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Risiko Frühgeburt

Die Wahl der richtigen Entbindungsklinik kann für Mutter und Kind alles entscheidend sein. Für Schwangere mit drohender Frühgeburt ist diese Wahl eine Herausforderung, die ohne frauenärztliche Unterstützung und Entscheidung nicht zu meistern ist.

Vielfach sind es akut einsetzende Komplikationen, die eine Frühgeburt zur Folge haben. Werdende Eltern haben kaum noch eine Entscheidungsmöglichkeit oder Zeit für eine eigene Suche, sondern müssen sich auf die Empfehlungen und die Organisation des betreuenden Frauenarztes verlassen. Jede Schwangere hat im Rahmen der  Schwangerenbetreuung nach Mutterschaftsrichtlinien einen Anspruch auf Information über die Kompetenzen der umgebenden Kliniken und auf Vorstellung zur Geburtsplanung bzw. Einweisung in eine geeignete Klinik. „Es ist also unerlässlich, dass Frauenärzte darüber informiert sind, welchen Versorgungsstatus die regionalen geburtsmedizinischen Kliniken haben und Schwangere in Kliniken aufgenommen werden, die dem Risiko entsprechen“ so Dr. med. Christian Albring, niedergelassener Frauenarzt und Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V.

Von Anfang an ins richtige Krankenhaus

Zu den Risiken und Ursachen von Frühgeburten gehören aufsteigende Infektionen, Rauchen oder eine Schwangerschaftsvergiftung (Präklampsie). Auch Mehrlingsgeburten und ein relativ hohes Alter von über 40 Jahren bei einer Schwangerschaft lassen die Risiken steigen.

Von den Kindern, die mit weniger als 1.000 Gramm Geburtsgewicht geboren werden, behalten beinahe 20 Prozent eine Behinderung wie Blindheit, Taubheit, Lähmungen oder Epilepsie. 42 Prozent haben Probleme in der Sprach-, Lern-, Hör, Seh- oder Spielentwicklung.

Somit ist die Verringerung frühkindlich entstandener Behinderungen das große Ziel, dem man durch Qualitätssicherung mit verbindlichen Anforderungskriterien an die Kliniken begegnen will. Nur die Perinatalzentren Level I – III sind für die Versorgung von Frühgeborenen zugelassen und nur ein Level-I-Zentrum darf Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht von unter 1500 Gramm betreuen. Die Entscheidung zur Aufnahme in einem dem Risiko entsprechenden Zentrum muss vor der Geburt erfolgen, da jeder Transport eines Frühgeborenen ein zusätzliches Risiko birgt. Schwangere mit drohender Frühgeburt sind daher gut beraten, sich mit Hilfe ihres Frauenarztes rechtzeitig nach einer geeigneten Klinik zu erkundigen.