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Förderung der MINT-Fächer durch Aktionstag

Tag der kleinen Forscher am 28. Mai 2019

Am „Tag der kleinen Forscher“ 2019, dem bundesweiten Mitmachtag der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“, stehen die kleinen Dinge im Mittelpunkt. Ganz nach dem Motto: „Klein, aber oho!“
Ein Sandkorn ist winzig und trotzdem spüren wir es, wenn wir mit dem Finger darüberstreichen. Ein  Pixel ist ein kaum wahrnehmbarer Punkt, aber viele zusammen formen ein  Bild. Eine Handvoll Waldboden entpuppt sich unter der Forscherlupe als Zusammenspiel unzähliger Kleinstlebewesen!

Der „Tag der kleinen Forscher“ ist ein bundesweiter Mitmachtag für gute frühe Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Er hat das Ziel, Mädchen und Jungen stark für die Zukunft zu machen und zu nachhaltigem Handeln zu befähigen. Er soll Begeisterung für das Forschen wecken. Zahlreiche Initiativen und Entscheiderinnen und Entscheider aus der Politik unterstützen den Aktionstag.

Anlässlich des „Tags der kleinen Forscher“ widmen sich jedes Jahr Tausende Mädchen und Jungen in Kitas, Horten und Grundschulen mit Begeisterung Fragen aus Natur und Technik.

Kitas, Horte und Grundschulen aus ganz Deutschland forschen mit

In diesem Jahr findet der „Tag der kleinen Forscher“ am 28. Mai statt. Inden Wochen davor und danach lädt die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ alle Kitas, Horte und Grundschulen ein, sich zu beteiligen. Sie können das im  im Rahmen eines Forscherfests, einer Projektwoche oder einer besonderen Aktion tun. Darüber hinaus können Familien, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie alle Interessierten die Angebote der Stiftung rund um den Aktionstag kostenfrei nutzen.

Von der „Ausstellung der kleinen Dinge“ bis hin zum Forschungsobjekt „Pusteblume“: Das Aktionsmaterial mit Ideen und Anregungen zum gemeinsamen Forschen und Entdecken können pädagogische Fach- und Lehrkräfte aus Kitas, Horten und Grundschulen ab heute kostenfrei online unter tag-der-kleinen-forscher.de bestellen. Für jede Einrichtung steht ein Aktionspaket kostenfrei zur Verfügung.

„Die Wertschätzung der kleinen Dinge und ein bewusster Umgang mit ihnen sind eine wichtige Voraussetzung für einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit unserer Welt. Das diesjährige Motto inspiriert dazu, gemeinsam mit Kindern die Perspektive zu wechseln und die Bedeutung, den Wert und auch die Wirkung des scheinbar Kleinen zu erkennen“, sagt Michael Fritz, Vorstandsvorsitzender der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“.

Gute Bildung für alle Kinder

Aufmerksames Beobachten, Fragen stellen, Ausprobieren und über Lösungen diskutieren – all das schult die Denkfähigkeit jedes Einzelnen. Dabei kommt den pädagogischen Fach- und Lehrkräften in Kitas, Horten und Grundschulen eine besondere Rolle zu. Sie motivieren und begleiten sie dabei, scheinbar Selbstverständliches kritisch zu hinterfragen. Die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ setzt sich für gute frühe Bildung für alle Kinder ein. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Freude am Forschen und Entdecken. Zum Forschen gehört auch die Offenheit für Neues, die Freude am noch Unbekannten und die Bereitschaft, eigene Vorstellungen in Frage zu stellen.

www.haus-der-kleinen-forscher.de

Quelle:
© „Stiftung Haus der kleinen Forscher/Gregor Eisele“.
Für das Logo und das Key Visual lautet der Copyrightverweis © „Haus der kleinen Forscher“.

Babyschlafsack

Der richtige Babyschlafsack

Ein Babyschlafsack ist in jedem Fall einer Decke vorzuziehen: Das Risiko, dass das Baby mit dem Kopf unter die Decke rutscht und im schlimmsten Fall ersticken könnte, ist einfach zu groß. Doch worauf kommt es bei der Wahl des Schlafsacks an?
Im Interview klärt Hebamme Luzia Kiesl auf.

Welche Schlafsack-Größe ist die richtige für mein Baby?

Luzia Kiesl: „Die Wahl der richtigen Größe ist beim Babyschlafsack besonders wichtig. Denn ist dieser zu klein, hat das Baby zu wenig Bewegungsfreiheit. Bei zu großen Schlafsäcken besteht hingegen die Gefahr, dass sich das Kind darin verwickelt. Darüber hinaus kann ein großer Babyschlafsack zu Wärmeverlust führen. Besonders wichtig ist, dass die Halsöffnung auf gar keinen Fall größer sein darf als der Kopfumfang des Babys, da es sonst in den Schlafsack hineinrutschen kann.

Generell gilt für die Babyschlafsack-Größe: Der Nachwuchs muss aus dem passenden Schlafsack herauswachsen. Wächst Ihr Baby in den Schlafsack hinein, dann ist dieser zu groß! Die Faustregel, die ich allen Müttern nenne ist, dass der Abstand zwischen dem Nacken des Nachwuchses und dem Halsausschnitt des Schlafsacks circa einer Fingerbreite entsprechen sollte.“

Auf welches Material sollten Eltern beim Babyschlafsack zurückgreifen?

Luzia Kiesl: „Babyschlafsäcke gibt es in ganz unterschiedlichen Materialien, wie beispielsweise Baumwolle oder Fleece zu kaufen. Für ein besonders trockenes und gesundes Schlafklima sorgen Schlafsäcke, die aus TENCEL® Naturfasern in Kombination mit Polyester gefertigt sind. Denn TENCEL® Fasern vereinen die Vorzüge vieler Materialien und nehmen deutlich mehr Feuchtigkeit auf als Baumwolle.“

Worauf ist bei der Belüftung eines Babyschlafsacks zu achten?

Luzia Kiesl: „Die Überhitzung des Schlafraumes sowie Wärmestau im Babybett sollten als potentielle Risikofaktoren unbedingt vermieden werden. Ein „atmender“ Schlafsack ist neben einer luftdurchlässigen Matratze deshalb unerlässlich. Zwei Belüftungsschlitze am Babyschlafsack garantieren eine zusätzliche Regulierbarkeit der Temperatur. Durch die ausreichende Belüftung wird Wärmestau zuverlässig vermieden.“

Und worauf kommt es in Sachen Verarbeitung an?

Luzia Kiesl: „Beim Kauf eines Babyschlafsacks sollte Eltern auf höchste Qualität und eine optimale Verarbeitung achten. Ich rate stets dazu Druckknöpfe normalen Knöpfen vorzuziehen, da diese nicht verschluckt werden und zudem nicht selbst vom Nachwuchs geöffnet werden können. Darüber hinaus sollten unnötige Bändchen und Schnüre am Babyschlafsack vermieden werden. Aus meiner Sicht unerlässlich ist ein Reißverschluss mit Feststellmechanismus, damit sich das Baby nicht einklemmt oder den Reißverschluss von selbst öffnen kann.“

Worauf gilt es Hinsichtlich der Funktionalität zu achten?

Luzia Kiesl: „Viele Babyschlafsäcke punkten zwar mit einem tollen Design, können in Sachen Funktionalität aber leider nicht überzeugen – dabei kommt es gerade darauf an. Eltern sollten zu einem Produkt mit einem Rundumreißverschluss greife, da dieser ein einfaches Wickeln sowie An- und Ausziehen ermöglicht! Besonders praktisch und kostensparend ist außerdem ein Modell, das mitwächst. Wie der LIEBMICH Babyschlafsack sind diese Schlafsäcke durch Druckknöpfe an den Trägern verstellbar und versprechen einen längerfristigen Gebrauch.“

Quelle:
Träumeland GmbH – der Baby- und Kindermatratzenspezialist für gesunden Schlaf
www.traeumeland.com

7 Tipps bei Milchstau

Milchstau – 7 Tipps, die helfen

Alles klappte perfekt – der Milcheinschuss kam direkt nach der Geburt, der kleine Liebling nuckelte von Anfang an begeistert, das Stillen war kein Problem. Doch eines Morgens schmerzt die Brust, ist prall, heiß und gerötet. Was ist das? Ein Milchstau – schmerzhaft, aber zunächst harmlos. So löst er sich auf.

Ans Stillen mag die Mutter gar nicht denken, viel zu empfindlich sind die Brustwarzen und leichtes Fieber trägt auch nicht zur besten Verfassung bei. Ein Milchstau trifft häufig Frauen kurz nach der Geburt. Der Milcheinschuss hat zu viel Milch produziert, die das Baby noch nicht vollständig essen kann. Vielleicht saugt es auch noch nicht ideal. Dann wird die Brust nicht ganz entleert, die Milch kann nicht abfließen und staut sich in den Kanälen.

So unangenehm die Vorstellung aufgrund der schmerzenden Brust ist: Jetzt hilft am besten Stillen. Denn ist die Milch weg, löst sich auch der Stau auf.

Achtung

Der Milchstau muss sich auflösen, denn ansonsten kann er eine Vorstufe zu einer Brustentzündung (Mastitis) sein. Sie ist extrem schmerzhaft und hat meist die Einnahme von Antibiotika zur Folge. Deshalb sollte ein Milchstau nicht auf die leichte Schulter genommen werden und in jedem Fall alles dafür getan werden, ihn abzubauen bzw. am besten ihn erst gar nicht entstehen zu lassen.

7 Tipps gegen den Milchstau

Eine Hauptursache für einen Milchstau ist Stress. Gerade nach der Geburt sind Frauen oft noch geschwächt, gleichzeitig zwingen sich die meisten, sehr viel zu leisten. Das ungewohnte Stillen, das ständige Wickeln, der Haushalt, die Besuche von Freunden und Verwandten – so schön das ist, es stresst auch. Deshalb: Ruhe ist das Gebot der Stunde. Sagen Sie allen Besuchern freundlich ab und vertrösten Sie sie auf die Zukunft.
Der Haushalt kann warten, vielleicht hilft auch eine Freundin. Nutzen Sie die Zeit und legen Sie sich schlafen, stillen Sie, kuscheln Sie mit dem Baby und schlafen Sie wieder… Das reicht als Tagespensum am Anfang.

Wärme öffnet die Milchkanäle. Beim Milchstau sollte vor dem Stillen die Brust etwas erwärmt werden (z. B. mit Hilfe einer Wärmflasche). Das Baby sollte immer an beide Brüste angelegt werden, damit beide leergesaugt werden.

Oft haben die Kleinen nicht so viel Hunger, wie der Körper der Frau an Milch produziert. Mütter fühlen an den kleinen Knötchen in der Brust, dass sich noch Milch staut. Dann sollte die Milch herausgestrichen werden. Dabei wird die Brust mit Daumen und Zeigefinger umfasst und die andere Hand imitiert das Saugen. Effizienter ist eine Milchpumpe. Sie gibt es auf Rezept in der Apotheke oder kann auch für später käuflich erworben werden. Die abgepumpte Milch wird eingefroren und bei Gelegenheit verfüttert.

Nach dem Stillen sollte die Brust gekühlt werden. Das klappt mit selbstgemachten Quarkwickeln oder Brustkompressen aus der Apotheke. Durch die Kühlung schwillt die Brust ab und produziert etwas weniger Milch.

Salbei- und Pfefferminztee wirken stillhemmend. Greifen Sie beim Milchstau mal zur ein oder anderen Tasse. Aber: Die Tees wirken bei jedem anders und können dazu führen, dass die Milchproduktion zu stark eingeschränkt wird.

Die Kleidung sollte locker sitzen und vor allem im Brustbereich nicht eng anliegen. Natürliche Stoffe wie Baumwolle oder Seide tun der empfindlichen Brust gut.

Haben Sie Geduld und versuchen Sie sich zu entspannen. Lassen Sie dem Baby viel Zeit beim Trinken, cremen Sie Ihre Brustwarzen danach gut ein und pflegen Sie sich selbst auch. Oft ist der Spuk nach kurzer Zeit wieder vorbei.

Pregnant woman suffering with headache and nausea

Trotz Depressionen Schwanger

Diese Studie gab Entwarnung für Frauen, die unter Depressionen leiden und einen Kinderwunsch haben: eine Depression der Frau allein muss kein Hinderungsgrund für eine Schwangerschaft und Lebendgeburt sein. Allerdings deutet die Studie an, dass die Behandlung der Depressionen durchaus ein kritischer Punkt sein kann – hier empfiehlt es sich, bei dem Arzt, der die Depressionen behandelt, deutlich den Kinderwunsch anzusprechen. Die Medikamentenwahl sollte diesem Wunsch natürlich gerecht werden. Auch Gynäkologen geben sicher gern ihre Einschätzung dazu ab.

Wie aber kann eine Depression des Mannes hinderlich beim Kinderwunsch sein? Auch hier könnte die Behandlung der Depressionen kritisch sein – auch der Mann sollte also bei Kinderwunsch dieses Thema beim behandelnden Arzt ansprechen. Allerdings kann die Studie nicht eindeutig klären, ob die Depressionen dem bisher unerfüllten Kinderwunsch voraus gingen oder doch eventuell eine Folge der Unfruchtbarkeit sind. In beiden Fällen sollte man also auch den männlichen Partner eines Paares mit Kinderwunsch nicht vergessen – Depressionen des Mannes gehören natürlich ebenso bestmöglich behandelt und zwar nicht nur, um ein gemeinsames Baby bekommen zu können.

Wie wirken sich Depressionen auf die Erfüllung eines Kinderwunsches aus? Frauen mit Endometriose leiden auch häufiger unter Unfruchtbarkeit – tatsächlich kommt es oft im Rahmen einer Fruchtbarkeitsbehandlung zur Diagnose Endometriose oder auch PCO-Syndrom (polyzystisches Ovarialsyndrom), die beide die Schwierigkeiten, schwanger zu werden, erklären können. Auch Depressionen treten als Begleiterkrankung von Endometriose und PCO-Syndrom häufig auf. Eine aktuelle Studie untersuchte nun, ob Depressionen bei Frauen, die Behandlung mit Antidepressiva oder aber eventuell auch eine Depression beim Mann mit größeren Fruchtbarkeitsproblemen einhergehen.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Unfruchtbarkeit und Depressionen?

Dies wurde von Gynäkologin Prof. Evans-Hoeker und Kollegen einer US-amerikanischen Fruchtbarkeitsklinik bei Patienten untersucht, die an einer von zwei Studien teilnahmen. In einer Studie wurden medikamentöse Behandlungen für das PCO-Syndrom untersucht (Clomiphencitrat versus Letrozol), in einer anderen wurden ähnliche Medikamente bei unerklärter Unfruchtbarkeit getestet (Gonadotropin versus Clomiphencitrat versus Letrozol). Die teilnehmenden Paare füllten jeweils einen Fragebogen zur Patientengesundheit (PHQ-9) aus. Ein Ergebnis in dieser Befragung von mehr als 10 Punkten wurde als Zeichen einer derzeitigen depressiven Erkrankung gedeutet. Zusätzlich wurde erfasst, welche Medikamente die Frauen aktuell einnahmen.

Die zentrale Frage der Studie war, ob die Paare ein Baby bekamen, also ob eine Lebendgeburt erfolgte. Auch die Häufigkeit von Schwangerschaften sowie von Fehlgeburten im ersten Drittel der Schwangerschaft wurde ermittelt, um eine den Einflusses von Depressionen auf die Fruchtbarkeit abschätzen zu können. Die Forscher analysierten die Ergebnisse unter Berücksichtigung von Alter, Herkunft, Einkommen, Raucherstatus und Behandlungsgruppe (PCO-Patientinnen oder unerklärte Unfruchtbarkeit), aber auch danach, wie lange die Paare bereits versucht hatten, ein Kind zu bekommen.

Zahl der Schwangerschaften, Fehlgeburten und Lebendgeburten bei PCO-Syndrom oder Fruchtbarkeitsbehandlung mit und ohne Begleiterkrankung Depression

In die Analyse konnten die Daten von 1650 Frauen und 1608 Männern aufgenommen werden. Dabei zeigte sich, dass aktuelle Depressionen der Frauen (wenn keine Antidepressiva genommen wurden) keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit zu haben schienen. Frauen mit Depressionen wurden also ähnlich häufig schwanger (sogar geringfügig häufiger) oder bekamen Babies wie Frauen ohne Depressionen. Eine medikamentöse antidepressive Behandlung (Daten von 90 Frauen) führte allerdings häufiger zu Fehlgeburten, als dies bei Frauen ohne Antidepressiva der Fall war. Auch bei Depressionen der Männer kam es in dieser Studie seltener zu einer Schwangerschaft.

Depressive Frauen werden nicht seltener schwanger, Depressionen der Männer stehen Schwangerschaften eher im Weg

Damit gibt es Entwarnung: eine Depression der Frau allein muss kein Hinderungsgrund für eine Schwangerschaft und Lebendgeburt sein. Allerdings deutet die Studie an, dass die Behandlung der Depressionen durchaus ein kritischer Punkt sein kann – hier empfiehlt es sich, bei dem Arzt, der die Depressionen behandelt, deutlich den Kinderwunsch anzusprechen. Die Medikamentenwahl sollte diesem Wunsch natürlich gerecht werden. Auch Gynäkologen geben sicher gern ihre Einschätzung dazu ab. Wie aber kann eine Depression des Mannes hinderlich beim Kinderwunsch sein? Auch hier könnte die Behandlung der Depressionen kritisch sein – auch der Mann sollte also dieses Thema beim behandelnden Arzt ansprechen.

Allerdings kann die Studie nicht eindeutig klären, ob die Depressionen dem bisher unerfüllten Kinderwunsch voraus gingen oder doch eventuell eine Folge der Unfruchtbarkeit sind. In beiden Fällen sollte man also auch den männlichen Partner eines Paares mit Kinderwunsch nicht vergessen – Depressionen des Mannes gehören natürlich ebenso bestmöglich behandelt und zwar nicht nur, um ein gemeinsames Baby bekommen zu können.

Quelle:
DeutschesGesundheitsPortal.de

Referenzen:

Evans-Hoeker EA, Eisenberg E, Diamond MP, et al. Major depression, antidepressant use, and male and female fertility. Fertil Steril. 2018;109(5):879-887. doi:10.1016/j.fertnstert.2018.01.029.

 

Richtig trinken vermeidet Bauchweh

Kuhmilch für Kinder mit Typ-1-Diabetes-Risiko?

Um Kinder mit hohem familiären Krankheitsrisiko vor Typ-1-Diabetes zu schützen, hilft es gemäß den Ergebnissen der vorliegenden Studie nicht, anstelle von Kuhmilch auf spezielle (stark hydrolysierte) Säuglingsnahrung zu wechseln. Kuhmilch gilt auch für Kinder mit Typ-1-Diabetes-Risiko als sicher. Somit müssen die bestehenden Empfehlungen nicht geändert werden. Weltweit forschen viele Wissenschaftler daran, wie man den Ausbruch einer Typ-1- Diabetserkrankung bei Kindern mit hohem Risiko für diese Krankheit verhindern kann.

Diabetesrisiko

Zur Diskussion steht, ob die Fütterung mit Kuhmilch und insbesondere die darin enthaltenen Proteine einen Einfluss auf das spätere Diabetesrisiko der Kinder haben. Dieser Forschungsfrage widmeten sich nun Wissenschaftler aus verschiedenen europäischen Ländern, den USA und Kanada. Kann spezielle Nahrung Kinder mit hohem Risiko vor Diabetes schützen? Sie untersuchten 2159 Säuglinge, die ein erhöhtes genetisches Risiko für Typ-1-Diabetes aufwiesen und von denen ein Verwandter ersten Grades (Eltern oder Geschwister) an Typ-1-Diabetes erkrankt war. Die Säuglinge wurden in 78 Studienzentren in insgesamt 15 Ländern in dem Zeitraum zwischen Mai 2002 und Januar 2007 rekrutiert und bis Februar 2017 nachbeobachtet. 1081 der Säuglinge erhielten stark hydrolysierte Säuglingsnahrung (Spezialnahrung, bei der die Proteine gespalten werden), die restlichen 1078 Kinder bekamen die übliche Säuglingsnahrung, in der Kuhmilch enthalten war.

Kein Schutz vor Diabetes durch spezielle Säuglingsnahrung

Von den 2159 Säuglingen beendeten 1744 (= 80 %) die Studie. Die Säuglinge wurden etwa 11,5 Jahre beobachtet. In der Gruppe mit der stark hydrolysierten Säuglingsnahrung erkrankten 8,4 % der Kinder an Typ-1-Diabetes im Gegensatz zu 7,6 % der Kinder, die die übliche Säuglingsnahrung erhielten. Damit unterschieden sich die beiden Gruppen nicht. Auch beim Erkrankungsalter bestanden keine wesentlichen Unterschiede. Dies lag bei den mit stark hydrolysierter Säuglingsnahrung ernährten Kinder bei 6,0 Jahren und bei den Säuglingen mit der üblichen Ernährung bei 5,8 Jahren. Infektionen der oberen Atemwege traten am häufigsten als Nebenwirkungen auf, dabei waren beide Gruppen ähnlich häufig betroffen. Säuglinge mit hohem Risiko für Typ-1-Diabetes erkrankten somit nicht weniger häufig an Typ-1- Diabetes, wenn sie anstelle der üblichen Säuglingsernährung auf eine stark hydrolysierte Säuglingsnahrung wechselten.

Damit können die aktuellen Ernährungsempfehlungen für Säuglinge mit hohem Typ-1-Diabetesrisiko bestehen bleiben.

Quelle:
© DeutschesGesundheitsPortal | HealthCom | www.deutschesgesundheitsportal.de  Original Titel: Effect of Hydrolyzed Infant Formula vs Conventional Formula on Risk of Type 1 Diabetes: The TRIGR Randomized Clinical Trial  Referenzen: Writing Group for the TRIGR Study Group, Knip M, Åkerblom HK, Al Taji E, Becker D, Bruining J, Castano L, Danne T, de Beaufort C, Dosch HM, Dupre J, Fraser WD, Howard N, Ilonen J, Konrad D, Kordonouri O, Krischer JP, Lawson ML, Ludvigsson J, Madacsy L, Mahon JL, Ormisson A, Palmer JP, Pozzilli P, Savilahti E, Serrano-Rios M, Songini M, Taback S, Vaarala O, White NH, Virtanen SM, Wasikowa R. Effect of Hydrolyzed Infant Formula vs Conventional Formula on Risk of Type 1 Diabetes: The TRIGR Randomized Clinical Trial. JAMA. 2018 Jan 2;319(1):38-48. doi: 10.1001/jama.2017.19826.  Quelle: Deutsches Gesundheits-Portal

Baby feeding with liquid medicine

Medikamente für Kinder: Stiefkinder der Medizin

Vor elf Jahren trat die europäische Kinderarzneimittelverordnung in Kraft. Die Hersteller von Medikamenten sind seither verpflichtet, neue Arzneimittel auch bei Kindern auf ihre Wirksamkeit und Unbedenklichkeit zu überprüfen. Doch auch heute noch müssen Kinder- und Jugendärzte viele Patienten mit Arzneimitteln behandeln, die nur an Erwachsenen getestet wurden und für die Altersgruppe der Kinder nicht zugelassen oder nicht geeignet sind. Auf diese fatale Situation macht die Stiftung Kindergesundheit in einer aktuellen Stellungnahme aufmerksam.

Stiefkinder der Medizin

„Kinder sind auch heute noch bei der Behandlung mit Medikamenten benachteiligt“, stellt Kinder- und Jugendarzt Professor Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit fest. „Auf den ersten Blick hat die EU-Verordnung zwar erhebliche Fortschritte bewirkt, beim näheren Zusehen erweisen sich die Arzneimittel für Kinder immer noch als Stiefkinder der Medizin“.

Zunächst das Positive: Der Anteil an klinischen Arzneiprüfungen, an denen auch Kinder beteiligt waren, ist von 2007 bis 2016 von 8,25 Prozent auf 12,4 Prozent gestiegen. In diesem Zeitraum wurden mehr als 260 neue Arzneimittel auch zur Anwendung bei Kindern zugelassen. Darunter befanden sich neuartige Medikamente besonders für die Behandlung von Infektionskrankheiten und für rheumatologisch erkrankte Kinder.

Krebskranke Kinder besonders benachteiligt

Großen Nachholbedarf gibt es dagegen in der Behandlung krebskranker Kinder. Viele der im Kindesalter auftretenden Erkrankungen oder Tumorformen kommen bei Erwachsenen kaum oder gar nicht vor. Damit spielen sie für pharmazeutische Unternehmen nur eine sehr untergeordnete Rolle: Die Forschung und Entwicklung von Medikamenten orientiert sich weiterhin an Erwachsenen. In den vergangenen zehn Jahren sind lediglich ganze zwei Medikamente für die Behandlung krebskranker Kinder zugelassen worden.

„Viele Arzneimittel, die bei Kindern eingesetzt werden, sind nicht ausreichend an Kindern geprüft und deshalb auch nicht für Kinder zugelassen“, erläutert Professor Berthold Koletzko das nach wie vor bestehende Problem. „Speziell zur Behandlung sehr junger Kinder und von Kindern mit einer seltenen Erkrankung fehlen geprüfte Arzneimittel. Deshalb sind Kinder- und Jugendmediziner häufig darauf angewiesen, Arzneimittel, die eigentlich nur an Erwachsenen ausreichend geprüft wurden, auch bei Kindern anzuwenden“.

Die Anwendung eines Fertigarzneimittels außerhalb des durch die Arzneimittelbehörden zugelassenen Gebrauchs wird mit dem Fachausdruck: „off label use“ bezeichnet. Solche Verordnungen sind bei Erwachsenen nur in begründeten Ausnahmefällen möglich. Bei Kindern dagegen ist es der seit Jahrzehnten akzeptierte Normalzustand, beklagt die Stiftung Kindergesundheit.

90% der Medikalmente ohne Zulassung für Kinder

So kam die große Kindergesundheitsstudie KiGGS zu dem Ergebnis, dass rund 30 Prozent der von Kindern eingenommenen Medikamente „off-label“ eingesetzt wurden. Das geschieht umso häufiger, je jünger das Kind ist und je schwerer es erkrankt ist. Repräsentative Untersuchungen in Neugeborenenabteilungen und auf pädiatrischen Intensivstationen haben ergeben, dass bis zu 90 Prozent der dort verordneten Medikamente ohne ausdrückliche Zulassung für Kinder waren.

„Bei Kindern die Hälfte…“ – falsch und gefährlich!

Bei Medikamenten, die nur bei Erwachsenen getestet worden sind, fehlen häufig genaue Angaben für die Dosierung bei Kindern. Viele Jahre wurden Medikamente nach dem Motto verschrieben: „Bei Kindern nehme man die Hälfte …“. Das hat sich mittlerweile als falsch und mitunter auch als gefährlich erwiesen: Stoffwechsel und Wasserhaushalt funktionieren beim Kind oft nach anderen Regeln.

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen und Jugendliche sind keine großen Kinder, betont die Stiftung Kindergesundheit. Sie unterscheiden sich auch in ihren jeweiligen Entwicklungsphasen deutlich untereinander. Eine internationale Richtlinie teilt die jungen Patienten in fünf Entwicklungsstufen ein: „Frühgeborene“, „Neugeborene“ (bis 27 Tage), „Säuglinge und Kleinkinder“ (28 Tage bis 23 Monate), „Kinder“ (2 bis 11 Jahre) und „Jugendliche“ (12 bis 18 Jahre). Um die richtige Dosierung eines Wirkstoffs für diese unterschiedlichen Entwicklungsphasen herauszufinden, müssen oft mehrere Studien durchgeführt werden.

Eine bedeutende Rolle spielt auch die kindgerechte Darreichungsform eines Medikaments. Kleine Patienten können keine Tabletten schlucken, Zäpfchen sind zwar für Babys geeignet, werden von Jugendlichen dagegen kaum akzeptiert. Für jüngere Kinder müssen Tabletten oft zerkleinert und in Flüssigkeiten oder Lebensmittel eingerührt werden.

Studien mit Kindern sind aufwändig und teuer

Klinische Studien mit Kindern sind jedoch mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Besonders schwierig gestaltet sich die Suche nach Teilnehmern: Die Patientengruppen sind klein, was die Organisation von Studien erschwert. Zudem sind viele Eltern nicht bereit, ihr Kind an Studien teilnehmen zu lassen: Sie wollen nicht, dass ihr Kind zum „Versuchskaninchen“ wird oder haben Angst, dass die Studie ihr Kind zu stark belastet. Die Teilnahme an einer klinischen Studie ist außerdem nicht besonders attraktiv: Es werden höchstens die Fahrtkosten erstattet, Geschenke oder Zuwendungen für das Kind oder seine Eltern sind nicht erlaubt.

Eltern sollten jedoch wissen: Ihr Kind profitiert von der Teilnahme an einer Arzneimittelstudie, betont die Stiftung Kindergesundheit. Untersuchungen zeigen, dass an Studien teilnehmende Kinder eine noch bessere Behandlungsqualität erfahren und auch bessere Behandlungsergebnisse erzielen als Kinder mit der gleichen Erkrankung, die keine Studienteilnehmer sind. Das liegt offenbar am zusätzlichen Studienpersonal und an den strengen Studienbedingungen, die eine besonders genaue Überwachung der Therapie zur Folge haben.

Zu hohe Kosten für die Industrie

Die Forschung für kranke Kinder ist deshalb sehr teuer. Die Forschungskosten für die pädiatrische Entwicklung liegen bei einem neuen Arzneimittel laut Bundesverband der Arzneimittelhersteller BAH im Durchschnitt bei rund 20 Millionen Euro. Auch die Weiterentwicklung eines bekannten Wirkstoffs zu einer kindgerechten Darreichungsform kostet mindestens 350 000 Euro. Das sei für viele kleine und mittelständische Unternehmen zu viel, sagen die Hersteller.

Gründe für das Desinteresse der Industrie liegen auf der Hand: Arzneimittel mit hohen Umsatzzahlen bei chronisch kranken Erwachsenen lassen den Forschungsaufwand rasch wieder amortisieren. Kinder dagegen sind in der Regel zum Glück nur selten krank und selbst dann benötigen sie nur geringe Mengen eines Wirkstoffs.

„Fehlen aber wissenschaftliche Daten zu Wirkmechanismus, Wirksamkeit oder Unbedenklichkeit eines Arzneimittels bei Kindern, so wächst das Risiko von unerwünschten oder sogar gefährlichen Nebenwirkungen“ betont Professor Berthold Koletzko. „Bei der ‚Off-label-Verordnung’ bei Kindern kommen unerwünschte Arzneimittelreaktionen sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich doppelt so häufig vor wie bei einer zugelassenen Arzneimittelanwendung“.

Hoffnungen der Kinderärzte haben sich nicht erfüllt

Nach Inkrafttreten der EU-Verordnung hatten Kinder- und Jugendärzte zunächst große Hoffnungen in die Einführung des sogenannten PUMA‐Prozesses gesetzt. PUMA bedeutet Paediatric Use Marketing Authorization und beschreibt die Möglichkeit für die Hersteller, in einem vereinfachten Zulassungsverfahren ältere Wirkstoffe auf ihre Wirksamkeit zu testen und kindgerechte Darreichungsformen zu entwickeln. Das war als Anreiz für die Industrie gedacht, weil Unternehmen für das neu zugelassene Kinderarzneimittel einen zehnjährigen Unterlagenschutz erhalten. Der erhoffte Effekt blieb jedoch aus: In den elf Jahren haben lediglich drei Präparate (Midazolam, Propanolol und Glycopyroniumbromid) eine PUMA‐Zulassung erhalten.

Der Grund: Für Pharma-Unternehmen ist es wenig attraktiv, ältere und patentfreie Arzneimittel für Kinder weiterzuentwickeln, sie in klinischen Studien zu testen und den Zulassungsprozess zu durchlaufen. Viele ältere Wirkstoffe sind in das Festbetragssystem der Krankenkassen eingeordnet. So kann der Hersteller eines PUMA-Medikaments trotz der Forschungskosten für die pädiatrische Darreichungsform keine höheren Preise erzielen als zuvor.

„Unsere Kinder tragen durch ungeprüfte Arzneimittel höhere Risiken. Mehr Forschung bleibt daher dringend nötig“, unterstreicht Professor Berthold Koletzko. „Politik, Wissenschaft und Industrie müssen in Zukunft mehr Anstrengungen unternehmen, um den Kleinsten unserer Gesellschaft eine wirksame und sichere Arzneimitteltherapie zu gewährleisten“.

 

Quelle:
Text: Stiftung Kindergesundheit
Foto: istock

#geistigeEntwicklung

Wie Babys die Welt verstehen

Bereits das Baby möchte „die Welt verstehen“ können. Die Welt ist für ein Baby zunächst so, wie sie ist. Doch gegen Ende seines ersten Lebensjahres kann es bereits gezielt Mittel einsetzen, um etwas zu erreichen. Auch in seiner geistigen Entwicklung spielt ein Kind von Anfang an eine aktive Rolle: Von Geburt an nimmt es seine Umwelt bereits mit allen Sinnen wahr und setzt sich auf seine ganz eigene Weise mit seiner Umgebung, mit Gegenständen und mit Handlungen auseinander. Es begreift und überprüft Zusammenhänge, verarbeitet seine Eindrücke und Vorstellungen und „tastet“ sich an neue „Erkenntnisse“ heran, es beginnt lansam zu verstehen.

Geistige Entwicklung

  • Ist das, was ich wahrnehme, mir schon bekannt oder unbekannt?
  • Signalisiert es etwas Wichtiges, wie beispielsweise die bevorstehende Mahlzeit?
  • Ist es angenehm oder unangenehm?
  • Hängt es auf irgendeine Weise mit meinem eigenen Verhalten zusammen?
  • Kann ich es durch mein Verhalten erneut hervorrufen?

Verschiedene Sinne

Schon mit wenigen Monaten ist ein Säugling in der Lage, seine verschiedenen Sinneserfahrungen zu ersten einfachen Vorstellungen zu verknüpfen – von den Gegenständen in seiner Umgebung, aber auch von Ihnen, von Ihrem Verhalten, von Ihrer Gestalt und von seinem eigenen Körper.

Diese Erfahrungen macht Ihr Kind vor allem im Miteinander und Austausch mit Ihnen – wenn Sie es ermuntern, mit ihm reden, es bestätigen und sein Vergnügen teilen, das es an seinem Spiel mit den Dingen hat.

Aus den Augen, aus dem Sinn

Etwa bis etwa zum Alter von acht Monaten existiert für Ihr Baby nur das, was es unmittelbar sieht und erlebt: Wenn Sie sich zum Beispiel unter einem Tuch verstecken oder aus dem Zimmer gehen, sind Sie für Ihr Kind weg. Das Stofftier, das unter die Decke gerutscht ist, existiert nicht mehr. Hier fehlt noch das Verstehen.

Mit etwa sechs, sieben Monaten beginnt Ihr Baby, eine erste Vorstellung von den Dingen zu entwickeln. Es ist nun mehr und mehr in der Lage, alltägliche Gegenstände zu erkennen und zu unterscheiden.

Erstes Erinnern

Mit etwa acht, neun Monaten kann ein Kind seine Vorstellung von einem Gegenstand als Erinnerung kurz abspeichern. Es beginnt allmählich zu begreifen, dass Menschen und Dinge auch dann noch da sind, wenn sie aus seinem Blickfeld verschwunden sind: Ihr Kind sucht nun nach seinem Spielzeug oder möchte, dass Sie es finden. Und wenn Sie sich unter einem Tuch versteckt haben, weiß es jetzt, dass Sie immer noch da sind.

Diese aufregende Erkenntnis möchte Ihr Kind in seinem Spiel nun unermüdlich auf die Probe stellen:

  • Wohin rollt der Ball, wohin verschwindet sein Spielzeug, wenn es auf den Boden fällt?
  • Es verdeckt sein Kuscheltier mit dem Kissen, nimmt das Kissen gleich darauf wieder weg: Ist der Teddybär tatsächlich noch da?

Am meisten Spaß hat Ihr Kind aber wahrscheinlich, wenn Sie mit ihm „Guck-guck“ spielen – Ihr Gesicht zum Beispiel unter dem Kissen oder hinter der Sessellehne verstecken, um im nächsten Moment mit einem lachenden „Guck-guck“ wieder hervorzukommen.

Erste Absichten

Etwa zum gleichen Zeitpunkt – mit acht, neun Monaten – macht Ihr Kind noch eine weitere großartige Entdeckung: Wenn es zum Beispiel an der Schnur seiner Spieluhr zieht, ertönt die Musik. Bewegt es seinen Arm, gibt die Rassel in seiner Hand Töne von sich, und wenn es an der Schnur seiner Laufente zieht, kommt sie so nahe, dass es sie greifen kann.

Damit beginnt Ihr Kind, Auswirkungen von einfachen Handlungen und erste Zusammenhänge von Ursache und Wirkung zu begreifen. Es kann nun bereits gezielt Mittel einsetzen, um etwas zu erreichen und probiert diese Erfahrung mit größtem Vergnügen an den verschiedensten Dingen aus:

  • Brummt der Bär, wenn es seinen Bauch presst?
  • Geht das Licht an, wenn es den Lichtschalter drückt?
  • Fließt Wasser aus dem Wasserhahn, wenn es ihn öffnet?

Auch in den Folgejahren lassen sich wesentliche Schritte der geistigen Entwicklung vor allem daran erkennen, womit sich ein Kind gerade gut und gerne beschäftigt: Das kindliche Spiel lässt meist gut erkennen, welchen neuen „Erkenntnissen“ das Kind gerade auf der Spur ist.

Quelle
www.kindergesundheit-info.de
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Fetalchirugie - noch vor dre Geburt operieren

Fetalchirurgie

Ein Eingriff schon bei ungeborenen Babys? Ja, das ist seit längerem möglich und wird auch mehr und mehr gemacht. Oftmals sind danach die Prognosen für das Baby sehr viel besser als wenn es erst nach der Geburt operiert würde. Seit Juli bietet das Deutsche Zentrum für Fetalchirurgie & minimal-invasive Therapie (DZFT) an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) die Behandlung von Fehlbildungen und Erkrankungen ungeborener Babys an. Mit Professor Dr. med. Thomas Kohl leitet ein international anerkannter Pionier der minimal-invasiven Fetalchirurgie das Zentrum.

Minimal-invasiv

Professor Kohl ist ein internationaler Pionier der minimal-invasiven Fetalchirurgie und befasst sich bereits seit 25 Jahren mit Eingriffen bei ungeborenen Babys: Bereits 1993 entwickelte er an der University of California (San Francisco, USA) neuartige Operationstechniken zur Behandlung von Herzfehlern bei Feten im Mutterleib. 2002 brachte er seine für Mutter und Kind besonders schonende minimal-invasive Methode erstmals in Deutschland beim Verschluss eines ‚offenen Rückens‘ (Spina bifida) zum Einsatz. Dabei nutzt er im Gegensatz zu anderen Behandlungsmethoden nur winzige Zugänge zur Fruchthöhle und operiert das ungeborene Baby, ohne es dazu aus der Gebärmutter zu entnehmen.

Weiter entwickelt

„Wird ein ‚offener Rücken‘ bereits im Mutterleib operiert, können wir den Kindern die sonst unvermeidlichen Lähmungen der Beine oft ersparen und sie können ein weitgehend normales Leben führen“, erläutert Kohl und ergänzt: „Seit der Einführung der minimal-invasiven Operation haben wir das Verfahren immer weiter entwickelt, so dass heute nach der Geburt meist keine weitere Operation mehr nötig ist.“ Kohl bietet auch neuartige Verfahren zum minimal-invasiven Verschluss der Luftröhre an, die bei Zwerchfellhernien, Hydrothorax (Flüssigkeitsansammlungen im Brustraum des Fetus) oder frühzeitigem Blasensprung die Reifung der Lunge beschleunigen können. „Bei der Behandlung lebensbedrohlicher Zwerchfellhernien hat Professor Kohl schon lange sehr eng mit der Klinik für Neonatologie an der UMM zusammengearbeitet“, berichtet Professor Dr. med. Frederik Wenz, Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums. „Mit der unmittelbaren Nähe zwischen der neuen Fetalchirurgie und Neonatologie werden wir diese Kooperation weiter ausbauen und vertiefen – zum Vorteil unserer kleinsten Patienten.“

Lebensqualität

2007 entwickelte Professor Kohl das nach ihm benannte „Kohl-Verfahren“, eine spezielle Sauerstofftherapie zur Behandlung von Ungeborenen mit zu kleinen Herz- und Gefäßstrukturen. Eine 2016 veröffentlichte Studie belegte die Wirksamkeit des Verfahrens: Ohne Sauerstofftherapie mussten 75 Prozent der untersuchten Babys nach ihrer Geburt am Herzen operiert werden, mit der vorgeburtlichen Sauerstofftherapie nur 20 Prozent. „Mit dem DZFT erweitern wir unsere Expertise bei der vorgeburtlichen Diagnose von Erkrankungen um modernste medizinische und chirurgische Behandlungsmethoden“, betont Professor Dr. med. Marc Sütterlin, Direktor der UMM-Frauenklinik, an die das DZFT als eigenständige Sektion angegliedert ist. „So können wir viele Kinder mit guter Lebenserwartung und Lebensqualität auf die Welt bringen, die noch vor wenigen Jahren kaum eine Chance hatten.“

Dr. med. Thomas Kohl

Kohl studierte von 1983 bis 1990 Medizin an der Universität-Gesamthochschule Essen. Nach seiner Approbation 1992 war er an der Kinderklinik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster tätig, wo er sich vorrangig mit Kinderkardiologie befasste. Bei einem dreijährigen Forschungsaufenthalt in den USA entwickelte er erste minimal-invasive Operationstechniken zur Behandlung von Herzfehlern bei Feten im Mutterleib.

In Deutschland gründete er eine Arbeitsgruppe zur Entwicklung experimenteller und klinischer fetal-kardialer Interventionstechniken, legte 2001 die Prüfung zum Facharzt für Kinderheilkunde ab und habilitierte sich im gleichen Jahr an der Medizinischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

2002 wechselte er als Oberarzt für Klinische und Experimentelle Fetale Kardiologie und Fetalchirurgie an die Universitätsfrauenklinik Bonn. Dort wurde er 2004 leitender Oberarzt des von ihm gegründeten Deutschen Zentrums für Fetalchirurgie & minimal-invasive Therapie (DZFT). 2010 wechselte er als Chefarzt des DZFT an das Universitätsklinikum Gießen und Marburg.

Seit Juli 2018 leitet er das Deutsche Zentrum für Fetalchirurgie & minimal-invasive Therapie am Universitätsklinikum Mannheim (UMM), wo er bei der nachgeburtlichen Versorgung der von ihm operierten Kinder eng mit der Klinik für Neonatologie zusammenarbeitet.

Internationales Engagement

Die von Professor Kohl entwickelten und verfeinerten Operationsmethoden kommen inzwischen teilweise auch in São Paulo (Brasilien), an der Bilim Universität in Istanbul (Türkei), an der Universität Warschau (Polen) und der University of Texas (USA) zum Einsatz. Für sein internationales Engagement und die Verbreitung seiner Operationstechniken wurde er mit Ehrenprofessuren der Bilim Universität, Istanbul (Türkei) und der China Medical University, Shenjing, ausgezeichnet.

Mother and baby daughter plays at home on the sofa

10 Tipps, wie Sie beim „Großwerden“ helfen

Beim Großwerden ihres Babys fragen sich viele Eltern ständig: Was ist zu viel, was zu wenig Anregung?  Einerseits können Sie durch Anregungen und vielseitige Erfahrungsmöglichkeiten Ihr Kind darin unterstützen, dass es in seinen neu erworbenen Fähigkeiten immer geschickter und sicherer wird. Allerdings müssen Sie ihm zu seiner „Förderung“ nicht ständig neue Angebote machen und jede Menge Abwechslung bieten.  Hier die wichtigsten Tipps, wie Sie Ihr Kind beim Großwerden am besten unterstützen.

10 Tipps für Eltern

  1. Versuchen Sie nicht, Ihrem Kind etwas beizubringen, wozu es noch nicht bereit ist.
  2. Stellen Sie wirklichkeitsnahe Erwartungen an Ihr Kind. Fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Kinderarzt  oder Ihre Kinderärztin. Manche Kinder können sich schon früh sehr gut allein beschäftigen, aber ein  zweijähriges Kind kann z. B. in der Regel noch nicht über längere Zeit allein spielen.
  3. Stimmen Sie Ihre  Anregungen auf die Interessen Ihres Kindes ab.
  4. Bestärken und loben Sie Ihr Kind, wenn es etwas von sich aus und selbst machen möchte, und  freuen Sie sich mit ihm über alles, was es neu gelernt hat.
  5.  Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, sein Können im alltäglichen Leben auch anzuwenden. Jedes  eigene Tun stärkt sein Selbstgefühl und gibt ihm Selbstvertrauen und Selbstsicherheit.
  6. Entmutigen Sie Ihr Kind nicht, wenn etwas nicht gleich klappt. Ermuntern Sie es zu neuen Versuchen  und geben Sie ihm, wenn es nötig erscheint, kleine Hilfestellungen.
  7. Helfen Sie Ihrem Kind nur bei den Dingen, zu denen es selbst (noch) nicht in der Lage ist.
  8. Lassen Sie Ihr Kind ruhig auch einmal enttäuscht sein. Kinder müssen lernen, mit  Enttäuschungen und Rückschlägen umzugehen und sich durch sie nicht entmutigen zu lassen. Dies gilt auch, wenn  Ihr Kind in seiner Entwicklung verzögert ist oder eine Behinderung hat und es Ihnen vielleicht  besonders schwerfällt, seine Enttäuschung bei einem Misserfolg mit anzusehen.
  9. Sagen Sie Ihrem Kind eindeutig und klar, wenn Sie etwas von ihm möchten, und geben Sie ihm nicht  zu viele Anweisungen auf einmal.
  10. Bieten Sie Ihrem Kind – vor allem wenn es älter ist – immer wieder Gelegenheit, mit anderen Kindern  zu spielen. Gehen Sie auf Spielplätze, laden Sie Kinder zu sich nach Hause ein, lassen Sie es in die  Kindertagesstätte gehen.

 

 

 

Quelle:

Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung
www.kindergesundheit-info.de

Hebammen - Ausbildung in den Entwicklungsländern

Baby turnt im Mamabauch

Schon als Winzling im Mutterleib ist das Ungeborene alles andere als reglos, Babybewegungen im Bauch sind schon ziemlich zu Beginn der Schwangerschaft normal. Sobald Arme und Beine entwickelt sind und das Nervensystem etwas ausgereifter ist, geht’s los mit den Turnübungen. Dann reckt und streckt sich der Fötus, macht kleine Purzelbäume, erkundet neugierig die Weite des Unterleibes seiner Mama. Noch hat er ja reichlich Platz, weshalb seine Bewegungen nicht spürbar sind. Das ändert sich allmählich ab der 20. Schwangerschaftswoche. Jetzt ist das Ungeborene schon so groß, dass es mit seinen Tritten und Kopfstößen gelegentlich an die Bauchwand stößt. Das ist für die Mutter ein unvergleichliches neues Erlebnis. Zum ersten Mal spürt sie, dass da wirklich jemand in ihr heranwächst. Je nach Temperament des Fötus sind die Bewegungen stärker oder schwächer zu spüren. Schon in diesem frühen Stadium bekommt die werdende Mama erste Informationen darüber, ob ihr Nachwuchs ein eher zurückhaltender Typ ist oder ein kleiner Radaubruder im Anmarsch ist.

Mit Beginn der 25. Woche hat das Kleine manchmal bereits soviel Kraft, dass man seine Bewegungen deutlich mit der flachen Hand auf der Bauchdecke bemerkt. Seine Knüffe und Tritte lassen es jetzt schon ein bisschen krachen, die Mutter gewöhnt sich auch an die häufigen Bewegungen und weiß schon bald recht genau, ob ihr Ungeborenes gerade ein Nickerchen macht oder putzmunter ist – oder ob es sich vielleicht erschrocken hat durch ein lautes Geräusch. Dann wird es still. Die Übergänge sind fließend: Etwa ab der 30. Woche kommuniziert das Ungeborene sogar auf einfache Art mit Mama und Papa. Es knufft zurück, wenn es die Hand der Eltern als Widerstand spürt oder wenn die Mutter sich am Bauch stößt.

Die Zeit rennt, und der Platz wird knapper: Ab der 35. Woche ist das Ungeborene schon so groß, dass es überall anstößt. Gleichzeitig sind seine Kraft und Energie größer denn je, es tollt sozusagen im Bauch herum, soweit das platzmäßig noch möglich ist. Die Gebärmutter reicht jetzt bis hoch zum Rippenbogen, so dass auch dort die Trampelfüßchen hingelangen können. Das kann schon mal zu unangenehmen Tritten gegen die Knochen führen. Mit bloßem Auge kann man jetzt oft auch schon sehen, wie sich der Po oder der Kopf des Babys unter der Bauchdecke abmalt. Das Ende der Schwangerschaft ist nah, und die Mama ist auch froh, dass es bald vorbei ist. Etwa ab der 38. Woche liegt das Ungeborene mit dem Kopf nach unten, ist ziemlich stark eingezwängt, die Arme sind am Körper angelegt. Jetzt nimmt auch das Fruchtwasser ab, so dass der Raum noch enger wird. Deshalb spürt die Mutter ihr Kind kurz vor der Niederkunft nicht mehr so häufig wie vorher. Manche Frauen machen sich dann große Sorgen, geraten gar in Panik. Dabei ist alles so, wie es sein soll. Also wieder entspannen, soweit das mit dem großen Bauch noch möglich ist, und sich nun ganz auf die Geburt konzentrieren. Denn die lässt nicht mehr lange auf sich warten.