13. März 2023

Laufen lernen

Kleinkinder lernen das Laufen am besten barfuß oder mit Söckchen. So können ihnen die Füße viele neue Entdeckungen vermitteln.

Zunächst sind sie nur zum Strampeln da. Erst im Verlauf des ersten Lebensjahres merkt das Kind, dass es mit seinen Beinen und Füßen noch mehr anfangen kann. Es krabbelt, stemmt sich hoch und versucht zu stehen. Dafür benötigt es 10 bis 15 Monate. Laufen können viele Kinder erst nach etwa eineinhalb Jahren. „So zart sie auch aussehen mögen – Babyfüße sind stark genug, das Gewicht des Körpers zu tragen“, sagt der Kinder- und Jugendarzt Professor Dr. Berthold Koletzko von der Stiftung Kindergesundheit. „Für ihre gesunde Entwicklung sind Schuhe nicht erforderlich, eher im Gegenteil: Schuhe hindern die Füße am Tasten und Greifen. Dadurch bleiben dem Kind wichtige sensorische Reize und Empfindungen und damit zusätzliche Wahrnehmungsimpulse für sein Gehirn vorenthalten. Schuhe braucht der Mensch nur zum Schutz gegen Kälte, Hitze und Verletzungen“.

Schuhe sind erst später nötig

Im Handel und im Internet bieten viele Hersteller ihre Kinderschuhe unter der Bezeichnung „Lauflernschuhe“ an. Dabei benötigt kein Kind Schuhe zum Laufen- lernen, betont die Stiftung Kindergesundheit. Schuhe sind erst dann angebracht, wenn ein Kind schon so gut laufen gelernt hat, dass es auch draußen auf eigenen Beinen vorankommen möchte.

Am besten beginnt das Kind auf eigenen Sohlen zu laufen, also barfuß. Oder – zum Beispiel bei kalten Fußböden in der Wohnung – auf Socken oder in biegsamen Hausschuhen, die gegen das Rutschen mit Gumminoppen ausgerüstet sind. Ihr Vor- teil: Die Füße bewegen sich freier, und man erkennt leicht, ob die Socken passen. Denn auch Hausschuhe müssen passen. Professor Koletzko: „Vor allem beim Barfußlaufen erschließt sich dem Kind eine neue Welt, besonders im Sommer. Es erlebt zum ersten Mal, wie sich Sand, Gras, Kies, warmer oder nasser Boden an- fühlt. Es lernt, mit seinem Fuß die unter- schiedliche Beschaffenheit des Untergrunds zu ertasten.

Häufiges Stolpern oder Stürze?

Kleine Kinder zeigen häufig einen Einwärtsgang, der bei manchen Kinder bis zum Grundschulalter anhält. In den aller- meisten Fällen korrigiert sich diese Gang- art von selbst und erfordert keine Behandlung. Bemerken Eltern aber, dass ihr Kind Schwierigkeiten beim Gehen hat, häufig stolpert oder hinfällt, ist fachlicher Rat vonnöten. „Wenn sich der Einwärts- gang verschlimmert oder das Kind sogar hinkt oder Schmerzen angibt, sollten Eltern mit dem Kind zum Arzt gehen“, rät der Kinderarzt Dr. Ulrich Fegeler aus Berlin. Ob sich die Gangart verändert, können Eltern, wenn sie unsicher sind, mit Hilfe von kurzen Videoaufnahmen im Abstand von einem Jahr erkennen. Dabei sollten sie ihr Kind beim Gehen von vor- ne und von hinten aufnehmen.

Hat mein Baby Plattfüße?

Die flache Fußform der Säuglinge hat mit einem Plattfuß nichts zu tun. Babyfüße haben zwar eine etwas flachere Wölbung, weil sich das Fußgewölbe erst mit dem Laufenlernen richtig entwickelt. Sie sehen jedoch vor allem des- halb so flach aus, weil ein dickes Fettpolster die Knochen verdeckt. Es schützt die Füße des Babys vor Auskühlung, aber auch vor Überbelastung. Ein echter Plattfuß ist dagegen extrem selten.

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