Bild: Sandra Werner / pixelio.de
28. März 2022

Länger schlummern mit Beikost

Mütter sollten nach Möglichkeit ein halbes Jahr, mindestens jedoch 4 Monate ausschließlich stillen. Anschließend ist das Zufüttern von Beikost, meist in Kombination mit dem Stillen, was dem Baby die Umstellung auf die zusätzliche Nahrung erleichtert. Laut einer britischen Studie schliefen Babys länger, wenn damit bereits ab dem 4. Monat begonnen wurde [1].

Die Studie sollte vorrangig untersuchen, ob Kinder, die schon ab dem vierten Monat parallel zum Stillen Protein aus allergieauslösenden Lebensmitteln (u. a. Ei, Erdnuss) erhalten hatten, mit 3 Jahren seltener an Allergien auf diese Lebensmittel litten. Dazu wurden insgesamt 1.303 ausschließlich gestillte drei Monate alte Babys einbezogen und in zwei Gruppen aufgeteilt: Die Mütter der einen Gruppe sollten etwa sechs Monate lang ausschließlich stillen. Bei den Kindern der zweiten Gruppe, die ebenfalls weitergestillt wurden, sollte bereits nach drei Monaten Beikost in die Ernährung integriert werden.

In einer Sekundäranalyse wurden die Daten aus den begleitenden Befragungen der Mütter dahingehend ausgewertet, ob die frühere Einführung der Beikost einen Einfluss auf Schlaflänge und Aufwachhäufigkeit der Babys sowie die Lebensqualität der Mütter hatte. Die Eltern füllten bis zum ersten Geburtstag ihres Kindes monatlich einen Online-Fragebogen aus, danach alle drei Monate bis zum Alter von drei Jahren.

Eine Viertelstunde mehr Schlaf pro Nacht

Die Studie ergab, dass Säuglinge in der Gruppe mit früher Beikosteinführung länger schliefen und weniger oft aufwachten als die ausschließlich gestillten Kinder. Die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen erreichten nach 6 Monaten ihren Höchststand, wobei die Beikost-Gruppe pro Nacht eine Viertelstunde (im Mittel 16,6 min) länger schlief und die Frequenz, wie oft die Kinder aufwachten, von etwas mehr als zweimal pro Nacht auf 1,74 Mal abnahm.

Von der längeren Schlafzeit der Kinder profitierte auch das mütterliche Wohlbefinden: Von der Gruppe der Mütter, die früher Beikost einführten, wurden seltener Schlafprobleme berichtet. Obwohl es offiziell hieße, dass der Beginn von fester Nahrung Babys nicht dazu bringe, nachts besser zu schlafen, lege diese Studie nahe, dass dies überprüft werden müsse, so Erstautor Professor Gideon Lack vom King’s College London.

Kleiner Tipp: Weitere Texte zum Thema findest du in unserer Rubrik Ernährung.

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