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Bild: redsheep/pixelio.de

Rettender Eingriff beim kleinen Pepe

Schätzungsweise 100 Babys erleiden im Jahr in Deutschland rund um die Geburt einen Schlaganfall, sehr selten findet sich dabei ein Verschluss der Hirnstammarterie, der lebensbedrohlich ist. Am Universitätsklinikum Münster gelang es jetzt, bei dem frischgeborenen kleinen Pepe das lebenswichtige Gefäß innerhalb von 14 Stunden nach der Geburt wiederzueröffnen. Der Kathetereingriff über die Leiste des Babys  war die weltweit früheste beschriebene Intervention bei einem Schlaganfall eines Neugeborenen.

Als Pepe am 15. März kurz nach Mitternacht geboren wurde, war er ein vitales Neugeborenes ohne besondere Auffälligkeiten. Die Geburtsklinik im sauerländischen Hüsten verzeichnete erst morgens um sechs Uhr neurologische Auffälligkeiten, die die Ärzte veranlassten, sich mit den Spezialisten der Universitätskinderklinik in Münster in Verbindung zu setzen. „Pepe bekam plötzlich Krampfanfälle, zeigte eine unregelmäßige Atmung mit einem auffälligen Bewegungsmuster der Armen und Beine “, sagt Oberarzt Dr. Ronald Sträter.

Pepe wurde innerhalb einer Stunde in das UKM verlegt, um zu schauen, ob die Möglichkeit besteht, das Gerinnsel (Thrombus) aus dem Gehirn zu entfernen und somit die Durchblutung des Gehirns zu normalisieren. Nachdem sich die Diagnose durch eine umgehende Ultraschalluntersuchung bestätigt hatte, entfernten Neuroradiologen das Gerinnsel. Mit dem minimalinvasiven Eingriff gelang es im ersten Anlauf, die Hirnstammarterie wieder durchgängig zu machen. Was zu diesem Zeitpunkt niemandem bewusst war: Pepe ist weltweit der erste beschriebene Fall einer erfolgreichen Thrombektomie direkt am Tag der Geburt.

Pepe selbst hat den Eingriff gut überstanden, allerdings wurde bei ihm noch ein kleinerer Herzfehler gefunden, der beobachtet und eventuell behoben werden muss. „Seine Prognose ist generell gut“, freut sich Sträter. Zwar könne man erst auf längere Sicht sagen, ob das Kind den Hirninfarkt ohne Schaden überstanden hat, aber zumindest konnte man den neurologischen Notfall abwenden. Der Schlaganfallspezialist ist zuversichtlich, weil es bei Pepe keine weiteren Hirninfarkte mehr gegeben hat und die Durchblutung des lebenswichtigen Hirnstamms erhalten werden konnte. Und die Neuropädiaterin Dr. Barbara Fiedler ergänzt: „Wir konnten Pepe schon zu Ostern wieder nach Hause entlassen. Insgesamt sind wir sehr zuversichtlich, dass Pepe ein weitgehend gesundes und glückliches Leben führen wird.“