Category : Gesundheit

Koliken

Dreimonats-Koliken – Das beruhigt Ihr Baby

Wenn das Kind in den ersten Lebensmonaten unruhig ist und viel schreit, können die sogenannten Dreimonats-Koliken dahinter stecken

Unruhig zappelt das Kind in seinem Bettchen, wimmert und schreit Tag und Nacht.

Das kann Eltern den letzten Nerv rauben. Vor allem aber fragen sie sich: Was ist der Grund dafür? Der Arzt kann nichts Körperliches finden, allenfalls eine angespannte Bauchdecke. Hat das Baby etwa Bauchweh? Fragen kann man es nicht, weshalb die Ursachensuche dann oft so schwierig ist. Neuere Untersuchungen legen den Verdacht nahe, dass die Luft im Bauch oft nicht von Koliken herrührt – sondern davon, dass sich das Baby beim Schreien öfters verschluckt und sich deshalb die Bauchdecke verspannt.

Etwas 3 Monate

Die eigentliche Ursache bliebe dann im Dunkeln, denn die Frage, warum das Baby schreit, kann derzeit niemand beantworten. Bei den allermeisten Kindern hört das Wimmern und Schreien nach etwa drei Monaten von selbst auf. Daher die Bezeichnung für diese Störung. Andererseits gibt es Säuglinge, bei denen etwa eine sanfte Streichelmassage des Bauches durchaus hilft. Den Bauch am besten im Uhrzeigersinn massieren. Das Baby beruhigt sich, pupst vielleicht auch, die Bauchdecke wirkt danach viel entspannter.

Fliegergriff

Auch der „Fliegergriff“ hat manchmal eine gute Wirkung: Das Kind mit dem Bauch nach unten auf den Unterarm legen, den Kopf abstützen und sanft hin und herwiegen. Ungeübte sollten dies zunächst nur im Elternbett machen. Falls das Baby durch eine ungeschickte Bewegung herunter plumpst, fällt es weich und tut sich nicht weh. Vielen Eltern hilft es auch, ihr Kind eng am Körper zu tragen, etwa in einem Tuch. Das hat häufig eine sehr beruhigende Wirkung aufs Baby. Durch die Körperwärme von Mama oder Papa kommt es zusätzlich zu einer Entspannung im ganzen Körper, auch in der Bauchgegend. Was könnte noch der Auslöser fürs Bauchweh und/oder die Schreiattacken sein?

Mögliche Eiweißallergie

Möglicherweise verträgt das Kind, wenn es nicht gestillt wird, die angebotene Milch nicht. Eine Eiweißallergie ist dann die Ursache. Das Kind reagiert allergisch auf die in der Milch schwimmenden Bestandteile des Kuh-Eiweißes. Die Lösung: Dem Baby versuchsweise eine Zeitlang eine sogenannte hypoallergene Milch zu trinken geben. In dieser Milch sind die Eiweiße so fein aufgespalten, dass der Körper sie nicht als Fremdstoffe erkennt. Dann verschwinden auch die Blähungen und Bauchschmerzen. Nach einigen Tagen müsste der Effekt schon deutlich spürbar sein. Das Kind wird ruhiger, schreit weniger, die Bauchdecke ist nicht mehr so gespannt. Glück gehabt: Die Ursache der Koliken ist entlarvt und beseitigt.

Schreiambulanz für Eltern in Not

Wenn die Eltern durch das Schreien chronisch überlastet sind und gar nicht mehr weiter wissen, können sie mit ihrem Baby zu einer sogenannten Schreiambulanz gehen. Diese Ambulanzen gibt es in ganz Deutschland, vorwiegend in größeren Städten. Hier stehen ihnen Experten für dieses Problem zur Verfügung, die mit ihrem Wissen und praktischen Tipps das Schreiproblem zumindest lindern können. Am einfachsten ist die Suche nach einer Schreiambulanz im Internet, etwa unter www.elternsein.info/suche-schreiambulanzen/

www.meningitis-bewegt.de

Wir hatten enormes Glück

Wenn man die kleine aufgeweckte dreijährige Kelly kennenlernt, vermutete man nicht, dass sie im Alter von einem halben Jahr eine lebensbedrohliche Krankheit erlitt. Zwei Wochen musste Kelly als Baby im Krankenhaus verbringen – Diagnose Meningokokken-Erkrankung. Erst im Nachhinein wurde ihrer Mutter Tamara Leippert bewusst, wie viel Glück die Familie hatte, als Kelly ohne Folgeschäden überlebte. Sie spricht im Interview über die Meningokokken-Erkrankung ihrer Tochter.

Frau Leippert, welche Symptome hatte Kelly?

Das erste Symptom war Fieber. Es war Februar, also mitten in der Erkältungszeit, sodass ich zunächst an einen grippalen Infekt dachte. Als sich Kelly zusätzlich übergeben hat, bin ich mit ihr zur Kinderärztin gefahren, wurde aber vorerst wieder nach Hause geschickt mit der Bitte, mein Kind genau zu beobachten und mich zu melden, wenn es schlimmer wird. Die nächsten anderthalb Tage konnten wir Kelly aber immer wieder beruhigen und dachten, es sei nicht Schlimmes. Es ging ihr zwischenzeitlich sogar kurz besser.

Was hat Sie veranlasst, doch ins Krankenhaus zu fahren?

Nach einem weiteren Tag hat meine Tochter neben dem Fieber angefangen, den Kopf zu überstrecken und nicht mehr richtig zu reagieren. Außerdem hat sie Punkte auf dem Bauch bekommen. Als wir das entdeckten, hatte die Kinderarztpraxis keine Sprechstunde. Mein Mann hat mich schließlich dazu überredet, direkt in die Kinderarztpraxis zu fahren. Als die Ärztin Kelly sah, schickte sie uns sofort ins Krankenhaus und von da an ging alles ganz schnell.

Was geschah im Krankenhaus?

Die Ärzte in der Klinik erwarteten uns bereits und nahmen Kelly sofort mit. Ihr wurde Hirnwasser entnommen und direkt mit einer Antibiotikum-Therapie gestartet. Das Hirnwasser war bereits so eitrig, dass es eine eher dickflüssige Masse war. Das Labor bestätigte dann die Diagnose Meningokokken-Meningitis. Insgesamt mussten wir etwa zwei Wochen im Krankenhaus verbringen. Zum Glück ging es Kelly aber mit der Behandlung rasch besser.

Wussten Sie, was Meningokokken sind?

Ich hatte noch nie von Meningokokken oder einer Meningokokken-Meningitis gehört. Noch nicht einmal im Krankenhaus war mir bewusst, wie lebensgefährlich meine Tochter erkrankt war. Es war wie im Film. Im Nachhinein recherchierte ich im Internet zu der Krankheit und las andere Erfahrungsberichte. Erst da wurde mir bewusst, wie schwerwiegend die Krankheit war, die mein Kind erlitten hat. Vor allem haben wir das große Glück, dass Kelly wahrscheinlich keine Folgeschäden davongetragen hat. Das kommt nur selten vor und ich bin den Ärzten und vor allem unserer Kinderärztin unendlich dankbar, dass sie so schnell gehandelt haben.

Waren ihre Kinder gegen Meningokokken geimpft?

Ich habe meine Kinder nach dem Standardimpfplan impfen lassen. Die Impfung gegen Meningokokken-Gruppe C wird dort ab dem Alter von 12 Monaten standardmäßig empfohlen. Meine Große war daher gegen Meningokokken C geimpft. Kelly war mit ihrem halben Jahr noch nicht geimpft. Allerdings hätte sie die Standardimpfung in unserem Fall auch nicht schützen können, da sie an einer anderen Meningokokken-Gruppe erkrankt ist. Mittlerweile weiß ich, dass es mehrere unterschiedliche Meningokokken-Impfungen gibt.

Was würden Sie anderen Eltern gerne mitgeben?

Ich bin keine Mutter, die beim ersten Schnupfen direkt zum Arzt rennt. Aber ich habe gelernt, wie wichtig es ist, seine Kinder genau zu beobachten. Als Mutter merkt man häufig, wenn etwas mit dem eigenen Kind nicht stimmt. Und dann sollte man auf jeden Fall zum Arzt. Wer weiß, was passiert wäre, wenn ich nicht auf meinen Mann gehört und noch eine Stunde auf die Sprechstunde gewartet hätte. Das sollte kein Elternteil erleben müssen.

Info

Für einen umfassenden Schutz gegen Meningokokken-Erkrankungen gibt es mehrere Impfungen. Neben der standardmäßig empfohlenen Impfung gegen Meningokokken C stehen in Deutschland zwei zusätzlich mögliche Impfungen zur Verfügung. Weitere Infos unter www.meningitis-bewegt.de.

 

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Auf mögliche Sehprobleme achten

Laut Schätzungen des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands (BVA) kann jedes zehnte Kind hierzulande nicht richtig sehen. Nur eine – kleine – Zahl? Ganz sicher nicht! Ein Kind, dessen Sehprobleme zu spät oder gar nicht entdeckt werden, kann nicht richtig sehen lernen und auch in seiner gesamten Entwicklung eingeschränkt sein. Nicht rechtzeitig festgestellte Sehdefizite können im späteren Leben Berufswünschen maßgeblich Schranken setzen.

Tollpatschige Bewegungen

Wer die Anzeichen für Sehprobleme kennt, kann dafür sorgen, dass Sehfehler frühzeitig entdeckt werden. Das hilft dem jungen Menschen, sich normal und gesund zu entwickeln. Tollpatschige Bewegungen bei den Kleinen, Lernschwierigkeiten bei den Größeren – das sind nur zwei Auffälligkeiten, hinter denen visuelle Defizite stecken können. Holpriges Lesen und viele Fehler im Diktat lassen eine Lese-und Rechtschreibstörung (LRS, Legasthenie) vermuten, Probleme beim Zusammenzählen oder Malnehmen auf eine Rechenstörung (Dyskalkulie) schließen. Doch das muss nicht sein – auch Fehler der Augen, des Sehvermögens und der visuellen Wahrnehmung können zu Buchstabensalat, Textwirrwarr und Zahlenlotterie führen.

Deshalb sollten Erwachsene bei Kindern in jedem Lebensalter genau hinschauen, ob etwas in ihrer körperlichen Verfassung und ihrem Verhalten, bei Spiel und Sport, beim Rechnen, Lesen und Schreiben ungewöhnlich und auffällig erscheint. Je früher die richtige Diagnose gestellt wird, desto größer sind die Chancen für eine erfolgreiche Behandlung. Wenn es notwendig ist, verordnet der Augenarzt eine Brille oder Kontaktlinsen.

Vor zwei Jahren haben Augenärzte bei 1,2 Millionen Kindern in Deutschland eine Sehschwäche festgestellt. Bei den Fünf- bis Neunjährigen braucht fast jedes vierte Kind eine Brille, bei den Jüngeren sind es circa 13 Prozent.

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Zucker verboten

Auf Initiative der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, wird es zukünftig ein Zuckerverbot für Baby- und Kleinkindertees geben. Der Bundesrat hat eine entsprechende Verordnung der Ministerin beschlossen, die auch den Zusatz anderer süßender Zutaten in diesen Getränken verbietet. Vorgeschrieben wird außerdem ein Hinweis auf der Verpackung, beim Zubereiten auf die Zugabe von Zucker und anderen süßenden Zutaten zu verzichten. Julia Klöckner: „Das ist ein wichtiger Schritt für eine gesunde Ernährung unserer Kleinkinder. Denn die Weichen für das Ernährungsverhalten werden früh gestellt, die ersten 1000 Tage sind entscheidend. Der Konsum gezuckerter Getränke von Anfang an erhöht die Gefahr von Karies, späterem Übergewicht oder gar Adipositas. Es besteht ein eindeutiger Zusammenhang.“

Strategie für weniger Zucker, Fette und Salz

Die Regelung sieht konkret vor: ein Verbot des Zusatzes von Zucker, Honig, Fruchtsaft (-konzentrat oder -pulver), Fruchtnektar, Malzextrakt oder anderen aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnenen Sirupen oder Dicksäften zu Säuglings- oder Kleinkindertees. Die Verordnung ist ein wichtiger Teil der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie. Die Strategie für weniger Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten wurde Ende 2018 vom Kabinett beschlossen. Zahlreiche Verbände haben sich seitdem verpflichtet, diese Inhaltsstoffe in ihren Produkten bis 2025 signifikant zu reduzieren. Kürzlich hatte es eine erste Zwischenbilanz des Max-Rubner-Instituts gegeben, die die Wirksamkeit der Strategie wissenschaftlich bestätigt.

Ein weiterer Baustein der ganzheitlich angelegten Ernährungspolitik ist die Entscheidung der Bundesministerin, als erweiterte Nährwertkennzeichnung den Nutri-Score auf der Vorderseite von Verpackungen einzuführen. Dieser ermöglicht es Verbrauchern, auf einen Blick die Nährwerteigenschaften eines Lebensmittels zu erfassen und verschiedene Produkte innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihres Nährwertes miteinander zu vergleichen. Zudem hatte Ministerin Julia Klöckner im vergangenen Jahr das Institut für Kinderernährung am Max-Rubner-Institut in Karlsruhe gegründet. Hier wird wissenschaftlich erforscht, welche Ernährung Kinder wirklich brauchen.

 

Gesundheitsvorsorge aus der Nabelschnur

Blut und Gewebe liefern wertvolle Stammzellen

Kaum ein menschliches Organ wird in seiner medizinischen Bedeutung so unterschätzt wie die Nabelschnur. Die Nabelschnur verbindet das ungeborene Baby mit der Plazenta und versorgt es mit allem, was es benötigt. Es ist eine einzigartige Verbindung, denn die Nabelschnur versorgt das Baby mit allem Nötigen, ohne dass es dafür atmen oder schlucken muss. Aber die Nabelschnur ist nicht nur während der Schwangerschaft ein kleines Wunderwerk, auch nach der Geburt sollte man sie nicht achtlos entsorgen, denn sie enthält ein wertvolles Reservoir für die Gesundheitsvorsorge des Neugeborenen.

Stammzellen

Sowohl im Blut als auch im Gewebe der Nabelschnur befinden sich junge, vitale Stammzellen, die sich einfrieren lassen. Selbst nach vielen Jahren „Dornröschenschlaf“ bilden sie den Rohstoff für möglicherweise lebensrettende medizinische Therapien. Die Stammzellen im Nabelschnurblut haben die Fähigkeit, sich selbst zu erneuern und dabei alle Arten von Blutzellen zu bilden. Dadurch sind sie für die Therapie von Bluterkrankungen interessant, aber beispielsweise auch für den Wiederaufbau des Knochenmarks nach einer Hochdosis-Chemotherapie.

Zukünftige Therapien

Es gibt vielversprechende Ergebnisse bei der Züchtung von Herzklappen, auch für die zukünftige Therapie von Herzinfarkten sind sie eine Option. Ebenfalls medizinisch sehr interessant sind die Stammzellen aus dem Nabelschnurgewebe. Diese Zellen, die sich nach der Geburt völlig schmerzlos für Mutter und Kind in hoher Anzahl isolieren lassen, haben eine besondere Fähigkeit: Sie können sich zu Fett-, Knorpel- oder Knochenzellen entwickeln. Deshalb bieten sie ein umfangreiches Potenzial für Anwendungen in der regenerativen Medizin.

Erneuerung

Wissenschaftler arbeiten auf der Basis dieser Stammzell-Eigenschaften zum Beispiel an Therapien zur Erneuerung von beschädigtem Knorpel oder Knochengewebe. Damit wird es auch neue Perspektiven für Betroffene von Volkskrankheiten wie Arthrose geben. Stammzell-Therapien sind seit Jahren in aller Welt ein zentrales Thema wissenschaftlicher Forschung und klinischer Studien. Das medizinische Potenzial von Nabelschnur- Stammzellen dürfte also längst noch nicht ausgeschöpft sein.

Was ist zu tun

Aber wie gehe ich vor, wenn ich das Nabelschnurblut und/oder Nabelschnurgewebe meines Babys für eine mögliche spätere Behandlung gewinnen möchte? Dazu ist zunächst ein Vertrag mit einem Anbieter nötig. Er stellt der Schwangeren ein personalisiertes Entnahmepaket zur Verfügung, das sie zur Geburt mit ins Krankenhaus nimmt. Das Nabelschnurblut und/oder das Gewebe wird/werden nach der Geburt fachgerecht von einem Arzt oder einer Hebamme entnommen und im Entnahmepaket zum Anbieter versandt.

Gefroren

In einem Speziallabor bereiten Experten dann unter sterilen Bedingungen die Stammzellen auf, frieren sie ein und untersuchen deren Qualität. Ab diesem Zeitpunkt stehen die Zellen für Therapien zur Verfügung – und zwar über viele Jahrzehnte lang.

Durch das Einfrieren kurz nach der Geburt wird der Alterungsprozess der Stammzellen aus dem Nabelschnurblut und Nabelschnurgewebe gestoppt. Experten sind sich einig, dass ein Stammzelldepot, wenn das richtige Know-How genutzt wird, über die Lebensspanne eines Menschen sicher eingelagert werden kann und nach dem Auftauen auch nach Jahrzehnten mit den konservierten Eigenschaften „neugeborener“ Stammzellen zur Verfügung steht.

Wieviel kostet die Therapie?

Das hängt vom Anbieter ab. In der Regel wird eine Einmal- Vorauszahlung fällig. Sie liegt günstigstenfalls bei knapp 1000 Euro, zusätzlich ist eine Jahresgebühr von 120 Euro zu entrichten. Junge Eltern eines Neugeborenen können sich aber auch mit einer höheren Einmalzahlung auf viele Jahrzehnte hin absichern, ihr Kind zahlt dann beispielsweise erst ab dem 51. Lebensjahr eine jährliche Gebühr.

Richtig Fieber messen

Wenn das Baby krank ist, muss auch mal das Thermometer gezückt werden. Aber wo soll ich messen, und welches Fieberthermometer ist geeignet?

Anhaltendes Wimmern, heiße Stirn, Husten oder Bauchkrämpfe: Dann wird es Zeit für eine Messung der Körpertemperatur beim Baby. Schließlich ist sie ein deutlicher Hinweisgeber dafür, wie schwer krank das Kleine ist. Die Frage ist nur: Welche Körperstelle eignet sich am besten dafür? Die Methoden, welche Erwachsene dann anwenden, sind für Babys und Kleinkinder nicht alle geeignet. Und die Ergebnisse können erheblich schwanken, je nach Art der Messung. So liegt die Körpertemperatur etwa unter den Achseln immer deutlich unter der, die im Po gemessen wird.

Woran liegt das?

Wird das Thermometer in den Po eingeführt, dringt es etwas tiefer in den Körper ein. Es befindet sich nun schon sehr nahe an der sogenannten Kerntemperatur des Körpers. Die Messergebnisse sind hier sehr genau. Sie erhalten zuverlässige Werte, weshalb die Fiebermessung im Po (rektale Messung) speziell bei Säuglingen und Kleinkindern die beste ist. Das Thermometer hierfür mit einer Creme einfetten und dann vorsichtig und nicht zu tief (etwa 2 cm) in den After einführen.

Das Baby liegt dabei am besten auf der Seite oder auf dem Bauch. Bei klassischen Glasthermometern dauert es etwa zwei bis drei Minuten, bis der richtige Wert angezeigt wird. Das erfordert etwas Geduld von dem kleinen Patienten und seinen Eltern. Für sehr unruhige Babys eignet sich daher ein Digitalthermometer besser, weil es schon nach wenigen Sekunden piept und den exakten Wert anzeigt.

Und was ist mit der Messung unter den Achseln?

Hier wird lediglich die Hauttemperatur angezeigt, also nicht die Körper-Kerntemperatur. Die Werte sind dann auch erhöht, liegen aber niedriger als die Kerntemperatur – und sind daher nur als grobe Orientierung zu gebrauchen. Ähnlich ist es bei der Messung im Mund. Diese Variante ist für Babys ohnehin ungeeignet, weil sie auf dem Thermometer herumkauen oder es ausspucken würden.

Alternative Ohr

Brauchbar sind Messungen im Ohr mit einem speziellen Ohrthermometer. Sie sind jedoch erst bei etwas älteren Babys ab sechs Monaten zu empfehlen, weil der Gehörgang vorher noch zu eng ist. Denn das Thermometer wird so tief eingeführt, dass es nahe am Trommelfell ist. Ein Sensor im Gerät misst dann die abstrahlende Wärme des Trommelfells. Das ergibt recht genaue Werte. Allerdings ist die rektale Messung noch exakter. Zudem erfordert die Messung mit dem Ohrthermometer etwas Übung, weil das Thermometer im Gehörgang exakt positioniert sein muss. Am besten vom Arzt zeigen lassen, wie das geht. Die Ohr-Messung hat den Vorteil, dass sie das Baby kaum stört, wenig aufwendig ist und nur wenige Sekunden dauert. Bei Ohrentzündungen ist diese Methode nicht geeignet, weil sie dann zusätzliche Schmerzen auslösen könnte. Ein Ohrthermometer ist ab ca. 40 Euro erhältlich und damit deutlich teurer als ein digitales oder Glasthermometer, die jeweils nur ein paar Euro kosten.

Auf der Stirn

Neuere Varianten von Thermometern sind das Stirn- und das sogenannte Schnullerthermometer. Beim Stirnthermometer (ab ca. 17 Euro) wird der Sensor des Geräts kurz an die Stirn gehalten, beim Schnullerthermometer (ab ca. 10 Euro) ist er im Schnuller verbaut. Beide Varianten liefern eher ungenaue Messergebnisse.

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Kein Zucker mehr im Babytee

Auf Initiative der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, wird es zukünftig ein Zuckerverbot für Baby- und Kleinkindertees geben. Der Bundesrat beschloss eine entsprechende Verordnung der Ministerin, die auch den Zusatz anderer süßender Zutaten in diesen Getränken verbietet. Vorgeschrieben wird außerdem ein Hinweis auf der Verpackung, beim Zubereiten auf die Zugabe von Zucker und anderen süßenden Zutaten zu verzichten.

Julia Klöckner: „Zucker hat in Babytees nichts zu suchen. Deshalb habe ich eine Verordnung auf den Weg gebracht, die heute im Bundesrat angenommen wurde. Das ist ein wichtiger Schritt für eine gesunde Ernährung unserer Kleinkinder. Denn die Weichen für das Ernährungsverhalten werden früh gestellt, die ersten 1000 Tage sind entscheidend. Der Konsum gezuckerter Getränke von Anfang an erhöht die Gefahr von Karies, späterem Übergewicht oder gar Adipositas. Es besteht ein eindeutiger Zusammenhang. Das Verbot werde ich umgehend erlassen.“

Auch andere Süßungsmittel verboten

Die Regelung sieht konkret ein Verbot des Zusatzes von Zucker, Honig, Fruchtsaft (-konzentrat oder -pulver), Fruchtnektar, Malzextrakt oder anderen aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnenen Sirupen oder Dicksäften zu Säuglings- oder Kleinkindertees vor. Außerdem den verpflichtenden Hinweis, dass bei der Zubereitung oder vor der Verabreichung auf die Zugabe von Zucker und anderen süßenden Zutaten verzichtet werden soll. Hinzu kommt die Kennzeichnungsvorgabe bezüglich des Alters, ab dem das Erzeugnis verwendet werden kann. Analog zum Mindestalter für die Einführung von Beikost beträgt dies vier vollendete Lebensmonate.

Die Verordnung ist ein wichtiger Teil der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner. Die Strategie für weniger Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten wurde Ende 2018 vom Kabinett beschlossen. Zahlreiche Verbände haben sich seitdem verpflichtet, diese Inhaltsstoffe in ihren Produkten bis 2025 signifikant zu reduzieren. Kürzlich hatte es eine erste Zwischenbilanz des Max-Rubner-Instituts gegeben, welche die Wirksamkeit der Strategie wissenschaftlich bestätigt.

Brauchen Babys Nahrungsergänzungsmittel?

Pro und contra künstliche Vitalstoffe.
Normalerweise erhalten Babys und Kleinkinder über die tägliche Ernährung alles, was sie für eine gesunde Entwicklung brauchen. Es gibt aber Ausnahmen …

In Muttermilch und Milchpulver ist erst mal alles enthalten, was ein neuer Erdenbürger täglich benötigt: Eiweiß, Kalzium, Vitamine und andere Nährstoffe. Ein Rundum-Paket für die gesunde Versorgung des Babys und Kleinkindes. Das sehen seine Eltern auch an den rosigen Pausbäckchen, dem wohlgenährten Körper, dem strahlenden Lächeln. Kinder, die sich so präsentieren, benötigen normalerweise keine zusätzlichen Nährstoffe.

Ausgewogene Ernährung

Wenn sie älter werden und allmählich zur normalen Kost wechseln, liefern ihnen frisches Obst, Gemüse, Getreideprodukte, Fleisch und Fisch alles, was sie zum Wachsen und Gedeihen brauchen. Was aber, wenn das Kind richtig krank ist, nichts essen mag, und das über längere Zeit? Auch dann raten Fachleute nicht dazu, auf gut Glück irgendwelche Vitalstoffe zu geben. Erst mal zum Arzt und sich dort beraten lassen. Denn es kann leicht passieren, dass übereifrige Eltern ihrem Sprössling zu viel des Guten tun, sprich: ein solches Mittel überdosieren. Und das ist auch nicht unbedingt gesund.

Zuviel ist zuviel

Denn manche Vitamine können in zu großen Mengen durchaus Nebenwirkungen haben. Ist ein Kind sehr geschwächt und sein Immunsystem am Boden, wird der Arzt ihm vielleicht Mittel mit Vitamin C und D verschreiben oder solche Präparate empfehlen. Sie stärken die Körperabwehr. Oft sind vor allem Vitamin-D-Präparate mit Kalzium kombiniert, was gut für den Knochenaufbau ist. Kalzium kommt reichlich in Milchprodukten vor, muss also normalerweise nicht zusätzlich gegeben werden.

Blutprobe

Wenn der Arzt bei einer Blutprobe aber einen zu niedrigen Kalziumspiegel feststellt, ist zusätzliches Kalzium sinnvoll. Der Mineralstoff festigt auch die Zähne, ist am Muskelaufbau beteiligt und ein wichtiger Botenstoff für die Signalübertragung in den Nervenzellen. Fehlt es an Eisen, ist auch hier eine Unterstützung durch Eisenpräparate sinnvoll. Eisen ist für die Entwicklung des Hirns wichtig.

Mutter & Kind

Jod gehört ebenfalls zu den Substanzen, die für die kindliche Entwicklung wesentlich sind. Babys erhalten ihre tägliche Ration über die Muttermilch oder die Fläschchenmilch. Allerdings kommt es bei stillenden Müttern nicht selten vor, dass sie selber zu wenig Jod aufnehmen und entsprechend zu wenig an ihr Baby weiterreichen. Dann sollten sie Jodtabletten einnehmen. Nach dem Abstillen sollte der Bedarf an Jod über die normale Ernährung gedeckt werden, was nicht immer gelingt. Dann kann es bei erwiesenem Jodmangel sinnvoll sein, dem Kind zusätzlich Jod zu verabreichen.

Hurra, der erste Zahn!

Alle Zähnchen sind schon da, wenn das Baby auf die Welt kommt. Sie müssen nur noch durchbrechen. Meist geschieht dies ab dem 6. Monat.

Mit einem zahnlosen Lächeln begrüßt einen der frischgebackene Erdenbürger. Es dauert allerdings nicht allzu lange, bis sich der erste Zahn zeigt. Alle 20 Milchzähne liegen schon fix und fertig im Kiefer verborgen, sie müssen nur noch ein bisschen wachsen, bis sie die dünne Haut darüber durchbrochen haben. Dafür gibt es keinen festen Termin. Jedes Baby durchläuft seine eigene Entwicklung auch beim Zahnen.

Einer nach dem anderen

Bei den meisten ist es um den 6. Lebensmonat herum so weit. Und längst nicht immer ist das Zahnen mit schlimmen Schmerzen verbunden. Während das eine Baby laut jammert, spürt das andere kaum etwas. Es zahnt fast schmerzfrei. Der erste Zahn zeigt sich fast immer im Unterkiefer – ein Frontschneidezahn. Dann folgt der zweite Frontschneidezahn im Unterkiefer, schließlich die beiden Frontschneidezähne im Oberkiefer.

Bis zu 3 Jahre

Danach wachsen die vier Schneidezähne neben den Frontschneidezähnen heraus Das dauert etwa ein halbes Jahr. Am Ende des ersten Lebensjahres kommen dann auch die Backenzähne einer nach dem anderen heraus, zusätzlich die Eckzähne – bis das Milchzahn-Gebiss im Alter von etwa zweieinhalb bis drei Jahren komplett ist.

Wenn das Baby rote Bäckchen bekommt, das Zahnfleisch geschwollen ist und es häufiger als sonst auf irgendwelchen Sachen herumkaut, ist wieder ein Zahn im Anmarsch. Manche Kinder bekommen dann auch leichtes Fieber, einen wunden Po oder gar Durchfall. Diese Symptome verschwinden nach ein bis zwei Tagen wieder, wenn die Ursache wirklich das Zahnen war. Bei länger anhaltendem Fieber oder Durchfall sicherheitshalber zum Kinderarzt gehen.

Für Kinder, die beim Zahnen starke Schmerzen haben, gibt es verschiedene Hilfsmittel.

Beißringe sind der absolute Klassiker und sehr hilfreich, wenn ein Zahn kommt. Am besten vorher in den Kühlschrank legen. Ein kalter Beißring betäubt zusätzlich den Schmerz ein wenig. Seine Hauptfunktion ist aber, dem Zahn seinen Weg nach draußen zu erleichtern. Eine sanfte Zahnfleichmassage hilft ebenfalls. Dazu mit sauberem Finger und wenig Druck über die geschwollene Stelle im Mund streichen. Noch besser klappt das mit sogenannten Fingerlingen aus Silikon. Sie haben kleine Noppen, die den Massageeffekt verstärken.

Außerdem wirksam:

Kamillen oder Salbeitee, der zunächst abkühlen muss. Dann den Tee mit einem Wattestäbchen über die schmerzende Region verteilen. Die Wirkstoffe darin beruhigen das gereizte Zahnfleisch. Bei sehr starken Schmerzen verschreibt der Arzt ein lokales Betäubungsmittel. Es handelt sich hier um ein Gel, das auf dem Zahnfleisch verstrichen wird. Es lindert die Schmerzen rasch und sorgt beim Baby und seinen Eltern für eine Atempause. Wenn der Zahn dann durchgebrochen ist, lassen die Beschwerden von allein nach.

Nicht zuletzt ist Ablenkung ein gutes Mittel, wenn das Baby weint.

Wer mit ihm spielt und spazieren fährt, bringt es auf andere Gedanken. Auch eine kleine Kasperle- Aufführung oder etwas Ähnliches kann Wunder bewirken. Dann ist der Schmerz wie fortgeblasen.

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Infekte verhindern Schwangerschaft

Als Ursache für die zunehmende Zahl von Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch vermuten Experten, dass sich immer mehr Paare erst in einem höheren Lebensalter bemühen, Kinder zu zeugen, wenn die Chance auf eine Empfängnis bereits durch Alterungsprozesse herabgesetzt ist. Doch auch die Anzahl der Sexualpartner vor dem Kinderwunsch spielt überraschenderweise eine Rolle: Je mehr Sexualpartner eine Frau hatte, desto höher ist das Risiko für Infektionen, die durch entzündliche Prozesse eine Befruchtung erschweren können.

Ungleichgewicht der Vaginalflora

Voraussetzung für eine erfolgreiche Befruchtung und sichere Schwangerschaft ist ein infektionsfreier Genitaltrakt während des Eisprungs und der Schwangerschaft. Infektionen können eine Befruchtung verhindern und während der Schwangerschaft zu Früh- und Fehlgeburten führen. Bakterielle Infektionen im Scheidenmilieu entwickeln sich häufig aufgrund eines bakteriellen Ungleichgewichts der sogenannten Vaginalflora, bei der krank machende Keime gegenüber den natürlich vorkommenden Milchsäurebakterien die Oberhand gewinnen. Eine solche bakterielle Vaginose (BV) kann sich durch einen unangenehmen Geruch bemerkbar machen, jedoch auch gänzlich ohne Beschwerden verlaufen. Bis zu 20 Prozent der Schwangeren sind davon betroffen. Frauen mit Kinderwunsch können einer solchen Infektion vorbeugen, wenn sie zum Beispiel ein Präparat aus Milchsäure und Glykogen verwenden. Milchsäure und Glykogen unterstützen die natürliche Vaginalflora, so dass sich krankheitserregende Bakterien weniger leicht vermehren können.

Ein weiterer Grund für die steigende Anzahl von Paaren, die ungewollt kinderlos bleiben, ist vermutlich eine Abnahme der Samenqualität beim Mann. Paare mit bisher unerfülltem Kinderwunsch können einige Faktoren selbst beeinflussen, um die Chance auf eine Schwangerschaft zu verbessern. So können Frauen sich vergewissern, wann genau ihr Eisprung stattfindet, um den günstigsten Zeitpunkt für eine Befruchtung zu nutzen. Die fruchtbaren Tage lassen sich mit einem Ovulationstest feststellen, der die typischen Hormonveränderungen zur Zeit des Eisprungs misst. Wenden Paare während der fruchtbaren Tage zusätzlich ein spezielles, spermienfreundliches Gel mit Hyaluronsäure an, geben sie den Samenzellen eine optimale Starthilfe. Denn Hyaluronsäure mit einem speziellen pH-Wert fördert gesunde Spermien und bessert deren Lebensfähigkeit und Beweglichkeit.