Category : Gesundheit

Niemals Schütteln

Babys niemals schütteln!

Wenn Eltern für einen kurzen Moment die Kontrolle verlieren und ihr schreiendes Baby schütteln, können sie ihm schwere Schäden zufügen, die zu körperlicher und geistiger Behinderung führen können. Zehn bis 30 Prozent der Kinder sterben sogar an den Folgen eines Schütteltraumas.

Wie hoch der Aufklärungsbedarf in der Bevölkerung zum Schütteltrauma ist, zeigt eine aktuelle Repräsentativbefragung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH). Nur 79 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass man Babys niemals schütteln darf. 24 Prozent der Befragten meinen irrtümlicherweise, dass Schütteln einem Baby nicht schade.

Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen hat es sich zusammen mit dem „Bündnis gegen Schütteltrauma” zur Aufgabe gemacht, über die Folgen des Schüttelns von Säuglingen und Kleinkindern aufzuklären – im Auftrag des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ).

Aufklärung ist notwendig

„Leider kommt es immer wieder vor, dass Babys durch Schütteln schwer verletzt werden, manche sogar sterben. Deshalb ist Aufklärung für Eltern notwendig. Sie müssen wissen, wo sie Hilfe bekommen, wenn sie sich überfordert fühlen“, erklärte Dr. Katarina Barley, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. „Eltern dürfen in schwierigen Situationen nicht alleine gelassen werden. Deshalb ist die Arbeit des „Bündnis gegen Schütteltrauma“ so wichtig. Ich danke allen Bündnispartnerinnen und -partnern für ihr Engagement.“

Das Wissen über frühkindliche Schreiphasen, die als Hauptauslöser für das Schütteln von Säuglingen gelten, ist in der Bevölkerung gering. Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), dem Träger des NZFH, berichtet: „Zwei Drittel der Befragten ist nicht darüber informiert, dass es intensive Schreiphasen im Säuglingsalter geben kann.

Aufklärung

18 Prozent der Befragten glauben sogar, dass Babys manchmal nur schreien, um zu ärgern. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern von Babys, die viel schreien, gut informiert sind und wissen, wo sie rechtzeitig Unterstützung finden können.“

23 Verbände, Vereine und Institutionen aus dem Gesundheitswesen, dem Kinderschutz und der Kinder- und Jugendhilfe haben sich dem „Bündnis gegen Schütteltrauma“ angeschlossen.

Durch neue Informationsmaterialien werden den Eltern Wege aufgezeigt, wie sie mit der Situation besser umgehen können. Wichtige Anlaufstellen für Eltern, deren Baby viel schreit, sind die niedergelassenen Kinderärztinnen und Kinderärzte, Frühe Hilfen in den Kommunen sowie (Familien-)Hebammen. Aber auch Wohlfahrtsverbände, Vereine und Kinderkliniken bieten spezielle Beratungsangebote für Säuglinge mit Regulationsproblemen.

Neue Informationsangebote

Den Flyer und einen Aufklärungsfilm zum Schütteltrauma sowie Adressen von Beratungsstellen finden Sie unter: http://www.elternsein.info.

Für die Repräsentativbefragung „Bekanntheit und Wissen zu Schütteltrauma und Babyschreien in Deutschland 2017“ wurden 1.009 Personen im Alter zwischen 16 und 49 Jahren im Mai 2017 befragt. Ein Info-Blatt mit ausgewählten Ergebnissen und Hintergrundinformationen zum Schütteltrauma finden Sie hier:

http://www.fruehehilfen.de/presse-buendnis-gegen-schuetteltrauma oder http://www.bzga.de/presse/daten-und-fakten/nationales-zentrum-fruehe-hilfen

Das Plakat gibt es auch zum Herunterladen unter:
http://www.bzga.de/presse/pressemotive/nationales-zentrum-fruehe-hilfen
„Bündnis gegen Schütteltrauma

 

Quelle: www.deutschesgesundheitsportal.de

Mutter stillt ihr Baby

Stillen – Basis fürs Leben

Muttermilch ist die natürliche und optimale Nahrung für Säuglinge: Sie ist gut verdaulich, enthält Abwehrstoffe, ist immer verfügbar, hygienisch einwandfrei, richtig temperiert und muss nicht zubereitet werden. Die Nationale Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist auf die Bedeutung des Stillens für Mutter und Kind hin und empfiehlt, durch Aufklärung und Information die Still-Akzeptanz in der Öffentlichkeit zu erhöhen. Stillen sollte sowohl im beruflichen Umfeld als auch im täglichen Leben jederzeit und ohne Barrieren möglich sein.

Gesünder durchs Leben

Gestillte Säuglinge werden seltener krank als nicht gestillte, sie leiden unter anderem seltener an Atemwegsinfekten, Durchfallerkrankungen und Übergewicht im späteren Leben. Auch Mütter profitieren davon, ihr Kind zu stillen: Das Risiko sinkt, an Brust- und Eierstockkrebs, Osteoporose, Diabetes Typ 2 oder Übergewicht zu erkranken. Durch die Ausschüttung der Hormone Oxytocin und Prolaktin leiden stillende Mütter weniger unter Stress. Sie sind mit ihren Säuglingen mobiler, weil Muttermilch immer verfügbar ist. Stillen fördert außerdem die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind.

Stillakzeptanz in der Öffentlichkeit

Eine Studie im Auftrag des BfR hat gezeigt, dass für jede zehnte Mutter, die frühzeitig abstillt, die ablehnende Haltung in der Öffentlichkeit einer der Gründe dafür ist. Zwar lehnen es nur sechs Prozent der Bevölkerung komplett ab, wenn eine Frau ihr Baby in der Öffentlichkeit stillt, allerdings steht jede vierte befragte Person dem Stillen im öffentlichen Raum zumindest zwiespältig gegenüber. Insbesondere in Restaurants und Cafés besteht eine Diskrepanz zwischen der Akzeptanz des Stillens und dem Stillverhalten von Müttern. Aus Sicht eines großen Teils der Öffentlichkeit ist das Stillen dort nur bedingt angemessen, Frauen können und wollen aber nicht grundsätzlich darauf verzichten, ihre Kinder auch in Restaurants und Cafés zu stillen. Die Nationale Stillkommission befürwortet daher Maßnahmen, um insbesondere an diesen Orten die Stillakzeptanz zu erhöhen.

Stillempfehlungen

Obwohl das Trinken von Muttermilch an der Brust eine angeborene Fähigkeit von Säuglingen ist, brauchen Stillende insbesondere zu Beginn der Stillzeit häufig kompetente Beratung und Unterstützung. Die am BfR angesiedelte Nationale Stillkommission hat daher Stillempfehlungen in sieben Sprachen veröffentlicht, die über das BfR kostenlos angefordert werden können. Die Stillempfehlungen enthalten praktische Tipps sowie Hinweise auf weitere Organisationen, die bei Stillproblemen neben der Hebamme, Stillberaterin oder dem Frauen- oder Kinderarzt kontaktiert werden können:

https://www.bfr.bund.de/de/publikation/stillempfehlungen-61959.html

 

Quellen:

Über die Nationale Stillkommission am BfR

Die Nationale Stillkommission wurde 1994 mit dem Ziel gegründet, die Entwicklung einer neuen Stillkultur in der Bundesrepublik Deutschland zu unterstützen und dazu beizutragen, dass Stillen zur normalen Ernährung für Säuglinge wird. Der Kommission gehören Mitglieder aus medizinischen Berufsverbänden und Organisationen an, die sich für die Förderung des Stillens in Deutschland einsetzen. Weitere Informationen zur Arbeit der Nationalen Stillkommission sind auf der folgenden Website veröffentlicht:

http://www.bfr.bund.de/de/nationale_stillkommission-2404.html

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

www.deutschesgesundheitsportal.de

Kinderprodukte - Augen auf beim Kauf

Typ-1-Diabetes: Immunsystem von Babys trainieren

Im Studienzentrum des Universitätsklinikum Dresden werden Kinder mit einem erhöhten genetischen Risiko für Typ-1-Diabetes im Rahmen der Präventionsstudie POInT vorbeugend behandelt. In die Studie können Kinder eingeschlossen werden, bei denen im Rahmen des 2016 begonnenen Freder1k-Neugeborenenscreenings ein erhöhtes genetisches Risiko für Typ-1-Diabetes festgestellt wurde. Sie bekommen zum „normalen“ Essen Insulin als Pulver verabreicht – ein anderer Teil der Kinder (Kontrollgruppe) erhält ein Placebo.

Über die Schleimhäute des Mundes und des Verdauungstrakts wird das Immunsystem mit Insulin konfrontiert. Auf diese Weise soll der Organismus trainiert werden, damit keine fehlerhafte Reaktion des Immunsystems gegenüber den insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse auftritt. Alle Kinder, die an der POInT Studie teilnehmen, werden regelmäßig untersucht und ärztlich begleitet. „Mit diesem Vorhaben bleibt der Freistaat Sachsen Vorreiter in Europa“, sagt Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange, die bereits die Schirmherrschaft für die Freder1k-Studie übernommen hatte und nun das Studienzentrum einweiht. „Die Erforschung von Diabetes hat in Deutschland und auch in Sachsen einen hohen Stellenwert. Neben dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung haben zwei weitere der sechs deutschen Gesundheitszentren einen Partnerstandort in Dresden und auch am Universitätsmedizinstandort Leipzig wird zu Diabetes geforscht, etwa im Profilschwerpunkt der Zivilisationserkrankungen im Rahmen der NAKO Gesundheitsstudie. Forschung im Freistaat Sachsen kann unter hervorragenden Rahmenbedingungen stattfinden und ich freue mich, dass jetzt mit der Präventionsstudie POInT auf der Freder1k-Studie aufgebaut wird, bei der Sachsen besonders bei der Gesundheitsforschung für Kinder bereits eine Vorreiterrolle eingenommen hat.“

„Wir wollen jetzt die großartige Chance nutzen, wenn Kinder ein erhöhtes Risiko haben an Typ-1-Diabetes zu erkranken, diese schwere chronische Krankheit zu verhindern. Dazu wollen wir das Immunsystem dieser Kinder in einem sehr frühen Alter regelmäßig schulen“, sagt Prof. Ezio Bonifacio, der Direktor des Centers for Regenerative Therapies Dresden (CRTD). „In den letzten Jahren haben wir mit Studien wie ‚Freder1k in Sachsen‘ und ‚Fr1da in Bayern‘ viele Erfahrungen sammeln können, was die Umsetzbarkeit von Typ-1-Diabetes Risiko-Screening-Studien angeht. Durch diesen Erfolg können wir jetzt einen Schritt weitergehen und die Prävention voranbringen – die Chancen dafür stehen gut“.

„Für diese Studie eröffnen wir in den Räumen der Kinderklinik ein modernes Studienzentrum Pädiatrie“, erklärt der Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Prof. Reinhard Berner. Die Familien werden hier über die POInT-Studie informiert, im Umgang mit dem Medikament geschult und alle zwei Monate beziehungsweise später alle sechs Monate medizinisch untersucht. Das Studienzentrum soll – in enger Zusammenarbeit mit dem CRTD – Ausgangspunkt für den Aufbau eines „Centers for Early Diagnostics and Prevention of Childhood Inflammatory Diseases“ werden, das mittel- und langfristig in Dresden die translationale klinische Forschung für Kinder ermöglichen soll.

Für Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums, ist dieser Schritt nur konsequent: „Als Hochschulmedizin haben wir immer die enge Zusammenarbeit mit den Forschungseinrichtungen in unserer Nachbarschaft unterstützt, denn ich bin mir sicher, dass es funktionierender Kooperationen bedarf, um die neuesten Therapieansätze zu unseren Patienten zu bringen. Davon profitieren nun die in Sachsen zur Welt gekommenen Kinder und die jungen Eltern, die zuerst am Neugeborenenscreening der Freder1k-Studie teilgenommen haben und nun bei uns im Studienzentrum Pädiatrie innerhalb der POInT-Studie umfassend betreut werden können.“ Die POInT-Studie ist nicht nur eine einmalige Chance für die betroffenen Familien, „diese Studie könnte weltweit im Kampf gegen Typ-1-Diabetes eine ganz neue Dimension der Prävention von Autoimmunerkrankungen eröffnen.“, führt Prof. Bonifacio aus.

Gemeinsam mit Partnern in Deutschland, Schweden, Großbritannien, Polen, Belgien und Deutschland sollen europaweit mehr als 300.000 Kinder auf ein erhöhtes Typ-1-Diabetes-Risiko untersucht werden. „Jedes Kind, bei dem ein erhöhtes Risiko festgestellt wird, bekommt die Teilnahme an dieser Präventionsstudie angeboten. Sollte diese Studie das erhoffte Ergebnis erbringen, wäre dies ein Durchbruch in der Prävention einer bisher unheilbaren Krankheit“, sagt , Prof. Reinhard Berner: „In der Klinik sehen wir, in welche lebensbedrohlichen Situationen Kinder kommen, wenn sie an Typ-1-Diabetes erkranken und welch lebenslanges Schicksal das für die betroffenen Patienten und Familien bedeutet.“

Weitere Informationen zur POInT-Studie
www.gppad.org/de/point-studie/

Bad father is smoking and holding baby.

Passivrauchen – Gefahr für die Kleinsten

Passivrauchen gefährdet Ungeborene sowie Kinder und Jugendliche in großem Maße, warnt Dr. Freerk Prenzel, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Leipzig. „Wenn ein Kleinkind ständig unter Mittelohrentzündungen leidet und seine Sachen riechen nach Rauch, sollten Ärzte und Schwestern, aber auch Tanten und Omas aufmerksam werden“, sagt der Experte für Kinderpneumologie und Kinderallergologie. „Denn Mittelohrentzündungen könnten eine Folge davon sein, dass die Eltern rauchen – und das Kind ständig passiv mit.“

Wenn die Schwangere selbst raucht oder fortwährendem Tabakkonsum ausgesetzt ist – also eine Passivraucherin wird, weil zum Beispiel der Partner raucht –, können beim werdenden Kind Entwicklungsschädigungen entstehen, die sich im gesamten späteren Leben negativ bemerkbar machen. In Extremfällen können diese Schädigungen sogar zur Früh- oder Fehlgeburt führen. „Auch plötzlicher Kindstod, Fehlbildungen, eingeschränkte Lungenfunktion, Kreislauferkrankungen, geistige Entwicklungsstörungen und auch Verhaltensstörungen sind mit indirektem Nikotinkonsum assoziiert“, so Dr. Prenzel.

Die Gefahren für das Kind werden nicht weniger, wenn es auf der Welt ist und die Eltern rauchen und somit das Baby selbst zum Passivraucher wird. Die dann lauernden Mittelohrentzündungen gehören noch zu den harmlosen Erkrankungen. Denn Lungeninfektionen und Asthma, Krebserkrankungen, Stoffwechselstörungen und Veränderungen des Immunsystems sind nicht selten. „Das tägliche Einwirken von Tabakrauch ist das größte Problem“, so der Leipziger Kinderarzt. „Und wenn die Eltern sich selbst beruhigen wollen, indem sie sagen, nur draußen auf dem Balkon zu rauchen – da muss ich sagen: Studien zeigen, dass die Stoffe, die beim Rauchen frei werden, sich an den Händen, der Bekleidung und dann auch im Hausstaub nachweisen lassen. Und auf dem Teppich krabbeln die Kleinen herum. Kein Wunder, dass dann die Abbauprodukte von Nikotin im Urin der Kinder zu finden sind.“

Das Rauchen der Eltern im Auto ist aus der Sicht des Mediziners eine „erhebliche Gefährdung der eigenen Kinder“. Da spiele auch keine Rolle, ob die Klimaanlage laufe, ein Fenster offen sei oder nicht. Eine einzige Zigarette habe auf einem Kubikmeter mehr oder weniger abgeschossenem Raum sehr intensive Wirkung.

Wie Dr. Prenzel weiter sagt, würde die konsequente Umsetzung der WHO Rahmenkonvention zur Eindämmung des Tabakgebrauchs und die Realisierung des vom Medizin-Journal „Lancet“ ausgerufenen Ziels, bis 2040 die Zahl der Raucher unter fünf Prozent der Bevölkerung zu drücken, ein riesiger Schritt auch für die Gesundheit der Kinder sein.

„In Deutschland wurde mit dem Rauchverbot für die meisten Gaststätten, mit der teilweisen Einschränkung von Tabakwerbung und dem Aufdruck von Krankheitsbildern auf Zigarettenschachteln schon einiges bewegt“, so der Leipziger Kinderarzt. „Dennoch erachte ich es als einen grundlegenden Fehler, die Tabakwerbung nicht komplett zu verbieten.“ Zugleich ist er sicher, dass das Rauchen nicht nur gebrandmarkt werden muss, sondern Rauchern auch geholfen werden muss, von der Sucht loszukommen. Unter rauchfrei-info.de werde viel Information geboten und gleichzeitig Hilfsangebote gemacht. „Ich tue mit Nichtrauchen etwas für mich, ich tue mit Nichtrauchen etwas für meine Kinder und ich tue mit Nichtrauchen etwas für meinen Geldbeutel – wenn es gelänge, diese Erkenntnisse in die Hirne der Raucher zu pflanzen, wäre viel gewonnen.“

Geistige und körperliche Entwicklung

Familienplanung: Schneller zum Wunschkind

Sind Paare bereit für das Abenteuer Familie, dann soll es mit dem Wunschkind möglichst schnell gehen. Viele Frauen nehmen an, dass sie schwanger werden, sobald sie nicht mehr verhüten. Doch so einfach ist es nicht – denn nur an bestimmten Tagen im Zyklus ist der weibliche Körper überhaupt empfängnisbereit. Dieser dauert laut Lehrbuch im Durchschnitt circa 28 Tage – etwa um den 14. Tag nach Beginn der letzten Periode findet der Eisprung statt. Die Realität sieht jedoch oft anders aus: Wie Studien zeigen, weisen 70 Prozent der Frauen längere oder kürzere Zyklen auf, und auch die Eisprungzeit kann durchaus variieren.

Zudem steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Geschlechtsverkehr zu einer Schwangerschaft führt, bereits fünf Tage vor dem Eisprung, da der männliche Samen in der Scheidenflora so lange überleben und auf die gesprungene Eizelle „warten“ kann. Die Eizelle selbst ist auf ihrer Wanderschaft sechs bis zwölf Stunden überlebensfähig und kann in dieser Zeit befruchtet werden.

Das eigene Fruchtbarkeitsmuster erkennen

Die höchste Empfängniswahrscheinlichkeit herrscht allerdings an den zwei Tagen direkt vor dem Eisprung. Zu wissen, wann genau die fruchtbaren Tage sind, kann für Paare daher die Chance erhöhen, dass der Wunsch nach einem Kind schneller in Erfüllung geht. Ermitteln lässt sich dieser Zeitraum etwa mit dem OvulaRing. In die Scheide eingeführt, misst er die Körperkerntemperatur alle fünf Minuten, um aus tausenden Messdaten das persönliche Fruchtbarkeitsmuster der Frau zu erkennen und die Daten individuell auszuwerten. Anhand der graphischen Darstellung der Zykluskurve werden die möglichen fruchtbaren Tage für den nächsten Zyklus erkennbar. Neu ist die Anzeige der tagesaktuellen Empfängniswahrscheinlichkeit mit dem Status „Gering“, „Mittel“ oder „Hoch“. Bei der Statusangabe „Hoch“ ist die Wahrscheinlichkeit, in diesem Zyklus schwanger zu werden, am höchsten.

Entspannt bleiben trotz Kinderwunsch

In einer Studie berichtete eine Untergruppe von Anwenderinnen, dass sie nach durchschnittlich knapp vier Monaten schwanger geworden sind – persönliche Geschichten finden sich unter www.ovularing.de. Übrigens: Wenn Paare sich zu sehr unter Druck setzen und nur noch Sex nach Plan ausüben, kann sich der Stress störend auf die Fruchtbarkeit auswirken. Der Eisprung verzögert sich oder bleibt aus, bei Männern kann die Spermienqualität leiden. Eine Auszeit mit Ablenkung vom Kinderwunsch kann für mehr Gelassenheit sorgen. Innere Ruhe und Entspannung fördern auch Techniken wie Yoga oder Autogenes Training. Zudem sollte im Zuge der Familienplanung, wenn möglich, auf Alkohol und Nikotin verzichtet werden.

Worauf Kinderwunsch-Mütter achten sollten

Ein aktiver Lebensstil und eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung schaffen gute Voraussetzungen, um schwanger zu werden. So decken frisches Obst und Gemüse den Bedarf an Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen im Körper. Zudem wird durch Bewegung starkes Übergewicht vermieden, welches einer Schwangerschaft im Weg stehen kann. Gut zu wissen: Wenn häufiger Geschlechtsverkehr nicht zu einer Schwangerschaft führt, kann es daran liegen, dass dabei die Zahl der Samenzellen im Sperma abnimmt. Hilfreich kann sein, den Eisprung zu erkennen, etwa mit dem OvulaRing, denn die Chance auf eine Befruchtung liegt am höchsten am errechneten Tag des Eisprungs, an den zwei bis drei Tagen davor und am Tag danach.

Rubrik gesundheit

Mama massiert – Baby genießt!

Ein Neugeborenes nimmt seine Umgebung über den Tastsinn wahr. Durch die Berührungen bei der Babymassage erlebt das Kind eine ganzheitliche Fürsorge. Sie wirkt sich positiv auf eine natürliche, gesunde Entwicklung sowie auf den Kreislauf, die Muskulatur, die Durchblutung und die Verdauung des Säuglings aus.

Die meisten Hebammen wissen, wer Kurse für die Babymassage anbietet, oft leiten sie auch selbst Kurse. Für Mütter oder Väter bietet es sich an, solch einen Kurs zu belegen,um die richtigen Techniken zu erlernen.

Auch wenn Sie selbst loslegen möchten, geht das. Es gibt jedoch einige Punkte, die Sie auf jeden Fall beachten sollten. Das Zimmer sollte warm sein, es darf nicht ziehen. Das Baby liegt auf einem Handtuch oder gefaltetes Laken, vielleicht mit einer Unterlage darunter. Wenn Sie den Eindruck haben, dass es im Raum zu kühl ist, können Sie eine Wärmelampe oder einen Heizlüfter aufstellen. Dann kann Ihr Baby auf jeden Fall während der Massage nackt bleiben.

Wenn Sie Öl oder eine Creme verwenden, gleiten Ihre Hände leichter über die Haut des Babys und das ist vielleicht auch für Ihr Baby entspannender. Verwenden Sie eine Feuchtigkeitscreme, pflanzliches oder mineralhaltiges Babyöl für die Massage. Auch Kokosfett (Palmin-Würfel) ist bei einigen Eltern sehr beliebt.

Es gibt jedoch einige Öle und Cremes, die lieber nicht verwendet werden sollten, weil sie die Haut Ihres Babys irritieren können. Diese sind:

  • Senföl, weil es durch die Herstellungsmethode vielleicht mit anderen Samen verunreinigt worden ist .
  • nicht raffiniertes Erdnussöl, weil die Proteine darin eine allergische Hautreaktion bei Ihrem Babys hervorrufen können. Es ist schwierig, reines raffiniertes Erdnussöl zu finden.
  • Wasserhaltige Creme, weil sie Reinigungsmittel enthält, die die Haut Ihres Babys irritieren können.

Die Massage beginnt immer mit den Beinen und Füßen des Babys, bevor die Arme, Hände und der Körper folgen. Babys wissen die immer gleiche Reihenfolge zu schätzen, es beruhigt sie, wenn sie wissen, was kommt. Bei den ersten Malen, reicht es, sich auf die Beine und Füße des Babys zu beschränken. Es sollte sich langsam an das Gefühl gewöhnen.

Und so könnte die Massage aussehen:

  • Wärmen Sie einen kleinen Spritzer Öl oder Creme an, indem Sie ihn in Ihren Handflächen reiben.
  • Reiben Sie das Öl oder die Creme sehr sanft in die Haut Ihres Babys, wobei Sie mit seinen Füßen beginnen.
  • Machen Sie sanft kreisende Bewegungen an jedem Zeh, pressen Sie dann mit den Daumen auf die Fußsohlen Ihres Babys.
  • Arbeiten Sie sich zu den Beinen hoch, indem Sie sanft die Waden und Oberschenkel drücken, als wenn Sie Ton formen.
  • Um die Brust und den Bauch Ihres Babys zu massieren, legen Sie beide Hände flach auf die Mitte seines Körpers. Bewegen Sie Ihre Hände sanft zur Seite, als würden Sie Buchseiten glatt streichen.
  • Ihre Hände sind noch flach. Mit den Fingerspitzen machen Sie nach außen kleine streichelnde Kreisbewegungen.
  • Machen Sie das so lange, wie Ihr Kind es zu genießen scheint.
Der richtige Sonnenschutz

Sonne satt

Jetzt heißt’s, raus ins Freie und den Sommer genießen. Dabei jedoch nicht den Sonnenschutz vergessen.  Vor allem für die kleinen neuen Erdenbürger gehört es zu den schönsten Erfahrungen, leicht bekleidet auf eine Wiese zu krabbeln, Insekten zu beobachten und Gänseblümchen zu pflücken.

Abwehrkräfte stärken

Das Spielen in der Natur stärkt die Abwehrkräfte. Zwei bis dreimal pro Woche sollten die Kleinen Gesicht, Hände und Arme für kurze Zeit – etwa die Hälfte der Zeit, in der es einen Sonnenbrand gäbe – ohne Sonnenschutz der Sonne ausgesetzt sein. Das beugt dem Vitamin-D-Mangel vor. Vitamin D ist insbesondere für den starken Knochenaufbau wichtig. Doch aufgepasst: Wenn es zu heiß wird, heißt das nicht, dass Sie Ihr Kind der prallen, manchmal auch im Frühjahr schon heißen Sonne aussetzen sollten. Im ersten Lebensjahr sollte das Kind nur im Schatten spielen. Auch dort gelangen noch genügend Sonnenstrahlen für die Vitamin-D-Bildung hin.

Dünne Haut der Kinder braucht Schutz

Kinder haben noch eine dünne Haut und keinen ausreichenden Eigenschutz gegen die gefährlichen UV-Strahlen. Der entwickelt sich erst über die Jahre.  Die richtige Kleidung  Der beste und wirksamste Schutz gegen die UV-Strahlung bietet eine sonnengerechte Kleidung. Dabei gilt: Kopf, Gesicht, Nacken und Ohren sind besonders empfindlich. Ihr Kind sollte immer einen Hut, eine Kappe oder ein Tuch mit Schirm und Nackenschutz tragen. Der Stoff aus dem die Kopfbedeckung ist, sollte imprägniert sein, also Sonnenstrahlen nicht durchlassen.  Ihr Kind sollte luftige, nicht zu enge Kleidung tragen, die möglichst viel vom Körper bedeckt. Ideal sind langärmelige Hemden oder T-Shirts und weit geschnittene, möglichst lange Hosen.

Nicht alle Stoffe sind sonnendicht. Mittlerweile gibt es T-Shirts, Hemden und Hosen, deren Stoffe durch besondere Webtechniken oder Imprägnierungen einen besonderen UV-Schutz bieten. Diese sollten dem „UV-Standard 801“ entsprechen und der UV-Schutzfaktor (UPF) sollte mindestens 30 betragen.  Beim Plantschen oder Schwimmen werden Schultern und Rücken am besten durch ein T-Shirt geschützt. Der Stoff sollte möglichst mit einem UV-Schutzfaktor ausgestattet sein. Schuhe sollten den Fuß – auch Ferse und Fußrücken – weitgehend bedecken.

Sonnenschutzmittel reichlich auftragen

Ist Ihr Kind wie oben beschrieben angezogen, sind nur noch wenige Stellen der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Hände, Gesicht, Nacken und Fußrücken sollten eine halbe Stunde vor dem Verlassen des Hauses eingecremt werden. Das Eincremen sollte häufig wiederholt werden. Verwenden Sie nur speziell für Kinder geeignete Produkte mit mindestens Lichtschutzfaktor 30 (siehe auch Info-Kasten). Wenn die Kleinen mit Wasser spielen oder am Wasser sind, sollte ein wasserfestes Produkt genommen werden. Cremes und Lotionen trockenen die empfindliche Kinderhaut weniger aus als etwa Gele.

Auch an die Augen denken

Augen reagieren stark auf Sonnenlicht und UV-Strahlen. Eine extreme UV-B-Belastung, zum Beispiel bei längeren Aufenthalten im Hochgebirge, kann zu schmerzhaften Entzündungen der Horn- und Bindehaut führen.  Achten Sie deshalb darauf, dass die Augen Ihres Kindes insbesondere im Gebirge oder an der See durch eine entsprechende Kopfbedeckung mit Sonnenschirm oder durch eine Sonnenbrille mit UV-Filter geschützt sind.

Was ist eine Sonnenallergie?

Sie ist in aller Munde und hat in Wahrheit nichts mit einer allergischen Reaktion zu tun. Ärzte vermuten, dass die Hautveränderungen bei einer Sonnenallergie durch die Freisetzung bestimmter Stoffe in der Haut verursacht werden. Auslöser hierfür sind zum größten Teil UV-A-Strahlen. Unterschieden werden folgende drei Typen der Sonnenallergie:  Polymorphe Lichtdermatose: Sie tritt häufig auch bei Kindern und jungen Erwachsenen auf. Mit einer gewissen Gewöhnung an die Sonne, verschwinden die Symptome meist wieder. Leider kehren sie auch in regelmäßigen Abständen wieder zurück.  Mallorca-Akne: Sie betrifft meist junge Erwachsene mit der Neigung zu fettiger Haut und Akne. Sie entsteht durch eine Reaktion der Haut auf bestimmte Stoffe in Sonnenschutzcremes und Körperpflegemitteln in Verbindung mit der UV-Bestrahlung. Meist verschwinden die Hautveränderungen, wenn die Betroffenen ihre Hautstellen nicht mehr der Sonneneinstrahlung aussetzen.  Photoallergische Reaktionen: Sie entstehen, wenn bestimmte Medikamente oder der Kontakt mit bestimmten Pflanzen zusammen mit der Sonnenbestrahlung zu allergischen Hautveränderungen führen.

Definition Lichtschutzfaktor

Die Höhe des Lichtschutz- oder Sonnenschutzfaktors gibt an, um wie viele Male sich jemand mit dem betreffenden Sonnenschutzmittel – je nach individuellem Hauttyp – länger in der Sonne aufhalten kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Ein sonnenempfindlicher Hauttyp, der schon nach zehn Minuten einen Sonnenbrand bekommen würde, kann sich mit einem Lichtschutzfaktor 15 theoretisch 15-mal länger, also zweieinhalb Stunden, ohne negative Auswirkungen in der Sonne aufhalten. Das ist die Theorie: Die entsprechenden Tests fanden unter Laborbedingungen statt. In der Praxis empfehlen Hautärzte, von vornherein Sonnenschutzmittel mit höheren Lichtschutzfaktoren zu verwenden und nur 60 Prozent der errechneten Zeit auszuschöpfen.

Nabelschnurblut konservieren

Nabelschnurblut – Eine kluge Investition

Stammzellen sind die Hoffnungsträger der Medizin. Die Einlagerung von Stammzellen aus dem Nabelschnurblut kann deshalb eine unbezahlbare Investition in die Zukunft sein

Unkompliziert, schmerzlos und ohne Risiko

Für Eltern ist es eine furchtbare Vorstellung, dass ihr Kind schwer erkranken könnte. Denn leider gibt es trotz des enormen medizinischen Fortschritts auch heute noch Krankheiten, die schwer oder gar nicht heilbar sind. Da lassen die Meldungen aus der medizinischen Stammzell-Forschung viel Hoffnung aufkommen. Für viele Forscher sind Stammzellen der Stoff, mit dem sie Krankheiten heilen wollen, die bisher unheilbar sind. Stammzellen aus dem Nabelschnurblut gelten als besonders wertvoller „Rohstoff“ für die Medizin. Im Nabelschnurblut befinden sich nämlich Stammzellen, d.h. sehr wandlungsfähige Zellen, die durch ihr fast unbegrenztes Teilungsvermögen für die körperliche Entwicklung und den Nachschub an Körperzellen sorgen, dabei neue Funktionen übernehmen und imstande sind, ganz verschiedene Zelltypen und Gewebe zu bilden.

Unbelastet

Weil sie zu diesem Zeitpunkt ganz jung und frei von Viren, Alterserscheinungen und Degeneration sind, können sie eines Tages zur Reparatur und Regeneration gealterter, kranker Zellen, Gewebe und Organe eingesetzt werden. Zumal die Gewinnung dieser wertvollen Zellen so einfach ist. Nach der Abnabelung lassen sie sich ganz unkompliziert, schmerzlos und ohne Risiko für Mutter oder Kind gewinnen. Fachgerecht eingelagert, überleben sie bei Temperaturen von minus 196 Grad Celsius mehrere Jahrzehnte, wenn nicht sogar ein ganzes Leben lang. Die einmalige Chance, diesen wichtigen Rohstoff zu bergen, besteht nur bei der Geburt. Wer den wertvollen Schatz (z.B. aus Kostengründen) nicht fürs eigene Kind einlagern lassen möchte, kann ihn einer öffentlichen Blutbank spenden. Zum Wegwerfen ist das Nabelschnurblut einfach zu schade!

Stammzellen in der medizinischen Praxis

Heute werden Stammzellen aus dem Nabelschnurblut schon eingesetzt bei

kindlichen Hirnschadigungen
Diabetes Typ 1
Blutbildungsstorungen
geschwachtem Immunsystem
als Anregung der Blutbildung nach einer Chemotherapie
zur Regeneration des Immunsystems

In Zukunft könnten Stammzellen auch eingesetzt werden

um Folgeschaden bei Herzinfarkt und Schlaganfall zu reduzieren,
im Rahmen der Therapie von Autoimmunerkrankungen,
zur Behandlung von degenerativen Erkrankungen der Knochen, des Bindegewebes und der Gelenke.

Was muss man tun?

Informieren Sie sich rechtzeitig über die Möglichkeiten einer Einlagerung – das Baby könnte ja früher als erwartet zur Welt kommen.

Die Preise unterscheiden sich von Unternehmen zu Unternehmen, die Konditionen der Einlagerung ebenfalls. Wer das Nabelschnurblut nicht fürs eigene Kind einlagern mochte, kann es spenden. Dann sind die Entnahme und Einlagerung kostenfrei. Nach Vertragsabschluss erhalt man ein Entnahmepaket und nimmt dieses mit zur Entbindung. Nach der Entnahme informiert das Krankenhaus einen Kurier und das beauftragte Unternehmen. Nach dem Transport werden die Stammzellen dort untersucht und eingelagert.

Osteopathie - Hilfe für Ihr Baby

Wie Osteopathie Babys hilft

Immer öfter suchen Eltern mit ihren Babys die Hilfe von Osteopathen. Die Gründe reichen von langanhaltendem Schreien der Kleinen über häufiges Erbrechen bis hin zu Dreimonatskoliken. Auch in späteren Jahren etwa bei Wachstumsstörungen, Konzentrationsschwächen oder Wasser im Ohr führt für viele der Weg mit ihren Kindern zur schonenden manuellen Therapie. Der Arbeitskreis Kinderosteopathie des Bundesverband Osteopathie e.V. – BVO zeigt, wie die osteopathische Behandlung den Kleinen hilft und worauf Eltern achten sollten.

Sanften manuellen Techniken

Osteopathie ist ein eigenständiger medizinischer Ansatz für Vorsorge, Untersuchung und Behandlung. Er basiert auf der Erkenntnis, dass der gesamte menschliche Körper eine Funktionseinheit ist. Alle Strukturen wie Organe, Gefäße, Gewebe und Knochen stehen in Verbindung und besitzen eine normale Grundspannung. Blutkreislauf und Lymphsystem sichern die Versorgung der Bestandteile beispielsweise mit Nähr- und Botenstoffen. Störungen und Überspannungen beeinträchtigen die Zirkulation und Zufuhr etwa von Sauerstoff und Hormonen. Beschwerden wie Rückenschmerzen oder Magenleiden, die ihren Ursprung in Blockaden an ganz anderer Stelle haben, können entstehen. Dort setzen Osteopathen mit ihren Händen an und lösen die Störungen mit sanften manuellen Techniken auf.

Spannungen am Bindegewebe

Osteopathie ermöglicht eine wirksame und gleichzeitig schonende Behandlung für typische Beschwerden von Säuglingen, Kleinkindern und Heranwachsenden. Das gilt beispielsweise für Schreikinder: Rund jedes fünfte Neugeborene gehört dazu, weint über einen längeren Zeitraum oft, fortdauernd und heftig. Eine Belastung für Kind und Eltern, besonders, wenn bisher keine greifbaren Ursachen gefunden wurden. Einen Grund für das Schreien sieht die Osteopathie unter anderem in Spannungen am Bindegewebe der Nahtstellen der Schädelknochen. Die Knochen sind noch beweglich, haben sich bei der Geburt auf- und zugefaltet. Sind dabei an den Knochennähten Verklebungen oder Blockaden entstanden, führt das zu unangenehmem Druck. Osteopathen spüren die Spannungen mit feinfühligen Tastbewegungen auf und normalisieren diese.

Dreimonatkoliken

Auch Dreimonatkoliken können bei Säuglingen zu Unwohlsein führen. Anstatt nur Symptome zu lindern, greifen Osteopathen die Ursachen an. Oft liegen diese in einer mangelnden Hormonversorgung und Mobilitätsstörungen des Darms, der dadurch verkrampft. Stuhl verweilt zu lange im Darm, Blähungen entstehen und die Babys verspüren kolikartige Schmerzen. Osteopathen ertasten die Verkrampfungen und lösen diese. Sie normalisieren zudem die Versorgung des Verdauungstrakts. Erbrechen sich Babys übermäßig, liegt das meist am Magenpförtner (Pylorus), der sich nicht richtig in den Darm öffnet. Durch eine Verengung kann Nahrung nicht weitergeleitet werden und wird erbrochen. Osteopathen lösen die Verkrampfung am Magenausgang und mobilisieren den Pylorus, sodass eine vollständige Öffnung erfolgen kann.

Wachstumsschmerzen

Weitere Einsatzfelder ergeben sich auch in späteren Entwicklungsphasen der Kinder. Haben sie etwa Flüssigkeit im Ohr, lassen sich durch Osteopathie operative Eingriffe vermeiden. Die Ursache liegt in Blockaden des Verbindungskanals zwischen Rachen und Ohr. Meist ergeben sie sich durch Spannungen an den Knochennähten im Umfeld der Verbindungsröhre. Durch eine osteopathische Behandlung lassen sich Verklebungen lösen und der Abfluss von Flüssigkeiten wiederherstellen. Ein anderer Bereich sind Wachstumsschmerzen, die auftreten, wenn sich Knochen und umliegende Strukturen unterschiedlich schnell entwickeln. Mit manuellen Techniken fördern Osteopathen die Versorgung von Muskeln, Faszien und Bändern. So können sie mit dem Knochenwachstum wieder schritthalten.

Kinderosteopathie

„Osteopathie für Kinder ist eine Spezialdisziplin der Osteopathie“, unterstreicht Christoph Bellmann vom BVO-Arbeitskreis Kinderosteopathie. „Sie erfordert eine besondere Ausbildung. Babys und Heranwachsende sind mitten in ihrer Entwicklung. Beständig verändern sich ihre Muskeln, Gewebe und Knochen ebenso wie ihr Hormonhaushalt und Stoffwechsel. Kinderosteopathen benötigen umfassende Kenntnisse zu Entwicklung und Wachstum der Kleinen, um ihre Beschwerden sicher und wirksam behandeln zu können.“ Der Bundesverband Osteopathie e.V. – BVO zertifiziert Kinderosteopathen mit einem speziellen Siegel. Die Therapeuten müssen dafür eine reguläre Osteopathie- sowie eine umfangreiche Kinderosteopathie-Ausbildung nachweisen.

Über den Bundesverband Osteopathie e.V. – BVO

Der Bundesverband Osteopathie e.V. – BVO ist die berufliche Interessenvertretung für alle osteopathisch arbeitenden Therapeuten, Schulen und Einrichtungen in Deutschland. Seit 15 Jahren setzen sich die Organisation und ihre über 2.600 Mitglieder für eine Anerkennung der Osteopathie als Beruf durch ein Bundesgesetz ein. Als Basis dafür fordert der Verband eine Ausbildung mit mindestens 1.350 Unterrichtseinheiten begleitend zu einem Beruf als Arzt, Physiotherapeut, Heilpraktiker und medizinischen Masseur oder eine Vollzeitausbildung mit mindestens 5.000 Unterrichtseinheiten. Für die jährlich Millionen Patienten von Osteopathen führt der BVO in einem Online-Verzeichnis Therapeuten, die diesen Standards folgen. Dort findet sich zudem eine Liste mit rund 100 gesetzlichen Krankenkassen, die Osteopathie als wirksame medizinische Leistung teilweise oder ganz bezuschussen.

Quelle: Bundesverband Osteopathie e.V. www.bv-osteopathie.de

Im Tragetuch unterwegs

Sicher und geborgen bei Mama

Das Baby ganz nah im Tragetuch bei sich zu tragen ist heute wieder weit verbreitet. Eine Tradition, bei Naturvölkern bis heute vor allem aus praktischen Gründen ausgiebig praktiziert, die laut vieler Studien sowohl physiologisch als auch psychologisch den Bedürfnissen des Babys perfekt entgegenkommt.

Eltern fragen sich schnell: Kann es gesund sein, das Neugeborene so gekrümmt zu tragen? Es wirkt „komisch“ und fast ungesund. Schließlich kann das Baby ja noch nicht einmal seinen Kopf allein halten. Doch hier begehen Eltern einen Denkfehler. Denn der Körperbau eines Babys unterscheidet sich in vielem von dem eines Erwachsenen: Es hat einen ausgeprägten Rundrücken, der Winkel der Hüftpfanne ist sehr flach, die Beinchen setzen eher seitlich an und sind in Ruhestellung stark abgespreizt.

In grauer Vorzeit wurden Babys getragen

Säuglinge ziehen die Beine an und breiten die Arme aus, wenn sie angehoben werden oder sich ausruhen. Es sieht so aus, als wollten sie etwas umfassen, und das hat vermutlich seinen Grund: In grauer Vorzeit, als das Rad noch nicht erfunden und an Kinderwagen noch nicht zu denken war, waren unsere Ahnen in Sachen Nahrungsbeschaffung ständig auf den Beinen.

Wer nicht laufen konnte, wurde eben getragen. Die Säuglinge klammerten sich an ihre Mütter. Der Reflex, sich festzuklammern, existiert bei Neugeborenen heute noch. Der Greifreflex der Hände verschwindet aber in den ersten Lebenswochen – er macht auch wenig Sinn, wenn die Mutter kein Fell hat. Die Spreiz-Anhock-Haltung der Beine bleibt dagegen erhalten, bis das Kind auf eigenen Füßen steht.

Die Spreiz-Anhock-Haltung

Anatomische Untersuchungen zeigen, dass bei Neugeborenen der Oberschenkelkopf ideal zur Hüftgelenkpfanne orientiert ist – sie also gleichmäßig ausformt – wenn die Beinchen zu etwa 100 Grad angezogen sind, bei gleichzeitiger Spreizstellung von etwa 40 Grad. Der runde Rücken (Kyphose) streckt sich nicht unmittelbar mit der Geburt. Vielmehr bildet sich die bekannte Doppel-S-Form der Wirbelsäule erst mit dem Beginn des selbstständigen Gehens aus. Sie entwickelt sich dann mit dem Training der Rückenmuskulatur, aber nicht durch Formung von außen.

Diese anatomischen Gegebenheiten legen, zusammen mit dem Klammerreflex der ersten Lebenstage, den Schluss nahe, dass Säuglinge speziell daran angepasst sind, am Körper getragen zu werden. Auch über die ideale Trageposition scheint demnach eine Aussage möglich: mit gespreizten, angehockten Beinchen, leicht gerundetem Rücken und zum tragenden Erwachsenen hin orientiert.

Viele Gründe sprechen dafür

Dem pflichtet auch Dr. Ewald Fettweis, Facharzt für Orthopädie, Aachen, Mitglied des Berufsverbands für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V., bei: „Ideal wäre es, wenn die Babys möglichst häufig in entsprechenden Tüchern getragen würden. Die Hüftgelenke des Neugeborenen sind für das Reiten auf der Hüfte konstruiert. Die knöchernen Winkel am oberen Oberschenkelende gewährleisten eine optimale Einstellung der Hüftköpfe in die Pfannen. Für das Tragen am Körper sprechen viele Gründe, nicht zuletzt im psychologischen Bereich. (…) Alles, was Sie brauchen, ist ein ausreichend großes Tuch aus schadstofffreier Baumwolle, das in beide Richtungen – nicht zu viel und nicht zu wenig – dehnbar ist.

Runder Rücken

Das Tuch muss, wenn Sie es sich umlegen, bis zur Kniekehle reichen. Wenn Sie den Rand umschlagen, erhalten Sie die gewünschte Stabilität. Es muss gut über den Rücken Ihres Babys, der darin rund ist und sein soll(!), passen und bei den Kleinsten auch den Kopf stützen. Diese lernen dann oft schon nach wenigen Tagen, ihren Kopf selbst zu kontrollieren. Der Rücken leidet nicht durch das Tragen, eher tut dies der Entwicklung der Wirbelsäule gut. Tragen auf dem Bauch ist nicht ganz so günstig. Die Beine sind dabei oft zu sehr gestreckt. Wenn die Kinder älter sind, kann man sie ohne Probleme am Rücken tragen.“

Die Tuchauswahl

Mittlerweile gibt es viele Anbieter auf dem Markt der Tragetücher. Wichtig ist, dass die Tücher weich sind und der zarten Haut des Babys nicht weh tun. Gleichzeitig sollten sie fest sein, damit sie nicht reißen und natürlich keinerlei Schadstoffe enthalten. Ein Traditionsunternehmen in Sachen Tragetücher ist der deutsche Hersteller Didymos, der seit 1972 die Tücher anbietet, von vielen Hebammen empfohlen wird und von der Zeitschrift Ökotest schon mehrfach mit Bestnoten ausgezeichnet wurde – letztmalig im August 2016 mit der Note „sehr gut“ für die Tragehilfe DidyTai Modell Ellipsen rubinmandarine.

Neben der Tuchwahl stellt sich auf die Frage: Welche Größe ist die richtige für mich? Dazu bietet Didymos auf seiner Homepage www.didymos.de einen Größenrechner an. Welche Wickeltechnik sich anbietet und wie sie funktioniert – auch darüber gibt es Anleitungen in Form kleiner Filme und Texte. Über diese ganz praktischen Tipps hinaus finden sich auch historische Informationen ebenso wie medizinisches Backgroundwissen zum Thema Tragetuch.

Körperliche Nähe – lebenswichtig für Neugeborene

Der renommierte Forscher Prof. Dr. Bernhard Hassenstein, Institut für Biologie der Universität Freiburg, bezeichnete es als „schweren Fehler, ein Baby in einem entlegenen Raum unterzubringen, so dass man sein Weinen nicht hört“. Mit einem Tragetuch kann das nicht passieren, und schläft das Kind nachts bei den Eltern, ebenfalls nicht.

Gründe, die für beides sprechen: Ist der Säugling in solch einem Raum, belässt man ihn in der Situation des Verlassenseins, so dass er immer wieder lange Zeit seine gesamte Verhaltenskapazität auf die Beseitigung seiner vermeintlichen Bedrohung zusammenfasst. Prof. Hassenstein: „Es ist falsch zu meinen, einem Säugling müsse zwar geholfen werden, wenn er aus Hunger weint oder weil die Windeln nass sind, man solle ihn aber ruhig schreien lassen, wenn er ,nur Gesellschaft will, weiter gar nichts’”.