Tag : Ernährung

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Engpass im Magen sorgt für Erbrechen

Wenn sich ein etwa drei bis acht Wochen altes Baby immer circa eine halbe Stunde nach dem Essen schwallartig erbrechen muss, kann eine verdickte Muskulatur des Magenausgangs die Ursache sein. „Eine verdickte Muskulatur des Magenausganges verhindert den Durchtritt des Essens in den Darm. Anzeichen ist ein typischerweise schwallartiges Erbrechen etwa 30 Minuten nach dem Füttern. Bevor das Baby sich übergibt, können Eltern evtl. Bewegungen in der Magengegend erkennen, wenn der Magen das Essen durch die Engstelle weiterbefördern will. Da diese sogenannte hypertrophe Pylorusstenose die Nahrungsaufnahme im Darm verhindert, haben Babys häufig nach dem Übergeben wieder Hunger. Längerfristig nehmen sie nicht an Gewicht zu.

Mehrere Ursachen möglich

Muss sich ein Säugling also mehrmals nach dem Essen schwallartig übergeben, sollten Eltern mit ihm zum Kinder- und Jugendarzt. Insbesondere kleine Kinder können durch den Flüssigkeitsverlust schnell austrocknen“, warnt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des Expertengremiums des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Der Pädiater klärt unter anderem auch, ob andere Gründe für das Erbrechen vorliegen, etwa ein Infekt, Zurückfließen von Magensäure (Reflux) oder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit.

Wenn ein Baby sich erbricht, sollten Eltern es aufrecht hinsetzen, um ein Verschlucken von Erbrochenem zu vermeiden. Übergibt ein Kind sich im Liegen, sollte man es sofort mit dem Gesicht nach unten hochnehmen. „Bei Verdacht auf eine hypertrophe Pylorusstenose hilft diagnostisch die Ultraschalluntersuchung des Magenausganges weiter. Mit ihr kann sicher erkannt werden, ob der Muskel des Magenausganges (Ringmuskel) verdickt ist“, erklärt Dr. Fegeler. „Wenn eine verdickte Magenringmuskulatur der Grund dafür ist, dass das Baby die Nahrung nicht bei sich behalten kann, so muss eine kleine Operation – offen chirurgisch oder minimal-invasiv – vorgenommen werden. Häufig kann das Baby bereits 2 bis 4 Stunden nach der Operation Milchnahrung bekommen.“

Etwa 2 von 1000 Säuglingen leiden unter der Magenentleerungsstörung. Jungen sind etwa viermal häufiger als Mädchen betroffen. Da die Störung in manchen Familien gehäuft auftritt, stehen genetische Faktoren als Auslöser im Verdacht. Doch warum sich die Muskulatur des Magenausgangs verdickt, ist letztendlich noch nicht völlig geklärt.

Beautiful young couple is smiling while cooking together in kitchen at home

Vorsicht bei diesen Lebensmitteln

Schwangere können vieles risikofrei essn. Nur bei rohen Lebensmitteln sollten sie wegen möglicher Krankheitskeime Verzicht üben.

Allzu viel muss sich beim Speisenplan nicht ändern, wenn eine Frau schwanger ist. Sie kann unbesorgt weitgehend auch das weiter essen, was ihr schon immer geschmeckt hat. Mit einigen Ausnahmen allerdings. Weil Krankheitserregern gerade auch in Lebensmitteln vorkommen und diese dem Ungeborenen schweren Schaden zufügen können, sollte bei der Zubereitung und beim Verzehr bestimmter Nahrungsmittel folgendes beachtet werden. Stichwort Listerien. Diese Bakterien sind weltweit verbreitet und nisten sich gern auch in Lebensmitteln ein. Weil sie hitzeempfindlich sind, lassen sich die Keime durch Kochen, Braten oder Backen leicht abtöten. Genau dies ist wichtig, wenn Schwangere weiterhin ihr Ei, ihre Frikadellen oder ihren Fisch genießen möchten. Denn in rohen tierischen Nahrungsmitteln vermehren sich Listerien besonders häufig.

Infektionsrisiko auch bei abgepackten Salaten

Dazu zählen Rohmilchprodukte, also unverarbeitete Milch und Rohmilchkäse, rohes Fleisch (etwa Mett) und roher Fisch zum Beispiel im Sushi. Auch manche Würste sind tabu, weil sie teilweise oder ganz aus rohem Fleisch produziert wurden. Vorsicht auch bei ferstig abgepackten Salaten. Hier kann es ebenfalls zu Verunreinigungen durch Listerien kommen. Wer Lebensmittel wie Fisch und Fleisch mehrere Minuten lang auf 70 Grad und mehr erhitzt (Kerntemperatur), geht kein Risiko mehr ein. Das macht die Speisen listerienfrei. Gefährlich fürs Ungeborene ist noch ein weiterer Keim, das Taxoplasma. Der Parasit ist Auslöser der sogenannten Taxoplasmose, die bei Ungeborenen zu Fehlbildungen und Totgeburten führen kann. Auch dieser Keim wird unter anderem über rohe Lebensmittel übertragen – und lässt sich leicht wegbruzzeln oder –kochen. Nach wenigen Minuten in der Pfanne oder im Kochtopf ist er abgetötet.

Katzen als Überträger

Die Auslöser der Taxoplasmose finden sich im Übrigen auch bei infizierten Haustieren, vor allem bei Katzen. Schwangere sollten daher die Reinigung der Katzentoilette anderen überlassen, weil sich die Erreger über die Ausscheidungen der Tiere besonders leicht übertragen.

Eisenmangel

Eisenmangel

Etwa jede fünfte Frau leidet im Anschluss an die Geburt unter Eisenmangel. Das kann ernste Auswirkungen haben, die eine rasche Therapie nötig machen

Ein wichtiges Spurenelement, das für die Blutbildung und damit die Sauerstoff- Versorgung unersetzlich ist. Eisen hält fit und vital und sorgt nebenbei auch für seelischen Schwung. Wenn es fehlt, macht sich dieser Mangel schnell bemerkbar. Vor allem in der Zeit nach der Geburt schleicht sich bei vielen jungen Müttern ein gravierender Eisenmangel (Anämie) ein, der oft gar nicht bemerkt wird. Ein Grund dafür ist hoher Blutverlust während der Geburt, den der Körper so leicht nicht ausgleichen kann. Wenn Frauen schon vor der Geburt eher wenig Eisen im Blut hatten, macht sich dieser Mangel umso mehr bemerkbar.

Weiter verbreitet als gedacht

Eisenmangel ist weiter verbreitet als gedacht – was nicht selten mit der Ernährung zusammenhängt. Weil Eisen in größeren Mengen in Fleisch und Wurst vorkommt, sind Vegetarierinnen und Veganerinnen häufiger mit diesem Problem konfrontiert. Frauen mit starker Regelblutung neigen ebenfalls zu chronischem Eisenmangel, der sich dann nach der Geburt umso stärker auswirkt. Bei manchen Menschen kann der Körper das Spurenelemnt überdies nicht richtig aufnehmen. Sie nehmen zwar genügend Eisen zu sich, es wird aber zum großen Teil ungenutzt ausgeschieden.

Welche Folgen hat das für junge Mütter?

Eisenmangel lässt sie möglicherweise schlechter schlafen als sonst, sie fühlen sich sehr schlapp, erholen sich kaum von der Geburt. Auch Herzrasen kann ein Symptom sein, nicht selten kommt auch ein seelisches Ungleichgewicht hinzu. Das drückt sich in Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen aus. Leidet eine junge Mutter unter Wochenbett- Depressionen, sollte der Arzt auf jeden Fall zunächst einen Bluttest veranlassen – um sicherzugehen, dass nicht Eisenmangel die Ursache ist.

Eiseninfusionen wirken am schnellsten

Die Behandlung ist recht einfach. In leichteren Fällen verordnet der Arzt Eisentabletten, die den Eisenwert allmählich wieder auf gesunde Höhen anheben. Sind die Symptome stark, und ist der Eisenwert viel zu niedrig (Hb-Wert unter 8), helfen Eiseninfusionen am besten. Sie heben den Eisenwert sofort deutlich an, so dass sich die junge Mutter auch gleich besser fühlt. Nur in seltenen Fällen, wenn der Eisenwert in einem lebensbedrohlich niedrigen Bereich liegt, werden die Mediziner sogar eine Bluttransfusion in Erwägung ziehen.

Infusionen nur beim Spezialisten

Eiseninfusionen können in selteneren Fällen Nebenwirkungen wie Übelkeit bis hin zu gefährlichen Schockzuständen auslösen. Deshalb verabreichen die meisten niedergelassenen Ärzte solche Infusionen nicht in ihrer Praxis. Junge Mütter, die nicht stationär im Krankenhaus behandelt werden, sollten sich an einen Facharzt wenden. In Deutschland gibt es inzwischen mehr als 50 Zentren, die auf solche Eiseninfusionen spezialisiert sind. Auch so mancher Frauenarzt traut sich diese Therapie zu.

Babys ein gesundes Ernährungsverhalten beibringen

Schmeckt gut und ist gesund!

Eltern stellen die Weichen für ein gesundes Ernährungsverhalten. Aber das Essen sollte natürlich auch gut schmecken, damit der Nachwuchs Appetit auf gesundes Essen bekommt. Hier einige Anregungen auf der Grundlage der AID-Kinderpyramide

Trinken

Kinder benötigen am Tag etwa 1 Liter Flüssigkeit. Eine wichtige Quelle für die Kleinen ist und bleibt Milch. Diese enthält viele Vitamine und Mineralstoffe, ist aber auch sehr nährstoffreich und gilt deshalb eigentlich als Lebensmittel. Da Kinder die Abwechslung lieben, sollte man über den Tag verteilt 5-6 Gläser unterschiedlicher Getränke anbieten. Wasser gehört auf jeden Fall dazu, auch Tee und Fruchtsäfte, gerne frisch gepresst und deshalb frei von zusätzlichem Zucker. Diese kann man wegen der Kalorien und des Fruchtzuckers am besten mit Wasser verdünnen.

Kohlenhydrate

Getreide ist nach Ernährungsempfehlungen aller Experten die Basis einer gesunden, ausgewogenen Kinderernährung. Für Kleinkinder heißt das: 5 Getreidemahlzeiten pro Tag. Idealerweise aus Vollkorn. Als Brot werden Roggen – und Roggenmischbrot empfohlen, möglichst fein gemahlen. Reis, Kartoffeln und Nudeln steuern ebenfalls viele Kohlenhydrate zur Kinderernährung bei. Da Nudeln bei vielen Kindern erfahrungsgemäß besonders gut ankommen, sollte man die Kleinen von Anfang an auch an den guten Geschmack von Kartoffeln und Reis heranführen. In den Tag startet der Nachwuchs gut mit einem Müsli. Die Mischung von Haferflocken und frischem Obst versorgt die kleinen Abenteurer mit vollen Energiespeichern.

Obst und Gemüse

Ernährungsexperten empfehlen heute Geschmacksvielfalt von Anfang an. Bieten Sie Ihrem Nachwuchs also nicht nur den bekannt gesunden Apfel an, sondern auch andere Fruchtsorten. Je nach Jahreszeit ist das Angebot an Birnen, Beeren, Bananen, Kiwis, Pfirsichen oder Kiwis mal größer und mal kleiner. Im Winter kann man durchaus zu importierter Ware greifen. In manchen Gemüsesorten stecken übrigens mehr Vitamine und Mineralstoffe als in vielen Obstsorten. Roh oder gekocht? Beides wird für eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung empfohlen. Roh schmecken Karotten, Gurken, Kohlrabi und Tomaten manchem Kleinkind besser als gekocht oder gebraten. Lassen Sie Ihr Kind einfach probieren. Je früher es eine geschmackliche Vielfalt schätzen lernt, desto besser für sein ganzes Leben.

Eiweiß

Insgesamt empfiehlt die AID-Kinderpyramide vier Portionen aus der Gruppe der eiweißhaltigen Lebensmittel. Drei davon entfallen auf Milch und Milchprodukte. Sie steuern mit ihrem hohen Gehalt an Kalzium einen wichtigen Mineralstoff für ein gesundes Knochenwachstum bei. Achten Sie aber auf den Fettgehalt. Bleibt noch eine Portion offen. Hier kann man wählen zwischen Ei, Fisch und Fleisch, schonend gegart. Da ein Zuviel an Eiweiß die kindlichen Nieren überfordern kann, sollten diese Lebensmittel achtsam angeboten werden. Auch bei Wurst und Käse gilt Zurückhaltung.

Gemeinsame Mahlzeiten sind wichtig

In der Hektik des Alltags fällt es manchmal schwer, Zeit für gemeinsame Mahlzeiten zu finden. Dabei ist das gemeinsame Essen ganz wichtig. Am Esstisch darf gegessen, gelacht und, wenn es nötig ist, auch gestritten werden. Das schafft Verbundenheit. Eine familienorientierte, ritualisierte Esskultur ist außerdem Grundstein für gesunde, regelmäßige Essgewohnheiten im späteren Leben.

Das kann ich schon!

Das hören Eltern oft und nicht unbedingt gerne. Zur Freude über den aktiven Nachwuchs gesellt sich die Sorge: Ist es nicht zu gefährlich, wenn mein Kind ein Messer in die Hand nehmen will? Aber diese Sorgen sind meistens unbegründet. Wenn es auf das Kindergartenalter zugeht, ist der Nachwuchs schon ganz schön pfiffig und geschickt im Umgang mit Küchenutensilien, Obst und Gemüse. Schließlich schauen die Kleinen ganz genau hin, was Mama und Papa in der Küche so anstellen. Trauen Sie Ihrem Kind also ruhig etwas zu. Anfangs ist es vielleicht noch eine Herausforderung, wenn die willigen Helfer Obst und Gemüse einfach nur herbeiholen sollen. Aber bald können sie es waschen, putzen und dann auch schneiden. Den Tisch decken und abräumen lernen die Kleinen auch ganz schnell. Erfolgserlebnisse sind wichtig für die Entwicklung. Da sollte man es auch in Kauf nehmen, dass schon mal eine Tasse oder ein Teller zu Bruch geht.

Noch mehr Tipps

1 Als Portion gilt, was auf bzw. in eine Kinderhand passt.

2 Je natürlicher ein Lebensmittel, desto weniger Zusatzstoffe. Das reduziert die Allergiegefahr.

3 Bieten Sie Ihrem Nachwuchs von Anfang an eine geschmackliche Vielfalt an. Und wenn etwas nicht auf Anhieb schmeckt, ruhig öfter anbieten.

4 Nichts gegen Pizza, Pommes und andere Fertiggerichte, aber nur in Maßen. Sie enthalten viele unnötige Zusatzstoffe, zu viel Salz, zu viel Zucker und zu viel Fett.

5 Wenn Sie Ihren Nachwuchs vegetarisch ernähren mochten, sollten Sie stattdessen viele Vollkornprodukte und Nüsse auf den Tisch bringen. Und insgesamt für eine ausgewogene Ernährung sorgen.

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Richtig stillen – so geht’s

Stillen bietet für Säuglinge und Mütter viele Vorteile: Mit der Muttermilch erhält das Baby alle wichtigen Nährstoffe in der richtigen Qualität und Menge, die es für eine gesunde Entwicklung braucht.

Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, betont: „Muttermilch enthält besondere Abwehr- und Schutzstoffe, die ein Kind vor Krankheiten schützen können. Und sie verhindert auch, dass das Baby überernährt wird. Sie ist zu jeder Zeit und an jedem Ort verfügbar, hat immer die richtige Temperatur, ist hygienisch einwandfrei – und dabei kostenlos. Stillen gelingt dann am besten, wenn sich sowohl Mutter als auch Kind dabei wohlfühlen. Mit praktischen Tipps wollen wir Mütter darin bestärken, ihr Kind zu stillen.“

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt folgende Empfehlungen                    zur Stillzeit:

  • Stillende sollten sich anfangs einen ruhigen Ort suchen, an dem sie sich wohl fühlen und sich ganz auf ihr Baby konzentrieren können.
  • Bei allem Neuen sollten sie Vertrauen zu sich und ihren Möglichkeiten als Mutter haben.
  • Mütter sollten sich und ihr Baby als Team für gute gemeinsame Zeiten sehen.
  • Die Unterstützung des Partners oder der Partnerin ist von unschätzbarem Wert.
  • Stillende sollten sich mit anderen Müttern zusammen tun, um sich gegenseitig zu unterstützen, nicht nur beim Stillen.
  • Auch wenn es nicht immer einfach ist – die Mutter sollte zwischendurch auch immer wieder Ruhepausen für sich selbst finden.
  • Eine gesunde und ausgewogene Ernährung der Mutter dient sowohl dem Säugling als auch dem Wohlbefinden der Stillenden.
  • Für die optimale Ernährung des Säuglings wird das ausschließliche Stillen mindestens bis zum Beginn des fünften Lebensmonats empfohlen. Nach Einführung von Beikost sollte parallel weiter gestillt werden, solange Mutter und Kind es wollen.
  • Während der gesamten Stillzeit sind Alkohol und Rauchen schädlich.

Weiterführende Informationen zum Thema Stillen unter
https://www.kindergesundheit-info.de/themen/ernaehrung/stillen/

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Kaiserschnitt kann Folgen haben

Im Einzelfall wird es sicher auch mal anders sein, aber die Statistik zeigt: Kaiserschnitt-Kinder haben mehr Gesundheitsprobleme als Kinder, die auf natürlichem Weg zur Welt gekommen sind. Das eine Studie der Techniker Krankenkasse (TK). Demnach ist für Kaiserschnitt-Kinder das Risiko für eine chronische Bronchitis in den ersten acht Lebensjahren um fast zehn Prozent erhöht. Das Risiko für leichte und mittlere Entwicklungsstörungen ist um neun Prozent erhöht, das Risiko für ADHS um 16 Prozent. „Kaiserschnitte sind ein Segen für Mutter und Kind, wenn sie in medizinisch notwendigen Fällen eingesetzt werden. Wenn allerdings eine OP nicht unbedingt notwendig ist, sollten Arzt und Eltern auch die möglichen Folgen für die Gesundheit des Kindes im Blick haben“, so Dr. Jens Baas, Vorsitzender des Vorstands der TK.

Mehr Ernährungsprobleme

Der Report zeigt ebenfalls Auffälligkeiten beispielsweise bei Ernährungsproblemen (11 Prozent höheres Risiko), Magen-Darm-Erkrankungen (7 Prozent) und Adipositas (36 Prozent).
Baas: „Kaiserschnitte haben für die Gesundheit der Kinder weitreichendere Folgen, als vielen bisher bewusst ist. Wir müssen daher im Interesse der Kinder medizinisch nicht notwendige Kaiserschnitte vermeiden.“ Die Bundesrepublik liegt mit einer Kaiserschnittrate von 30,5 Prozent von allen Klinikentbindungen 2017 über dem westeuropäischen Durchschnitt (27 Prozent). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass im Schnitt nur bei 10 bis 15 Prozent der Geburten ein Kaiserschnitt unbedingt medizinisch erforderlich ist.

Eine Erkenntnis der Studie: In der Praxis sollten Kinderärzte und Eltern bei Kaiserschnitt-Kindern genauer hinschauen, um Auffälligkeiten frühzeitig zu bemerken und gegenzusteuern. Es wäre deshalb hilfreich, wenn Kinderärzte das gelbe Kinder-Vorsorgeheft auf Hinweise zu einer Kaiserschnittgeburt prüfen würden, um dadurch besser auf Probleme achten zu können.

Die TK will die Ergebnisse des Reports nutzen, um bessere Versorgungsangebote für betroffene Kinder zu entwickeln. Rupp: „Dabei setzen wir auch auf neue digitale Möglichkeiten, zum Beispiel digital unterstütztes, spielebasiertes Lernen bei der Therapie von Lernentwicklungsstörungen oder Atemwegserkrankungen.“

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Nüsse helfen Schwangeren

Eine mediterrane Ernährung mit einem hohen Gehalt an guten ungesättigten Fetten, die in Nahrungsmitteln wie Walnüssen oder nativem Olivenöl enthalten sind, verringert das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen. Der gesundheitliche Vorteil dieser Ernährung wirkt sich offenbar auch bei Schwangeren aus. An der englischen Studie nahmen 1.252 werdende Mütter mit Risikofaktoren wie Übergewicht und Bluthochdruck teil. Die Frauen erhielten zusätzlich Folsäure und Vitamin D und wurden nach dem Zufallsprinzip entweder der Gruppe mit mediterraner Ernährung oder einer Kontrollgruppe zugeteilt.

Jeden Tag eine Portion Nüsse

Die Frauen, die sich mediterran ernährten, nahmen jeden Tag eine Portion Nüsse zu sich (30 g pro Tag: 15 g Walnüsse, 7,5 g Mandeln, 7,5 g Haselnüsse) und verwendeten zum Kochen hauptsächlich natives Olivenöl (0,5 l pro Woche). Darüber hinaus lag der Schwerpunkt der Ernährung auf Obst, Gemüse, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten, mäßigem bis hohem Verzehr von Fisch, geringem bis mäßigem Verzehr von Geflügel und Milchprodukten, geringem Verzehr von rotem Fleisch und Wurst und der Vermeidung von zuckerhaltigen Getränken, Fast Food und Lebensmitteln, die reich an tierischen Fetten sind.

Die Teilnehmerinnen erhielten in der 18., 20. und 28. Schwangerschaftswoche Ernährungsempfehlungen, wonach die Ernährung besser eingehalten und kulturell angepasst werden konnte. Die Wissenschaftler bewerteten die Einhaltung der Ernährung anhand von Berichten der Teilnehmerinnen mit deren eigenen Angaben.

Außerdem untersuchten die Wissenschaftler den Einfluss einer mediterranen Ernährung auf andere Schwangerschaftskomplikationen wie Bluthochdruck, Präeklampsie („Schwangerschaftsvergiftung“), Fehlgeburt oder für das Schwangerschaftsalter zu kleine Föten. Hier konnten allerdings keine signifikanten Zusammenhänge erkannt werden.

Jede vierte Mutter wies bereits zu Beginn der Schwangerschaft Übergewicht, chronischen Bluthochdruck oder einen erhöhten Lipidspiegel auf, was Schwangerschaftskomplikationen, ein langfristiges Diabetesrisiko und kardiovaskuläre Komplikationen bei Mutter und Kind verursachen kann. Fazit der Untersuchung: Die Frauen, die sich während der Schwangerschaft mediterran ernährten – einschließlich einer täglichen Portion Nüsse (die Hälfte davon Walnüsse) und natives Olivenöl – hatten ein um 35 Prozent niedrigeres Risiko, an Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken. Sie nahmen im Durchschnitt um 1,25 Kilogramm weniger an Gewicht zu.

Blutzucker messen Bayer

Diabetes in der Schwangerschaft

Jährlich entwickeln über 40000 Schwangere einen Diabetes. Damit zählt dieser so genannte Gestationsdiabetes (GDM) zu den häufigsten Komplikationen in der Schwangerschaft. Nicht oder ungenügend therapiert, drohen Mutter und Kind schwere Gesundheitsschäden. Wesentlich für die Therapie ist die regelmäßige Überprüfung der Blutzuckerwerte bei der Mutter. Doch bekommen die Patientinnen Blutzuckermessgeräte noch immer nicht von ihren Kassen erstattet. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) fordert daher, Blutzucker-Messgeräte samt Teststreifen auch für Schwangere mit Gestationsdiabetes in den Hilfsmittelkatalog aufzunehmen.

„Patientinnen mit Gestationsdiabetes sind eine sehr sensible Patientenklientel“, erklärt DDG-Präsident Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland. „Von einer optimalen Blutzuckereinstellung der Mutter hängt nicht nur die Gesundheit des ungeborenen Kindes maßgeblich ab. Auch mögliche schwere Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen sowie ein späterer Typ-2-Diabetes der Mutter können sich aus einer schlechten Blutzuckereinstellung heraus entwickeln.“ Daher fordert die DDG den Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen dazu auf, Blutzuckermessgeräte für solche Patientinnen erstattungspflichtig zu machen, sodass jede Betroffene ihren Blutzuckerstoffwechsel regelmäßig ohne eigene Kostenbeteiligung kontrollieren kann.

Bedrohliche Folgen für die Gesundheit

Patientinnen mit Gestationsdiabetes und ihren ungeborenen Kindern drohen während, aber auch nach der Schwangerschaft enorme Gesundheitsrisiken. So haben Frauen mit GDM ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Ödeme, Nierenerkrankungen, Depressionen während und nach der Schwangerschaft, Herz-Kreislauferkrankungen und chronische Harnwegsinfektionen. Schließlich steigt auch die Gefahr für einen erneuten Gestationsdiabetes bei darauffolgenden Schwangerschaften sowie für einen Typ-2-Diabetes innerhalb der nächsten zehn Jahre.

Für das Kind ergeben sich folgende Gesundheitsrisiken: Frühgeburt mit Verlegung in die Kinderklinik, ein stark erhöhtes Geburtsgewicht, das oft einen Kaiserschnitt oder Geburtsverletzungen von Mutter und Kind bei vaginaler Geburt zur Folge hat und schließlich ein erhöhtes Risiko für einen Typ-2-Diabetes sowie Übergewicht. „Durch eintretende schwere Komplikationen und mögliche Folgeschäden bei der Mutter und ihrem Kind wird das Gesundheitssystem weitaus mehr belastet als durch eine Erstattung des Messgerätes mit entsprechenden Teststreifen“, ergänzt Müller-Wieland.

Nicht immer muss mit Insulin behandelt werden. Eine Ernährungsumstellung genügt manchmal, um die Blutzuckerwerte von Schwangeren wieder zu senken. Der Arzt muss dies jedoch lückenlos überwachen.

Smiling young mother in white t-shirt breastfeeding baby

Wie stillfreundlich ist Deutschland?

Immer wieder gibt es Berichte darüber, wie offen stillende Frauen mehr oder weniger höflich aus Restaurants komplimentiert oder aus Bussen verwiesen werden. Stillen ja, aber nur im stillen Kämmerlein – das scheint die Ansicht vieler zu sein. Wie kann Deutschland stillfreundlicher werden? Den Weg dahin weisen neue Empfehlungen zur Stillförderung in Deutschland aus dem Forschungsvorhaben Becoming Breastfeeding Friendly. Die Ergebnisse wurden kürzlich auf der Fachkonferenz „Wie stillfreundlich ist Deutschland?“ vorgestellt. Sie können einen wesentlichen Beitrag zum gesunden Aufwachsen und zur Gesundheitsförderung bei Kindern leisten.

Nationale und internationale Expertengruppen empfehlen, das Stillen als natürliche und bevorzugte Ernährungsform für Säuglinge zu fördern. Die gesundheitliche Bedeutung für Mutter und Kind ist gut belegt. Auch aus Sicht der Bindungsförderung und der Gesundheitsökonomie spricht vieles für das Stillen. Dennoch stillen in Deutschland nur rund zwei Drittel der Mütter ihre neu geborenen Säuglinge ausschließlich – in den folgenden Monaten sinkt diese Zahl deutlich. Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen werden seltener und kürzer gestillt. Sie profitieren daher weniger vom gesundheitlichen Nutzen des Stillens. Das gilt ebenso für Kinder von jungen Müttern und von Frauen, die in der Schwangerschaft geraucht haben. Frauen und junge Familien begegnen offensichtlich noch nicht überall einem stillfreundlichen Umfeld.

„Wichtiges nationales Anliegen“

Im internationalen Forschungsvorhaben Becoming Breastfeeding Friendly (BBF) wurde ab September 2017 eine systematische Bestandsaufnahme zum Stand der Stillförderung in Deutschland vorgenommen. Es wird auf Initiative des Bundesernährungsministeriums vom Netzwerk Gesund ins Leben und der Nationalen Stillkommission gemeinsam mit der Yale School of Public Health durchgeführt. Deutschland ist gemäß der BBF-Auswertung derzeit lediglich als moderat stillfreundlich zu beschreiben. Das Land braucht daher eine nationale Strategie zur Stillförderung. „Stillförderung ist ein wichtiges nationales Anliegen, das mit Blick auf ganz Deutschland gestaltet werden muss. Das Bundesernährungsministerium wird deshalb eine zentrale Koordinierungsstelle für die Entwicklung und Umsetzung einer nationalen Strategie zur Stillförderung einrichten“, verkündete Dr. Hermann Onko Aeikens, Staatsekretär des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Gesetliche regelung fürs Steillen am Arbeitsplatz

Stillen am Arbeitsplatz gesetzlich geregelt

Arbeiten und ein Baby stillen – das ist in Deutschland gesetzlich geregelt. „Das Mutterschutzgesetz schreibt vor, dass Frauen mindestens zweimal täglich eine halbe oder einmal täglich eine Stunde extra Zeit bekommen – zum Stillen am Arbeitsplatz oder zum Abpumpen“, erklärt die Ärztin Elien Rouw aus Bühl, die in der Nationalen Stillkommission die Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen vertritt. Den Müttern steht ein geeigneter Raum fürs Stillen oder Abpumpen zu, der nicht die Toilette sein darf. Die meisten stillenden Frauen, die bereits wieder arbeiten, pumpen ab, weil es zu aufwendig ist, zum Kind zu fahren oder es zum Arbeitsplatz zu holen. Das Abpumpen sollte aber beim Wiedereinstieg in den Job schon beherrscht werden. „Bitte nicht erst zwei Tage vor Arbeitsstart das erste Mal die Milchpumpe zur Hand nehmen“, rät Elien Rouw. Sie rät auch, einen Vorrat anzulegen. Ebenfalls wichtig: Das Baby rechtzeitig an die Person gewöhnen, das ihm dann das Fläschchen gibt.

Stillen bietet für Säuglinge und Mütter viele Vorteile

Mit der Muttermilch erhält das Baby alle wichtigen Nährstoffe in der richtigen Qualität und Menge, die es für eine gesunde Entwicklung braucht. Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), betont: „Muttermilch enthält besondere Abwehr- und Schutzstoffe, die ein Kind vor Krankheiten schützen können, und sie verhindert auch, dass das Baby überernährt wird. Sie ist zu jeder Zeit und an jedem Ort verfügbar, hat immer die richtige Temperatur, ist hygienisch einwandfrei – und dabei kostenlos. Stillen gelingt dann am besten, wenn sich sowohl Mutter als auch Kind dabei wohlfühlen.“

Die BZgA gibt folgende Empfehlungen zur Stillzeit:

  • Stillende sollten sich anfangs einen ruhigen Ort suchen, an dem sie sich wohl fühlen und sich ganz auf ihr Baby konzentrieren können.
  • Bei allem Neuen sollten sie Vertrauen zu sich und ihren Möglichkeiten als Mutter haben.
  • Mütter sollten sich und ihr Baby als Team für gute gemeinsame Zeiten sehen.
  • Die Unterstützung des Partners oder der Partnerin ist von unschätzbarem Wert.
  • Stillende sollten sich mit anderen Müttern zusammen tun, um sich gegenseitig zu unterstützen, nicht nur beim Stillen.
  • Auch wenn es nicht immer einfach ist – die Mutter sollte zwischendurch auch immer wieder Ruhepausen für sich selbst finden.
  • Eine gesunde und ausgewogene Ernährung der Mutter dient sowohl dem Säugling als auch dem Wohlbefinden der Stillenden.
  • Für die optimale Ernährung des Säuglings wird das ausschließliche Stillen mindestens bis zum Beginn des fünften Lebensmonats empfohlen. Nach Einführung von Beikost sollte parallel weiter gestillt werden, solange Mutter und Kind es wollen.
  • Während der gesamten Stillzeit sind Alkohol und Rauchen schädlich.

Weiterführende Informationen zum Thema Stillen unter
https://www.kindergesundheit-info.de/themen/ernaehrung/stillen/

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