Tag : Gesundheit

Fetalchirugie - noch vor dre Geburt operieren

Fetalchirurgie

Ein Eingriff schon bei ungeborenen Babys? Ja, das ist seit längerem möglich und wird auch mehr und mehr gemacht. Oftmals sind danach die Prognosen für das Baby sehr viel besser als wenn es erst nach der Geburt operiert würde. Seit Juli bietet das Deutsche Zentrum für Fetalchirurgie & minimal-invasive Therapie (DZFT) an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) die Behandlung von Fehlbildungen und Erkrankungen ungeborener Babys an. Mit Professor Dr. med. Thomas Kohl leitet ein international anerkannter Pionier der minimal-invasiven Fetalchirurgie das Zentrum.

Minimal-invasiv

Professor Kohl ist ein internationaler Pionier der minimal-invasiven Fetalchirurgie und befasst sich bereits seit 25 Jahren mit Eingriffen bei ungeborenen Babys: Bereits 1993 entwickelte er an der University of California (San Francisco, USA) neuartige Operationstechniken zur Behandlung von Herzfehlern bei Feten im Mutterleib. 2002 brachte er seine für Mutter und Kind besonders schonende minimal-invasive Methode erstmals in Deutschland beim Verschluss eines ‚offenen Rückens‘ (Spina bifida) zum Einsatz. Dabei nutzt er im Gegensatz zu anderen Behandlungsmethoden nur winzige Zugänge zur Fruchthöhle und operiert das ungeborene Baby, ohne es dazu aus der Gebärmutter zu entnehmen.

Weiter entwickelt

„Wird ein ‚offener Rücken‘ bereits im Mutterleib operiert, können wir den Kindern die sonst unvermeidlichen Lähmungen der Beine oft ersparen und sie können ein weitgehend normales Leben führen“, erläutert Kohl und ergänzt: „Seit der Einführung der minimal-invasiven Operation haben wir das Verfahren immer weiter entwickelt, so dass heute nach der Geburt meist keine weitere Operation mehr nötig ist.“ Kohl bietet auch neuartige Verfahren zum minimal-invasiven Verschluss der Luftröhre an, die bei Zwerchfellhernien, Hydrothorax (Flüssigkeitsansammlungen im Brustraum des Fetus) oder frühzeitigem Blasensprung die Reifung der Lunge beschleunigen können. „Bei der Behandlung lebensbedrohlicher Zwerchfellhernien hat Professor Kohl schon lange sehr eng mit der Klinik für Neonatologie an der UMM zusammengearbeitet“, berichtet Professor Dr. med. Frederik Wenz, Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums. „Mit der unmittelbaren Nähe zwischen der neuen Fetalchirurgie und Neonatologie werden wir diese Kooperation weiter ausbauen und vertiefen – zum Vorteil unserer kleinsten Patienten.“

Lebensqualität

2007 entwickelte Professor Kohl das nach ihm benannte „Kohl-Verfahren“, eine spezielle Sauerstofftherapie zur Behandlung von Ungeborenen mit zu kleinen Herz- und Gefäßstrukturen. Eine 2016 veröffentlichte Studie belegte die Wirksamkeit des Verfahrens: Ohne Sauerstofftherapie mussten 75 Prozent der untersuchten Babys nach ihrer Geburt am Herzen operiert werden, mit der vorgeburtlichen Sauerstofftherapie nur 20 Prozent. „Mit dem DZFT erweitern wir unsere Expertise bei der vorgeburtlichen Diagnose von Erkrankungen um modernste medizinische und chirurgische Behandlungsmethoden“, betont Professor Dr. med. Marc Sütterlin, Direktor der UMM-Frauenklinik, an die das DZFT als eigenständige Sektion angegliedert ist. „So können wir viele Kinder mit guter Lebenserwartung und Lebensqualität auf die Welt bringen, die noch vor wenigen Jahren kaum eine Chance hatten.“

Dr. med. Thomas Kohl

Kohl studierte von 1983 bis 1990 Medizin an der Universität-Gesamthochschule Essen. Nach seiner Approbation 1992 war er an der Kinderklinik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster tätig, wo er sich vorrangig mit Kinderkardiologie befasste. Bei einem dreijährigen Forschungsaufenthalt in den USA entwickelte er erste minimal-invasive Operationstechniken zur Behandlung von Herzfehlern bei Feten im Mutterleib.

In Deutschland gründete er eine Arbeitsgruppe zur Entwicklung experimenteller und klinischer fetal-kardialer Interventionstechniken, legte 2001 die Prüfung zum Facharzt für Kinderheilkunde ab und habilitierte sich im gleichen Jahr an der Medizinischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

2002 wechselte er als Oberarzt für Klinische und Experimentelle Fetale Kardiologie und Fetalchirurgie an die Universitätsfrauenklinik Bonn. Dort wurde er 2004 leitender Oberarzt des von ihm gegründeten Deutschen Zentrums für Fetalchirurgie & minimal-invasive Therapie (DZFT). 2010 wechselte er als Chefarzt des DZFT an das Universitätsklinikum Gießen und Marburg.

Seit Juli 2018 leitet er das Deutsche Zentrum für Fetalchirurgie & minimal-invasive Therapie am Universitätsklinikum Mannheim (UMM), wo er bei der nachgeburtlichen Versorgung der von ihm operierten Kinder eng mit der Klinik für Neonatologie zusammenarbeitet.

Internationales Engagement

Die von Professor Kohl entwickelten und verfeinerten Operationsmethoden kommen inzwischen teilweise auch in São Paulo (Brasilien), an der Bilim Universität in Istanbul (Türkei), an der Universität Warschau (Polen) und der University of Texas (USA) zum Einsatz. Für sein internationales Engagement und die Verbreitung seiner Operationstechniken wurde er mit Ehrenprofessuren der Bilim Universität, Istanbul (Türkei) und der China Medical University, Shenjing, ausgezeichnet.

Mother and baby daughter plays at home on the sofa

10 Tipps, wie Sie beim „Großwerden“ helfen

Beim Großwerden ihres Babys fragen sich viele Eltern ständig: Was ist zu viel, was zu wenig Anregung?  Einerseits können Sie durch Anregungen und vielseitige Erfahrungsmöglichkeiten Ihr Kind darin unterstützen, dass es in seinen neu erworbenen Fähigkeiten immer geschickter und sicherer wird. Allerdings müssen Sie ihm zu seiner „Förderung“ nicht ständig neue Angebote machen und jede Menge Abwechslung bieten.  Hier die wichtigsten Tipps, wie Sie Ihr Kind beim Großwerden am besten unterstützen.

10 Tipps für Eltern

  1. Versuchen Sie nicht, Ihrem Kind etwas beizubringen, wozu es noch nicht bereit ist.
  2. Stellen Sie wirklichkeitsnahe Erwartungen an Ihr Kind. Fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Kinderarzt  oder Ihre Kinderärztin. Manche Kinder können sich schon früh sehr gut allein beschäftigen, aber ein  zweijähriges Kind kann z. B. in der Regel noch nicht über längere Zeit allein spielen.
  3. Stimmen Sie Ihre  Anregungen auf die Interessen Ihres Kindes ab.
  4. Bestärken und loben Sie Ihr Kind, wenn es etwas von sich aus und selbst machen möchte, und  freuen Sie sich mit ihm über alles, was es neu gelernt hat.
  5.  Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, sein Können im alltäglichen Leben auch anzuwenden. Jedes  eigene Tun stärkt sein Selbstgefühl und gibt ihm Selbstvertrauen und Selbstsicherheit.
  6. Entmutigen Sie Ihr Kind nicht, wenn etwas nicht gleich klappt. Ermuntern Sie es zu neuen Versuchen  und geben Sie ihm, wenn es nötig erscheint, kleine Hilfestellungen.
  7. Helfen Sie Ihrem Kind nur bei den Dingen, zu denen es selbst (noch) nicht in der Lage ist.
  8. Lassen Sie Ihr Kind ruhig auch einmal enttäuscht sein. Kinder müssen lernen, mit  Enttäuschungen und Rückschlägen umzugehen und sich durch sie nicht entmutigen zu lassen. Dies gilt auch, wenn  Ihr Kind in seiner Entwicklung verzögert ist oder eine Behinderung hat und es Ihnen vielleicht  besonders schwerfällt, seine Enttäuschung bei einem Misserfolg mit anzusehen.
  9. Sagen Sie Ihrem Kind eindeutig und klar, wenn Sie etwas von ihm möchten, und geben Sie ihm nicht  zu viele Anweisungen auf einmal.
  10. Bieten Sie Ihrem Kind – vor allem wenn es älter ist – immer wieder Gelegenheit, mit anderen Kindern  zu spielen. Gehen Sie auf Spielplätze, laden Sie Kinder zu sich nach Hause ein, lassen Sie es in die  Kindertagesstätte gehen.

 

 

 

Quelle:

Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung
www.kindergesundheit-info.de

Niemals Schütteln

Babys niemals schütteln!

Wenn Eltern für einen kurzen Moment die Kontrolle verlieren und ihr schreiendes Baby schütteln, können sie ihm schwere Schäden zufügen, die zu körperlicher und geistiger Behinderung führen können. Zehn bis 30 Prozent der Kinder sterben sogar an den Folgen eines Schütteltraumas.

Wie hoch der Aufklärungsbedarf in der Bevölkerung zum Schütteltrauma ist, zeigt eine aktuelle Repräsentativbefragung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH). Nur 79 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass man Babys niemals schütteln darf. 24 Prozent der Befragten meinen irrtümlicherweise, dass Schütteln einem Baby nicht schade.

Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen hat es sich zusammen mit dem „Bündnis gegen Schütteltrauma” zur Aufgabe gemacht, über die Folgen des Schüttelns von Säuglingen und Kleinkindern aufzuklären – im Auftrag des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ).

Aufklärung ist notwendig

„Leider kommt es immer wieder vor, dass Babys durch Schütteln schwer verletzt werden, manche sogar sterben. Deshalb ist Aufklärung für Eltern notwendig. Sie müssen wissen, wo sie Hilfe bekommen, wenn sie sich überfordert fühlen“, erklärte Dr. Katarina Barley, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. „Eltern dürfen in schwierigen Situationen nicht alleine gelassen werden. Deshalb ist die Arbeit des „Bündnis gegen Schütteltrauma“ so wichtig. Ich danke allen Bündnispartnerinnen und -partnern für ihr Engagement.“

Das Wissen über frühkindliche Schreiphasen, die als Hauptauslöser für das Schütteln von Säuglingen gelten, ist in der Bevölkerung gering. Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), dem Träger des NZFH, berichtet: „Zwei Drittel der Befragten ist nicht darüber informiert, dass es intensive Schreiphasen im Säuglingsalter geben kann.

Aufklärung

18 Prozent der Befragten glauben sogar, dass Babys manchmal nur schreien, um zu ärgern. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern von Babys, die viel schreien, gut informiert sind und wissen, wo sie rechtzeitig Unterstützung finden können.“

23 Verbände, Vereine und Institutionen aus dem Gesundheitswesen, dem Kinderschutz und der Kinder- und Jugendhilfe haben sich dem „Bündnis gegen Schütteltrauma“ angeschlossen.

Durch neue Informationsmaterialien werden den Eltern Wege aufgezeigt, wie sie mit der Situation besser umgehen können. Wichtige Anlaufstellen für Eltern, deren Baby viel schreit, sind die niedergelassenen Kinderärztinnen und Kinderärzte, Frühe Hilfen in den Kommunen sowie (Familien-)Hebammen. Aber auch Wohlfahrtsverbände, Vereine und Kinderkliniken bieten spezielle Beratungsangebote für Säuglinge mit Regulationsproblemen.

Neue Informationsangebote

Den Flyer und einen Aufklärungsfilm zum Schütteltrauma sowie Adressen von Beratungsstellen finden Sie unter: http://www.elternsein.info.

Für die Repräsentativbefragung „Bekanntheit und Wissen zu Schütteltrauma und Babyschreien in Deutschland 2017“ wurden 1.009 Personen im Alter zwischen 16 und 49 Jahren im Mai 2017 befragt. Ein Info-Blatt mit ausgewählten Ergebnissen und Hintergrundinformationen zum Schütteltrauma finden Sie hier:

http://www.fruehehilfen.de/presse-buendnis-gegen-schuetteltrauma oder http://www.bzga.de/presse/daten-und-fakten/nationales-zentrum-fruehe-hilfen

Das Plakat gibt es auch zum Herunterladen unter:
http://www.bzga.de/presse/pressemotive/nationales-zentrum-fruehe-hilfen
„Bündnis gegen Schütteltrauma

 

Quelle: www.deutschesgesundheitsportal.de

Mutter stillt ihr Baby

Stillen – Basis fürs Leben

Muttermilch ist die natürliche und optimale Nahrung für Säuglinge: Sie ist gut verdaulich, enthält Abwehrstoffe, ist immer verfügbar, hygienisch einwandfrei, richtig temperiert und muss nicht zubereitet werden. Die Nationale Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist auf die Bedeutung des Stillens für Mutter und Kind hin und empfiehlt, durch Aufklärung und Information die Still-Akzeptanz in der Öffentlichkeit zu erhöhen. Stillen sollte sowohl im beruflichen Umfeld als auch im täglichen Leben jederzeit und ohne Barrieren möglich sein.

Gesünder durchs Leben

Gestillte Säuglinge werden seltener krank als nicht gestillte, sie leiden unter anderem seltener an Atemwegsinfekten, Durchfallerkrankungen und Übergewicht im späteren Leben. Auch Mütter profitieren davon, ihr Kind zu stillen: Das Risiko sinkt, an Brust- und Eierstockkrebs, Osteoporose, Diabetes Typ 2 oder Übergewicht zu erkranken. Durch die Ausschüttung der Hormone Oxytocin und Prolaktin leiden stillende Mütter weniger unter Stress. Sie sind mit ihren Säuglingen mobiler, weil Muttermilch immer verfügbar ist. Stillen fördert außerdem die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind.

Stillakzeptanz in der Öffentlichkeit

Eine Studie im Auftrag des BfR hat gezeigt, dass für jede zehnte Mutter, die frühzeitig abstillt, die ablehnende Haltung in der Öffentlichkeit einer der Gründe dafür ist. Zwar lehnen es nur sechs Prozent der Bevölkerung komplett ab, wenn eine Frau ihr Baby in der Öffentlichkeit stillt, allerdings steht jede vierte befragte Person dem Stillen im öffentlichen Raum zumindest zwiespältig gegenüber. Insbesondere in Restaurants und Cafés besteht eine Diskrepanz zwischen der Akzeptanz des Stillens und dem Stillverhalten von Müttern. Aus Sicht eines großen Teils der Öffentlichkeit ist das Stillen dort nur bedingt angemessen, Frauen können und wollen aber nicht grundsätzlich darauf verzichten, ihre Kinder auch in Restaurants und Cafés zu stillen. Die Nationale Stillkommission befürwortet daher Maßnahmen, um insbesondere an diesen Orten die Stillakzeptanz zu erhöhen.

Stillempfehlungen

Obwohl das Trinken von Muttermilch an der Brust eine angeborene Fähigkeit von Säuglingen ist, brauchen Stillende insbesondere zu Beginn der Stillzeit häufig kompetente Beratung und Unterstützung. Die am BfR angesiedelte Nationale Stillkommission hat daher Stillempfehlungen in sieben Sprachen veröffentlicht, die über das BfR kostenlos angefordert werden können. Die Stillempfehlungen enthalten praktische Tipps sowie Hinweise auf weitere Organisationen, die bei Stillproblemen neben der Hebamme, Stillberaterin oder dem Frauen- oder Kinderarzt kontaktiert werden können:

https://www.bfr.bund.de/de/publikation/stillempfehlungen-61959.html

 

Quellen:

Über die Nationale Stillkommission am BfR

Die Nationale Stillkommission wurde 1994 mit dem Ziel gegründet, die Entwicklung einer neuen Stillkultur in der Bundesrepublik Deutschland zu unterstützen und dazu beizutragen, dass Stillen zur normalen Ernährung für Säuglinge wird. Der Kommission gehören Mitglieder aus medizinischen Berufsverbänden und Organisationen an, die sich für die Förderung des Stillens in Deutschland einsetzen. Weitere Informationen zur Arbeit der Nationalen Stillkommission sind auf der folgenden Website veröffentlicht:

http://www.bfr.bund.de/de/nationale_stillkommission-2404.html

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

www.deutschesgesundheitsportal.de

Bad father is smoking and holding baby.

Passivrauchen – Gefahr für die Kleinsten

Passivrauchen gefährdet Ungeborene sowie Kinder und Jugendliche in großem Maße, warnt Dr. Freerk Prenzel, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Leipzig. „Wenn ein Kleinkind ständig unter Mittelohrentzündungen leidet und seine Sachen riechen nach Rauch, sollten Ärzte und Schwestern, aber auch Tanten und Omas aufmerksam werden“, sagt der Experte für Kinderpneumologie und Kinderallergologie. „Denn Mittelohrentzündungen könnten eine Folge davon sein, dass die Eltern rauchen – und das Kind ständig passiv mit.“

Wenn die Schwangere selbst raucht oder fortwährendem Tabakkonsum ausgesetzt ist – also eine Passivraucherin wird, weil zum Beispiel der Partner raucht –, können beim werdenden Kind Entwicklungsschädigungen entstehen, die sich im gesamten späteren Leben negativ bemerkbar machen. In Extremfällen können diese Schädigungen sogar zur Früh- oder Fehlgeburt führen. „Auch plötzlicher Kindstod, Fehlbildungen, eingeschränkte Lungenfunktion, Kreislauferkrankungen, geistige Entwicklungsstörungen und auch Verhaltensstörungen sind mit indirektem Nikotinkonsum assoziiert“, so Dr. Prenzel.

Die Gefahren für das Kind werden nicht weniger, wenn es auf der Welt ist und die Eltern rauchen und somit das Baby selbst zum Passivraucher wird. Die dann lauernden Mittelohrentzündungen gehören noch zu den harmlosen Erkrankungen. Denn Lungeninfektionen und Asthma, Krebserkrankungen, Stoffwechselstörungen und Veränderungen des Immunsystems sind nicht selten. „Das tägliche Einwirken von Tabakrauch ist das größte Problem“, so der Leipziger Kinderarzt. „Und wenn die Eltern sich selbst beruhigen wollen, indem sie sagen, nur draußen auf dem Balkon zu rauchen – da muss ich sagen: Studien zeigen, dass die Stoffe, die beim Rauchen frei werden, sich an den Händen, der Bekleidung und dann auch im Hausstaub nachweisen lassen. Und auf dem Teppich krabbeln die Kleinen herum. Kein Wunder, dass dann die Abbauprodukte von Nikotin im Urin der Kinder zu finden sind.“

Das Rauchen der Eltern im Auto ist aus der Sicht des Mediziners eine „erhebliche Gefährdung der eigenen Kinder“. Da spiele auch keine Rolle, ob die Klimaanlage laufe, ein Fenster offen sei oder nicht. Eine einzige Zigarette habe auf einem Kubikmeter mehr oder weniger abgeschossenem Raum sehr intensive Wirkung.

Wie Dr. Prenzel weiter sagt, würde die konsequente Umsetzung der WHO Rahmenkonvention zur Eindämmung des Tabakgebrauchs und die Realisierung des vom Medizin-Journal „Lancet“ ausgerufenen Ziels, bis 2040 die Zahl der Raucher unter fünf Prozent der Bevölkerung zu drücken, ein riesiger Schritt auch für die Gesundheit der Kinder sein.

„In Deutschland wurde mit dem Rauchverbot für die meisten Gaststätten, mit der teilweisen Einschränkung von Tabakwerbung und dem Aufdruck von Krankheitsbildern auf Zigarettenschachteln schon einiges bewegt“, so der Leipziger Kinderarzt. „Dennoch erachte ich es als einen grundlegenden Fehler, die Tabakwerbung nicht komplett zu verbieten.“ Zugleich ist er sicher, dass das Rauchen nicht nur gebrandmarkt werden muss, sondern Rauchern auch geholfen werden muss, von der Sucht loszukommen. Unter rauchfrei-info.de werde viel Information geboten und gleichzeitig Hilfsangebote gemacht. „Ich tue mit Nichtrauchen etwas für mich, ich tue mit Nichtrauchen etwas für meine Kinder und ich tue mit Nichtrauchen etwas für meinen Geldbeutel – wenn es gelänge, diese Erkenntnisse in die Hirne der Raucher zu pflanzen, wäre viel gewonnen.“

Mütze bearbeitet

Mützenmuffel aufgepasst

Menschen sind „Augentiere“ und unser Gehirn braucht Input, um sich gesund zu entwickeln. Eine Mütze sind wichtig. Sie bieten Geborgenheit, Schutz vor Auskühlung. Schutz vor Wind und UV-Strahlung.

Warm hält gesund

Rundum gut behütet lässt sich Leben lernen. Gerade jetzt, wo es wieder kälter wird. Bei den Babys sind die Köpfe noch besonders groß und kühlen schnell aus. Vor allem Winde, die auf die zarten Ohren treffen, führen schnell zu schmerzhalften Mittelohrentzündungen. Sie trifft Kleine besonders häufig.

Gute Sicht

Babys und Kleinkinder unbehütet zu lassen, ist daher die schlechteste Lösung. Aber Mützen müssen passen! Besonders in den ersten Lebenswochen. Passt die Mütze nicht genau, rutscht sie bei Bewegung. Sie verdeckt so immer wieder den Blick auf die Welt. Geduld können die Kleinsten noch nicht. Die Welt ist immer und unmittelbar. Die Kommunikation eingeschränkt. Junge Eltern sind noch dabei, die Nuancen der Laute zu interpretieren. Ein weinendes Kind im Kinderwagen oder Tragetuch kann viele Sorgen haben. Eine davon ist fehlende Sicht!

Die passenden Größe

Frühe Frustration durch unpassende Mützen kann eine bleibende „Mützenunlust“ zur Folge haben. „Mützen sind doof…“! Mützen werden auch nur wenig besser, wenn sie festgebunden werden können (oder müssen).
Wichtig ist eine perfekte Passform – von Anfang an. Im ersten Lebensjahr wächst der Kinderkopf rasant. Das verleitet oft zum „Kauf auf Zuwachs“. Das Unternehmen Pickapooh hält das für keine gute Idee. Deshalb gibt es seine Mützen ab Größe 34 – für Frühgeborene. In 2cm-Schritten werden die Mützen dann größer. Die Größe 64 „kann“ auch große Männerköpfe. Dazwischen ist für Alle die passende Größe dabei.

Viele Familien, die von Anfang an auf passende Mützen gesetzt haben, schwören auf die gute Passform. „Made in Germany“, nur aus ökologisch sinnvollen Materialien und mit Liebe gemacht, sind Pickapooh-Mützen eine Investition fürs Leben. Haltbar, zeitlos schön und nachhaltig für mehrere Kindergeneration lohnt es sich, auf genau passende Mützen zu setzten.

Die abgebildeten Mützen gibt es aus 97% Baumwolle und 3 % Elastan und aus 70 % Merino-Schurwolle und 30 % Seide. www.pickapooh.de

 

Lieber keine Lakritze

Finger weg von Lakritze

Ist Lakritze in der Schwangerschaft gefährlich?

Ob als Schnecken, Rauten oder Taler: Lakritze als Süßigkeit schmeckt Groß und Klein. Dabei ist die aus dem Wurzelextrakt des Echten Süßholzes gewonnene Nascherei nicht nur lecker, sondern im Gegensatz zu anderen Süßigkeiten auch noch figurfreundlich. Doch eine finnische Studie zeigt jetzt, dass schwangere Frauen lieber die Finger von Lakritze lassen sollten. Warum das so ist, erklärt medicalpress.


Süßholz raspeln

Schon Tutenchamun soll ein Fan von Lakritze gewesen sein. Nicht nur im alten Ägypten nutzte man die therapeutische Wirkung des Safts der Süßholzwurzel bei Magenbeschwerden und Erkrankungen der Atemwege. Ihre wesentlichen Bestandteile sind Glycyrrhizin, Triterpene, Saponine, Flavonoide, Isoflavonoide und Chalkone. Doch gerade Glycyrrhizin steht in der Kritik: Es kann den Elektrolythaushalt des Körpers beeinflussen und zu Bluthochdruck, Kopfschmerzen und Ödemen führen.

Süßes oder Saures

Ironie des Schicksals: Gerade die Schwangerschaft gilt als eine Zeit, in der sich viele Gelüste einstellen. Beinahe 85 % aller Schwangeren kennen das Gefühl des plötzlichen Heißhungers. Viele von ihnen verspüren eine enorme Lust auf Süßigkeiten, die auf einen möglichen Vitamin-B-Mangel hindeuten könnte. Doch Lakritze sollten sie meiden. Der Grund: Bereits seit einiger Zeit ist bekannt, dass das in dem Wurzelextrakt enthaltene Glycyrrhizin die Wirkung des Stresshormons Cortisol erhöht. Das Team um Dr. Katri Räikkönen von der Universität Helsinki hat herausgefunden, dass Glycyrrhizin langfristige Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes haben kann.
Die Autoren der Studie, die im American Journal of Epidemiology veröffentlicht wurde, haben zu diesem Zweck 378 Kinder untersucht, deren Mütter während der Schwangerschaft große Mengen (mehr als 500 mg Glycyrrhizin pro Woche) und wenig (weniger als 249 mg Glycyrrhizin pro Woche) bis gar keine Lakritze zu sich nahmen. Dabei sind 500 mg Glycyrrhizin in etwa 22,6 g Lakritze enthalten.Das finnische Team wollte herausfinden, ob der Verzehr von Glycyrrhizin durch die Mütter mit endokrinen oder psychiatrischen Auffälligkeiten verbunden war oder die kognitiven Fähigkeiten der Kinder beeinflusste.

Die Wurzel des Übels?

Die Forscher fanden heraus, dass die Töchter der Mütter, die über 500 mg Glycyrrhizin in Form von Lakritze zu sich genommen hatten, sowohl eine höhere Körpergröße als auch einen höheren Body-Mass-Index aufwiesen. Gleichzeitig waren sie in einem fortgeschrittenen Stadium der Reifung. Der IQ der Kinder von den Frauen war im Durchschnitt um sieben Punkte niedriger. Auch die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von ADHS erwies sich als 3,3-fach höher. Zwischen beiden Gruppen wurden Unterschiede im Cortisolspiegel nachgewiesen.
Die Wissenschaftler sind der Ansicht, dass Frauen, die schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen, sich über die möglichen Auswirkungen von Glycyrrhizin informieren sollten. In Finnland landete Lakritze auf der Liste der Ernährungsempfehlungen des Institute of Health and Welfare in der Kategorie „nicht für Schwangere empfohlen“.Text: medicalpress.de

Heileurythmie hilft bei Rückenschmerz

Aktiv werden bei Rückenschmerzen

Schmerzen im Rücken kennt fast jeder. Bis zu 85 Prozent der Deutschen leiden mindestens einmal in ihrem Leben daran. 21 Prozent haben bereits chronische Beschwerden. Gerade in den letzten Monaten vor der Geburt leiden viele Frauen aufgrund des ungewöhnlichen Gewichts an Rückenschmerzen und nach der Geburt bleiben sie durch das häufige Tragen des Babys bestehen. Die Muskulatur verspannt als Folge körperlicher Überlastung. Auch Fehlhaltungen und psychischer Stress können eine Rolle spielen. Wenn Betroffene rasch handeln, lässt sich der Entstehung eines Schmerzkreislaufes oft vorbeugen. Hilfreich können zum Beispiel anthroposophische Arzneimittel oder die Bewegungstherapie „Heileurythmie“ sein.

 

Das hilft bei akuten Rückenschmerzen

  • Wärme wirkt oft lindernd und lässt sich zum Beispiel in Form von Wärmflasche, Rotlicht oder Kirschkernkissen anwenden.
  • Den Körper trotzdem weiter bewegen, soweit es Schmerz und Bewegungseinschränkung erlauben. Schonhaltungen möglichst vermeiden.
  • Physiotherapeutische Maßnahmen wie manuelle Therapie oder Osteopathie in Anspruch nehmen. Auch Heileurythmie kann helfen.
  • Rhythmische Massagen nach Dr. Ita Wegman regen über das Unterhautzellgewebe die Flüssigkeitsströme im Körper an, um so krankhaft verfestigte und verdichtete Strukturen zu lösen und wieder ins Fließen zu bringen. 
Infos unter rhythmischemassage.com
  • Öle können Wärme besonders gut vermitteln. Durch massierende Bewegungen und Berührungen beim Auftragen erhält der Körper den Impuls, selbst Wärme zu bilden, zu verteilen und Erstarrungen zu lösen. So hilft zum Beispiel das Aconit Schmerzöl von Wala mit einer Komposition aus drei Heilpflanzen und Quarz bei schmerzhaften Verspannungen. Das Öl enthält schmerzlindernden Blauen Eisenhut (Aconitum napellus), beruhigendes Lavendelöl (Lavandulae aetheroleum), durchblutungsanregenden Kampfer (Camper). Bergkristall (Quarz) soll die körpereigene Wärmebildung unterstützen und dem Auskühlen der Nerven entgegenwirken.

Den Rücken langfristig gesund halten

  • Progressive Muskelentspannung hilft beim Stressabbau.
  • Wer sich regelmäßig bewegt, tut viel für einen beschwerdefreien Rücken. Dabei ruhig ganz nach den persönlichen Vorlieben gehen: Schwimmen, Wandern, Radfahren und leichtes Krafttraining sind optimal. Das Training darf und soll Spaß machen.
  • Dehnen lockert und entspannt die Muskulatur.
  • Gegen eine einseitige Haltungen im Büro hilft, öfter mal die Position zu wechseln, aufzustehen und sich zu strecken.
  • Übergewicht ist Schwerstarbeit für die Wirbelsäule. Daher spielt eine gesunde, ausgewogene Ernährung auch bei Rückenschmerzen eine Rolle.

Schon gewusst?

Ein Großteil der Rückenbeschwerden entsteht durch zu schwache Muskeln. Nicht nur die Rücken-, sondern auch die Bauchmuskeln sind wichtig, um die Wirbelsäule zu stärken.

Heileurythmie

Die Heileurythmie ist eine Bewegungstherapie, die bereits seit 80 Jahren erfolgreich angewandt wird. Neben ihrer vielfältigen Indikation bei akuten, chronischen und degenerativen Erkrankungen wird sie zur Prävention sowie zur Prophylaxe und Nachsorge eingesetzt. Grundelemente der Heileurythmie sind die in Bewegung umgewandelten Laute unserer Sprache, die je nach Indikation und therapeutischer Zielsetzung spezifisch angewandt werden.

Die Gestaltungsdynamik, die in der Lautbildung – das heißt im Aussprechen von Vokalen und Konsonanten – enthalten ist, wird in der Heileurythmie in Bewegung umgesetzt und erlebbar gemacht. Beim gesunden Menschen wirken die Kräfte der physischen, seelischen und geistig-individuellen Ebene harmonisch ineinander. Eine Erkrankung ist eine Störung dieser Kräftekonstellation. Gezielte heileurythmische Bewegungsübungen bringen diese Ebenen wieder in ein gesundes Gleichgewicht. Der Patient kann in therapeutischer Begleitung den Heilungsprozess selbst aktiv mitgestalten.

 

Quellen

www.berufsverband-heileurythmie.de

www.walaarzneimittel.de

 

 

Nahrungsergänzung in der Schwangerschaft

Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere

Welche Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel für schwangere Frauen wirklich wichtig sind und auf welche sie verzichten kann.

Schwangere Frauen erhalten viele Empfehlungen, vor allem Nahrungsergänzung und Vitamine gelten nun als wichtige Zusätze. Diese Empfehlung ist teilweise richtig, doch was ist notwendig, was überflüssig und was vielleicht sogar schädlich für das ungeborene Kind? Grundsätzlich gilt: Schwangere sollten keine Selbstmedikation betreiben, sondern vor der Einnahme alles mit ihrem Gynäkologen besprechen und sich ansonsten vollwertig und ausgewogen ernähren.

Folsäure

sollten Frauen schon zu sich nehmen, wenn sie schwanger werden wollen. Fehlt das Medikament in der Frühschwangerschaft kann das Kind einen sogenannten Neuralrohrdefekt bekommen. Dieser Defekt führt im schlimmsten Fall zum Tod oder zu schwerwiegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Folsäure wird schon in der dritten bis vierten Schwangerschaftswoche nach der Befruchtung vom Körper benötigt. Zu diesem Zeitpunkt wissen die meisten Frauen noch nicht, dass sie schwanger sind. Deshalb empfehlen Frauenärzte die Einnahme von 400 Mikrogramm pro Tag schon beim Kinderwunsch.

Jod

sollten Frauen in der Schwangerschaft ebenfalls täglich einnehmen. Der Bedarf von Jod steigert sich in der Schwangerschaft um 20 Prozent, 100 Mikrogramm sollten Frauen zusätzlich täglich zu sich nehmen.

Fischöl

ist unter Experten etwas umstritten. Einige Studien legen nahe, dass es das Risiko von Frühgeburten vor der 34. Schwangerschaftswoche senkt, darüber hinaus das Allergierisiko beim Nachwuchs vermindert und die Entwicklung der Hirn- und Sehfunktion beim Embryo verbessert. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt daher, die Aufnahme von 200 Milligramm Omega-3-Fettsäure pro Tag. Einige Experten halten daher die Einnahme von Fischöl für empfehlenswert, andere  halten zwei bis drei Fischmahlzeiten in der Woche für ausreichend.

Vitamin D

ist wichtig für das Knochengerüst. Einige Studien deuten darauf hin, dass die kindliche Knochengesundheit im Schulalter von der zusätzlichen Aufnahme von Vitamin D in der Schwangerschaft profitiert. Besonders im Winter, wenn die Sonneneinstrahlung in Deutschland für die Vitamin-D-Produktion  versiegt, sei die zusätzliche Einnahme angezeigt.

Eisen

Unter einer Eisenmangelanämie leiden etwa 10 bis 20 Prozent der Schwangeren. Sie müssen zusätzlich Eisen zu sich nehmen. In einer Blutuntersuchung beim Gynäkologen lässt sich der Status genau ermitteln. Experten raten davon ab, ohne Indikation Eisen in hohen Mengen einzunehmen. Welche Auswirkungen eine Überdosierung von Eisen auf die Schwangeren und ihr Kind haben könnten, ist nicht bekannt.

Magnesium

gehört ebenfalls zu den Ergänzungsmitteln, die fast alle Schwangeren einnehmen, ohne zu wissen, ob bei ihnen ein Mangel vorherrscht. Studien zeigen, dass kaum eine Schwangere unter Magnesiummangel leidet. Jedoch gibt es für schwangere Frauen, die ein Risiko für eine Schwangerschaftsvergiftung haben, einen Vorteil: Durch die zusätzliche Einnahme von Magnesium können sie vor ihr geschützt werden.

Für die meisten wasserlöslichen Vitamine zu denen das Vitamin C und alle B-Vitamine wie z.B. das Vitamin B6 oder auch Folsäure gilt: Sie sind meistens in ausreichendem Maße im Körper vorhanden , doch überdosiert richten sie keinen Schaden an. Der Körper scheidet sie wieder aus. Nur das Vitamin B12 kannin der Leber gespeichert werden.

Vorsicht ist bei fettlöslichen Vitaminen wie den Vitaminen A, D, E und K in  zu hohen Dosen geboten. Sie werden im Körper gespeichert. Vitamin A kann bei einer Überdosierung zu Fehlbildungen des Kindes führen. Jedoch gilt auch hier Entwarnung: In den von Apotheken und Drogerien bereitgestellten Ergänzungsmitteln werden solch hohe Dosierungen nicht angeboten.

Für die Angebote im Internet gilt diese Entwarnung nicht.

Das Immunsystem stärken

Mit jedem Infekt stärker

Auch wenn es nur ein schwacher Trost für Eltern ist: Die Infektanfälligkeit in den ersten Lebensjahren hat auch eine gute Seite. Jeder Infekt stärkt das kindliche Immunsystem

Auch Kinder leiden jetzt vermehrt an Schnupfen und Husten. Aber anders als Erwachsene fangen sich die Kleinen auch im Sommer einen Infekt ein. Denn von den über 200 Viren, die eine Erkältung auslösen können, sind viele ganzjährig in unserer Umwelt präsent. Vor allem im ersten Lebensjahr stecken sich Kinder bis zu zwölf Mal neu an, weil ihr Immunsystem noch keine angemessene Antwort auf die Herausforderung durch Krankheitserreger hat. Es ist einfach noch nicht fit für die Gefahrenabwehr.

Die allgegenwärtigen Erkältungsviren, vor allem sind es Rhinoviren, die Infekte der oberen Atemwege auslösen, haben es deshalb überall dort ganz leicht, wo Kinder auf engem Raum aufeinandertreffen, beispielsweise in der Kita. Die so genannte Tröpfcheninfektion ist der Hauptübertragungsweg bei Erkältungsinfekten. Da genügt ein Nieser und die Viren werden gleichmäßig in der ganzen Kindergruppe verteilt. So gelangen sie direkt in die oberen Atemwege, in Nase, Hals und Bronchien oder landen auf dem Spielzeug, auf Türklinken, Tischen und Stühlen.

Kinder fassen alles an und greifen sich anschließend ins Gesicht oder berühren ein anderes Kind. Auch so gelangen Viren an ihr Ziel. Infektionen im Kindesalter haben, so unangenehm sie auch sind, aus medizinischer Sicht eine gute Seite. Jeder Infekt ist nämlich ein Training für das kindliche Immunsystem. In ihren ersten Lebensmonaten zehren die Kleinen noch vom so genannten mütterlichen Nestschutz, also von den Antikörpern, die die Mutter auf ihr Baby überträgt. Wenn der nachlässt, muss der kleine Körper selbst aktiv werden. Das kann er aber nur in der Auseinandersetzung mit Krankheitserregern.

Mit jedem durchgestandenen Infekt gewinnt die körpereigene Abwehr an Kraft, bis ein Kind eines Tages trotz grassierender Erkältungswelle ganz verschont von Triefnase, Husten und Halsweh bleibt.

Erkältung oder Grippe

Wenn ihr Nachwuchs matt und müde im Bettchen liegt, die Augen fiebrig glänzen, der Appetit gering ist und die Nase läuft, fragen sich Eltern natürlich zu Recht: Ist es wirklich nur eine Erkältung oder womöglich eine Grippe? Natürlich ist eine Ansteckung mit echten Grippeviren möglich, aber meistens steckt hinter den Beschwerden ein Erkältungsinfekt. Auch der wird durch Viren übertragen, aber diese sind eher harmlos. Allerdings gibt es, weil so viele Viren am Krankheitsbild beteiligt sind, keine vorbeugende Schutzimpfung.

Anders bei der echten Influenza-Grippe. Die Impfexperten des Robert-Koch-Instituts empfehlen wegen der erheblichen Gesundheitsrisiken eine Grippeimpfung für Kinder. Auf jeden Fall sollten chronisch kranke Kinder, die an Asthma, chronischer Bronchitis oder Herz-Kreislaufkrankheiten leiden, unbedingt geimpft werden. Eine weitere Impfempfehlung betrifft Frühgeborene: Sie haben ein hohes Risiko, sich mit dem RSV-Virus anzustecken. Dieses Virus richtet in den Bronchioliden erheblichen Schaden an, löst akute Entzündungen und möglicherweise gravierende Spätschäden aus. Die Erkrankung tritt schwerpunktmäßig ab Oktober auf. Eine Impfung sollte rechtzeitig erfolgen.

Vorbeugen ist bei Erkältungsinfekten im Kindesalter also kaum möglich. Was also tun, wenn der Nachwuchs sich einen Infekt eingefangen hat? Liebevolle Fürsorge ist das Wichtigste, was Eltern ihrem kranken Nachwuchs geben können. Und eine Medizin, die die Beschwerden auf sanfte Weise zuverlässig lindert.

Hilfe bei Schnupfen & Husten

Damit ein verschnupftes Kind schnell wieder gesund wird, müssen vor allem die Schleimhäute der Nase wieder gut arbeiten können. Das A und O der Schnupfenbehandlung besteht deshalb darin, Babys Näschen so schnell, aber auch so sanft wie möglich freizubekommen. Krankheitserreger und festsitzender Schleim sollten deshalb aus der Nasenhöhle entfernt werden. Nur dann kann die Nase ihren Hauptaufgaben, nämlich dem Befeuchten, Erwärmen und Reinigen der Atemluft, hundertprozentig nachkommen. Auf diese Weise kann auch einer Nasennebenhöhlen-Entzündung vorgebeugt werden.

Viel Trinken

Säuglinge, die noch gestillt werden, kommen auch in der Erkältungszeit mit Mamas Milch gut über die Runden. Wenn die nicht reicht oder bei Fläschchenkindern: eine gleichwertige Milchnahrung anbieten. Aber Dehydrieren muss unbedingt vermieden werden. Außerdem verdünnt man durch das Trinken von Flüssigkeit (am besten ist Wasser) den Schleim in der Nase und spült sie aus. Auch Schleim, der sich in den Bronchien festgesetzt hat, wird flüssiger und kann

Nasenspray

Abschwellende Nasensprays auf chemischer Basis sind für eine langfristige Befreiung der verstopften Nase nicht geeignet. Fragen Sie in der Apotheke nach einem Mittel, das die kindliche Nasenschleimhaut nicht austrocknet. Einige Wirkstoffe können nämlich bei häufigerer und längerer Anwendung die Nasenschleimhaut schädigen.

Nasensauger

Mit einer Ballonspritze kann man die Nase von Kindern, bei denen Naseputzen noch nicht funktioniert, wieder frei bekommen. Die Ballonspritze wird mit einer salzhaltigen Lösung (aus der Apotheke) gefüllt. Der Kopf des Babys muss nach hinten geneigt sein, damit man 10 bis 20 Tropfen Salzlösung in jedes Nasenloch drücken kann. Etwas warten und dann den Schleim samt Salzlösung einzusaugen. Nur im Akutfall, nicht über längere Zeit einsetzen.

So lernen Kinder das Naseputzen

Frühestens mit zwei Jahren können Kinder lernen, ihre Nase zu putzen. Am besten lernen sich durch das Vorbild der Eltern, aber man sollte dem Nachwuchs genau erklären, warum zu tun ist. Zu hartes Schnauben kann nämlich die Ohren verletzen. Lassen Sie Ihr Kind ein Nasenloch zuhalten und die Luft durch das offene Nasenloch herausblasen. Aber ganz sanft. Zeigen Sie Ihm, dass benutzte Taschentücher in den Abfalleimer gehören. Nach dem Naseputzen das Händewaschen nicht vergessen!

Fieber nicht sofort senken

Kranke Babys fiebern schnell und oft auch erschreckend hoch. Trotzdem sollte man das Fieber nicht sofort bekämpfen. Fieber ist nämlich eine sinnvolle Abwehrrektion des Körpers und hilft bei der Bekämpfung der Krankheitserreger. Wenn das Baby aber hoch fiebert, nicht trinkt und richtig krank wirkt, sofort den Kinderarzt aufsuchen!

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