Category : News

Babys ein gesundes Ernährungsverhalten beibringen

Schmeckt gut und ist gesund!

Eltern stellen die Weichen für ein gesundes Ernährungsverhalten. Aber das Essen sollte natürlich auch gut schmecken, damit der Nachwuchs Appetit auf gesundes Essen bekommt. Hier einige Anregungen auf der Grundlage der AID-Kinderpyramide

Trinken

Kinder benötigen am Tag etwa 1 Liter Flüssigkeit. Eine wichtige Quelle für die Kleinen ist und bleibt Milch. Diese enthält viele Vitamine und Mineralstoffe, ist aber auch sehr nährstoffreich und gilt deshalb eigentlich als Lebensmittel. Da Kinder die Abwechslung lieben, sollte man über den Tag verteilt 5-6 Gläser unterschiedlicher Getränke anbieten. Wasser gehört auf jeden Fall dazu, auch Tee und Fruchtsäfte, gerne frisch gepresst und deshalb frei von zusätzlichem Zucker. Diese kann man wegen der Kalorien und des Fruchtzuckers am besten mit Wasser verdünnen.

Kohlenhydrate

Getreide ist nach Ernährungsempfehlungen aller Experten die Basis einer gesunden, ausgewogenen Kinderernährung. Für Kleinkinder heißt das: 5 Getreidemahlzeiten pro Tag. Idealerweise aus Vollkorn. Als Brot werden Roggen – und Roggenmischbrot empfohlen, möglichst fein gemahlen. Reis, Kartoffeln und Nudeln steuern ebenfalls viele Kohlenhydrate zur Kinderernährung bei. Da Nudeln bei vielen Kindern erfahrungsgemäß besonders gut ankommen, sollte man die Kleinen von Anfang an auch an den guten Geschmack von Kartoffeln und Reis heranführen. In den Tag startet der Nachwuchs gut mit einem Müsli. Die Mischung von Haferflocken und frischem Obst versorgt die kleinen Abenteurer mit vollen Energiespeichern.

Obst und Gemüse

Ernährungsexperten empfehlen heute Geschmacksvielfalt von Anfang an. Bieten Sie Ihrem Nachwuchs also nicht nur den bekannt gesunden Apfel an, sondern auch andere Fruchtsorten. Je nach Jahreszeit ist das Angebot an Birnen, Beeren, Bananen, Kiwis, Pfirsichen oder Kiwis mal größer und mal kleiner. Im Winter kann man durchaus zu importierter Ware greifen. In manchen Gemüsesorten stecken übrigens mehr Vitamine und Mineralstoffe als in vielen Obstsorten. Roh oder gekocht? Beides wird für eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung empfohlen. Roh schmecken Karotten, Gurken, Kohlrabi und Tomaten manchem Kleinkind besser als gekocht oder gebraten. Lassen Sie Ihr Kind einfach probieren. Je früher es eine geschmackliche Vielfalt schätzen lernt, desto besser für sein ganzes Leben.

Eiweiß

Insgesamt empfiehlt die AID-Kinderpyramide vier Portionen aus der Gruppe der eiweißhaltigen Lebensmittel. Drei davon entfallen auf Milch und Milchprodukte. Sie steuern mit ihrem hohen Gehalt an Kalzium einen wichtigen Mineralstoff für ein gesundes Knochenwachstum bei. Achten Sie aber auf den Fettgehalt. Bleibt noch eine Portion offen. Hier kann man wählen zwischen Ei, Fisch und Fleisch, schonend gegart. Da ein Zuviel an Eiweiß die kindlichen Nieren überfordern kann, sollten diese Lebensmittel achtsam angeboten werden. Auch bei Wurst und Käse gilt Zurückhaltung.

Gemeinsame Mahlzeiten sind wichtig

In der Hektik des Alltags fällt es manchmal schwer, Zeit für gemeinsame Mahlzeiten zu finden. Dabei ist das gemeinsame Essen ganz wichtig. Am Esstisch darf gegessen, gelacht und, wenn es nötig ist, auch gestritten werden. Das schafft Verbundenheit. Eine familienorientierte, ritualisierte Esskultur ist außerdem Grundstein für gesunde, regelmäßige Essgewohnheiten im späteren Leben.

Das kann ich schon!

Das hören Eltern oft und nicht unbedingt gerne. Zur Freude über den aktiven Nachwuchs gesellt sich die Sorge: Ist es nicht zu gefährlich, wenn mein Kind ein Messer in die Hand nehmen will? Aber diese Sorgen sind meistens unbegründet. Wenn es auf das Kindergartenalter zugeht, ist der Nachwuchs schon ganz schön pfiffig und geschickt im Umgang mit Küchenutensilien, Obst und Gemüse. Schließlich schauen die Kleinen ganz genau hin, was Mama und Papa in der Küche so anstellen. Trauen Sie Ihrem Kind also ruhig etwas zu. Anfangs ist es vielleicht noch eine Herausforderung, wenn die willigen Helfer Obst und Gemüse einfach nur herbeiholen sollen. Aber bald können sie es waschen, putzen und dann auch schneiden. Den Tisch decken und abräumen lernen die Kleinen auch ganz schnell. Erfolgserlebnisse sind wichtig für die Entwicklung. Da sollte man es auch in Kauf nehmen, dass schon mal eine Tasse oder ein Teller zu Bruch geht.

Noch mehr Tipps

1 Als Portion gilt, was auf bzw. in eine Kinderhand passt.

2 Je natürlicher ein Lebensmittel, desto weniger Zusatzstoffe. Das reduziert die Allergiegefahr.

3 Bieten Sie Ihrem Nachwuchs von Anfang an eine geschmackliche Vielfalt an. Und wenn etwas nicht auf Anhieb schmeckt, ruhig öfter anbieten.

4 Nichts gegen Pizza, Pommes und andere Fertiggerichte, aber nur in Maßen. Sie enthalten viele unnötige Zusatzstoffe, zu viel Salz, zu viel Zucker und zu viel Fett.

5 Wenn Sie Ihren Nachwuchs vegetarisch ernähren mochten, sollten Sie stattdessen viele Vollkornprodukte und Nüsse auf den Tisch bringen. Und insgesamt für eine ausgewogene Ernährung sorgen.

Urvertrauen

Alles wird gut

Je positiver unsere frühkindlichen Bindungserfahrungen sind, umso stärker sind wir im Leben. Deshalb ist es so wichtig, dass Eltern ihrem Baby Urvertrauen und Sicherheit mit auf den Weg geben

Kind sein in diesen Zeiten ist nicht leicht.


Die Kleinen von heute durchlaufen einen anstrengenden Sozialisationsprozess in einer Welt der unbegrenzten Möglichkeiten. Das Leben ist ein wunderbares aber auch nie ganz berechenbares Abenteuer – auf lange Sicht gespickt mit schönen und weniger schönen Spielarten des Schicksals. Wie wird man am besten mit den Stürmen des Lebens fertig?

Der britische Kinderpsychiater John Bowlby hat als erster die Bedeutung der Bindung für unsere seelische und soziale Entwicklung erkannt und die Bindungstheorie formuliert. „Resilienz!“, sagt auch die Psychologin Dr. Doris Wolf aus Mannheim. Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Widerstandsfähigkeit. „Um resilient zu werden, brauchen Kinder positive Bindungserfahrungen“, weiß die Expertin. „Unsere frühesten Bindungserfahrungen stellen wichtige Weichen für unser Leben. Eine warmherzige enge und zuverlässige Beziehung zu unseren Eltern oder einer nahen Bezugsperson ist unerlässlich, um ein positives Selbstwertgefühl und ein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln zu können.“

Ein Gefühl von Sicherheit

Warum gerade unsere frühesten Erfahrungen relevant sind, liegt auf der Hand: In den ersten Lebensmonaten befinden wir uns in einem Zustand vollkommener Abhängigkeit von der Fürsorge anderer Menschen. Die einzige Möglichkeit, auf sich und die eigenen Bedürfnisse aufmerksam zu machen ist zunächst Weinen. Je schneller und liebevoller ein Kind Reaktion hierauf erfährt, umso leichter fällt es ihm, Urvertrauen zu entwickeln: Ein Gefühl von Sicherheit gepaart mit einer von Zuversicht prägt schon jetzt die zukünftige Lebenshaltung: „Es wird sich alles zum Guten wenden.“

Reagieren Eltern nicht oder nur verzögert auf das Weinen des Kindes, bedeutet das eine nachhaltige Erfahrung von Hilflosigkeit und Ohnmacht, einer häufigen Grundlage für pathologische seelische Entwicklungen. „Die Folgen dieser Erfahrung sind, dass das Kind in bedrohlichen Situationen schneller aus dem Gleichgewicht gerät, mehr Stresshormone ausgeschüttet werden und es länger braucht, bis es sich beruhigt hat. Es entwickelt die Grundhaltung: Ich bin nicht liebenswert. Meine Wünsche stoßen auf Ablehnung“, erklärt Dr. Wolf.

4 fundamentale Tipps für eine sichere Bindung

Ausgiebig schmusen! Intensiver Körperkontakt vermittelt gerade in den ersten Lebensmonaten das Gefühl des Beschützt – Seins.

Umgehend und liebevoll regieren! Lassen Sie Ihr Baby nicht lange weinen. Je schneller Eltern Ihr Baby in die Arme nehmen und liebevoll streicheln, desto stärker die Wirkung.

Zuverlässig agieren! Eindeutigkeit des Handelns ist eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung von Resilienz. Das Kind erlebt eine Bezugsperson, die auf seine Signale mal liebevoll und mal abweisend reagiert, als extrem verunsichernd.

Trösten und beruhigen! Babys Signale sind nicht immer eindeutig. Trost und Beruhigung zeigen einem weinenden, unruhigen Baby, dass Mama und Papa zur Stelle sind, wenn es Hilfe braucht.

Was tun, wenn die Bindung der Eltern zu den eigenen Eltern problematisch war?

Endlich ist das Wunschbaby da, aber Sie haben Probleme, ihrem Kind die Liebe und Zärtlichkeit zu geben, die es offensichtlich braucht und die Sie so gerne geben möchten? Viele Menschen haben in ihrer eigenen Kindheit kein Urvertrauen aufbauen können, und das macht sich im Umgang mit dem eigenen Nachwuchs bemerkbar. Zwar können wir frühkindliche Bindungserfahrungen nicht löschen, aber wir uns jederzeit neu ausrichten und positive Erfahrungen mit anderen Menschen sammeln. Außerdem können wir unsere Einstellung zu uns selbst verändern. Häufig gelingt es, mit Hilfe einer Therapie das Verhältnis zu den eigenen Eltern neu zu gestalten und Abstand von den eigenen Verletzungen zu gewinnen.

Die Psychologin Dr. Doris Wolf empfiehlt Eltern: Mehr Infos unter www.psychotipps.com

224343_original_R_K_B_by_RainerSturm_pixelio.de

Wenn zu wenig Tränen fließen

Ein blockierter Tränengang tritt häufig beim Baby auf. In den meisten Fällen öffnet er sich von alleine oder mit Massage. Wenn aber keine Besserung in den ersten sechs bis zwölf Monaten erfolgt, kann u.a. eine Spülung oder Sondierung des Tränenwegs erforderlich sein.

Je häufiger Entzündungen auftreten, desto eher kann ein Eingriff sinnvoll sein. Länger bestehende Störungen des Tränenflusses bergen neben möglichen Augenschäden durch Infektionen zudem das Risiko, dass das betroffene Auge eine Schwachsichtigkeit entwickelt. „Durch eine tägliche Massage des Tränensacks können Eltern die Öffnung des Tränenkanals fördern. Dabei sollten sie etwa drei- bis viermal täglich etwa zehnmal mit der Fingerkuppe des kleinen oder des Zeigefingers oder mit einem Wattestäbchen vom inneren Lidwinkel mit leichten Druck eine ausstreichende Bewegung zur Nase hin machen“, rät Dr. Monika Niehaus vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. „Am besten lassen sich Eltern die Massagetechnik vom Kinder- oder Augenarzt zeigen. Zum Beseitigen von Krusten um das Auge sollten Eltern saubere Wattebällchen benutzen, die sie in warmes Wasser getaucht haben. Es empfiehlt sich, die Augen von innen – nahe der Nase – nach außen zu säubern“, so Dr. Niehaus. Antibiotische Augentropfen verschreibt der Arzt eventuell bei Entzündungen.

Tränen halten die Augen gesund

Tränen helfen, die Augen gesund zu halten, indem sie sie befeuchten und mit Sauerstoff versorgen. Sie schützen die Augen, indem sie ihre Oberfläche mit natürlichen Antibiotika beschichten und irritierende oder schädliche Substanzen wegwaschen. Reibt sich das Baby ständig die Augen, tränen die Augen übermäßig oder entwickeln einen Ausfluss, sind die Augen oder Wimpern nach dem Schlafen verklebt, die Tränensäcke geschwollen, können dies Hinweise auf einen verstopften Tränengang sein. Dann sind meist die Tränenkanäle noch nicht voll entwickelt oder zu eng. Bemerken Eltern Probleme am Auge, sollte ein Kinder- und Jugendarzt bzw. auf Kinder spezialisierter Augenarzt das Baby gründlich untersuchen, um sicherzustellen, dass keine anderen Ursachen vorliegen, etwa eine Bindehautentzündung.

Etwa 70 Prozent der Säuglinge kommen mit blockiertem Tränengang zur Welt, doch bei den meisten öffnet er sich unbemerkt bis zur vierten Lebenswoche.

509447_original_R_by_Helene Souza_pixelio.de

Mit dem Säugling ins Flugzeug?

Ein bis zu sechs Wochen alter Säugling sollte nur in Ausnahmefällen ins Flugzeug, da seine Lunge eventuell noch nicht vollständig entwickelt ist. „Auch wenn ein Baby unter chronischen Herz- oder Lungenproblemen oder einem Atemwegsinfekt leidet, sollte es nur nach Konsultation des Kinder- und Jugendarztes fliegen. Denn in der Kabine ist die Sauerstoffsättigung geringer als auf dem Boden“, sagt Prof. Hans-Jürgen Nentwich vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Aber auch Kleinkinder bis zum Vorschulalter sind durch Flüge hochbelastet wegen Druck- und Sauerstoffschwankungen, sehr lauten Geräuschen und Änderung des Schlafrhythmus.

Druckausgleich funktioniert noch nicht richtig

Hat ein Kind zwei Wochen vor der Flugreise eine Ohrinfektion oder Ohroperation durchgemacht, sollten Eltern ebenso die Flugfähigkeit mit ihrem Kinderarzt oder einem auf Kinder spezialisierten HNO-Arzt abklären. „Bei kleinen Kindern funktioniert der Druckausgleich über die eustachische Röhre noch nicht wie bei Erwachsenen. Sind die Gehörgänge nicht frei, gelingt dies schwer. Das kann starke Schmerzen verursachen und im Extremfall auch ein sogenanntes Barotrauma mit Verletzung des Trommelfells zur Folge haben“, so Prof. Nentwich. Gesunde kleine Kinder können nur durch ständiges Schlucken den Druck verringern. Säuglinge und Kleinkinder sollten beim Steig- und beim Sinkflug (Starten und Landen) nicht schlafen und in kurzen Abständen etwas zu trinken bekommen. Bei älteren Kindern kann ein Bonbon oder Kaugummi den Druckausgleich im Mittelohr erleichtern. Bei Bedarf kann der Kinder- und Jugendarzt bzw. der HNO-Arzt ein abschwellendes Nasenspray empfehlen.

Fernreisen mit Langstreckenflügen sind im Trend, doch sind tropische Ziele für kleine Kinder meist eine Herausforderung. Sie reagieren empfindlich auf veränderte Tagesabläufe, ungewohnte Nahrungsmittel, Hitze und Flüssigkeitsverluste. Ihre Körperkerntemperatur steigt im Vergleich zu Erwachsenen schneller an, und ihr Körper kann sich weniger gut selbst abkühlen. Für Kinder mit chronischen Krankheiten sind Reisen in tropische Länder darüber hinaus oft mit einer Verschlimmerung ihres Leidens verbunden. Darauf macht eine französische Studie aufmerksam.

730520_original_R_K_B_by_schenzelarts_pixelio.de

Immunhelfer von der Mutter

Babys kommen mit einem unreifen Immunsystem auf die Welt. Wissenschaftler nahmen bisher an, das Neugeborene beginne erst nach der Geburt mit der Anpassung an die vielen Bakterien seiner eigenen Darmflora. Schweizer Forscher haben nun an Mäusen herausgefunden, dass die Darmflora der Mutter bereits während der Schwangerschaft Babys für die mikrobielle Besiedlung nach der Geburt vorbereitet.

Bei der Geburt wechselt das Baby von der sterilen, geschützten Umgebung der Gebärmutter in eine Welt, in der es von Bakterien nur so wimmelt. Rasch nach der Geburt besiedeln Mikroorganismen alle Körperoberflächen. Schon nach wenigen Tagen befinden sich im Darm zehnmal so viele Bakterien wie Zellen im ganzen Körper.

Neugeborene Babys überleben diese plötzliche Welle von eindringenden Bakterien im Normalfall ohne Probleme. Doch noch immer sterben weltweit jährlich über sechs Millionen Kinder unter fünf Jahren, die meisten von ihnen in Folge von Darminfektionen und Mangelernährung. Das größte Problem nach der Geburt: Der Darm muss mit Mikroben besiedelt werden, ohne das Neugeborene zu infizieren, ohne eine starke Immunreaktion zu bewirken und ohne die Darm-Kapazität zur Aufnahme von Nährstoffen einzuschränken.

Ungefährliche Moleküle aus dem Darm

Die Forscher zeigen in ihrer aktuellen Arbeit, dass Moleküle der Bakterien, die im mütterlichen Darm leben, in den Körper der Mutter eindringen können. Sie werden über Antikörper, die in der Muttermilch enthalten sind, an das Kind weitergegeben. Diese bakteriellen Bestandteile sind ungefährlich, sie rufen keine Infektion hervor. Stattdessen stimulieren sie Zellen im Körper des Babys und wappnen dessen Immunsystem und Darm für den Moment nach der Geburt, wenn das Neugeborene selbst mit lebenden Bakterien im eigenen Darm umgehen muss.

„Für diese Arbeit haben wir Bakterien untersucht, die keine Krankheit verursachen. Aber mit großer Wahrscheinlichkeit gelten die Ergebnisse auch für gefährliche Krankheitserreger, gegen die sich das Neugeborene dann dank vorbereitetem Immunsystem besser wehren kann“, sagt Mathias Heikenwälder, einer der Studienleiter.

Hendrik_Schwarzin

Tipps bei Neurodermitis

Entzündete Hautstellen und ein fast ständiger Juckreiz: Die häufigsten Symptome der Neurodermitis sind quälend und treffen ausgerechnet Babys und Kleinkinder besonders häufig. Die Hauterkrankung beeinträchtigt den Alltag der Familien enorm und sollte daher so früh und so wirksam wie möglich behandelt werden. Dabei gilt es einiges zu beachten.

Neurodermitis früh erkennen

Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die in Schüben verläuft. Erste Symptome zeigen sich oft schon in den ersten Lebensmonaten. Bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum Ende des zweiten Lebensjahres treten die juckenden Hautveränderungen vor allem im Gesicht auf, aber auch an Oberkopf, Nacken, Rumpf und den Außenseiten der Arme und Beine. Im Vordergrund der Erkrankung steht der sehr starke Juckreiz, der die Kinder nicht zur Ruhe kommen lässt. Daher ist es wichtig, dass Eltern schon beim ersten Verdacht auf Neurodermitis einen auf Hautkrankheiten spezialisierten Kinderarzt  oder Hautarzt aufsuchen und eine angemessene Behandlung beginnen.

Wichtig ist das tägliche Eincremen mit einer pflegenden Basistherapie, um den Mangel an Fett und Feuchtigkeit auszugleichen. Im Fall eines Ekzemschubs muss zusätzlich eine antientzündliche Behandlung erfolgen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Haut bis ins Kleinkindalter hinein noch besonders dünn, empfindlich und somit anfällig für Nebenwirkungen ist. Daher werden Mittel mit Kortison, die beim akuten Schub sehr wirksam sind, vor allem bei sehr jungen Patienten nur in den ersten Tagen eingesetzt. Zur Weiterbehandlung empfehlen Ärzte so genannte Calcineurininhibitoren. Diese hemmen die Entzündung gezielt. und dürfen auch über einen längeren Zeitraum eingesetzt werden.

Eine Neurodermitis ist unberechenbar und kann immer wieder aufflammen. Die bekanntesten Auslöser für einen Schub sind Zigarettenrauch, Allergene, extreme Temperaturen, kratzende Kleidung und Stress. Praktische Tipps sowie Informationen zur Behandlung der Neurodermitis enthält die Broschüre „Neurodermitis – Grundlagen für eine erfolgreiche Behandlung“. Sie wurde mit finanzieller Unterstützung der LEO Pharma GmbH realisiert und kann kostenfrei postalisch oder im Internet angefordert werden: Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-neurodermitis-therapie.de.

103852_original_R_by_pariah083_pixelio.de

Vorsicht bei zu niedriger Körpertemperatur

Eltern sollten den Kinder- und Jugendarzt aufsuchen, wenn ihr Baby eine niedrigere Temperatur hat, die nicht ansteigt, auch nachdem sie das Kind wärmer angezogen haben oder die Raumtemperatur erhöht haben. „Neben einer kalten Umgebung können auch Stoffwechselprobleme wie Unterzuckerung, oder Atemnot zu einer erniedrigten Körpertemperatur führen“, sagt Dr. Monika Niehaus vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). In sehr seltenen Fällen können schwerwiegende Infektionen von einer sinkenden Körpertemperatur begleitet sein, wie eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis). Diese Krankheiten können bei Säuglingen manchmal Fieber verursachen, in anderen Fällen führen sie gelegentlich aber auch zu einer erniedrigten Körpertemperatur. Sowohl Meningitis als auch Sepsis sind schwere, lebensbedrohliche Infektionen. „Eltern sollten sofort medizinische Hilfe holen, wenn ihr Baby eine zu niedrige oder hohe Körpertemperatur mit einer blassen, feuchten, fleckigen Haut und eventuell mit einem Hautausschlag entwickelt, sich das Baby schlecht füttern lässt, lethargisch wirkt, schnell atmet sowie kalte Hände und Füße hat“, warnt Dr. Niehaus.

Je jünger ein Kind, desto geringer ist seine Fähigkeit, seine Körpertemperatur zu regulieren

Neugeborene und insbesondere Frühgeborene reagieren besonders empfindlich auf Kälte. Ein entkleidetes Neugeborenes bei 23°C Zimmertemperatur entspricht einem entkleideten Erwachsenen bei 1°C. Säuglinge haben eine relativ große Körperoberfläche im Verhältnis zur Körpermasse. Sie besitzen wenig Unterhautfettgewebe, das isolierend wirkt, und sie können noch nicht richtig zittern, um Wärme zu erzeugen. Die sogenannte Thermoregulation verbessert sich zwar schnell in den ersten Lebensmonaten, aber Babys kühlen immer noch schneller aus als ältere Kinder oder Erwachsene.

„Eltern messen bei Auffälligkeiten am besten mehrmals über den Tag verteilt die Temperatur bei ihrem gesunden Baby. Dabei sollten sie immer die gleiche Methode wählen. Am exaktesten ist die rektale Temperaturmessung, das heißt über den Darmausgang. So bekommen Eltern ein Gefühl für die Körpertemperatur ihres Kindes“, empfiehlt Dr. Niehaus. Dabei können Eltern auch feststellen, dass je nach Aktivität (Bewegung lässt Temperatur steigen), Umgebungstemperatur und Tageszeit die Körpertemperatur um bis zu 0,5° C schwanken kann, wobei die Temperatur am Abend höher ist als am Morgen.

Abwehr stärken

Das fördert die Abwehrkräfte

Mamas Antikörper schützen das Neugeborene vor Krankheiten. Schnell aber bildet sich beim Baby ein eigenes Immunsystem. Wie es gestärkt werden kann.

Rosig und propper liegt es in seinem Bettchen: Ein gesundes Baby freut die Eltern, aber eigentlich ist das etwas ganz Natürliches. Denn schon im Mutterleib profitiert das Ungeborene vom Immunsystem seiner Mama, und diesen „Nestschutz“ übernimmt es nach der Geburt. Für einige Monate ist es nun weitgehend sicher vor Krankheitskeimen, denn Mamas Antikörper wehren alle gängigen Erreger ab. Gleichzeitig bildet es rasant ein eigenes Immunsystem aus.

Natürliche Abwehrschwäche

Allerdings kommt es Monate nach der Geburt zu einer Art natürlicher Abwehrschwäche. Denn der Nestschutz der Mutter wirkt nun nicht mehr, die körpereigenen Immunkräfte sind noch nicht auf der Höhe. Tatsächlich dauert es einige Jahre, bis ein kindliches Immunsystem ausgereift ist, sprich: gegen die am häufigsten vorkommenden Keime Antikörper hergestellt hat, die es vor Krankheiten bewahren.

Erreger haben noch leichtes Spiel

Sobald das Baby daher häufiger Kontakt hat etwa zu anderen Kindern wie Geschwistern oder Babys in der Krabbelgruppe, fängt es sich leicht mal einen Schnupfen ein. Auch Magen-Darminfekte, Husten oder Mittelohr-Entzündungen nehmen jetzt zu. Die Erreger haben noch leichtes Spiel, können das Immunsystem ohne Mühe austricksen. Das ist zum Teil von der Natur auch so erwünscht.

Lernen, zu unterscheiden

Eine Studie der Unis Hannover, Münster und Bonn hat gezeigt, dass ein zu starkes Immunsystem fürs Baby gefährlich wäre. Es würde sich dann auf zu viele Keime gleichzeitig stürzen, was schwere Entzündungsreaktionen auslösen könnte. Außerdem müssen die Abwehrkräfte lernen, harmlose von bedrohlichen Keimen zu unterscheiden. Das Immunsystem wird durch dieses Training mit jedem Tag schlauer. Deshalb sollten sich die Eltern keine Sorgen machen, wenn Babys Nase läuft oder andere Infekte auftreten. Schützen können sie es vor den Keimen ohnehin nicht. Das wäre auch nicht gut fürs Kind.

Trainingseffekt

Mediziner raten strikt davon ab, etwa Desinfektionsmittel in der Umgebung des Babys anzuwenden – außer wenn sich wirklich gefährliche Erreger in der Familie ausbreiten. Das Baby von anderen Kindern fernzuhalten, ist ebenfalls keine gute Idee. Denn durch den Kontakt mit anderen Menschen verstärkt sich der Trainingseffekt fürs Immunsystem. Wenn das Kind später in eine Kita kommt, gerät es wiederum mit einer Fülle neuer Keime in Kontakt.

Das führt fast zwangsläufig zu Infektionen, die aber ihren Sinn haben. Auch sie sorgen dafür, dass die Immunkräfte des Kindes immer ausgereifter und schlagkräftiger werden. Kann ich dem Immunschutz meines Babys zusätzlich auf die Sprünge helfen? Ja, über die Ernährung. In den ersten Monaten ist die Muttermilch sehr hilfreich. Sie enthält sogenannte Preobiotika. Das sind Zuckermoleküle, die die Entstehung einer gesunden Darmflora fördern.

Produzenten von Antikörpern

Der Darm gehört zu den wichtigsten Produzenten von Antikörpern. Ab dem sechsten Lebensmonat erhält das Baby außerdem Beikost. Ist sie gesund und ausgewogen, sorgen ihre Vitalstoffe und kräftigenden Substanzen für eine weitere Stärkung der Abwehrkräfte. Außerdem: keine Angst vor kühlen Winden.

Ein Baby oder Kleinkind sollte auch bei schlechterem Wetter vor die Tür kommen. Möglichst einmal am Tag eine Runde mit dem Kinderwagen drehen. Auch die wechselnden Temperaturen draußen sind ein gutes Training gegen Krankheiten.

362530_original_R_K_by_Ingo Döring_pixelio.de

Richtig stillen – so geht’s

Stillen bietet für Säuglinge und Mütter viele Vorteile: Mit der Muttermilch erhält das Baby alle wichtigen Nährstoffe in der richtigen Qualität und Menge, die es für eine gesunde Entwicklung braucht.

Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, betont: „Muttermilch enthält besondere Abwehr- und Schutzstoffe, die ein Kind vor Krankheiten schützen können. Und sie verhindert auch, dass das Baby überernährt wird. Sie ist zu jeder Zeit und an jedem Ort verfügbar, hat immer die richtige Temperatur, ist hygienisch einwandfrei – und dabei kostenlos. Stillen gelingt dann am besten, wenn sich sowohl Mutter als auch Kind dabei wohlfühlen. Mit praktischen Tipps wollen wir Mütter darin bestärken, ihr Kind zu stillen.“

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt folgende Empfehlungen                    zur Stillzeit:

  • Stillende sollten sich anfangs einen ruhigen Ort suchen, an dem sie sich wohl fühlen und sich ganz auf ihr Baby konzentrieren können.
  • Bei allem Neuen sollten sie Vertrauen zu sich und ihren Möglichkeiten als Mutter haben.
  • Mütter sollten sich und ihr Baby als Team für gute gemeinsame Zeiten sehen.
  • Die Unterstützung des Partners oder der Partnerin ist von unschätzbarem Wert.
  • Stillende sollten sich mit anderen Müttern zusammen tun, um sich gegenseitig zu unterstützen, nicht nur beim Stillen.
  • Auch wenn es nicht immer einfach ist – die Mutter sollte zwischendurch auch immer wieder Ruhepausen für sich selbst finden.
  • Eine gesunde und ausgewogene Ernährung der Mutter dient sowohl dem Säugling als auch dem Wohlbefinden der Stillenden.
  • Für die optimale Ernährung des Säuglings wird das ausschließliche Stillen mindestens bis zum Beginn des fünften Lebensmonats empfohlen. Nach Einführung von Beikost sollte parallel weiter gestillt werden, solange Mutter und Kind es wollen.
  • Während der gesamten Stillzeit sind Alkohol und Rauchen schädlich.

Weiterführende Informationen zum Thema Stillen unter
https://www.kindergesundheit-info.de/themen/ernaehrung/stillen/

805036_original_R_B_by_Tim Reckmann_pixelio.de

Neue Empfehlungen zur Säuglings-Impfung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Empfehlung für die Sechsfachimpfung bei Säuglingen aktualisiert und empfiehlt jetzt das reduzierte „2+1-Impfschema“. Dieses sieht – bei gleich gutem Impfschutz – für die Grundimmunisierung von Säuglingen eine Impfstoffdosis weniger vor als beim bisherigen 3+1 Schema. Die Sechsfach-Impfung schützt gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung, Haemophilus influenzae Typ b und Hepatitis B.

Mit der Reduktion des Impfschemas verfolgt die STIKO die Ziele, den Impfplan zu vereinfachen, Arzttermine für Säugling und Eltern einzusparen und so die Umsetzung der Sechsfachimpfungen für Ärzte und Eltern zu erleichtern. Die verfügbaren Sechsfachimpfstoffe sind für beide Impfschemata zugelassen.

Um einen sicheren Impfschutz zu vermitteln, ist es bei diesem reduzierten Impfschema besonders wichtig, frühzeitig im Alter von 8 Wochen mit der Impfserie der Grundimmunisierung zu beginnen und die folgenden Impfungen zu den empfohlenen Zeitpunkten im Alter von 4 und 11 Monaten durchzuführen. Für einen zuverlässigen Langzeitschutz soll zwischen der 2. und 3. Impfstoffdosis ein Abstand von mindestens 6 Monate eingehalten werden (daher die Bezeichnung „2+1“). Es wird empfohlen, die Impfserie um den ersten Geburtstag abzuschließen, damit die Kleinkinder auch bei frühem frühem Eintritt in den Kindergarten geschützt sind.

Sehr viel weniger Erkrankungen

Die Grundimmunisierung von Säuglingen hat maßgeblich dazu beigetragen, die Zahl der Erkrankungen massiv zurückzudrängen. Auch bei Pertussis (Keuchhusten) ist ein starker Rückgang zu verzeichnen. Dennoch werden jährlich etwa 450 Pertussisfälle bei ungeimpften oder nicht ausreichend geimpften Säuglingen in Deutschland gemeldet.

Oftmals möchten Eltern ihre jungen Säuglinge aus Sorge vor einer Überforderung des Immunsystems möglichst spät impfen. Sie bedenken dabei nicht, dass gerade diese Erkrankungen im jungen Säuglingsalter besonders gefährlich sind und Impfungen den einzig sicheren Schutz bieten.

Impfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten vorbeugenden Maßnahmen, die in der Medizin zur Verfügung stehen. Moderne Impfstoffe sind gut verträglich, schwerwiegende Nebenwirkiungen sehr selten. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Mehrfachimpfstoffe die Immunabwehr überlasten.