Gebärende darf mitbestimmen, ob und wann sie welches Medikament erhält. Allerdings muss man beachten, dass Schmerzmittel wie beispielsweise Buscopan und Meptid nicht sehr anhaltend wirken, der schmerzlindernde Effekt nimmt schon nach kurzer Zeit wieder ab. Die PDA hingegen wirkt länger.

Das Internet bietet eine Fülle an richtigen, aber auch falschen Informationen zur Schmerztherapien bei der Geburt sowie viele Horrorgeschichten. Diese führen zu Verunsicherung und können Ängste hervorrufen. In einem persönlichen Gespräch mit den Fachärzten der Gynäkologie und Anästhesie kann die werdende Mutter alle Fragen, Bedenken und Sorgen klären. Auch wer naturheilkundliche Maßnahmen in Anspruch nehmen möchte, sollte dies vorab besprechen. Nur wer diese Möglichkeiten wahrnimmt, kann für sich das beste Verfahren für die Geburt auswählen.

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Gefährliche Darminfekte bei Frühgeborenen

Nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden jedes Jahr weltweit 15 Millionen Babys zu früh geboren. In Deutschland sind es jährlich ca. 65 000. Diese Frühgeborenen oder so genannten Frühchen sind wegen des noch unterentwickelten Immunsystems anfälliger für Infektionskrankheiten und neigen häufig auch zu Entzündungen des Magen-Darmtraktes. Diese Infektionen können Schädigungen der Organe nach sich ziehen.

Behandelt werden kann diese Erkrankung mit Antibiotika oder einem chirurgischenEingriff, dem jedoch lebenslange Komplikationen folgen können.  Dass auch Muttermilch schützen kann, haben unlängst wissenschaftliche Studien belegt. Es stellte sich heraus, dass Frühgeborene, die mit Muttermilch ernährt werden, seltener an diesen Infektionen erkranken als Babys, die herkömmliche Säuglingsnahrung zu sich nehmen. Die herkömmliche Säuglingsnahrung unterscheidet sich von der Muttermilch dadurch, dass letztere spezielle Zuckermoleküle enthält, welche im Milchpulver nicht vorkommen. Nach Fetten und Lactose bilden sie den drittgrößten Anteil der menschlichen Muttermilch, und sie kommen in dieser Komplexität und Menge nur in der Muttermilch vor. Sie enthält zwischen fünf und 25 Gramm davon pro Liter.

Muttermilch schützt den Darm von Frühchen

Wissenschaftliche Studien haben nachgewiesen, dass diese natürlichen Zucker verschiedene gesundheitsfördernde Wirkungen auf Säuglinge haben. Sie sind präbiotisch, können das Risiko für Infektionskrankheiten wie Norovirus-Infektionen senken und fördern die neuronale Entwicklung der Neugeborenen. Zudem haben sie einen positiven Einfluss auf die Entwicklung des Immunsystems und die gesunde Entwicklung des Magen-Darmtraktes, was wiederum eine wichtige Rolle beim Schutz vor der gefährlichen Darmentzündungen bei Frühgeborenen spielt. In diesem Zusammenhang konnte nachgewiesen werden, dass manche Zuckermoleküle, die n der Muttermilch vorkommen, diese schädliche Darmerkrankung von Frühgeborenen abwenden können. Das bedeutet, dass vor allem gestillte Babys und Frühgeborene, die Muttermilch bekommen, von den positiven gesundheitlichen Auswirkungen dieser Zuckermoleküle profitieren können.Seit einigen Jahren gibt es jedoch auch eine künstlich hergestellte Babynahrung, die solche Zuckermoleküle enthält und nicht gestillten Babys damit einen guten Schutz bieten kann.

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Mutterliebe macht einfühlsamer

Oxytocin gilt als das „Bindungshormon“ bei Säugetieren und Menschen. Denn es stärkt Vertrauen und fördert soziale Bindungen. Es ist ein Hormon der Nähe, welches schon ganz früh in der menschlichen Entwicklung von entscheidender Bedeutung ist: Seine Produktion wird angekurbelt bei Blickkontakt, Mitgefühl oder angenehmen Berührungen. Forscher haben nun die Frage geklärt, ob das Verhalten der Mutter die Entwicklung des Oxytocin-Systems beim Säugling entscheidend beeinflussen kann. Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass viel mütterliche und väterliche Fürsorge den Anteil des Oxytocins bei Babys steigert. Kinder sind somit auf diese frühen, grundlegenden Kontakte zu Mutter und Vater angewiesen, die ihnen letztendlich erleichtern, sich mit anderen zu verbinden und zu beschäftigen.

Veränderungen in der DNA

So beobachteten die Wissenschaftler eine Spielsituation zwischen Müttern und ihren fünf Monate alten Kindern. „Beim diesem Besuch und etwa ein Jahr später, als das Kind 18 Monate alt war, haben wir sowohl bei der Mutter als auch beim Säugling Speichel gesammelt. Um die Werte des Oxytocins zu untersuchen, haben wir uns das sogenannte Oxytocin-Rezeptorgen genauer angeschaut. Der Oxytocin-Rezeptor ist unerlässlich, damit das Hormon Oxytocin seine Wirkung entfalten kann.“, erklärt Kathleen Krol. Sie hat die Studie gemeinsam mit Tobias Grossmann am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig durchgeführt und arbeitet nun in Connellys Labor an der Universität.

„Wir konnten nachweisen, dass sich sogar in der DNA der Säuglinge Veränderungen ergeben hatten durch die Qualität des mütterlichen Engagements. Haben sich Mütter beim Spielen mit ihren Kindern besonders eingesetzt und gekümmert, zeigte sich dies ein Jahr später am Oxytocin-Spiegel. Ein höheres mütterliches Engagement hat also das Potenzial, den Anteil des Oxytocins bei ihren Kindern zu steigern.“, erklärt die Wissenschaftlerin.

Ob sich diese höheren Werte auch im späteren Leben erhalten, ist allerdings noch nicht geklärt. Dazu müssten die Kinder über Jahre bis ins Erwachsenenleben hinein immer wieder getestet werden.

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Urlaubstipps für Schwangere

Eine Urlaubsreise ist bei einer unkomplizierten Schwangerschaft kein Problem, wenn einige wichtige Aspekte beachtet werden. „Grundsätzlich sollte für eine schwangere Frau auf der Fahrt und am Urlaubsziel immer medizinische Hilfe erreichbar sein“, empfiehlt Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. Seiner Erfahrung nach ist das Reisen im zweiten Trimester am wenigsten belastend, also etwa zwischen der 13. und 30. Woche. „In den ersten drei Monaten haben viele Frauen mit Übelkeit und Erbrechen zu kämpfen. Auch ist am Anfang der Schwangerschaft immer damit zu rechnen, dass Blutungen auftreten, die bei Ruhe meist spontan zum Stillstand kommen. Es ist besser, dann nicht gerade im Urlaub zu sein“, erläutert der Frauenarzt. „Und in den letzten Wochen der Schwangerschaft fallen alle körperlichen Anstrengungen immer schwerer.“

Genug trinken auf der Reise

Bei Reisen, die über zwei Stunden dauern, sollte die Schwangere daran denken, immer wieder die Beine zu bewegen, um Thrombosen zu verhindern. „Außerdem sollte sie immer genug Flüssigkeit zu sich nehmen und gegebenenfalls auch leichte Stützstrümpfe tragen“, empfiehlt Albring. Bei einem Urlaub in den Bergen muss berücksichtigt werden, dass mit zunehmender Höhe der Sauerstoffgehalt der Luft abnimmt. „Die Schwangere wird dann kurzatmig und ist sehr schnell erschöpft. Bei der Anreise und auch am Urlaubsort selbst gilt deshalb die Regel, dass pro Tag der Höhenunterschied nicht mehr als 500 Meter betragen sollte.

Ähnlich verhält es sich mit Hitze. Eine Außentemperatur von 30 Grad und darüber ist nicht von vornherein ungesund, meint Albring. „Aber der Kreislauf macht dann schneller schnapp, die Schwangere ermüdet schneller“, meint Dr. Albring. „Auf jeden Fall sollte die heiße Tageszeit möglichst im Schatten verbracht werden, sie sollte unbedingt genug trinken, am besten Wasser, Kräutertee oder stark verdünnte Obstsäfte.“ Am leichtesten kämen meistens Frauen mit Hitze zurecht, die über die Schwangerschaft hinweg nicht zu viel Gewicht zugelegt haben, sportlich und aktiv geblieben sind.

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Den Schlaf technisch überwachen?

Smarte Technik erobert nicht nur Wohnzimmer und Küchen, sondern kommt zunehmend auch rund ums Babybett zum Einsatz: Es gibt eine große Auswahl an Geräten, die den Schlaf des Babys aufzeichnen und seine Körperfunktionen überwachen. Experten sehen die elektronischen Helfer kritisch. „Nur bei sehr wenigen Säuglingen ist eine Schlafüberwachung tatsächlich medizinisch notwendig“, sagt Dr. Alfred Wiater, Kinder- und Jugendarzt und Schlafmediziner aus Köln. „Etwa bei schwer ausgeprägten Atmungs- und Herz-Kreislauf-Störungen.“ In solchen Fällen erfolge die ärztlich verordnete Heimüberwachung durch einen kombinierten Herz-Atmungs-Monitor. „Die Eltern werden gezielt geschult, wie sie sich bei einem Alarm verhalten sollen und wie sie ihr Kind im Notfall reanimieren können.“

Angst vorm plötzlichen Kindstod

Das Problem, das der Experte bei solchen Geräten und Apps sieht: Sind sie hinreichend getestet und sicher? Sind sie störanfällig, lösen sie häufiger falschen Alarm aus und versetzen Eltern so eher in Angst und Schrecken? Hinzu kommt, dass bestimmte Überwachungsfunktionen manche bedrohliche Situation gar nicht erkennen. „Registriert ein Gerät zum Beispiel nur Atembewegungen, aber nicht die Herzfrequenz, dann kann das Kind trotz Monitoring in einen Sauerstoffmangel geraten“, so der Mediziner.

Die Angst vorm plötzlichen Kindstod ist es, die Eltern meist zu solchen Überwachungsaktionen verleitet. Die Ursachen sind nach wie vor nicht restlos geklärt. Ärzte vermuten eine Hirnstörung. Besonders häufig tritt der plötzliche Kindstod in den ersten sechs Lebensmonaten auf, männliche Babys sind etwas häufiger betroffen. Untersuchungen zeigen: Mit der richtigen Vorbeugung lässt sich das Risiko stark senken. So sollte das Baby immer in Rückenlage schlafen und möglichst in einem Schlafsack, in den es nicht tief hineinrutschen kann. Der Kopf sollte immer frei sein. Von einer Decke raten Mediziner eher ab, weil sie hochrutschen und den Kopf des Babys abdecken kann. Schläft das Baby im Elternschlafzimmer, fördern die Schlafgeräusche der Eltern die regelmäßige Atmung des Kindes.

Kinderrechte

30 Jahre Kinderrechte

Mit dem 20. November 1989 verbindet das Deutsche Kinderhilfswerk ein ganz besonders historisches Ereignis: die UN-Kinderrechtskonvention wurde „geboren“. 54 Artikel, die Kindheit als eigenständige Lebensphase betrachten und den Kindern weltweit besondere Rechte garantieren. Was heute vielleicht selbstverständlich erscheint, war vor 30 Jahren revolutionär!

Denn waren Kinder bis 1989 rechtlich gesehen Schutzbefohlene von Erwachsenen, besitzen sie nun durch die UN-Kinderrechtskonvention erstmals eigene, einklagbare Rechte. Ein großer Unterschied, der Kindern mehr Schutz, Förderung und Beteiligung zusichert.

Allerdings werden auch in Deutschland noch heute Kinderrechte verletzt. Trotz Wirtschaftswachstum und Rückgang der Arbeitslosenquote ist hierzulande jedes 5. Kind von Armut betroffen. Diese Kinder erleben meist schlechtere Bedingungen, wenn sie spielen, erreichen mit großem Abstand nicht die Bildungsabschlüsse von Kindern aus besser gestellten Familien, leben ungesünder – und haben somit auch insgesamt schlechtere Zukunftsperspektiven.

Mehr Infos finden Sie hier www.dkhw.de

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Wird mein Baby beim Stillen satt?

Wird mein Baby an der Brust wirklich satt? Viele Mütter bringt diese Sorge dazu, mit dem Stillen früher als gewollt aufzuhören. Oder sie fangen gar nicht erst an, obwohl sie es eigentlich fest vorhatten. Manchmal helfen kleine Anpassungen beim Anlegen und Stillen dabei, die Milchbildung noch besser auf den Bedarf des Säuglings abzustimmen. Und das Baby zeigt auch, dass es genug Milch bekommt.

In den ersten Tagen nach der Geburt läuft die Milchbildung erst einmal an. Richtiges Anlegen ist wichtig, damit das Kind an die verfügbare Milch kommt. Mit jedem Stillen wird die Milchbildung angeregt. Menge und Zusammensetzung der Muttermilch sind auf den Bedarf des Babys genau abgestimmt und passen sich während einer Stillmahlzeit und über die gesamte Stillzeit immer wieder an. Voraussetzung dafür ist, dass sensibel auf die Hungersignale des Babys reagiert und nach Bedarf gestillt wird. Das Kind kann etwa durch Unruhe, Strampeln oder Such- und Schmatzbewegungen zeigen, dass es gestillt werden möchte. Oder auch durch eine angespannte Körperhaltung, geballte Fäuste oder Saugen am Finger. Schreien ist bereits ein spätes Hungersignal.

Mehr Hunger bei Wachstumsschüben

Wie oft und wie lange ein Baby trinkt, ist ganz verschieden. Verlangt ein Baby z. B sehr häufig die Brust oder trinkt es besonders kurz oder lange, lässt sich daraus kein „Milch-Mangel“ ableiten. Bei Wachstumsschüben braucht das Baby mehr Nahrung. Dann ist es besonders wichtig, das Kind häufiger anzulegen, damit die Milchbildung über die Stillhormone angepasst wird.

Nach dem Anlegen an die Brust macht das Baby zunächst kurze, schnelle Saugbewegungen, bis die Milch kommt. Danach saugt und schluckt es rhythmisch und ausdauernd mit gelegentlichen Pausen. Ein hörbares Schlucken jeweils nach ein- oder zweimal Saugen ist ein hilfreiches Zeichen dafür, dass es mit dem Trinken klappt. Wenn das Baby satter wird, entspannen sich seine Hände und Arme immer mehr. Es macht einen zufriedenen Eindruck, lässt die Brustwarze los und schläft vielleicht ein.