Category : Gesundheit

Welt-Sepsis-Tag

Welt-Sepsis-Tag am 13. September

Impfungen gegen Blutvergiftungen können Leben retten

Die Symptome einer Blutvergiftung – einer Sepsis – können anfänglich sehr unspezifisch und grippeähnlich sein.1 In diesem frühen Stadium ist eine Diagnose daher sehr schwierig, was ein Grund für die hohe Sterberate bei Blutvergiftungen ist. Viele Sepsis-bedingte Todesfälle sind jedoch durch Prävention vermeidbar.

Zentral sind dabei die Impfungen. „Sie zählen zu den wichtigsten Errungenschaften der Medizin, die Erkrankungen vorbeugen und Leben retten können“, erklärt der Kinder- und Jugendarzt Dr. Michael Horn. Das wird aktuell während der Corona-Pandemie ein weiteres Mal deutlich. Auch vor einigen Auslösern einer Blutvergiftung können Impfungen bestmöglich schützen, beispielsweise vor Meningokokken-Bakterien.

Die Kleinsten sind besonders gefährdet

Eine bakterielle Sepsis durch Meningokokken ist zum Glück selten, sie kann allerdings innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich verlaufen.2 Die Bakterien werden meist als Tröpfcheninfektion übertragen und sie können neben einer Blutvergiftung (Sepsis) auch eine Hirnhautentzündung (Meningitis) auslösen.(2) Babys und Kleinkinder sind besonders gefährdet, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist.(1)

Unspezifische und grippeähnliche Symptome erschweren die Diagnose

Eine Meningokokken-Erkrankung beginnt häufig mit ungenauen und grippeähnlichen Symptomen.1 Das erschwert die Diagnose in einem frühen Stadium. Es können Fieber, Erbrechen, Schläfrigkeit, Krämpfe sowie bei Babys eine vorgewölbte oder harte Fontanelle – das ist die Spalte zwischen den Schädelplatten – auftreten.(3)
Bei septischen Verläufen kommt es zu Hauteinblutungen, Blutdruckabfall und zum Organversagen.3 Bei einem Verdacht sollten Eltern schnellstmöglich mit ihrem Kind die Kinderärztin bzw. den -arzt oder das nächstgelegene Krankenhaus aufsuchen. Es zählt jede Minute, denn je eher die Antibiotikum-Therapie begonnen werden kann, desto wahrscheinlicher können schwere Folgeschäden vermieden werden. Bei einer Blutvergiftung kann es zu Vernarbungen, Haut- und Gewebezerstörung kommen, in Extremfällen sogar zu Amputationen.(1)B Jede*r zehnte Erkrankte stirbt, bei schwerem Verlauf der Blutvergiftung sogar fast jede*r dritte.(2)

Gegen Meningokokken stehen verschiedene Impfungen zur Verfügung

„Impfungen ermöglichen es den Ärztinnen und Ärzten, Gesundheit zu erhalten und Leid zu verhindern – nach dem Prinzip ‚vorbeugen ist besser als heilen‘. Solange es Infektionskrankheiten gibt, können wir uns durch Impfungen bestmöglich davor schützen“, betont Dr. Horn. Er berät in seiner Praxis viele Eltern über den Schutz vor Meningokokken. Dafür stehen in Deutschland verschiedene Impfungen zur Verfügung. Die Impfung gegen die Meningokokken der Gruppe C ist von der Ständigen Impfkommission (STIKO) standardmäßig für alle Kinder im Alter von zwölf Monaten empfohlen.(4)

Sie schützt jedoch nicht vor den anderen Meningokokken-Gruppen. Dr. Horn klärt die Eltern daher auch immer über die weiteren Möglichkeiten auf: „Der Impfstoff gegen Meningokokken C wurde als erster Meningokokken-Impfstoff zugelassen; die Forschung der anderen beiden Impfstoffe dauerte länger. Mittlerweile gibt es jedoch auch eine Einzelimpfung gegen Gruppe B sowie eine Kombi-Impfung gegen die Gruppen ACWY. Das ist wichtig, denn Meningokokken B sind aktuell für die meisten Erkrankungen in Deutschland verantwortlich, gefolgt von Y und C.“ Eltern sollten sich frühzeitig von ihrer Kinder- und Jugendärztin oder ihrem -arzt beraten lassen. Viele Krankenkassen erstatten die zusätzlich möglichen Impfungen auf Anfrage komplett oder teilweise – nachfragen lohnt sich!

Mehr Informationen auch unter www.meningitis-bewegt.de.

 

1 Deutsches Grünes Kreuz: „Häufige Fragen und Antworten zu Meningokokken-Erkrankungen“. Verfügbar unter: https://bit.ly/2X7aroA. Juni 2021.
2 BZgA: „Erregersteckbrief Meningokokken“. Verfügbar unter: https://bit.ly/32Bnccl. Juni 2021
3 RKI: „Ratgeber Meningokokken”. Verfügbar unter: https://bit.ly/2X9spqp. Juni 2021.
4 RKI: „Epidemiologisches Bulletin 34/2020“. Verfügbar unter: https://bit.ly/3jhaiJ0. Juni 2021.

Natalben

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Der Nährstoffbedarf steigt bereits mit dem Kinderwunsch und eine ausreichende Zufuhr an Folsäure über die normale Ernährung ist kaum möglich. Nahrungsergänzungsmittel sind daher wichtig, um Folsäure-Defizite zu vermeiden. Eine Unterversorgung in der Frühphase der Schwangerschaft ist ein Risikofaktor für die Entstehung von Neuralrohrdefekten beim heranwachsenden Fötus.

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Mehr Informationen auch unter www.natalben.de.

Quellen:

1 DGE: Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln in der Schwangerschaft. Verfügbar unter: https://bit.ly/3bQQbQT. Aufgerufen im Mai 2021.

Urlaub

Gesund auf Reisen

Die Urlaubsvorereitung

Für jede Reise gilt es, im Vorfeld einiges vorzubereiten. Insbesondere wenn man mit Kindern verreist, muss an Vieles gedacht werden. Will man verreisen, müssen zunächst die notwendigen Dokumente bereitgelegt und ggf. noch besorgt werden: Ausweispapiere, Reiseunterlagen, Bargeld und Kreditkarte, Versichertenkarte, EHIC und Impfausweis.

Je nachdem wohin es geht, sind Impfungen erforderlich. Das Auswärtige Amt gibt Auskunft darüber, für welches Land, welche Reiseschutzimpfungen empfohlen werden. Je nach Impfung sind mehrere Teilimpfungen nötig. Daher sollte man sich rechtzeitig darum kümmern.

Übrigens: Im Rahmen des Gesundheitskontos übernimmt die AOK Hessen sogar die Kosten für die Reiseschutzimpfungen.

Die Reiseapotheke

Endlich steht der Urlaub kurz bevor und es heißt: Koffer packen! Jetzt muss auch die Reiseapotheke zusammengestellt werden:

  • Verbandsmaterial (Schere, Pflaster, sterile Kompressen, Mullbinden, Einmalhandschuhe)
  • Schmerzmittel (mit den Wirkstoffen Ibuprofen, ASS oder Paracetamol)
  • Durchfallmittel (Elektrolyt-Pulver, Medikamente mit dem Wirkstoff Loperamid)
  • Mittel gegen Reiseübelkeit (mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat)
  • insektenabweisende Mittel (sogenannte Repellentien)
  • juckreizstillendes Gel gegen Insektenstiche
  • Sonnenschutzmittel, entsprechend dem Hauttyp und dem Reiseziel
  • kühlende Salbe gegen Sonnenbrand
  • Salbe gegen Entzündungen und Aufschürfungen
  • Mittel gegen Allergien (Antihistaminika)
  • in einigen Ländern Malariamittel und Moskitonetz

Denken Sie bitte an kindgerechte Mittel gegen Durchfall, Übelkeit, Schmerzen und Erkältungen sowie einen speziellen Sonnenschutz für Ihr Kind. Auch das Insektenschutzmittel sollte für Ihr Kind gut verträglich sein.

Patienten mit chronischen Erkrankungen sollten vor Reiseantritt den Inhalt der Reiseapotheke genau mit dem behandelnden Arzt besprechen und ausreichend Medikamente mitnehmen.

Tabletten gegen Reisekrankheit, Verhütungsmittel und regelmäßig einzunehmende Medikamente gehören ins Handgepäck und sind nicht mit dem übrigen Reisegepäck aufzugeben. Für den Fall, dass Ihre Koffer später ankommen, haben Sie dann alles dabei, was Sie kurzfristig benötigen.

Steril verpackte Reiseapotheken bekommen Sie in jeder Apotheke.

Am Urlaubsort

Endlich angekommen, heißt es entspannen und die Seele baumeln lassen. Kurz: den Urlaub genießen. Damit die Urlaubsstimmung nicht durch Reisekrankheiten getrübt wird, hier noch ein paar Tipps:

  • Regelmäßig Hände waschen
    Besonders nach jedem Toilettenbesuch oder wenn man Haltegriffe oder Türklinken angefasst hat.
  • Nur in sauberem Gewässer baden gehen
    Anschließend immer abduschen. Beim Pool auf klares, gechlortes Wasser achten.
  • Vorsicht bei offenen Wunden
    Auch die kleinsten Verletzungen desinfizieren und mit sterilem Pflaster abdecken. Am besten immer Schuhe tragen.
  • Niemals Leitungswasser trinken
    Auf Eiswürfel lieber auch verzichten. Bei Getränken darauf achten, dass die Flaschen versiegelt sind.
  • Besonders in tropischen Ländern: auf rohe Speisen verzichten
    Rohes Fleisch und Schalentiere sowie Salate und rohes Gemüse können eine Quelle für Hepatitis-A-Viren sein.
  • Eis und Tiefkühlkost vermeiden
    Wenn die Kühlkette unterbrochen wurde, kann dies zu Magen-Darm-Problemen führen.
  • Safer Sex
    In vielen Ländern besteht hohe Ansteckungsgefahr mit Aids und Hepatitis.

Wenn man trotz aller Vorsicht erkrankt, sollte man sich die entsprechenden Medikamente dagegen besorgen – am besten in heimischen Apotheken. Außerdem sollte man viel Wasser und/oder Tee trinken und nur gut verträgliche Speisen verzehren. Und wenn die Beschwerden anhalten oder zunehmen, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Quelle: AOK Hessen

 

Eisenmangel

Eisenmangel

Etwa jede fünfte Frau leidet im Anschluss an die Geburt unter Eisenmangel. Das kann ernste Auswirkungen haben, die eine rasche Therapie nötig machen

Ein wichtiges Spurenelement, das für die Blutbildung und damit die Sauerstoff- Versorgung unersetzlich ist. Eisen hält fit und vital und sorgt nebenbei auch für seelischen Schwung. Wenn es fehlt, macht sich dieser Mangel schnell bemerkbar. Vor allem in der Zeit nach der Geburt schleicht sich bei vielen jungen Müttern ein gravierender Eisenmangel (Anämie) ein, der oft gar nicht bemerkt wird. Ein Grund dafür ist hoher Blutverlust während der Geburt, den der Körper so leicht nicht ausgleichen kann. Wenn Frauen schon vor der Geburt eher wenig Eisen im Blut hatten, macht sich dieser Mangel umso mehr bemerkbar.

Weiter verbreitet als gedacht

Eisenmangel ist weiter verbreitet als gedacht – was nicht selten mit der Ernährung zusammenhängt. Weil Eisen in größeren Mengen in Fleisch und Wurst vorkommt, sind Vegetarierinnen und Veganerinnen häufiger mit diesem Problem konfrontiert. Frauen mit starker Regelblutung neigen ebenfalls zu chronischem Eisenmangel, der sich dann nach der Geburt umso stärker auswirkt. Bei manchen Menschen kann der Körper das Spurenelemnt überdies nicht richtig aufnehmen. Sie nehmen zwar genügend Eisen zu sich, es wird aber zum großen Teil ungenutzt ausgeschieden.

Welche Folgen hat das für junge Mütter?

Eisenmangel lässt sie möglicherweise schlechter schlafen als sonst, sie fühlen sich sehr schlapp, erholen sich kaum von der Geburt. Auch Herzrasen kann ein Symptom sein, nicht selten kommt auch ein seelisches Ungleichgewicht hinzu. Das drückt sich in Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen aus. Leidet eine junge Mutter unter Wochenbett- Depressionen, sollte der Arzt auf jeden Fall zunächst einen Bluttest veranlassen – um sicherzugehen, dass nicht Eisenmangel die Ursache ist.

Eiseninfusionen wirken am schnellsten

Die Behandlung ist recht einfach. In leichteren Fällen verordnet der Arzt Eisentabletten, die den Eisenwert allmählich wieder auf gesunde Höhen anheben. Sind die Symptome stark, und ist der Eisenwert viel zu niedrig (Hb-Wert unter 8), helfen Eiseninfusionen am besten. Sie heben den Eisenwert sofort deutlich an, so dass sich die junge Mutter auch gleich besser fühlt. Nur in seltenen Fällen, wenn der Eisenwert in einem lebensbedrohlich niedrigen Bereich liegt, werden die Mediziner sogar eine Bluttransfusion in Erwägung ziehen.

Infusionen nur beim Spezialisten

Eiseninfusionen können in selteneren Fällen Nebenwirkungen wie Übelkeit bis hin zu gefährlichen Schockzuständen auslösen. Deshalb verabreichen die meisten niedergelassenen Ärzte solche Infusionen nicht in ihrer Praxis. Junge Mütter, die nicht stationär im Krankenhaus behandelt werden, sollten sich an einen Facharzt wenden. In Deutschland gibt es inzwischen mehr als 50 Zentren, die auf solche Eiseninfusionen spezialisiert sind. Auch so mancher Frauenarzt traut sich diese Therapie zu.

Dreimonts-Koliken

Wenn das Bäuchlein kneift

Was tun bei Dreimonats-Koliken?

Babys, die viel schreien und weinen, leiden häufig unter Bauchweh. Mehr über die möglichen Ursachen dieser Beschwerden.

Morgens liegt es noch friedlich und fröhlich in seiner Wiege, aber später am Tag ändert sich das: Mit rotem Kopf weint und schreit das Baby, zieht die Beinchen immer wieder an, die Bauchdecke ist gespannt, und viele kleine Pupser entweichen durch die Windel. Dies sind klassische Anzeichen für Dreimonats- Koliken. Bis heute ist nicht restlos geklärt, wie es zu diesen schmerzhaften Blähungen kommt. Liegt es an der Milch? Studien zeigen, dass gestillte Babys seltener unter solchen Koliken leiden als Babys, die mit Fläschchennahrung gefüttert werden. Das kann ein Hinweis darauf sein, dass Magen und Darmd es Säuglings noch nicht so gut mit künstlich hergestellter Milch zurechtkommen, weil ihnen bestimmte Verdauungsenzyme fehlen. Der gesamte Verdauungstrakt ist in den ersten Monaten noch nicht ausgereift. Das ändert sich erst nach den ersten drei Lebensmonaten. Dann hören die Koliken meist von allein auf.

Zuviel Luft geschluckt?

Allerdings ist dies nur eine Theorie, wenn auch eine naheliegende. Eine weitere Erklärung könnte sein, dass Babys beim Schreien viel Luft schlucken und sich deshalb der Bauch aufbläht. Dann liegt die eigentliche Ursache nicht im Magen- Darmtrakt. Das Baby schreit aus anderen Gründen, etwa weil es überreizt ist oder zu wenig Schlaf bekommen hat. Vielleicht ist es auch sehr sensibel und reagiert stark auf Geräusche oder Änderungen im Tagesablauf. Wie auch immer – für die Eltern bricht mit solchen Problemen oft eine schwere Zeit an. Denn die Schmerzen und das Schreien können sich bis tief in die Nacht hinziehen und Mama und Papa den Schlaf rauben. Eine echte Nervenprobe.

Was kann ich dagegen tun? Dem Baby als erstes mehr Ruhe gönnen. Es sollte auch tagsüber genügend Gelegenheit haben, in vertrauter Umgebung zu schlafen. Denn ausgeruhte Babys sind entspannter und neigen weniger zu Blähungen. Der gewohnte Tag- und Nachtrhythmus sollte weitestgehend beibehalten werden. Das gibt dem Säugling mehr Sicherheit, was ihn zusätzlich entlastet. Auf jeden Fall auch zum Arzt gehen, wenn die Beschwerden über mehrere Tage oder länger anhalten. Denn manchmal ist eine Allergie der Grund für die Blähungen. Eher selten kann es sogar sein, dass sich eine chronische Magen-Darm-Erkrankung dahinter verbirgt. Beim Stillen und Fläschengeben außerdem darauf achten, dass das Baby nicht zuviel Luft schluckt. Manchmal hilft es, den Säugling anders anzulegen, damit er zum Beispiel müheloser mit dem Mund an die Brust kommt. Spezielle Anti-Kolik-Fläschchen sorgen beim Trinken von Ersatznahrung dafür, dass weniger Luft mit einsaugt wird.

Fingergriff bei Blähungen

Eine sanfte Bäuchleinmassage kann ebenfalls helfen. Dabei mit zwei Fingern sachte und im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel herum massieren. Das sorgt häufig für Entspannung. Babys lieben es auch zu kuscheln. Deshalb ruhig mal daneben legen und den Säugling sanft in den Arm nehmen, vielleicht dazu eine Melodie summen oder leise mit ihm sprechen. Der sogenannte Fliegergriff hat sich bei Blähungen ebenfalls bewährt: Hierzu das Baby bäuchlings auf den Unterarm legen und es mit der anderen Hand gut, aber vorsichtig festhalten.

Vorher am besten auf einer weichen Unterlage in die Hocke gehen – nur zur Sicherheit, falls das Baby mal wegrutscht. Den Kopf stützen und nun sachte hin- und herwiegen. Das bringt fast immer mehr Ruhe ins Bäuchlein. Nicht zuletzt: ruhig und gelassen bleiben. Sind Eltern nervös und gereizt, überträgt sich das aufs Baby. Selbst wenn man innerlich angespannt und übermüdet ist, lohnt es sich unbedingt, das vor dem Kind nicht zu zeigen …

Übeltäter Milchzucker

In seltenen Fällen leidet der Säugling unter einer sogenannten Laktose-Intoleranz. Er verträgt dann den Milchzucker in der Mutter- oder Ersatzmilch nicht. Das äußert sich in ständigen Durchfällen und starken Blähungen. Bei Verdacht auf diese Störung sind Tests nötig, um die Diagnose zu sichern. Die Lösung: Ersatzmilch ohne Milchzucker.

Bei manchen Babys ist nicht der Milchzucker, sondern das Eiweiß in der Milch schuld an den Verdauungsstörungen. Das betrifft aber fast ausschließlich Kinder, die mit Bestandteilen aus Kuhmilch ernährt werden. Auch hier sind zunächst Untersuchungen angezeigt, die Klarheit über die Ursache verschaffen. Bei einer nachgewiesenen Kuhmilch-Allergie kann das Kind mit einer speziellen Ersatzmilch gefüttert werden, die keine Beschwerden auslöst.

Bei diesen Symptomen zum Arzt gehen

Wenn das Kind Fieber hat, kann hinter den Blähungen auch etwas anderes stecken. Dann rasch zum Arzt. Das gilt auch, falls sich schaumige Durchfälle einstellen oder der Stuhl sehr hart ist. Nimmt das Baby kaum an Gewicht zu und will nicht trinken, sollte sich dies ebenfalls der Arzt anschauen.

Auch interessant: Dreimonats-Koliken – Das beruhigt Ihr Baby

Der erste Zahn

Der erste Zahn!

Das Ende des zahnlosen Lächelns: Nach den ersten sechs Lebensmonaten zeigt sich das erste kleine Zahn.

Die ersten Zähne sind schon da, sogar die bleibenden Zähne stecken bereits tief im Kiefer. Alles ist startklar bei der Geburt. Aber es dauert noch einige Monate, bis sich das erste Milchzähnchen zeigt. Langsam schiebt es sich heraus, bald folgt das zweite und so weiter Die mittleren unteren Schneidezähne machen meist den Anfang. Dann folgen die oberen Schneidezähne und im Anschluss deren direkte Nachbarn. Wie es dann weitergeht, ist bei jedem Kind unterschiedlich. Mit zwei bis drei Jahren sind alle Milchzähne vorhanden, insgesamt 20 Stück.

Gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch

Leider ist das Zahnen nicht immer schmerzfrei. Obwohl die meisten Kinder kaum Probleme haben, wenn die Milchzähne durchbrechen, kann es im Einzelfall doch sehr wehtun. Das Kind fasst sich möglicherweise an den Mund oder steckt einen Finger hinein. Es weint vor allem nachts, gelegentlich schreit es auch auf – wenn ein Zahn auf einmal „durchstößt“ und dabei die dünne Haut darüber verletzt. Ein häufiges Symptom des Zahnens ist auch ein verstärkter Speichelfluss, gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch.

Wie kann ich meinem Kind helfen?

Ein Klassiker ist der Beißring. Kaut das Kind häufig darauf herum, erleichtert es sich damit das Zahnen. Die Haut über dem noch verborgenen Zahn gibt dann leichter nach. Auch andere Dinge, etwa eine Möhre, haben diese Wirkung. Dabei aufpassen, dass das Kind den Gegenstand nicht versehentlich verschlucken kann. Wenn das Kind es zulässt, kann man das Zahnfleisch auch vorsichtig mit der Fingerkuppe massieren oder dafür eine Zahnbürste mit Noppen nehmen. Ein kalter Schnuller aus dem Kühlschrank sorgt durch den leicht betäubenden Effekt ebenfalls für Linderung.

Treue Begleiter in den ersten Jahren

Die Milchzähne sitzen nicht sonderlich fest im Mund, sie haben nur kleine Wurzeln. Trotzdem halten sie in den ersten Lebensjahren tapfer durch. Erst ab etwa dem sechsten Lebensjahr haben sie ihre Aufgaben allmählich erfüllt. Ihre Wurzeln lösen sich langsam auf, so dass die bleibenden Zähne sie wegdrücken können. Die Milchzähne fallen einer nach dem anderen aus. Dieser Prozess kann sich über Jahre hinziehen.

Mehr zum Thema Zähne: So entsteht Zahnkaries bei Milchzähnen

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Vorsicht, Hitzestau!

Hohe Temperaturen können Babys sehr zu schaffen machen: Sie können ihre Körpertemperatur, insbesondere die Schweißproduktion, nur unzureichend  selbst regulieren und neigen  von daher  zu Hitzestaus, weil sie oft auch zu warm angezogen sind. „Dass man bei 35 Grad Celsius das Kind nicht in der Mittagsonne im Freien liegen lassen soll, sondern Schatten aufsucht, sollte klar sein“, sagt Profesor Dr. Jens Möller, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Saarbrücken. Bei Temperaturen über 30 Grad kühlt das Baby nicht aus. Deshalb ist es  oft eine gute Lösung, den Säugling nur mit Windeln auf einer Decke im Schatten zu lagern.

Mehr trinken als sonst

Für Erwachsene und Kinder gilt: ausreichend trinken! Am besten eignen sich Wasser oder stark verdünnte Fruchtsäfte. Wenn ein Baby noch gestillt wird, wird es häufiger trinken wollen. Erst wenn das Baby Beikost erhält, sollte es zusätzlich Wasser oder ungesüßte Tees bekommen.
„Neben der größeren Gefahr des Austrocknens haben Kinder alle Probleme wie Erwachsene“, so der Mediziner. Mögliche Folgen von zu großer Hitze für den Organismus können Sonnenstich, Hitzeerschöpfung, Hitzekollaps, Hitzeschlag und Hitzekrampf sein. „Achten Sie auf Symptome wie Übelkeit, Erbrechen oder Schläfrigkeit beim Kind. Sie können auf einen Sonnenstich deuten“, so Professor Möller.

Die schwerste Form der Hitzeerkrankungen ist der Hitzschlag, bei dem die Körpertemperatur über 40 Grad Celsius ansteigen kann. Mögliche Symptome sind Desorientierung, Kopfschmerzen und Übelkeit, schneller Puls und eine heiße, trockene Haut. Das Kind dann mit leicht erhöhtem Oberkörper lagern und den Kopf mit feuchten Umschlägen kühlen. Wenn innerhalb von zehn Minuten keine Besserung eintritt, sollte ein Arzt verständigt werden.

Mit folgenden Tipps  lässt sich die sommerliche Hitze für Kinder besser ertragen:

  • Nachts und am frühen Morgen die Wohnung beziehungsweise das Kinderzimmer gut durchlüften. Tagsüber die Räume verdunkeln.
  • Kinder stündlich zum Trinken animieren.
  • Vor der Sonne durch entsprechende Sonnenschutzprodukte, Sonnenhut und Sonnenbrille schützen.
  • Zum Schlafen reicht im Sommer ein kurzärmeliger Baumwollbody und ein dünner Schlafsack.
  • Wichtig ist auch die richtige Kleidung: Natürliche Stoffe wie Baumwolle, sind ideal, da sie die Haut genügend atmen lassen. Nackt zu strampeln ist Genuss und nicht Qual für Babys!
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Richtig Fieber messen

Die Technik bei Fieberthermometern entwickelt sich immer weiter. Doch zeigte eine dänische Studie, dass für Kinder die rektale Messung, d.h. am Darmausgang, mit einem digitalen Fieberthermometer immer noch am exaktesten ist.

„Die meisten digitalen Thermometer können die Temperatur unter dem Arm, im Mund oder im After messen. Unter den Achselhöhlen ist die Messung am wenigsten exakt und deshalb nicht zu empfehlen. Wollen Eltern das Fieber im Mund messen, kann dies für kleinere Kinder eine Herausforderung darstellen. Sie dürfen für ein paar Minuten nur durch die Nase atmen, den Mund nicht öffnen und auch nicht auf das Thermometer beißen. Da das Fieberthermometer unter der Zunge weit nach hinten in den Mund geschoben werden soll, kann dies bei einigen Kindern evtl. einen Würgereiz auslösen. Vor der Prozedur sollte das Kind mindestens 15 Minuten nichts gegessen oder getrunken haben“, beschreibt Dr. Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) das Vorgehen bei digitalen Fieberthermometern.

Stirnthermometer sind weniger genau

Ohrthermometer und Stirnthermometer arbeiten mit Infrarotsensor, da bei fieberhaften Temperaturen mehr Infrarot-Strahlung vom Körper abgegeben wird. Ein Baby sollte für die Anwendung des ersteren mindestens ein halbes Jahr alt sein, da bei kleineren Kindern der Gehörgang zu klein ist. Auch Stirnthermometer arbeiten mit Infrarot. Der dänischen Studie zufolge geben diese Geräte allerdings nicht so exakt das Fieber wieder wie ein digitales Fieberthermometer am After. „Schmieren Sie die Spitze des Thermometers mit Vaseline ein, damit das Thermometer besser gleitet. Legen Sie Ihr Baby auf den Rücken, heben Sie die Oberschenkel an und führen Sie das Thermometer 1,3 bis 2,5 Zentimeter in den Enddarm ein. Bei Widerstand stoppen Sie sofort. Halten Sie das Thermometer locker in seiner Position, bis der Signalton kommt. Lassen Sie Ihr Kind niemals unbeaufsichtigt, während Sie seine Temperatur messen. Reinigen Sie die Spitze des Thermometers vor und nach jedem Gebrauch mit Alkohol oder Seife und lauwarmem Wasser, und spülen Sie es anschließend ab“, rät Dr. Fegeler.

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Babys kurz auf den Bauch drehen

 

Amerikanische Forscher belegen in einer Übersichtsarbeit, dass ein Baby im Wachzustand auch einmal auf dem Bauch liegen sollte. Dies fördert seine grobmotorischen Fähigkeiten und insbesondere die Nackenmuskulatur und beugt einer Kopfverformung durch die Rückenlage vor.

Wenn Säuglinge im Alter von 1 bis 3 Monaten beginnen, ihre Nackenkontrolle zu entwickeln, können sie im Wachzustand – in Absprache mit dem Kinder- und Jugendarzt und unter der ständigen Aufsicht der Eltern – für kurze Zeit auf dem Bauch liegen. Dies trainiert unter anderem die Muskeln, die das Baby später zum Umdrehen, Sitzen und Krabbeln braucht. „Im Alter von 4 bis 7 Monaten können die meisten Säuglinge sich schon umdrehen. Dann stärkt die Bauchlage die Arm-, Brust- und Nackenmuskulatur, wenn sie sich mit den Armen nach oben drücken, um mehr zu sehen“, erläutert Dr. Herman Josef Kahl, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des Expertengremiums vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Erst auf die Brust legen

Anfangs können Mutter oder Vater ihr Kind einige Male mit dem Bauch nach unten auf ihre/seine Brust legen. Hat sich das Baby an diese Position gewöhnt, kann es versuchsweise auf einer Decke auf den Boden liegen. „Lassen Sie Ihr Kind erst einmal nur kurz auf dem Bauch liegen – je nachdem, wie wohl sich das Baby fühlt, etwa drei bis fünf Minuten. Schrittweise kann die Zeit erhöht werden und das Baby kann auch mehrmals am Tag kurz bäuchlings hingelegt werden. Bis zum Alter von drei Monaten kann ein Baby täglich insgesamt etwa bis zu einer Stunde auf dem Bauch liegen. Im Schlaf sollte das Kind unbedingt auf dem Rücken liegen“, so Dr. Kahl.

In den ersten Monaten haben Babys noch keine Kontrolle über ihre Kopfbewegungen und können die Muskeln im Nacken nicht richtig anspannen. In der Bauchlage lernen sie schneller, unter anderem ihre Nackenmuskeln anzuspannen und so zu stärken.

Down

Ergotherapie beim Down-Syndrom

Eltern lieben ihre Kinder – vielleicht umso mehr, wenn sie besonders sind, etwa eine Beeinträchtigung haben wie Trisomie 21, landläufig als Down-Syndrom bekannt. Dennoch sind der Betreuungsaufwand und der Stress, die im Familiensystem dadurch entstehen, nicht zu unterschätzen. Entlastung und Förderung gibt es bei Ergotherapeuten. Die kümmern sich bereits um Säuglinge mit Down-Syndrom. Wegen der fehlenden Muskelspannung haben Kinder mit dem Down-Syndrom häufig schon in den ersten Monaten ihres Lebens Schwierigkeiten mit der Feinmotorik. Diese trainieren Ergotherapeuten mit Babys mit Trisomie 21. Das verbessert und fördert deren Verständnis für die eigene Umwelt ebenso wie ihre intellektuellen Fähigkeiten.

Teil der Gesellschaft

Dank steigender Zahlen an inklusiven Kitas und Schulen sind Kinder mit Down-Syndrom zunehmend Teil der Gesellschaft. Sie gehen ausgesprochen gerne in die Schule und auch ihre Mitschüler profitieren: sie können so einen natürlichen und ungezwungenen Umgang mit Kindern entwickeln, die ‚anders‘ sind. Ergotherapeuten bahnen daher bei ihren kleinen Klienten mit Trisomie 21 schon früh alle nötigen Fähigkeiten an, damit sie im für sie möglichen Rahmen Lesen und Schreiben lernen können. Zudem führen sie eine größtmögliche Selbstständigkeit dieser Kinder herbei – ganz wichtig, um in der Schule zurechtzukommen. Das wirkt sich auch auf den Alltag zuhause und das Miteinander im Familiensystem positiv aus. Der Stress wird weniger, es läuft öfter rund.

Das Erfolgsgeheimnis ergotherapeutischer Interventionen, an der auch die Eltern teilnehmen sofern es ihnen möglich und sinnvoll ist, besteht darin, das Positive zu verstärken. Ergotherapeuten fokussieren sich auf die Fähigkeiten und Ressourcen. Nicht die Krankheit, also hier das Down-Syndrom, steht im Mittelpunkt, sondern die vorhandenen Begabungen und Fertigkeiten. Und die bauen Ergotherapeuten konsequent aus und holen für mehr Nachhaltigkeit ihrer Arbeit die Eltern mit ins Boot, um die positiven Effekte auch außerhalb ihrer Intervention weiter zu verstärken.

Weitere Informationen und Ergotherapeuten vor Ort gibt es auf der Homepage des Verbands (dve.info); Aktuelles auch auf facebook (der dve) und twitter (@DVEergotherapie)