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Wir hatten enormes Glück

Wenn man die kleine aufgeweckte dreijährige Kelly kennenlernt, vermutete man nicht, dass sie im Alter von einem halben Jahr eine lebensbedrohliche Krankheit erlitt. Zwei Wochen musste Kelly als Baby im Krankenhaus verbringen – Diagnose Meningokokken-Erkrankung. Erst im Nachhinein wurde ihrer Mutter Tamara Leippert bewusst, wie viel Glück die Familie hatte, als Kelly ohne Folgeschäden überlebte. Sie spricht im Interview über die Meningokokken-Erkrankung ihrer Tochter.

Frau Leippert, welche Symptome hatte Kelly?

Das erste Symptom war Fieber. Es war Februar, also mitten in der Erkältungszeit, sodass ich zunächst an einen grippalen Infekt dachte. Als sich Kelly zusätzlich übergeben hat, bin ich mit ihr zur Kinderärztin gefahren, wurde aber vorerst wieder nach Hause geschickt mit der Bitte, mein Kind genau zu beobachten und mich zu melden, wenn es schlimmer wird. Die nächsten anderthalb Tage konnten wir Kelly aber immer wieder beruhigen und dachten, es sei nicht Schlimmes. Es ging ihr zwischenzeitlich sogar kurz besser.

Was hat Sie veranlasst, doch ins Krankenhaus zu fahren?

Nach einem weiteren Tag hat meine Tochter neben dem Fieber angefangen, den Kopf zu überstrecken und nicht mehr richtig zu reagieren. Außerdem hat sie Punkte auf dem Bauch bekommen. Als wir das entdeckten, hatte die Kinderarztpraxis keine Sprechstunde. Mein Mann hat mich schließlich dazu überredet, direkt in die Kinderarztpraxis zu fahren. Als die Ärztin Kelly sah, schickte sie uns sofort ins Krankenhaus und von da an ging alles ganz schnell.

Was geschah im Krankenhaus?

Die Ärzte in der Klinik erwarteten uns bereits und nahmen Kelly sofort mit. Ihr wurde Hirnwasser entnommen und direkt mit einer Antibiotikum-Therapie gestartet. Das Hirnwasser war bereits so eitrig, dass es eine eher dickflüssige Masse war. Das Labor bestätigte dann die Diagnose Meningokokken-Meningitis. Insgesamt mussten wir etwa zwei Wochen im Krankenhaus verbringen. Zum Glück ging es Kelly aber mit der Behandlung rasch besser.

Wussten Sie, was Meningokokken sind?

Ich hatte noch nie von Meningokokken oder einer Meningokokken-Meningitis gehört. Noch nicht einmal im Krankenhaus war mir bewusst, wie lebensgefährlich meine Tochter erkrankt war. Es war wie im Film. Im Nachhinein recherchierte ich im Internet zu der Krankheit und las andere Erfahrungsberichte. Erst da wurde mir bewusst, wie schwerwiegend die Krankheit war, die mein Kind erlitten hat. Vor allem haben wir das große Glück, dass Kelly wahrscheinlich keine Folgeschäden davongetragen hat. Das kommt nur selten vor und ich bin den Ärzten und vor allem unserer Kinderärztin unendlich dankbar, dass sie so schnell gehandelt haben.

Waren ihre Kinder gegen Meningokokken geimpft?

Ich habe meine Kinder nach dem Standardimpfplan impfen lassen. Die Impfung gegen Meningokokken-Gruppe C wird dort ab dem Alter von 12 Monaten standardmäßig empfohlen. Meine Große war daher gegen Meningokokken C geimpft. Kelly war mit ihrem halben Jahr noch nicht geimpft. Allerdings hätte sie die Standardimpfung in unserem Fall auch nicht schützen können, da sie an einer anderen Meningokokken-Gruppe erkrankt ist. Mittlerweile weiß ich, dass es mehrere unterschiedliche Meningokokken-Impfungen gibt.

Was würden Sie anderen Eltern gerne mitgeben?

Ich bin keine Mutter, die beim ersten Schnupfen direkt zum Arzt rennt. Aber ich habe gelernt, wie wichtig es ist, seine Kinder genau zu beobachten. Als Mutter merkt man häufig, wenn etwas mit dem eigenen Kind nicht stimmt. Und dann sollte man auf jeden Fall zum Arzt. Wer weiß, was passiert wäre, wenn ich nicht auf meinen Mann gehört und noch eine Stunde auf die Sprechstunde gewartet hätte. Das sollte kein Elternteil erleben müssen.

Info

Für einen umfassenden Schutz gegen Meningokokken-Erkrankungen gibt es mehrere Impfungen. Neben der standardmäßig empfohlenen Impfung gegen Meningokokken C stehen in Deutschland zwei zusätzlich mögliche Impfungen zur Verfügung. Weitere Infos unter www.meningitis-bewegt.de.

 

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Stillen oder Flasche?

Nicht jede Mutter kann oder will ihr Baby stillen. Dann hat sie die Wahl zwischen verschiedenen hochwertigen Milchprodukten

Viele gute Argumente sprechen für die Gabe von Muttermilch, schließlich ist sie optimal auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt. Manchmal reicht die Milch aber einfach nicht, um das Kind beim Stillen satt zu bekommen. Oder Reizungen und Entzündungen an den Brustwarzen verhindern regelmäßiges Stillen. So manche Mutter verzichtet auch lieber gleich darauf, ihr Baby anzulegen, und greift direkt zur Ersatznahrung. Die gesetzlichen Vorgaben für diese Produkte sind so hoch, dass beste Qualität garantiert ist. Künstlich hergestellte Ersatzmilch ist in ihrer Zusammensetzung der Muttermilch sehr ähnlich und liefert alles, was das Kind in der ersten Zeit braucht.

Optimierte Zusammensetzung

Es gibt allerdings verschiedene Arten von Milchersatz, die in ihrer Zusammensetzung auf das jeweilige Alter des Kindes und eventuelle Allergien optimiert sind. Die Pre-Milch ist der Standard bei neugeborenen Kindern. Sie ist der Muttermilch am ähnlichsten, hat sogar in etwa dieselbe dünnflüssige Konsistenz. Sie enthält nur Milchzucker (Laktose) und keinen sonstigen Zucker, ihre Eiweiße sind fast identisch mit denen von Muttermilch. Pre- Milch (auch Startmilch genannt) ist die optimale Ernährung bis zum sechsten Monat. Auch darüber hinaus kann sie gegeben werden, bis etwa zum ersten Lebensjahr.

Dem Alter entsprechend

Es kann aber sein, dass das Baby irgendwann nicht mehr ganz satt wird mit dieser Milch und nachts etwa zu häufig danach verlangt. Dann ist die 1er-Milch besser geeignet. Sie unterscheidet sich nicht sehr wesentlich von der Pre-Milch, enthält aber etwas mehr Kohlenhydrate und ist insgesamt sämiger. Das macht den Säug ling satter. Ab dem sechsten Monat reicht mitunter auch diese Milch nicht mehr, dann kommt die 2er-Milch (Folgemilch) ins Spiel. In ihr sind deutlich mehr Kalorien enthalten, unter anderem aus Zucker, außerdem Eisen und Jod, die für die Entwicklung des Kindes sinnvoll sind. Folgemilch ist aber nicht unbedingt nötig als Babynahrung, zumal die meisten Eltern ab dem sechsten Lebensmonat mit Beikost zufüttern.

Allergien

Das Baby erhält dann auch festere Nahrung und ist so leichter satt zu bekommen. Wenn ein oder beide Elternteile unter einer Kuhmilch-Allergie leiden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch ihr Baby eine solche Allergie entwickeln könnte. Für diese Kinder wurde die sogenannte HA-Milch entwickelt. Diese „hypoallergene“ Milch unterscheidet sich von der „normalen“ Milch vor allem darin, dass die Eiweiße in kleine Bruchstücke aufgespalten sind. Das macht sie leichter verdaulich und verhindert allergische Reaktionen. Diese Allergie ist etwas ganz anderes als die viel verbreitetere Laktose-Unverträglichkeit, bei welcher der Milchzucker nicht verdaut werden kann.

Die beiden Arten von Milch-Unverträglichkeit daher nicht miteinander verwechseln. HA-Milch gibt es als Anfangs- und Folgemilch. Besteht kein oder nur ein geringes Allergierisiko, muss diese Milch nicht gegeben werden. Kinder mögen sie nicht immer so gern, weil sie weniger süß ist. Vor allem, wenn sie erst die andere süßere Milch bekommen haben, fällt die Umstellung deshalb gelegentlich etwas schwerer. Leidet der Säugling bereits nachweislich unter einer Kuhmilch-Allergie, ist auch die HA-Milch nicht das Richtige. Dann braucht das Kind eine spezielle Milch, deren Eiweiß in noch kleinere Bruchstücke aufgespalten ist. Diese Milch gibt es in Apotheken.

Zu früh geborene Babys wiederum erhalten die sogenannte Frühchenmilch. Sie hat einen höheren Energiegehalt, damit die Winzlinge schneller an Gewicht zulegen, außerdem besondere Inhaltsstoffe für die Entwicklung des Hirns, der Nerven, des Darms und des Immunsystems

„Zwiemilch“ geben, das geht auch

Warum nicht beides seinem Baby geben, Muttermilch und Fläschchenmilch? Experten sehen darin kein Problem. Wenn eine Mutter nicht genügend Milch für ihr Baby hat, kann sie ihm zusätzlich das Fläschchen mit Ersatznahrung geben. Auch für unterwegs ist diese Ernährungs-Variante gut geeignet – oder wenn die Mutter tagsüber keine Zeit hat, etwa arbeiten geht. Dann braucht sie nicht mühsam Milch abzupumpen, sondern der Papa oder eine andere Betreuungsperson kann einfach ein Milchfläschchen aus Milchpulver zubereiten. Die Mutter sollte nur darauf achten, noch genügend von ihrer eigenen Milch zu geben. Damit sie nicht aus Versehen und ohne es gleich zu bemerken abstillt.

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Schmerztherapien bei der Geburt

Viele Frauen haben Angst vor den Schmerzen bei einer Geburt. So gibt es immer mehr Geburten, die medizinisch begleitet werden. Bei einer Studie wurde nachgefragt, welche Therapien vorwiegend in Anspruch genommen wurden: Drei Prozent der Frauen ließen sich mit naturheilkundlichen Methoden wie Homöopathie oder Akupunktur helfen, entkrampfende Mittel und/oder Schmerzmittel wie beispielsweise Buscopan als Zäpfchen oder Infusionen nahmen zehn Prozent, vier Prozent verwendeten Lachgas und die „beliebteste“ Schmerztherapie ist die PDA (Periduralanästhesie), welche 25 Prozent der Frauen durchführen ließen. Einem Kaiserschnitt mit PDA unterzogen sich fast acht Prozent der Frauen und ein Prozent einem Kaiserschnitt mit Vollnarkose. 49 Prozent der Frauen haben völlig natürlich geboren, ohne schmerztherapeutische Hilfe. An der Umfrage nahmen insgesamt 313 Frauen teil.

Wichtig: fachlichen Rat einholen

Bei einer Geburt steigern sich die Schmerzen nach und nach. Entsprechend dem Grad der Beschwerden wird unterschiedlich behandelt. Die Hebamme Christina Hirsch aus Schwäbisch Gemünd meint hierzu, dass, solange die Schmerzen noch nicht so groß sind, mit Massagen oder Baden begonnen wird. „Reichen diese Methoden nicht mehr aus, greifen wir zu pharmakologischen Behandlungsweisen, das heißt, zu nicht natürlichen Schmerzmitteln. Hierbei gibt es beispielsweise entkrampfende Zäpfchen oder Infusionen. Ist es für die Frau nach wie vor nicht erträglich, wird eine PDA gelegt, wenn die Schwangere dies wünscht“, so Hirsch weiter.

Die Beschwerden werden dabei stets individuell therapiert und die Gebärende darf mitbestimmen, ob und wann sie welches Medikament erhält. Allerdings muss man beachten, dass Schmerzmittel wie Buscopan und Meptid eher für kurze Abschnitte der Schmerzerleichterung geeignet sind. Die PDA hingegen wirkt länger.

Das Internet bietet eine Fülle an richtigen, aber auch falschen Informationen zur Schmerztherapien bei der Geburt sowie viele Horrorgeschichten. Diese führen zu Verunsicherung und können Ängste hervorrufen. In einem persönlichen Gespräch mit Fachärzten kann die werdende Mutter alle Fragen, Bedenken und Sorgen klären. Auch wer naturheilkundliche Maßnahmen in Anspruch nehmen möchte, sollte dies vorab besprechen.

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Zucker verboten

Auf Initiative der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, wird es zukünftig ein Zuckerverbot für Baby- und Kleinkindertees geben. Der Bundesrat hat eine entsprechende Verordnung der Ministerin beschlossen, die auch den Zusatz anderer süßender Zutaten in diesen Getränken verbietet. Vorgeschrieben wird außerdem ein Hinweis auf der Verpackung, beim Zubereiten auf die Zugabe von Zucker und anderen süßenden Zutaten zu verzichten. Julia Klöckner: „Das ist ein wichtiger Schritt für eine gesunde Ernährung unserer Kleinkinder. Denn die Weichen für das Ernährungsverhalten werden früh gestellt, die ersten 1000 Tage sind entscheidend. Der Konsum gezuckerter Getränke von Anfang an erhöht die Gefahr von Karies, späterem Übergewicht oder gar Adipositas. Es besteht ein eindeutiger Zusammenhang.“

Strategie für weniger Zucker, Fette und Salz

Die Regelung sieht konkret vor: ein Verbot des Zusatzes von Zucker, Honig, Fruchtsaft (-konzentrat oder -pulver), Fruchtnektar, Malzextrakt oder anderen aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnenen Sirupen oder Dicksäften zu Säuglings- oder Kleinkindertees. Die Verordnung ist ein wichtiger Teil der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie. Die Strategie für weniger Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten wurde Ende 2018 vom Kabinett beschlossen. Zahlreiche Verbände haben sich seitdem verpflichtet, diese Inhaltsstoffe in ihren Produkten bis 2025 signifikant zu reduzieren. Kürzlich hatte es eine erste Zwischenbilanz des Max-Rubner-Instituts gegeben, die die Wirksamkeit der Strategie wissenschaftlich bestätigt.

Ein weiterer Baustein der ganzheitlich angelegten Ernährungspolitik ist die Entscheidung der Bundesministerin, als erweiterte Nährwertkennzeichnung den Nutri-Score auf der Vorderseite von Verpackungen einzuführen. Dieser ermöglicht es Verbrauchern, auf einen Blick die Nährwerteigenschaften eines Lebensmittels zu erfassen und verschiedene Produkte innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihres Nährwertes miteinander zu vergleichen. Zudem hatte Ministerin Julia Klöckner im vergangenen Jahr das Institut für Kinderernährung am Max-Rubner-Institut in Karlsruhe gegründet. Hier wird wissenschaftlich erforscht, welche Ernährung Kinder wirklich brauchen.

 

Schlafrhythmus

Gut geschlummert 

Wie lange soll mein Kind schlafen und zu welchen Uhrzeiten? Geregelte Tagesabläufe helfen, den richtigen Schlafrhythmus zu finden

In den ersten Lebensmonaten ist es ganz einfach: Der Säugling schläft im Schnitt 15 bis 18 Stunden täglich, er macht noch keinen Unterschied zwischen Tag und Nacht. So ist er es noch aus dem Mutterleib gewohnt. In dieser ersten Lebensphase ist sein Alltag ein ständiger Wechsel aus Schlummerzeiten, Essenszeiten, Windelwechsel und Schmusen mit Mama und Papa. Wichtig ist nur eine ruhige Umgebung, damit er die vielen ersten Eindrücke gut verarbeiten und bei Bedarf ein ungestörtes Nickerchen halten kann.

Die Nacht ist zum Schlafen da

Je älter das Kind wird, umso mehr verschiebt sich sein Schlaf in die Nacht hinein. Schon nach einigen Monaten schlummert es tagsüber zwar auch noch viel, vor allem nach dem Mittagessen. Aber die Nacht ist immer mehr zum Schlafen da. Es wacht zwar noch auf, oft auch mehrmals, hat Hunger und Durst, braucht eine frische Windel. Aber danach schläft es gleich wieder ein, und mit Glück dann bis zum nächsten Morgen. Damit sein Schlafrhythmus eine gewisse Struktur bekommt, ist es wichtig, dass die Eltern dem Baby einen geregelten Tagesablauf anbieten. Das heißt, morgens in etwa zur gleichen Zeit aufwachen, anziehen, trinken, spielen oder einen Spaziergang machen, dann wieder trinken, Windel wechseln und ab ins Bett.

Gut erholt

Der Mittagsschlaf dauert unterschiedlich lang. Da hat jedes Baby seine eigenen Zeiten. Zwei bis drei Stunden sind ganz normal. Vor allem bei ruhiger Umgebung schlummern Babys mittags oft lange und wachen gut erholt auf. Keine Bange: Abends sind sie trotzdem müde und schlafen problemlos ein. Hilfreich ist es, zusätzlich kleine Rituale einzubauen, etwa nach dem Essen noch ein paar Minuten mit dem Kind zu spielen, ihm ein Lied vorzusingen, es zu waschen, den Po einzucremen oder etwas anderes. So lernt das Baby schnell, was als nächstes kommt – nämlich die Schlafenszeit. Das ist beruhigend und vermittelt ihm große Geborgenheit. Es spürt, dass alles gut ist und normal verläuft.

Abweichungen sind normal

Ausnahmen sind natürlich möglich und oft auch nötig, etwa auf der Fahrt in den Urlaub. Aber auch in den Ferien oder bei Verwandtenbesuchen darauf achten, dass nicht der ganze Rhythmus durcheinandergerät. Auch zwischendurch kann ein Baby mal sehr müde sein. Dann sind Abweichungen vom gewohnten Ablauf völlig in Ordnung. Das Kind einfach hinlegen, wenn es Schlaf braucht. Das ist besser als zu warten, bis seine Schlafenszeit gekommen ist. Wenn Kinder übermüdet sind, weil sie nicht schlafen konnten, fällt ihnen das Einschlafen später schwerer. Dann werden sie unruhig und gereizt, fangen an zu wimmern und zu schreien.

Schlafmangel

Wenn Babys häufig so reagieren (sogenannte Schreibabys), ist Schlafmangel eine mögliche Ursache. Eltern verkennen dies manchmal. In ihrem Bedürfnis, sich selber und dem Baby Abwechslung zu verschaffen, sind sie mit ihm vielleicht zu viel unterwegs. Durch den Umgebungslärm aber schläft das Baby dann nicht richtig oder nicht tief genug. Der Schlummer ist nur wenig erholsam. Dann ist es das Beste, das Kind ein paar Tage daheim zu lassen, damit es zur Ruhe kommt. Im Anschluss darauf achten, dass es seine festen Schlafenszeiten im eigenen Bettchen verbringt und nicht irgendwo anders.

Jetzt wird es lecker 

Die Milch reicht ihm nicht mehr. Mamas und Papas Liebling will jetzt mal was Richtiges essen und signalisiert das auch. Also her mit der Beikost …

Immer nur die Brust oder das Fläschchen, das wird auf Dauer langweilig. Schon seit längerem guckt das Baby seinen Eltern interessiert beim Essen zu. Was mag da Leckeres auf dem Teller liegen? Eine völlig neue Genusswelt wartet auf da auf einen, und irgendwann ist der Tag gekommen für das erste Löffelchen.

Gemüse

Bei den meisten Babys geht es ab dem fünften oder sechsten Monat mit der Beikost los. Wenn sie mit Hilfe gut sitzen können, Dinge selbstständig zum Mund führen und Essen mit den Lippen aufnehmen können, steht dem nichts mehr im Wege. Die erste Milchmahlzeit wird am Mittag durch ein Gläschen ersetzt, das Gemüse enthält. Welches Gemüse das Baby mag, muss es selber herausfinden. Oft gibt es zunächst einen reinen Möhrenbrei. Man kann dies problemlos aber auch variieren, etwa Mais oder Kürbis mit und ohne Kartoffeln, dazu püriertes Fleisch nehmen.

Gläschen

Das Angebot namhafter Hersteller von Beikost ist groß und die Qualität dieser Produkte hoch. Wer mag, kann solche Mahlzeiten leicht auch selbst zubereiten. Dazu müssen die entsprechenden Lebensmittel nach dem Garen lediglich püriert werden und abkühlen, bevor das Baby sie essen darf. Darauf achten, dass nur hochwertige Produkte möglichst in Bioqualität im Kochtopf landen. Sie schmecken dem Kind meist auch besser.

Nach und nach

Wenn sich das Baby an die erste feste Mittagsmahlzeit gewöhnt hat, wird nach und nach auch die Abendmilch durch etwas Nahrhafteres ersetzt. Ideal hierfür ist ein Milch-Getreidebrei mit Hafer oder Gries, später (ab dem achten Monat) darf es auch Milchreis sein. Das Kind wird von diesen Breis viel gesättigter sein als nur mit seiner Milchmahlzeit und in der Nacht vermutlich besser durchschlafen.

Mehr Energie

Es braucht jetzt auch immer mehr Energie, weil es schnell wächst. Da ist ein solcher Brei genau das Richtige. Ab etwa dem ersten Lebensjahr bekommt es dann auch ein richtiges kleines Frühstück, mit Brot, Butter, Marmelade, Aufschnitt und richtiger Kuhmilch oder einem Müsli. Immer häufiger isst es auch das ganz normale Essen der Erwachsenen mit, natürlich klein geschnitten. Als Beikost eignet sich dann noch Apfel- oder Birnenmus. Alles, was das Kind schon immer gern aus dem Gläschen geschmaust hat, darf es gern weiteressen.

Gesundheitsvorsorge aus der Nabelschnur

Blut und Gewebe liefern wertvolle Stammzellen

Kaum ein menschliches Organ wird in seiner medizinischen Bedeutung so unterschätzt wie die Nabelschnur. Die Nabelschnur verbindet das ungeborene Baby mit der Plazenta und versorgt es mit allem, was es benötigt. Es ist eine einzigartige Verbindung, denn die Nabelschnur versorgt das Baby mit allem Nötigen, ohne dass es dafür atmen oder schlucken muss. Aber die Nabelschnur ist nicht nur während der Schwangerschaft ein kleines Wunderwerk, auch nach der Geburt sollte man sie nicht achtlos entsorgen, denn sie enthält ein wertvolles Reservoir für die Gesundheitsvorsorge des Neugeborenen.

Stammzellen

Sowohl im Blut als auch im Gewebe der Nabelschnur befinden sich junge, vitale Stammzellen, die sich einfrieren lassen. Selbst nach vielen Jahren „Dornröschenschlaf“ bilden sie den Rohstoff für möglicherweise lebensrettende medizinische Therapien. Die Stammzellen im Nabelschnurblut haben die Fähigkeit, sich selbst zu erneuern und dabei alle Arten von Blutzellen zu bilden. Dadurch sind sie für die Therapie von Bluterkrankungen interessant, aber beispielsweise auch für den Wiederaufbau des Knochenmarks nach einer Hochdosis-Chemotherapie.

Zukünftige Therapien

Es gibt vielversprechende Ergebnisse bei der Züchtung von Herzklappen, auch für die zukünftige Therapie von Herzinfarkten sind sie eine Option. Ebenfalls medizinisch sehr interessant sind die Stammzellen aus dem Nabelschnurgewebe. Diese Zellen, die sich nach der Geburt völlig schmerzlos für Mutter und Kind in hoher Anzahl isolieren lassen, haben eine besondere Fähigkeit: Sie können sich zu Fett-, Knorpel- oder Knochenzellen entwickeln. Deshalb bieten sie ein umfangreiches Potenzial für Anwendungen in der regenerativen Medizin.

Erneuerung

Wissenschaftler arbeiten auf der Basis dieser Stammzell-Eigenschaften zum Beispiel an Therapien zur Erneuerung von beschädigtem Knorpel oder Knochengewebe. Damit wird es auch neue Perspektiven für Betroffene von Volkskrankheiten wie Arthrose geben. Stammzell-Therapien sind seit Jahren in aller Welt ein zentrales Thema wissenschaftlicher Forschung und klinischer Studien. Das medizinische Potenzial von Nabelschnur- Stammzellen dürfte also längst noch nicht ausgeschöpft sein.

Was ist zu tun

Aber wie gehe ich vor, wenn ich das Nabelschnurblut und/oder Nabelschnurgewebe meines Babys für eine mögliche spätere Behandlung gewinnen möchte? Dazu ist zunächst ein Vertrag mit einem Anbieter nötig. Er stellt der Schwangeren ein personalisiertes Entnahmepaket zur Verfügung, das sie zur Geburt mit ins Krankenhaus nimmt. Das Nabelschnurblut und/oder das Gewebe wird/werden nach der Geburt fachgerecht von einem Arzt oder einer Hebamme entnommen und im Entnahmepaket zum Anbieter versandt.

Gefroren

In einem Speziallabor bereiten Experten dann unter sterilen Bedingungen die Stammzellen auf, frieren sie ein und untersuchen deren Qualität. Ab diesem Zeitpunkt stehen die Zellen für Therapien zur Verfügung – und zwar über viele Jahrzehnte lang.

Durch das Einfrieren kurz nach der Geburt wird der Alterungsprozess der Stammzellen aus dem Nabelschnurblut und Nabelschnurgewebe gestoppt. Experten sind sich einig, dass ein Stammzelldepot, wenn das richtige Know-How genutzt wird, über die Lebensspanne eines Menschen sicher eingelagert werden kann und nach dem Auftauen auch nach Jahrzehnten mit den konservierten Eigenschaften „neugeborener“ Stammzellen zur Verfügung steht.

Wieviel kostet die Therapie?

Das hängt vom Anbieter ab. In der Regel wird eine Einmal- Vorauszahlung fällig. Sie liegt günstigstenfalls bei knapp 1000 Euro, zusätzlich ist eine Jahresgebühr von 120 Euro zu entrichten. Junge Eltern eines Neugeborenen können sich aber auch mit einer höheren Einmalzahlung auf viele Jahrzehnte hin absichern, ihr Kind zahlt dann beispielsweise erst ab dem 51. Lebensjahr eine jährliche Gebühr.

Richtig Fieber messen

Wenn das Baby krank ist, muss auch mal das Thermometer gezückt werden. Aber wo soll ich messen, und welches Fieberthermometer ist geeignet?

Anhaltendes Wimmern, heiße Stirn, Husten oder Bauchkrämpfe: Dann wird es Zeit für eine Messung der Körpertemperatur beim Baby. Schließlich ist sie ein deutlicher Hinweisgeber dafür, wie schwer krank das Kleine ist. Die Frage ist nur: Welche Körperstelle eignet sich am besten dafür? Die Methoden, welche Erwachsene dann anwenden, sind für Babys und Kleinkinder nicht alle geeignet. Und die Ergebnisse können erheblich schwanken, je nach Art der Messung. So liegt die Körpertemperatur etwa unter den Achseln immer deutlich unter der, die im Po gemessen wird.

Woran liegt das?

Wird das Thermometer in den Po eingeführt, dringt es etwas tiefer in den Körper ein. Es befindet sich nun schon sehr nahe an der sogenannten Kerntemperatur des Körpers. Die Messergebnisse sind hier sehr genau. Sie erhalten zuverlässige Werte, weshalb die Fiebermessung im Po (rektale Messung) speziell bei Säuglingen und Kleinkindern die beste ist. Das Thermometer hierfür mit einer Creme einfetten und dann vorsichtig und nicht zu tief (etwa 2 cm) in den After einführen.

Das Baby liegt dabei am besten auf der Seite oder auf dem Bauch. Bei klassischen Glasthermometern dauert es etwa zwei bis drei Minuten, bis der richtige Wert angezeigt wird. Das erfordert etwas Geduld von dem kleinen Patienten und seinen Eltern. Für sehr unruhige Babys eignet sich daher ein Digitalthermometer besser, weil es schon nach wenigen Sekunden piept und den exakten Wert anzeigt.

Und was ist mit der Messung unter den Achseln?

Hier wird lediglich die Hauttemperatur angezeigt, also nicht die Körper-Kerntemperatur. Die Werte sind dann auch erhöht, liegen aber niedriger als die Kerntemperatur – und sind daher nur als grobe Orientierung zu gebrauchen. Ähnlich ist es bei der Messung im Mund. Diese Variante ist für Babys ohnehin ungeeignet, weil sie auf dem Thermometer herumkauen oder es ausspucken würden.

Alternative Ohr

Brauchbar sind Messungen im Ohr mit einem speziellen Ohrthermometer. Sie sind jedoch erst bei etwas älteren Babys ab sechs Monaten zu empfehlen, weil der Gehörgang vorher noch zu eng ist. Denn das Thermometer wird so tief eingeführt, dass es nahe am Trommelfell ist. Ein Sensor im Gerät misst dann die abstrahlende Wärme des Trommelfells. Das ergibt recht genaue Werte. Allerdings ist die rektale Messung noch exakter. Zudem erfordert die Messung mit dem Ohrthermometer etwas Übung, weil das Thermometer im Gehörgang exakt positioniert sein muss. Am besten vom Arzt zeigen lassen, wie das geht. Die Ohr-Messung hat den Vorteil, dass sie das Baby kaum stört, wenig aufwendig ist und nur wenige Sekunden dauert. Bei Ohrentzündungen ist diese Methode nicht geeignet, weil sie dann zusätzliche Schmerzen auslösen könnte. Ein Ohrthermometer ist ab ca. 40 Euro erhältlich und damit deutlich teurer als ein digitales oder Glasthermometer, die jeweils nur ein paar Euro kosten.

Auf der Stirn

Neuere Varianten von Thermometern sind das Stirn- und das sogenannte Schnullerthermometer. Beim Stirnthermometer (ab ca. 17 Euro) wird der Sensor des Geräts kurz an die Stirn gehalten, beim Schnullerthermometer (ab ca. 10 Euro) ist er im Schnuller verbaut. Beide Varianten liefern eher ungenaue Messergebnisse.

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Kein Zucker mehr im Babytee

Auf Initiative der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, wird es zukünftig ein Zuckerverbot für Baby- und Kleinkindertees geben. Der Bundesrat beschloss eine entsprechende Verordnung der Ministerin, die auch den Zusatz anderer süßender Zutaten in diesen Getränken verbietet. Vorgeschrieben wird außerdem ein Hinweis auf der Verpackung, beim Zubereiten auf die Zugabe von Zucker und anderen süßenden Zutaten zu verzichten.

Julia Klöckner: „Zucker hat in Babytees nichts zu suchen. Deshalb habe ich eine Verordnung auf den Weg gebracht, die heute im Bundesrat angenommen wurde. Das ist ein wichtiger Schritt für eine gesunde Ernährung unserer Kleinkinder. Denn die Weichen für das Ernährungsverhalten werden früh gestellt, die ersten 1000 Tage sind entscheidend. Der Konsum gezuckerter Getränke von Anfang an erhöht die Gefahr von Karies, späterem Übergewicht oder gar Adipositas. Es besteht ein eindeutiger Zusammenhang. Das Verbot werde ich umgehend erlassen.“

Auch andere Süßungsmittel verboten

Die Regelung sieht konkret ein Verbot des Zusatzes von Zucker, Honig, Fruchtsaft (-konzentrat oder -pulver), Fruchtnektar, Malzextrakt oder anderen aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnenen Sirupen oder Dicksäften zu Säuglings- oder Kleinkindertees vor. Außerdem den verpflichtenden Hinweis, dass bei der Zubereitung oder vor der Verabreichung auf die Zugabe von Zucker und anderen süßenden Zutaten verzichtet werden soll. Hinzu kommt die Kennzeichnungsvorgabe bezüglich des Alters, ab dem das Erzeugnis verwendet werden kann. Analog zum Mindestalter für die Einführung von Beikost beträgt dies vier vollendete Lebensmonate.

Die Verordnung ist ein wichtiger Teil der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner. Die Strategie für weniger Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten wurde Ende 2018 vom Kabinett beschlossen. Zahlreiche Verbände haben sich seitdem verpflichtet, diese Inhaltsstoffe in ihren Produkten bis 2025 signifikant zu reduzieren. Kürzlich hatte es eine erste Zwischenbilanz des Max-Rubner-Instituts gegeben, welche die Wirksamkeit der Strategie wissenschaftlich bestätigt.

Brauchen Babys Nahrungsergänzungsmittel?

Pro und contra künstliche Vitalstoffe.
Normalerweise erhalten Babys und Kleinkinder über die tägliche Ernährung alles, was sie für eine gesunde Entwicklung brauchen. Es gibt aber Ausnahmen …

In Muttermilch und Milchpulver ist erst mal alles enthalten, was ein neuer Erdenbürger täglich benötigt: Eiweiß, Kalzium, Vitamine und andere Nährstoffe. Ein Rundum-Paket für die gesunde Versorgung des Babys und Kleinkindes. Das sehen seine Eltern auch an den rosigen Pausbäckchen, dem wohlgenährten Körper, dem strahlenden Lächeln. Kinder, die sich so präsentieren, benötigen normalerweise keine zusätzlichen Nährstoffe.

Ausgewogene Ernährung

Wenn sie älter werden und allmählich zur normalen Kost wechseln, liefern ihnen frisches Obst, Gemüse, Getreideprodukte, Fleisch und Fisch alles, was sie zum Wachsen und Gedeihen brauchen. Was aber, wenn das Kind richtig krank ist, nichts essen mag, und das über längere Zeit? Auch dann raten Fachleute nicht dazu, auf gut Glück irgendwelche Vitalstoffe zu geben. Erst mal zum Arzt und sich dort beraten lassen. Denn es kann leicht passieren, dass übereifrige Eltern ihrem Sprössling zu viel des Guten tun, sprich: ein solches Mittel überdosieren. Und das ist auch nicht unbedingt gesund.

Zuviel ist zuviel

Denn manche Vitamine können in zu großen Mengen durchaus Nebenwirkungen haben. Ist ein Kind sehr geschwächt und sein Immunsystem am Boden, wird der Arzt ihm vielleicht Mittel mit Vitamin C und D verschreiben oder solche Präparate empfehlen. Sie stärken die Körperabwehr. Oft sind vor allem Vitamin-D-Präparate mit Kalzium kombiniert, was gut für den Knochenaufbau ist. Kalzium kommt reichlich in Milchprodukten vor, muss also normalerweise nicht zusätzlich gegeben werden.

Blutprobe

Wenn der Arzt bei einer Blutprobe aber einen zu niedrigen Kalziumspiegel feststellt, ist zusätzliches Kalzium sinnvoll. Der Mineralstoff festigt auch die Zähne, ist am Muskelaufbau beteiligt und ein wichtiger Botenstoff für die Signalübertragung in den Nervenzellen. Fehlt es an Eisen, ist auch hier eine Unterstützung durch Eisenpräparate sinnvoll. Eisen ist für die Entwicklung des Hirns wichtig.

Mutter & Kind

Jod gehört ebenfalls zu den Substanzen, die für die kindliche Entwicklung wesentlich sind. Babys erhalten ihre tägliche Ration über die Muttermilch oder die Fläschchenmilch. Allerdings kommt es bei stillenden Müttern nicht selten vor, dass sie selber zu wenig Jod aufnehmen und entsprechend zu wenig an ihr Baby weiterreichen. Dann sollten sie Jodtabletten einnehmen. Nach dem Abstillen sollte der Bedarf an Jod über die normale Ernährung gedeckt werden, was nicht immer gelingt. Dann kann es bei erwiesenem Jodmangel sinnvoll sein, dem Kind zusätzlich Jod zu verabreichen.