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Besser schlafen in der Schwangerschaft

Viele Schwangere haben Ein- und Durchschlafprobleme. Wie es zu solchen Störungen kommt und was dagegen hilft

Nach dem ersten Hurra tauchen bald auch schon ängstliche Fragen auf: Wenn Frauen erfahren, dass sie schwanger sind, geraten sie leicht in ein Wechselbad der Gefühle. Vor allem bei der ersten Schwangerschaft kann das leicht passieren. Denn bei aller Freude bedeutet dies auch einen großen Einschnitt im Leben. Hinzu kommt die Hormonumstellung im Körper. Kein Wunder, dass zahlreiche Schwangere nachts nicht gut schlafen können. Die Gedanken kreisen ums werdende Leben und den Alltag während und nach der Schwangerschaft. Geldsorgen mischen sich möglicherweise auch darunter. Oft ist es aber nur die körperliche Umstellung, die Frauen das Leben nachts schwer macht.

Schließlich wächst der Bauch schnell,

…das Liegen wird beschwerlicher. Je weiter die Schwangerschaft fortschreitet, umso unbequemer wird es im Bett. Solche Ursachen von Schlaflosigkeit sind eher harmlos und lassen sich eventuell durch abstützende Kissen, Hochlagerung des Körpers oder eine andere Matratze abstellen. Manchmal hat die Schlaflosigkeit aber auch tiefer gehende Gründe, zum Beispiel Bluthochdruck. Eine bei Schwangeren nicht so seltene Störung. Hoher Blutdruck führt vor allem nachts häufig zu innerer Unruhe. Etwa jede zehnte Schwangere leidet darunter, bei Erstgebärenden ist der Anteil noch etwas höher. Mediziner empfehlen werdenden Müttern daher, ihren Blutdruck öfter mal zu kontrollieren. Liegt er bei 140/90 oder höher, unbedingt und sofort zum Arzt gehen. Denn auf Dauer kann Bluthochdruck zu schweren Komplikationen führen.

Meist aber sind die Ursachen

…weniger dramatisch, wenn einem nachts die Augen nicht zufallen wollen. Je größer das Ungeborene wird, umso mehr verdrängt es auch die inneren Organe seiner Mutter, vor allem Magen und Darm. Das führt dann leicht zu Verdauungsstörungen, die einen nachts schlechter schlummern lassen. Auch die Bewegungen des Fötus machen sich nachts mehr bemerkbar als am Tag. Wird es tagsüber ständig von Mama in den Schlaf geschaukelt, weil sie herumläuft, ist es nachts öfters wach. Dann boxt es und tritt. Das hat zwar auch etwas Beglückendes, ist aber nicht schlaffördernd.

Im letzten Drittel der Schwangerschaft

…bildet der Körper das Stillhormon Prolaktin. Es sorgt nicht nur dafür, dass pünktlich zur Geburt die Milch einschießt – sondern auch dafür, dass die Mutter nachts rasch aufwacht, wenn das Baby Hunger hat und schreit. Prolaktin macht den Schlaf insgesamt leichter und störungsanfälliger. Die meisten Medikamente zum Einschlafen sind für werdende Mütter tabu. Ihre Wirkstoffe würden das Kind zu sehr gefährden. Vorsicht auch bei pflanzlichen Mitteln, die es verschreibungsfrei gibt. Ist eine Schlafstörung wirklich hartnäckig und schlägt stark aufs Gemüt, den Arzt konsultieren.

Einige wenige Schlafmittel gibt es, die in der Schwangerschaft als wenig riskant gelten und die der Arzt dann möglicherweise verschreibt. Ansonsten lohnt es sich, auf schwere Mahlzeiten zu verzichten, keinen Kaffee und schwarzen Tee zu trinken wegen des aufputschenden Koffeins – und sich tagsüber genügend zu bewegen, damit man abends die nötige Bettschwere mitbringt.

Gelegentlich macht auch die Schilddrüse Probleme in der Schwangerschaft.

Dann produziert sie entweder zu viele oder zu wenig Schilddrüsenhormone. Beides kann zu Schlafstörungen führen. Vor allem Frauen, die schon vor der Schwangerschaft Schwierigkeiten mit ihrer Schilddrüse hatten, sollten die Werte in der Schwangerschaft regelmäßig kontrollieren lassen. Sonst kann schlimmstenfalls das Ungeborene Schaden nehmen.

An diese Versicherungen Denken

Vor allem die private Haftpflichtversicherung ist wichtig, um finanzielle Risiken zu vermeiden.

Babys machen nichts kaputt. Das kann sich aber schnell ändern, sobald das Kind laufen lernt. Je sicherer es auf den Beinen ist, umso größer die Unfallgefahr. Der Sprössling wird jetzt immer neugieriger, klettert und schlittert, tobt herum – und reißt auch mal was herunter. Solange das im eigenen Heim geschieht, bleibt der Schaden sozusagen in der Familie. Geschieht das aber bei einem Besuch etwa bei Freunden, kann es Ärger geben. Der Schaden muss wahrscheinlich ersetzt werden. Handelt es sich zum Beispiel um teure Technik, die zu Bruch gegangen ist, sind schnell mal etliche hundert Euro und mehr fällig.

Wer zahlt dann?

Grundsätzlich ist der Verursacher in der Pflicht, in diesem Fall also die Eltern des Kindes, das den Schaden verursacht hat. Glücklicherweise haben die meisten von ihnen eine private Haftpflichtversicherung, die in diesem Fall zahlt. Diese Versicherung ist für junge Eltern die wichtigste überhaupt. Sie übernimmt grundsätzlich die Kosten für Schäden, die ihr Zögling angerichtet hat. Das Kind ist immer über die Haftpflichtversicherung der Eltern mitversichert.

Das bietet finanzielle Sicherheit auch bei richtig großen Schäden, etwa wenn das Kind mit einem Steinchen unbemerkt ein Auto zerkratzt. Nur wenn die Eltern dabei ungerührt zusehen und die Versicherung ihnen das nachweisen kann, übernimmt sie den Schaden nicht. Mutwillige Zerstörung mit Billigung der Eltern gehört demnach zu den wenigen Ausnahmen, wo der Versicherungsschutz nicht greift.

Welche weiteren Versicherungen sind sinnvoll?

Eine private Unfallversicherung bietet eine finanzielle Absicherung, wenn das Kind durch einen Unfall bleibende gesundheitliche Schäden zurückbehält. Sie gibt es auch als Familienversicherung, so dass alle Familienmitglieder geschützt sind vor hohen finanziellen Belastungen. Neben Geld leistet diese Versicherung auch Unterstützung etwa bei der Haushaltsführung. Wer sein Kind noch besser absichern lassen möchte gegen die Unwägbarkeiten des Lebens, kann auch eine Kinder-Invaliditätsversicherung abschließen. Sie greift etwa bei schweren akuten oder chronischen Krankheiten, die zu einer Behinderung führen. Für den Zeitraum der Erkrankung und/oder Behinderung erhalten die Eltern dann eine Rente. Diese Versicherung gibt es auch als Zusatzschutz im Rahmen einer privaten Unfallversicherung.

Kinderwagen geklaut oder beschädigt?

Eine Hausratversicherung ersetzt den Schaden meist nur dann, wenn der Kinderwagen etwa bei einem Einbruchdiebstahl entwendet wurde. Wer ihn einfach auf dem Spielplatz vergisst, und eine Stunde später ist er weg, kann bei den meisten Hausratversicherungen nicht auf Entschädigung hoffen. Ist der Kinderwagen sehr teuer gewesen, kann man aber über den Abschluss einer speziellen Vollkasko- Versicherung nachdenken – die alle Schäden abdeckt. Solche Anbieter finden sich aber nur vereinzelt.

Geht der Fahrradanhänger verloren,

…ist das über die Hausratversicherung abgedeckt. Allerdings: Der Schutz greift meist nur, wenn der Anhänger fest mit dem Fahrrad verbunden war und das Rad somit ebenfalls gestohlen oder verloren wurde. Wer nur den Anhänger ohne Wenn und Aber versichern lassen möchte, muss auch hier eine Zusatzversicherung abschließen. Ist das Kind schon etwas älter, bekommt es vielleicht ein neues und ziemlich kostspieliges Rad geschenkt. Bleibt das Rad irgendwo stehen und wird geklaut, zahlt die Hausratversicherung nichts – es sei denn, man hat einen Zusatzschutz mit ihr abgeschlossen.

Spezielle Fahrradversicherungen leisten denselben Schutz. All diese Versicherungen sind meist aber nicht billig, so dass sich der Abschluss nur bei wirklich kostspieligen Rädern lohnt. Sinnvoller kann es da sein, das Geld in eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu stecken. Auch eine Risikolebensversicherung bewahrt einen beziehungsweise den Partner und die Kinder vor schweren finanziellen Einbußen etwa im Todesfall oder bei Berufsunfähigkeit. Je nach Art des Vertrages und Höhe der Einzahlungen gibt es dann eine größere Einmalzahlung oder monatliche Zuwendungen, welche die plötzlich entstandene Finanzlücke wenigstens teilweise abdecken.

Down

Ergotherapie beim Down-Syndrom

Eltern lieben ihre Kinder – vielleicht umso mehr, wenn sie besonders sind, etwa eine Beeinträchtigung haben wie Trisomie 21, landläufig als Down-Syndrom bekannt. Dennoch sind der Betreuungsaufwand und der Stress, die im Familiensystem dadurch entstehen, nicht zu unterschätzen. Entlastung und Förderung gibt es bei Ergotherapeuten. Die kümmern sich bereits um Säuglinge mit Down-Syndrom. Wegen der fehlenden Muskelspannung haben Kinder mit dem Down-Syndrom häufig schon in den ersten Monaten ihres Lebens Schwierigkeiten mit der Feinmotorik. Diese trainieren Ergotherapeuten mit Babys mit Trisomie 21. Das verbessert und fördert deren Verständnis für die eigene Umwelt ebenso wie ihre intellektuellen Fähigkeiten.

Teil der Gesellschaft

Dank steigender Zahlen an inklusiven Kitas und Schulen sind Kinder mit Down-Syndrom zunehmend Teil der Gesellschaft. Sie gehen ausgesprochen gerne in die Schule und auch ihre Mitschüler profitieren: sie können so einen natürlichen und ungezwungenen Umgang mit Kindern entwickeln, die ‚anders‘ sind. Ergotherapeuten bahnen daher bei ihren kleinen Klienten mit Trisomie 21 schon früh alle nötigen Fähigkeiten an, damit sie im für sie möglichen Rahmen Lesen und Schreiben lernen können. Zudem führen sie eine größtmögliche Selbstständigkeit dieser Kinder herbei – ganz wichtig, um in der Schule zurechtzukommen. Das wirkt sich auch auf den Alltag zuhause und das Miteinander im Familiensystem positiv aus. Der Stress wird weniger, es läuft öfter rund.

Das Erfolgsgeheimnis ergotherapeutischer Interventionen, an der auch die Eltern teilnehmen sofern es ihnen möglich und sinnvoll ist, besteht darin, das Positive zu verstärken. Ergotherapeuten fokussieren sich auf die Fähigkeiten und Ressourcen. Nicht die Krankheit, also hier das Down-Syndrom, steht im Mittelpunkt, sondern die vorhandenen Begabungen und Fertigkeiten. Und die bauen Ergotherapeuten konsequent aus und holen für mehr Nachhaltigkeit ihrer Arbeit die Eltern mit ins Boot, um die positiven Effekte auch außerhalb ihrer Intervention weiter zu verstärken.

Weitere Informationen und Ergotherapeuten vor Ort gibt es auf der Homepage des Verbands (dve.info); Aktuelles auch auf facebook (der dve) und twitter (@DVEergotherapie)

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Kein Olivenöl für die Hautpflege

Die Haut des Babys mit Ölen einzufetten ist recht beliebt. Allerdings sollten Eltern dabei nicht ins Küchenregal greifen und Oliven- oder Sonnenblumenöl dafür nutzen. Solche Öle haben zunächst zwar eine fettende Wirkung, längerfristig stellt sich möglicherweise aber der gegenteilige Effekt ein: „Die natürliche Barriere der Haut, die das Austrocknen verhindern soll, Allergene und Infektionen abwehrt, wird durch diese Öle beeinträchtigt“, sagt Dr. Burkhard Lawrenz, Sprecher des Ausschusses Prävention und Frühtherapie beim Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Er bezieht sich dabei unter anderem auf eine Studie von Experten aus Großbritannien und Katar. Die Forscher hatten die Barrierefunktion beziehungsweise Hornschicht der Haut mit einer Wand aus Ziegeln verglichen. Das Unterhautfettgewebe (epidermale Barrierelipide) bezeichneten sie als „Mörtel“, der die Ziegel beziehungsweise Zellen zusammenhält. Öl beschädigt möglicherweise diesen „Mörtel“, es bilden sich Risse, die Feuchtigkeit kann entweichen und Fremdkörper können eindringen, so die Autoren der Studie. Dies wiederum würde die Entwicklung von Ekzemen erleichtern. Die Autoren selbst halten jedoch weitere Studien für notwendig.

Besser ist eine Feuchtigkeit spendende Lotion

„Sind Eltern unsicher, können sie sich von ihrem Kinder- und Jugendarzt beraten lassen. Insbesondere wenn bei Familienangehörigen Neurodermitis bekannt ist, sollte der Säugling täglich mit einer Feuchtigkeit spendenden Lotion eingecremt werden“, rät Dr. Lawrenz. Zwei- bis dreimal wöchentlich für fünf bis zehn Minuten baden gilt als empfehlenswert. Rückfettende und pH-neutrale Badezusätze eignen sich besonders für Babys. Auf Schaumbäder und normale Seifen sollten Eltern bei ihrem Säugling generell verzichten, da sie der Haut Feuchtigkeit entziehen. Nach dem Bad sollten Eltern ihr Baby rasch sanft und gründlich abtrocknen, damit es nicht auskühlt. Anschließendes Eincremen verhindert, dass die Haut rissig wird. Wenn sich schon rote, rissige oder entzündete Hautstellen gebildet haben, mit dem Kind am besten zu einem Hautarzt gehen.

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Rettender Eingriff beim kleinen Pepe

Schätzungsweise 100 Babys erleiden im Jahr in Deutschland rund um die Geburt einen Schlaganfall, sehr selten findet sich dabei ein Verschluss der Hirnstammarterie, der lebensbedrohlich ist. Am Universitätsklinikum Münster gelang es jetzt, bei dem frischgeborenen kleinen Pepe das lebenswichtige Gefäß innerhalb von 14 Stunden nach der Geburt wiederzueröffnen. Der Kathetereingriff über die Leiste des Babys  war die weltweit früheste beschriebene Intervention bei einem Schlaganfall eines Neugeborenen.

Als Pepe am 15. März kurz nach Mitternacht geboren wurde, war er ein vitales Neugeborenes ohne besondere Auffälligkeiten. Die Geburtsklinik im sauerländischen Hüsten verzeichnete erst morgens um sechs Uhr neurologische Auffälligkeiten, die die Ärzte veranlassten, sich mit den Spezialisten der Universitätskinderklinik in Münster in Verbindung zu setzen. „Pepe bekam plötzlich Krampfanfälle, zeigte eine unregelmäßige Atmung mit einem auffälligen Bewegungsmuster der Armen und Beine “, sagt Oberarzt Dr. Ronald Sträter.

Pepe wurde innerhalb einer Stunde in das UKM verlegt, um zu schauen, ob die Möglichkeit besteht, das Gerinnsel (Thrombus) aus dem Gehirn zu entfernen und somit die Durchblutung des Gehirns zu normalisieren. Nachdem sich die Diagnose durch eine umgehende Ultraschalluntersuchung bestätigt hatte, entfernten Neuroradiologen das Gerinnsel. Mit dem minimalinvasiven Eingriff gelang es im ersten Anlauf, die Hirnstammarterie wieder durchgängig zu machen. Was zu diesem Zeitpunkt niemandem bewusst war: Pepe ist weltweit der erste beschriebene Fall einer erfolgreichen Thrombektomie direkt am Tag der Geburt.

Pepe selbst hat den Eingriff gut überstanden, allerdings wurde bei ihm noch ein kleinerer Herzfehler gefunden, der beobachtet und eventuell behoben werden muss. „Seine Prognose ist generell gut“, freut sich Sträter. Zwar könne man erst auf längere Sicht sagen, ob das Kind den Hirninfarkt ohne Schaden überstanden hat, aber zumindest konnte man den neurologischen Notfall abwenden. Der Schlaganfallspezialist ist zuversichtlich, weil es bei Pepe keine weiteren Hirninfarkte mehr gegeben hat und die Durchblutung des lebenswichtigen Hirnstamms erhalten werden konnte. Und die Neuropädiaterin Dr. Barbara Fiedler ergänzt: „Wir konnten Pepe schon zu Ostern wieder nach Hause entlassen. Insgesamt sind wir sehr zuversichtlich, dass Pepe ein weitgehend gesundes und glückliches Leben führen wird.“

Meningitis

Meningokokken-Meningitis

„Als wir unser Baby nach 85 Tagen wieder nach Hause bringen durften, war es das größte Glück, das wir je hatten.“

Als Leonie (Name geändert) mit elf Monaten an Meningokokken erkrankt, erleben ihre Eltern einen Albtraum. Die Ärztinnen und Ärzte im Krankenhaus kämpfen 85 Tage um das Überleben der Kleinen. Sie schafft es, trägt jedoch schwere Folgeschäden davon. Dass es Schutzimpfungen gegen die Erkrankung gibt, erfahren Leonies Eltern erst hinterher.

Zweimal wird Kathrin (Name geändert) mit ihrer Tochter Leonie im Krankenhaus nach Hause geschickt, da die Symptome des Babys einem grippalen Infekt ähneln und weitere Untersuchungen keine Ergebnisse bringen. Das Fieber geht zuhause jedoch trotz fiebersenkender Medikamente nicht herunter, sondern steigt immer weiter an.

Als Leonie nur noch flach atmet und dunkle Flecken auf ihrer Haut bekommt, fährt ihre Mutter das dritte Mal mit ihr ins Krankenhaus: „Als sie Leonie so sahen, fingen alle sofort an zu rennen und alles musste so schnell wie möglich gehen, um sie zu retten. Sie hatte einen septischen Schock, mehrere Organe versagten und aufgrund der Hauteinblutungen vermuteten die Ärztinnen und Ärzte sofort eine Meningokokken-Erkrankung.“

Der Verdacht bestätigt sich. Die bakterielle Meningitis (Hirnhautentzündung) verursacht zudem eine Sepsis (Blutvergiftung). Leonie bekommt Bluttransfusionen, muss wegen des Organversagens an die Dialyse und wird mehr als 20-mal an ihrem Bein operiert. Sie verbringt 85 Tage im Krankenhaus. Die Ärztinnen und Ärzte geben ihr Möglichstes und können sie retten.

Unspezifische und grippeähnliche Symptome

Babys und Kleinkinder wie Leonie sind besonders gefährdet, an Meningokokken zu erkranken, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist.1 Die Diagnose wird häufig dadurch erschwert, dass die Symptome anfänglich unspezifisch und grippeähnlich sind.1 Meningokokken-Erkrankungen sind zwar selten, sie können allerdings schwere Folgen haben und innerhalb weniger Stunden lebensgefährlich verlaufen.2

Schwere Folgen bei Meningokokken-Erkrankungen möglich

In Deutschland versterben ca. zehn Prozent der Patient*innen trotz intensivmedizinischer Behandlung.3 Bei jedem bzw. jeder fünften Erkrankten treten trotz Behandlung Komplikationen und Folgeschäden auf.1  Infolge einer Hirnhautentzündung können zum Beispiel Entwicklungsstörungen, Krampfleiden, Erblindung und Hörverlust auftreten. Kommt es zu einer Blutvergiftung, kann es zu Haut- und Gewebezerstörung und Vernarbungen kommen, in Extremfällen sogar zu Amputationen.1

Leonie hat überlebt, aber auch sie hat starke Folgeschäden davongetragen. Ihre Nebenniere ist wahrscheinlich dauerhaft geschädigt und ihr Immunsystem ist geschwächt. Sie hat heute, rund ein Jahr nach ihrer Erkrankung, noch immer eine Ernährungssonde und kann nicht schlucken. Sie hat allein 20 Operationen an ihrem rechten Bein hinter sich, dabei wurde ein Muskel entfernt. Ob ihr stark vernarbtes Bein amputiert werden muss oder ob es gerettet werden kann, ist noch nicht sicher.

Neben den Standardimpfungen gibt es weitere zusätzlich mögliche Impfungen

Leonie hat zum Zeitpunkt ihrer Erkrankung alle standardmäßig empfohlenen Impfungen entsprechend ihres Alters bekommen. Doch auch die Standardimpfung gegen Meningokokken C, die in Deutschland für alle Kinder im Alter von zwölf Monaten empfohlen ist,4 hätte sie nicht schützen können, da sie an einer anderen Meningokokken-Gruppe erkrankt ist. Ihre Eltern wussten jedoch nicht, dass es für einen umfassenden Schutz zusätzlich mögliche Impfungen gegen die Gruppen B und ACWY gibt. Gruppe B tritt in Deutschland am häufigsten auf, gefolgt von Y und C.5

Kinder- und Jugendärztin bzw. -arzt klärt über Meningokokken auf

Ihr Kind nach 85 Tagen voller Angst und Zweifel, ob sie es schaffen würde, aus dem Krankenhaus mit nach Hause zu nehmen war für Leonies Eltern das größte Glück überhaupt. Leonie ist eine Kämpferin und hat ihre Fröhlichkeit beibehalten. Dennoch sollte niemand das Leid durchleben müssen, das die Familie mitgemacht hat. Die Geschichte ihrer Tochter zu veröffentlichen, ist auch ein Appell an andere Eltern, sich zu informieren und zu handeln.

Die Kinder- und Jugendärztin bzw. der -arzt berät Eltern frühzeitig über einen bestmöglichen Schutz vor Meningokokken.

Mehr Informationen auch unter www.meningitis-bewegt.de

 

 

1 Deutsches Grünes Kreuz: „Häufige Fragen und Antworten zu Meningokokken-Erkrankungen“. Verfügbar unter: https://bit.ly/2X7aroA. März 2021.

2 BZgA: „Erregersteckbrief Meningokokken“. Verfügbar unter: https://bit.ly/32Bnccl. März 2021.

3 RKI: „Epidemiologisches Bulletin 43/2016“. Verfügbar unter: https://bit.ly/36Vwpzq. März 2021.

4 RKI: „Epidemiologisches Bulletin 34/2020“. Verfügbar unter https://bit.ly/3jhaiJ0. März 2021.

5 RKI: SurvStat@RKI 2.0, https://survstat.rki.de, Stand: Epidemiologisches Jahrbuch 2019, Invasive Meningokokken-Erkrankungen gemäß Referenzdefinition; Meldepflicht gemäß IfSG; 2019; März 2020.

 

Impfen

Welche Impfungen nötig sind

Allzu viel Zeit haben Eltern nicht, wenn sie ihr Baby gegen bedrohliche Krankheiten immunisieren lassen möchten. Die erste Impfung steht schon im Alter von sechs Wochen an.

Die Liste möglicher Krankheitskeime ist recht lang, mit denen sich ein Baby anstecken kann. Einige davon sind sehr gefährlich fürs Kind. Deshalb ist es sinnvoll und nötig, seinem Nachwuchs den perfekten Schutz gegen diese Erreger angedeihen zu lassen. Die heutigen Impfstoffe sind überdies so sicher, dass dem Baby damit kein Schaden zugefügt werden kann. Manche Eltern sind allerdings ängstlich, wenn es um Impfungen für ihr Kind geht. In der relativ kurzen Zeitspanne, die ihnen von der Geburt an bis zur ersten Immunisierung bleibt, sollten sie sich bei seriösen Quellen über alle Aspekte der Impfung informieren.

Und dann geht’s schon los mit der ersten Impfung

Das ist die Grundimmunisierung gegen Rotaviren. Diese Erreger können schwere Magen-Darminfektionen auslösen. Mit dieser Impfung, die zwei- bis dreimal im Abstand von jeweils vier Wochen aufgefrischt wird, ist das Baby sicher vor den Viren. Nach zwei Monaten folgt eine große Impfung. Es handelt sich um einen sogenannten Sechsfach-Impfstoff gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Hib, Kinderlähmung und Hepatitis B. Bei der Impfung gegen Hib handelt es sich um einen wichtigen Schutz vor Bakterien, die eine Hirnhautentzündung oder Lungenentzündung nach sich ziehen können. Bis zur Einführung der Impfung waren diese Keime sehr gefürchtet. Sie befallen bevorzugt Kinder bis zum fünften Lebensjahr.

Bei der Hepatitis B handelt es sich um Erreger, welche die Leber angreifen. Diphterie gehörte früher ebenfalls zu den gefürchteten Erkrankungen. Bakterien lösen dabei Halsweh, Schluckbeschwerden und Fieber aus. Die Krankheit kann sogar lebensgefährlich werden. Tetanus-Erreger gehören ebenfalls zu den Killerkeimen. Eine Impfung dagegen kann wie eine Lebensversicherung sein.

Auffrischungsimpfung

Im Alter von drei Monaten folgen die Auffrischungs- Impfungen gegen die letztgenannten Erkrankungen. Auch eine Impfung gegen Pneumokokken ist sinnvoll. Diese Erreger befallen die Lunge. Oft wird gegen Pneumokokken schon im zweiten Lebensmonat geimpft. Mit vier bis fünf Monaten folgt die zweite Impfung gegen Pneumokokken, außerdem eine weitere Auffrischungsimpfung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Hib, Kinderlähmung und Hepatitis B. Dann ist erstmal Ruhe. Die Impfstoffe haben jetzt Zeit, das Immunsystem des Kindes gegen all diese Erkrankungen zu stärken. Erst etwa mit dem ersten Geburtstag des Kindes wird erneut aufgefrischt mit dem Sechsfach-Impfstoff.

Ab dem 1. Lebensjahr

Mit Vollendung des ersten Lebensjahres können die Kinder zudem gegen Meningokokken geimpft werden. Auch die Impfung gegen Masern. Mumps und Röteln wird im Alter von 11 bis 14 Monaten begonnen, ebenso wie eine Windpocken-Impfung. Wer eine oder mehrere Impfungen verpasst hat, kann sie jederzeit nachholen. Die Gabe der Impfstoffe ist nicht an ein bestimmtes Alter gebunden. So ist es kein Problem, den Sechsfach-Impfstoff etwa Ende des ersten oder im zweiten Lebensjahr des Kindes zu geben.

Neueste Impf-Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (StiKo) gehen dahin, die Anzahl der Auffrischungs-Impfungen beim Sechsfach-Impfstoff zu reduzieren. Das senkt den Aufwand für die Eltern und den Arzt, denn eine Auffrischungs-Impfung wird damit ausgelassen. Allerdings ist es dafür nötig, das Kind sehr frühzeitig impfen zu lassen und bestimmte Abstände beim Auffrischen möglichst genau einzuhalten. Bei Fragen hierzu am besten an den Kinderarzt wenden.

Auch gegen Grippe impfen lassen?

Babys werden normalerweise nicht gegen Grippe (Influenza) geimpft. Hat sich die Mama kurz vor der Geburt dagegen piksen lassen, ist das Kind automatisch für eine gewisse Zeit mitgeschützt. Grundsätzlich spricht aber auch nichts gegen eine Grippeimpfung fürs Baby – vor allem, wenn es Vorerkrankungen hat, die einen schwereren Verlauf einer Grippe befürchten lassen. Dabei darf aber nicht jeder Impfstoff zum Einsatz kommen. Der Kinderarzt weiß mehr darüber.

Nahrungsmittel

Was Ihr Baby nicht verträgt

Im ersten Lebensjahr heißt es Vorsicht beim Füttern: Längst nicht jedes Nahrungsmittel ist für Babys geeignet.

Gut, dass es Mutter- und Ersatzmilch gibt. Weil das Baby im ersten halben Jahr praktisch nichts anderes zu sich nimmt, müssen sich die Eltern keine Gedanken über andere Lebensmittel für ihr Kind machen. Erst danach beginnt die Zeit der Beikost und später auch weiterer Lebensmittel, die das Kind dann bei gemeinsamen Mahlzeiten zu sich nimmt. Fertige Beikost aus dem Supermarkt enthält keinerlei bedenkliche Substanzen, so dass sich Mutter und Vater auch hierbei keine Sorgen zu machen brauchen.

Selber Kochen

Nur wenn sie selber Beikost produzieren, sollten sie auf diese Einschränkungen achten: Kuhmilch und Produkte aus Kuhmilch wie Joghurt sind zwar nicht unmittelbar gefährlich. Babys und Kleinkinder bis etwa zum zehnten Lebensmonat vertragen sie aber nicht gut. Denn Kuhmilch ist für sie schwerverdaulich, wegen ihres hohen Eiweißgehaltes werden auch die Nieren stark belastet. Wer ein schon etwas älteres Kleinkind hat, kann aber gern mal einen Versuch mit einem Fläschchen Kuhmilch (1,5 Prozent Fettgehalt) machen. Verträgt das Kind die Milch ohne Magenschmerzen und starke Blubbergeräusche im Bauch, ist alles ok.

Rohmilch & Co.

Vorsicht vor allem bei Rohmilch und Produkten wie Käse aus Rohmilch. Darin können in selteneren Fällen sogenannte Listerien enthalten sein. Diese Bakterien führen zu Durchfall, Erbrechen und Fieber. Hartkäse enthält keine Listerien, geriebener Parmesan etwa kann durchaus über die Nudeln gestreut werden. Auf dem Etikett des Lebensmittels steht, ob es aus Rohmilch hergestellt wurde. Dass Kinder kein rohes Fleisch oder rohen Fisch essen sollten, versteht sich fast von selbst. Sonst können Bakterien wie Salmonellen darin stecken, die schwere Magen- Darminfekte auslösen. Auch Fleisch aus der Pfanne sollte immer gut durchgebraten sein. Medium-Steaks etwa sind nichts fürs Kind.

Bakterien

Vorsicht auch bei rohem Fisch etwa im Sushi. Babys und Kleinkinder sollten davon nicht probieren wegen möglicher Bakterienbelastung. Rohe Eier sind aus demselben Grund tabu. Selbst in einem weichgekochten Ei können Keime wie Salmonellen überleben. Deshalb nur hartgekochte oder gebratene Eier geben. Eier in Backwaren sind unbedenklich. Die hohen Temperaturen im Backofen töten alle Bakterien ab. Das Baby den Löffel mit Honig abschlecken zu lassen, ist auch keine gute Idee. Gelegentlich tauchen im Honig sogenannte Botulinus-Bakterien auf, gegen die das Immunsystem des Kindes nichts ausrichten kann. Die mögliche Folge ist eine schwere Infektion mit Vergiftung und Lähmungen. Ältere Kinder und Erwachsene müssen diese Keime nicht fürchten. Ihr Immunsystem tötet sie zuverlässig ab.

Gewürze

Stark Gesalzenes ist ebenfalls nichts für Kleinkinder, auch allzu Süßes vertragen sie oft nicht gut. Deshalb sparsam sein mit solchen Geschmacksstoffen. Starke Gewürze wie Pfeffer ganz weglassen. Nüsse in gemahlener Form sind kein Problem, als Ganzes sollten sie aber wie auch größere Früchte (Beeren) nicht gegeben werden. Die Gefahr sich zu verschlucken, wäre zu groß. Alkoholisches in jeglicher Form ist selbstverständlich tabu. Dazu gehören vor allem auch Lebensmittel, die mit Alkohol zubereitet werden, etwa die Nachspeise Tiramisu.

Heuschnupfen

Hatschi! Schnupfen oder Allergie?

Laufende Nase, tränende Augen,… bis in den Herbst hinein können auch Allergien hinter Niesattacken stecken.

Sonne am Himmel, laue Lüfte. Da denkt kaum jemand an eine Erkältung. Trotzdem verschwinden Schnupfenviren nie ganz, weshalb man sich in jeder Jahreszeit einen Infekt einfangen kann. Babys allerdings passiert das nicht so häufig. Bis zum fünften Lebensmonat wirkt noch der sogenannte Nestschutz der Mutter. Dabei handelt es sich um Antikörper im Blut, die Krankheitskeime bekämpfen und so eine Erkältung verhindern. Vollständig ist der Schutz aber nicht, schließlich umschwirren uns Abertausende unterschiedlicher Erkältungsviren.

Die Nase läuft

Wenn die Nase des jungen Erdenbürgers läuft und heftiges Niesen einsetzt, beginnen die Sorgen. Meistens verläuft eine Erkältung gerade in wärmeren Jahreszeiten aber komplikationslos. Die Eltern müssen nicht viel dagegen unternehmen. Sicherheitshalber zum Arzt gehen, um die Bronchien abhören zu lassen – das sollte schon sein. Ansonsten reicht es, die austretenden Sekrete wegzuwischen, das Kind bequem zu lagern, so dass es bei Bedarf leichter abhusten kann.

Schleimhäute befeuchten

Wenn die Nase sehr verstopft ist, helfen Kochsalzlösung Kochsalzlösungen. Ein, zwei Tröpfchen davon in jedes Nasenloch sorgen für eine bessere Befeuchtung der Schleimhäute in der Nase, Verkrustungen lösen sich leichter. Mit Hilfe von Absaugpipetten lassen sich Sekrete aus der Nase entfernen. Dabei aber vorsichtig vorgehen, damit es im empfindlichen Innenraum der Nase nicht zu Verletzungen kommt.

Wann zum Arzt

Sind die Schleimhäute stark geschwollen, nutzen solche Pipetten nichts. Dann heißt es abwarten und dem Kind viel zu trinken geben. Bekommt es Fieber, auf jeden Fall noch mal zum Kinderarzt gehen, um weiter gehende Infektionen etwa in den Bronchien, Nasennebenhöhlen oder Mittelohrentzündungen rechtzeitig zu erkennen. Bei einer Mittelohrentzündung klagt das Kind ohnehin über starke Schmerzen und braucht sehr schnell eine Behandlung.

Was aber, wenn es gar keine Erkältung ist?

Solange die Pflanzenblüte nicht zu Ende ist, schweben viele Pollen in der Luft – unter anderem Gräserpollen, auf die besonders viele Menschen allergisch reagieren, das dauert bis in den Herbst hnein. Das löst dann schnupfenähnliche Symptome aus. Die Nase läuft, die Schleimhäute sind angeschwollen. Auch Asthma kann auftreten. Bei einer Pollenallergie sind fast immer aber auch die Augen gerötet und jucken, Husten stellt sich nur selten ein. Das unterscheidet einen Heuschnupfen von einer Erkältung. Der Kinderarzt kann das genau ermitteln. Bei Babys tritt eine Pollenallergie allerdings nur selten auf, weil ihr Immunsystem in der Regel noch nicht ausgereift genug ist, um solch starke Abwehrreaktionen auszulösen. Denn die Symptome eines Heuschnupfens sind die Folge einer übereifrigen Immunabwehr.

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So zeigt sich eine Immunschwäche

Bei Säuglingen und Kleinkindern sind acht bis zwölf Infektionen pro Jahr kein Grund zur Sorge. Auch Schulkinder können bis zu achtmal im Jahr eine Erkältung haben, ohne dass sie unter einer Immunschwäche leiden. „Wenn diese aber sehr lang anhalten und häufig mit Komplikationen verbunden sind, sollten Eltern mit dem Kinder- und Jugendarzt darüber sprechen“, rät Dr. Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Auch wenn Nebenhöhlenentzündungen, Ohrentzündungen oder Durchfall wiederholt auftreten und langwierig sind, kann dies ein Hinweis auf eine Immunschwäche sein.

Folgende Warnzeichen können bei Kindern auf einen Immundefekt hindeuten;

  • Zwei oder mehrere Lungenentzündungen innerhalb eines Jahres.
  • 4 oder mehr Infektionen im Ohr innerhalb eines Jahres.
  • Belegte Zunge oder Entzündung der Schleimhäute über einen längeren Zeitraum und hartnäckige Pilzbeläge im Mund.
  • Unzureichende Gewichtszunahme oder Beeinträchtigungen im Wachstum.
  • Vorbelastung durch primäre Immunmangel-Erkrankungen in der Familie.
  • Notwendigkeit einer Antibiotikabehandlung (Infusion) zur Bekämpfung von Infektionen.
  • Antibiotikagaben über 2 Monate oder länger ohne erkennbaren Erfolg.
  • Zwei oder mehrere ernsthafte Entzündungen der Nebenhöhlen innerhalb eines Jahres.
  • Häufig auftretende und tiefsitzende Haut- oder Organabszesse sowie hartnäckige Pilzbeläge auf der Haut oder den Nägeln.
  • Zwei oder mehrere innere Infektionen (z. B. Hirnhautentzündung), einschließlich Sepsis (Blutvergiftung).

Weiterhin können in Zusammenhang mit Immundefekten Impfkomplikationen bei Lebendimpfungen stehen. Auch wiederkehrende, ausgedehnte Infektionen des Organismus mit sogenannten atypischen Mykobakterien sind möglicherweise ein Hinweis. Speziell bei Säuglingen kann eine unklare chronische Rötung am ganzen Körper, insbesondere an Handflächen und Fußsohlen, ein Hinweis auf einen Immundefekt sein.

„Insgesamt sollten Eltern nicht vergessen, dass Immundefekte sehr selten sind“. so Dr. Pegeler. Schätzungen gehen hierzulande davon aus, dass 1 Mensch unter 34.000 einen Immundefekt aufweist. Die vermehrte Häufigkeit von unkomplizierten viralen Infektionen ist kein Hinweis, insbesondere dann nicht, wenn das Kind in einer Kindertageseinrichtung betreut wird. Ernster zu nehmen sind übermäßig häufige bakterielle Infekte. Immundefekte weisen zudem in der Regel besondere, „atypische“ Verläufe bei sonst in der Regel harmlosen Infektionen auf und neigen dazu, chronisch zu werden. „Diese gilt es zu erkennen und mit dem Kinder- und Jugendarzt zu besprechen“, so Dr. Fegeler.