Category : Entwicklung

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Das Baby niemals schütteln

Eltern sollten ihr Baby niemals schütteln. Die Nackenmuskulatur eines Babys ist noch schwach und kann seinen großen und schweren Kopf nicht unterstützen. Wenn Eltern ihr Baby kräftig schütteln, fällt der Kopf daher hin und her. Durch die Scher- und Rotationskräfte können unter anderem die Blutgefäße zwischen harter und weicher Hirnhaut reißen, es bilden sich Blutergüsse und Schwellungen im Gehirn, die Netzhaut der Augen kann einbluten, und Nervenzellen werden geschädigt.

Auch die Wirbelsäule kann verletzt werden. „Die Folge sind schwere körperliche und geistige Schäden, wie verzögerte motorische Entwicklung, Sprach- und Sprechschwierigkeiten, Sehprobleme, Blindheit, Lähmungen, Epilepsie und sogar der Tod – Experten sprechen von Shaken-Baby-Syndrom oder Schütteltrauma“, erklärt Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin aus Weimar sowie Mitglied des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Mit den Nerven am Ende?

Untersuchungen haben ergeben, dass das Risiko eines Babys, ein Schütteltrauma zu erleiden, im ersten Lebenshalbjahr besonders groß ist. Häufig sind Schreibabys betroffen. Eltern dieser Kinder setzen sich selbst meist stark unter Druck, weil es ihnen nicht gelingt, ihr Kind zu beruhigen. „In Situationen, in denen junge Eltern mit den Nerven am Ende sind, weil das Baby nicht aufhört zu schreien, sollten sie es auf dem Rücken in sein Bettchen legen und die Tür schließen, bevor sie unüberlegt handeln. Tief durchatmen oder eine vertraute Person anrufen, kann dann helfen. Wenn das Baby mehr als zwei bis drei Stunden täglich schreit, länger als üblich schreit, es einen kranken Eindruck macht oder den Eltern Angst macht, dann sollten sie den Kinderarzt kontaktieren“, rät Dr. Niehaus. Falls Großeltern, ein Babysitter oder andere Personen einen Säugling betreuen, sollten Eltern sie rechtzeitig darüber informieren, wie gefährlich „Schütteln“ ist.

In Deutschland erleiden pro Jahr schätzungsweise 200 Babys ein Schütteltrauma. Schwere Gesundheitsschäden können auch auftreten, wenn ein Baby etwa von der Wickelkommode fällt. Deshalb das Kind niemals allein lassen, wenn es dort liegt. Fachleute empfehlen ohnehin, ein Baby auf der  Couch oder auf dem Teppich zu wickeln. Dann kann nichts Schlimmes passieren.

Father is helping his son to tie his shoes in the room on bed.

Kleine Schuh-Kunde

Flexibel, aber trotzdem stabil. Atmungsaktiv, aber trotzdem wasserundurchlässig – die Anforderungen an den perfekten Kinderschuh sind vielfältig. Kleine Füße brauchen passendes Schuhwerk – so viel ist klar. „Und kaum sind die neuen Treter dann richtig eingelaufen, werden sie auch schon wieder zu klein“, weiß Anike von Gagern, tausendkind-Gründerin und Zweifach-Mama, und verrät ihre besten Tipps.

Schuhgröße

„Schuhgrößen fallen von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich aus und Kinder können nur schwer beurteilen, ob ein Schuh passt. Ihre Füße sind noch weich und passen sich ganz ohne Schmerzen auch an viel zu kleine Schuhe an – besonders häufig dann, wenn sie dem Kind gut gefallen. Füße sollten in ihrer Wachstumsphase in regelmäßigen Zeitabständen vermessen werden. In einem Alter zwischen 1 und 3 Jahren alle 3 Monate, zwischen 3 und 6 Jahren etwa alle 4 Monate und in einem Alter bis 10 Jahren sollten Sie alle 5 Monate die Schuhgröße Ihrer Kids überprüfen.“

Krabbelschuhe

„Dank ihres soften Materials sind Krabbelschuhe aus Leder optimal für das Baby ge- eignet. Die weiche, exible Sohle, meist aus rauem Veloursleder, minimiert die Rutschgefahr. Gummi- züge an der Ferse geben Halt und lassen sich ein- fach an- und ausziehen.“

Lauflernschuhe

„Bei Lauflernschuhen sollte die Sohle eine hohe Flexibilität aufweisen, damit der Fuß natürlich abrollen kann. Mit Klettverschlüssen und Schnürsenkeln kann der Schuhumfang optimal angepasst werden. Die richtige Schafthöhe gibt Halt und schützt vorm Umknicken.“

Stiefel und Stiefeletten

„Die perfekten Begleiter im Herbst und Winter sind Stiefel mit robuster Außensohle und Schafthöhe, die meist über dem Knöchel beginnt und bis unter das Knie reichen kann. Wasserabweisende, aber trotzdem atmungsaktive Materialien wie z.B. GoreTex halten die Füße warm und trocken.“

Herauswachsen/Vererben

„Kinderfüße wachsen schnell, und so wird das Lieblingsschuhpaar gern auch mal an kleinere Geschwister weitergegeben. Bevor Ihre Kinder in gebrauchte Schuhe schlüpfen, sollten Sie unbedingt überprüfen, ob die Innen- und Außensohlen schon abgetragen sind, da Kinderfüße sich sonst diesem Profil anpassen würden, was die Entwicklung der Füße negativ beeinflusst. Solange also die gebrauchten Schuhe weiterhin in einem guten Zustand sind, können sie auch weiter getragen werden.“

 

Young mother, kissing and hugging her newborn baby boy

Alle Frühchen brauchen besondere Fürsorge

„Späte“ Frühchen wirken fast wie normale Neugeborene. Und doch brauchen sie besondere Fürsorge. „Diese Frühchen werden am Anfang fast immer überschätzt – von den Eltern und vom Personal in der Klinik“, erläutert die Berliner Hebamme Corinna Lenné. „Aber sie sind nicht nur ein bisschen kleiner, sondern unreif und benötigen Aufmerksamkeit und Unterstützung.“ Viele späte Frühchen – Kinder, die zwischen der 34. und 38. Woche geboren wurden – haben Anpassungsprobleme. Professor Christian Poets von der Uniklinik für Kinder- und Jugendmedizin in Tübingen betont: „Mittlerweile weiß man auch, dass späte Frühchen ein erhöhtes Risiko für chronische Krankheiten haben wie auch ein höheres Risiko zu sterben.“

Das häufigste Problem ist die mangelnde Ausreifung der Lungen, die sich in ständiger Atemnot äußern kann. Zudem sind Frühchen besonders anfällig für Unterzuckerungen. Denn sie haben geringere körpereigene Energiereserven, aber einen erhöhten Bedarf, um die Körpertemperatur zu halten. „Der beste Platz für ein spätes Frühchen ist auf dem nackten Bauch der Mutter oder des Vaters“, so Lenné. Viel Hautkontakt schützt vor Auskühlung und fördert das Stillen.

Frühgeborenen-Station als erstes Kinderzimmer

Viele Umweltfaktoren haben nachweislich einen elementaren Einfluss auf die Entwicklung von frühgeborenen Kindern“, betont Barbara Mitschdörfer vom Bundesverband „Das frühgeborene Kind“ e.V. eindringlich. Für betroffene Familien werde die Frühgeborenenstation zum ersten Kinderzimmer, natürlich für einen begrenzten Zeitraum – daher seien die räumlichen Gegebenheiten von essentieller Bedeutung. „Eine moderne Frühgeborenenversorgung setzt hier auf entwicklungsfördernde Raumkonzepte für einen optimalen Start ins Leben, um den besonderen Bedürfnissen von diesen Familien gerecht zu werden“, erklärt Mitschdörfer weiter.

Durchdachte Raumkonzepte, farbliche Gestaltung und wohnliche Materialien, vereint mit einer pragmatischen Anordnung und Unterbringung modernster Medizintechnik – all diese Vorkehrungen sollen die kleinen Patienten vor unnötigem Stress schützen, der Familie einen geschützten Raum und Rückzug gewähren und somit ein höchst mögliches Maß an störungsfreier Privatsphäre in einer medizinischen Einrichtung gewährleisten. Praktiziert wird ein entwicklungsförderndes Raumkonzept zum Beispiel im Eltern-Baby-Zentrum der Landeskliniken Salzburg im benachbarten Österreich.

ultraschall archiv

Baby-Scanner für daheim

Noch eine Weiterentwicklung, die Mamas und Papas Herzen höher schlagen lässt: Werdende Eltern können ihr Baby jetzt dank einer Software namens Baby Scan zu jeder Zeit per Ultraschall in 2D oder 3D über eine App beobachten. Über die Cloud lassen sich die Bilder auch noch mit Verwandten fürs Familienalbum teilen. Baby-Scan sorgt dafür, dass eine Frau ihre Schwangerschaft noch intensiver erlebst. Für viele werdende Eltern dürfte es einfach toll sein, das Wachstum und die Entwicklung des Kindes sehen zu können. Vor allem, weil sie diese Bilder mit Familie und Freunden teilen können. Der Baby-Scanner ist allerdings kein Ersatz für medizinisch notwendige Ultraschalluntersuchungen. Professionelle Ultaschallgeräte, wie sie beim Arzt stehen, haben eine bessere Auflösung und lassen sich zielgerichteter steuern bei der Untersuchung. Sie bieten darüber hinaus eine Vielzahl von Diagnosemöglichkeiten. Der Scanner für den Hausgebrauch sollte daher vor allem als ein Extra betrachtet werden, das eine Schwangerschaft noch intensiver erlebbar und die Vorfreude auf den kommenden Nachwuchs noch größer macht.

Ultraschallbilder als Video speichern

Die Baby-Scan-App ist das Tool, um über alle wesentlichen Details der Entwicklung eines Babys informiert zu bleiben. Die App wird über WLAN mit dem eigentlichen Scanner verbunden. Die Ultraschallbilder können direkt als Bilder oder Videos gespeichert werden. Die Bilder werden in eine Zeitleiste gestellt, sodass die Entwicklung übersichtlich nachvollzogen werden kann. Die in der App gespeicherten Daten werden in einer sicheren Umgebung gespeichert. Dadurch ist der Datenschutz des Benutzers gewährleistet. Darüber hinaus enthält die App einen Wehen-Timer, ein Babynamen-Tool und einen Blog mit allerlei interessanten Fakten. Die App ist für alle kostenlos und kann heruntergeladen werden im AppStore oder bei Google Play. Der Scanner allerdings ist nicht umsonst. Sein Preis liegt bei ca. 500 Euro. Ähnliche Geräte gibt es schon länger auf dem Markt, auch zu deutlich niedrigeren Preisen. 3D-Aufnahmen zu nichtmedizinischen Zwecken („Babykino“) jedoch werden ab 2021 verboten sein, weil sich das Gewebe des Fötus dabei erwärmen kann. Experten empfehlen, solche Scanner daher nicht täglich einzusetzen. 2D-Aufnahmen bleiben weiterhin erlaubt.

 

Muss mein Baby auf Diät?

Ist mein Baby zu dick?

Muss ich mein Baby etwa auf Diät setzen? Wenn sich die Backen blähen, gerät so manche Mama in Sorge

Rund und rosig strahlt einen der kleine Wonneproppen an, kleine Speckpölsterchen an Armen und Beinen, schöne dicke Backen. Das Baby ist rundumzufrieden mit seiner Figur, nur seine Eltern kommen ins Zweifeln: Hat es vielleicht doch ein Pfündchen zuviel auf den Rippen? Mag sein, aber im zarten Alter bis zu einem Jahr spielt das noch keine Rolle. Es gibt Kinder, die mit deutlich mehr Gewicht auf die Welt kommen als andere und es in der ersten Zeit auch halten. Später wachsen sie in Windeseile aus ihren Speckschichten heraus und werden gertenschlank.

Das Geburtsgewicht ist nicht entscheidend

Das Gewicht eines Babys lässt daher keine Rückschlüsse darauf zu, ob es später übergewichtig sein wird oder nicht. So gibt es Babys, die als Hänfling geboren werden, aber schon bald einen sehr guten Appetit entwickeln. Sie nehmen rasch zu. Umgekehrt können proppere Neugeborene rasch abnehmen, weil sie weniger Hunger haben als andere Babys. In der ersten Zeit sollten Eltern nur darauf achten, dass ihr Nachwuchs regelmäßig das bekommt, was er einfordert. Allenfalls bei „Flaschenkindern“ darauf achten, dass die Milch-Mischung nicht zu kräftig ist. Manche Eltern geben zum Beispiel nachts noch ein Extralöffelchen des Milchpulvers in die Lösung, damit ihr Kind besser durchschläft. Das sollten sie lieber lassen, denn so gewöhnt sich das Baby schnell an die größeren Portionen.

Weniger Gewichtsprobleme

Studien haben gezeigt, dass gestillte Kinder später seltener Gewichtsprobleme haben als Flaschenkinder. Im Einzelfall wiederumkann das aber ganz anders aussehen. Viel hängt einfach von der Genetik ab. Wer schlanke Eltern hat, wird tendenziell ebenfalls schlank werden. Mami und Papi mit Moppel-Genen vererben ihren Kindern dieses Erbgut häufig, so dass sie in späteren Jahren durchaus auf ihr Gewicht achten sollten. Babys und Kleinkinder entwickeln manchmal auch einen großen Bauch. Der verschwindet mit dem nächsten Wachstumsschub meist wieder, kann aber zurückkehren.

Klassische Dickmacher vermeiden

Wenn sich der kleine Wanst immer wieder zeigt oder gar noch größer wird, doch mal zum Arzt gehen mit dem Kind. Er rechnet dann anhand der Körpergröße und des Gewichts aus, ob es da ein Problem gibt und das Kind vielleicht weniger Kalorien aufnehmen sollte. Speziell Kleinkinder ab einem Jahr, die schon an Süßigkeiten herankommen oder häufiger Fastfood essen, sollten solche Dickmacher nicht zwischen in die Finger bekommen. Frischobst, kleingeschnittene Gurken oder Möhren stillen dann die Lust aufs Essen und auch auf Süßes mit gesunden Vitaminen und Ballaststoffen.

Hormonstörungen

In seltenen Fällen kann es auch bei Babys und Kleinkindern schon zu Hormonstörungen kommen, die zu Übergewicht führen. Auch ein Diabetes als Ursache ist dann denkbar. Wenn das Kind trotz normaler Kost immer dicker wird und aus seinem Übergewicht auch nicht rauswächst, kann ein Bluttest auf solche verborgenen Störungen sinnvoll sein.

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Wie stillfreundlich ist Deutschland?

Immer wieder gibt es Berichte darüber, wie offen stillende Frauen mehr oder weniger höflich aus Restaurants komplimentiert oder aus Bussen verwiesen werden. Stillen ja, aber nur im stillen Kämmerlein – das scheint die Ansicht vieler zu sein. Wie kann Deutschland stillfreundlicher werden? Den Weg dahin weisen neue Empfehlungen zur Stillförderung in Deutschland aus dem Forschungsvorhaben Becoming Breastfeeding Friendly. Die Ergebnisse wurden kürzlich auf der Fachkonferenz „Wie stillfreundlich ist Deutschland?“ vorgestellt. Sie können einen wesentlichen Beitrag zum gesunden Aufwachsen und zur Gesundheitsförderung bei Kindern leisten.

Nationale und internationale Expertengruppen empfehlen, das Stillen als natürliche und bevorzugte Ernährungsform für Säuglinge zu fördern. Die gesundheitliche Bedeutung für Mutter und Kind ist gut belegt. Auch aus Sicht der Bindungsförderung und der Gesundheitsökonomie spricht vieles für das Stillen. Dennoch stillen in Deutschland nur rund zwei Drittel der Mütter ihre neu geborenen Säuglinge ausschließlich – in den folgenden Monaten sinkt diese Zahl deutlich. Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen werden seltener und kürzer gestillt. Sie profitieren daher weniger vom gesundheitlichen Nutzen des Stillens. Das gilt ebenso für Kinder von jungen Müttern und von Frauen, die in der Schwangerschaft geraucht haben. Frauen und junge Familien begegnen offensichtlich noch nicht überall einem stillfreundlichen Umfeld.

„Wichtiges nationales Anliegen“

Im internationalen Forschungsvorhaben Becoming Breastfeeding Friendly (BBF) wurde ab September 2017 eine systematische Bestandsaufnahme zum Stand der Stillförderung in Deutschland vorgenommen. Es wird auf Initiative des Bundesernährungsministeriums vom Netzwerk Gesund ins Leben und der Nationalen Stillkommission gemeinsam mit der Yale School of Public Health durchgeführt. Deutschland ist gemäß der BBF-Auswertung derzeit lediglich als moderat stillfreundlich zu beschreiben. Das Land braucht daher eine nationale Strategie zur Stillförderung. „Stillförderung ist ein wichtiges nationales Anliegen, das mit Blick auf ganz Deutschland gestaltet werden muss. Das Bundesernährungsministerium wird deshalb eine zentrale Koordinierungsstelle für die Entwicklung und Umsetzung einer nationalen Strategie zur Stillförderung einrichten“, verkündete Dr. Hermann Onko Aeikens, Staatsekretär des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Adorable cute newborn shirtless baby wearing diaper lying on white sheet

Nabelbruch: erst mal abwarten oder gleich operieren?

Ohne Nabelschnur könnte sich ein ungeborenes Kind im Mutterleib nicht entwickeln. Denn darüber wird es mit Blut und allen wichtigen Nährstoffen versorgt. Nach der Geburt trocknen die Reste der Nabelschnur ein und fallen ab. Zurück bleibt als Erinnerung der Bauchnabel. Die kleine Vertiefung kann sich bei Kindern nach außen stülpen und eine Wölbung bilden. Das wird als Nabelbruch bezeichnet. Etwa zehn bis 20 Prozent der Babys haben einen Nabelbruch, auch Nabelhernie genannt: Die kleine Lücke in der Bauchwand, durch die die Nabelschnur führte, ist nicht vollständig zugewachsen – und so können sich im Extremfall Darmschlingen nach außen drücken. „In der Regel kann man einfach abwarten“, betont der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie, Professor Bernd Tillig. „Bei ungefähr 90 Prozent der Kinder verschwindet die Hernie im ersten Lebensjahr von alleine.“

Ambulanter Eingriff reicht meist bei Kleinkindern

Die Wölbung wird meist dann sichtbar, wenn das Kind presst oder schreit. Ist der Bruch jedoch sehr groß, wird er im ersten Jahr nicht kleiner und der Nabel tritt ständig aus, steht eine OP an. Wenn sich der Inhalt des Bruchsacks nicht mehr zurückschieben lässt und das Kind heftige Schmerzen hat, eventuell mit Übelkeit und Erbrechen, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. „Kinder, die älter sind als ein halbes Jahr, operieren wir meist ambulant“, sagt Tillig. Bei dem Eingriff unter Vollnarkose macht der Chirurg einen bogenförmigen Hautschnitt im Nabel. Er drückt anschließend den Darm in die Bauchhöhle und verschließt die Lücke. Darüber näht er die Bauchmuskeln zusammen und verschließt den Schnitt im Nabel. Die OP dauert meist nicht länger als eine halbe Stunde und gilt als risikoarm.

Ein Nabelbruch löst eher selten starke Schmerzen aus, weil das Baby zumeist auf dem Rücken liegt oder der Nabel nicht belastet wird. Nur wenn sich der entsprechende Bereich verhärtet, immer größer wird oder es zu Einklemmungen kommt, treten Beschwerden auf.

mother doing gymnastics her baby girl infant

Babyhüfte frühzeitig mit Ultraschall untersuchen lassen

Die Babyhüfte sollten Eltern gerade am Anfang im Blick behalten. Ein Ultraschall im Rahmen der U3 kann bei Babys eine Hüftreifungsstörung frühzeitig aufdecken – doch bundesweit 50.000 bis 70.000 Kinder pro Jahr erhalten diese wichtige Untersuchung nicht, so Zahlen der Deutschen Gesellschaften für Orthopädie und Unfallchirurgie. Um Spätschäden zu vermeiden, sollten Eltern auf jeden Fall alle U-Termine wahrnehmen und bei der U3 darauf achten, dass die Hüftsonografie gemacht wird. Will der Kinderarzt die Untersuchung an der Babyhüfte nicht selbst vornehmen, können Eltern demnach eine Überweisung zum Kinderorthopäden einfordern. „Studien zeigen, dass eine frühe Entdeckung und Behandlung von Hüftreifungsstörungen das Risiko für eine spätere Operation halbiert,“ betont Prof. Dr. Peter Haber, Oberarzt an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin in Tübingen. „Die Untersuchungsmethode ist für den Säugling völlig schmerzfrei und nicht belastend“, versichert Haber. Werde sie fachgemäß durchgeführt, liege die Entdeckungsrate der Hüftreifungsstörungen bei annähernd 100 Prozent.

Bei etwa drei bis fünf Prozent der Kinder zeige sich im Ultraschall eine Hüftdysplasie. Hier bleibt der Hüftkopf zwar im Gelenk, aber die Hüftpfanne hält ihn nicht ausreichend. Sie ist die häufigste Skelettfehlentwicklung. Unbehandelt führt sie im Erwachsenenalter nicht nur zu Gelenkverschleiß, sie erfordert auch künstliche Hüften mit etwa Mitte 30.

Gründe für Fehlstellung der Babyhüfte noch unklar

Die genauen Gründe für die  Fehlstellungen der Babyhüfte kennen Mediziner nicht. Scheinbar haben Mehrlingskinder ein erhöhtes Risiko, ebenso wie Kinder, die im Mutterleib falsch herum lagen (Beckenendlage). Hierbei stehen die Hüften in einer ungüns­tigen Position und können sich nicht gut entwickeln. Risikofaktoren sind das weibliche Geschlecht und eine familiäre Häufung.

Doch nicht alle Hüftgelenkstörungen müssen behandlet werden. So hat zwar etwa ein Viertel aller Kinder hat bei der Geburt eine Hüftreifungsverzögerung, doch eine Therapie ist meist nicht notwendig. In der Regel genügt es, wenn die Eltern ihren Nachwuchs mit einem Moltontuch oder einer zweiten Windel breit wickeln. Kinder, die hingegen an einer Hüftdysplasie leiden oder bei denen das breite Wickeln nicht erfolgreich war, benötigen eine Spreizhose oder -schiene. Sie wird dann so lange getragen, bis die Gelenke genug ausgeformt sind. Je früher die Therapie begonnen wird, desto schneller die Ausheilung. Denn in den ersten drei Monaten wachsen die Gelenke besonders stark, sind also noch leicht beeinflussbar.

 

Bild: iStock

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Bonding direkt nach der Geburt

Bonding bezeichnet das Entstehen der Mutter-Kind- und Vater-Kind-Beziehung unmittelbar nach der Geburt durch ungestörten Hautkontakt und emotionale Zuwendung.

Der Aufbau einer sicheren Bindung ist für das Überleben, die Entwicklung sowie die Ausbildung von Urvertrauen und Selbstbewusstsein eines Babys elementar. Direkt nach der Geburt sind Mutter und Baby besonders empfänglich, sich darauf einzulassen.

Dabei bewirkt Oxytocin (das Wehen- und Stillhormon), dass die Mutter sich in ihren Säugling verliebt. Haut- und Blickkontakt, Geruch, suchende Bewegungen und Lautäußerungen wirken gegenseitig stimulierend. Dieser allererste Hautkontakt nach der Geburt ist einmalig und sollte ungestört ermöglicht werden, da er positive Auswirkungen für Mutter und Kind hat:

  • besseres Bonding
  • stabilere Körpertemperatur, stabilerer Blutzuckerspiegel und bessere Atmung des Babys
  • Hautkontakt ist für Mutter und Kind befriedigend und das Baby weint weniger
  • frühes und effektives Saugverhalten, längere Gesamtstilldauer, häufigeres Stillen in den ersten drei Monaten nach der Geburt

Deswegen garantieren wir ihnen in unserem Kreißsaal ungestörten Hautkontakt mit ihrem Neugeborenen für mindestens eine Stunde oder aber bis zum ersten Stillen egal ob ihr Baby spontan oder per Kaiserschnitt geboren wird.

Können Mutter und Neugeborenes diese erste Zeit ungestört verbringen, zeigen sich beim Baby schon bald die angeborenen Neugeborenenreflexe. Diese unterstützen das Neugeborene, seinen Weg an die Brust zu finden. Dies erleichtert den Beginn der Stillbeziehung. Routineuntersuchungen stören diese sensible Phase und werden deswegen erst nach einer für Mutter und Kind zufriedenstellenden Phase der Ruhe und des Kennenlernens durchgeführt.

Manchmal findet dieser Hautkontakt im Kreißsaal als erstes zwischen Vater und Baby statt, wenn die Mutter in seltenen Situationen wie bei einer Vollnarkose es nicht sofort zu sich nehmen kann oder nach der Geburt erst einmal Zeit für sich braucht.

Die Vertiefung der Beziehung
In diesem Prozess gibt es Liebe auf den ersten Blick und Liebe, die nach und nach wächst. Nutzen Sie die Zeit auf der Wochenstation und verbringen Sie sie gemeinsam mit ihrem Baby auf Ihrem Zimmer (24-Stunden-Rooming-in) und wenn sie möchten mit Ihrem Partner im Familienzimmer. Nehmen Sie sich viel Zeit und kuscheln Sie oder ihr Partner mit Ihrem Baby im direkten Hautkontakt, reduzieren Sie Besuch auf ein Minimum. Dies fördert Ihr Selbstvertrauen im Umgang mit Ihrem Baby, vertieft Ihre Bindung, erleichtert das Stillen nach Bedarf und reduziert Stress.

Zucker sollte nicht über Nacht am Zahn bleiben

So entsteht Zahnkaries bei Milchzähnen

Zahnkaries ist noch immer ein Problem, auch wenn Kinder heute deutlich gesündere Zähne haben. Doch immer noch erkranken viele Kinder an einer oft schmerzhaften und zerstörerischen Karies der Milchzähne.
Die Zahntrolle Karius und Baktus, die der norwegische Schriftsteller Thorbjörn Egner in der gleichnamigen Geschichte beschreibt, sind vielen Kindern in der ganzen Welt bekannt.

Bei diesen so anschaulich beschriebenen „Übeltätern“ handelt es sich in Wirklichkeit um sogenannte Mutans-Streptokokken. Dies sind bestimmte Bakterien, die durch ihren Stoffwechsel jene Säuren erzeugen, welche für die Entstehung von Zahnkaries verantwortlich sind.

Diese Säuren greifen den Zahnschmelz an, was sich im beginnenden Stadium manchmal als kreidig-weißer oder bräunlicher Fleck auf dem Zahn zeigen kann. In diesem Stadium ist eine „Reparatur“ noch möglich, wenn weitere schädigende Einflüsse vermieden werden. So kann zum Beispiel der Speichel durch das darin enthaltene Kalzium und Phosphat allerfeinste Defekte im Zahnschmelz wieder ausgleichen und hat hierdurch eine karieshemmende, remineralisierende Wirkung. Allerdings brauchen die Zähne hierzu auch genügend Zeit zwischen den Mahlzeiten.

Wenn allerdings nicht gegengesteuert wird und der Zahnschmelz weiter angegriffen wird, ist Karies die Folge. Unbehandelt greift diese, früher als „Zahnfäule“ bezeichnete, Zahnerkrankung sowohl Milch- als auch die bleibenden Zähne an, was bis zum Verlust des Zahnes führen kann.

Kariesbakterien „lieben“ Zucker

Um sich zu vermehren, brauchen Kariesbakterien vor allem Zucker – und eine „angenehme Umgebung“, sprich Zahnbelag. Insbesondere zuckerhaltige Getränke und Süßigkeiten, aber auch versteckte Zucker, zum Beispiel in Ketchup, Senf und Fertiggerichten, tragen somit zur Entstehung von Karies bei. Doch auch Obst, Honig und andere „gesunde“ süße Sachen sind hiervon nicht ausgenommen.

Da die Milchzähne deutlich empfindlicher sind als die bleibenden Zähne, ist eine frühe Mundhygiene durch regelmäßiges Zähne putzen wichtig, um damit den Zahnbelag zu entfernen und einer Zahnschädigung durch Karies vorzubeugen.

Zahnkaries kann durch die Bakterien auch übertragen werden

Manchen Eltern ist nicht bewusst, dass Bakterien, die Karies verursachen, übertragbar sind. So bekommen manche Kinder Zahnkaries, weil ihre Eltern die Bakterien an sie weitergegeben haben. Dies kann zum Beispiel schon passieren, wenn der Schnuller mit dem Mund befeuchtet oder der Löffel des Kindes abgeleckt wird.

Quelle:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
https://www.kindergesundheit-info.de