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Was Schrei-Babys helfen kann

Wenn Babys stundenlang schreien, geht das Eltern an die Substanz. Lässt sich das Kind durch nichts und niemanden beruhigen, können sogenannte Regulationsstörungen die Ursache sein. „Die Kinder können sich dann oft nicht selbst zur Ruhe bringen, sich selbst regulieren“, erklärt Kinderärztin Dr. Margret Ziegler, Leiterin der Schreiambulanz des KBO-Kinderzentrums in München. Dieses nicht tröstbare und scheinbar grundlose Schreien beginne meistens um die zweite Lebenswoche und klinge häufig im Alter von drei Monaten wieder ab.

Lange waren die Regulationsstörungen fälschlicherweise unter dem Namen Dreimonatskoliken bekannt. „Weil die Kinder in dieser Zeit auch ein geblähtes Bäuchlein haben und beim Schreien öfters Winde abgehen, dachte man, dass es sich um Koliken handelt“, sagt Ziegler. Heute weiß man: Die Luft im Bauch ist die Folge des Luftschluckens während des Schreiens. Therapien zum Entblähen, Tees oder Massagen helfen daher nicht. Da scheinbar grundloses Weinen in seltenen Fällen eine organische Ursache haben kann, sollte der erste Weg immer zum Kinderarzt führen, wenn das Baby stundenlang schreit.

Selbst zur Ruhe kommen

Babys mit Regulationsstörungen sind meistens mit den Eindrücken aus ihrer Umwelt überfordert – sie nehmen mehr auf, als sie verarbeiten können. Die Eltern kann stundenlanges Schreien an den Rand der Verzweiflung bringen. In Extremfällen schlägt diese Verzweiflung laut Ziegler in Aggressivität um: „Das Wichtigste ist, dass es nicht zum Schütteln kommt.“ Das sei letztlich ein Ziel von Schreiambulanzen. Sobald sich Eltern überfordert fühlen, sollten sie sich der Expertin zufolge Hilfe holen.

Um diese drei Monate etwas gelassener zu überstehen, sei es gut, wenn Eltern selbst wieder lernten, zur Ruhe zu kommen. „Die meisten wissen ja, was sie brauchen, um wieder ein bisschen zu entspannen.“ Musik hören oder ein warmes Bad zum Beispiel. „Wenn die Eltern zur Ruhe kommen, hilft es auch dem Kind, wieder zur Ruhe zu kommen.“

Quelle: Baby und Familie

Koliken

Dreimonats-Koliken – Das beruhigt Ihr Baby

Wenn das Kind in den ersten Lebensmonaten unruhig ist und viel schreit, können die sogenannten Dreimonats-Koliken dahinter stecken

Unruhig zappelt das Kind in seinem Bettchen, wimmert und schreit Tag und Nacht.

Das kann Eltern den letzten Nerv rauben. Vor allem aber fragen sie sich: Was ist der Grund dafür? Der Arzt kann nichts Körperliches finden, allenfalls eine angespannte Bauchdecke. Hat das Baby etwa Bauchweh? Fragen kann man es nicht, weshalb die Ursachensuche dann oft so schwierig ist. Neuere Untersuchungen legen den Verdacht nahe, dass die Luft im Bauch oft nicht von Koliken herrührt – sondern davon, dass sich das Baby beim Schreien öfters verschluckt und sich deshalb die Bauchdecke verspannt.

Etwas 3 Monate

Die eigentliche Ursache bliebe dann im Dunkeln, denn die Frage, warum das Baby schreit, kann derzeit niemand beantworten. Bei den allermeisten Kindern hört das Wimmern und Schreien nach etwa drei Monaten von selbst auf. Daher die Bezeichnung für diese Störung. Andererseits gibt es Säuglinge, bei denen etwa eine sanfte Streichelmassage des Bauches durchaus hilft. Den Bauch am besten im Uhrzeigersinn massieren. Das Baby beruhigt sich, pupst vielleicht auch, die Bauchdecke wirkt danach viel entspannter.

Fliegergriff

Auch der „Fliegergriff“ hat manchmal eine gute Wirkung: Das Kind mit dem Bauch nach unten auf den Unterarm legen, den Kopf abstützen und sanft hin und herwiegen. Ungeübte sollten dies zunächst nur im Elternbett machen. Falls das Baby durch eine ungeschickte Bewegung herunter plumpst, fällt es weich und tut sich nicht weh. Vielen Eltern hilft es auch, ihr Kind eng am Körper zu tragen, etwa in einem Tuch. Das hat häufig eine sehr beruhigende Wirkung aufs Baby. Durch die Körperwärme von Mama oder Papa kommt es zusätzlich zu einer Entspannung im ganzen Körper, auch in der Bauchgegend. Was könnte noch der Auslöser fürs Bauchweh und/oder die Schreiattacken sein?

Mögliche Eiweißallergie

Möglicherweise verträgt das Kind, wenn es nicht gestillt wird, die angebotene Milch nicht. Eine Eiweißallergie ist dann die Ursache. Das Kind reagiert allergisch auf die in der Milch schwimmenden Bestandteile des Kuh-Eiweißes. Die Lösung: Dem Baby versuchsweise eine Zeitlang eine sogenannte hypoallergene Milch zu trinken geben. In dieser Milch sind die Eiweiße so fein aufgespalten, dass der Körper sie nicht als Fremdstoffe erkennt. Dann verschwinden auch die Blähungen und Bauchschmerzen. Nach einigen Tagen müsste der Effekt schon deutlich spürbar sein. Das Kind wird ruhiger, schreit weniger, die Bauchdecke ist nicht mehr so gespannt. Glück gehabt: Die Ursache der Koliken ist entlarvt und beseitigt.

Schreiambulanz für Eltern in Not

Wenn die Eltern durch das Schreien chronisch überlastet sind und gar nicht mehr weiter wissen, können sie mit ihrem Baby zu einer sogenannten Schreiambulanz gehen. Diese Ambulanzen gibt es in ganz Deutschland, vorwiegend in größeren Städten. Hier stehen ihnen Experten für dieses Problem zur Verfügung, die mit ihrem Wissen und praktischen Tipps das Schreiproblem zumindest lindern können. Am einfachsten ist die Suche nach einer Schreiambulanz im Internet, etwa unter www.elternsein.info/suche-schreiambulanzen/

Pflege

Sanfte Hautpflege

Weniger ist meistens mehr: Bei der Hautreinigung und -pflege ihres Babys sollten es Eltern nicht übertreiben.

Zart und wunderbar weich fühlt sich die Haut eines Babys an. Einfach perfekt. Der natürliche Säureschutzmantel, den die Haut vom ersten Tag an besitzt, schützt sie auch vor Austrocknung. Um dieses Gleichgewicht zu erhalten, müssen Mama und Papa gar nicht so viel tun. Natürlich gelangt etwas Schmutz auf die Haut, das Baby sabbert, Milchtröpfchen trocknen ein. All dies kann aber mit einemwarmen feuchten Lappen leichtweggewischt werden. Zweimal pro Woche in die Wanne, das genügt ebenfalls. Manche Eltern denken, dies alles reiche nicht, möchten ihren kleinen Wonneproppen immer topsauber haben – und tun dann in Sachen Pflege zu viel des Guten. Das ist weniger gut für die sensible Babyhaut. Sie zeigt es dann auch, indem sie sich rötet oder sogar kleine Ekzeme ausbildet. Deshalb immer vorsichtig vorgehen, wenn es um die Pflege geht.

Warmes Wasser

Meist reicht klares warmes Wasser, um gröbere Verunreinigungen abzuwischen. Wenn doch mal eine Seife oder Reinigungslotion nötig ist, im Handel ein spezielles Reinigungsprodukt für zarte Babyhaut besorgen. Solche Reinigungsseifen oder -lotionen enthalten keine künstlichen Duftstoffe, die Reizungen auslösen könnten. Stattdessen spenden sie neben den sanften Reinigungszusätzen rückfettende Pflegestoffe. Diese sorgen dafür, dass die Haut ihren Schutz nicht verliert. Wer dies testen möchte, kann nach der Reinigung und Trocknung mit der Hand über die Haut streichen. Fühlt sie sich weich und glatt an, ist alles in Ordnung. Wirkt sie trocken und rau, unbedingt nach mal nachfetten. Das kann man mit hochwertigen Babylotions machen, die Sheabutter, Olivenöl oder Ringelblumenextrakte enthalten.

Ohne Rückstände

Auch in Babylotions sind keine hautreizenden Stoffe enthalten. Die Lotion zunächst auf die Hand nehmen, dort etwas verstreichen und dann dünn mit der Hand auf der Haut verteilen. So zieht die Lotion rasch ein, befeuchtet und rückfettet die Haut, ohne Rückstände zu hinterlassen. Auch dies muss nicht jeden Tag geschehen. Nur an kritischen Hautstellen wie am Po, in Hautfalten am Bauch und hinter den Ohren immer genau hinsehen, ob es dort zu Hautreizungen kommt. Vor allem der Po braucht bei manchen Babys intensivere Pflege. Hier empfiehlt sich auch eine stärker fettende Creme, die länger vorhält. Sind schon Hautrötungen oder kleine Entzündungen zu sehen, zum Kinderarzt gehen. Wenn es sich nicht um eine bakterielle Infektion handelt, genügt in den meisten Fällen ebenfalls eine stärker rückfettende Salbe, um das Problem zu lösen.

Öl ins Badewasser

Um die Haut gleich beim Baden zu schützen, einen kleinen Schuss Mandel oder Olivenöl ins warme Badewasser geben. Das hat eine rückfettende Wirkung, so dass im Anschluss keine besondere Pflege mehr nötig ist. Tipp: Laue Luft und ein bisschen Sonnenlicht beim Spaziergang sind jetzt ebenfalls gut für die Haut. Deshalb mit dem Nachwuchs ruhig ein bis zweimal täglich vor die Tür.

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Wir hatten enormes Glück

Wenn man die kleine aufgeweckte dreijährige Kelly kennenlernt, vermutete man nicht, dass sie im Alter von einem halben Jahr eine lebensbedrohliche Krankheit erlitt. Zwei Wochen musste Kelly als Baby im Krankenhaus verbringen – Diagnose Meningokokken-Erkrankung. Erst im Nachhinein wurde ihrer Mutter Tamara Leippert bewusst, wie viel Glück die Familie hatte, als Kelly ohne Folgeschäden überlebte. Sie spricht im Interview über die Meningokokken-Erkrankung ihrer Tochter.

Frau Leippert, welche Symptome hatte Kelly?

Das erste Symptom war Fieber. Es war Februar, also mitten in der Erkältungszeit, sodass ich zunächst an einen grippalen Infekt dachte. Als sich Kelly zusätzlich übergeben hat, bin ich mit ihr zur Kinderärztin gefahren, wurde aber vorerst wieder nach Hause geschickt mit der Bitte, mein Kind genau zu beobachten und mich zu melden, wenn es schlimmer wird. Die nächsten anderthalb Tage konnten wir Kelly aber immer wieder beruhigen und dachten, es sei nicht Schlimmes. Es ging ihr zwischenzeitlich sogar kurz besser.

Was hat Sie veranlasst, doch ins Krankenhaus zu fahren?

Nach einem weiteren Tag hat meine Tochter neben dem Fieber angefangen, den Kopf zu überstrecken und nicht mehr richtig zu reagieren. Außerdem hat sie Punkte auf dem Bauch bekommen. Als wir das entdeckten, hatte die Kinderarztpraxis keine Sprechstunde. Mein Mann hat mich schließlich dazu überredet, direkt in die Kinderarztpraxis zu fahren. Als die Ärztin Kelly sah, schickte sie uns sofort ins Krankenhaus und von da an ging alles ganz schnell.

Was geschah im Krankenhaus?

Die Ärzte in der Klinik erwarteten uns bereits und nahmen Kelly sofort mit. Ihr wurde Hirnwasser entnommen und direkt mit einer Antibiotikum-Therapie gestartet. Das Hirnwasser war bereits so eitrig, dass es eine eher dickflüssige Masse war. Das Labor bestätigte dann die Diagnose Meningokokken-Meningitis. Insgesamt mussten wir etwa zwei Wochen im Krankenhaus verbringen. Zum Glück ging es Kelly aber mit der Behandlung rasch besser.

Wussten Sie, was Meningokokken sind?

Ich hatte noch nie von Meningokokken oder einer Meningokokken-Meningitis gehört. Noch nicht einmal im Krankenhaus war mir bewusst, wie lebensgefährlich meine Tochter erkrankt war. Es war wie im Film. Im Nachhinein recherchierte ich im Internet zu der Krankheit und las andere Erfahrungsberichte. Erst da wurde mir bewusst, wie schwerwiegend die Krankheit war, die mein Kind erlitten hat. Vor allem haben wir das große Glück, dass Kelly wahrscheinlich keine Folgeschäden davongetragen hat. Das kommt nur selten vor und ich bin den Ärzten und vor allem unserer Kinderärztin unendlich dankbar, dass sie so schnell gehandelt haben.

Waren ihre Kinder gegen Meningokokken geimpft?

Ich habe meine Kinder nach dem Standardimpfplan impfen lassen. Die Impfung gegen Meningokokken-Gruppe C wird dort ab dem Alter von 12 Monaten standardmäßig empfohlen. Meine Große war daher gegen Meningokokken C geimpft. Kelly war mit ihrem halben Jahr noch nicht geimpft. Allerdings hätte sie die Standardimpfung in unserem Fall auch nicht schützen können, da sie an einer anderen Meningokokken-Gruppe erkrankt ist. Mittlerweile weiß ich, dass es mehrere unterschiedliche Meningokokken-Impfungen gibt.

Was würden Sie anderen Eltern gerne mitgeben?

Ich bin keine Mutter, die beim ersten Schnupfen direkt zum Arzt rennt. Aber ich habe gelernt, wie wichtig es ist, seine Kinder genau zu beobachten. Als Mutter merkt man häufig, wenn etwas mit dem eigenen Kind nicht stimmt. Und dann sollte man auf jeden Fall zum Arzt. Wer weiß, was passiert wäre, wenn ich nicht auf meinen Mann gehört und noch eine Stunde auf die Sprechstunde gewartet hätte. Das sollte kein Elternteil erleben müssen.

Info

Für einen umfassenden Schutz gegen Meningokokken-Erkrankungen gibt es mehrere Impfungen. Neben der standardmäßig empfohlenen Impfung gegen Meningokokken C stehen in Deutschland zwei zusätzlich mögliche Impfungen zur Verfügung. Weitere Infos unter www.meningitis-bewegt.de.

 

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Stillen oder Flasche?

Nicht jede Mutter kann oder will ihr Baby stillen. Dann hat sie die Wahl zwischen verschiedenen hochwertigen Milchprodukten

Viele gute Argumente sprechen für die Gabe von Muttermilch, schließlich ist sie optimal auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt. Manchmal reicht die Milch aber einfach nicht, um das Kind beim Stillen satt zu bekommen. Oder Reizungen und Entzündungen an den Brustwarzen verhindern regelmäßiges Stillen. So manche Mutter verzichtet auch lieber gleich darauf, ihr Baby anzulegen, und greift direkt zur Ersatznahrung. Die gesetzlichen Vorgaben für diese Produkte sind so hoch, dass beste Qualität garantiert ist. Künstlich hergestellte Ersatzmilch ist in ihrer Zusammensetzung der Muttermilch sehr ähnlich und liefert alles, was das Kind in der ersten Zeit braucht.

Optimierte Zusammensetzung

Es gibt allerdings verschiedene Arten von Milchersatz, die in ihrer Zusammensetzung auf das jeweilige Alter des Kindes und eventuelle Allergien optimiert sind. Die Pre-Milch ist der Standard bei neugeborenen Kindern. Sie ist der Muttermilch am ähnlichsten, hat sogar in etwa dieselbe dünnflüssige Konsistenz. Sie enthält nur Milchzucker (Laktose) und keinen sonstigen Zucker, ihre Eiweiße sind fast identisch mit denen von Muttermilch. Pre- Milch (auch Startmilch genannt) ist die optimale Ernährung bis zum sechsten Monat. Auch darüber hinaus kann sie gegeben werden, bis etwa zum ersten Lebensjahr.

Dem Alter entsprechend

Es kann aber sein, dass das Baby irgendwann nicht mehr ganz satt wird mit dieser Milch und nachts etwa zu häufig danach verlangt. Dann ist die 1er-Milch besser geeignet. Sie unterscheidet sich nicht sehr wesentlich von der Pre-Milch, enthält aber etwas mehr Kohlenhydrate und ist insgesamt sämiger. Das macht den Säug ling satter. Ab dem sechsten Monat reicht mitunter auch diese Milch nicht mehr, dann kommt die 2er-Milch (Folgemilch) ins Spiel. In ihr sind deutlich mehr Kalorien enthalten, unter anderem aus Zucker, außerdem Eisen und Jod, die für die Entwicklung des Kindes sinnvoll sind. Folgemilch ist aber nicht unbedingt nötig als Babynahrung, zumal die meisten Eltern ab dem sechsten Lebensmonat mit Beikost zufüttern.

Allergien

Das Baby erhält dann auch festere Nahrung und ist so leichter satt zu bekommen. Wenn ein oder beide Elternteile unter einer Kuhmilch-Allergie leiden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch ihr Baby eine solche Allergie entwickeln könnte. Für diese Kinder wurde die sogenannte HA-Milch entwickelt. Diese „hypoallergene“ Milch unterscheidet sich von der „normalen“ Milch vor allem darin, dass die Eiweiße in kleine Bruchstücke aufgespalten sind. Das macht sie leichter verdaulich und verhindert allergische Reaktionen. Diese Allergie ist etwas ganz anderes als die viel verbreitetere Laktose-Unverträglichkeit, bei welcher der Milchzucker nicht verdaut werden kann.

Die beiden Arten von Milch-Unverträglichkeit daher nicht miteinander verwechseln. HA-Milch gibt es als Anfangs- und Folgemilch. Besteht kein oder nur ein geringes Allergierisiko, muss diese Milch nicht gegeben werden. Kinder mögen sie nicht immer so gern, weil sie weniger süß ist. Vor allem, wenn sie erst die andere süßere Milch bekommen haben, fällt die Umstellung deshalb gelegentlich etwas schwerer. Leidet der Säugling bereits nachweislich unter einer Kuhmilch-Allergie, ist auch die HA-Milch nicht das Richtige. Dann braucht das Kind eine spezielle Milch, deren Eiweiß in noch kleinere Bruchstücke aufgespalten ist. Diese Milch gibt es in Apotheken.

Zu früh geborene Babys wiederum erhalten die sogenannte Frühchenmilch. Sie hat einen höheren Energiegehalt, damit die Winzlinge schneller an Gewicht zulegen, außerdem besondere Inhaltsstoffe für die Entwicklung des Hirns, der Nerven, des Darms und des Immunsystems

„Zwiemilch“ geben, das geht auch

Warum nicht beides seinem Baby geben, Muttermilch und Fläschchenmilch? Experten sehen darin kein Problem. Wenn eine Mutter nicht genügend Milch für ihr Baby hat, kann sie ihm zusätzlich das Fläschchen mit Ersatznahrung geben. Auch für unterwegs ist diese Ernährungs-Variante gut geeignet – oder wenn die Mutter tagsüber keine Zeit hat, etwa arbeiten geht. Dann braucht sie nicht mühsam Milch abzupumpen, sondern der Papa oder eine andere Betreuungsperson kann einfach ein Milchfläschchen aus Milchpulver zubereiten. Die Mutter sollte nur darauf achten, noch genügend von ihrer eigenen Milch zu geben. Damit sie nicht aus Versehen und ohne es gleich zu bemerken abstillt.

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Auf mögliche Sehprobleme achten

Laut Schätzungen des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands (BVA) kann jedes zehnte Kind hierzulande nicht richtig sehen. Nur eine – kleine – Zahl? Ganz sicher nicht! Ein Kind, dessen Sehprobleme zu spät oder gar nicht entdeckt werden, kann nicht richtig sehen lernen und auch in seiner gesamten Entwicklung eingeschränkt sein. Nicht rechtzeitig festgestellte Sehdefizite können im späteren Leben Berufswünschen maßgeblich Schranken setzen.

Tollpatschige Bewegungen

Wer die Anzeichen für Sehprobleme kennt, kann dafür sorgen, dass Sehfehler frühzeitig entdeckt werden. Das hilft dem jungen Menschen, sich normal und gesund zu entwickeln. Tollpatschige Bewegungen bei den Kleinen, Lernschwierigkeiten bei den Größeren – das sind nur zwei Auffälligkeiten, hinter denen visuelle Defizite stecken können. Holpriges Lesen und viele Fehler im Diktat lassen eine Lese-und Rechtschreibstörung (LRS, Legasthenie) vermuten, Probleme beim Zusammenzählen oder Malnehmen auf eine Rechenstörung (Dyskalkulie) schließen. Doch das muss nicht sein – auch Fehler der Augen, des Sehvermögens und der visuellen Wahrnehmung können zu Buchstabensalat, Textwirrwarr und Zahlenlotterie führen.

Deshalb sollten Erwachsene bei Kindern in jedem Lebensalter genau hinschauen, ob etwas in ihrer körperlichen Verfassung und ihrem Verhalten, bei Spiel und Sport, beim Rechnen, Lesen und Schreiben ungewöhnlich und auffällig erscheint. Je früher die richtige Diagnose gestellt wird, desto größer sind die Chancen für eine erfolgreiche Behandlung. Wenn es notwendig ist, verordnet der Augenarzt eine Brille oder Kontaktlinsen.

Vor zwei Jahren haben Augenärzte bei 1,2 Millionen Kindern in Deutschland eine Sehschwäche festgestellt. Bei den Fünf- bis Neunjährigen braucht fast jedes vierte Kind eine Brille, bei den Jüngeren sind es circa 13 Prozent.

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Blutvergiftung durch Meningokokken

Impfungen können Leben retten

Der Welt-Sepsis-Tag am 13. September zeigt jährlich, wie wichtig Aufklärung über die potenziell tödliche Krankheit ist. Ein Grund für die hohe Sterberate bei einer Sepsis (Blutvergiftung) ist, dass die Krankheit häufig nicht früh genug erkannt und somit erst spät behandelt wird.  Die Ursachen sind unterschiedlich. Vor einigen Auslösern, wie den seltenen, aber lebensbedrohlichen Meningokokken, können Impfungen bestmöglich schützen.

Meningokokken-Bakterien, die durch eine Tröpfcheninfektion (z. B. beim Sprechen, Husten oder Niesen) übertragen werden, sind ein möglicher Auslöser für eine Sepsis. Die Symptome können anfänglich sehr unspezifisch sein und sich beispielsweise in Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Schwindel äußern.1 In diesem Stadium ist eine Diagnose sehr schwierig.

Schwere Folgeschäden möglich

Wenn die Krankheit unerkannt fortschreitet, kann es bei einer Meningokokken-Sepsis zu Hauteinblutungen, Blutdruckabfall und Organversagen kommen.2 Schwerwiegende Folgen wie Haut- und Gewebezerstörung sowie Vernarbungen sind möglich, in Extremfällen können sogar Amputationen notwendig sein.2 Meningokokken-Erkrankungen sind zwar selten (2019 gab es 256 Fälle in Deutschland3), sie können jedoch innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden. Besonders gefährdet sind Babys und Kleinkinder, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist.2

Drei mögliche Impfungen gegen Meningokokken

Zum Glück gibt es für den bestmöglichen Schutz gegen Meningokokken-Erkrankungen Impfungen. Neben der standardmäßig empfohlenen Impfung gegen Gruppe C stehen in Deutschland zwei zusätzlich mögliche Impfungen zur Verfügung: gegen Gruppe B sowie gegen die Gruppen A, C, W und Y in Kombination. Eltern sollten ihren Kinder- und Jugendarzt frühzeitig auf die unterschiedlichen Meningokokken-Impfungen ansprechen.

Weitere Infos unter www.meningitis-bewegt.de. 

1 RKI: „Ratgeber Meningokokken”. Verfügbar unter: https://bit.ly/34RsKkm. Juni 2020. 2 Deutsches Grünes Kreuz: „Häufige Fragen und Antworten zu Meningokokken-Erkrankungen“. Verfügbar unter: https://bit.ly/2Cyj2Y6. Juni 2020. 3 RKI: SurvStat@RKI 2.0, https://survstat.rki.de, Stand: Epidemiologisches Jahrbuch 2019, Invasive Meningokokken-Erkrankungen mit Angabe der Serogruppe gemäß Referenzdefinition; Meldepflicht gemäß IfSG; 2019; März 2020

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Schmerztherapien bei der Geburt

Viele Frauen haben Angst vor den Schmerzen bei einer Geburt. So gibt es immer mehr Geburten, die medizinisch begleitet werden. Bei einer Studie wurde nachgefragt, welche Therapien vorwiegend in Anspruch genommen wurden: Drei Prozent der Frauen ließen sich mit naturheilkundlichen Methoden wie Homöopathie oder Akupunktur helfen, entkrampfende Mittel und/oder Schmerzmittel wie beispielsweise Buscopan als Zäpfchen oder Infusionen nahmen zehn Prozent, vier Prozent verwendeten Lachgas und die „beliebteste“ Schmerztherapie ist die PDA (Periduralanästhesie), welche 25 Prozent der Frauen durchführen ließen. Einem Kaiserschnitt mit PDA unterzogen sich fast acht Prozent der Frauen und ein Prozent einem Kaiserschnitt mit Vollnarkose. 49 Prozent der Frauen haben völlig natürlich geboren, ohne schmerztherapeutische Hilfe. An der Umfrage nahmen insgesamt 313 Frauen teil.

Wichtig: fachlichen Rat einholen

Bei einer Geburt steigern sich die Schmerzen nach und nach. Entsprechend dem Grad der Beschwerden wird unterschiedlich behandelt. Die Hebamme Christina Hirsch aus Schwäbisch Gemünd meint hierzu, dass, solange die Schmerzen noch nicht so groß sind, mit Massagen oder Baden begonnen wird. „Reichen diese Methoden nicht mehr aus, greifen wir zu pharmakologischen Behandlungsweisen, das heißt, zu nicht natürlichen Schmerzmitteln. Hierbei gibt es beispielsweise entkrampfende Zäpfchen oder Infusionen. Ist es für die Frau nach wie vor nicht erträglich, wird eine PDA gelegt, wenn die Schwangere dies wünscht“, so Hirsch weiter.

Die Beschwerden werden dabei stets individuell therapiert und die Gebärende darf mitbestimmen, ob und wann sie welches Medikament erhält. Allerdings muss man beachten, dass Schmerzmittel wie Buscopan und Meptid eher für kurze Abschnitte der Schmerzerleichterung geeignet sind. Die PDA hingegen wirkt länger.

Das Internet bietet eine Fülle an richtigen, aber auch falschen Informationen zur Schmerztherapien bei der Geburt sowie viele Horrorgeschichten. Diese führen zu Verunsicherung und können Ängste hervorrufen. In einem persönlichen Gespräch mit Fachärzten kann die werdende Mutter alle Fragen, Bedenken und Sorgen klären. Auch wer naturheilkundliche Maßnahmen in Anspruch nehmen möchte, sollte dies vorab besprechen.

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Zucker verboten

Auf Initiative der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, wird es zukünftig ein Zuckerverbot für Baby- und Kleinkindertees geben. Der Bundesrat hat eine entsprechende Verordnung der Ministerin beschlossen, die auch den Zusatz anderer süßender Zutaten in diesen Getränken verbietet. Vorgeschrieben wird außerdem ein Hinweis auf der Verpackung, beim Zubereiten auf die Zugabe von Zucker und anderen süßenden Zutaten zu verzichten. Julia Klöckner: „Das ist ein wichtiger Schritt für eine gesunde Ernährung unserer Kleinkinder. Denn die Weichen für das Ernährungsverhalten werden früh gestellt, die ersten 1000 Tage sind entscheidend. Der Konsum gezuckerter Getränke von Anfang an erhöht die Gefahr von Karies, späterem Übergewicht oder gar Adipositas. Es besteht ein eindeutiger Zusammenhang.“

Strategie für weniger Zucker, Fette und Salz

Die Regelung sieht konkret vor: ein Verbot des Zusatzes von Zucker, Honig, Fruchtsaft (-konzentrat oder -pulver), Fruchtnektar, Malzextrakt oder anderen aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnenen Sirupen oder Dicksäften zu Säuglings- oder Kleinkindertees. Die Verordnung ist ein wichtiger Teil der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie. Die Strategie für weniger Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten wurde Ende 2018 vom Kabinett beschlossen. Zahlreiche Verbände haben sich seitdem verpflichtet, diese Inhaltsstoffe in ihren Produkten bis 2025 signifikant zu reduzieren. Kürzlich hatte es eine erste Zwischenbilanz des Max-Rubner-Instituts gegeben, die die Wirksamkeit der Strategie wissenschaftlich bestätigt.

Ein weiterer Baustein der ganzheitlich angelegten Ernährungspolitik ist die Entscheidung der Bundesministerin, als erweiterte Nährwertkennzeichnung den Nutri-Score auf der Vorderseite von Verpackungen einzuführen. Dieser ermöglicht es Verbrauchern, auf einen Blick die Nährwerteigenschaften eines Lebensmittels zu erfassen und verschiedene Produkte innerhalb einer Produktgruppe hinsichtlich ihres Nährwertes miteinander zu vergleichen. Zudem hatte Ministerin Julia Klöckner im vergangenen Jahr das Institut für Kinderernährung am Max-Rubner-Institut in Karlsruhe gegründet. Hier wird wissenschaftlich erforscht, welche Ernährung Kinder wirklich brauchen.

 

Schlafrhythmus

Gut geschlummert 

Wie lange soll mein Kind schlafen und zu welchen Uhrzeiten? Geregelte Tagesabläufe helfen, den richtigen Schlafrhythmus zu finden

In den ersten Lebensmonaten ist es ganz einfach: Der Säugling schläft im Schnitt 15 bis 18 Stunden täglich, er macht noch keinen Unterschied zwischen Tag und Nacht. So ist er es noch aus dem Mutterleib gewohnt. In dieser ersten Lebensphase ist sein Alltag ein ständiger Wechsel aus Schlummerzeiten, Essenszeiten, Windelwechsel und Schmusen mit Mama und Papa. Wichtig ist nur eine ruhige Umgebung, damit er die vielen ersten Eindrücke gut verarbeiten und bei Bedarf ein ungestörtes Nickerchen halten kann.

Die Nacht ist zum Schlafen da

Je älter das Kind wird, umso mehr verschiebt sich sein Schlaf in die Nacht hinein. Schon nach einigen Monaten schlummert es tagsüber zwar auch noch viel, vor allem nach dem Mittagessen. Aber die Nacht ist immer mehr zum Schlafen da. Es wacht zwar noch auf, oft auch mehrmals, hat Hunger und Durst, braucht eine frische Windel. Aber danach schläft es gleich wieder ein, und mit Glück dann bis zum nächsten Morgen. Damit sein Schlafrhythmus eine gewisse Struktur bekommt, ist es wichtig, dass die Eltern dem Baby einen geregelten Tagesablauf anbieten. Das heißt, morgens in etwa zur gleichen Zeit aufwachen, anziehen, trinken, spielen oder einen Spaziergang machen, dann wieder trinken, Windel wechseln und ab ins Bett.

Gut erholt

Der Mittagsschlaf dauert unterschiedlich lang. Da hat jedes Baby seine eigenen Zeiten. Zwei bis drei Stunden sind ganz normal. Vor allem bei ruhiger Umgebung schlummern Babys mittags oft lange und wachen gut erholt auf. Keine Bange: Abends sind sie trotzdem müde und schlafen problemlos ein. Hilfreich ist es, zusätzlich kleine Rituale einzubauen, etwa nach dem Essen noch ein paar Minuten mit dem Kind zu spielen, ihm ein Lied vorzusingen, es zu waschen, den Po einzucremen oder etwas anderes. So lernt das Baby schnell, was als nächstes kommt – nämlich die Schlafenszeit. Das ist beruhigend und vermittelt ihm große Geborgenheit. Es spürt, dass alles gut ist und normal verläuft.

Abweichungen sind normal

Ausnahmen sind natürlich möglich und oft auch nötig, etwa auf der Fahrt in den Urlaub. Aber auch in den Ferien oder bei Verwandtenbesuchen darauf achten, dass nicht der ganze Rhythmus durcheinandergerät. Auch zwischendurch kann ein Baby mal sehr müde sein. Dann sind Abweichungen vom gewohnten Ablauf völlig in Ordnung. Das Kind einfach hinlegen, wenn es Schlaf braucht. Das ist besser als zu warten, bis seine Schlafenszeit gekommen ist. Wenn Kinder übermüdet sind, weil sie nicht schlafen konnten, fällt ihnen das Einschlafen später schwerer. Dann werden sie unruhig und gereizt, fangen an zu wimmern und zu schreien.

Schlafmangel

Wenn Babys häufig so reagieren (sogenannte Schreibabys), ist Schlafmangel eine mögliche Ursache. Eltern verkennen dies manchmal. In ihrem Bedürfnis, sich selber und dem Baby Abwechslung zu verschaffen, sind sie mit ihm vielleicht zu viel unterwegs. Durch den Umgebungslärm aber schläft das Baby dann nicht richtig oder nicht tief genug. Der Schlummer ist nur wenig erholsam. Dann ist es das Beste, das Kind ein paar Tage daheim zu lassen, damit es zur Ruhe kommt. Im Anschluss darauf achten, dass es seine festen Schlafenszeiten im eigenen Bettchen verbringt und nicht irgendwo anders.