Category : Allgemein

Impfen

Welche Impfungen nötig sind

Allzu viel Zeit haben Eltern nicht, wenn sie ihr Baby gegen bedrohliche Krankheiten immunisieren lassen möchten. Die erste Impfung steht schon im Alter von sechs Wochen an.

Die Liste möglicher Krankheitskeime ist recht lang, mit denen sich ein Baby anstecken kann. Einige davon sind sehr gefährlich fürs Kind. Deshalb ist es sinnvoll und nötig, seinem Nachwuchs den perfekten Schutz gegen diese Erreger angedeihen zu lassen. Die heutigen Impfstoffe sind überdies so sicher, dass dem Baby damit kein Schaden zugefügt werden kann. Manche Eltern sind allerdings ängstlich, wenn es um Impfungen für ihr Kind geht. In der relativ kurzen Zeitspanne, die ihnen von der Geburt an bis zur ersten Immunisierung bleibt, sollten sie sich bei seriösen Quellen über alle Aspekte der Impfung informieren.

Und dann geht’s schon los mit der ersten Impfung

Das ist die Grundimmunisierung gegen Rotaviren. Diese Erreger können schwere Magen-Darminfektionen auslösen. Mit dieser Impfung, die zwei- bis dreimal im Abstand von jeweils vier Wochen aufgefrischt wird, ist das Baby sicher vor den Viren. Nach zwei Monaten folgt eine große Impfung. Es handelt sich um einen sogenannten Sechsfach-Impfstoff gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Hib, Kinderlähmung und Hepatitis B. Bei der Impfung gegen Hib handelt es sich um einen wichtigen Schutz vor Bakterien, die eine Hirnhautentzündung oder Lungenentzündung nach sich ziehen können. Bis zur Einführung der Impfung waren diese Keime sehr gefürchtet. Sie befallen bevorzugt Kinder bis zum fünften Lebensjahr.

Bei der Hepatitis B handelt es sich um Erreger, welche die Leber angreifen. Diphterie gehörte früher ebenfalls zu den gefürchteten Erkrankungen. Bakterien lösen dabei Halsweh, Schluckbeschwerden und Fieber aus. Die Krankheit kann sogar lebensgefährlich werden. Tetanus-Erreger gehören ebenfalls zu den Killerkeimen. Eine Impfung dagegen kann wie eine Lebensversicherung sein.

Auffrischungsimpfung

Im Alter von drei Monaten folgen die Auffrischungs- Impfungen gegen die letztgenannten Erkrankungen. Auch eine Impfung gegen Pneumokokken ist sinnvoll. Diese Erreger befallen die Lunge. Oft wird gegen Pneumokokken schon im zweiten Lebensmonat geimpft. Mit vier bis fünf Monaten folgt die zweite Impfung gegen Pneumokokken, außerdem eine weitere Auffrischungsimpfung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Hib, Kinderlähmung und Hepatitis B. Dann ist erstmal Ruhe. Die Impfstoffe haben jetzt Zeit, das Immunsystem des Kindes gegen all diese Erkrankungen zu stärken. Erst etwa mit dem ersten Geburtstag des Kindes wird erneut aufgefrischt mit dem Sechsfach-Impfstoff.

Ab dem 1. Lebensjahr

Mit Vollendung des ersten Lebensjahres können die Kinder zudem gegen Meningokokken geimpft werden. Auch die Impfung gegen Masern. Mumps und Röteln wird im Alter von 11 bis 14 Monaten begonnen, ebenso wie eine Windpocken-Impfung. Wer eine oder mehrere Impfungen verpasst hat, kann sie jederzeit nachholen. Die Gabe der Impfstoffe ist nicht an ein bestimmtes Alter gebunden. So ist es kein Problem, den Sechsfach-Impfstoff etwa Ende des ersten oder im zweiten Lebensjahr des Kindes zu geben.

Neueste Impf-Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (StiKo) gehen dahin, die Anzahl der Auffrischungs-Impfungen beim Sechsfach-Impfstoff zu reduzieren. Das senkt den Aufwand für die Eltern und den Arzt, denn eine Auffrischungs-Impfung wird damit ausgelassen. Allerdings ist es dafür nötig, das Kind sehr frühzeitig impfen zu lassen und bestimmte Abstände beim Auffrischen möglichst genau einzuhalten. Bei Fragen hierzu am besten an den Kinderarzt wenden.

Auch gegen Grippe impfen lassen?

Babys werden normalerweise nicht gegen Grippe (Influenza) geimpft. Hat sich die Mama kurz vor der Geburt dagegen piksen lassen, ist das Kind automatisch für eine gewisse Zeit mitgeschützt. Grundsätzlich spricht aber auch nichts gegen eine Grippeimpfung fürs Baby – vor allem, wenn es Vorerkrankungen hat, die einen schwereren Verlauf einer Grippe befürchten lassen. Dabei darf aber nicht jeder Impfstoff zum Einsatz kommen. Der Kinderarzt weiß mehr darüber.

Nahrungsmittel

Was Ihr Baby nicht verträgt

Im ersten Lebensjahr heißt es Vorsicht beim Füttern: Längst nicht jedes Nahrungsmittel ist für Babys geeignet.

Gut, dass es Mutter- und Ersatzmilch gibt. Weil das Baby im ersten halben Jahr praktisch nichts anderes zu sich nimmt, müssen sich die Eltern keine Gedanken über andere Lebensmittel für ihr Kind machen. Erst danach beginnt die Zeit der Beikost und später auch weiterer Lebensmittel, die das Kind dann bei gemeinsamen Mahlzeiten zu sich nimmt. Fertige Beikost aus dem Supermarkt enthält keinerlei bedenkliche Substanzen, so dass sich Mutter und Vater auch hierbei keine Sorgen zu machen brauchen.

Selber Kochen

Nur wenn sie selber Beikost produzieren, sollten sie auf diese Einschränkungen achten: Kuhmilch und Produkte aus Kuhmilch wie Joghurt sind zwar nicht unmittelbar gefährlich. Babys und Kleinkinder bis etwa zum zehnten Lebensmonat vertragen sie aber nicht gut. Denn Kuhmilch ist für sie schwerverdaulich, wegen ihres hohen Eiweißgehaltes werden auch die Nieren stark belastet. Wer ein schon etwas älteres Kleinkind hat, kann aber gern mal einen Versuch mit einem Fläschchen Kuhmilch (1,5 Prozent Fettgehalt) machen. Verträgt das Kind die Milch ohne Magenschmerzen und starke Blubbergeräusche im Bauch, ist alles ok.

Rohmilch & Co.

Vorsicht vor allem bei Rohmilch und Produkten wie Käse aus Rohmilch. Darin können in selteneren Fällen sogenannte Listerien enthalten sein. Diese Bakterien führen zu Durchfall, Erbrechen und Fieber. Hartkäse enthält keine Listerien, geriebener Parmesan etwa kann durchaus über die Nudeln gestreut werden. Auf dem Etikett des Lebensmittels steht, ob es aus Rohmilch hergestellt wurde. Dass Kinder kein rohes Fleisch oder rohen Fisch essen sollten, versteht sich fast von selbst. Sonst können Bakterien wie Salmonellen darin stecken, die schwere Magen- Darminfekte auslösen. Auch Fleisch aus der Pfanne sollte immer gut durchgebraten sein. Medium-Steaks etwa sind nichts fürs Kind.

Bakterien

Vorsicht auch bei rohem Fisch etwa im Sushi. Babys und Kleinkinder sollten davon nicht probieren wegen möglicher Bakterienbelastung. Rohe Eier sind aus demselben Grund tabu. Selbst in einem weichgekochten Ei können Keime wie Salmonellen überleben. Deshalb nur hartgekochte oder gebratene Eier geben. Eier in Backwaren sind unbedenklich. Die hohen Temperaturen im Backofen töten alle Bakterien ab. Das Baby den Löffel mit Honig abschlecken zu lassen, ist auch keine gute Idee. Gelegentlich tauchen im Honig sogenannte Botulinus-Bakterien auf, gegen die das Immunsystem des Kindes nichts ausrichten kann. Die mögliche Folge ist eine schwere Infektion mit Vergiftung und Lähmungen. Ältere Kinder und Erwachsene müssen diese Keime nicht fürchten. Ihr Immunsystem tötet sie zuverlässig ab.

Gewürze

Stark Gesalzenes ist ebenfalls nichts für Kleinkinder, auch allzu Süßes vertragen sie oft nicht gut. Deshalb sparsam sein mit solchen Geschmacksstoffen. Starke Gewürze wie Pfeffer ganz weglassen. Nüsse in gemahlener Form sind kein Problem, als Ganzes sollten sie aber wie auch größere Früchte (Beeren) nicht gegeben werden. Die Gefahr sich zu verschlucken, wäre zu groß. Alkoholisches in jeglicher Form ist selbstverständlich tabu. Dazu gehören vor allem auch Lebensmittel, die mit Alkohol zubereitet werden, etwa die Nachspeise Tiramisu.

Heuschnupfen

Hatschi! Schnupfen oder Allergie?

Laufende Nase, tränende Augen,… bis in den Herbst hinein können auch Allergien hinter Niesattacken stecken.

Sonne am Himmel, laue Lüfte. Da denkt kaum jemand an eine Erkältung. Trotzdem verschwinden Schnupfenviren nie ganz, weshalb man sich in jeder Jahreszeit einen Infekt einfangen kann. Babys allerdings passiert das nicht so häufig. Bis zum fünften Lebensmonat wirkt noch der sogenannte Nestschutz der Mutter. Dabei handelt es sich um Antikörper im Blut, die Krankheitskeime bekämpfen und so eine Erkältung verhindern. Vollständig ist der Schutz aber nicht, schließlich umschwirren uns Abertausende unterschiedlicher Erkältungsviren.

Die Nase läuft

Wenn die Nase des jungen Erdenbürgers läuft und heftiges Niesen einsetzt, beginnen die Sorgen. Meistens verläuft eine Erkältung gerade in wärmeren Jahreszeiten aber komplikationslos. Die Eltern müssen nicht viel dagegen unternehmen. Sicherheitshalber zum Arzt gehen, um die Bronchien abhören zu lassen – das sollte schon sein. Ansonsten reicht es, die austretenden Sekrete wegzuwischen, das Kind bequem zu lagern, so dass es bei Bedarf leichter abhusten kann.

Schleimhäute befeuchten

Wenn die Nase sehr verstopft ist, helfen Kochsalzlösung Kochsalzlösungen. Ein, zwei Tröpfchen davon in jedes Nasenloch sorgen für eine bessere Befeuchtung der Schleimhäute in der Nase, Verkrustungen lösen sich leichter. Mit Hilfe von Absaugpipetten lassen sich Sekrete aus der Nase entfernen. Dabei aber vorsichtig vorgehen, damit es im empfindlichen Innenraum der Nase nicht zu Verletzungen kommt.

Wann zum Arzt

Sind die Schleimhäute stark geschwollen, nutzen solche Pipetten nichts. Dann heißt es abwarten und dem Kind viel zu trinken geben. Bekommt es Fieber, auf jeden Fall noch mal zum Kinderarzt gehen, um weiter gehende Infektionen etwa in den Bronchien, Nasennebenhöhlen oder Mittelohrentzündungen rechtzeitig zu erkennen. Bei einer Mittelohrentzündung klagt das Kind ohnehin über starke Schmerzen und braucht sehr schnell eine Behandlung.

Was aber, wenn es gar keine Erkältung ist?

Solange die Pflanzenblüte nicht zu Ende ist, schweben viele Pollen in der Luft – unter anderem Gräserpollen, auf die besonders viele Menschen allergisch reagieren, das dauert bis in den Herbst hnein. Das löst dann schnupfenähnliche Symptome aus. Die Nase läuft, die Schleimhäute sind angeschwollen. Auch Asthma kann auftreten. Bei einer Pollenallergie sind fast immer aber auch die Augen gerötet und jucken, Husten stellt sich nur selten ein. Das unterscheidet einen Heuschnupfen von einer Erkältung. Der Kinderarzt kann das genau ermitteln. Bei Babys tritt eine Pollenallergie allerdings nur selten auf, weil ihr Immunsystem in der Regel noch nicht ausgereift genug ist, um solch starke Abwehrreaktionen auszulösen. Denn die Symptome eines Heuschnupfens sind die Folge einer übereifrigen Immunabwehr.

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So zeigt sich eine Immunschwäche

Bei Säuglingen und Kleinkindern sind acht bis zwölf Infektionen pro Jahr kein Grund zur Sorge. Auch Schulkinder können bis zu achtmal im Jahr eine Erkältung haben, ohne dass sie unter einer Immunschwäche leiden. „Wenn diese aber sehr lang anhalten und häufig mit Komplikationen verbunden sind, sollten Eltern mit dem Kinder- und Jugendarzt darüber sprechen“, rät Dr. Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Auch wenn Nebenhöhlenentzündungen, Ohrentzündungen oder Durchfall wiederholt auftreten und langwierig sind, kann dies ein Hinweis auf eine Immunschwäche sein.

Folgende Warnzeichen können bei Kindern auf einen Immundefekt hindeuten;

  • Zwei oder mehrere Lungenentzündungen innerhalb eines Jahres.
  • 4 oder mehr Infektionen im Ohr innerhalb eines Jahres.
  • Belegte Zunge oder Entzündung der Schleimhäute über einen längeren Zeitraum und hartnäckige Pilzbeläge im Mund.
  • Unzureichende Gewichtszunahme oder Beeinträchtigungen im Wachstum.
  • Vorbelastung durch primäre Immunmangel-Erkrankungen in der Familie.
  • Notwendigkeit einer Antibiotikabehandlung (Infusion) zur Bekämpfung von Infektionen.
  • Antibiotikagaben über 2 Monate oder länger ohne erkennbaren Erfolg.
  • Zwei oder mehrere ernsthafte Entzündungen der Nebenhöhlen innerhalb eines Jahres.
  • Häufig auftretende und tiefsitzende Haut- oder Organabszesse sowie hartnäckige Pilzbeläge auf der Haut oder den Nägeln.
  • Zwei oder mehrere innere Infektionen (z. B. Hirnhautentzündung), einschließlich Sepsis (Blutvergiftung).

Weiterhin können in Zusammenhang mit Immundefekten Impfkomplikationen bei Lebendimpfungen stehen. Auch wiederkehrende, ausgedehnte Infektionen des Organismus mit sogenannten atypischen Mykobakterien sind möglicherweise ein Hinweis. Speziell bei Säuglingen kann eine unklare chronische Rötung am ganzen Körper, insbesondere an Handflächen und Fußsohlen, ein Hinweis auf einen Immundefekt sein.

„Insgesamt sollten Eltern nicht vergessen, dass Immundefekte sehr selten sind“. so Dr. Pegeler. Schätzungen gehen hierzulande davon aus, dass 1 Mensch unter 34.000 einen Immundefekt aufweist. Die vermehrte Häufigkeit von unkomplizierten viralen Infektionen ist kein Hinweis, insbesondere dann nicht, wenn das Kind in einer Kindertageseinrichtung betreut wird. Ernster zu nehmen sind übermäßig häufige bakterielle Infekte. Immundefekte weisen zudem in der Regel besondere, „atypische“ Verläufe bei sonst in der Regel harmlosen Infektionen auf und neigen dazu, chronisch zu werden. „Diese gilt es zu erkennen und mit dem Kinder- und Jugendarzt zu besprechen“, so Dr. Fegeler.

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Wenn zu wenig Tränen fließen

Ein blockierter Tränengang tritt häufig beim Baby auf. In den meisten Fällen öffnet er sich von alleine oder mit Massage. Wenn aber keine Besserung in den ersten sechs bis zwölf Monaten erfolgt, kann u.a. eine Spülung oder Sondierung des Tränenwegs erforderlich sein.

Je häufiger Entzündungen auftreten, desto eher kann ein Eingriff sinnvoll sein. Länger bestehende Störungen des Tränenflusses bergen neben möglichen Augenschäden durch Infektionen zudem das Risiko, dass das betroffene Auge eine Schwachsichtigkeit entwickelt. „Durch eine tägliche Massage des Tränensacks können Eltern die Öffnung des Tränenkanals fördern. Dabei sollten sie etwa drei- bis viermal täglich etwa zehnmal mit der Fingerkuppe des kleinen oder des Zeigefingers oder mit einem Wattestäbchen vom inneren Lidwinkel mit leichten Druck eine ausstreichende Bewegung zur Nase hin machen“, rät Dr. Monika Niehaus vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. „Am besten lassen sich Eltern die Massagetechnik vom Kinder- oder Augenarzt zeigen. Zum Beseitigen von Krusten um das Auge sollten Eltern saubere Wattebällchen benutzen, die sie in warmes Wasser getaucht haben. Es empfiehlt sich, die Augen von innen – nahe der Nase – nach außen zu säubern“, so Dr. Niehaus. Antibiotische Augentropfen verschreibt der Arzt eventuell bei Entzündungen.

Tränen halten die Augen gesund

Tränen helfen, die Augen gesund zu halten, indem sie sie befeuchten und mit Sauerstoff versorgen. Sie schützen die Augen, indem sie ihre Oberfläche mit natürlichen Antibiotika beschichten und irritierende oder schädliche Substanzen wegwaschen. Reibt sich das Baby ständig die Augen, tränen die Augen übermäßig oder entwickeln einen Ausfluss, sind die Augen oder Wimpern nach dem Schlafen verklebt, die Tränensäcke geschwollen, können dies Hinweise auf einen verstopften Tränengang sein. Dann sind meist die Tränenkanäle noch nicht voll entwickelt oder zu eng. Bemerken Eltern Probleme am Auge, sollte ein Kinder- und Jugendarzt bzw. auf Kinder spezialisierter Augenarzt das Baby gründlich untersuchen, um sicherzustellen, dass keine anderen Ursachen vorliegen, etwa eine Bindehautentzündung.

Etwa 70 Prozent der Säuglinge kommen mit blockiertem Tränengang zur Welt, doch bei den meisten öffnet er sich unbemerkt bis zur vierten Lebenswoche.

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Mit dem Säugling ins Flugzeug?

Ein bis zu sechs Wochen alter Säugling sollte nur in Ausnahmefällen ins Flugzeug, da seine Lunge eventuell noch nicht vollständig entwickelt ist. „Auch wenn ein Baby unter chronischen Herz- oder Lungenproblemen oder einem Atemwegsinfekt leidet, sollte es nur nach Konsultation des Kinder- und Jugendarztes fliegen. Denn in der Kabine ist die Sauerstoffsättigung geringer als auf dem Boden“, sagt Prof. Hans-Jürgen Nentwich vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Aber auch Kleinkinder bis zum Vorschulalter sind durch Flüge hochbelastet wegen Druck- und Sauerstoffschwankungen, sehr lauten Geräuschen und Änderung des Schlafrhythmus.

Druckausgleich funktioniert noch nicht richtig

Hat ein Kind zwei Wochen vor der Flugreise eine Ohrinfektion oder Ohroperation durchgemacht, sollten Eltern ebenso die Flugfähigkeit mit ihrem Kinderarzt oder einem auf Kinder spezialisierten HNO-Arzt abklären. „Bei kleinen Kindern funktioniert der Druckausgleich über die eustachische Röhre noch nicht wie bei Erwachsenen. Sind die Gehörgänge nicht frei, gelingt dies schwer. Das kann starke Schmerzen verursachen und im Extremfall auch ein sogenanntes Barotrauma mit Verletzung des Trommelfells zur Folge haben“, so Prof. Nentwich. Gesunde kleine Kinder können nur durch ständiges Schlucken den Druck verringern. Säuglinge und Kleinkinder sollten beim Steig- und beim Sinkflug (Starten und Landen) nicht schlafen und in kurzen Abständen etwas zu trinken bekommen. Bei älteren Kindern kann ein Bonbon oder Kaugummi den Druckausgleich im Mittelohr erleichtern. Bei Bedarf kann der Kinder- und Jugendarzt bzw. der HNO-Arzt ein abschwellendes Nasenspray empfehlen.

Fernreisen mit Langstreckenflügen sind im Trend, doch sind tropische Ziele für kleine Kinder meist eine Herausforderung. Sie reagieren empfindlich auf veränderte Tagesabläufe, ungewohnte Nahrungsmittel, Hitze und Flüssigkeitsverluste. Ihre Körperkerntemperatur steigt im Vergleich zu Erwachsenen schneller an, und ihr Körper kann sich weniger gut selbst abkühlen. Für Kinder mit chronischen Krankheiten sind Reisen in tropische Länder darüber hinaus oft mit einer Verschlimmerung ihres Leidens verbunden. Darauf macht eine französische Studie aufmerksam.

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Immunhelfer von der Mutter

Babys kommen mit einem unreifen Immunsystem auf die Welt. Wissenschaftler nahmen bisher an, das Neugeborene beginne erst nach der Geburt mit der Anpassung an die vielen Bakterien seiner eigenen Darmflora. Schweizer Forscher haben nun an Mäusen herausgefunden, dass die Darmflora der Mutter bereits während der Schwangerschaft Babys für die mikrobielle Besiedlung nach der Geburt vorbereitet.

Bei der Geburt wechselt das Baby von der sterilen, geschützten Umgebung der Gebärmutter in eine Welt, in der es von Bakterien nur so wimmelt. Rasch nach der Geburt besiedeln Mikroorganismen alle Körperoberflächen. Schon nach wenigen Tagen befinden sich im Darm zehnmal so viele Bakterien wie Zellen im ganzen Körper.

Neugeborene Babys überleben diese plötzliche Welle von eindringenden Bakterien im Normalfall ohne Probleme. Doch noch immer sterben weltweit jährlich über sechs Millionen Kinder unter fünf Jahren, die meisten von ihnen in Folge von Darminfektionen und Mangelernährung. Das größte Problem nach der Geburt: Der Darm muss mit Mikroben besiedelt werden, ohne das Neugeborene zu infizieren, ohne eine starke Immunreaktion zu bewirken und ohne die Darm-Kapazität zur Aufnahme von Nährstoffen einzuschränken.

Ungefährliche Moleküle aus dem Darm

Die Forscher zeigen in ihrer aktuellen Arbeit, dass Moleküle der Bakterien, die im mütterlichen Darm leben, in den Körper der Mutter eindringen können. Sie werden über Antikörper, die in der Muttermilch enthalten sind, an das Kind weitergegeben. Diese bakteriellen Bestandteile sind ungefährlich, sie rufen keine Infektion hervor. Stattdessen stimulieren sie Zellen im Körper des Babys und wappnen dessen Immunsystem und Darm für den Moment nach der Geburt, wenn das Neugeborene selbst mit lebenden Bakterien im eigenen Darm umgehen muss.

„Für diese Arbeit haben wir Bakterien untersucht, die keine Krankheit verursachen. Aber mit großer Wahrscheinlichkeit gelten die Ergebnisse auch für gefährliche Krankheitserreger, gegen die sich das Neugeborene dann dank vorbereitetem Immunsystem besser wehren kann“, sagt Mathias Heikenwälder, einer der Studienleiter.

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Tipps bei Neurodermitis

Entzündete Hautstellen und ein fast ständiger Juckreiz: Die häufigsten Symptome der Neurodermitis sind quälend und treffen ausgerechnet Babys und Kleinkinder besonders häufig. Die Hauterkrankung beeinträchtigt den Alltag der Familien enorm und sollte daher so früh und so wirksam wie möglich behandelt werden. Dabei gilt es einiges zu beachten.

Neurodermitis früh erkennen

Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die in Schüben verläuft. Erste Symptome zeigen sich oft schon in den ersten Lebensmonaten. Bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum Ende des zweiten Lebensjahres treten die juckenden Hautveränderungen vor allem im Gesicht auf, aber auch an Oberkopf, Nacken, Rumpf und den Außenseiten der Arme und Beine. Im Vordergrund der Erkrankung steht der sehr starke Juckreiz, der die Kinder nicht zur Ruhe kommen lässt. Daher ist es wichtig, dass Eltern schon beim ersten Verdacht auf Neurodermitis einen auf Hautkrankheiten spezialisierten Kinderarzt  oder Hautarzt aufsuchen und eine angemessene Behandlung beginnen.

Wichtig ist das tägliche Eincremen mit einer pflegenden Basistherapie, um den Mangel an Fett und Feuchtigkeit auszugleichen. Im Fall eines Ekzemschubs muss zusätzlich eine antientzündliche Behandlung erfolgen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Haut bis ins Kleinkindalter hinein noch besonders dünn, empfindlich und somit anfällig für Nebenwirkungen ist. Daher werden Mittel mit Kortison, die beim akuten Schub sehr wirksam sind, vor allem bei sehr jungen Patienten nur in den ersten Tagen eingesetzt. Zur Weiterbehandlung empfehlen Ärzte so genannte Calcineurininhibitoren. Diese hemmen die Entzündung gezielt. und dürfen auch über einen längeren Zeitraum eingesetzt werden.

Eine Neurodermitis ist unberechenbar und kann immer wieder aufflammen. Die bekanntesten Auslöser für einen Schub sind Zigarettenrauch, Allergene, extreme Temperaturen, kratzende Kleidung und Stress. Praktische Tipps sowie Informationen zur Behandlung der Neurodermitis enthält die Broschüre „Neurodermitis – Grundlagen für eine erfolgreiche Behandlung“. Sie wurde mit finanzieller Unterstützung der LEO Pharma GmbH realisiert und kann kostenfrei postalisch oder im Internet angefordert werden: Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-neurodermitis-therapie.de.

Stressfalle

PSYCHOLOGIE – Wege aus der Stressfalle

So wunderbar die Zeit mit einem Baby meistens ist – es gibt auch weniger schöne Tage, an denen Eltern an ihre Grenzen kommen. Da hat jede Famlie ihre eigenen Probleme, denn jedes Kind ist anders. Es gibt die Sonnenscheinchen, die immer lachen, nachts schon meist durchschlafen, gesund sind und selten schreien. Andere Babys weinen oft, haben Bauchweh, sind ständig erkältet oder brüllen aus unerfindlichen Gründen und halten ihre Eltern auch nachts auf Trab. Das kostet natürlich Nerven. Aber nicht immer liegt’s am Nachwuchs, wenn sich Gefühle der Überforderung einschleichen. Denn auch Väter und Mütter haben ihre Schwachpunkte. Nicht jeder Mensch ist gleich belastbar. Und schon die normale Versorgung eines Babys oder Kleinkindes kann einen stark fordern.

Was soll ich bloß machen,

wenn sich jeder neue Tag vor mir auftürmt wie ein hoher Berg, den ich überwinden muss? Beschleichen einen solche Gefühle häufiger, sind sie tatsächlich ein Warnzeichen. Dann muss sich etwas ändern. Was aus der Stressfalle hilft:

Auf Perfektion verzichten.

Das Baby optimal zu versorgen und gleichzeitig die Wohnung spiegelblank zu wischen, ist zuviel des Guten. Der Haushalt darf ruhig mal vernachlässigt werden. Wer das Geld hat, sollte sich in der schwersten Zeit eine Putzhilfe ins Haus holen.

Hilfe annehmen.

Wenn die Mutter mal einspringen kann oder eine gute Freundin für ein paar Stunden, solche Angebote auf jeden Fall annehmen. Keine Sorge, dem Baby geht’s auch mit anderen lieben Menschen gut. In dieser Zeit bewusst etwas für sich tun, am besten außer Haus. Mal zum Friseur gehen, sich mit anderen treffen, durch die Stadt bummeln. Hauptsache, auf andere Gedanken kommen.

Die Arbeit neu aufteilen.

Auch wenn der Partner den ganzen Tag unterwegs ist und erst am frühen Abend heimkommt, sollte er ein paar Aufgaben übernehmen – zum Beispiel das Kind für eine Stunde betreuen, eine Mahlzeit zubereiten und es für die Nacht anziehen. Das schafft Entlastung und macht den Kopf etwas freier.

Wer es sich leisten kann

und ein Zimmer übrig hat, kann sich Hilfe aus dem Ausland holen: nämlich ein Aupair-Mädchen einstellen, das bei einem wohnt und viele Aufgaben rund um die Baby-Betreuung und den Haushalt übernimmt. Alternativ wäre auch ein bezahltes Kindermädchen von Nutzen, das mehrmals die Woche für ein paar Stunden solche Aufgaben übernimmt.

Wenn das Baby ständig weint und schreit,

erst mal über mögliche naheliegende Ursachen nachdenken: Hat es vielleicht einfach nur Hunger? Ist es in seiner Umgebung zu laut, und schläft es dadurch zu wenig? Oft lassen sich solche Probleme ganz leicht abstellen. Findet sich die Ursache nicht, hilft eine sogenannte Schrei-Ambulanz weiter. Schrei-Ambulanzen mit Ärzten und Psychologen finden sich in jeder größeren Stadt.

Nicht immer liegt’s am Baby.

Mütter und gelegentlich auch Väter geraten nach der Geburt nicht selten in eine seelische Schieflage, die als postnatale Depression bezeichnet wird. Viele Menschen sind ohnehin nicht sehr belastbar und waren auch vor der Schwangerschaft schon häufig ängstlich und bedrückt. Dann ist psychologische Hilfe dringend nötig.

Beratungsstellen,

die es überall in Deutschland gibt, helfen einem aus Krisensituationen heraus. Niemand sollte sich schämen, solche Hilfen anzunehmen. Im Gegenteil: Den Mut aufzubringen, sich professionell helfen zu lassen, ist ein Zeichen von Stärke und darf einen ruhig ein bisschen stolz machen.

Kälteschutz

Gut eingepackt – Kälteschutz im Winter

An die frische Luft soll der Nachwuchs auch in der kälteren Jahreszeit. Kein Problem mit der richtigen Kleidung. Selbst wenn es kalt ist, sollte das Kind einmal am Tag im Freien sein. Eine Runde durch die Straßen oder den Park, zu entdecken gibt es immer was.

Aber ist das nicht gefährlich – einen Säugling Wind und Wetter auszusetzen?

Im Gegenteil, es hält ihn gesund und macht ihn robuster, wenn die Kleidung stimmt. Am besten ziehen die Eltern ihr Baby nach dem Zwiebelprinzip an. Das heißt: mehrere Schichten Kleidung übereinander. Über den Baumwoll-Body kommen Strumpfhose, Hose, Shirt oder Strampler. Eine warme Jacke oder bei richtiger Kälte ein Thermoanzug bilden den Abschluss. Warme Socken und Schühchen, Mütze, Schal und Handschuhe dürfen auch nicht fehlen. Ist das Kind zusätzlich im Fellsack des Kinderwagens eingepackt, kann es losgehen.

Vielleicht schon zu warm eingepackt?

Bei längeren Ausflügen zwischendurch immer mal kontrollieren, ob das Kind eventuell sogar zu warm angezogen ist. Dazu zwei Finger an seinen Nacken halten. Fühlt es sich dort heiß oder gar feuchtheiß an, eine Kleidungsschicht weglassen oder die dicke Jacke eventuell durch eine luftigere ersetzen. Ist der Nacken kühl, friert das Kind womöglich. Dann vielleicht eine Decke zusätzlich über das Kind legen und nachsehen, ob von unten die Kälte hochkriecht. Selbst bei Minusgraden ist ein Spaziergang für die Gesundheit des Kindes ungefährlich.

Ausnahmen

Die Ausnahme: Ist es schon erkältet, hat Fieber oder ist sonst wie krank, sollte es im Warmen bleiben. Dann kann scharfe Kälte sein ohnehin noch schwaches Immunsystem überfordern. Kinder mit einemleichten Schnupfen dürfen aber problemlos ins Freie, wenn es draußen deutlich über Null ist. Steht der Kinderwagen immer im Freien oder im eiskalten Hausflur, ist es fürs Kind angenehm, wenn er vor dem Spaziergang angewärmt wird. Das klappt gut mit einer Wärmflasche. Fünf Minuten in den Fellsack legen, dann herausnehmen und das Kind hineinlegen. Die angenehme Wärme wird es einem mit einem zufriedenen Lächeln danken.

Dürfen auch Neugeborene raus?

Ängstlich fragen sich das viele frischgebackene Eltern. Die Antwort: ja. Aber nur, wenn es draußen nicht zu kalt ist. Ist der Säugling erst ein paar Tage oder Wochen alt, kann er die Körpertemperatur noch nicht gut halten. Bei eisigem Wind oder allgemein strengem Frost sollten Neugeborene daher zu Hause bleiben. Ist es draußen aber um die fünf Grad oder wärmer und gleichzeitig nicht zu windig, spricht nichts gegen einen kurzen Abstecher ins Freie.