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Bild: Gantzer Monika / pixelio.de

Kein Olivenöl für die Hautpflege

Die Haut des Babys mit Ölen einzufetten ist recht beliebt. Allerdings sollten Eltern dabei nicht ins Küchenregal greifen und Oliven- oder Sonnenblumenöl dafür nutzen. Solche Öle haben zunächst zwar eine fettende Wirkung, längerfristig stellt sich möglicherweise aber der gegenteilige Effekt ein: „Die natürliche Barriere der Haut, die das Austrocknen verhindern soll, Allergene und Infektionen abwehrt, wird durch diese Öle beeinträchtigt“, sagt Dr. Burkhard Lawrenz, Sprecher des Ausschusses Prävention und Frühtherapie beim Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Er bezieht sich dabei unter anderem auf eine Studie von Experten aus Großbritannien und Katar. Die Forscher hatten die Barrierefunktion beziehungsweise Hornschicht der Haut mit einer Wand aus Ziegeln verglichen. Das Unterhautfettgewebe (epidermale Barrierelipide) bezeichneten sie als „Mörtel“, der die Ziegel beziehungsweise Zellen zusammenhält. Öl beschädigt möglicherweise diesen „Mörtel“, es bilden sich Risse, die Feuchtigkeit kann entweichen und Fremdkörper können eindringen, so die Autoren der Studie. Dies wiederum würde die Entwicklung von Ekzemen erleichtern. Die Autoren selbst halten jedoch weitere Studien für notwendig.

Besser ist eine Feuchtigkeit spendende Lotion

„Sind Eltern unsicher, können sie sich von ihrem Kinder- und Jugendarzt beraten lassen. Insbesondere wenn bei Familienangehörigen Neurodermitis bekannt ist, sollte der Säugling täglich mit einer Feuchtigkeit spendenden Lotion eingecremt werden“, rät Dr. Lawrenz. Zwei- bis dreimal wöchentlich für fünf bis zehn Minuten baden gilt als empfehlenswert. Rückfettende und pH-neutrale Badezusätze eignen sich besonders für Babys. Auf Schaumbäder und normale Seifen sollten Eltern bei ihrem Säugling generell verzichten, da sie der Haut Feuchtigkeit entziehen. Nach dem Bad sollten Eltern ihr Baby rasch sanft und gründlich abtrocknen, damit es nicht auskühlt. Anschließendes Eincremen verhindert, dass die Haut rissig wird. Wenn sich schon rote, rissige oder entzündete Hautstellen gebildet haben, mit dem Kind am besten zu einem Hautarzt gehen.