Category : Entwicklung

Niemals Schütteln

Babys niemals schütteln!

Wenn Eltern für einen kurzen Moment die Kontrolle verlieren und ihr schreiendes Baby schütteln, können sie ihm schwere Schäden zufügen, die zu körperlicher und geistiger Behinderung führen können. Zehn bis 30 Prozent der Kinder sterben sogar an den Folgen eines Schütteltraumas.

Wie hoch der Aufklärungsbedarf in der Bevölkerung zum Schütteltrauma ist, zeigt eine aktuelle Repräsentativbefragung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH). Nur 79 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass man Babys niemals schütteln darf. 24 Prozent der Befragten meinen irrtümlicherweise, dass Schütteln einem Baby nicht schade.

Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen hat es sich zusammen mit dem „Bündnis gegen Schütteltrauma” zur Aufgabe gemacht, über die Folgen des Schüttelns von Säuglingen und Kleinkindern aufzuklären – im Auftrag des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ).

Aufklärung ist notwendig

„Leider kommt es immer wieder vor, dass Babys durch Schütteln schwer verletzt werden, manche sogar sterben. Deshalb ist Aufklärung für Eltern notwendig. Sie müssen wissen, wo sie Hilfe bekommen, wenn sie sich überfordert fühlen“, erklärte Dr. Katarina Barley, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. „Eltern dürfen in schwierigen Situationen nicht alleine gelassen werden. Deshalb ist die Arbeit des „Bündnis gegen Schütteltrauma“ so wichtig. Ich danke allen Bündnispartnerinnen und -partnern für ihr Engagement.“

Das Wissen über frühkindliche Schreiphasen, die als Hauptauslöser für das Schütteln von Säuglingen gelten, ist in der Bevölkerung gering. Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), dem Träger des NZFH, berichtet: „Zwei Drittel der Befragten ist nicht darüber informiert, dass es intensive Schreiphasen im Säuglingsalter geben kann.

Aufklärung

18 Prozent der Befragten glauben sogar, dass Babys manchmal nur schreien, um zu ärgern. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern von Babys, die viel schreien, gut informiert sind und wissen, wo sie rechtzeitig Unterstützung finden können.“

23 Verbände, Vereine und Institutionen aus dem Gesundheitswesen, dem Kinderschutz und der Kinder- und Jugendhilfe haben sich dem „Bündnis gegen Schütteltrauma“ angeschlossen.

Durch neue Informationsmaterialien werden den Eltern Wege aufgezeigt, wie sie mit der Situation besser umgehen können. Wichtige Anlaufstellen für Eltern, deren Baby viel schreit, sind die niedergelassenen Kinderärztinnen und Kinderärzte, Frühe Hilfen in den Kommunen sowie (Familien-)Hebammen. Aber auch Wohlfahrtsverbände, Vereine und Kinderkliniken bieten spezielle Beratungsangebote für Säuglinge mit Regulationsproblemen.

Neue Informationsangebote

Den Flyer und einen Aufklärungsfilm zum Schütteltrauma sowie Adressen von Beratungsstellen finden Sie unter: http://www.elternsein.info.

Für die Repräsentativbefragung „Bekanntheit und Wissen zu Schütteltrauma und Babyschreien in Deutschland 2017“ wurden 1.009 Personen im Alter zwischen 16 und 49 Jahren im Mai 2017 befragt. Ein Info-Blatt mit ausgewählten Ergebnissen und Hintergrundinformationen zum Schütteltrauma finden Sie hier:

http://www.fruehehilfen.de/presse-buendnis-gegen-schuetteltrauma oder http://www.bzga.de/presse/daten-und-fakten/nationales-zentrum-fruehe-hilfen

Das Plakat gibt es auch zum Herunterladen unter:
http://www.bzga.de/presse/pressemotive/nationales-zentrum-fruehe-hilfen
„Bündnis gegen Schütteltrauma

 

Quelle: www.deutschesgesundheitsportal.de

Mutter stillt ihr Baby

Stillen – Basis fürs Leben

Muttermilch ist die natürliche und optimale Nahrung für Säuglinge: Sie ist gut verdaulich, enthält Abwehrstoffe, ist immer verfügbar, hygienisch einwandfrei, richtig temperiert und muss nicht zubereitet werden. Die Nationale Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist auf die Bedeutung des Stillens für Mutter und Kind hin und empfiehlt, durch Aufklärung und Information die Still-Akzeptanz in der Öffentlichkeit zu erhöhen. Stillen sollte sowohl im beruflichen Umfeld als auch im täglichen Leben jederzeit und ohne Barrieren möglich sein.

Gesünder durchs Leben

Gestillte Säuglinge werden seltener krank als nicht gestillte, sie leiden unter anderem seltener an Atemwegsinfekten, Durchfallerkrankungen und Übergewicht im späteren Leben. Auch Mütter profitieren davon, ihr Kind zu stillen: Das Risiko sinkt, an Brust- und Eierstockkrebs, Osteoporose, Diabetes Typ 2 oder Übergewicht zu erkranken. Durch die Ausschüttung der Hormone Oxytocin und Prolaktin leiden stillende Mütter weniger unter Stress. Sie sind mit ihren Säuglingen mobiler, weil Muttermilch immer verfügbar ist. Stillen fördert außerdem die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind.

Stillakzeptanz in der Öffentlichkeit

Eine Studie im Auftrag des BfR hat gezeigt, dass für jede zehnte Mutter, die frühzeitig abstillt, die ablehnende Haltung in der Öffentlichkeit einer der Gründe dafür ist. Zwar lehnen es nur sechs Prozent der Bevölkerung komplett ab, wenn eine Frau ihr Baby in der Öffentlichkeit stillt, allerdings steht jede vierte befragte Person dem Stillen im öffentlichen Raum zumindest zwiespältig gegenüber. Insbesondere in Restaurants und Cafés besteht eine Diskrepanz zwischen der Akzeptanz des Stillens und dem Stillverhalten von Müttern. Aus Sicht eines großen Teils der Öffentlichkeit ist das Stillen dort nur bedingt angemessen, Frauen können und wollen aber nicht grundsätzlich darauf verzichten, ihre Kinder auch in Restaurants und Cafés zu stillen. Die Nationale Stillkommission befürwortet daher Maßnahmen, um insbesondere an diesen Orten die Stillakzeptanz zu erhöhen.

Stillempfehlungen

Obwohl das Trinken von Muttermilch an der Brust eine angeborene Fähigkeit von Säuglingen ist, brauchen Stillende insbesondere zu Beginn der Stillzeit häufig kompetente Beratung und Unterstützung. Die am BfR angesiedelte Nationale Stillkommission hat daher Stillempfehlungen in sieben Sprachen veröffentlicht, die über das BfR kostenlos angefordert werden können. Die Stillempfehlungen enthalten praktische Tipps sowie Hinweise auf weitere Organisationen, die bei Stillproblemen neben der Hebamme, Stillberaterin oder dem Frauen- oder Kinderarzt kontaktiert werden können:

https://www.bfr.bund.de/de/publikation/stillempfehlungen-61959.html

 

Quellen:

Über die Nationale Stillkommission am BfR

Die Nationale Stillkommission wurde 1994 mit dem Ziel gegründet, die Entwicklung einer neuen Stillkultur in der Bundesrepublik Deutschland zu unterstützen und dazu beizutragen, dass Stillen zur normalen Ernährung für Säuglinge wird. Der Kommission gehören Mitglieder aus medizinischen Berufsverbänden und Organisationen an, die sich für die Förderung des Stillens in Deutschland einsetzen. Weitere Informationen zur Arbeit der Nationalen Stillkommission sind auf der folgenden Website veröffentlicht:

http://www.bfr.bund.de/de/nationale_stillkommission-2404.html

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

www.deutschesgesundheitsportal.de

Kinderprodukte - Augen auf beim Kauf

Typ-1-Diabetes: Immunsystem von Babys trainieren

Im Studienzentrum des Universitätsklinikum Dresden werden Kinder mit einem erhöhten genetischen Risiko für Typ-1-Diabetes im Rahmen der Präventionsstudie POInT vorbeugend behandelt. In die Studie können Kinder eingeschlossen werden, bei denen im Rahmen des 2016 begonnenen Freder1k-Neugeborenenscreenings ein erhöhtes genetisches Risiko für Typ-1-Diabetes festgestellt wurde. Sie bekommen zum „normalen“ Essen Insulin als Pulver verabreicht – ein anderer Teil der Kinder (Kontrollgruppe) erhält ein Placebo.

Über die Schleimhäute des Mundes und des Verdauungstrakts wird das Immunsystem mit Insulin konfrontiert. Auf diese Weise soll der Organismus trainiert werden, damit keine fehlerhafte Reaktion des Immunsystems gegenüber den insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse auftritt. Alle Kinder, die an der POInT Studie teilnehmen, werden regelmäßig untersucht und ärztlich begleitet. „Mit diesem Vorhaben bleibt der Freistaat Sachsen Vorreiter in Europa“, sagt Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange, die bereits die Schirmherrschaft für die Freder1k-Studie übernommen hatte und nun das Studienzentrum einweiht. „Die Erforschung von Diabetes hat in Deutschland und auch in Sachsen einen hohen Stellenwert. Neben dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung haben zwei weitere der sechs deutschen Gesundheitszentren einen Partnerstandort in Dresden und auch am Universitätsmedizinstandort Leipzig wird zu Diabetes geforscht, etwa im Profilschwerpunkt der Zivilisationserkrankungen im Rahmen der NAKO Gesundheitsstudie. Forschung im Freistaat Sachsen kann unter hervorragenden Rahmenbedingungen stattfinden und ich freue mich, dass jetzt mit der Präventionsstudie POInT auf der Freder1k-Studie aufgebaut wird, bei der Sachsen besonders bei der Gesundheitsforschung für Kinder bereits eine Vorreiterrolle eingenommen hat.“

„Wir wollen jetzt die großartige Chance nutzen, wenn Kinder ein erhöhtes Risiko haben an Typ-1-Diabetes zu erkranken, diese schwere chronische Krankheit zu verhindern. Dazu wollen wir das Immunsystem dieser Kinder in einem sehr frühen Alter regelmäßig schulen“, sagt Prof. Ezio Bonifacio, der Direktor des Centers for Regenerative Therapies Dresden (CRTD). „In den letzten Jahren haben wir mit Studien wie ‚Freder1k in Sachsen‘ und ‚Fr1da in Bayern‘ viele Erfahrungen sammeln können, was die Umsetzbarkeit von Typ-1-Diabetes Risiko-Screening-Studien angeht. Durch diesen Erfolg können wir jetzt einen Schritt weitergehen und die Prävention voranbringen – die Chancen dafür stehen gut“.

„Für diese Studie eröffnen wir in den Räumen der Kinderklinik ein modernes Studienzentrum Pädiatrie“, erklärt der Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Prof. Reinhard Berner. Die Familien werden hier über die POInT-Studie informiert, im Umgang mit dem Medikament geschult und alle zwei Monate beziehungsweise später alle sechs Monate medizinisch untersucht. Das Studienzentrum soll – in enger Zusammenarbeit mit dem CRTD – Ausgangspunkt für den Aufbau eines „Centers for Early Diagnostics and Prevention of Childhood Inflammatory Diseases“ werden, das mittel- und langfristig in Dresden die translationale klinische Forschung für Kinder ermöglichen soll.

Für Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums, ist dieser Schritt nur konsequent: „Als Hochschulmedizin haben wir immer die enge Zusammenarbeit mit den Forschungseinrichtungen in unserer Nachbarschaft unterstützt, denn ich bin mir sicher, dass es funktionierender Kooperationen bedarf, um die neuesten Therapieansätze zu unseren Patienten zu bringen. Davon profitieren nun die in Sachsen zur Welt gekommenen Kinder und die jungen Eltern, die zuerst am Neugeborenenscreening der Freder1k-Studie teilgenommen haben und nun bei uns im Studienzentrum Pädiatrie innerhalb der POInT-Studie umfassend betreut werden können.“ Die POInT-Studie ist nicht nur eine einmalige Chance für die betroffenen Familien, „diese Studie könnte weltweit im Kampf gegen Typ-1-Diabetes eine ganz neue Dimension der Prävention von Autoimmunerkrankungen eröffnen.“, führt Prof. Bonifacio aus.

Gemeinsam mit Partnern in Deutschland, Schweden, Großbritannien, Polen, Belgien und Deutschland sollen europaweit mehr als 300.000 Kinder auf ein erhöhtes Typ-1-Diabetes-Risiko untersucht werden. „Jedes Kind, bei dem ein erhöhtes Risiko festgestellt wird, bekommt die Teilnahme an dieser Präventionsstudie angeboten. Sollte diese Studie das erhoffte Ergebnis erbringen, wäre dies ein Durchbruch in der Prävention einer bisher unheilbaren Krankheit“, sagt , Prof. Reinhard Berner: „In der Klinik sehen wir, in welche lebensbedrohlichen Situationen Kinder kommen, wenn sie an Typ-1-Diabetes erkranken und welch lebenslanges Schicksal das für die betroffenen Patienten und Familien bedeutet.“

Weitere Informationen zur POInT-Studie
www.gppad.org/de/point-studie/

Bad father is smoking and holding baby.

Passivrauchen – Gefahr für die Kleinsten

Passivrauchen gefährdet Ungeborene sowie Kinder und Jugendliche in großem Maße, warnt Dr. Freerk Prenzel, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Leipzig. „Wenn ein Kleinkind ständig unter Mittelohrentzündungen leidet und seine Sachen riechen nach Rauch, sollten Ärzte und Schwestern, aber auch Tanten und Omas aufmerksam werden“, sagt der Experte für Kinderpneumologie und Kinderallergologie. „Denn Mittelohrentzündungen könnten eine Folge davon sein, dass die Eltern rauchen – und das Kind ständig passiv mit.“

Wenn die Schwangere selbst raucht oder fortwährendem Tabakkonsum ausgesetzt ist – also eine Passivraucherin wird, weil zum Beispiel der Partner raucht –, können beim werdenden Kind Entwicklungsschädigungen entstehen, die sich im gesamten späteren Leben negativ bemerkbar machen. In Extremfällen können diese Schädigungen sogar zur Früh- oder Fehlgeburt führen. „Auch plötzlicher Kindstod, Fehlbildungen, eingeschränkte Lungenfunktion, Kreislauferkrankungen, geistige Entwicklungsstörungen und auch Verhaltensstörungen sind mit indirektem Nikotinkonsum assoziiert“, so Dr. Prenzel.

Die Gefahren für das Kind werden nicht weniger, wenn es auf der Welt ist und die Eltern rauchen und somit das Baby selbst zum Passivraucher wird. Die dann lauernden Mittelohrentzündungen gehören noch zu den harmlosen Erkrankungen. Denn Lungeninfektionen und Asthma, Krebserkrankungen, Stoffwechselstörungen und Veränderungen des Immunsystems sind nicht selten. „Das tägliche Einwirken von Tabakrauch ist das größte Problem“, so der Leipziger Kinderarzt. „Und wenn die Eltern sich selbst beruhigen wollen, indem sie sagen, nur draußen auf dem Balkon zu rauchen – da muss ich sagen: Studien zeigen, dass die Stoffe, die beim Rauchen frei werden, sich an den Händen, der Bekleidung und dann auch im Hausstaub nachweisen lassen. Und auf dem Teppich krabbeln die Kleinen herum. Kein Wunder, dass dann die Abbauprodukte von Nikotin im Urin der Kinder zu finden sind.“

Das Rauchen der Eltern im Auto ist aus der Sicht des Mediziners eine „erhebliche Gefährdung der eigenen Kinder“. Da spiele auch keine Rolle, ob die Klimaanlage laufe, ein Fenster offen sei oder nicht. Eine einzige Zigarette habe auf einem Kubikmeter mehr oder weniger abgeschossenem Raum sehr intensive Wirkung.

Wie Dr. Prenzel weiter sagt, würde die konsequente Umsetzung der WHO Rahmenkonvention zur Eindämmung des Tabakgebrauchs und die Realisierung des vom Medizin-Journal „Lancet“ ausgerufenen Ziels, bis 2040 die Zahl der Raucher unter fünf Prozent der Bevölkerung zu drücken, ein riesiger Schritt auch für die Gesundheit der Kinder sein.

„In Deutschland wurde mit dem Rauchverbot für die meisten Gaststätten, mit der teilweisen Einschränkung von Tabakwerbung und dem Aufdruck von Krankheitsbildern auf Zigarettenschachteln schon einiges bewegt“, so der Leipziger Kinderarzt. „Dennoch erachte ich es als einen grundlegenden Fehler, die Tabakwerbung nicht komplett zu verbieten.“ Zugleich ist er sicher, dass das Rauchen nicht nur gebrandmarkt werden muss, sondern Rauchern auch geholfen werden muss, von der Sucht loszukommen. Unter rauchfrei-info.de werde viel Information geboten und gleichzeitig Hilfsangebote gemacht. „Ich tue mit Nichtrauchen etwas für mich, ich tue mit Nichtrauchen etwas für meine Kinder und ich tue mit Nichtrauchen etwas für meinen Geldbeutel – wenn es gelänge, diese Erkenntnisse in die Hirne der Raucher zu pflanzen, wäre viel gewonnen.“

Wickelkommode & Co

Übergewicht durch Schlafmangel?

Schlafmangel kann ganz schön schlechte Laune machen – vermutlich jeder hat es schon einmal erlebt, nach einer Nacht mit wenig Schlaf am nächsten Tag ziemlich gerädert und außer Form zu sein. Starker Schlafmangel führt zu einer herabgesenkten Leistungs- und Aufmerksamkeitsfähigkeit. Häufig gesellt sich dazu ein stark ausgeprägter Appetit, insbesondere auf fettige oder stark gezuckerte Speisen. Grund dafür könnte das Belohnungssystem im Gehirn sein, welches bei Müdigkeit mehr als sonst „gefüttert“ werden muss und so auf Dauer zu Übergewicht führt.

Schlafmangel wird deshalb auch immer häufiger in einen Zusammenhang mit der Entstehung von Übergewicht und Adipositas gebracht. Übergewicht und Adipositas werden gängiger Weise mithilfe des Body Mass Index (kurz: BMI) klassifiziert. Zur Berechnung des BMI wird das Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße gesetzt. Die Formel lautet: kg/m2. Wiegt eine Person 80 kg bei einer Körpergröße von 1,70 m, beträgt ihr BMI 27,7 (80 / 2,89 = 27,68). Ein BMI von 25 kennzeichnet Übergewicht, sodass in dem Beispiel mit einem BMI vom 27 Übergewicht vorliegt. Von Adipositas, also krankhaftem Übergewicht, spricht man ab einem BMI von 30.

Forscher aus Großbritannien und den Niederlanden untersuchten in ihrer Studie nun, ob die Schlafdauer bei Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen im Zusammenhang mit der Entwicklung von Übergewicht oder Adipositas steht. Die Forscher suchten in medizinischen Datenbanken nach Studien, die von anderen Forschern zu diesem Thema durchgeführt wurden. Insgesamt konnten sie 42 Studien finden.

Eine kurze Schlafdauer begünstigt bei Kindern die Entstehung von Übergewicht

7 Studien zeigten, dass eine kurze Schlafdauer im Kleinkindalter die Entstehung von Übergewicht und Adipositas begünstigt. Ähnliches konnte auch in der frühen und späten Kindheit gesehen werden. Hierzu lagen den Forschern 8 bzw. 3 Studien vor. Weitere 3 Studien zeigten, dass wenig Schlaf auch bei Jugendlichen ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Übergewicht und Adipositas mit sich brachte. Die zusammenfassende Auswertung von 16 Studien über alle Altersgruppen hinweg zeigte zudem, dass ein Anstieg der Schlafdauer zu einer Abnahme des BMIs führte.

Wenig zu schlafen stellt den Ergebnissen dieser Studie zufolge einen wichtigen Risikofaktor für ein erhöhtes Körpergewicht bei Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen dar. Eltern können einen wertvollen Beitrag zum Schutz ihrer Kinder vor Übergewicht leisten, wenn sie auf eine gute Schlafdauer ihrer Kinder Acht geben und darauf bedacht sind, gute Schlafgewohnheiten einzuüben.

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Original Titel:
Sleep duration and incidence of obesity in infants, children, and adolescents: a systematic review and meta-analysis of prospective studies

 

Rubrik gesundheit

Mama massiert – Baby genießt!

Ein Neugeborenes nimmt seine Umgebung über den Tastsinn wahr. Durch die Berührungen bei der Babymassage erlebt das Kind eine ganzheitliche Fürsorge. Sie wirkt sich positiv auf eine natürliche, gesunde Entwicklung sowie auf den Kreislauf, die Muskulatur, die Durchblutung und die Verdauung des Säuglings aus.

Die meisten Hebammen wissen, wer Kurse für die Babymassage anbietet, oft leiten sie auch selbst Kurse. Für Mütter oder Väter bietet es sich an, solch einen Kurs zu belegen,um die richtigen Techniken zu erlernen.

Auch wenn Sie selbst loslegen möchten, geht das. Es gibt jedoch einige Punkte, die Sie auf jeden Fall beachten sollten. Das Zimmer sollte warm sein, es darf nicht ziehen. Das Baby liegt auf einem Handtuch oder gefaltetes Laken, vielleicht mit einer Unterlage darunter. Wenn Sie den Eindruck haben, dass es im Raum zu kühl ist, können Sie eine Wärmelampe oder einen Heizlüfter aufstellen. Dann kann Ihr Baby auf jeden Fall während der Massage nackt bleiben.

Wenn Sie Öl oder eine Creme verwenden, gleiten Ihre Hände leichter über die Haut des Babys und das ist vielleicht auch für Ihr Baby entspannender. Verwenden Sie eine Feuchtigkeitscreme, pflanzliches oder mineralhaltiges Babyöl für die Massage. Auch Kokosfett (Palmin-Würfel) ist bei einigen Eltern sehr beliebt.

Es gibt jedoch einige Öle und Cremes, die lieber nicht verwendet werden sollten, weil sie die Haut Ihres Babys irritieren können. Diese sind:

  • Senföl, weil es durch die Herstellungsmethode vielleicht mit anderen Samen verunreinigt worden ist .
  • nicht raffiniertes Erdnussöl, weil die Proteine darin eine allergische Hautreaktion bei Ihrem Babys hervorrufen können. Es ist schwierig, reines raffiniertes Erdnussöl zu finden.
  • Wasserhaltige Creme, weil sie Reinigungsmittel enthält, die die Haut Ihres Babys irritieren können.

Die Massage beginnt immer mit den Beinen und Füßen des Babys, bevor die Arme, Hände und der Körper folgen. Babys wissen die immer gleiche Reihenfolge zu schätzen, es beruhigt sie, wenn sie wissen, was kommt. Bei den ersten Malen, reicht es, sich auf die Beine und Füße des Babys zu beschränken. Es sollte sich langsam an das Gefühl gewöhnen.

Und so könnte die Massage aussehen:

  • Wärmen Sie einen kleinen Spritzer Öl oder Creme an, indem Sie ihn in Ihren Handflächen reiben.
  • Reiben Sie das Öl oder die Creme sehr sanft in die Haut Ihres Babys, wobei Sie mit seinen Füßen beginnen.
  • Machen Sie sanft kreisende Bewegungen an jedem Zeh, pressen Sie dann mit den Daumen auf die Fußsohlen Ihres Babys.
  • Arbeiten Sie sich zu den Beinen hoch, indem Sie sanft die Waden und Oberschenkel drücken, als wenn Sie Ton formen.
  • Um die Brust und den Bauch Ihres Babys zu massieren, legen Sie beide Hände flach auf die Mitte seines Körpers. Bewegen Sie Ihre Hände sanft zur Seite, als würden Sie Buchseiten glatt streichen.
  • Ihre Hände sind noch flach. Mit den Fingerspitzen machen Sie nach außen kleine streichelnde Kreisbewegungen.
  • Machen Sie das so lange, wie Ihr Kind es zu genießen scheint.
10 Tipps zum Schuhkauf

Die ersten Schuhe

Endlich kann das Baby laufen. Und am besten ist es, Eltern lassen Kinder so viel und oft wie möglich barfuß die Welt erobern. Kinder lieben es, den Rasen oder Sand unter ihren Füßchen zu spüren. Auch für den Aufbau der Muskulatur, der Festigung der Sehnen und Knochen, für den Gleichgewichtssinn und ihre Standfestigkeit ist die direkte Berührung mit dem Boden die beste Grundlage. Doch manchmal braucht das Kind auch ein paar Schuhe. Und da gibt es einiges zu beachten. Dr. Siegfried Schwarzer, Leiter des Qualitätsmanagements bei RENO, gibt zehn Tipps, worauf Sie beim Schuhkauf für Ihre Kinder achten sollten.

10 Tipps für den Einkauf von Kinderschuhen

1 Nur die Länge messen, reicht nicht. Auch die individuelle Form der Füße muss beim Schuhkauf beachtet werden. So brauchen schlanke Füße für den richtigen Halt anders geformte Schuhe als kräftige Füße.

2 Füße professionell und regelmäßig vermessen lassen. Kinderfüße wachsen schnell und sollten spätestens alle drei Monate neu vermessen werden. Die genauesten Messergebnisse liefern dabei Fußmess-Scanner, wie wir sie in allen unseren RENO-Filialen einsetzen.

3 Immer beide Füße vermessen. Unterschiede von bis zu zwei Schuhgrößen zwischen dem linken und dem rechten Fuß sind bei Kindern keine Seltenheit. Daher sollten beide Füße vermessen und die Schuhgröße entsprechend dem größeren der beiden Füße gekauft werden.

4 Auf die Innenlänge der Schuhe kommt es an. Oftmals sind die Schuhgrößen bei Kinderschuhen falsch ausgegeben, was erklärt, warum die Schuhe mancher Firmen größer und anderer kleiner ausfallen. Wichtig ist, dass die Innenlänge der Schuhe der benötigten Schuhgröße entspricht.

5 Auf die Form der Schuhe kommt es an. Damit sich das Kind mit dem Schuh richtig bewegen kann und trotzdem guten Halt hat, müssen die Schuhe zur Fußform passen. Das heißt schmale Füße brauchen engere Schuhe, kräftige Füße benötigen weitere Schuhe.

6 Genügend Freiraum vor den Zehen lassen. Viele Eltern kaufen die Kinderschuhe nach der „Daumenmethode“: wenn zwischen großem Zeh und Schuhspitze ein Daumen breit Platz ist, wird der Schuh gekauft. Forscher allerdings raten, dass eine optimale Zugabe bei Kinderschuhen 12 mm umfasst, was in etwa zwei Schuhgrößen entspricht.

7 Nicht auf die Aussagen der Kinder verlassen. Da das Nervensystem sich bei Kindern noch in der Entwicklung befindet, ist das Empfinden der wachsenden Kinderfüße noch nicht so genau wie bei Erwachsenen. Daher merken sie oftmals beim Anprobieren nicht, ob der Schuh irgendwo drückt. Außerdem lassen sich Kinder oft von der bloßen Optik eines Schuhs überzeugen.

8 Bei Kinderschuhen das Schuhgeschäft dem Online-Handel vorziehen. Nicht nur wegen der professionellen Vermessung der Kinderfüße vor Ort, sondern auch wegen der fachmännischen Beratung ist der Kauf von Kinderschuhen im Schuhgeschäft zu empfehlen. Auch die angesprochene Schuhform lässt sich besser beurteilen, wenn man den Schuh in die Hand nehmen und selbst anschauen kann.

9 Auf gute Qualität achten. In Kinderschuhen dürfen auf keinen Fall Schadstoffe sein. Hochwertige und belastbare Materialien sorgen bei der starken Beanspruchung, denen Kinderschuhe ausgesetzt sind, für eine lange Lebensdauer. Zusätzliche Extras, die der Sicherheit dienen – wie etwa reflektierende Details zum besseren Erkennen in der Dunkelheit – sollten ebenfalls auf Ihrer Checkliste stehen.

10 Wechselschuhe einplanen. Kinderfüße schwitzen deutlich mehr als Füße von Erwachsenen, deshalb sind Wechselschuhe ein Muss. Die getragenen Schuhe müssen stets gut austrocknen und lüften, um ein gutes Schuhklima zu gewährleisten. Außerdem sorgen unterschiedliche Sohlen und Materialien auch für eine andere Belastung der Füße und dienen damit dem Training und der gesunden Entwicklung der Kinderfüße.

Kinderprodukte - Augen auf beim Kauf

Zahnpflege beginnt vor dem ersten Zahn

Regelmäßige und gründliche Zahnpflege bei Kleinkindern sollte eine Selbstverständlichkeit sein. So weit die Theorie. Doch wie sieht es in der Praxis aus? Zwei repräsentative Umfragen zeigen, wie Eltern mit der täglichen Pflicht umgehen – und dass sie die Gefahr durch frühkindliche Karies mitunter unterschätzen.

59 % der deutschen Mamas* beginnen mit der Mundhygiene nach dem ersten Babyzahn. Nur 12 % fangen damit direkt nach der Geburt an.*

Zahnärzte empfehlen, mit der Pflege des Mundraumes zu beginnen, bevor der erste Zahn sichtbar wird. Denn die regelmäßige Pflege des Mundraumes bildet die Basis für gesunde Milchzähne und sollte daher sehr früh und sorgsam angegangen werden. Vor dem Durchbruch des ersten Zahnes können zum Beispiel die Kieferkämme sanft massiert und gereinigt werden – das erleichtert das Zahnen und gewöhnt die Kleinen an das tägliche Ritual.

77 %  der befragten Mütter machen sich nicht so große bis gar keine Sorgen, dass ihr Kind Karies bekommen könnte.*

…zu Unrecht, denn eine Karieserkrankung der Milchzähne kann schwerwiegende Folgen haben: Ein erhöhtes Kariesrisiko im bleibenden Gebiss, Fehlstellungen, eine gestörte Sprachentwicklung sowie ein gemindertes Kauvermögen sind in einigen Fällen die Konsequenz einer frühkindlichen Karieserkrankung.

74 % der Eltern gehen mit ihrem Nachwuchs ab dem ersten Geburtstag zum Zahnarzt und 34 % davon sogar erst nach Vollendung des zweiten Lebensjahres.*

Das ist zu spät: Der erste Besuch beim Zahnarzt wird bereits mit dem Durchbruch der ersten Zähne empfohlen, der Kinderarzt macht Eltern bereits bei der Vorsorgeuntersuchung U5 (6.-7. Lebensmonat) darauf aufmerksam und notiert den Verweis zum Zahnarzt im Kinderuntersuchungsheft. Danach gehen die Zahnprophylaxe-Termine im halbjährlichen Turnus weiter.

Und wer ist für die Zahnpflege im Familienhaushalt zuständig?

 

1 % der Mütter gibt an, der Papa kümmere sich allein um die Kinderzahnpflege.

Mehr als die Hälfte regelt die Mundhygiene im Team mit dem Partner.

41 % der Mütter übernehmen die Ver­antwortung allein.**

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*Repräsentative forsa Umfrage unter 1.003 Eltern von 3- bis 8-jährigen Kindern zum Thema „Mundhygiene und Zahngesundheit bei Kindern“ im Auftrag
von MAM Babyartikel GmbH, Stand August 2016

**Repräsentative Online-Umfrage unter 2.772 Müttern (Mitglieder des MAM Club) mit Kindern im Alter von null bis sechs Jahren;
durchgeführt im August 2017

Geistige und körperliche Entwicklung

Bewegung fördert die gesamte Entwicklung

Bewegung liegt dem Baby von Anfang an im Blut. Sie ist Voraussetzung für seine körperliche und geistige Entwicklung. Unterstützen Sie die angeborene Bewegungsfreude ihres Nachwuchses! Es ist ganz einfach und macht allen Spaß.

DAS ERSTE JAHR PRÄGT UNSER GANZES LEBEN

Sind Kinder musikalisch? Nicht alle in gleicher Ausprägung, das ist klar. Nicht jedes Kind entwickelt sich zum Geigenvirtuosen oder hat das Talent zum Rockstar. Tatsache ist aber, dass das Baby schon im Mutterleib Töne und Melodien wahrnimmt, auf diese mit deutlichen Bewegungen reagiert und nach seiner Geburt offensichtlich auch wiedererkennt. So wie ihm Mamas und Papas Stimme von Anfang an vertraut sind und auch das Bellen des Hundes – sofern Sie einen haben. Babys nehmen Geräusche, Töne und Melodien schon sehr früh im Mutterleib wahr. Und das Gefühl für Rhythmen und Musik hilft ihm bei der Entwicklung seiner motorischen Fähigkeiten im Säuglings- und Kleinkindalter.

Rhythmus liegt uns im Blut

Renate Zimmer, Professorin für Sport- und Bewegungswissenschaft an der Universität Osnabrück, beschäftigt sich seit langem mit dem Thema. Ihre klare Aussage: „Rhythmus bestimmt von Anfang an unser Leben. Zentrale Fähigkeiten wie die Raum-Lage-Wahrnehmung, das Gleichgewichtsempfinden und die Körperwahrnehmung werden erst in Bewegung angeregt und ausgeprägt.“ Bewegung ist also eine zentrale Voraussetzung für Entwicklung.

Bewegungsprogramm

Eltern können die Entwicklung ihres Babys fördern, indem sie seine angeborene Bewegungsfreude durch altersgerechte Animation unterstützen und fördern. Sobald die Kleinen dazu in der Lage sind, strampeln sie mit Ärmchen und Beinen, bewegen ihr Köpfchen und klatschen in die kleinen Händchen. Klatschen Sie also ruhig selbst rhythmisch in die Hände und machen Sie lebhafte Kopfbewegungen. Babys freuen sich über das Bewegungsprogramm, das ihnen geboten wird und setzen alles daran, den Spaß selbst mitzumachen. Wenn die Kleinen sitzen können, kann man dem Nachwuchs durch Bewegungsspiele wie Wippen und Hoppe-Hoppe-Reiter viel Spaß bereiten. Nehmen Sie Ihr Baby auf den Arm und tanzen Sie zur Musik. Das Baby genießt sowohl die Musik wie auch die Bewegungen.

Motorische Fähigkeiten

Die Bewegungen zu Musik machen den Kleinen nicht nur jede Menge Spaß, sondern fördern auf ganz spielerische Art auch ihr Körpergefühl. Rhythmische Bewegungen sind ein wichtiger Baustein für die Entwicklung seiner motorischen Fähigkeiten und eine Voraussetzung für die Koordinierung seiner Körperbewegungen

Was Kinder noch stark bewegt und stark macht für sein Leben?

Die Liebe und das Vertrauen seiner Eltern. Sie sind am Anfang des Lebens die wichtigste Basis für seine emotionale Entwicklung und geben ihm den nötigen Rückhalt für das ganze Leben. Im Laufe seiner Entwicklungsfortschritte sind Stürze und kleine Blessuren unvermeidlich. Haben Sie keine Angst, dass ihr kleiner Schatz sich verletzt, nehmen Sie ihm nicht den Mut, sich und seine Möglichkeiten auszuloten – auch wenn es mal wehtut. Wenn das Baby weiß, dass Mama und Papa helfend und tröstend zur Stelle sind, traut es sich trotz der kleinen Rückschläge immer mehr zu. Von 100 Versuchen, sich am Tischbein hochzuziehen, gehen garantiert 99 schief.

Du schaffst das

Aber Ihr Kind wächst mit und an den Herausforderungen, die das Leben bereithält. Es möchte wachsen, damit es irgendwann auf seinen eigenen Beinen stehen kann. Geben Sie ihm die Unterstützung, die es braucht. Zeigen Sie ihm: Du kannst das schaffen – auch wenn du immer wieder auf den Hosenboden fällst! Lass dich nicht entmutigen – auch wenn es mal wehtut! Trau dich – auch wenn es unmöglich erscheint! Wir sind da und fangen dich auf – wann immer du uns brauchst! Denn wir lieben dich und wir trauen dir zu, dass du deinen Weg gehen wirst!

So geht Ihr Kind seinen Weg

Übervorsichtige, ängstliche Eltern möchten ihr Kind vor jedem Schmerz und jedem Rückschlag bewahren. Damit tun sie ihrem Nachwuchs aber keinen Gefallen. Erst die Übung macht den Meister. Rückschläge machen schlau und stark!

Nehmen Sie sich Zeit für Ihren Nachwuchs. Sie müssen weder sich selbst noch Ihr Baby unter Termindruck setzen, damit es in den Genuss aller denkbaren Frühförderungskurse kommt.

Legen Sie eine CD ein, nehmen Sie Ihr Baby auf den Arm – später kann es sich auch schon alleine zum Rhythmus der Musik bewegen – und tanzen Sie durch die eigenen vier Wände! Es ist ganz einfach, die angeborene Bewegungsfreude zu fördern. Und wetten, dass Ihnen die Verbindung von Musik und Tanz auch guttut?

Musik kommt schon vor der Geburt beim Baby an. Ihr Kind registriert schon in der Schwangerschaft, welche Töne Mama besonders gerne mag. Und es entwickelt seinen eigenen Geschmack. Testen Sie es. Ruhige Melodien beruhigen das Baby, Technomusik regt an. Da macht es auch Sinn, dem Baby im Mutterleib immer wieder eine Beruhigungsmelodie vorzuspielen, die in unruhigen Situationen später beruhigend wirkt.

Bewegung bringt Bewegung ins Gehirn

Ergebnisse der Hirnforschung haben gezeigt, dass bewegte Kinder auch geistig beweglicher sind. Bewegung macht es möglich, dass der Nachwuchs seine Motorik zu koordinieren lernt. Im Gehirn passiert etwas ganz ähnliches. Hier müssen sich Milliarden Zellen miteinander vernetzen, damit das Gehirn seine Aufgaben und Funktionen richtig wahrnehmen kann. Für die Bildung dieser Synapsen ist Bewegung das beste Training.

Osteopathie - Hilfe für Ihr Baby

Wie Osteopathie Babys hilft

Immer öfter suchen Eltern mit ihren Babys die Hilfe von Osteopathen. Die Gründe reichen von langanhaltendem Schreien der Kleinen über häufiges Erbrechen bis hin zu Dreimonatskoliken. Auch in späteren Jahren etwa bei Wachstumsstörungen, Konzentrationsschwächen oder Wasser im Ohr führt für viele der Weg mit ihren Kindern zur schonenden manuellen Therapie. Der Arbeitskreis Kinderosteopathie des Bundesverband Osteopathie e.V. – BVO zeigt, wie die osteopathische Behandlung den Kleinen hilft und worauf Eltern achten sollten.

Sanften manuellen Techniken

Osteopathie ist ein eigenständiger medizinischer Ansatz für Vorsorge, Untersuchung und Behandlung. Er basiert auf der Erkenntnis, dass der gesamte menschliche Körper eine Funktionseinheit ist. Alle Strukturen wie Organe, Gefäße, Gewebe und Knochen stehen in Verbindung und besitzen eine normale Grundspannung. Blutkreislauf und Lymphsystem sichern die Versorgung der Bestandteile beispielsweise mit Nähr- und Botenstoffen. Störungen und Überspannungen beeinträchtigen die Zirkulation und Zufuhr etwa von Sauerstoff und Hormonen. Beschwerden wie Rückenschmerzen oder Magenleiden, die ihren Ursprung in Blockaden an ganz anderer Stelle haben, können entstehen. Dort setzen Osteopathen mit ihren Händen an und lösen die Störungen mit sanften manuellen Techniken auf.

Spannungen am Bindegewebe

Osteopathie ermöglicht eine wirksame und gleichzeitig schonende Behandlung für typische Beschwerden von Säuglingen, Kleinkindern und Heranwachsenden. Das gilt beispielsweise für Schreikinder: Rund jedes fünfte Neugeborene gehört dazu, weint über einen längeren Zeitraum oft, fortdauernd und heftig. Eine Belastung für Kind und Eltern, besonders, wenn bisher keine greifbaren Ursachen gefunden wurden. Einen Grund für das Schreien sieht die Osteopathie unter anderem in Spannungen am Bindegewebe der Nahtstellen der Schädelknochen. Die Knochen sind noch beweglich, haben sich bei der Geburt auf- und zugefaltet. Sind dabei an den Knochennähten Verklebungen oder Blockaden entstanden, führt das zu unangenehmem Druck. Osteopathen spüren die Spannungen mit feinfühligen Tastbewegungen auf und normalisieren diese.

Dreimonatkoliken

Auch Dreimonatkoliken können bei Säuglingen zu Unwohlsein führen. Anstatt nur Symptome zu lindern, greifen Osteopathen die Ursachen an. Oft liegen diese in einer mangelnden Hormonversorgung und Mobilitätsstörungen des Darms, der dadurch verkrampft. Stuhl verweilt zu lange im Darm, Blähungen entstehen und die Babys verspüren kolikartige Schmerzen. Osteopathen ertasten die Verkrampfungen und lösen diese. Sie normalisieren zudem die Versorgung des Verdauungstrakts. Erbrechen sich Babys übermäßig, liegt das meist am Magenpförtner (Pylorus), der sich nicht richtig in den Darm öffnet. Durch eine Verengung kann Nahrung nicht weitergeleitet werden und wird erbrochen. Osteopathen lösen die Verkrampfung am Magenausgang und mobilisieren den Pylorus, sodass eine vollständige Öffnung erfolgen kann.

Wachstumsschmerzen

Weitere Einsatzfelder ergeben sich auch in späteren Entwicklungsphasen der Kinder. Haben sie etwa Flüssigkeit im Ohr, lassen sich durch Osteopathie operative Eingriffe vermeiden. Die Ursache liegt in Blockaden des Verbindungskanals zwischen Rachen und Ohr. Meist ergeben sie sich durch Spannungen an den Knochennähten im Umfeld der Verbindungsröhre. Durch eine osteopathische Behandlung lassen sich Verklebungen lösen und der Abfluss von Flüssigkeiten wiederherstellen. Ein anderer Bereich sind Wachstumsschmerzen, die auftreten, wenn sich Knochen und umliegende Strukturen unterschiedlich schnell entwickeln. Mit manuellen Techniken fördern Osteopathen die Versorgung von Muskeln, Faszien und Bändern. So können sie mit dem Knochenwachstum wieder schritthalten.

Kinderosteopathie

„Osteopathie für Kinder ist eine Spezialdisziplin der Osteopathie“, unterstreicht Christoph Bellmann vom BVO-Arbeitskreis Kinderosteopathie. „Sie erfordert eine besondere Ausbildung. Babys und Heranwachsende sind mitten in ihrer Entwicklung. Beständig verändern sich ihre Muskeln, Gewebe und Knochen ebenso wie ihr Hormonhaushalt und Stoffwechsel. Kinderosteopathen benötigen umfassende Kenntnisse zu Entwicklung und Wachstum der Kleinen, um ihre Beschwerden sicher und wirksam behandeln zu können.“ Der Bundesverband Osteopathie e.V. – BVO zertifiziert Kinderosteopathen mit einem speziellen Siegel. Die Therapeuten müssen dafür eine reguläre Osteopathie- sowie eine umfangreiche Kinderosteopathie-Ausbildung nachweisen.

Über den Bundesverband Osteopathie e.V. – BVO

Der Bundesverband Osteopathie e.V. – BVO ist die berufliche Interessenvertretung für alle osteopathisch arbeitenden Therapeuten, Schulen und Einrichtungen in Deutschland. Seit 15 Jahren setzen sich die Organisation und ihre über 2.600 Mitglieder für eine Anerkennung der Osteopathie als Beruf durch ein Bundesgesetz ein. Als Basis dafür fordert der Verband eine Ausbildung mit mindestens 1.350 Unterrichtseinheiten begleitend zu einem Beruf als Arzt, Physiotherapeut, Heilpraktiker und medizinischen Masseur oder eine Vollzeitausbildung mit mindestens 5.000 Unterrichtseinheiten. Für die jährlich Millionen Patienten von Osteopathen führt der BVO in einem Online-Verzeichnis Therapeuten, die diesen Standards folgen. Dort findet sich zudem eine Liste mit rund 100 gesetzlichen Krankenkassen, die Osteopathie als wirksame medizinische Leistung teilweise oder ganz bezuschussen.

Quelle: Bundesverband Osteopathie e.V. www.bv-osteopathie.de