Category : Allgemein

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So zeigt sich eine Immunschwäche

Bei Säuglingen und Kleinkindern sind acht bis zwölf Infektionen pro Jahr kein Grund zur Sorge. Auch Schulkinder können bis zu achtmal im Jahr eine Erkältung haben, ohne dass sie unter einer Immunschwäche leiden. „Wenn diese aber sehr lang anhalten und häufig mit Komplikationen verbunden sind, sollten Eltern mit dem Kinder- und Jugendarzt darüber sprechen“, rät Dr. Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Auch wenn Nebenhöhlenentzündungen, Ohrentzündungen oder Durchfall wiederholt auftreten und langwierig sind, kann dies ein Hinweis auf eine Immunschwäche sein.

Folgende Warnzeichen können bei Kindern auf einen Immundefekt hindeuten;

  • Zwei oder mehrere Lungenentzündungen innerhalb eines Jahres.
  • 4 oder mehr Infektionen im Ohr innerhalb eines Jahres.
  • Belegte Zunge oder Entzündung der Schleimhäute über einen längeren Zeitraum und hartnäckige Pilzbeläge im Mund.
  • Unzureichende Gewichtszunahme oder Beeinträchtigungen im Wachstum.
  • Vorbelastung durch primäre Immunmangel-Erkrankungen in der Familie.
  • Notwendigkeit einer Antibiotikabehandlung (Infusion) zur Bekämpfung von Infektionen.
  • Antibiotikagaben über 2 Monate oder länger ohne erkennbaren Erfolg.
  • Zwei oder mehrere ernsthafte Entzündungen der Nebenhöhlen innerhalb eines Jahres.
  • Häufig auftretende und tiefsitzende Haut- oder Organabszesse sowie hartnäckige Pilzbeläge auf der Haut oder den Nägeln.
  • Zwei oder mehrere innere Infektionen (z. B. Hirnhautentzündung), einschließlich Sepsis (Blutvergiftung).

Weiterhin können in Zusammenhang mit Immundefekten Impfkomplikationen bei Lebendimpfungen stehen. Auch wiederkehrende, ausgedehnte Infektionen des Organismus mit sogenannten atypischen Mykobakterien sind möglicherweise ein Hinweis. Speziell bei Säuglingen kann eine unklare chronische Rötung am ganzen Körper, insbesondere an Handflächen und Fußsohlen, ein Hinweis auf einen Immundefekt sein.

„Insgesamt sollten Eltern nicht vergessen, dass Immundefekte sehr selten sind“. so Dr. Pegeler. Schätzungen gehen hierzulande davon aus, dass 1 Mensch unter 34.000 einen Immundefekt aufweist. Die vermehrte Häufigkeit von unkomplizierten viralen Infektionen ist kein Hinweis, insbesondere dann nicht, wenn das Kind in einer Kindertageseinrichtung betreut wird. Ernster zu nehmen sind übermäßig häufige bakterielle Infekte. Immundefekte weisen zudem in der Regel besondere, „atypische“ Verläufe bei sonst in der Regel harmlosen Infektionen auf und neigen dazu, chronisch zu werden. „Diese gilt es zu erkennen und mit dem Kinder- und Jugendarzt zu besprechen“, so Dr. Fegeler.

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Wenn zu wenig Tränen fließen

Ein blockierter Tränengang tritt häufig beim Baby auf. In den meisten Fällen öffnet er sich von alleine oder mit Massage. Wenn aber keine Besserung in den ersten sechs bis zwölf Monaten erfolgt, kann u.a. eine Spülung oder Sondierung des Tränenwegs erforderlich sein.

Je häufiger Entzündungen auftreten, desto eher kann ein Eingriff sinnvoll sein. Länger bestehende Störungen des Tränenflusses bergen neben möglichen Augenschäden durch Infektionen zudem das Risiko, dass das betroffene Auge eine Schwachsichtigkeit entwickelt. „Durch eine tägliche Massage des Tränensacks können Eltern die Öffnung des Tränenkanals fördern. Dabei sollten sie etwa drei- bis viermal täglich etwa zehnmal mit der Fingerkuppe des kleinen oder des Zeigefingers oder mit einem Wattestäbchen vom inneren Lidwinkel mit leichten Druck eine ausstreichende Bewegung zur Nase hin machen“, rät Dr. Monika Niehaus vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. „Am besten lassen sich Eltern die Massagetechnik vom Kinder- oder Augenarzt zeigen. Zum Beseitigen von Krusten um das Auge sollten Eltern saubere Wattebällchen benutzen, die sie in warmes Wasser getaucht haben. Es empfiehlt sich, die Augen von innen – nahe der Nase – nach außen zu säubern“, so Dr. Niehaus. Antibiotische Augentropfen verschreibt der Arzt eventuell bei Entzündungen.

Tränen halten die Augen gesund

Tränen helfen, die Augen gesund zu halten, indem sie sie befeuchten und mit Sauerstoff versorgen. Sie schützen die Augen, indem sie ihre Oberfläche mit natürlichen Antibiotika beschichten und irritierende oder schädliche Substanzen wegwaschen. Reibt sich das Baby ständig die Augen, tränen die Augen übermäßig oder entwickeln einen Ausfluss, sind die Augen oder Wimpern nach dem Schlafen verklebt, die Tränensäcke geschwollen, können dies Hinweise auf einen verstopften Tränengang sein. Dann sind meist die Tränenkanäle noch nicht voll entwickelt oder zu eng. Bemerken Eltern Probleme am Auge, sollte ein Kinder- und Jugendarzt bzw. auf Kinder spezialisierter Augenarzt das Baby gründlich untersuchen, um sicherzustellen, dass keine anderen Ursachen vorliegen, etwa eine Bindehautentzündung.

Etwa 70 Prozent der Säuglinge kommen mit blockiertem Tränengang zur Welt, doch bei den meisten öffnet er sich unbemerkt bis zur vierten Lebenswoche.

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Mit dem Säugling ins Flugzeug?

Ein bis zu sechs Wochen alter Säugling sollte nur in Ausnahmefällen ins Flugzeug, da seine Lunge eventuell noch nicht vollständig entwickelt ist. „Auch wenn ein Baby unter chronischen Herz- oder Lungenproblemen oder einem Atemwegsinfekt leidet, sollte es nur nach Konsultation des Kinder- und Jugendarztes fliegen. Denn in der Kabine ist die Sauerstoffsättigung geringer als auf dem Boden“, sagt Prof. Hans-Jürgen Nentwich vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Aber auch Kleinkinder bis zum Vorschulalter sind durch Flüge hochbelastet wegen Druck- und Sauerstoffschwankungen, sehr lauten Geräuschen und Änderung des Schlafrhythmus.

Druckausgleich funktioniert noch nicht richtig

Hat ein Kind zwei Wochen vor der Flugreise eine Ohrinfektion oder Ohroperation durchgemacht, sollten Eltern ebenso die Flugfähigkeit mit ihrem Kinderarzt oder einem auf Kinder spezialisierten HNO-Arzt abklären. „Bei kleinen Kindern funktioniert der Druckausgleich über die eustachische Röhre noch nicht wie bei Erwachsenen. Sind die Gehörgänge nicht frei, gelingt dies schwer. Das kann starke Schmerzen verursachen und im Extremfall auch ein sogenanntes Barotrauma mit Verletzung des Trommelfells zur Folge haben“, so Prof. Nentwich. Gesunde kleine Kinder können nur durch ständiges Schlucken den Druck verringern. Säuglinge und Kleinkinder sollten beim Steig- und beim Sinkflug (Starten und Landen) nicht schlafen und in kurzen Abständen etwas zu trinken bekommen. Bei älteren Kindern kann ein Bonbon oder Kaugummi den Druckausgleich im Mittelohr erleichtern. Bei Bedarf kann der Kinder- und Jugendarzt bzw. der HNO-Arzt ein abschwellendes Nasenspray empfehlen.

Fernreisen mit Langstreckenflügen sind im Trend, doch sind tropische Ziele für kleine Kinder meist eine Herausforderung. Sie reagieren empfindlich auf veränderte Tagesabläufe, ungewohnte Nahrungsmittel, Hitze und Flüssigkeitsverluste. Ihre Körperkerntemperatur steigt im Vergleich zu Erwachsenen schneller an, und ihr Körper kann sich weniger gut selbst abkühlen. Für Kinder mit chronischen Krankheiten sind Reisen in tropische Länder darüber hinaus oft mit einer Verschlimmerung ihres Leidens verbunden. Darauf macht eine französische Studie aufmerksam.

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Immunhelfer von der Mutter

Babys kommen mit einem unreifen Immunsystem auf die Welt. Wissenschaftler nahmen bisher an, das Neugeborene beginne erst nach der Geburt mit der Anpassung an die vielen Bakterien seiner eigenen Darmflora. Schweizer Forscher haben nun an Mäusen herausgefunden, dass die Darmflora der Mutter bereits während der Schwangerschaft Babys für die mikrobielle Besiedlung nach der Geburt vorbereitet.

Bei der Geburt wechselt das Baby von der sterilen, geschützten Umgebung der Gebärmutter in eine Welt, in der es von Bakterien nur so wimmelt. Rasch nach der Geburt besiedeln Mikroorganismen alle Körperoberflächen. Schon nach wenigen Tagen befinden sich im Darm zehnmal so viele Bakterien wie Zellen im ganzen Körper.

Neugeborene Babys überleben diese plötzliche Welle von eindringenden Bakterien im Normalfall ohne Probleme. Doch noch immer sterben weltweit jährlich über sechs Millionen Kinder unter fünf Jahren, die meisten von ihnen in Folge von Darminfektionen und Mangelernährung. Das größte Problem nach der Geburt: Der Darm muss mit Mikroben besiedelt werden, ohne das Neugeborene zu infizieren, ohne eine starke Immunreaktion zu bewirken und ohne die Darm-Kapazität zur Aufnahme von Nährstoffen einzuschränken.

Ungefährliche Moleküle aus dem Darm

Die Forscher zeigen in ihrer aktuellen Arbeit, dass Moleküle der Bakterien, die im mütterlichen Darm leben, in den Körper der Mutter eindringen können. Sie werden über Antikörper, die in der Muttermilch enthalten sind, an das Kind weitergegeben. Diese bakteriellen Bestandteile sind ungefährlich, sie rufen keine Infektion hervor. Stattdessen stimulieren sie Zellen im Körper des Babys und wappnen dessen Immunsystem und Darm für den Moment nach der Geburt, wenn das Neugeborene selbst mit lebenden Bakterien im eigenen Darm umgehen muss.

„Für diese Arbeit haben wir Bakterien untersucht, die keine Krankheit verursachen. Aber mit großer Wahrscheinlichkeit gelten die Ergebnisse auch für gefährliche Krankheitserreger, gegen die sich das Neugeborene dann dank vorbereitetem Immunsystem besser wehren kann“, sagt Mathias Heikenwälder, einer der Studienleiter.

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Tipps bei Neurodermitis

Entzündete Hautstellen und ein fast ständiger Juckreiz: Die häufigsten Symptome der Neurodermitis sind quälend und treffen ausgerechnet Babys und Kleinkinder besonders häufig. Die Hauterkrankung beeinträchtigt den Alltag der Familien enorm und sollte daher so früh und so wirksam wie möglich behandelt werden. Dabei gilt es einiges zu beachten.

Neurodermitis früh erkennen

Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die in Schüben verläuft. Erste Symptome zeigen sich oft schon in den ersten Lebensmonaten. Bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum Ende des zweiten Lebensjahres treten die juckenden Hautveränderungen vor allem im Gesicht auf, aber auch an Oberkopf, Nacken, Rumpf und den Außenseiten der Arme und Beine. Im Vordergrund der Erkrankung steht der sehr starke Juckreiz, der die Kinder nicht zur Ruhe kommen lässt. Daher ist es wichtig, dass Eltern schon beim ersten Verdacht auf Neurodermitis einen auf Hautkrankheiten spezialisierten Kinderarzt  oder Hautarzt aufsuchen und eine angemessene Behandlung beginnen.

Wichtig ist das tägliche Eincremen mit einer pflegenden Basistherapie, um den Mangel an Fett und Feuchtigkeit auszugleichen. Im Fall eines Ekzemschubs muss zusätzlich eine antientzündliche Behandlung erfolgen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Haut bis ins Kleinkindalter hinein noch besonders dünn, empfindlich und somit anfällig für Nebenwirkungen ist. Daher werden Mittel mit Kortison, die beim akuten Schub sehr wirksam sind, vor allem bei sehr jungen Patienten nur in den ersten Tagen eingesetzt. Zur Weiterbehandlung empfehlen Ärzte so genannte Calcineurininhibitoren. Diese hemmen die Entzündung gezielt. und dürfen auch über einen längeren Zeitraum eingesetzt werden.

Eine Neurodermitis ist unberechenbar und kann immer wieder aufflammen. Die bekanntesten Auslöser für einen Schub sind Zigarettenrauch, Allergene, extreme Temperaturen, kratzende Kleidung und Stress. Praktische Tipps sowie Informationen zur Behandlung der Neurodermitis enthält die Broschüre „Neurodermitis – Grundlagen für eine erfolgreiche Behandlung“. Sie wurde mit finanzieller Unterstützung der LEO Pharma GmbH realisiert und kann kostenfrei postalisch oder im Internet angefordert werden: Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-neurodermitis-therapie.de.

Stressfalle

PSYCHOLOGIE – Wege aus der Stressfalle

So wunderbar die Zeit mit einem Baby meistens ist – es gibt auch weniger schöne Tage, an denen Eltern an ihre Grenzen kommen. Da hat jede Famlie ihre eigenen Probleme, denn jedes Kind ist anders. Es gibt die Sonnenscheinchen, die immer lachen, nachts schon meist durchschlafen, gesund sind und selten schreien. Andere Babys weinen oft, haben Bauchweh, sind ständig erkältet oder brüllen aus unerfindlichen Gründen und halten ihre Eltern auch nachts auf Trab. Das kostet natürlich Nerven. Aber nicht immer liegt’s am Nachwuchs, wenn sich Gefühle der Überforderung einschleichen. Denn auch Väter und Mütter haben ihre Schwachpunkte. Nicht jeder Mensch ist gleich belastbar. Und schon die normale Versorgung eines Babys oder Kleinkindes kann einen stark fordern.

Was soll ich bloß machen,

wenn sich jeder neue Tag vor mir auftürmt wie ein hoher Berg, den ich überwinden muss? Beschleichen einen solche Gefühle häufiger, sind sie tatsächlich ein Warnzeichen. Dann muss sich etwas ändern. Was aus der Stressfalle hilft:

Auf Perfektion verzichten.

Das Baby optimal zu versorgen und gleichzeitig die Wohnung spiegelblank zu wischen, ist zuviel des Guten. Der Haushalt darf ruhig mal vernachlässigt werden. Wer das Geld hat, sollte sich in der schwersten Zeit eine Putzhilfe ins Haus holen.

Hilfe annehmen.

Wenn die Mutter mal einspringen kann oder eine gute Freundin für ein paar Stunden, solche Angebote auf jeden Fall annehmen. Keine Sorge, dem Baby geht’s auch mit anderen lieben Menschen gut. In dieser Zeit bewusst etwas für sich tun, am besten außer Haus. Mal zum Friseur gehen, sich mit anderen treffen, durch die Stadt bummeln. Hauptsache, auf andere Gedanken kommen.

Die Arbeit neu aufteilen.

Auch wenn der Partner den ganzen Tag unterwegs ist und erst am frühen Abend heimkommt, sollte er ein paar Aufgaben übernehmen – zum Beispiel das Kind für eine Stunde betreuen, eine Mahlzeit zubereiten und es für die Nacht anziehen. Das schafft Entlastung und macht den Kopf etwas freier.

Wer es sich leisten kann

und ein Zimmer übrig hat, kann sich Hilfe aus dem Ausland holen: nämlich ein Aupair-Mädchen einstellen, das bei einem wohnt und viele Aufgaben rund um die Baby-Betreuung und den Haushalt übernimmt. Alternativ wäre auch ein bezahltes Kindermädchen von Nutzen, das mehrmals die Woche für ein paar Stunden solche Aufgaben übernimmt.

Wenn das Baby ständig weint und schreit,

erst mal über mögliche naheliegende Ursachen nachdenken: Hat es vielleicht einfach nur Hunger? Ist es in seiner Umgebung zu laut, und schläft es dadurch zu wenig? Oft lassen sich solche Probleme ganz leicht abstellen. Findet sich die Ursache nicht, hilft eine sogenannte Schrei-Ambulanz weiter. Schrei-Ambulanzen mit Ärzten und Psychologen finden sich in jeder größeren Stadt.

Nicht immer liegt’s am Baby.

Mütter und gelegentlich auch Väter geraten nach der Geburt nicht selten in eine seelische Schieflage, die als postnatale Depression bezeichnet wird. Viele Menschen sind ohnehin nicht sehr belastbar und waren auch vor der Schwangerschaft schon häufig ängstlich und bedrückt. Dann ist psychologische Hilfe dringend nötig.

Beratungsstellen,

die es überall in Deutschland gibt, helfen einem aus Krisensituationen heraus. Niemand sollte sich schämen, solche Hilfen anzunehmen. Im Gegenteil: Den Mut aufzubringen, sich professionell helfen zu lassen, ist ein Zeichen von Stärke und darf einen ruhig ein bisschen stolz machen.

Kälteschutz

Gut eingepackt – Kälteschutz im Winter

An die frische Luft soll der Nachwuchs auch in der kälteren Jahreszeit. Kein Problem mit der richtigen Kleidung. Selbst wenn es kalt ist, sollte das Kind einmal am Tag im Freien sein. Eine Runde durch die Straßen oder den Park, zu entdecken gibt es immer was.

Aber ist das nicht gefährlich – einen Säugling Wind und Wetter auszusetzen?

Im Gegenteil, es hält ihn gesund und macht ihn robuster, wenn die Kleidung stimmt. Am besten ziehen die Eltern ihr Baby nach dem Zwiebelprinzip an. Das heißt: mehrere Schichten Kleidung übereinander. Über den Baumwoll-Body kommen Strumpfhose, Hose, Shirt oder Strampler. Eine warme Jacke oder bei richtiger Kälte ein Thermoanzug bilden den Abschluss. Warme Socken und Schühchen, Mütze, Schal und Handschuhe dürfen auch nicht fehlen. Ist das Kind zusätzlich im Fellsack des Kinderwagens eingepackt, kann es losgehen.

Vielleicht schon zu warm eingepackt?

Bei längeren Ausflügen zwischendurch immer mal kontrollieren, ob das Kind eventuell sogar zu warm angezogen ist. Dazu zwei Finger an seinen Nacken halten. Fühlt es sich dort heiß oder gar feuchtheiß an, eine Kleidungsschicht weglassen oder die dicke Jacke eventuell durch eine luftigere ersetzen. Ist der Nacken kühl, friert das Kind womöglich. Dann vielleicht eine Decke zusätzlich über das Kind legen und nachsehen, ob von unten die Kälte hochkriecht. Selbst bei Minusgraden ist ein Spaziergang für die Gesundheit des Kindes ungefährlich.

Ausnahmen

Die Ausnahme: Ist es schon erkältet, hat Fieber oder ist sonst wie krank, sollte es im Warmen bleiben. Dann kann scharfe Kälte sein ohnehin noch schwaches Immunsystem überfordern. Kinder mit einemleichten Schnupfen dürfen aber problemlos ins Freie, wenn es draußen deutlich über Null ist. Steht der Kinderwagen immer im Freien oder im eiskalten Hausflur, ist es fürs Kind angenehm, wenn er vor dem Spaziergang angewärmt wird. Das klappt gut mit einer Wärmflasche. Fünf Minuten in den Fellsack legen, dann herausnehmen und das Kind hineinlegen. Die angenehme Wärme wird es einem mit einem zufriedenen Lächeln danken.

Dürfen auch Neugeborene raus?

Ängstlich fragen sich das viele frischgebackene Eltern. Die Antwort: ja. Aber nur, wenn es draußen nicht zu kalt ist. Ist der Säugling erst ein paar Tage oder Wochen alt, kann er die Körpertemperatur noch nicht gut halten. Bei eisigem Wind oder allgemein strengem Frost sollten Neugeborene daher zu Hause bleiben. Ist es draußen aber um die fünf Grad oder wärmer und gleichzeitig nicht zu windig, spricht nichts gegen einen kurzen Abstecher ins Freie.

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Vorsicht bei zu niedriger Körpertemperatur

Eltern sollten den Kinder- und Jugendarzt aufsuchen, wenn ihr Baby eine niedrigere Temperatur hat, die nicht ansteigt, auch nachdem sie das Kind wärmer angezogen haben oder die Raumtemperatur erhöht haben. „Neben einer kalten Umgebung können auch Stoffwechselprobleme wie Unterzuckerung, oder Atemnot zu einer erniedrigten Körpertemperatur führen“, sagt Dr. Monika Niehaus vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). In sehr seltenen Fällen können schwerwiegende Infektionen von einer sinkenden Körpertemperatur begleitet sein, wie eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis). Diese Krankheiten können bei Säuglingen manchmal Fieber verursachen, in anderen Fällen führen sie gelegentlich aber auch zu einer erniedrigten Körpertemperatur. Sowohl Meningitis als auch Sepsis sind schwere, lebensbedrohliche Infektionen. „Eltern sollten sofort medizinische Hilfe holen, wenn ihr Baby eine zu niedrige oder hohe Körpertemperatur mit einer blassen, feuchten, fleckigen Haut und eventuell mit einem Hautausschlag entwickelt, sich das Baby schlecht füttern lässt, lethargisch wirkt, schnell atmet sowie kalte Hände und Füße hat“, warnt Dr. Niehaus.

Je jünger ein Kind, desto geringer ist seine Fähigkeit, seine Körpertemperatur zu regulieren

Neugeborene und insbesondere Frühgeborene reagieren besonders empfindlich auf Kälte. Ein entkleidetes Neugeborenes bei 23°C Zimmertemperatur entspricht einem entkleideten Erwachsenen bei 1°C. Säuglinge haben eine relativ große Körperoberfläche im Verhältnis zur Körpermasse. Sie besitzen wenig Unterhautfettgewebe, das isolierend wirkt, und sie können noch nicht richtig zittern, um Wärme zu erzeugen. Die sogenannte Thermoregulation verbessert sich zwar schnell in den ersten Lebensmonaten, aber Babys kühlen immer noch schneller aus als ältere Kinder oder Erwachsene.

„Eltern messen bei Auffälligkeiten am besten mehrmals über den Tag verteilt die Temperatur bei ihrem gesunden Baby. Dabei sollten sie immer die gleiche Methode wählen. Am exaktesten ist die rektale Temperaturmessung, das heißt über den Darmausgang. So bekommen Eltern ein Gefühl für die Körpertemperatur ihres Kindes“, empfiehlt Dr. Niehaus. Dabei können Eltern auch feststellen, dass je nach Aktivität (Bewegung lässt Temperatur steigen), Umgebungstemperatur und Tageszeit die Körpertemperatur um bis zu 0,5° C schwanken kann, wobei die Temperatur am Abend höher ist als am Morgen.

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Gesundes Stillen

Es ist wissenschaftlich gut belegt, dass das Stillen die Gesundheit von Mutter und Kind fördert. Langfristig gesehen sind gestillte Kinder im späteren Kindes- oder Erwachsenenalter deutlich seltener übergewichtig als nicht gestillte Säuglinge. Auch leiden sie seltener an Diabetes Typ 2. Bei den Müttern sinkt das Risiko für Krebserkrankungen der Brust, der Eierstöcke und der Gebärmutterschleimhaut sowie das Erkrankungsrisiko für Diabetes Typ 2. Die Stillförderung leistet damit einen wichtigen Beitrag zum gesunden Aufwachsen.

Rahmenbedingungen verbessern

Auf Initiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hat das internationale Forschungsvorhaben „Becoming Breastfeeding Friendly“ (BBF) daher die Rahmenbedingungen für das Stillen systematisch untersucht und Empfehlungen zur Verbesserung der Situation abgeleitet. Bundesministerin Julia Klöckner will möglichst viele der Empfehlungen in einer Nationalen Stillstrategie umsetzen. Ziel der neuen Nationalen Stillstrategie ist es, die Rahmenbedingungen für das Stillen zu verbessern, die Akzeptanz der Öffentlichkeit für das Stillen zu erhöhen, die Stillmotivation in Deutschland zu steigern und Frauen nach ihrem individuellen Bedarf beim Stillen zu unterstützen.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner: „Mein Anspruch ist es, eine ausgewogene Ernährung in allen Lebensphasen zu unterstützen. Die erste Zeit im Leben bildet dabei einen Schwerpunkt. Denn gesunde Ernährung von Anfang an ist entscheidend, um Übergewicht und späteren Folgeerkrankungen vorzubeugen. Das Stillen leistet hier einen wichtigen Beitrag. Es fördert kurz- und auch langfristig die Gesundheit des Kindes und auch der Mutter. Deshalb wollen wir mit der Erarbeitung der Nationalen Strategie gemeinsam die Rahmenbedingungen dafür verbessern.“

Wenn Mütter nicht stillen können oder wollen, sollten sie auf hochwertige Ersatzmilch zurückgreifen. Diese Milch kann schon beginnend mit der Geburt gegeben werden und liefert alle wichtigen Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente, die das Baby für ein gesundes Wachstum braucht. Ersatzmilch gibt es in mehreren Varianten für alle Altersstufen bis nach dem ersten Lebensjahr.

Dreitage-Fieber

Keine Bange beim Dreitage-Fieber  

Auf einmal glüht die Stirn, das Baby wirkt krank. Da machen sich die Eltern natürlich große Sorgen. Müssen sie aber nicht …

Wie aus dem Nichts ist das hohe Fieber plötzlich da. Auf bis zu 40 Grad kann die Körpertemperatur steigen, wenn ein Herpesvirus das Baby oder Kleinkind erwischt hat. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist hoch, fast jeder durchläuft diese Erkrankung im Kindesalter. Und natürlich wirkt das Ganze erst mal bedrohlich, schließlich ist die Stirn heiß, die Augen glänzen fiebrig. In seltenen Fällen kann es auch zu Fieberkrämpfen kommen. Weitere Symptome treten bei den meisten Kindern erst mal nicht auf.

Ab zum Kinderarzt

Trotzdem machen sich die Eltern große Sorgen um ihren Liebling und eilen mit ihm schleunigst zum Kinderarzt. Was auf jeden Fall richtig ist. Der Arzt untersucht das Kind auch, um schwerere Erkrankungen wie eine Influenza-Grippe auszuschließen. Eine ganz sichere Diagnose wird er zumindest am Anfang kaum stellen können. Erst nach drei bis vier Tagen ist die Sache klar. Dann fällt das Fieber nämlich so schnell, wie es gekommen ist. Und am Oberkörper zeigt sich ein roter Hautausschlag, hauptsächlich an Bauch und Rücken.

Keine eindeutigen Symptome

Das Seltsame an diesem Leiden: Die Symptome können auch ganz oder teilweise fehlen. Das heißt, der Hautausschlag bleibt aus. Oder das Fieber ist nicht so hoch. Manchmal treten aber auch mehr Symptome auf, etwa Erbrechen oder Durchfall. Der Rachen kann entzündet sein, mitunter sind auch die Lymphknoten am Hals geschwollen. Medikamente, die gegen die Erreger direkt wirken, gibt es nicht. Der Arzt kann aber fiebersenkende Mittel verschreiben, wenn die Körpertemperatur allzu heftig steigt oder gar Fieberkrämpfe auftreten – die nicht gefährlich sind und keine chronischen Schäden hinterlassen.

Ausreichend Flüssigkeit

Auch ohne Behandlung klingt die Erkrankung nach wenigen Tagen ab. Die Eltern müssen weiter nichts tun. Sie sollten aber dafür sorgen, dass ihr Kind genügend Flüssigkeit aufnimmt. Das ist wichtig, weil durch das hohe Fieber viel Körperflüssigkeit verdunstet. Wasser, verdünnte Tees oder Säfte auch mit Traubenzucker sind geeignet, wenn das Kind schon etwas älter ist. Babys brauchen häufiger als sonst die Mutterbrust oder das Milchfläschchen. Wenn das Kind partout nichts trinken will, mit ihm rasch zum Arzt gehen.

Keinen Appetit

Mag es nichts essen, ist das nicht schlimm. Nach ein paar Tagen kehrt der natürliche Appetit zurück, und der kleine Patient wird bald wieder zum Wonneproppen. Einen wirksamen Schutz vor der Erkrankung gibt es nicht. Die Erreger werden per Tröpfcheninfektion etwa beim Niesen übertragen. Das Kind kann sich im Prinzip also überall anstecken, wo sich Menschen aufhalten. Auch Erwachsene, die akut daran erkrankt sind, werden zum Überträger der Keime.

Die gute Nachricht: Wer die Infektion hinter sich hat, ist danach lebenslang immun gegen das Virus.