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Richtig Fieber messen

Wenn das Baby krank ist, muss auch mal das Thermometer gezückt werden. Aber wo soll ich messen, und welches Fieberthermometer ist geeignet?

Anhaltendes Wimmern, heiße Stirn, Husten oder Bauchkrämpfe: Dann wird es Zeit für eine Messung der Körpertemperatur beim Baby. Schließlich ist sie ein deutlicher Hinweisgeber dafür, wie schwer krank das Kleine ist. Die Frage ist nur: Welche Körperstelle eignet sich am besten dafür? Die Methoden, welche Erwachsene dann anwenden, sind für Babys und Kleinkinder nicht alle geeignet. Und die Ergebnisse können erheblich schwanken, je nach Art der Messung. So liegt die Körpertemperatur etwa unter den Achseln immer deutlich unter der, die im Po gemessen wird.

Woran liegt das?

Wird das Thermometer in den Po eingeführt, dringt es etwas tiefer in den Körper ein. Es befindet sich nun schon sehr nahe an der sogenannten Kerntemperatur des Körpers. Die Messergebnisse sind hier sehr genau. Sie erhalten zuverlässige Werte, weshalb die Fiebermessung im Po (rektale Messung) speziell bei Säuglingen und Kleinkindern die beste ist. Das Thermometer hierfür mit einer Creme einfetten und dann vorsichtig und nicht zu tief (etwa 2 cm) in den After einführen.

Das Baby liegt dabei am besten auf der Seite oder auf dem Bauch. Bei klassischen Glasthermometern dauert es etwa zwei bis drei Minuten, bis der richtige Wert angezeigt wird. Das erfordert etwas Geduld von dem kleinen Patienten und seinen Eltern. Für sehr unruhige Babys eignet sich daher ein Digitalthermometer besser, weil es schon nach wenigen Sekunden piept und den exakten Wert anzeigt.

Und was ist mit der Messung unter den Achseln?

Hier wird lediglich die Hauttemperatur angezeigt, also nicht die Körper-Kerntemperatur. Die Werte sind dann auch erhöht, liegen aber niedriger als die Kerntemperatur – und sind daher nur als grobe Orientierung zu gebrauchen. Ähnlich ist es bei der Messung im Mund. Diese Variante ist für Babys ohnehin ungeeignet, weil sie auf dem Thermometer herumkauen oder es ausspucken würden.

Alternative Ohr

Brauchbar sind Messungen im Ohr mit einem speziellen Ohrthermometer. Sie sind jedoch erst bei etwas älteren Babys ab sechs Monaten zu empfehlen, weil der Gehörgang vorher noch zu eng ist. Denn das Thermometer wird so tief eingeführt, dass es nahe am Trommelfell ist. Ein Sensor im Gerät misst dann die abstrahlende Wärme des Trommelfells. Das ergibt recht genaue Werte. Allerdings ist die rektale Messung noch exakter. Zudem erfordert die Messung mit dem Ohrthermometer etwas Übung, weil das Thermometer im Gehörgang exakt positioniert sein muss. Am besten vom Arzt zeigen lassen, wie das geht. Die Ohr-Messung hat den Vorteil, dass sie das Baby kaum stört, wenig aufwendig ist und nur wenige Sekunden dauert. Bei Ohrentzündungen ist diese Methode nicht geeignet, weil sie dann zusätzliche Schmerzen auslösen könnte. Ein Ohrthermometer ist ab ca. 40 Euro erhältlich und damit deutlich teurer als ein digitales oder Glasthermometer, die jeweils nur ein paar Euro kosten.

Auf der Stirn

Neuere Varianten von Thermometern sind das Stirn- und das sogenannte Schnullerthermometer. Beim Stirnthermometer (ab ca. 17 Euro) wird der Sensor des Geräts kurz an die Stirn gehalten, beim Schnullerthermometer (ab ca. 10 Euro) ist er im Schnuller verbaut. Beide Varianten liefern eher ungenaue Messergebnisse.