Tag : Beikost

Nahrungsmittel

Was Ihr Baby nicht verträgt

Im ersten Lebensjahr heißt es Vorsicht beim Füttern: Längst nicht jedes Nahrungsmittel ist für Babys geeignet.

Gut, dass es Mutter- und Ersatzmilch gibt. Weil das Baby im ersten halben Jahr praktisch nichts anderes zu sich nimmt, müssen sich die Eltern keine Gedanken über andere Lebensmittel für ihr Kind machen. Erst danach beginnt die Zeit der Beikost und später auch weiterer Lebensmittel, die das Kind dann bei gemeinsamen Mahlzeiten zu sich nimmt. Fertige Beikost aus dem Supermarkt enthält keinerlei bedenkliche Substanzen, so dass sich Mutter und Vater auch hierbei keine Sorgen zu machen brauchen.

Selber Kochen

Nur wenn sie selber Beikost produzieren, sollten sie auf diese Einschränkungen achten: Kuhmilch und Produkte aus Kuhmilch wie Joghurt sind zwar nicht unmittelbar gefährlich. Babys und Kleinkinder bis etwa zum zehnten Lebensmonat vertragen sie aber nicht gut. Denn Kuhmilch ist für sie schwerverdaulich, wegen ihres hohen Eiweißgehaltes werden auch die Nieren stark belastet. Wer ein schon etwas älteres Kleinkind hat, kann aber gern mal einen Versuch mit einem Fläschchen Kuhmilch (1,5 Prozent Fettgehalt) machen. Verträgt das Kind die Milch ohne Magenschmerzen und starke Blubbergeräusche im Bauch, ist alles ok.

Rohmilch & Co.

Vorsicht vor allem bei Rohmilch und Produkten wie Käse aus Rohmilch. Darin können in selteneren Fällen sogenannte Listerien enthalten sein. Diese Bakterien führen zu Durchfall, Erbrechen und Fieber. Hartkäse enthält keine Listerien, geriebener Parmesan etwa kann durchaus über die Nudeln gestreut werden. Auf dem Etikett des Lebensmittels steht, ob es aus Rohmilch hergestellt wurde. Dass Kinder kein rohes Fleisch oder rohen Fisch essen sollten, versteht sich fast von selbst. Sonst können Bakterien wie Salmonellen darin stecken, die schwere Magen- Darminfekte auslösen. Auch Fleisch aus der Pfanne sollte immer gut durchgebraten sein. Medium-Steaks etwa sind nichts fürs Kind.

Bakterien

Vorsicht auch bei rohem Fisch etwa im Sushi. Babys und Kleinkinder sollten davon nicht probieren wegen möglicher Bakterienbelastung. Rohe Eier sind aus demselben Grund tabu. Selbst in einem weichgekochten Ei können Keime wie Salmonellen überleben. Deshalb nur hartgekochte oder gebratene Eier geben. Eier in Backwaren sind unbedenklich. Die hohen Temperaturen im Backofen töten alle Bakterien ab. Das Baby den Löffel mit Honig abschlecken zu lassen, ist auch keine gute Idee. Gelegentlich tauchen im Honig sogenannte Botulinus-Bakterien auf, gegen die das Immunsystem des Kindes nichts ausrichten kann. Die mögliche Folge ist eine schwere Infektion mit Vergiftung und Lähmungen. Ältere Kinder und Erwachsene müssen diese Keime nicht fürchten. Ihr Immunsystem tötet sie zuverlässig ab.

Gewürze

Stark Gesalzenes ist ebenfalls nichts für Kleinkinder, auch allzu Süßes vertragen sie oft nicht gut. Deshalb sparsam sein mit solchen Geschmacksstoffen. Starke Gewürze wie Pfeffer ganz weglassen. Nüsse in gemahlener Form sind kein Problem, als Ganzes sollten sie aber wie auch größere Früchte (Beeren) nicht gegeben werden. Die Gefahr sich zu verschlucken, wäre zu groß. Alkoholisches in jeglicher Form ist selbstverständlich tabu. Dazu gehören vor allem auch Lebensmittel, die mit Alkohol zubereitet werden, etwa die Nachspeise Tiramisu.

Jetzt wird es lecker 

Die Milch reicht ihm nicht mehr. Mamas und Papas Liebling will jetzt mal was Richtiges essen und signalisiert das auch. Also her mit der Beikost …

Immer nur die Brust oder das Fläschchen, das wird auf Dauer langweilig. Schon seit längerem guckt das Baby seinen Eltern interessiert beim Essen zu. Was mag da Leckeres auf dem Teller liegen? Eine völlig neue Genusswelt wartet auf da auf einen, und irgendwann ist der Tag gekommen für das erste Löffelchen.

Gemüse

Bei den meisten Babys geht es ab dem fünften oder sechsten Monat mit der Beikost los. Wenn sie mit Hilfe gut sitzen können, Dinge selbstständig zum Mund führen und Essen mit den Lippen aufnehmen können, steht dem nichts mehr im Wege. Die erste Milchmahlzeit wird am Mittag durch ein Gläschen ersetzt, das Gemüse enthält. Welches Gemüse das Baby mag, muss es selber herausfinden. Oft gibt es zunächst einen reinen Möhrenbrei. Man kann dies problemlos aber auch variieren, etwa Mais oder Kürbis mit und ohne Kartoffeln, dazu püriertes Fleisch nehmen.

Gläschen

Das Angebot namhafter Hersteller von Beikost ist groß und die Qualität dieser Produkte hoch. Wer mag, kann solche Mahlzeiten leicht auch selbst zubereiten. Dazu müssen die entsprechenden Lebensmittel nach dem Garen lediglich püriert werden und abkühlen, bevor das Baby sie essen darf. Darauf achten, dass nur hochwertige Produkte möglichst in Bioqualität im Kochtopf landen. Sie schmecken dem Kind meist auch besser.

Nach und nach

Wenn sich das Baby an die erste feste Mittagsmahlzeit gewöhnt hat, wird nach und nach auch die Abendmilch durch etwas Nahrhafteres ersetzt. Ideal hierfür ist ein Milch-Getreidebrei mit Hafer oder Gries, später (ab dem achten Monat) darf es auch Milchreis sein. Das Kind wird von diesen Breis viel gesättigter sein als nur mit seiner Milchmahlzeit und in der Nacht vermutlich besser durchschlafen.

Mehr Energie

Es braucht jetzt auch immer mehr Energie, weil es schnell wächst. Da ist ein solcher Brei genau das Richtige. Ab etwa dem ersten Lebensjahr bekommt es dann auch ein richtiges kleines Frühstück, mit Brot, Butter, Marmelade, Aufschnitt und richtiger Kuhmilch oder einem Müsli. Immer häufiger isst es auch das ganz normale Essen der Erwachsenen mit, natürlich klein geschnitten. Als Beikost eignet sich dann noch Apfel- oder Birnenmus. Alles, was das Kind schon immer gern aus dem Gläschen geschmaust hat, darf es gern weiteressen.

Prämilch richtig zubereitet, verhindert Blähungen

Richtig trinken von Anfang an!

In den ersten vier bis sechs Monaten erhält Ihr Baby durch die Muttermilch oder Flaschennahrung genügend Flüssigkeit. Zusätzliche Getränke sind in dieser Zeit nur an besonders heißen Tagen, bei Fieber oder Durchfall nötig – am besten Leitungswasser oder ungesüßter Früchte- und Kräutertee. Leitungswasser muss nicht abgekocht werden. Lassen Sie es aber immer so lange ablaufen, bis kaltes Wasser aus der Leitung fließt.

Es sollte kein Trinkwasser aus Bleileitungen verwendet werden. Wasser aus Hausbrunnen sollte nur verwendet werden, wenn die Eignung zuvor geprüft wurde. Auch wenn Ihr Kind die Flasche schon greifen und halten kann: Überlassen Sie Ihrem Kind die Flasche nicht zum Dauernuckeln und auch nicht als Einschlafhilfe. Schwere Karies, sogenannte Nuckelflaschenkaries, kann die Folge sein.

Mit der Beikost wächst der Durst

Erst wenn die dritte Breimahlzeit (Getreide-Obst-Brei) eingeführt ist, braucht das Baby – mit Ausnahme der oben genannten Situationen – zusätzliche Flüssigkeit.

  • Geben Sie Ihrem Baby bevorzugt aus Becher oder Tasse zu trinken und nicht aus der Flasche.
  • Bieten Sie Ihrem Baby zu den Mahlzeiten und auch zwischendurch immer wieder etwas zu trinken an. Leitungswasser, stilles Mineralwasser, ungesüßter Kräuter- oder Früchtetee sind auch jetzt die erste Wahl.

Machen Sie sich jedoch keine Sorgen, wenn Ihr Baby am Anfang nur wenig trinkt. Das wird sich mit zunehmendem Alter und der sich verändernden Zusammensetzung der Mahlzeiten in der Regel von selbst ändern, wenn Sie ihm regelmäßig etwas zu trinken anbieten.

Mit der Familienkost wird mehr Flüssigkeit nötig

Wenn die Nahrung beim Übergang auf die Familienkost fester wird, braucht Ihr Kind zusätzliche Flüssigkeit – zunächst etwa eine Bechermenge (200 ml) pro Tag. Wenn der Übergang zur Familienkost abgeschlossen ist, sollte die tägliche Trinkmenge zu jeder Mahlzeit und zwischendurch insgesamt etwa 600–700 ml betragen. Versuchen Sie, Ihr Kind von Anfang an Getränke aus Tasse oder Becher trinken zu lassen, auch wenn es anfangs noch nicht die Lippen um den Tassenrand schließen kann. So gewöhnt es sich erst gar nicht daran, seinen Durst aus der Flasche zu stillen und dauernd daran zu nuckeln.

Noch ein Tipp: Füllen Sie den Becher am Anfang bis zum Rand, damit die Oberlippe Ihres Kindes gleich befeuchtet wird. Dadurch öffnet es automatisch seinen Mund. Dabei sollte Ihr Kind sitzen. Zu den Mahlzeiten und zwischendurch sollten Sie Ihrem Kind regelmäßig etwas in kleinen Bechern zu trinken anbieten. Mindestens eine halbe Stunde vor dem Essen sollten jedoch keine Getränke mehr gegeben werden, um nicht unnötig den Hunger auf die Mahlzeiten zu verringern.

Wasser und ungesüßte Tees sind die erste Wahl

Leitungswasser und stilles Mineralwasser, das für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet ist, sind die bevorzugten Getränke im ersten Lebensjahr und auch noch danach. Wenn Sie Ihrem Kind vor Beginn der Beikost etwas zu trinken geben möchten, dann empfiehlt es sich, spezielle Teebeutel für Säuglinge zu verwenden. Sie unterliegen besonderen gesetzlichen Auflagen für die Säuglingsernährung und sind nahezu schadstofffrei und ungesüßt.

Mit Beginn der Beikost können Sie Ihrem Kind – neben Leitungs- oder Mineralwasser – die gängigen Früchte- und Kräutertees zu trinken geben. Heilkräutertees, wie zum Beispiel Kamillentee, sollte Ihr Kind jedoch nur bei Krankheit bekommen. Auch Fenchel-, Pfefferminz- und Melissentee sollten nicht jeden Tag gegeben werden. Für die darin enthaltenen ätherischen Öle kann eine gesundheitsschädigende Wirkung bei Dauereinsatz nicht ausgeschlossen werden. Am besten wechseln Sie die Teesorten einfach ab.

Gießen Sie den Tee mit sprudelnd heißem Wasser auf und lassen Sie ihn fünf Minuten ziehen. Ein Beutel Tee auf eine Tasse Wasser ist dabei ausreichend. Der Tee sollte anschließend auf Körpertemperatur abgekühlt werden. Von Instanttees mit Zuckerzusatz ist abzuraten. Keinesfalls sollten sie zum Dauernuckeln angeboten werden. Vor allem das ständige Umspülen mit der Zuckerlösung kann schwere Karies verursachen – selbst wenn die Zähnchen noch gar nicht durchgebrochen sind.

Das Richtige Trinken

Auch Obst- und Gemüsesäfte (zum Beispiel Apfel- oder Karottensaft) enthalten Zucker und andere Kohlenhydrate, welche die Entstehung von Karies fördern können. Säfte sollten daher grundsätzlich im Verhältnis drei Teile Wasser und ein Teil Saft verdünnt und keinesfalls zum Dauernuckeln gegeben werden. Sie sollten zudem – wenn überhaupt – nur gelegentlich angeboten werden. Getränke denen zusätzlich Zucker, Honig, Sirupe, Dicksäfte, Zuckeraustauschstoffe oder Süßstoffe zugesetzt wurden, sollten Sie grundsätzlich meiden.

Quelle
www.kindergesundheit-info.de