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Hendrik_Schwarzin

Tipps bei Neurodermitis

Entzündete Hautstellen und ein fast ständiger Juckreiz: Die häufigsten Symptome der Neurodermitis sind quälend und treffen ausgerechnet Babys und Kleinkinder besonders häufig. Die Hauterkrankung beeinträchtigt den Alltag der Familien enorm und sollte daher so früh und so wirksam wie möglich behandelt werden. Dabei gilt es einiges zu beachten.

Neurodermitis früh erkennen

Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die in Schüben verläuft. Erste Symptome zeigen sich oft schon in den ersten Lebensmonaten. Bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum Ende des zweiten Lebensjahres treten die juckenden Hautveränderungen vor allem im Gesicht auf, aber auch an Oberkopf, Nacken, Rumpf und den Außenseiten der Arme und Beine. Im Vordergrund der Erkrankung steht der sehr starke Juckreiz, der die Kinder nicht zur Ruhe kommen lässt. Daher ist es wichtig, dass Eltern schon beim ersten Verdacht auf Neurodermitis einen auf Hautkrankheiten spezialisierten Kinderarzt  oder Hautarzt aufsuchen und eine angemessene Behandlung beginnen.

Wichtig ist das tägliche Eincremen mit einer pflegenden Basistherapie, um den Mangel an Fett und Feuchtigkeit auszugleichen. Im Fall eines Ekzemschubs muss zusätzlich eine antientzündliche Behandlung erfolgen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Haut bis ins Kleinkindalter hinein noch besonders dünn, empfindlich und somit anfällig für Nebenwirkungen ist. Daher werden Mittel mit Kortison, die beim akuten Schub sehr wirksam sind, vor allem bei sehr jungen Patienten nur in den ersten Tagen eingesetzt. Zur Weiterbehandlung empfehlen Ärzte so genannte Calcineurininhibitoren. Diese hemmen die Entzündung gezielt. und dürfen auch über einen längeren Zeitraum eingesetzt werden.

Eine Neurodermitis ist unberechenbar und kann immer wieder aufflammen. Die bekanntesten Auslöser für einen Schub sind Zigarettenrauch, Allergene, extreme Temperaturen, kratzende Kleidung und Stress. Praktische Tipps sowie Informationen zur Behandlung der Neurodermitis enthält die Broschüre „Neurodermitis – Grundlagen für eine erfolgreiche Behandlung“. Sie wurde mit finanzieller Unterstützung der LEO Pharma GmbH realisiert und kann kostenfrei postalisch oder im Internet angefordert werden: Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-neurodermitis-therapie.de.

Stressfalle

PSYCHOLOGIE – Wege aus der Stressfalle

So wunderbar die Zeit mit einem Baby meistens ist – es gibt auch weniger schöne Tage, an denen Eltern an ihre Grenzen kommen. Da hat jede Famlie ihre eigenen Probleme, denn jedes Kind ist anders. Es gibt die Sonnenscheinchen, die immer lachen, nachts schon meist durchschlafen, gesund sind und selten schreien. Andere Babys weinen oft, haben Bauchweh, sind ständig erkältet oder brüllen aus unerfindlichen Gründen und halten ihre Eltern auch nachts auf Trab. Das kostet natürlich Nerven. Aber nicht immer liegt’s am Nachwuchs, wenn sich Gefühle der Überforderung einschleichen. Denn auch Väter und Mütter haben ihre Schwachpunkte. Nicht jeder Mensch ist gleich belastbar. Und schon die normale Versorgung eines Babys oder Kleinkindes kann einen stark fordern.

Was soll ich bloß machen,

wenn sich jeder neue Tag vor mir auftürmt wie ein hoher Berg, den ich überwinden muss? Beschleichen einen solche Gefühle häufiger, sind sie tatsächlich ein Warnzeichen. Dann muss sich etwas ändern. Was aus der Stressfalle hilft:

Auf Perfektion verzichten.

Das Baby optimal zu versorgen und gleichzeitig die Wohnung spiegelblank zu wischen, ist zuviel des Guten. Der Haushalt darf ruhig mal vernachlässigt werden. Wer das Geld hat, sollte sich in der schwersten Zeit eine Putzhilfe ins Haus holen.

Hilfe annehmen.

Wenn die Mutter mal einspringen kann oder eine gute Freundin für ein paar Stunden, solche Angebote auf jeden Fall annehmen. Keine Sorge, dem Baby geht’s auch mit anderen lieben Menschen gut. In dieser Zeit bewusst etwas für sich tun, am besten außer Haus. Mal zum Friseur gehen, sich mit anderen treffen, durch die Stadt bummeln. Hauptsache, auf andere Gedanken kommen.

Die Arbeit neu aufteilen.

Auch wenn der Partner den ganzen Tag unterwegs ist und erst am frühen Abend heimkommt, sollte er ein paar Aufgaben übernehmen – zum Beispiel das Kind für eine Stunde betreuen, eine Mahlzeit zubereiten und es für die Nacht anziehen. Das schafft Entlastung und macht den Kopf etwas freier.

Wer es sich leisten kann

und ein Zimmer übrig hat, kann sich Hilfe aus dem Ausland holen: nämlich ein Aupair-Mädchen einstellen, das bei einem wohnt und viele Aufgaben rund um die Baby-Betreuung und den Haushalt übernimmt. Alternativ wäre auch ein bezahltes Kindermädchen von Nutzen, das mehrmals die Woche für ein paar Stunden solche Aufgaben übernimmt.

Wenn das Baby ständig weint und schreit,

erst mal über mögliche naheliegende Ursachen nachdenken: Hat es vielleicht einfach nur Hunger? Ist es in seiner Umgebung zu laut, und schläft es dadurch zu wenig? Oft lassen sich solche Probleme ganz leicht abstellen. Findet sich die Ursache nicht, hilft eine sogenannte Schrei-Ambulanz weiter. Schrei-Ambulanzen mit Ärzten und Psychologen finden sich in jeder größeren Stadt.

Nicht immer liegt’s am Baby.

Mütter und gelegentlich auch Väter geraten nach der Geburt nicht selten in eine seelische Schieflage, die als postnatale Depression bezeichnet wird. Viele Menschen sind ohnehin nicht sehr belastbar und waren auch vor der Schwangerschaft schon häufig ängstlich und bedrückt. Dann ist psychologische Hilfe dringend nötig.

Beratungsstellen,

die es überall in Deutschland gibt, helfen einem aus Krisensituationen heraus. Niemand sollte sich schämen, solche Hilfen anzunehmen. Im Gegenteil: Den Mut aufzubringen, sich professionell helfen zu lassen, ist ein Zeichen von Stärke und darf einen ruhig ein bisschen stolz machen.

Kälteschutz

Gut eingepackt – Kälteschutz im Winter

An die frische Luft soll der Nachwuchs auch in der kälteren Jahreszeit. Kein Problem mit der richtigen Kleidung. Selbst wenn es kalt ist, sollte das Kind einmal am Tag im Freien sein. Eine Runde durch die Straßen oder den Park, zu entdecken gibt es immer was.

Aber ist das nicht gefährlich – einen Säugling Wind und Wetter auszusetzen?

Im Gegenteil, es hält ihn gesund und macht ihn robuster, wenn die Kleidung stimmt. Am besten ziehen die Eltern ihr Baby nach dem Zwiebelprinzip an. Das heißt: mehrere Schichten Kleidung übereinander. Über den Baumwoll-Body kommen Strumpfhose, Hose, Shirt oder Strampler. Eine warme Jacke oder bei richtiger Kälte ein Thermoanzug bilden den Abschluss. Warme Socken und Schühchen, Mütze, Schal und Handschuhe dürfen auch nicht fehlen. Ist das Kind zusätzlich im Fellsack des Kinderwagens eingepackt, kann es losgehen.

Vielleicht schon zu warm eingepackt?

Bei längeren Ausflügen zwischendurch immer mal kontrollieren, ob das Kind eventuell sogar zu warm angezogen ist. Dazu zwei Finger an seinen Nacken halten. Fühlt es sich dort heiß oder gar feuchtheiß an, eine Kleidungsschicht weglassen oder die dicke Jacke eventuell durch eine luftigere ersetzen. Ist der Nacken kühl, friert das Kind womöglich. Dann vielleicht eine Decke zusätzlich über das Kind legen und nachsehen, ob von unten die Kälte hochkriecht. Selbst bei Minusgraden ist ein Spaziergang für die Gesundheit des Kindes ungefährlich.

Ausnahmen

Die Ausnahme: Ist es schon erkältet, hat Fieber oder ist sonst wie krank, sollte es im Warmen bleiben. Dann kann scharfe Kälte sein ohnehin noch schwaches Immunsystem überfordern. Kinder mit einemleichten Schnupfen dürfen aber problemlos ins Freie, wenn es draußen deutlich über Null ist. Steht der Kinderwagen immer im Freien oder im eiskalten Hausflur, ist es fürs Kind angenehm, wenn er vor dem Spaziergang angewärmt wird. Das klappt gut mit einer Wärmflasche. Fünf Minuten in den Fellsack legen, dann herausnehmen und das Kind hineinlegen. Die angenehme Wärme wird es einem mit einem zufriedenen Lächeln danken.

Dürfen auch Neugeborene raus?

Ängstlich fragen sich das viele frischgebackene Eltern. Die Antwort: ja. Aber nur, wenn es draußen nicht zu kalt ist. Ist der Säugling erst ein paar Tage oder Wochen alt, kann er die Körpertemperatur noch nicht gut halten. Bei eisigem Wind oder allgemein strengem Frost sollten Neugeborene daher zu Hause bleiben. Ist es draußen aber um die fünf Grad oder wärmer und gleichzeitig nicht zu windig, spricht nichts gegen einen kurzen Abstecher ins Freie.

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Vorsicht bei zu niedriger Körpertemperatur

Eltern sollten den Kinder- und Jugendarzt aufsuchen, wenn ihr Baby eine niedrigere Temperatur hat, die nicht ansteigt, auch nachdem sie das Kind wärmer angezogen haben oder die Raumtemperatur erhöht haben. „Neben einer kalten Umgebung können auch Stoffwechselprobleme wie Unterzuckerung, oder Atemnot zu einer erniedrigten Körpertemperatur führen“, sagt Dr. Monika Niehaus vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). In sehr seltenen Fällen können schwerwiegende Infektionen von einer sinkenden Körpertemperatur begleitet sein, wie eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis). Diese Krankheiten können bei Säuglingen manchmal Fieber verursachen, in anderen Fällen führen sie gelegentlich aber auch zu einer erniedrigten Körpertemperatur. Sowohl Meningitis als auch Sepsis sind schwere, lebensbedrohliche Infektionen. „Eltern sollten sofort medizinische Hilfe holen, wenn ihr Baby eine zu niedrige oder hohe Körpertemperatur mit einer blassen, feuchten, fleckigen Haut und eventuell mit einem Hautausschlag entwickelt, sich das Baby schlecht füttern lässt, lethargisch wirkt, schnell atmet sowie kalte Hände und Füße hat“, warnt Dr. Niehaus.

Je jünger ein Kind, desto geringer ist seine Fähigkeit, seine Körpertemperatur zu regulieren

Neugeborene und insbesondere Frühgeborene reagieren besonders empfindlich auf Kälte. Ein entkleidetes Neugeborenes bei 23°C Zimmertemperatur entspricht einem entkleideten Erwachsenen bei 1°C. Säuglinge haben eine relativ große Körperoberfläche im Verhältnis zur Körpermasse. Sie besitzen wenig Unterhautfettgewebe, das isolierend wirkt, und sie können noch nicht richtig zittern, um Wärme zu erzeugen. Die sogenannte Thermoregulation verbessert sich zwar schnell in den ersten Lebensmonaten, aber Babys kühlen immer noch schneller aus als ältere Kinder oder Erwachsene.

„Eltern messen bei Auffälligkeiten am besten mehrmals über den Tag verteilt die Temperatur bei ihrem gesunden Baby. Dabei sollten sie immer die gleiche Methode wählen. Am exaktesten ist die rektale Temperaturmessung, das heißt über den Darmausgang. So bekommen Eltern ein Gefühl für die Körpertemperatur ihres Kindes“, empfiehlt Dr. Niehaus. Dabei können Eltern auch feststellen, dass je nach Aktivität (Bewegung lässt Temperatur steigen), Umgebungstemperatur und Tageszeit die Körpertemperatur um bis zu 0,5° C schwanken kann, wobei die Temperatur am Abend höher ist als am Morgen.

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Gesundes Stillen

Es ist wissenschaftlich gut belegt, dass das Stillen die Gesundheit von Mutter und Kind fördert. Langfristig gesehen sind gestillte Kinder im späteren Kindes- oder Erwachsenenalter deutlich seltener übergewichtig als nicht gestillte Säuglinge. Auch leiden sie seltener an Diabetes Typ 2. Bei den Müttern sinkt das Risiko für Krebserkrankungen der Brust, der Eierstöcke und der Gebärmutterschleimhaut sowie das Erkrankungsrisiko für Diabetes Typ 2. Die Stillförderung leistet damit einen wichtigen Beitrag zum gesunden Aufwachsen.

Rahmenbedingungen verbessern

Auf Initiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hat das internationale Forschungsvorhaben „Becoming Breastfeeding Friendly“ (BBF) daher die Rahmenbedingungen für das Stillen systematisch untersucht und Empfehlungen zur Verbesserung der Situation abgeleitet. Bundesministerin Julia Klöckner will möglichst viele der Empfehlungen in einer Nationalen Stillstrategie umsetzen. Ziel der neuen Nationalen Stillstrategie ist es, die Rahmenbedingungen für das Stillen zu verbessern, die Akzeptanz der Öffentlichkeit für das Stillen zu erhöhen, die Stillmotivation in Deutschland zu steigern und Frauen nach ihrem individuellen Bedarf beim Stillen zu unterstützen.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner: „Mein Anspruch ist es, eine ausgewogene Ernährung in allen Lebensphasen zu unterstützen. Die erste Zeit im Leben bildet dabei einen Schwerpunkt. Denn gesunde Ernährung von Anfang an ist entscheidend, um Übergewicht und späteren Folgeerkrankungen vorzubeugen. Das Stillen leistet hier einen wichtigen Beitrag. Es fördert kurz- und auch langfristig die Gesundheit des Kindes und auch der Mutter. Deshalb wollen wir mit der Erarbeitung der Nationalen Strategie gemeinsam die Rahmenbedingungen dafür verbessern.“

Wenn Mütter nicht stillen können oder wollen, sollten sie auf hochwertige Ersatzmilch zurückgreifen. Diese Milch kann schon beginnend mit der Geburt gegeben werden und liefert alle wichtigen Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente, die das Baby für ein gesundes Wachstum braucht. Ersatzmilch gibt es in mehreren Varianten für alle Altersstufen bis nach dem ersten Lebensjahr.

Dreitage-Fieber

Keine Bange beim Dreitage-Fieber  

Auf einmal glüht die Stirn, das Baby wirkt krank. Da machen sich die Eltern natürlich große Sorgen. Müssen sie aber nicht …

Wie aus dem Nichts ist das hohe Fieber plötzlich da. Auf bis zu 40 Grad kann die Körpertemperatur steigen, wenn ein Herpesvirus das Baby oder Kleinkind erwischt hat. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist hoch, fast jeder durchläuft diese Erkrankung im Kindesalter. Und natürlich wirkt das Ganze erst mal bedrohlich, schließlich ist die Stirn heiß, die Augen glänzen fiebrig. In seltenen Fällen kann es auch zu Fieberkrämpfen kommen. Weitere Symptome treten bei den meisten Kindern erst mal nicht auf.

Ab zum Kinderarzt

Trotzdem machen sich die Eltern große Sorgen um ihren Liebling und eilen mit ihm schleunigst zum Kinderarzt. Was auf jeden Fall richtig ist. Der Arzt untersucht das Kind auch, um schwerere Erkrankungen wie eine Influenza-Grippe auszuschließen. Eine ganz sichere Diagnose wird er zumindest am Anfang kaum stellen können. Erst nach drei bis vier Tagen ist die Sache klar. Dann fällt das Fieber nämlich so schnell, wie es gekommen ist. Und am Oberkörper zeigt sich ein roter Hautausschlag, hauptsächlich an Bauch und Rücken.

Keine eindeutigen Symptome

Das Seltsame an diesem Leiden: Die Symptome können auch ganz oder teilweise fehlen. Das heißt, der Hautausschlag bleibt aus. Oder das Fieber ist nicht so hoch. Manchmal treten aber auch mehr Symptome auf, etwa Erbrechen oder Durchfall. Der Rachen kann entzündet sein, mitunter sind auch die Lymphknoten am Hals geschwollen. Medikamente, die gegen die Erreger direkt wirken, gibt es nicht. Der Arzt kann aber fiebersenkende Mittel verschreiben, wenn die Körpertemperatur allzu heftig steigt oder gar Fieberkrämpfe auftreten – die nicht gefährlich sind und keine chronischen Schäden hinterlassen.

Ausreichend Flüssigkeit

Auch ohne Behandlung klingt die Erkrankung nach wenigen Tagen ab. Die Eltern müssen weiter nichts tun. Sie sollten aber dafür sorgen, dass ihr Kind genügend Flüssigkeit aufnimmt. Das ist wichtig, weil durch das hohe Fieber viel Körperflüssigkeit verdunstet. Wasser, verdünnte Tees oder Säfte auch mit Traubenzucker sind geeignet, wenn das Kind schon etwas älter ist. Babys brauchen häufiger als sonst die Mutterbrust oder das Milchfläschchen. Wenn das Kind partout nichts trinken will, mit ihm rasch zum Arzt gehen.

Keinen Appetit

Mag es nichts essen, ist das nicht schlimm. Nach ein paar Tagen kehrt der natürliche Appetit zurück, und der kleine Patient wird bald wieder zum Wonneproppen. Einen wirksamen Schutz vor der Erkrankung gibt es nicht. Die Erreger werden per Tröpfcheninfektion etwa beim Niesen übertragen. Das Kind kann sich im Prinzip also überall anstecken, wo sich Menschen aufhalten. Auch Erwachsene, die akut daran erkrankt sind, werden zum Überträger der Keime.

Die gute Nachricht: Wer die Infektion hinter sich hat, ist danach lebenslang immun gegen das Virus.

Abwehr stärken

Das fördert die Abwehrkräfte

Mamas Antikörper schützen das Neugeborene vor Krankheiten. Schnell aber bildet sich beim Baby ein eigenes Immunsystem. Wie es gestärkt werden kann.

Rosig und propper liegt es in seinem Bettchen: Ein gesundes Baby freut die Eltern, aber eigentlich ist das etwas ganz Natürliches. Denn schon im Mutterleib profitiert das Ungeborene vom Immunsystem seiner Mama, und diesen „Nestschutz“ übernimmt es nach der Geburt. Für einige Monate ist es nun weitgehend sicher vor Krankheitskeimen, denn Mamas Antikörper wehren alle gängigen Erreger ab. Gleichzeitig bildet es rasant ein eigenes Immunsystem aus.

Natürliche Abwehrschwäche

Allerdings kommt es Monate nach der Geburt zu einer Art natürlicher Abwehrschwäche. Denn der Nestschutz der Mutter wirkt nun nicht mehr, die körpereigenen Immunkräfte sind noch nicht auf der Höhe. Tatsächlich dauert es einige Jahre, bis ein kindliches Immunsystem ausgereift ist, sprich: gegen die am häufigsten vorkommenden Keime Antikörper hergestellt hat, die es vor Krankheiten bewahren.

Erreger haben noch leichtes Spiel

Sobald das Baby daher häufiger Kontakt hat etwa zu anderen Kindern wie Geschwistern oder Babys in der Krabbelgruppe, fängt es sich leicht mal einen Schnupfen ein. Auch Magen-Darminfekte, Husten oder Mittelohr-Entzündungen nehmen jetzt zu. Die Erreger haben noch leichtes Spiel, können das Immunsystem ohne Mühe austricksen. Das ist zum Teil von der Natur auch so erwünscht.

Lernen, zu unterscheiden

Eine Studie der Unis Hannover, Münster und Bonn hat gezeigt, dass ein zu starkes Immunsystem fürs Baby gefährlich wäre. Es würde sich dann auf zu viele Keime gleichzeitig stürzen, was schwere Entzündungsreaktionen auslösen könnte. Außerdem müssen die Abwehrkräfte lernen, harmlose von bedrohlichen Keimen zu unterscheiden. Das Immunsystem wird durch dieses Training mit jedem Tag schlauer. Deshalb sollten sich die Eltern keine Sorgen machen, wenn Babys Nase läuft oder andere Infekte auftreten. Schützen können sie es vor den Keimen ohnehin nicht. Das wäre auch nicht gut fürs Kind.

Trainingseffekt

Mediziner raten strikt davon ab, etwa Desinfektionsmittel in der Umgebung des Babys anzuwenden – außer wenn sich wirklich gefährliche Erreger in der Familie ausbreiten. Das Baby von anderen Kindern fernzuhalten, ist ebenfalls keine gute Idee. Denn durch den Kontakt mit anderen Menschen verstärkt sich der Trainingseffekt fürs Immunsystem. Wenn das Kind später in eine Kita kommt, gerät es wiederum mit einer Fülle neuer Keime in Kontakt.

Das führt fast zwangsläufig zu Infektionen, die aber ihren Sinn haben. Auch sie sorgen dafür, dass die Immunkräfte des Kindes immer ausgereifter und schlagkräftiger werden. Kann ich dem Immunschutz meines Babys zusätzlich auf die Sprünge helfen? Ja, über die Ernährung. In den ersten Monaten ist die Muttermilch sehr hilfreich. Sie enthält sogenannte Preobiotika. Das sind Zuckermoleküle, die die Entstehung einer gesunden Darmflora fördern.

Produzenten von Antikörpern

Der Darm gehört zu den wichtigsten Produzenten von Antikörpern. Ab dem sechsten Lebensmonat erhält das Baby außerdem Beikost. Ist sie gesund und ausgewogen, sorgen ihre Vitalstoffe und kräftigenden Substanzen für eine weitere Stärkung der Abwehrkräfte. Außerdem: keine Angst vor kühlen Winden.

Ein Baby oder Kleinkind sollte auch bei schlechterem Wetter vor die Tür kommen. Möglichst einmal am Tag eine Runde mit dem Kinderwagen drehen. Auch die wechselnden Temperaturen draußen sind ein gutes Training gegen Krankheiten.

Stillen - wie lange?

Wie lange soll ich stillen?

Das Kind anzulegen, schafft eine innige Beziehung zwischen Mutter und Säugling. Aber wie lange gestillt werden sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Ganz allein für sich entscheiden

Es ist ein großes Thema zwischen jungen Müttern. Die Still-Frage treibt auch deren Freundinnen und die Mütter um, so dass manch frischgebackene Mama etwas verwirrt aus diesen Diskussionen herausgeht. Dabei ist es im Grunde ganz einfach: Jede Mutter sollte ganz allein für sich entscheiden, wie lange sie stillen möchte.

Muttermilch erhält Schutzstoffe

Natürlich gibt es sinnvolle Empfehlungen von Experten. Diese besagen, dass ein Säugling mindestens ein halbes Jahr lang gestillt werden sollte, wenn das möglich ist. Denn mit der Muttermilch erhält das Kind auch Schutzstoffe, die es später möglicherweise vor Allergien und Übergewicht bewahren. Bei der Mutter sinkt durch längeres Stillen das Brustkrebs- und Diabetes-Risiko, wie Studien zeigen. Gute Gründe also, es zumindest mit dem Stillen zu versuchen.

Der richtige Zeitraum

Selbst wenn das Kind nur in den ersten Tagen nach der Geburt Muttermilch bekommt, soll dies nach Aussagen von Fachleuten schon helfen. Dann produziert seine Mama das sogenannte Kolostrum, die Neugeborenen-Milch. Sie ist besonders reichhaltig. Wenn es keine gesundheitlichen Probleme gibt, kann die Mutter ihr Kind auch über die empfohlene Mindestzeit von sechs Monaten hinaus stillen. Wenn sie mag, sogar ein Jahr lang oder länger.

Beikost

Allerdings sollte sie ab dem sechsten Monat Beikost zufüttern. Zunächst nur eine Mahlzeit täglich, später auch zwei Mahlzeiten. Je häufiger das Kind später feste Nahrung erhält, umso weniger wird es nach der Mutterbrust verlangen. Meist essen Kinder nach dem ersten Lebensjahr auch schon teilweise die Mahlzeiten der Erwachsenen mit, so dass sie nur noch wenig Bedarf an zusätzlicher Milchnahrung haben.

Probleme mit der Nahrungsaufnahme

Was ist, wenn ich mich schwer tue mit dem Stillen oder der Säugling Probleme mit der Nahrungsaufnahme hat? Grundsätzlich gilt: Stillen ist gut, aber keine Pflicht. Produziert die Mutter nicht genug eigene Milch, kann sie problemlos Fläschchenmilch zufüttern. Bekommt sie gesundheitliche Probleme durchs Stillen, etwa wiederholte Entzündungen an den Brustwarzen, kann sie auch komplett auf die Fläschchennahrung umschwenken. Denn diese ist sehr hochwertig und ein nahezu vollständiger Ersatz für die echte Muttermilch. Nicht wenige Frauen möchten auch einfach nicht stillen, aus welchen Gründen auch immer. Sie brauchen kein schlechtes Gewissen zu haben und sollten sich dafür auch nicht rechtfertigen müssen, wenn sie ihrem Kind vom ersten Tag an künstlichen Milchersatz geben.

Pre-Milch

Diese sogenannte Pre-Milch ähnelt sehr stark der Muttermilch und kann unbesorgt bis zum sechsten Monat und darüber hinaus gegeben werden. Hierbei ist aber auch wichtig, dass ab dem sechsten oder spätestens siebten Monat die Beikost ins Spiel kommt. Mit dieser Kombination bleibt das Kind gesund. Es erhält alle Nährstoffe, die es für eine gute Entwicklung braucht. Erst ab dem ersten Lebensjahr sollte ein Kind Kuhmilch trinken. Diese Milch hat einen hohen Eiweißgehalt, der die Nieren im Babyalter zu stark belasten würde.

„Zwiemilch“ geben

Eine Kombination aus Muttermilch und Fläschchen ist kein Problem. Wenn die Mama etwa nicht genug Milch bereitstellen kann, kann sie unbesorgt mit künstlicher Pre-Milch zufüttern. Auch wenn sie in der Öffentlichkeit nicht stillen möchte, ist das Fläschchen eine gute Alternative.

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Richtig stillen – so geht’s

Stillen bietet für Säuglinge und Mütter viele Vorteile: Mit der Muttermilch erhält das Baby alle wichtigen Nährstoffe in der richtigen Qualität und Menge, die es für eine gesunde Entwicklung braucht.

Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, betont: „Muttermilch enthält besondere Abwehr- und Schutzstoffe, die ein Kind vor Krankheiten schützen können. Und sie verhindert auch, dass das Baby überernährt wird. Sie ist zu jeder Zeit und an jedem Ort verfügbar, hat immer die richtige Temperatur, ist hygienisch einwandfrei – und dabei kostenlos. Stillen gelingt dann am besten, wenn sich sowohl Mutter als auch Kind dabei wohlfühlen. Mit praktischen Tipps wollen wir Mütter darin bestärken, ihr Kind zu stillen.“

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt folgende Empfehlungen                    zur Stillzeit:

  • Stillende sollten sich anfangs einen ruhigen Ort suchen, an dem sie sich wohl fühlen und sich ganz auf ihr Baby konzentrieren können.
  • Bei allem Neuen sollten sie Vertrauen zu sich und ihren Möglichkeiten als Mutter haben.
  • Mütter sollten sich und ihr Baby als Team für gute gemeinsame Zeiten sehen.
  • Die Unterstützung des Partners oder der Partnerin ist von unschätzbarem Wert.
  • Stillende sollten sich mit anderen Müttern zusammen tun, um sich gegenseitig zu unterstützen, nicht nur beim Stillen.
  • Auch wenn es nicht immer einfach ist – die Mutter sollte zwischendurch auch immer wieder Ruhepausen für sich selbst finden.
  • Eine gesunde und ausgewogene Ernährung der Mutter dient sowohl dem Säugling als auch dem Wohlbefinden der Stillenden.
  • Für die optimale Ernährung des Säuglings wird das ausschließliche Stillen mindestens bis zum Beginn des fünften Lebensmonats empfohlen. Nach Einführung von Beikost sollte parallel weiter gestillt werden, solange Mutter und Kind es wollen.
  • Während der gesamten Stillzeit sind Alkohol und Rauchen schädlich.

Weiterführende Informationen zum Thema Stillen unter
https://www.kindergesundheit-info.de/themen/ernaehrung/stillen/

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Neue Empfehlungen zur Säuglings-Impfung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Empfehlung für die Sechsfachimpfung bei Säuglingen aktualisiert und empfiehlt jetzt das reduzierte „2+1-Impfschema“. Dieses sieht – bei gleich gutem Impfschutz – für die Grundimmunisierung von Säuglingen eine Impfstoffdosis weniger vor als beim bisherigen 3+1 Schema. Die Sechsfach-Impfung schützt gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung, Haemophilus influenzae Typ b und Hepatitis B.

Mit der Reduktion des Impfschemas verfolgt die STIKO die Ziele, den Impfplan zu vereinfachen, Arzttermine für Säugling und Eltern einzusparen und so die Umsetzung der Sechsfachimpfungen für Ärzte und Eltern zu erleichtern. Die verfügbaren Sechsfachimpfstoffe sind für beide Impfschemata zugelassen.

Um einen sicheren Impfschutz zu vermitteln, ist es bei diesem reduzierten Impfschema besonders wichtig, frühzeitig im Alter von 8 Wochen mit der Impfserie der Grundimmunisierung zu beginnen und die folgenden Impfungen zu den empfohlenen Zeitpunkten im Alter von 4 und 11 Monaten durchzuführen. Für einen zuverlässigen Langzeitschutz soll zwischen der 2. und 3. Impfstoffdosis ein Abstand von mindestens 6 Monate eingehalten werden (daher die Bezeichnung „2+1“). Es wird empfohlen, die Impfserie um den ersten Geburtstag abzuschließen, damit die Kleinkinder auch bei frühem frühem Eintritt in den Kindergarten geschützt sind.

Sehr viel weniger Erkrankungen

Die Grundimmunisierung von Säuglingen hat maßgeblich dazu beigetragen, die Zahl der Erkrankungen massiv zurückzudrängen. Auch bei Pertussis (Keuchhusten) ist ein starker Rückgang zu verzeichnen. Dennoch werden jährlich etwa 450 Pertussisfälle bei ungeimpften oder nicht ausreichend geimpften Säuglingen in Deutschland gemeldet.

Oftmals möchten Eltern ihre jungen Säuglinge aus Sorge vor einer Überforderung des Immunsystems möglichst spät impfen. Sie bedenken dabei nicht, dass gerade diese Erkrankungen im jungen Säuglingsalter besonders gefährlich sind und Impfungen den einzig sicheren Schutz bieten.

Impfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten vorbeugenden Maßnahmen, die in der Medizin zur Verfügung stehen. Moderne Impfstoffe sind gut verträglich, schwerwiegende Nebenwirkiungen sehr selten. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Mehrfachimpfstoffe die Immunabwehr überlasten.