Category : Allgemein

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Sehprobleme schon bei Babys

Laut Schätzungen des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands (BVA) kann jedes zehnte Kind hierzulande nicht richtig sehen. Nur eine kleine Zahl? Ganz sicher nicht! Ein Kind, dessen Sehprobleme zu spät oder gar nicht entdeckt werden, kann nicht richtig sehen lernen und auch in seiner gesamten Entwicklung eingeschränkt sein. Nicht rechtzeitig festgestellte Sehdefizite können im späteren Leben Berufswünschen Schranken setzen.

Wer die Anzeichen für Sehprobleme kennt, kann dafür sorgen, dass Sehfehler frühzeitig entdeckt werden. Das hilft dem jungen Menschen, sich normal und gesund zu entwickeln. Tollpatschige Bewegungen bei den Kleinen, Lernschwierigkeiten bei den Größeren – das sind nur zwei Auffälligkeiten, hinter denen Probleme mit der Sehkraft stecken können. Holpriges Lesen und viele Fehler im Diktat lassen eine Lese-und Rechtschreibstörung (LRS, Legasthenie) vermuten. Probleme beim Zusammenzählen oder Malnehmen auf eine Rechenstörung (Dyskalkulie) schließen. Doch das muss es nicht sein. Auch Fehler der Augen, des Sehvermögens und der visuellen Wahrnehmung können zu Buchstabensalat, Textwirrwarr und Zahlenlotterie führen.

Das Kind bei Auffälligkeiten genau beobachten

Deshalb sollten Erwachsene bei Kindern in jedem Lebensalter genau hinschauen, ob etwas in ihrer körperlichen Verfassung und ihrem Verhalten, bei Spiel und Sport, beim Rechnen, Lesen und Schreiben ungewöhnlich und auffällig erscheint. Je früher die richtige Diagnose gestellt wird, desto größer sind die Chancen für eine erfolgreiche Behandlung. Wenn es notwendig ist, verordnet der Augenarzt eine Brille.

Ein Baby oder ein Kleinkind, bei dem folgende Auffälligkeiten zu beobachten sind, sollte unverzüglich von einem Augenarzt untersucht werden. Dazu gehören vor allem Schielen, Augenzittern, auffallend große Augen, ständig tränende oder verklebte Augen, ständiges Reiben mit den Fingern an den Augen, Grimassenschneiden, Verdrehen der Augen, ohne etwas anzuschauen, große starre Pupillen auch bei Lichteinfall, weißliche Pupillen oder gelbliches Aufleuchten der Pupille bei direkt einfallendem Licht, Lichtscheue oder keine Reaktion auf Licht, getrübte Hornhaut, zwanghaftes Schiefhalten des Kopfes und wenn Babys und Kinder an Gegenständen häufiger vorbeigreifen.

Privatsphäre wahren

Darf ich das Foto posten?

Kann ich das Foto, auf dem mein Kind zu sehen ist, online teilen? Was sollte ich beachten? Und wie kann ich mein Kind einbeziehen? Auf diese Fragen möchte die Kampagne #DenkenFragenPosten des Deutschen Kinderhilfswerkes e.V. Antworten geben und Eltern Wege aufzeigen, bewusst mit den Rechten ihres Kindes im Netz umzugehen. Denn Kinder haben das Recht, aktiv mitzubestimmen, ob, wie und mit wem ein Foto von ihnen geteilt wird.

DENKEN

Überlegen Sie, wie Ihr Kind gezeigt werden soll! Versetzen Sie sich in die Lage Ihres Kindes und überlegen Sie, wie Sie reagieren würden, wenn bestimmte Babyfotos von Ihnen im Internet kursieren würden. Vereinbaren Sie in der Familie und im Freundeskreis Regeln, damit Bilder nicht ungewollt verbreitet werden, zum Beispiel:

  • Fotos von Kindern werden nicht ungefragt weitergeleitet.
    Kinderfotos werden nicht öffentlich gepostet.
    Kinder werden nicht leicht bekleidet oder in intimen bzw. peinlichen Situationen fotografiert. Linktipp: Der Infoflyer von Klicksafe gibt Tipps für das sichere Posten von Kinderfotos.

FRAGEN

Gefällt dir das Foto? Fragen Sie Ihr Kind und teilen Sie nicht über seinen Kopf hinweg Bilder von ihm.

  • Säuglinge oder Babys können natürlich nicht gefragt werden. Umso wichtiger ist hier eine wohl überlegte Entscheidung. Im Zweifelsfall sollte das Foto besser nicht geteilt werden.
    Schon im Kleinkind- oder Kindergartenalter haben Kinder eine eigene Meinung und Vorstellung davon, ob sie sich auf Fotos mögen oder nicht. Fragen Sie deshalb nach, ob Sie Bilder z. B. der Oma zeigen dürfen. Auch Kinder haben das Recht am eigenen Bild. Linktipp: Die Internetbeschwerdestelle erklärt das Recht am eigenen Bild.

POSTEN

Beachten Sie, wer und wie viele Menschen das Foto wahrscheinlich sehen können!

  • Überprüfen Sie genau, welchen Kontakten Sie private Fotos zugänglich machen. Gerade Profilbilder sind in der Regel für sehr viele Kontakte sichtbar.
    Gehen Sie die Einstellungsmöglichkeiten in Apps wie Instagram durch: Ist Ihr Kanal öffentlich oder können nur Kontakte Ihre Stories und geposteten Bilder sehen? Öffentlich gepostete Fotos können unbeabsichtigt in die Hände Fremder geraten, so dass Sie keine Kontrolle mehr darüber haben, was damit passiert. Es muss nicht immer WhatsApp sein! Alternative Messenger wie z. B. Threema oder Signal gehen sensibler mit personenbezogenen Daten um und bieten die gleichen Funktionen.

Tipps vom Deutschen Kinderhilfswerk mit Beispielen für unbedenkliche Kinderfotos: www.dkhw.de/kinderfotos-im-netz

Herausgeber: Deutsches Kinderhilfswerk e.V.

 

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Nach Diagnose Meningokokken-Sepsis: Zwischen Hoffen und Bangen

Meningokokken-Sepsis

Als die Diagnose gestellt wurde, hatte Julia (Name geändert) mit ihrer damals sieben Monate alten Tochter bereits eine Odyssee hinter sich. Und sie hatte keine Vorstellung davon, was noch folgen sollte. Als Isabellas (Name geändert) Fieber nicht herunterging, sie lethargisch war und leichten Durchfall hatte, brachte Julia ihre Tochter ins Krankenhaus. Und wurde nicht stationär aufgenommen, da die Symptome noch einem grippalen Infekt ähnelten. Eine Dreiviertelstunde später lief Isabella blau an, lag schlaff und krampfend in Julias Armen.

Wieder ins Krankenhaus, diesmal ein anderes. Hier wurde zunächst vermutet, dass die Kleine eine Sepsis nach einem Harnwegsinfekt habe. Als sich zwölf Stunden nach den ersten Symptomen jedoch Hauteinblutungen am ganzen Körper ausbreiteten, konnte eine Blutvergiftung durch Meningokokken, eine sogenannte Meningokokken-Sepsis bestätigt werden.
Isabella hat überlebt. Neben der Meningokokken-Sepsis erlitt sie weitere Erkrankungen, insbesondere der Lunge, und steckte sich mit einem Krankenhauskeim an. Bislang war sie mehr als vier Monate zur Behandlung in Kliniken.

Bei etwa 1 von 5 Erkrankten bleiben Folgeschäden zurück1 – auch bei Isabella

Nach Meningokokken-Erkrankungen können Folgeschäden wie Entwicklungsstörungen, Krampfleiden, Erblindung und Hörverlust zurückbleiben. Kommt es zu einer Blutvergiftung, kann es zu Haut- und Gewebezerstörung und Vernarbungen kommen, in Extremfällen sogar zu Amputationen1 – das blieb Isabella bislang erspart. Jedoch sind ihre Beine stark betroffen und vernarbt. Die Nervenschäden lassen sie nachts weinen, berichtet ihre Mutter. Allein ihr rechtes Bein wurde bereits mehr als 50-mal operiert, ein Hauttransplantat bedeckt nun die Vorderseite. Die Haut ist so angegriffen, dass beide Beine vor dem täglichen Anziehen von Kompressionsstrümpfen mit Silikon-Pads abgedeckt werden müssen. Regelmäßige Physiotherapie und ergotherapeutische Begleitung unterstützen die Behandlung der heute Zweijährigen. Isabellas Immunsystem ist so geschwächt, dass sie derzeit noch nicht wieder in den Kindergarten gehen kann. Probleme beim Knochenwachstum werden Isabella wohl ihr Leben lang begleiten. Noch ist nicht klar, ob sich ihr wankender Gang auswachsen wird, wie das bei gesunden Kleinkindern passiert.

Meningokokken-Erkrankungen sind selten

2018 gab es in Deutschland 295 Meningokokken-Fälle.(2) Zwar sind Meningokokken-Erkrankungen damit selten, sie können aber innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich verlaufen.(3) Ca. 10 % aller Patienten in Deutschland versterben.(4)
Während der vielen Tage in der Klinik lernte Julia, dass es – so wie bei Isabella – bei 1/3 der Meningokokken-Erkrankten zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen kann. Viele Betroffene leiden unter einer Hirnhautentzündung (Meningitis), die in 2/3 der Fälle auftreten kann.

Bestmöglicher Schutz vor Meningokokken durch Impfungen

Besonders häufig betroffen sind Babys und Kleinkinder, da bei ihnen das Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist. (1)
Impfungen können bestmöglich schützen. Eine aktuelle Studie5 zeigt jedoch, dass viele Eltern den Impfstatus ihrer eigenen Kinder nicht genau kennen. Einem Großteil ist außerdem nicht bewusst, dass es unterschiedliche Meningokokken-Gruppen und daher auch verschiedene Impfungen gibt. Eltern sollten ihren Kinder- und Jugendarzt frühzeitig auf die Schutzimpfungen gegen Meningokokken ansprechen und sich vorab informieren, zum Beispiel unter www.meningitis-bewegt.de.

 

1 Deutsches Grünes Kreuz: „Häufige Fragen und Antworten zu Meningokokken-Erkrankungen“. Verfügbar unter: https://dgk.de/fileadmin/user_upload/AGMK/presse/AGMK-PK_2009/Fragen_und_Antworten.pdf. November 2019.
2 RKI: „Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2018“. Verfügbar unter: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Jahrbuch/Jahrbuch_2018.pdf?__blob=publicationFile. November 2019.
3 BZgA: „Erregersteckbrief Meningokokken“. Verfügbar unter: http://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/meningokokken/. November 2019.
4 RKI: „Epidemiologisches Bulletin 10/2016“. Verfügbar unter: http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2016/Ausgaben/43_16.pdf?__blob=publicationFile. November 2019.

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Risiko Frühgeburt

Die Wahl der richtigen Entbindungsklinik kann für Mutter und Kind alles entscheidend sein. Für Schwangere mit drohender Frühgeburt ist diese Wahl eine Herausforderung, die ohne frauenärztliche Unterstützung und Entscheidung nicht zu meistern ist.

Vielfach sind es akut einsetzende Komplikationen, die eine Frühgeburt zur Folge haben. Werdende Eltern haben kaum noch eine Entscheidungsmöglichkeit oder Zeit für eine eigene Suche, sondern müssen sich auf die Empfehlungen und die Organisation des betreuenden Frauenarztes verlassen. Jede Schwangere hat im Rahmen der  Schwangerenbetreuung nach Mutterschaftsrichtlinien einen Anspruch auf Information über die Kompetenzen der umgebenden Kliniken und auf Vorstellung zur Geburtsplanung bzw. Einweisung in eine geeignete Klinik. „Es ist also unerlässlich, dass Frauenärzte darüber informiert sind, welchen Versorgungsstatus die regionalen geburtsmedizinischen Kliniken haben und Schwangere in Kliniken aufgenommen werden, die dem Risiko entsprechen“ so Dr. med. Christian Albring, niedergelassener Frauenarzt und Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V.

Von Anfang an ins richtige Krankenhaus

Zu den Risiken und Ursachen von Frühgeburten gehören aufsteigende Infektionen, Rauchen oder eine Schwangerschaftsvergiftung (Präklampsie). Auch Mehrlingsgeburten und ein relativ hohes Alter von über 40 Jahren bei einer Schwangerschaft lassen die Risiken steigen.

Von den Kindern, die mit weniger als 1.000 Gramm Geburtsgewicht geboren werden, behalten beinahe 20 Prozent eine Behinderung wie Blindheit, Taubheit, Lähmungen oder Epilepsie. 42 Prozent haben Probleme in der Sprach-, Lern-, Hör, Seh- oder Spielentwicklung.

Somit ist die Verringerung frühkindlich entstandener Behinderungen das große Ziel, dem man durch Qualitätssicherung mit verbindlichen Anforderungskriterien an die Kliniken begegnen will. Nur die Perinatalzentren Level I – III sind für die Versorgung von Frühgeborenen zugelassen und nur ein Level-I-Zentrum darf Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht von unter 1500 Gramm betreuen. Die Entscheidung zur Aufnahme in einem dem Risiko entsprechenden Zentrum muss vor der Geburt erfolgen, da jeder Transport eines Frühgeborenen ein zusätzliches Risiko birgt. Schwangere mit drohender Frühgeburt sind daher gut beraten, sich mit Hilfe ihres Frauenarztes rechtzeitig nach einer geeigneten Klinik zu erkundigen.

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Gefährliche Keime

Als Isabellas (Name geändert) Fieber nicht herunterging, sie lethargisch war und leichten Durchfall hatte, brachte Julia ihre Tochter ins Krankenhaus. Und wurde nicht stationär aufgenommen, da die Symptome noch einem grippalen Infekt ähnelten. Eine Dreiviertelstunde später lief Isabella blau an, lag schlaff und krampfend in Julias Armen. Wieder ins Krankenhaus, diesmal ein anderes. Als sich zwölf Stunden nach den ersten Symptomen Hauteinblutungen am ganzen Körper ausbreiteten, stellten die Ärzte eine Blutvergiftung (Sepsis) durch Meningokokken fest.

Isabella hat überlebt. Neben der Meningokokken-Sepsis erlitt sie weitere Erkrankungen, insbesondere der Lunge, und steckte sich mit einem Krankenhauskeim an. Bislang war sie mehr als vier Monate zur Behandlung in Kliniken.

Nach Meningokokken-Erkrankungen können Folgeschäden wie Entwicklungsstörungen, Krampfleiden, Erblindung und Hörverlust zurückbleiben. Kommt es zu einer Blutvergiftung, kann es zu Haut- und Gewebezerstörung und Vernarbungen kommen, in Extremfällen sogar zu Amputationen1 – das blieb Isabella bislang erspart. Jedoch sind ihre Beine vernarbt. Die Nervenschäden lassen sie nachts weinen, berichtet ihre Mutter.

Isabellas Immunsystem ist so geschwächt, dass sie derzeit nicht  in den Kindergarten gehen kann. Probleme beim Knochenwachstum werden Isabella wohl ihr Leben lang begleiten. Noch ist nicht klar, ob sich ihr wankender Gang auswachsen wird, wie das bei gesunden Kleinkindern passiert.

2018 gab es in Deutschland 295 Meningokokken-Fälle. Zwar sind solche Erkrankungen damit selten, sie können aber innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich verlaufen. Während der vielen Tage in der Klinik lernte Julia, dass es wie bei Isabella bei einem Drittel der Meningokokken-Erkrankten zu einer Blutvergiftung kommen kann. Viele Betroffene leiden unter einer Hirnhautentzündung (Meningitis).

Schutz durch Impfungen

Besonders häufig betroffen sind Babys und Kleinkinder, weil bei ihnen das Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist. Impfungen können bestmöglich schützen. Eine aktuelle Studie zeigt jedoch, dass viele Eltern den Impfstatus ihrer eigenen Kinder nicht genau kennen. Einem Großteil ist außerdem nicht bewusst, dass es unterschiedliche Meningokokken-Gruppen und daher auch verschiedene Impfungen gibt. Eltern sollten ihren Kinder- und Jugendarzt frühzeitig auf die Schutzimpfungen gegen Meningokokken ansprechen und sich vorab informieren, zum Beispiel unter www.meningitis-bewegt.de.

Allergie

Hat mein Baby eine Allergie?

Magen-Darmprobleme, Schnupfen, Augenjucken. Auch Säuglinge können schon von einer Allergie betroffen sein. Mehr über die Symptome und was der Arzt dagegen unternimmt.

Der Schnupfen geht einfach nicht weg, dazu das verräterische Augenjucken: Wenn beim Baby die Nase dauernd läuft und verstopft ist, muss keine Infektion dahinterstecken. Es kann sich auch um einen Heuschnupfen handeln. Davor ist selbst ein Säugling nicht sicher, wenn ihm die Veranlagung hierfür in die Wiege gelegt ist. Sind die Eltern beide Pollenallergiker, liegt die Wahrscheinlichkeit bei bis zu 80 Prozent, dass auch der Nachwuchs empfindlich auf Pollen reagiert. Allergien beim Baby sind also nichts Besonderes. Es fällt nur manchmal schwer, sie als solches zu erkennen.

Pollen

Relativ leicht ist das noch beim Heuschnupfen. Dann ist nicht nur die Nase zu, auch die Augen reagieren gereizt auf die Pollen. Sie sind gerötet, tränen und jucken. Solche typischen Reaktionen des Immunsystems können aber auch durch eine Allergie gegen Hausstaubmilben bzw. deren Kot auftreten. Das ist ebenfalls eine sehr verbreitete Allergie, die nicht nur im Sommer, sondern ganzjährig auftritt. Die Ausscheidungen der winzigen Milben, die sich etwa im Bettzeug verstecken, lösen solche Reizungen aus.

Lebensmittel

Schwieriger wird die Diagnose, wenn es um allergische Reaktionen auf Bestandteile etwa in Lebensmitteln geht. Was schon beim Erwachsenen oft eine lange Suche nach den Auslösern nach sich zieht, kann beim Baby noch komplizierter sein. Am Anfang, wenn es nur Muttermilch bekommt, treten solche Allergien selten auf. Erst nach dem ersten halben Jahr, sobald die Kost umgestellt wird, kann es zu Überreaktionen kommen. Dann sind möglicherweise Bestandteile der Kuhmilch die Ursache, allen voran das Eiweiß. Auch in der Beikost können sich Reizstoffe verbergen. Gelegentlich reagieren Babys auch auf den Muttermilch-Ersatz allergisch, also auf die sogenannte Pre-Milch. In fast all solchen Fällen kommt es dann zu Magen-Darm-Verstimmungen mit Durchfall oder Verstopfung, zu Blähungen mit Schmerzen, mitunter auch zu schwereren Reaktionen wie Atemnot und Hautausschlägen.

Spätestens dann ist ein sogenannter Pricktest beim Arzt nötig. Dabei werden mögliche Allergieauslöser der Reihe nach auf der Haut getestet, und irgendwann taucht der „Schuldige“ auf. Allerdings bieten auch solche Tests keine absolute Gewissheit, ob der betreffende Reizstoff wirklich für die Symptome verantwortlich war. Manchmal reagiert das Immunsystem auf den Test selbst mit einer verstärkten Reaktion, im Alltag aber lässt es den Reizstoff geduldig passieren. Deshalb kann es sinnvoll sein, auch selbst auf die Suche zu gehen. Häufig sind zum Beispiel Bestandteile von Nüssen ein Auslöser von Allergien. Nüsse oder Spuren davon finden sich in zahlreichen Lebensmitteln. Wenn das Baby ersichtlich auf ein bestimmtes Lebensmittel allergisch reagiert, dieses Nahrungsmittel für ein paar Tage weglassen. Gehen die Symptome weg, befindet sich der Auslöser demnach in diesem Lebensmittel. Das kann bei Früchten auch der Fruchtzucker sein, bei künstlich hergestellter Milch und Kuhmilch ist nicht selten der Milchzucker (Laktose-Intoleranz) schuld an den Magen-Darmproblemen.

Kontaktallergie

Bei Hautauschlägen gilt es auch, mögliche Auslöser in Pflegeprodukten oder Waschmitteln zu entlarven. Spezielle Pflegemittel für Babys sind zwar streng geprüft und enthalten normalerweise keine gängigen Reizstoffe, trotzdem zur Sicherheit das Mittel wechseln, wenn sich die Haut rötet, trocken und schorfig wird. Auch in Waschmitteln stecken potenzielle Reizstoffe. Die Wäsche daher sehr gründlich spülen und nur wenig Waschmittel nehmen, damit dieses nach der Wäsche raus ist.

Stillen beugt vor

Stillen ist nachweislich in den ersten Lebensmonaten der beste Schutz gegen eine Allergie. Das haben Studien klar gezeigt. Andere Untersuchungen haben auch ergeben, dass eine zu sterile, also keimfreie Umgebung das Allergierisiko erhöht. Deshalb nicht übertrieben viel putzen und wischen und mit Desinfektionsmitteln sparsam sein. Gut ist es auch, viel zu lüften. Ansonsten ganz normal essen, auch in der Schwangerschaft. Es bringt nichts, ängstlich bestimmte Lebensmittel wie Nüsse wegzulassen, nur um beim Baby eine spätere Allergie zu vermeiden.

Formulare

Formulare, Formulare …

Eine Schwangerschaft ist ein besonderes Ereignis für die gesamte Familie. Vor allem in den letzten Wochen der Schwangerschaft wächst die Vorfreude auf den neuen Erdenbürger. Leider müssen bereits vor der Geburt einige Formalitäten erledigt werden. Ist das Baby erst einmal auf der Welt, kommen weitere Aufgaben hinzu. Im Folgenden sind die wichtigsten Informationen für Sie zusammengefasst.

Das ist zu erledigen

Die Geburtsurkunde ist ein amtliches Dokument, das die Geburt einer Person bescheinigt. Sie enthält sämtliche für Ämter wichtige Daten. Hierzu gehören zum Beispiel die Namen des Kindes und der Eltern, Geschlecht, Geburtsdatum und -ort sowie Religion des Kindes. Der Standesbeamte ergänzt die Angaben durch einige Einträge und beurkundet die Daten mit einem Siegel. Diese Formalität muss kurz nach der Geburt erledigt werden. In vielen Fällen bieten Krankenhäuser einen Anmeldeservice, bei dem Sie lediglich die Urkunde vom Standesamt abholen. Diese Unterlagen sollten Sie zur Beantragung der Geburtsurkunde mitbringen: Personalausweis, Geburtsurkunden der Eltern, Bescheinigung des Krankenhauses, Heiratsurkunde bzw. beglaubigte Abschrift der Heiratsurkunde. Ledige Mütter benötigen die Vaterschaftsanerkennung.

Auch das Einwohnermeldeamt muss über die Geburt Ihres Kindes informiert werden. Diese Formalität nach der Geburt dient zur behördlichen Erfassung des neuen Staatsbürgers. In der Regel erhält das Einwohnermeldeamt alle notwendigen Informationen vom Standesamt der Eltern. Allerdings gilt dies nicht für jede Stadt. Ein Anruf bei der zuständigen Behörde verschafft Ihnen Sicherheit. Sollten Sie auch einen Kinderreisepass beantragen wollen, ist der Gang zum Einwohnermeldeamt unumgänglich. Um Ihr Kind beim Einwohnermeldeamt registrieren zu lassen, legen Sie die folgenden Unterlagen vor: Personalausweis der Eltern, Geburtsbescheinigung des Kindes, ggf. Vaterschaftsanerkennung

Wenn Sie einen Kinderreisepass beantragen möchten, bringen Sie zusätzlich Folgendes mit: biometrisches Passfoto des Kindes, Sorgerechtsnachweis (bei nur einem Erziehungsberechtigten)

Wenn Mutter und Vater des Neugeborenen zum Zeitpunkt der Geburt miteinander verheiratet sind, gilt der Ehemann automatisch als Vater des Kindes. Sind die Eltern nicht ehelich verbunden oder leben in einer neuen Partnerschaft, kann der Vater die Vaterschaft kostenlos anerkennen lassen.

Geburt

Weniger Schmerzen bei der Geburt

Viele Frauen haben Angst vor den Schmerzen bei einer Geburt. So gibt es immer mehr Geburten, die medizinisch begleitet werden. Diese Therapien werden am häufigsten in Anspruch genommen: Drei Prozent der Frauen ließen sich mit naturheilkundlichen Methoden wie Homöopathie oder Akupunktur helfen, für entkrampfende Mittel und/oder Schmerzmittel wie Zäpfchen oder Infusionen entschieden sich zehn Prozent, vier Prozent verwendeten Lachgas, und die „beliebteste“ Schmerztherapie ist die PDA (Periduralanästhesie), welche 25 Prozent der Frauen durchführen ließen. Einem Kaiserschnitt mit PDA unterzogen sich fast acht Prozent der Frauen und ein Prozent einem Kaiserschnitt mit Vollnarkose. 49 Prozent der Frauen haben völlig natürlich geboren, ohne schmerztherapeutische Hilfe. An der Umfrage nahmen insgesamt 313 Frauen teil.

Am Anfang helfen oft Massagen

Bei einer Geburt steigern sich die Schmerzen nach und nach. Entsprechend dem Grad der Beschwerden wird unterschiedlich behandelt. Solange die Schmerzen noch nicht so groß sind, genügen meist Massagen oder ein Bad, um sich Erleichterung zu verschaffen. Reichen diese Methoden nicht mehr aus, nutzen viele Ärzte zunächst natürliche Schmerzmittel. Sind die Schmerzen für die Frau aber nach wie vor nicht erträglich, wird eine PDA gelegt, wenn die Schwangere dies wünscht.

Die Beschwerden werden dabei stets individuell therapiert und die Gebärende darf mitbestimmen, ob und wann sie welches Medikament erhält. Allerdings muss man beachten, dass Schmerzmittel wie beispielsweise Buscopan und Meptid nicht sehr anhaltend wirken, der schmerzlindernde Effekt nimmt schon nach kurzer Zeit wieder ab. Die PDA hingegen wirkt länger.

Das Internet bietet eine Fülle an richtigen, aber auch falschen Informationen zur Schmerztherapien bei der Geburt sowie viele Horrorgeschichten. Diese führen zu Verunsicherung und können Ängste hervorrufen. In einem persönlichen Gespräch mit den Fachärzten der Gynäkologie und Anästhesie kann die werdende Mutter alle Fragen, Bedenken und Sorgen klären. Auch wer naturheilkundliche Maßnahmen in Anspruch nehmen möchte, sollte dies vorab besprechen. Nur wer diese Möglichkeiten wahrnimmt, kann für sich das beste Verfahren für die Geburt auswählen.

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Gefährliche Darminfekte bei Frühgeborenen

Nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden jedes Jahr weltweit 15 Millionen Babys zu früh geboren. In Deutschland sind es jährlich ca. 65 000. Diese Frühgeborenen oder so genannten Frühchen sind wegen des noch unterentwickelten Immunsystems anfälliger für Infektionskrankheiten und neigen häufig auch zu Entzündungen des Magen-Darmtraktes. Diese Infektionen können Schädigungen der Organe nach sich ziehen.

Behandelt werden kann diese Erkrankung mit Antibiotika oder einem chirurgischenEingriff, dem jedoch lebenslange Komplikationen folgen können.  Dass auch Muttermilch schützen kann, haben unlängst wissenschaftliche Studien belegt. Es stellte sich heraus, dass Frühgeborene, die mit Muttermilch ernährt werden, seltener an diesen Infektionen erkranken als Babys, die herkömmliche Säuglingsnahrung zu sich nehmen. Die herkömmliche Säuglingsnahrung unterscheidet sich von der Muttermilch dadurch, dass letztere spezielle Zuckermoleküle enthält, welche im Milchpulver nicht vorkommen. Nach Fetten und Lactose bilden sie den drittgrößten Anteil der menschlichen Muttermilch, und sie kommen in dieser Komplexität und Menge nur in der Muttermilch vor. Sie enthält zwischen fünf und 25 Gramm davon pro Liter.

Muttermilch schützt den Darm von Frühchen

Wissenschaftliche Studien haben nachgewiesen, dass diese natürlichen Zucker verschiedene gesundheitsfördernde Wirkungen auf Säuglinge haben. Sie sind präbiotisch, können das Risiko für Infektionskrankheiten wie Norovirus-Infektionen senken und fördern die neuronale Entwicklung der Neugeborenen. Zudem haben sie einen positiven Einfluss auf die Entwicklung des Immunsystems und die gesunde Entwicklung des Magen-Darmtraktes, was wiederum eine wichtige Rolle beim Schutz vor der gefährlichen Darmentzündungen bei Frühgeborenen spielt. In diesem Zusammenhang konnte nachgewiesen werden, dass manche Zuckermoleküle, die n der Muttermilch vorkommen, diese schädliche Darmerkrankung von Frühgeborenen abwenden können. Das bedeutet, dass vor allem gestillte Babys und Frühgeborene, die Muttermilch bekommen, von den positiven gesundheitlichen Auswirkungen dieser Zuckermoleküle profitieren können.Seit einigen Jahren gibt es jedoch auch eine künstlich hergestellte Babynahrung, die solche Zuckermoleküle enthält und nicht gestillten Babys damit einen guten Schutz bieten kann.

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Mutterliebe macht einfühlsamer

Oxytocin gilt als das „Bindungshormon“ bei Säugetieren und Menschen. Denn es stärkt Vertrauen und fördert soziale Bindungen. Es ist ein Hormon der Nähe, welches schon ganz früh in der menschlichen Entwicklung von entscheidender Bedeutung ist: Seine Produktion wird angekurbelt bei Blickkontakt, Mitgefühl oder angenehmen Berührungen. Forscher haben nun die Frage geklärt, ob das Verhalten der Mutter die Entwicklung des Oxytocin-Systems beim Säugling entscheidend beeinflussen kann. Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass viel mütterliche und väterliche Fürsorge den Anteil des Oxytocins bei Babys steigert. Kinder sind somit auf diese frühen, grundlegenden Kontakte zu Mutter und Vater angewiesen, die ihnen letztendlich erleichtern, sich mit anderen zu verbinden und zu beschäftigen.

Veränderungen in der DNA

So beobachteten die Wissenschaftler eine Spielsituation zwischen Müttern und ihren fünf Monate alten Kindern. „Beim diesem Besuch und etwa ein Jahr später, als das Kind 18 Monate alt war, haben wir sowohl bei der Mutter als auch beim Säugling Speichel gesammelt. Um die Werte des Oxytocins zu untersuchen, haben wir uns das sogenannte Oxytocin-Rezeptorgen genauer angeschaut. Der Oxytocin-Rezeptor ist unerlässlich, damit das Hormon Oxytocin seine Wirkung entfalten kann.“, erklärt Kathleen Krol. Sie hat die Studie gemeinsam mit Tobias Grossmann am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig durchgeführt und arbeitet nun in Connellys Labor an der Universität.

„Wir konnten nachweisen, dass sich sogar in der DNA der Säuglinge Veränderungen ergeben hatten durch die Qualität des mütterlichen Engagements. Haben sich Mütter beim Spielen mit ihren Kindern besonders eingesetzt und gekümmert, zeigte sich dies ein Jahr später am Oxytocin-Spiegel. Ein höheres mütterliches Engagement hat also das Potenzial, den Anteil des Oxytocins bei ihren Kindern zu steigern.“, erklärt die Wissenschaftlerin.

Ob sich diese höheren Werte auch im späteren Leben erhalten, ist allerdings noch nicht geklärt. Dazu müssten die Kinder über Jahre bis ins Erwachsenenleben hinein immer wieder getestet werden.