Category : Ernährung

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Stillen oder Flasche?

Nicht jede Mutter kann oder will ihr Baby stillen. Dann hat sie die Wahl zwischen verschiedenen hochwertigen Milchprodukten

Viele gute Argumente sprechen für die Gabe von Muttermilch, schließlich ist sie optimal auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt. Manchmal reicht die Milch aber einfach nicht, um das Kind beim Stillen satt zu bekommen. Oder Reizungen und Entzündungen an den Brustwarzen verhindern regelmäßiges Stillen. So manche Mutter verzichtet auch lieber gleich darauf, ihr Baby anzulegen, und greift direkt zur Ersatznahrung. Die gesetzlichen Vorgaben für diese Produkte sind so hoch, dass beste Qualität garantiert ist. Künstlich hergestellte Ersatzmilch ist in ihrer Zusammensetzung der Muttermilch sehr ähnlich und liefert alles, was das Kind in der ersten Zeit braucht.

Optimierte Zusammensetzung

Es gibt allerdings verschiedene Arten von Milchersatz, die in ihrer Zusammensetzung auf das jeweilige Alter des Kindes und eventuelle Allergien optimiert sind. Die Pre-Milch ist der Standard bei neugeborenen Kindern. Sie ist der Muttermilch am ähnlichsten, hat sogar in etwa dieselbe dünnflüssige Konsistenz. Sie enthält nur Milchzucker (Laktose) und keinen sonstigen Zucker, ihre Eiweiße sind fast identisch mit denen von Muttermilch. Pre- Milch (auch Startmilch genannt) ist die optimale Ernährung bis zum sechsten Monat. Auch darüber hinaus kann sie gegeben werden, bis etwa zum ersten Lebensjahr.

Dem Alter entsprechend

Es kann aber sein, dass das Baby irgendwann nicht mehr ganz satt wird mit dieser Milch und nachts etwa zu häufig danach verlangt. Dann ist die 1er-Milch besser geeignet. Sie unterscheidet sich nicht sehr wesentlich von der Pre-Milch, enthält aber etwas mehr Kohlenhydrate und ist insgesamt sämiger. Das macht den Säug ling satter. Ab dem sechsten Monat reicht mitunter auch diese Milch nicht mehr, dann kommt die 2er-Milch (Folgemilch) ins Spiel. In ihr sind deutlich mehr Kalorien enthalten, unter anderem aus Zucker, außerdem Eisen und Jod, die für die Entwicklung des Kindes sinnvoll sind. Folgemilch ist aber nicht unbedingt nötig als Babynahrung, zumal die meisten Eltern ab dem sechsten Lebensmonat mit Beikost zufüttern.

Allergien

Das Baby erhält dann auch festere Nahrung und ist so leichter satt zu bekommen. Wenn ein oder beide Elternteile unter einer Kuhmilch-Allergie leiden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch ihr Baby eine solche Allergie entwickeln könnte. Für diese Kinder wurde die sogenannte HA-Milch entwickelt. Diese „hypoallergene“ Milch unterscheidet sich von der „normalen“ Milch vor allem darin, dass die Eiweiße in kleine Bruchstücke aufgespalten sind. Das macht sie leichter verdaulich und verhindert allergische Reaktionen. Diese Allergie ist etwas ganz anderes als die viel verbreitetere Laktose-Unverträglichkeit, bei welcher der Milchzucker nicht verdaut werden kann.

Die beiden Arten von Milch-Unverträglichkeit daher nicht miteinander verwechseln. HA-Milch gibt es als Anfangs- und Folgemilch. Besteht kein oder nur ein geringes Allergierisiko, muss diese Milch nicht gegeben werden. Kinder mögen sie nicht immer so gern, weil sie weniger süß ist. Vor allem, wenn sie erst die andere süßere Milch bekommen haben, fällt die Umstellung deshalb gelegentlich etwas schwerer. Leidet der Säugling bereits nachweislich unter einer Kuhmilch-Allergie, ist auch die HA-Milch nicht das Richtige. Dann braucht das Kind eine spezielle Milch, deren Eiweiß in noch kleinere Bruchstücke aufgespalten ist. Diese Milch gibt es in Apotheken.

Zu früh geborene Babys wiederum erhalten die sogenannte Frühchenmilch. Sie hat einen höheren Energiegehalt, damit die Winzlinge schneller an Gewicht zulegen, außerdem besondere Inhaltsstoffe für die Entwicklung des Hirns, der Nerven, des Darms und des Immunsystems

„Zwiemilch“ geben, das geht auch

Warum nicht beides seinem Baby geben, Muttermilch und Fläschchenmilch? Experten sehen darin kein Problem. Wenn eine Mutter nicht genügend Milch für ihr Baby hat, kann sie ihm zusätzlich das Fläschchen mit Ersatznahrung geben. Auch für unterwegs ist diese Ernährungs-Variante gut geeignet – oder wenn die Mutter tagsüber keine Zeit hat, etwa arbeiten geht. Dann braucht sie nicht mühsam Milch abzupumpen, sondern der Papa oder eine andere Betreuungsperson kann einfach ein Milchfläschchen aus Milchpulver zubereiten. Die Mutter sollte nur darauf achten, noch genügend von ihrer eigenen Milch zu geben. Damit sie nicht aus Versehen und ohne es gleich zu bemerken abstillt.

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Zucker verboten

Auf Initiative der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, wird es zukünftig ein Zuckerverbot für Baby- und Kleinkindertees geben. Der Bundesrat hat eine entsprechende Verordnung der Ministerin beschlossen, die auch den Zusatz anderer süßender Zutaten in diesen Getränken verbietet. Vorgeschrieben wird außerdem ein Hinweis auf der Verpackung, beim Zubereiten auf die Zugabe von Zucker und anderen süßenden Zutaten zu verzichten. Julia Klöckner: „Das ist ein wichtiger Schritt für eine gesunde Ernährung unserer Kleinkinder. Denn die Weichen für das Ernährungsverhalten werden früh gestellt, die ersten 1000 Tage sind entscheidend. Der Konsum gezuckerter Getränke von Anfang an erhöht die Gefahr von Karies, späterem Übergewicht oder gar Adipositas. Es besteht ein eindeutiger Zusammenhang.“

Strategie für weniger Zucker, Fette und Salz

Die Regelung sieht konkret vor: ein Verbot des Zusatzes von Zucker, Honig, Fruchtsaft (-konzentrat oder -pulver), Fruchtnektar, Malzextrakt oder anderen aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnenen Sirupen oder Dicksäften zu Säuglings- oder Kleinkindertees. Die Verordnung ist ein wichtiger Teil der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie. Die Strategie für weniger Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten wurde Ende 2018 vom Kabinett beschlossen. Zahlreiche Verbände haben sich seitdem verpflichtet, diese Inhaltsstoffe in ihren Produkten bis 2025 signifikant zu reduzieren. Kürzlich hatte es eine erste Zwischenbilanz des Max-Rubner-Instituts gegeben, die die Wirksamkeit der Strategie wissenschaftlich bestätigt.

Ein weiterer Baustein der ganzheitlich angelegten Ernährungspolitik ist die Entscheidung der Bundesministerin, als erweiterte Nährwertkennzeichnung den Nutri-Score auf der Vorderseite von Verpackungen einzuführen. Dieser ermöglicht es Verbrauchern, auf einen Blick die Nährwerteigenschaften eines Lebensmittels zu erfassen und verschiedene Produkte innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihres Nährwertes miteinander zu vergleichen. Zudem hatte Ministerin Julia Klöckner im vergangenen Jahr das Institut für Kinderernährung am Max-Rubner-Institut in Karlsruhe gegründet. Hier wird wissenschaftlich erforscht, welche Ernährung Kinder wirklich brauchen.

 

Jetzt wird es lecker 

Die Milch reicht ihm nicht mehr. Mamas und Papas Liebling will jetzt mal was Richtiges essen und signalisiert das auch. Also her mit der Beikost …

Immer nur die Brust oder das Fläschchen, das wird auf Dauer langweilig. Schon seit längerem guckt das Baby seinen Eltern interessiert beim Essen zu. Was mag da Leckeres auf dem Teller liegen? Eine völlig neue Genusswelt wartet auf da auf einen, und irgendwann ist der Tag gekommen für das erste Löffelchen.

Gemüse

Bei den meisten Babys geht es ab dem fünften oder sechsten Monat mit der Beikost los. Wenn sie mit Hilfe gut sitzen können, Dinge selbstständig zum Mund führen und Essen mit den Lippen aufnehmen können, steht dem nichts mehr im Wege. Die erste Milchmahlzeit wird am Mittag durch ein Gläschen ersetzt, das Gemüse enthält. Welches Gemüse das Baby mag, muss es selber herausfinden. Oft gibt es zunächst einen reinen Möhrenbrei. Man kann dies problemlos aber auch variieren, etwa Mais oder Kürbis mit und ohne Kartoffeln, dazu püriertes Fleisch nehmen.

Gläschen

Das Angebot namhafter Hersteller von Beikost ist groß und die Qualität dieser Produkte hoch. Wer mag, kann solche Mahlzeiten leicht auch selbst zubereiten. Dazu müssen die entsprechenden Lebensmittel nach dem Garen lediglich püriert werden und abkühlen, bevor das Baby sie essen darf. Darauf achten, dass nur hochwertige Produkte möglichst in Bioqualität im Kochtopf landen. Sie schmecken dem Kind meist auch besser.

Nach und nach

Wenn sich das Baby an die erste feste Mittagsmahlzeit gewöhnt hat, wird nach und nach auch die Abendmilch durch etwas Nahrhafteres ersetzt. Ideal hierfür ist ein Milch-Getreidebrei mit Hafer oder Gries, später (ab dem achten Monat) darf es auch Milchreis sein. Das Kind wird von diesen Breis viel gesättigter sein als nur mit seiner Milchmahlzeit und in der Nacht vermutlich besser durchschlafen.

Mehr Energie

Es braucht jetzt auch immer mehr Energie, weil es schnell wächst. Da ist ein solcher Brei genau das Richtige. Ab etwa dem ersten Lebensjahr bekommt es dann auch ein richtiges kleines Frühstück, mit Brot, Butter, Marmelade, Aufschnitt und richtiger Kuhmilch oder einem Müsli. Immer häufiger isst es auch das ganz normale Essen der Erwachsenen mit, natürlich klein geschnitten. Als Beikost eignet sich dann noch Apfel- oder Birnenmus. Alles, was das Kind schon immer gern aus dem Gläschen geschmaust hat, darf es gern weiteressen.

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Kein Zucker mehr im Babytee

Auf Initiative der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, wird es zukünftig ein Zuckerverbot für Baby- und Kleinkindertees geben. Der Bundesrat beschloss eine entsprechende Verordnung der Ministerin, die auch den Zusatz anderer süßender Zutaten in diesen Getränken verbietet. Vorgeschrieben wird außerdem ein Hinweis auf der Verpackung, beim Zubereiten auf die Zugabe von Zucker und anderen süßenden Zutaten zu verzichten.

Julia Klöckner: „Zucker hat in Babytees nichts zu suchen. Deshalb habe ich eine Verordnung auf den Weg gebracht, die heute im Bundesrat angenommen wurde. Das ist ein wichtiger Schritt für eine gesunde Ernährung unserer Kleinkinder. Denn die Weichen für das Ernährungsverhalten werden früh gestellt, die ersten 1000 Tage sind entscheidend. Der Konsum gezuckerter Getränke von Anfang an erhöht die Gefahr von Karies, späterem Übergewicht oder gar Adipositas. Es besteht ein eindeutiger Zusammenhang. Das Verbot werde ich umgehend erlassen.“

Auch andere Süßungsmittel verboten

Die Regelung sieht konkret ein Verbot des Zusatzes von Zucker, Honig, Fruchtsaft (-konzentrat oder -pulver), Fruchtnektar, Malzextrakt oder anderen aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnenen Sirupen oder Dicksäften zu Säuglings- oder Kleinkindertees vor. Außerdem den verpflichtenden Hinweis, dass bei der Zubereitung oder vor der Verabreichung auf die Zugabe von Zucker und anderen süßenden Zutaten verzichtet werden soll. Hinzu kommt die Kennzeichnungsvorgabe bezüglich des Alters, ab dem das Erzeugnis verwendet werden kann. Analog zum Mindestalter für die Einführung von Beikost beträgt dies vier vollendete Lebensmonate.

Die Verordnung ist ein wichtiger Teil der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner. Die Strategie für weniger Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten wurde Ende 2018 vom Kabinett beschlossen. Zahlreiche Verbände haben sich seitdem verpflichtet, diese Inhaltsstoffe in ihren Produkten bis 2025 signifikant zu reduzieren. Kürzlich hatte es eine erste Zwischenbilanz des Max-Rubner-Instituts gegeben, welche die Wirksamkeit der Strategie wissenschaftlich bestätigt.

Brauchen Babys Nahrungsergänzungsmittel?

Pro und contra künstliche Vitalstoffe.
Normalerweise erhalten Babys und Kleinkinder über die tägliche Ernährung alles, was sie für eine gesunde Entwicklung brauchen. Es gibt aber Ausnahmen …

In Muttermilch und Milchpulver ist erst mal alles enthalten, was ein neuer Erdenbürger täglich benötigt: Eiweiß, Kalzium, Vitamine und andere Nährstoffe. Ein Rundum-Paket für die gesunde Versorgung des Babys und Kleinkindes. Das sehen seine Eltern auch an den rosigen Pausbäckchen, dem wohlgenährten Körper, dem strahlenden Lächeln. Kinder, die sich so präsentieren, benötigen normalerweise keine zusätzlichen Nährstoffe.

Ausgewogene Ernährung

Wenn sie älter werden und allmählich zur normalen Kost wechseln, liefern ihnen frisches Obst, Gemüse, Getreideprodukte, Fleisch und Fisch alles, was sie zum Wachsen und Gedeihen brauchen. Was aber, wenn das Kind richtig krank ist, nichts essen mag, und das über längere Zeit? Auch dann raten Fachleute nicht dazu, auf gut Glück irgendwelche Vitalstoffe zu geben. Erst mal zum Arzt und sich dort beraten lassen. Denn es kann leicht passieren, dass übereifrige Eltern ihrem Sprössling zu viel des Guten tun, sprich: ein solches Mittel überdosieren. Und das ist auch nicht unbedingt gesund.

Zuviel ist zuviel

Denn manche Vitamine können in zu großen Mengen durchaus Nebenwirkungen haben. Ist ein Kind sehr geschwächt und sein Immunsystem am Boden, wird der Arzt ihm vielleicht Mittel mit Vitamin C und D verschreiben oder solche Präparate empfehlen. Sie stärken die Körperabwehr. Oft sind vor allem Vitamin-D-Präparate mit Kalzium kombiniert, was gut für den Knochenaufbau ist. Kalzium kommt reichlich in Milchprodukten vor, muss also normalerweise nicht zusätzlich gegeben werden.

Blutprobe

Wenn der Arzt bei einer Blutprobe aber einen zu niedrigen Kalziumspiegel feststellt, ist zusätzliches Kalzium sinnvoll. Der Mineralstoff festigt auch die Zähne, ist am Muskelaufbau beteiligt und ein wichtiger Botenstoff für die Signalübertragung in den Nervenzellen. Fehlt es an Eisen, ist auch hier eine Unterstützung durch Eisenpräparate sinnvoll. Eisen ist für die Entwicklung des Hirns wichtig.

Mutter & Kind

Jod gehört ebenfalls zu den Substanzen, die für die kindliche Entwicklung wesentlich sind. Babys erhalten ihre tägliche Ration über die Muttermilch oder die Fläschchenmilch. Allerdings kommt es bei stillenden Müttern nicht selten vor, dass sie selber zu wenig Jod aufnehmen und entsprechend zu wenig an ihr Baby weiterreichen. Dann sollten sie Jodtabletten einnehmen. Nach dem Abstillen sollte der Bedarf an Jod über die normale Ernährung gedeckt werden, was nicht immer gelingt. Dann kann es bei erwiesenem Jodmangel sinnvoll sein, dem Kind zusätzlich Jod zu verabreichen.

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Babys brauchen keinen Tee

In den ersten Lebensmonaten brauchen Eltern auch einem kranken Baby noch keinen Tee anzubieten. „Rhein theoretisch können Babys tatsächlich von Anfang an auch Tee trinken. Notwendig ist das aber nicht“, sagt Ernährungswissenschaftlerin Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn. „Voll gestillte Säuglinge brauchen, selbst wenn sie krank sind, meist nur Muttermilch.“ Generell benötigt ein gestilltes Baby erst zusätzliche Flüssigkeit, wenn der dritte Brei eingeführt ist – etwa aber dem siebten Lebensmonat. Dann kann man ab und zu Tee geben. Je nach Sorte lindert er auch manche Beschwerden.

Babys Favorit ist mit seinem leicht süßlichen Geschmack Fencheltee. „Er wirkt bei Blähungen und Bauchweh beruhigend“, sagt Babara Absolon, Apothekerin aus Deggendorf. Fenchelsamen enthalten ätherische Öle, die die Luftbläschen im Magen-Darm-Bereich auflösen. „Allerdings entfalten sie ihre Wirkung nur, wenn man die Samen vor dem Aufguss leicht andrückt, damit sich die Ölkammern öffnen.“ Auch Kamillen- oder Anistee kommen in Frage. Die Wirkstoffe der Kamille sind entzündungshemmend und beruhigen den Magen-Darm-Trakt. Anis löst festsitzenden Hustenschleim, lindert Blähungen und Krämpfe bei Bauchschmerzen. Dagegen sind Schwarz- und Grüntee sowie Tee mit Aromastoffen nichts für Babys.

Wenn ein Baby trotz Stillen unter einem Mangel an Flüssigkeit leidet, kann es zusätzlich Fläschchennahrung erhalten. Diese als „Zwiemilch“ bekannte Ernährungsmethode ist eine Kombination aus Muttermilch und künstlicher Milch. Auch Babys und Kleinkinder, die keinen Tee mögen und ihn wieder ausspucken, erhalten auf diese Weise mehr Flüssigkeit. Das kann bei Durchfall nötig sein. Wenn ein Baby sichtlich zuwenig Flüssigkeit hat, sollten die Eltern mit ihm unbedingt und sofort zum Kinderarzt gehen. Er kann am ehesten feststellen, wie dramatisch der Mangel ist und ob das Kind eine weitere Behandlung braucht. Wenn die Haut des Kindes trocken ist und auffällig blass, kann das ein erster Hinweis auf zu wenig Flüssigkeit im Körper des Kindes sein.

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Wird mein Baby beim Stillen satt?

Wird mein Baby an der Brust wirklich satt? Viele Mütter bringt diese Sorge dazu, mit dem Stillen früher als gewollt aufzuhören. Oder sie fangen gar nicht erst an, obwohl sie es eigentlich fest vorhatten. Manchmal helfen kleine Anpassungen beim Anlegen und Stillen dabei, die Milchbildung noch besser auf den Bedarf des Säuglings abzustimmen. Und das Baby zeigt auch, dass es genug Milch bekommt.

In den ersten Tagen nach der Geburt läuft die Milchbildung erst einmal an. Richtiges Anlegen ist wichtig, damit das Kind an die verfügbare Milch kommt. Mit jedem Stillen wird die Milchbildung angeregt. Menge und Zusammensetzung der Muttermilch sind auf den Bedarf des Babys genau abgestimmt und passen sich während einer Stillmahlzeit und über die gesamte Stillzeit immer wieder an. Voraussetzung dafür ist, dass sensibel auf die Hungersignale des Babys reagiert und nach Bedarf gestillt wird. Das Kind kann etwa durch Unruhe, Strampeln oder Such- und Schmatzbewegungen zeigen, dass es gestillt werden möchte. Oder auch durch eine angespannte Körperhaltung, geballte Fäuste oder Saugen am Finger. Schreien ist bereits ein spätes Hungersignal.

Mehr Hunger bei Wachstumsschüben

Wie oft und wie lange ein Baby trinkt, ist ganz verschieden. Verlangt ein Baby z. B sehr häufig die Brust oder trinkt es besonders kurz oder lange, lässt sich daraus kein „Milch-Mangel“ ableiten. Bei Wachstumsschüben braucht das Baby mehr Nahrung. Dann ist es besonders wichtig, das Kind häufiger anzulegen, damit die Milchbildung über die Stillhormone angepasst wird.

Nach dem Anlegen an die Brust macht das Baby zunächst kurze, schnelle Saugbewegungen, bis die Milch kommt. Danach saugt und schluckt es rhythmisch und ausdauernd mit gelegentlichen Pausen. Ein hörbares Schlucken jeweils nach ein- oder zweimal Saugen ist ein hilfreiches Zeichen dafür, dass es mit dem Trinken klappt. Wenn das Baby satter wird, entspannen sich seine Hände und Arme immer mehr. Es macht einen zufriedenen Eindruck, lässt die Brustwarze los und schläft vielleicht ein.

 

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Mütter stillen zu wenig

Direkt nach der Geburt beginnen etwa 90 Prozent der Mütter mit dem Füttern an der Brust. Nach zwei Monaten werden noch 70 Prozent der Säuglinge gestillt. Nach sechs Monaten sind es nur noch zwischen 40 und 50 Prozent. „Je jünger und sozial benachteiligter die Mutter ist, desto geringer ist die Stillquote, sagt Dr. med. Gabriela Stammer, Gynäkologin aus Wennigsen anlässlich der Weltstillwoche vom 30.9. bis 6.10.2019.

Einen häufigen Grund für das zeitige Abstillen sieht Katharina Desery von der Elterninitiative Mother Hood e. V. in der fehlenden Begleitung der Mütter nach der Geburt und in den ersten Wochen. „Mütter erhalten innerhalb der ersten entscheidenden Minuten im Kreißsaal und auf der Wochenbett-Station meist zu wenig Unterstützung vom Klinikpersonal.“ Sie seien oft auf sich alleine gestellt. Dann geben sie auch unter dem Druck nach, das Gewicht des Säuglings halten zu müssen, und stimmen der Fütterung durch künstliche Säuglingsnahrung zu. Darüber hinaus begünstigen mangelnde Still-Kenntnisse, falsches Anlegen und daraus entstehende Entzündungen der Brustwarzen das zeitige Abstillen.

Stillberatung vor der Geburt

Frauen sollten daher bereits vor der Geburt eine ausführliche Stillberatung erhalten, so Desery. Dabei müssen sie durch Frauenarzt, Hebamme, Klinik, Kinderarzt und ihr sozialen Umfeld informiert und unterstützt werden. „Stillberatung gehört zu den Aufgaben der Hebammen. Damit Stillberatung aber effektiv ist, muss sie auch von den andern Fachberufen geleistet werden“, sagt Jutta Eichenauer, Hebamme und 1. Vorsitzende des Hebammenverbands Baden-Württemberg. Ein möglicher Grund, weshalb die Beratung oft zu kurz kommt: „In der Hebammenarbeit wird die Stillberatung vergütet, beim Frauen- und Kinderarzt jedoch nicht.“ Habe die Mutter keine Hebamme – wie das heute leider allzu oft der Fall ist –, bleibe ihr eine solche Beratung meist vorenthalten.

Über die Muttermilch erhält der Säugling alles, was er zum Leben braucht. Darüber hinaus enthält Muttermilch Abwehrstoffe, die in der ersten Zeit seines Lebens das Immunsystem stärken. Das bewahrt das Baby vor Infektionen.

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Nüsse helfen Schwangeren

Eine mediterrane Ernährung mit einem hohen Gehalt an guten ungesättigten Fetten, die in Nahrungsmitteln wie Walnüssen oder nativem Olivenöl enthalten sind, verringert das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen. Der gesundheitliche Vorteil dieser Ernährung wirkt sich offenbar auch bei Schwangeren aus. An der englischen Studie nahmen 1.252 werdende Mütter mit Risikofaktoren wie Übergewicht und Bluthochdruck teil. Die Frauen erhielten zusätzlich Folsäure und Vitamin D und wurden nach dem Zufallsprinzip entweder der Gruppe mit mediterraner Ernährung oder einer Kontrollgruppe zugeteilt.

Jeden Tag eine Portion Nüsse

Die Frauen, die sich mediterran ernährten, nahmen jeden Tag eine Portion Nüsse zu sich (30 g pro Tag: 15 g Walnüsse, 7,5 g Mandeln, 7,5 g Haselnüsse) und verwendeten zum Kochen hauptsächlich natives Olivenöl (0,5 l pro Woche). Darüber hinaus lag der Schwerpunkt der Ernährung auf Obst, Gemüse, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten, mäßigem bis hohem Verzehr von Fisch, geringem bis mäßigem Verzehr von Geflügel und Milchprodukten, geringem Verzehr von rotem Fleisch und Wurst und der Vermeidung von zuckerhaltigen Getränken, Fast Food und Lebensmitteln, die reich an tierischen Fetten sind.

Die Teilnehmerinnen erhielten in der 18., 20. und 28. Schwangerschaftswoche Ernährungsempfehlungen, wonach die Ernährung besser eingehalten und kulturell angepasst werden konnte. Die Wissenschaftler bewerteten die Einhaltung der Ernährung anhand von Berichten der Teilnehmerinnen mit deren eigenen Angaben.

Außerdem untersuchten die Wissenschaftler den Einfluss einer mediterranen Ernährung auf andere Schwangerschaftskomplikationen wie Bluthochdruck, Präeklampsie („Schwangerschaftsvergiftung“), Fehlgeburt oder für das Schwangerschaftsalter zu kleine Föten. Hier konnten allerdings keine signifikanten Zusammenhänge erkannt werden.

Jede vierte Mutter wies bereits zu Beginn der Schwangerschaft Übergewicht, chronischen Bluthochdruck oder einen erhöhten Lipidspiegel auf, was Schwangerschaftskomplikationen, ein langfristiges Diabetesrisiko und kardiovaskuläre Komplikationen bei Mutter und Kind verursachen kann. Fazit der Untersuchung: Die Frauen, die sich während der Schwangerschaft mediterran ernährten – einschließlich einer täglichen Portion Nüsse (die Hälfte davon Walnüsse) und natives Olivenöl – hatten ein um 35 Prozent niedrigeres Risiko, an Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken. Sie nahmen im Durchschnitt um 1,25 Kilogramm weniger an Gewicht zu.

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Ein Gel gegen Unterzucker beim Baby

Neugeborene, die von Müttern mit Schwangerschaftsdiabetes zur Welt gebracht werden, haben häufig einen zu niedrigen Blutzucker. Stabilisiert frühes Füttern den kindlichen Blutzuckerspiegel nicht, sollte nach der Arzt nach Auskunft der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) zusätzlich ein Dextrose-Gel geben. Denn das Gel, das in die Wangenschleimhaut des Säuglings gerieben wird, kann einer Studie zufolge vor gefährlicher Unterzuckerung schützen. Schwangere mit Diabetes sollten sich frühzeitig über die Gel-Behandlung informieren und in einem Krankenhaus entbinden, das über Spezialabteilungen für Frühgeborene verfügt.

Zucker in Form von Glukose ist der wichtigste Kraftstoff für das Gehirn. Neugeborene benötigen in den ersten Lebenstagen fast ihre gesamten Glukosevorräte für das Gehirn, das auf regelmäßigen Nachschub angewiesen ist. „Jede Unterzuckerung kann Schäden hinterlassen und die spätere Entwicklung des Kindes behindern“, sagt Privatdozent Dr. med. Erhard Siegel, DDG-Präsident und Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin – Gastroenterologie, Diabetologie und Ernährungsmedizin am St. Josefskrankenhaus Heidelberg GmbH. Bei allen Neugeborenen wird deshalb nach der Geburt der Blutzucker kontrolliert.

Frühgeborene häufiger betroffen

Eine Unterzuckerung ist keineswegs selten. „Bis zu 15 Prozent aller Neugeborenen haben vorübergehend eine Hypoglykämie“, sagt Siegel. Betroffen sind häufig Frühgeborene sowie Kinder von Müttern mit Schwangerschaftsdiabetes – in Deutschland tritt bei vier Prozent der Schwangeren ein solcher Gestationsdiabetes auf. Den Neugeborenen ist die Hypoglykämie, die meist in den ersten sechs Lebensstunden auftritt, nicht immer anzusehen. Die Anzeichen können sehr unterschiedlich sein: Manche Kinder sind extrem gereizt und schreien, andere wirken lethargisch. In schweren Fällen kann es zu Krampfanfällen oder Atemaussetzern kommen.

Babies von Müttern mit Diabetes sollten daher dreißig Minuten nach der Geburt gestillt oder gefüttert werden, um die Gefahr einer Unterzuckerung von vornherein abzuwenden. „Die frühe Nahrungsaufnahme ist eine sehr effektive Vorbeugemaßnahme“, betont Siegel. Zwei Stunden später sollte der Arzt den Blutzucker des Neugeborenen auf nüchternem Magen bestimmen, gefolgt von weiteren Messungen im Alter von sechs und zwölf Stunden sowie flankiert von regelmäßigen Fütterungen. Bessert sich der Blutzuckerspiegel trotz Frühfütterung nicht, kann ein Dextrose-Gel hilfreich sein.