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23. Februar 2023

Schwangerschaftsstreifen – was hilft?

Viele Frauen werden während oder nach der Schwangerschaft von sogenannten Schwangerschaftsstreifen begleitet. Erfahrt jetzt alles über deren Entstehung, Ursache und was dagegen hilft.

Wie entstehen Schwangerschaftsstreifen?

Schwangerschaftsstreifen sind eine Form von Dehnungsstreifen, die entstehen, wenn das Bindegewebe, das für die Elastizität der Haut verantwortlich ist, überdehnt wird. Wenn das geschieht, entstehen irreparable Risse in der Unterhaut, ähnlich wie Narben. Dehnungsstreifen können nicht nur bei Schwangeren auftreten, sondern beispielsweise auch bei Übergewicht, schnellem Wachstum oder Bodybuilding. Schwangere sind allerdings besonders anfällig, da auch ihr Hormon-Haushalt verändert und der Kortisol-Spiegel im Blut erhöht ist. Das hat zur Folge, dass das Nebennieren-Hormon die Elastizität der Haut verringert und es wahrscheinlicher wird, dass sie reißt und Dehnungsstreifen entstehen.

Optisch sind Schwangerschaftsstreifen unverkennbar. Meist zeichnen sie sich bei betroffenen Frauen rosa bis bläulich-violett ab. Bei manchen Schwangeren treten sie zudem auch an den Brüsten, der Hüfte oder den Oberschenkeln auf. Sie entstehen oft im letzten Schwangerschaftsdrittel oder auch erst bei der Geburt. Schwangerschaftsstreifen treten allgemein häufiger bei jüngeren als bei älteren Frauen auf, da deren Haut noch fester ist und daher weniger dehnbar. Frauen, die anlagebedingt ein eher schwaches Bindegewebe haben, sind ebenfalls stärker von den Dehnungsstreifen betroffen, ähnlich wie Schwangere, die sehr schnell an Körperfülle zunehmen, sodass die Haut in Wachstum und Dehnbarkeit nicht mehr nachkommt. Gerade bei diesen Frauen können dann auch Schwangerschaftsstreifen an anderen Stellen auftreten. Nach der Geburt verblassen die Dehnungsstreifen allmählich, bleiben jedoch als helle, perlmuttfarbene Hautpartien weiterhin sichtbar. Einen Arzt wegen Dehnungsstreifen aufzusuchen ist in der Regel nicht nötig, aber ratsam, wenn Leidensdruck besteht.

Schwangerschaftsstreifen loswerden

Behandlung: Schwangerschaftsstreifen können mit verschiedenen Methoden behandelt werden, die sie allerdings nie zu 100% beseitigen und nicht sehr kostengünstig sind. In der Regel werden sie auch nicht von Krankenkassen übernommen.

Eine Variante ist die Lasertherapie. Sie verursacht kleine Verletzungen in der Unterhaut, ohne dabei die Oberhaut zu beschädigen, und animiert so den Körper dazu, die Hauterneuerung zu beschleunigen. Um ein gutes Ergebnis zu erzielen, sind meist mehrere Sitzungen notwendig, wovon eine etwa 350 Euro kostet.

Außerdem gibt es die Ultraschall-Methode, bei der Ultraschallwellen für eine bessere Durchblutung der Haut sorgen sollen und Pflegeprodukte so besser in die tiefen Hautschichten vordringen können. Auch hier sind meist mehrere Behandlungen notwendig. Je nachdem, ob sie in einem Kosmetikstudio oder in einem speziellen Hautzentrum durchgeführt werden, reichen die Preise von 30 bis 100 Euro pro Behandlung.

Ein weiteres Beispiel ist die chirurgische Kryotherapie. Hier wird das Gewebe durch Kälte (flüssiger Stickstoff) gezielt schockgefrostet und zerstört. Anschließend setzen automatisch die natürlichen Heilungsprozesse der Haut ein. Die Behandlungskosten liegen bei etwa 400-600 Euro pro Sitzung. Abhängig davon, wie viele Stellen betroffen sind, können mehrere Sitzungen notwendig sein.

Vorbeugen: Einfacher als das Behandeln von Schwangerschaftsstreifen ist deren Vorbeugung. Zwar können die Streifen trotzdem auftreten, es sinkt aber die Häufigkeit und Intensität. Die besten Vorsorge-Tipps sind viel Wasser trinken und eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Eine hohe Trinkmenge, zwei bis drei Liter am Tag, erhöht die Elastizität der Haut und eine gesunde und vitaminreiche Ernährung sorgt für einen ausgewogenen Säure-Basen-Haushalt, der sich positiv auf das Bindegewebe auswirkt. Eine weitere Vorsorge-Methode ist Bewegung an der frischen Luft und moderater Sport für Schwangere. Beides sogt für eine gute Durchblutung und macht die Haut widerstandsfähiger gegen Schwangerschaftsstreifen. Wichtig ist auch, eine übermäßigen Gewichtszunahme vorzubeugen, da Fettgewebe weniger elastisch ist und eher zur Bildung von Dehnungsstreifen neigt. Das funktioniert ebenfalls am besten mit Bewegung und einer ausgewogenen und gesunden Ernährung. Normal ist eine Gewichtszunahme von 12 bis 18 Kilo. Was darüber liegt, belastet nicht nur das Bindegewebe der Schwangeren, ihren Kreislauf und ihre Gelenke, sondern macht das letzte Schwangerschaftsdrittel mit Babybauch beschwerlicher.

Auch die richtige Pflege kann Schwangerschaftsstreifen vorbeugen. Verwendet zum Beispiel eine besonders reichhaltige Hautpflege, die die Haut geschmeidig hält. Auch die Anwendung von Öl-Massagen, mit Mandelöl, Kokosöl oder Aloe Vera, kann helfen. Massiert dazu den Babybauch und die Brüste mit sanften Bewegungen, das hilft der Haut beim Dehnen. Auch nach der Geburt sollten die Massagen fortgesetzt werden, damit die Dehnungsstreifen schnell und besser verblassen. Ein weiterer Pflege-Tipp sind Wechselduschen. Sie regen die Durchblutung an, bringen den Kreislauf in Schwung und stärken das Bindegewebe. Wechselt beim morgendlichen Duschen einfach abwechselnd von warm auf kalt, aber achtet darauf, dass das Wasser nicht zu heiß wird. Denn der Körper von schwangeren Frauen ist besser durchblutet und so können schnell kleine geplatzte Blutgefäße (Besenreiser) entstehen.

Alles halb so schlimm

Generell sind Dehnungs- und Schwangerschaftsstreifen, insofern sie keine Schmerzen verursachen, gesundheitlich unbedenklich und es handelt sich lediglich um ein kosmetisches „Problem“. Doch das muss nicht von Dauer sein, denn für gewöhnlich verblassen die Streifen mit der Zeit, verschwinden aber nie vollständig.

Jetzt wo wir wissen, wie sie entstehen und weshalb sie da sind, sind sie doch eigentlich halb so schlimm. Denn sie sind etwas ganz Normales und Natürliches und besonders unter Schwangeren sehr weit verbreitet. Außerdem zeigen sie Müttern die Rückstände der Schwangerschaft mit ihrem Kind und beweisen, was ihr Körper außergewöhnliches geleistet hat. Sie sind die Erinnerung an etwas tolles und nichts, was einem peinlich sein sollte oder versteckt werden müsste. Außerdem, jetzt mal ehrlich, so schlimm sehen sie doch wirklich nicht aus! Deswegen empfehlen wir, auch wenn das bestimmt nicht immer einfach ist, zu den Schwangerschaftsstreifen zu stehen und sie mit Stolz zu tragen. Natürlich ist aber auch eine Behandlung, bei starker Unzufriedenheit, völlig in Ordnung.

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