Category : Schwangerschaft

Parents lie on the couch and father read a book to child. Pregnant woman with her husband

Diabetes und Schwangerschaft

Diabetes ist eine Krankheit, die im Alltag allgegenwärtig ist. Sie spielt auch bei der Gründung einer Familie eine Rolle. Von der Zuckerkrankheit betroffene Frauen sollten möglichst „geplant“ schwanger werden, denn eine gute Vorbereitung kann gesundheitliche Risiken für Mutter und Kind verringern. Eines vorweg: Ein Diabetes muss nicht unbedingt ein Hindernis sein, gesunde Kinder zu bekommen. Dennoch sind langfristig gut eingestellte Glukosewerte essenziell, um die Gesundheit für Mutter und Kind während der Schwangerschaft und Geburt erhalten zu können und Risiken für Mutter und Kind durch den Diabetes zu minimieren.

 Was beim Diabetesmanagement helfen kann

Wenn ein kleiner Mensch im Bauch heranwächst, ist das mit sehr vielen Gefühlen verbunden: Aufregung, Vorfreude, aber auch Ungewissheit und Sorgen um das Ungeborene und die kommende Zeit – in Kopf und Körper ist so viel los. Das alles kann sich bei einem Diabetes auch auf die Zuckerwerte auswirken. Schwangere müssen deswegen besonders engmaschig von ihrem Arzt betreut werden und deutlich öfter einen Blick auf ihre Werte haben als sonst. Systeme zur kontinuierlichen Gewebeglukosemessung in Echtzeit (rtCGM) sind dabei hilfreich. Untersuchungen zeigen, dass ein sogenanntes rtCGM-System die Zeit im gewünschten Glukose-Zielbereich verlängert und somit Risiken minimiert. Das System darf auch während der Schwangerschaft eingesetzt werden. Zudem besteht die Erlaubnis, dass der Sensor nicht nur am Bauch, sondern auch an der Oberarm-Rückseite getragen werden darf. Für werdende Mütter deutlich bequemer.

Ärzte sollen Frauen mit Typ-1-Diabetes, die bereits schwanger sind oder ein Baby planen, ein rtCGM-System anbieten. Denn optimierte Glukosewerte vor und während der Schwangerschaft reduzieren das Risiko, dass es zu Komplikationen bei der Schwangeren und ihrem ungeborenen Kind kommt. Außerdem wird den Frauen geraten, möglichst schon vor der Schwangerschaft Folsäure einzunehmen.

TIPP: Auch bei Diabetes Typ 2 ist die Verordnung eines rtCGM-Systems möglich,

Quelle: Dexcom G6 rtCGM

Geschwollene Beine

5 Tipps gegen schwere Beine

Vor allem im letzten Schwangerschafts-Drittel leiden Frauen häufig unter geschwollenen Beinen – sogenannten Ödemen. Was dahinter steckt, wie sie sich lindern lassen.

Im Sommer ist es noch unangenehmer: Wenn es heiß ist, dehnen sich die Blutgefäße aus. Das sorgt dann vor allem in den Beinen für Schmerzen, weil das Blut darin nicht mehr so leicht abließen kann. Menschen mit Venenproblemen kennen das nur allzu gut. Leider geht es Frauen im letzten Schwangerschafts-Drittel nicht viel anders. Auch bei ihnen sind die Venen in den Beinen gestresst vom Druck des Blutes. Das liegt daran, dass in der Schwangerschaft etwa ein Drittel mehr Blut im Körper zirkuliert als sonst. Außerdem ist das Blut dünner, es enthält mehr Wasser. Das wiederum führt dazu, dass durch die Venen Flüssigkeit ins umliegende Gewebe drückt.

Natürliche Folge hoher Belastungen

Die Folge sind schwere und angeschwollene Beine. Kurz vor der Geburt haben die meisten Frauen damit zu kämpfen. Die Haut ist gespannt, was an sich schon unangenehm ist. Hinzu können Schmerzen auftreten durch den Druck der Wasseransammlungen (Ödeme). Gefährlich ist diese Störung nicht, weshalb Ärzte sie auch nicht als Krankheit betrachten. Sie ist sozusagen eine natürliche Folge der hohen Belastungen, die der Körper gegen Ende der Schwangerschaft aushalten muss. Gelegentlich treten solche Ödeme auch an anderen Körperstellen auf, etwa an den Handgelenken. Dann können sie derart auf die dort verlaufenden Nerven drücken, dass es zu Gefühlsstörungen kommt. Das äußert sich dann in einem Kribbeln in der Hand und in den Fingern bis hin zur Gefühlslosigkeit. Gegen solche Gesundheitsprobleme sollte der Arzt vorgehen. Sind „nur“ die Beine betroffen, reicht es zumeist, wenn die Frauen selber etwas dagegen unternehmen. Die folgenden Tipps helfen, die Wasseransammlungen zumindest zu reduzieren und somit weniger Beschwerden zu haben:

Die Beine hochlegen

Die Beine hochlegen, wenn immer das möglich ist. Diese simple Maßnahme ist die beste Therapie und gleichzeitig eine effektive Vorbeugung gegen neue Ödeme. Das Prinzip dahinter: Sind die Beine hochgelagert, fließt das Blut schneller zurück zum Herzen. Die Venen werden stark entlastet. Das wiederum lässt auch die Wassereinlagerungen leichter abfließen.

Stützstrümpfe

Sind die Beine sehr stark angeschwollen und tun weh, gelten Stützstrümpfe als gute Wahl. Das ist speziell im Sommer zwar keine reine Freude, weil die Strümpfe stramm sitzen und man leicht darunter schwitzt. Aber wirksam sind sie schon. Durch den gleichmäßigen Druck, den sie entfalten, pressen sie sozusagen die überschüssige Flüssigkeit aus den Beinen zurück in den Oberkörper.

Bewegung

Ruhig etwas Sport machen. Sind die Beine gerade mal nicht hochgelagert, damit in die Gänge kommen. Wenn das noch möglich ist, hilft Walken recht gut oder auch nur ein ausführlicher Spaziergang. Auch Gymnastik hat sich bewährt. Wichtig dabei: Die Muskeln in den Beinen sollten gestärkt werden. Dann funktioniert die sogenannte Venenmuskel-Pumpe besser. Dieses körpereigene System befördert das Blut aus den Beinen heraus.

Wechselbäder

Bei Hitze eine Wohltat und ebenfalls hilfreich sind Wechselbäder. Die Temperatur sollte allerdings nicht heiß sein, sondern nur warm. Mehrmals zwischen warm und kalt wechseln und das Wasser über die Unterschenkel und Füße laufen lassen. Das trainiert die Venen.

Ernährung

Sogar gesunde Ernährung kann ein wenig helfen. Vollkornprodukte, Obst und Gemüse liefern Mineralstoffe, die Wassereinlagerungen verringern können. Spezielle Diäten dagegen sind nutzlos. Wichtig: genug trinken und nicht versuchen, durch Verzicht auf Flüssigkeit die Ödeme kleiner zu machen. Das würde ohnehin nicht funktionieren.

Schwangerschaftsvorsorge

Schwangerschaftsvorsorge

Vor Ihnen liegen 40 aufregende Wochen mit unvergleichlichen Erfahrungen und Erlebnissen. Genießen Sie die Zeit zu zweit. Wir zeigen Ihnen, was neben der Schwangerschaftsvorsorge wichtig ist,wie Sie am besten mit den großen Veränderungen umgehen und im Gleichgewicht mit sich selbst bleiben

Gibt es etwas Natürlicheres als eine Schwangerschaft? Sie gehört zu den normalsten und am stärksten perfektionierten Vorgängen im Leben überhaupt. Diese Tatsache sollte werdenden Müttern, die unsicher sind, ob sie den Herausforderungen und Belastungen überhaupt gewachsen sind, einige Sicherheit geben. Viele Prozesse, die für die Entwicklung des Babys wichtig sind, laufen automatisch ab. Und das ist auch gut so, denn in den ersten Wochen einer bestehenden Schwangerschaft wissen viele Frauen noch gar nicht, dass ein neues Leben in ihrem Körper heranwächst.

So gehört es zu den großen Wundern des Lebens, dass sich der weibliche Körper innerhalb kürzester Zeit auf die neuen Bedingungen einstellt. Für den Körper der werdenden Mama bedeutet eine Schwangerschaft Schwerstarbeit. Sie muss schließlich 40 Wochen lang Nahrung fürs wachsende Baby heranschaffen und über ihren Blutkreislauf zwei Menschenleben in Gang halten. Aber keine Angst: Der weibliche Körper ist optimal auf diese Aufgabe vorbereitet, auch wenn Schwangere anfangs häufig an Übelkeit leiden, der Kreislauf in den Keller wandert und der wachsende Bauchumfang schmerzhaft aufs Kreuz drückt. Seien Sie zuversichtlich und gehen Sie die Veränderungen mit Optimismus und Vertrauen an!

Schwangerschaftsvorsorge schafft Sicherheit

Schwangerschaften verlaufen im Allgemeinen ohne größere gesundheitliche Probleme. Aber es gibt sie, die Ausnahmen von der Regel. Nicht alle Schwangerschaften verlaufen reibungslos, und nicht alle Babys sind so gesund, wie die werdenden Eltern sich das wünschen. Dank der intensiven Betreuung durch Frauenärzte und Frauenärztinnen können Frauen heute aber so sicher wie noch nie sein, dass ihr Baby gesund auf die Welt kommt. Dazu hat das engmaschige Vorsorgesystem beigetragen, dass es dem Frauenarzt bzw. der Frauenärztin ermöglicht, die Schwangere intensiv zu begleiten und die Entwicklung des Babys zu beobachten. Regelmäßige Schwangerschaftsvorsorge ist die beste Garantie dafür, dass bestehende Risiken und Komplikationen rechtzeitig erkannt und erfolgreich behandelt werden können. Schwangere sollten die vorgesehenen Termine beim Frauenarzt deshalb unbedingt wahrnehmen. Sie finden anfangs alle vier Wochen, aber ab der 32. Schwangerschaftswoche alle 14 Tage statt. Ab der 38. Schwangerschaftswoche eventuell jede Woche. Zu den frauenärztlichen Leistungen gehören eingehende Blutuntersuchungen, die Überwachung des Blutdrucks sowie die Kontrolle von Babys Entwicklung per Ultraschall. Wenn erforderlich, kann eine werdende Mutter auch die weitergehende pränatale Diagnostik in Anspruch nehmen.

Basis für eine gute Elternschaft legen

Noch sind Sie zu zweit, aber bald werden Sie eine kleine Familie sein. Mit allen Veränderungen, die das auch für die Partnerschaft mit sich bringen wird. Ihr Partner freut sich genauso wie Sie selbst auf das Baby? Das ist die ideale Voraussetzung für den neuen Lebensabschnitt. Eine funktionierende Kommunikation ist in jedem Fall die beste Voraussetzung für das Gelingen. Sprechen Sie beide offen und ehrlich über die Gefühle und Empfindungen, die Sie jetzt bewegen. Ihr Leben wird sich grundlegend ändern – da ist es nur natürlich, dass sich bei aller Freude aufs Baby auch Ängste und Befürchtungen in das Denken einschleichen. Beziehen Sie den Partner in Ihre Empfindungen ein und nehmen Sie auch seine Gefühle ernst. Je früher Sie mögliche Problemfelder ansprechen, desto geringer die Gefahr, dass sie sich nach der Geburt zur Belastung für die Beziehung entwickeln. Das gilt natürlich erst recht, wenn Ihre eigene Vorfreude aufs Baby die deswerdenden Vaters deutlich übersteigt. Dann ist Kommunikation wirklich das Allerwichtigste überhaupt, damit sich keine unheilbaren Risse in der Beziehung entwickeln. Ansonsten aber gilt: Genießen Sie die Zeit zu zweit und tun Sie alles, was Ihnen beiden Spaß macht.

Bleiben Sie aktiv

Sportliche Frauen verkraften die Strapazen und Belastungen von Schwangerschaft und Geburt besser als untrainierte Frauen. Schwangere sollten sich aber auch nicht überfordern. Wichtig ist, dass Sie nicht zu sehr ins Schwitzen geraten und Ihr Kreislauf nur maßvoll belastet wird. Spaziergänge erfordern keinen Kraftaufwand und tun doch einfach gut. Die frische Luft macht auch müde Geister munter. Wenn Sie dabei bewusst tief ein- und ausatmen, werden Sie und Ihr Baby optimal mit Sauerstoff versorgt. Schwimmen ist für Schwangere eine wahre Wohltat. Im warmen Wasser spüren sie ihr Gewicht nicht mehr, man fühlt sich frei und unbeschwert. Beim Schwimmen mit anderen schwangeren Frauen wird zudem die Körperakzeptanz gestärkt. Auch typische Beschwerden bei der Schwangerschaft werden im Wasser gemildert, Wassereinlagerungen im Körper reguliert. Das Gewebe wird geschmeidiger und dehnbarer. Walken oder Rad fahren trainieren das Herz und verbessern die Vitalität. Mutter und Kind profitieren davon, dass der Körper besser durchblutet wird.

Nehmen Sie Hilfe an!

Für Frauen, die schon Kinder haben, kann eine erneute Schwangerschaft erheblichen Druck bedeuten. Die Arbeit im Haushalt, die Betreuung der Kinder und vielleicht noch halbtags berufstätig sein – das schafft niemand mit links. Nehmen Sie deshalb jede Unterstützung wahr, die der Partner, die Familie oder Freunde geben können. Wenn Sie während der Schwangerschaft krank werden sollten, haben Sie Anspruch auf eine durch die Krankenkasse finanzierte Haushaltshilfe.

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen!

Frauen, die an Stress und Höchstleistung gewohnt sind, fällt es oft schwer, einen Gang zurückzuschalten. Aber in Ihrem eigenen und im Interesse ihres Kindes sollten Sie jeden Perfektionismus zurückstellen. Dauerhafter Druck sorgt für ein Gefühl der Überforderung und macht am Ende krank. Lassen Sie sich also nicht unter Druck setzen. Trauen Sie sich, auch mal konsequent Nein zu sagen, wenn Sie sich von einer Aufgabe überfordert fühlen. Druck entsteht übrigens auch, weil viele Schwangere ihre Freizeit mit besonders viel Aktivitäten anfüllen möchten. Wer weiß schließlich, wie viel freie Zeit nach der Geburt des Babys noch bleibt? Nehmen Sie sich das Recht, auch in dieser Hinsicht einen Gang runter zuschalten. Denn auch Freizeitstress ist Stress. Gönnen Sie sich ganz bewusste Aus-Zeiten und entspannen Sie sich!

Nehmen Sie Ihre Rechte am Arbeitsplatz wahr!

Damit Schwangere durch besonders belastende oder gefährliche Arbeiten nicht krank werden, hat der Gesetzgeber Schutzregeln für den Arbeitsbereich erlassen. Lassen Sie sich beraten und nehmen Sie diese Rechte wahr. Sie dienen Ihrer eigenen Gesundheit und dem Wohlbefinden Ihres Babys. Auch angesichts der angespannten Situation am Arbeitsmarkt sollte es in diesem Punkt keine Kompromisse geben.

Radfahren

Mobil auf zwei Rädern

Fit bleiben – das ist auch für Schwangere und junge Mütter wichtig. Radfahren eignet sich gut dafür, wenn man einige Einschränkungen beachtet.

Nur noch bequem auf dem Sofa zu liegen, das tut auch Schwangeren nicht gut. Sie brauchen Bewegung, denn sie sollten möglichst fit sein vor allem bei der Geburt. Wer ein Fahrrad zu Hause stehen hat, sollte sich daher mindestens zweimal wöchentlich in den Sattel schwingen und eine größere Runde drehen.

Auch die täglichen Besorgungen und Besuche lassen sich prima und klimaneutral mit dem Rad erledigen. Das trainiert den Kreislauf, fördert die Durchblutung vor allem auch in den Beinen, die im späteren Verlauf der Schwangerschaft zu Krampfadern neigen. Auch Rückenbeschwerden lassen nach, der Schlaf wird fester und tiefer, die Stimmung steigt, und die zähe Müdigkeit verfliegt. Viel Bewegung kann sogar einem Schwangerschafts-Diabetes entgegenwirken.

Nicht zu sehr anstrengen

Allerdings sollten sich Schwangere dabei nicht überfordern. Waren sie vorher sehr sportlich und leistungsorientiert, sollten sie nun nicht versuchen, dieses Level zu halten. Also einen Gang zurückschalten und gemächlicher in die Pedale treten. Vor allem im späteren Verlauf der Schwangerschaft, wenn der Bauch schon recht groß ist, leidet meist der Gleichgewichtssinn.

Frauen stehen dann nicht mehr so sicher und radeln oft auch etwas wackeliger als sonst. Deshalb Strecken bevorzugen, die nicht stark befahren sind, etwa ruhige Radwege oder Waldwege. Auch einen Blick auf den Untergrund werfen. Ist der Weg sehr holprig? Dann besser umdrehen und eine andere Strecke wählen. Denn größere und häufige Erschütterungen sind nicht gut fürs Ungeborene.

Tut auch der Psyche gut

Nach der Geburt ist erst mal Erholung wichtig. Also nichts unternehmen, was einen überfordert. Aber sobald sich die junge Mutter wieder gut fühlt, sollte sie auch ein wenig trainieren. Radeln ist eine ideale Therapie, um schneller wieder fit zu werden und den Körper zu straffen. Nach der Geburt sind die Bindegewebe und Bänder noch schlaff. Das ändert sich rasch durch regelmäßiges Radfahren.

Wer mag und die Zeit dafür hat, kann sich gern jeden Tag aufschwingen und nach Herzenslust herumsausen. Das tut auch der Psyche sehr gut. Ist der Partner oder ein anderer Erwachsener daheim und passt auf das Baby auf, sollte jede Frau diese Möglichkeit zu einer Auszeit nutzen – und vielleicht gemeinsam mit einer Freundin die Umgebung erkunden. Denn zu zweit macht das Radeln noch mehr Freude.

Erst den Arzt fragen

Wenn der Arzt etwa wegen Blutungen von anstrengenden Tätigkeiten abrät, gilt dies auch fürs Radeln. Dann das Rad nicht benutzen. Auch bei hohem Blutdruck, Übelkeit und Schwindelanfällen erst den Arzt fragen, ob er diese Art der Fortbewegung gutheißt. Wer sich auf dem Rad nicht wohl und sicher fühlt, sollte es besser stehen lassen.

Besser schlafen in der Schwangerschaft

Viele Schwangere haben Ein- und Durchschlafprobleme. Wie es zu solchen Störungen kommt und was dagegen hilft

Nach dem ersten Hurra tauchen bald auch schon ängstliche Fragen auf: Wenn Frauen erfahren, dass sie schwanger sind, geraten sie leicht in ein Wechselbad der Gefühle. Vor allem bei der ersten Schwangerschaft kann das leicht passieren. Denn bei aller Freude bedeutet dies auch einen großen Einschnitt im Leben. Hinzu kommt die Hormonumstellung im Körper. Kein Wunder, dass zahlreiche Schwangere nachts nicht gut schlafen können. Die Gedanken kreisen ums werdende Leben und den Alltag während und nach der Schwangerschaft. Geldsorgen mischen sich möglicherweise auch darunter. Oft ist es aber nur die körperliche Umstellung, die Frauen das Leben nachts schwer macht.

Schließlich wächst der Bauch schnell,

…das Liegen wird beschwerlicher. Je weiter die Schwangerschaft fortschreitet, umso unbequemer wird es im Bett. Solche Ursachen von Schlaflosigkeit sind eher harmlos und lassen sich eventuell durch abstützende Kissen, Hochlagerung des Körpers oder eine andere Matratze abstellen. Manchmal hat die Schlaflosigkeit aber auch tiefer gehende Gründe, zum Beispiel Bluthochdruck. Eine bei Schwangeren nicht so seltene Störung. Hoher Blutdruck führt vor allem nachts häufig zu innerer Unruhe. Etwa jede zehnte Schwangere leidet darunter, bei Erstgebärenden ist der Anteil noch etwas höher. Mediziner empfehlen werdenden Müttern daher, ihren Blutdruck öfter mal zu kontrollieren. Liegt er bei 140/90 oder höher, unbedingt und sofort zum Arzt gehen. Denn auf Dauer kann Bluthochdruck zu schweren Komplikationen führen.

Meist aber sind die Ursachen

…weniger dramatisch, wenn einem nachts die Augen nicht zufallen wollen. Je größer das Ungeborene wird, umso mehr verdrängt es auch die inneren Organe seiner Mutter, vor allem Magen und Darm. Das führt dann leicht zu Verdauungsstörungen, die einen nachts schlechter schlummern lassen. Auch die Bewegungen des Fötus machen sich nachts mehr bemerkbar als am Tag. Wird es tagsüber ständig von Mama in den Schlaf geschaukelt, weil sie herumläuft, ist es nachts öfters wach. Dann boxt es und tritt. Das hat zwar auch etwas Beglückendes, ist aber nicht schlaffördernd.

Im letzten Drittel der Schwangerschaft

…bildet der Körper das Stillhormon Prolaktin. Es sorgt nicht nur dafür, dass pünktlich zur Geburt die Milch einschießt – sondern auch dafür, dass die Mutter nachts rasch aufwacht, wenn das Baby Hunger hat und schreit. Prolaktin macht den Schlaf insgesamt leichter und störungsanfälliger. Die meisten Medikamente zum Einschlafen sind für werdende Mütter tabu. Ihre Wirkstoffe würden das Kind zu sehr gefährden. Vorsicht auch bei pflanzlichen Mitteln, die es verschreibungsfrei gibt. Ist eine Schlafstörung wirklich hartnäckig und schlägt stark aufs Gemüt, den Arzt konsultieren.

Einige wenige Schlafmittel gibt es, die in der Schwangerschaft als wenig riskant gelten und die der Arzt dann möglicherweise verschreibt. Ansonsten lohnt es sich, auf schwere Mahlzeiten zu verzichten, keinen Kaffee und schwarzen Tee zu trinken wegen des aufputschenden Koffeins – und sich tagsüber genügend zu bewegen, damit man abends die nötige Bettschwere mitbringt.

Gelegentlich macht auch die Schilddrüse Probleme in der Schwangerschaft.

Dann produziert sie entweder zu viele oder zu wenig Schilddrüsenhormone. Beides kann zu Schlafstörungen führen. Vor allem Frauen, die schon vor der Schwangerschaft Schwierigkeiten mit ihrer Schilddrüse hatten, sollten die Werte in der Schwangerschaft regelmäßig kontrollieren lassen. Sonst kann schlimmstenfalls das Ungeborene Schaden nehmen.

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Schmerztherapien bei der Geburt

Viele Frauen haben Angst vor den Schmerzen bei einer Geburt. So gibt es immer mehr Geburten, die medizinisch begleitet werden. Bei einer Studie wurde nachgefragt, welche Therapien vorwiegend in Anspruch genommen wurden: Drei Prozent der Frauen ließen sich mit naturheilkundlichen Methoden wie Homöopathie oder Akupunktur helfen, entkrampfende Mittel und/oder Schmerzmittel wie beispielsweise Buscopan als Zäpfchen oder Infusionen nahmen zehn Prozent, vier Prozent verwendeten Lachgas und die „beliebteste“ Schmerztherapie ist die PDA (Periduralanästhesie), welche 25 Prozent der Frauen durchführen ließen. Einem Kaiserschnitt mit PDA unterzogen sich fast acht Prozent der Frauen und ein Prozent einem Kaiserschnitt mit Vollnarkose. 49 Prozent der Frauen haben völlig natürlich geboren, ohne schmerztherapeutische Hilfe. An der Umfrage nahmen insgesamt 313 Frauen teil.

Wichtig: fachlichen Rat einholen

Bei einer Geburt steigern sich die Schmerzen nach und nach. Entsprechend dem Grad der Beschwerden wird unterschiedlich behandelt. Die Hebamme Christina Hirsch aus Schwäbisch Gemünd meint hierzu, dass, solange die Schmerzen noch nicht so groß sind, mit Massagen oder Baden begonnen wird. „Reichen diese Methoden nicht mehr aus, greifen wir zu pharmakologischen Behandlungsweisen, das heißt, zu nicht natürlichen Schmerzmitteln. Hierbei gibt es beispielsweise entkrampfende Zäpfchen oder Infusionen. Ist es für die Frau nach wie vor nicht erträglich, wird eine PDA gelegt, wenn die Schwangere dies wünscht“, so Hirsch weiter.

Die Beschwerden werden dabei stets individuell therapiert und die Gebärende darf mitbestimmen, ob und wann sie welches Medikament erhält. Allerdings muss man beachten, dass Schmerzmittel wie Buscopan und Meptid eher für kurze Abschnitte der Schmerzerleichterung geeignet sind. Die PDA hingegen wirkt länger.

Das Internet bietet eine Fülle an richtigen, aber auch falschen Informationen zur Schmerztherapien bei der Geburt sowie viele Horrorgeschichten. Diese führen zu Verunsicherung und können Ängste hervorrufen. In einem persönlichen Gespräch mit Fachärzten kann die werdende Mutter alle Fragen, Bedenken und Sorgen klären. Auch wer naturheilkundliche Maßnahmen in Anspruch nehmen möchte, sollte dies vorab besprechen.

Viruses and Bacteria

Gesundheitstipps zum Corona-Virus

Corona und die Folgen: Auch Familien mit kleinen Kindern und Schwangere machen sich derzeit große  Sorgen um eine mögliche Infektion mit dem Virus. Das Kinderhilfswerk UNICEF gibt hier Tipps zu wichtigen Fragen:

Welche Folgen hat COVID-19 für Kinder?

Da es sich um ein neuartiges Virus handelt, kann man noch nicht sagen, welche Folgen es für schwangere Frauen, Neugeborene und Kinder hat. Wir wissen, dass sich Menschen jeden Alters mit dem Virus infizieren können. Bis heute wurden jedoch relativ wenig Fälle von COVID-19 bei Kindern gemeldet.

Können schwangere Frauen das Virus an das ungeborene Kind weitergeben?

Zurzeit gibt es noch nicht genügend Erkenntnisse darüber, ob das Coronavirus bereits vor der Geburt Folgen für ungeborene Babys im Mutterleib haben kann. Dies wird zurzeit untersucht. Frauen in der Schwangerschaft sollten weiterhin Vorsichtsmaßnahmen treffen, um das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten. Bei Symptomen wie Fieber, Husten oder Atembeschwerden sollten Frauen in der Schwangerschaft frühzeitig ihren Arzt um Rat fragen.

Kann eine Mutter ihr Baby stillen, wenn sie an dem Coronavirus erkrankt ist?

Alle Mütter, die sich in betroffenen Regionen aufhalten und die Symptome wie Fieber, Husten oder Atembeschwerden haben, sollten sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben und die Anweisungen der Mediziner befolgen. Das Stillen bietet viele Vorteile für die Mutter und das Neugeborene. Da über die Muttermilch keine Atemwegsviren übertragen werden, kann eine an COVID-19 erkrankte Mutter unter Anwendung aller notwendigen Vorsichtsmaßnahmen weiter stillen.

Wenn Mütter mit den genannten Symptomen stark genug sind um zu stillen, sollten sie Folgendes berücksichtigen, um ihr Neugeborenes vor einer Infektion zu schützen:

  • In der Nähe des Kindes sollten sie eine Atemschutzmaske tragen – auch während des Stillens.
  • Vor und nach dem Kontakt mit dem Kind sollten sie sich die Hände waschen – auch während des Stillens.
  • Kontaminierte Oberflächen sollten gereinigt und desinfiziert werden.

Wenn eine Mutter zum Stillen zu krank ist, sollte sie, falls möglich, Milch abpumpen und sie dem Neugeborenen über einen sauberen Becher und/oder Löffel füttern – alles unter Anwendung der gleichen Methoden zur Infektions-Vorbeugung.

Kaiserschnitt

Kaiserschnitt nur im Notfall

Kaiserschnitt-Kinder haben mehr Gesundheitsprobleme als Kinder, die auf natürlichem Weg zur Welt gekommen sind. Das zeigt der Kindergesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK). Demnach ist für Kaiserschnitt-Kinder das Risiko für eine chronische Bronchitis in den ersten acht Lebensjahren um fast zehn Prozent erhöht. Das Risiko für leichte und mittlere Entwicklungsstörungen ist um neun Prozent erhöht, das Risiko für ADHS um 16 Prozent. „Kaiserschnitte sind ein Segen für Mutter und Kind, wenn sie in medizinisch notwendigen Fällen eingesetzt werden. Wenn allerdings eine OP nicht unbedingt notwendig ist, sollten Arzt und Eltern auch die Folgen für die Gesundheit des Kindes im Blick haben“, so Dr. Jens Baas, Vorsitzender des Vorstands der TK.

Höhere Gesundheitsrisiken fürs Kind

Der Report zeigt ebenfalls Auffälligkeiten beispielsweise bei Ernährungsproblemen (11 Prozent höheres Risiko), Magen-Darm-Erkrankungen (7 Prozent) und Adipositas (36 Prozent).
Baas: „Kaiserschnitte haben für die Gesundheit der Kinder weitreichendere Folgen als vielen bisher bewusst ist. Wir müssen daher im Interesse der Kinder medizinisch nicht notwendige Kaiserschnitte vermeiden. Denn in vielen deutschen Kreißsälen wird immer noch zu oft zum Messer gegriffen.“ Die Bundesrepublik liegt mit einer Kaiserschnittrate von 30 Prozent von allen Klinikentbindungen 2017 über dem westeuropäischen Durchschnitt (27 Prozent). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass im Schnitt nur bei 10 bis 15 Prozent der Geburten ein Kaiserschnitt unbedingt medizinisch erforderlich ist. Regional schwankt die Kaiserschnittrate in Deutschland stark – von 24 Prozent in Sachsen bis 37 Prozent im Saarland. „Diese Unterschiede lassen sich kaum durch medizinische Faktoren erklären“, so Baas.

Eine Erkenntnis des Reports: „In der Praxis sollten Kinderärzte und Eltern bei Kaiserschnitt-Kindern genauer hinschauen, um Auffälligkeiten frühzeitig zu bemerken und gegenzusteuern“, ergänzt Klaus Rupp, Leiter des TK-Versorgungsmanagements. Es wäre deshalb hilfreich, wenn Kinderärzte das gelbe Kinder-Vorsorgeheft auf Hinweise zu einer Kaiserschnittgeburt prüfen würden, um dadurch besser auf spezifische Probleme achten zu können, zum Beispiel Artikulationsstörungen.

Die TK will die Ergebnisse des Reports nutzen, um passgenaue Versorgungsangebote für betroffene Kinder zu entwickeln. Rupp: „Dabei setzen wir auch auf neue digitale Möglichkeiten, zum Beispiel digital unterstütztes, spielebasiertes Lernen bei der Therapie von Lernentwicklungsstörungen oder Atemwegserkrankungen.“

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Risiko Frühgeburt

Die Wahl der richtigen Entbindungsklinik kann für Mutter und Kind alles entscheidend sein. Für Schwangere mit drohender Frühgeburt ist diese Wahl eine Herausforderung, die ohne frauenärztliche Unterstützung und Entscheidung nicht zu meistern ist.

Vielfach sind es akut einsetzende Komplikationen, die eine Frühgeburt zur Folge haben. Werdende Eltern haben kaum noch eine Entscheidungsmöglichkeit oder Zeit für eine eigene Suche, sondern müssen sich auf die Empfehlungen und die Organisation des betreuenden Frauenarztes verlassen. Jede Schwangere hat im Rahmen der  Schwangerenbetreuung nach Mutterschaftsrichtlinien einen Anspruch auf Information über die Kompetenzen der umgebenden Kliniken und auf Vorstellung zur Geburtsplanung bzw. Einweisung in eine geeignete Klinik. „Es ist also unerlässlich, dass Frauenärzte darüber informiert sind, welchen Versorgungsstatus die regionalen geburtsmedizinischen Kliniken haben und Schwangere in Kliniken aufgenommen werden, die dem Risiko entsprechen“ so Dr. med. Christian Albring, niedergelassener Frauenarzt und Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V.

Von Anfang an ins richtige Krankenhaus

Zu den Risiken und Ursachen von Frühgeburten gehören aufsteigende Infektionen, Rauchen oder eine Schwangerschaftsvergiftung (Präklampsie). Auch Mehrlingsgeburten und ein relativ hohes Alter von über 40 Jahren bei einer Schwangerschaft lassen die Risiken steigen.

Von den Kindern, die mit weniger als 1.000 Gramm Geburtsgewicht geboren werden, behalten beinahe 20 Prozent eine Behinderung wie Blindheit, Taubheit, Lähmungen oder Epilepsie. 42 Prozent haben Probleme in der Sprach-, Lern-, Hör, Seh- oder Spielentwicklung.

Somit ist die Verringerung frühkindlich entstandener Behinderungen das große Ziel, dem man durch Qualitätssicherung mit verbindlichen Anforderungskriterien an die Kliniken begegnen will. Nur die Perinatalzentren Level I – III sind für die Versorgung von Frühgeborenen zugelassen und nur ein Level-I-Zentrum darf Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht von unter 1500 Gramm betreuen. Die Entscheidung zur Aufnahme in einem dem Risiko entsprechenden Zentrum muss vor der Geburt erfolgen, da jeder Transport eines Frühgeborenen ein zusätzliches Risiko birgt. Schwangere mit drohender Frühgeburt sind daher gut beraten, sich mit Hilfe ihres Frauenarztes rechtzeitig nach einer geeigneten Klinik zu erkundigen.