Tag : Gesundheit

Rauchfrei durch die Schwangerschaft

Ohne Alkohol und Tabak durch die Schwangerschaft

Das Universitätsklinikum Tübingen hat in Kooperation mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ein neues kostenloses Online-Beratungsprogramm für werdende Mütter entwickelt. Damit können Schwangere, denen der Verzicht auf Alkohol und Tabak schwer fällt, persönlich unterstützt werden, während ihrer Schwangerschaft alkohol- und rauchfrei zu bleiben. Nach einer Modellphase geht das Onlineprogramm www.iris-plattform.de jetzt neu an den Start. Die IRIS-Onlineberatung begleitet Schwangere individuell von der Vorbereitung des Konsumverzichts durch alle Phasen des Ausstiegs. Die teilnehmenden Frauen durchlaufen die klassischen Schritte einer Beratung, können diese aber online und in ihrem persönlichen Tempo gestalten.

Immer noch rauchen 12 Prozent der schwangeren Frauen und etwas mehr als 25 Prozent trinken zumindest gelegentlich Alkohol, obwohl die negativen Folgen von Tabak- und Alkoholkonsum wissenschaftlich vielfach belegt sind. Tabakkonsum während der Schwangerschaft schränkt die Versorgung des Embryos mit Sauerstoff und Nährstoffen ein – das kann in der Folge zu Früh- und Fehlgeburten führen. Alkohol als Zellgift behindert die geistige und körperliche Entwicklung des Embryos im Mutterleib. Die Folge können irreversible Schädigungen bis hin zum Vollbild des FASD-Syndroms (der Fetalen Alkohol-Spektrum-Störung) sein. Betroffene Kinder sind häufig ein Leben lang auf fremde Hilfe angewiesen.

„Alkohol und Tabak müssen ein selbstverständliches No-Go werden“

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, erklärt: „Alkohol und Tabak in der Schwangerschaft müssen endlich ein selbstverständliches ‚No-Go‘ werden! Jede Schwangere gefährdet sich und ihr Ungeborenes massiv: Die Kinder können durch den Alkoholkonsum ihrer Mütter schwerwiegende gesundheitliche Einschränkungen erleiden und später extreme Probleme bekommen, ihren Alltag zu bewältigen. Beim Tabakkonsum sind Wachstumsminderung, Fehlbildungen oder spätere Verhaltensauffälligkeiten mögliche Folgen. Wir müssen diese Kinder schützen und die Schwangeren weiter aufklären! Daher ist es wichtig und richtig, dass wir mit den Frauen durch Hilfsangebote wie IRIS direkt in den Dialog treten und sie somit auf dem Weg in die Abstinenz unterstützen.“

Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, betont: „Das Programm IRIS ergänzt in hervorragender Weise die Präventionsangebote der BZgA für Schwangere im Bereich der Suchtprävention. Wir wollen Frauen darüber informieren, dass Alkohol- und Tabakkonsum in der Schwangerschaft zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen beim Ungeborenen führen kann. Gleichzeitig ist es uns ein wichtiges Anliegen, Frauen bei der Konsumreduzierung zu unterstützen. Ein persönliches, individualisiertes Online-Programm wie IRIS eignet sich dafür besonders gut.“

Projektleiter Prof. Dr. Anil Batra, Leiter der Sektion für Suchtmedizin und Suchtforschung am Universitätsklinikum Tübingen, ergänzt: „Schwangere erhalten bei IRIS die persönliche Unterstützung einer speziell qualifizierten Therapeutin per E-Mail. IRIS kann sich damit flexibel auf die individuellen Sorgen und Wünsche von Schwangeren einstellen und ihnen helfen, alkohol- und tabakfrei durch die Schwangerschaft zu gehen.“

Weitere Informationen:

https://www.iris-plattform.de/
www.facebook.com/irisplattform

Allgemeine Informationen zum Thema „Alkoholfreie Schwangerschaft“ im Rahmen der BZgA-Präventionskampagne „Alkohol? Kenn dein Limit.“ Für Erwachsene:
https://www.kenn-dein-limit.de/alkohol/schwangerschaft-und-stillzeit/

mother doing gymnastics her baby girl infant

Babyhüfte frühzeitig mit Ultraschall untersuchen lassen

Die Babyhüfte sollten Eltern gerade am Anfang im Blick behalten. Ein Ultraschall im Rahmen der U3 kann bei Babys eine Hüftreifungsstörung frühzeitig aufdecken – doch bundesweit 50.000 bis 70.000 Kinder pro Jahr erhalten diese wichtige Untersuchung nicht, so Zahlen der Deutschen Gesellschaften für Orthopädie und Unfallchirurgie. Um Spätschäden zu vermeiden, sollten Eltern auf jeden Fall alle U-Termine wahrnehmen und bei der U3 darauf achten, dass die Hüftsonografie gemacht wird. Will der Kinderarzt die Untersuchung an der Babyhüfte nicht selbst vornehmen, können Eltern demnach eine Überweisung zum Kinderorthopäden einfordern. „Studien zeigen, dass eine frühe Entdeckung und Behandlung von Hüftreifungsstörungen das Risiko für eine spätere Operation halbiert,“ betont Prof. Dr. Peter Haber, Oberarzt an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin in Tübingen. „Die Untersuchungsmethode ist für den Säugling völlig schmerzfrei und nicht belastend“, versichert Haber. Werde sie fachgemäß durchgeführt, liege die Entdeckungsrate der Hüftreifungsstörungen bei annähernd 100 Prozent.

Bei etwa drei bis fünf Prozent der Kinder zeige sich im Ultraschall eine Hüftdysplasie. Hier bleibt der Hüftkopf zwar im Gelenk, aber die Hüftpfanne hält ihn nicht ausreichend. Sie ist die häufigste Skelettfehlentwicklung. Unbehandelt führt sie im Erwachsenenalter nicht nur zu Gelenkverschleiß, sie erfordert auch künstliche Hüften mit etwa Mitte 30.

Gründe für Fehlstellung der Babyhüfte noch unklar

Die genauen Gründe für die  Fehlstellungen der Babyhüfte kennen Mediziner nicht. Scheinbar haben Mehrlingskinder ein erhöhtes Risiko, ebenso wie Kinder, die im Mutterleib falsch herum lagen (Beckenendlage). Hierbei stehen die Hüften in einer ungüns­tigen Position und können sich nicht gut entwickeln. Risikofaktoren sind das weibliche Geschlecht und eine familiäre Häufung.

Doch nicht alle Hüftgelenkstörungen müssen behandlet werden. So hat zwar etwa ein Viertel aller Kinder hat bei der Geburt eine Hüftreifungsverzögerung, doch eine Therapie ist meist nicht notwendig. In der Regel genügt es, wenn die Eltern ihren Nachwuchs mit einem Moltontuch oder einer zweiten Windel breit wickeln. Kinder, die hingegen an einer Hüftdysplasie leiden oder bei denen das breite Wickeln nicht erfolgreich war, benötigen eine Spreizhose oder -schiene. Sie wird dann so lange getragen, bis die Gelenke genug ausgeformt sind. Je früher die Therapie begonnen wird, desto schneller die Ausheilung. Denn in den ersten drei Monaten wachsen die Gelenke besonders stark, sind also noch leicht beeinflussbar.

 

Bild: iStock

Impfempfehlung

Impfquote zu niedrig – vor allem bei Masern

Die Impflücken bei Masern sind weiterhin zu groß. Das geht aus neuen Auswertungen zu Impfquoten hervor, die das Robert Koch-Institut (RKI) am 2. Mai 2019 im Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht hat. Zwar haben 97,1 Prozent der Schulanfänger die erste Impfung bekommen. Aber bei der entscheidenden zweiten Masernimpfung gibt es große regionale Unterschiede, so dass auf Bundesebene die gewünschte Impfquote von 95 Prozent noch immer nicht erreicht wird. Nach den neuen Daten des RKI sind gut 93 Prozent der Schulanfänger 2017 zweimal gegen Masern geimpft. Die Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten oder auch gegen Kinderlähmung haben bei den Schulanfängern bereits im dritten Jahr in Folge abgenommen. Die Daten zeigen, dass gemeinsame Anstrengungen der am Impfsystem beteiligten Akteure notwendig sind, um eine hohe Impfquote zu erreichen und zu halten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

„Trotz aller Aufklärungskampagnen sind die Impfquoten in den vergangenen Jahren nicht entscheidend gestiegen. Deshalb muss die Masern-Impfung in Kindergärten und Schule verpflichtend werden. Denn wer sich impft, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch die Gemeinschaft. 95 Prozent der Bevölkerung müssen gegen Masern geimpft sein, damit diese hochansteckende Viruserkrankung ausgerottet werden kann. Das ist unser Ziel.“

Impfungen nachholen

Dem Robert Koch-Institut wurden für 2018 insgesamt 543 Masernerkrankungen übermittelt, im laufenden Jahr sind es bereits mehr als 300 Fälle. „Fast die Hälfte der Erkrankten sind junge Erwachsene, das weist auf die großen Impflücken in diesen Altersgruppen hin“, betont Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts. Die Ständige Impfkommission empfiehlt für die nach 1970 Geborenen, die Impfung nachzuholen, wenn im Impfpass keine oder nur eine Masernimpfung aus der Kindheit vermerkt ist oder der Impfstatus unklar ist. „Fachübergreifendes Impfen sollte unabhängig von Bundesland und Krankenkasse Normalität sein, Betriebsärzten das Impfen erleichtert werden und auch automatisierte Impferinnerungen sollten Standard sein. Wenn dann noch niedrigschwellig Impfungen aktiv angeboten werden bin ich überzeugt davon, dass die Impfquoten steigen“, unterstreicht Wieler.

Impfschutz überprüfen

Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), betont die Wichtigkeit, Impflücken im Kindesalter, aber auch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, zu schließen: „Zum Schutz vor Masern ist nicht nur der rechtzeitige Aufbau des Impfschutzes bis zum Ende des zweiten Lebensjahres von Bedeutung, sondern auch Erwachsene, die nach 1970 geboren sind, sollten ihren Impfschutz gegen Masern überprüfen lassen. Daher richten wir uns mit unseren Informationsmaßnahmen gezielt an Eltern und an nach 1970 geborene Erwachsene. Zudem bieten wir Multiplikatoren Informationsmaterialien an, um das öffentliche Bewusstsein für das Thema Impfen zu stärken. Ergebnisse der bundesweiten Repräsentativbefragung der BZgA zeigen, dass vor allem die Ärzteschaft bei der Aufklärung zu gesundheitsrelevanten Themen eine Schlüsselrolle einnimmt: So halten nahezu alle Befragten (97 Prozent) ein persönliches Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt für geeignet, um sich über Impfungen im Kindes- und Erwachsenenalter zu informieren. Daher sollte jeder Kontakt zum Gesundheitssystem genutzt werden, um den Impfstatus zu kontrollieren und Impfungen aktiv anzubieten.“

Quelle: Bundesministerium für Gesundheit, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Robert Koch-Institut

Weitere Informationen unter
www.bundesgesundheitsministerium.de/Impfungen
www.rki.de
www.impfen-info.de

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So vermeiden Sie Blähungen bei Ihrem Baby

Auf Blähungen folgen beim Baby meist schreckliche Bauchkrämpfe. Um das zu vermeiden, sollten Eltern Säuglingsmilch bei der Zubereitung rühren und nicht schütteln. „Achten Sie darauf, dass kein Schaum auf der Oberfläche ist“, rät Sandra Werlich-Praetzel, Still- und Laktationstherapeutin aus Hamburg. „Diese Luft landet sonst im Babybauch und führt zu Blähungen und Bauchweh.“ So geht’s: Einfach das Milchpulver in das Fläschchen geben und etwas abgekochtes, aber nicht mehr heißes Wasser hinzugeben. Anschließend sollten Eltern so lange mit einem Löffel rühren, bis sich das Pulver aufgelöst hat. Dann füllt man kaltes Wasser hinzu, bis die angegebene Trinkmenge erreicht und die Temperatur gut ist. Die Milch fürs Baby sollte immer frisch zubereitet und innerhalb von zwei Stunden verbraucht werden. „Auf keinen Fall den Milchrest ein zweites Mal erwärmen!“, warnt Werlich-Praetzel. „Dann können sich Bakterien wie Escherichia (E.coli) oder Salmonellen vermehren, die für kleine Kinder gefährlich sind.“

Das hilft, wenn das Baby unter Blähungen leidet

Als erste Maßnahme gegen Blähungen ist es immer gut, Ihren kleinen Schatz auf den Arm zu nehmen und zu beruhigen. Denn Nähe und Wärme von Mutter und Vater bewirken schon kleine Wunder. Auf gar keinen Fall sollten Sie Ihr Kind einfach schreien lassen. Auch wenn es sich nicht merklich beruhigt, spürt es auf Ihrem Arm doch Ihre Nähe und weiß, dass es nicht allein ist. Das ist für Babys eine wichtige Erfahrung.

Wenn es Ihnen doch einmal zu viel wird, können Sie Ihr Kind an einem sicheren Ort wie dem Babybett ablegen und für ein paar Minuten den Raum verlassen. So haben Sie die Möglichkeit, kurz zu verschnaufen. Auch können Sie Ihren Partner oder eine andere engstehende Person bitten, für einige Zeit auf Ihr Baby aufzupassen.

Zucker sollte nicht über Nacht am Zahn bleiben

So entsteht Zahnkaries bei Milchzähnen

Zahnkaries ist noch immer ein Problem, auch wenn Kinder heute deutlich gesündere Zähne haben. Doch immer noch erkranken viele Kinder an einer oft schmerzhaften und zerstörerischen Karies der Milchzähne.
Die Zahntrolle Karius und Baktus, die der norwegische Schriftsteller Thorbjörn Egner in der gleichnamigen Geschichte beschreibt, sind vielen Kindern in der ganzen Welt bekannt.

Bei diesen so anschaulich beschriebenen „Übeltätern“ handelt es sich in Wirklichkeit um sogenannte Mutans-Streptokokken. Dies sind bestimmte Bakterien, die durch ihren Stoffwechsel jene Säuren erzeugen, welche für die Entstehung von Zahnkaries verantwortlich sind.

Diese Säuren greifen den Zahnschmelz an, was sich im beginnenden Stadium manchmal als kreidig-weißer oder bräunlicher Fleck auf dem Zahn zeigen kann. In diesem Stadium ist eine „Reparatur“ noch möglich, wenn weitere schädigende Einflüsse vermieden werden. So kann zum Beispiel der Speichel durch das darin enthaltene Kalzium und Phosphat allerfeinste Defekte im Zahnschmelz wieder ausgleichen und hat hierdurch eine karieshemmende, remineralisierende Wirkung. Allerdings brauchen die Zähne hierzu auch genügend Zeit zwischen den Mahlzeiten.

Wenn allerdings nicht gegengesteuert wird und der Zahnschmelz weiter angegriffen wird, ist Karies die Folge. Unbehandelt greift diese, früher als „Zahnfäule“ bezeichnete, Zahnerkrankung sowohl Milch- als auch die bleibenden Zähne an, was bis zum Verlust des Zahnes führen kann.

Kariesbakterien „lieben“ Zucker

Um sich zu vermehren, brauchen Kariesbakterien vor allem Zucker – und eine „angenehme Umgebung“, sprich Zahnbelag. Insbesondere zuckerhaltige Getränke und Süßigkeiten, aber auch versteckte Zucker, zum Beispiel in Ketchup, Senf und Fertiggerichten, tragen somit zur Entstehung von Karies bei. Doch auch Obst, Honig und andere „gesunde“ süße Sachen sind hiervon nicht ausgenommen.

Da die Milchzähne deutlich empfindlicher sind als die bleibenden Zähne, ist eine frühe Mundhygiene durch regelmäßiges Zähne putzen wichtig, um damit den Zahnbelag zu entfernen und einer Zahnschädigung durch Karies vorzubeugen.

Zahnkaries kann durch die Bakterien auch übertragen werden

Manchen Eltern ist nicht bewusst, dass Bakterien, die Karies verursachen, übertragbar sind. So bekommen manche Kinder Zahnkaries, weil ihre Eltern die Bakterien an sie weitergegeben haben. Dies kann zum Beispiel schon passieren, wenn der Schnuller mit dem Mund befeuchtet oder der Löffel des Kindes abgeleckt wird.

Quelle:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
https://www.kindergesundheit-info.de

 

Anfälligkeit für Krankheiten steigt durch Passivrauchen

Passivrauchen gefährdet Kinder

Tabakqualm belastet Kinder ganz besonders. Dass Tabakqualm der gefährlichste und bedeutendste vermeidbare Innenschadstoff ist, ist Eltern oft nicht bewusst.

Tabakqualm belastet Kinder ganz besonders

Schätzungsweise die Hälfte aller Kinder unter sechs Jahren leben in Deutschland in einem Raucherhaushalt. Je nach Menge der gerauchten Zigaretten sind sie hierdurch erhöhten gesundheitlichen Belastungen und Risiken ausgesetzt.

Kinder reagieren besonders empfindlich auf die Giftstoffe im Tabakrauch. Ihr Körper befindet sich noch in der Entwicklung und ihre Organe, zum Beispiel die Lunge, können schnell schwer geschädigt werden. Kinder haben eine höhere Atemfrequenz und ihr Körper ist noch nicht genügend ausgereift, um Giftstoffe abzubauen; infolgedessen nehmen sie beim Passivrauchen die Schadstoffe des Tabakqualms in deutlich höherer Konzentration auf als Erwachsene. So atmet ein Kind in einem verqualmten Raum pro Stunde so viele Schadstoffe ein, als würde es selber eine Zigarette rauchen. Würde es täglich mitrauchen, nähme sein Körper in kurzer Zeit das Gift von einigen hundert Zigaretten auf.

Bei jedem Kind, das in einem Raucherhaushalt aufwächst, lassen sich die entsprechenden Schadstoffe im Blut nachweisen.

Da sich diese Schadstoffe in Tapeten, Teppichen, Vorhängen und Möbeln festsetzen, bleiben sie auch nach intensivem Lüften noch lange in der Luft und werden eingeatmet. Dies gilt umso mehr, wenn auf kleinem Raum, zum Beispiel im Auto, geraucht wird. Hier ist die Konzentration der Schadstoffe aus dem Tabakqualm besonders hoch

Passivrauchen erhöht eine Reihe gesundheitlicher Risiken für Ihr Kind

In vielen Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass nicht nur Rauchen während der Schwangerschaft bestimmte Risiken für das Kind erhöht, sondern auch das Passivrauchen nach der Geburt. Dabei gilt auch väterliches Rauchen als Risikofaktor.

So geht man davon aus, dass das Risiko des plötzlichen Säuglingstodes (SIDS) durch elterliches Rauchen zwei- bis vierfach höher ist als in einem rauchfreien Zuhause. Wie stark sich das Risiko erhöht, hängt unter anderem davon ab, wie viele Zigaretten geraucht werden und wie lange das Kind dem Passivrauchen ausgesetzt ist.

Auch das Risiko des Kindes, an einer Allergie, insbesondere an allergischem Asthma bronchiale, zu erkranken, ist in Raucherhaushalten deutlich höher.

Passivrauchende Kinder sind häufiger krank

Passivrauchende Säuglinge und Kinder sind anfälliger gegenüber einer Reihe von Erkrankungen.

So erkranken Kinder aus Raucherhaushalten unter anderem häufiger an

  • akuter wie auch chronischer Mittelohrentzündung,
  • Lungenentzündung und Bronchitis,
  • Asthma und anderen Erkrankungen der Atemwege.

Doch auch das allgemeine Befinden wird durch das Mitrauchen deutlich beeinträchtigt. So klagen Kinder, deren Eltern rauchen, zum Beispiel doppelt so häufig über Husten, Schwindel und Kopfschmerzen wie Kinder aus Familien, in denen nicht geraucht wird. Sie haben öfter Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, und leiden häufiger unter Schlafstörungen.

Da das Passivrauchen auch die körpereigenen Abwehrkräfte schwächt, können sich Krankheitserreger leichter ausbreiten, so dass Kinder aus Raucherfamilien insgesamt häufiger krank sind als jene, die rauchfrei aufwachsen.

Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
www.kindergesundheit-info.de

 

Schlafen will gelernt sein - ALVI

Einschlafen will gelernt sein

Babys brauchen die Erfahrung, dass jemand da ist, der ihnen beim Einschlafen hilft, ihre Bedürfnisse erkennt und zuverlässig befriedigt. Geborgen und sicher finden sie leichter in den Schlaf.

In den ersten Lebensmonaten, in denen sich ein Kind „in die Welt einfindet“, muss es seinen Rhythmus zwischen Hunger und Sattsein, Schlafen und Wachsein erst noch entwickeln. In dieser Zeit braucht es besondere Aufmerksamkeit und ein einfühlsames, möglichst promptes Eingehen auf seine Bedürfnisse.

Vor allem in den ersten drei Monaten braucht Ihr Baby noch einen engen Körperkontakt, um Ihre Nähe zu spüren und sich sicher und geborgen zu fühlen. Es braucht die Erfahrung, dass seine Signale verstanden und seine Bedürfnisse nach Nahrung, nach Schlaf, aber auch nach Unterhaltung und Zuwendung verlässlich befriedigt werden.

Auch wenn Ihr Baby in der Nacht aufwacht, benötigt es ein Zeichen Ihrer Verlässlichkeit und Nähe. Indem Sie feinfühlig auf seine Signale reagieren, unterstützen Sie es darin zu lernen, zunehmend selbständig zur Ruhe zu finden. Nehmen Sie Ihr Kind aber nicht immer gleich hoch, wenn es sich bemerkbar macht, ein wenig quengelt oder wach im Bett liegt. Sprechen Sie leise mit ihm, streicheln sie es sanft – oft reichen bereits diese kleinen Zeichen Ihrer Zuwendung, damit es sich sicher und geborgen fühlt und beruhigt den Weg zurück in den Schlaf findet.

Für die speziellen Ansprüche von Frühchen hat der Hersteller ALVI Schlafsäcke entwickelt, die bereits ab einer Körpergröße von 40cm verwendet werden können. Das 3-Knopf-System sorgt dafür, dass der Schlafsack über drei Größen mitwächst. Da Frühchen eine kuschelige und warme Umhüllung brauchen, die Geborgenheit schafft, ist der Frühchenschlafsack leicht wattiert und besteht aus pflegeleichter Baumwolle, die die sensible Babyhaut wärmt, ohne sie zu überhitzen. Er verfügt außerdem über einen umlaufenden Reißverschluss, der das Wickeln vereinfacht. Eine kleine Kabelauslassöffnung am Außensack dient als Zugang für Versorgungs- oder Überwachungsschläuche.

Regelmäßigkeit im Alltag hilft einen Rhythmus zu finden

Auch wenn in den ersten Lebenswochen eines Babys zunächst noch einiges „drunter und drüber“ geht, ist es wichtig, dass Sie möglichst von Anfang an versuchen, den Tagesablauf mit Ihrem Kind regelmäßig zu gestalten. Frühzeitig eingeführte Routinen und Strukturen bei der Pflege, beim Stillen oder Füttern wie auch beim Schlafenlegen helfen bereits dem Baby, sich zu orientieren und seinen Rhythmus zu finden. Auch wenn Ihr Baby zum Beispiel immer wieder erlebt, wie sich Anregung und Ruhepausen entsprechend seinen jeweiligen Bedürfnissen abwechseln, lernt es nach und nach, dass alles seine Zeit hat. Denn Kinder – so jung sie auch noch sein mögen – lernen durch die Strukturen, die Eltern ihnen anbieten.

Nur ein müdes Kind kann schlafen

Babys können sich nicht „entscheiden“, jetzt zu schlafen, sondern werden vom Schlaf übermannt. Sind sie allerdings nicht wirklich müde, wenn man sie zum Schlafen in ihr Bettchen legt, sollte man sich nicht wundern, wenn sie nicht zur Ruhe kommen. Häufig überschätzen Eltern den Schlafbedarf ihres Kindes. Das Kind verbringt dann mehr Zeit im Bett, als es wirklich schlafen kann. Dabei brauchen auch junge Babys in ihren Wachphasen bereits Anregung und Beschäftigung, möchten sich „unterhalten“ und spielen. Doch achten Sie dabei immer auch auf Zeichen von Müdigkeit. Wenn Ihr Baby den Blick abwendet, gähnt, gerötete Augen hat oder – wenn es schon etwas älter ist – die Augen reibt, ist es Zeit für eine Ruhepause oder ein Schläfchen.

Aber: Bei Übermüdung fällt die Entspannung schwer

Bei Ihrem Baby auf Zeichen von Müdigkeit zu achten, ist aber auch deshalb wichtig, um Übermüdung zu vermeiden. Denn wenn Kinder übermüdet und überreizt sind, fällt das Einschlafen schwer.

Gerade bei Babys, die schwer zur Ruhe kommen und Schwierigkeiten haben, sich selbst zu beruhigen, kann es passieren, dass das „Tor zum Einschlafen“ verpasst wird. So nennt der Verhaltensbiologe Joachim Bensel den fürs Einschlafen günstigen Zeitpunkt, zu dem Kinder von einer aktiveren in eine ruhigere Phase eintreten und besonders gut einschlafen. Lässt man diesen Zeitpunkt verstreichen, kann es unter Umständen längere Zeit dauern, bis sich ein neues „Einschlaftor“ auftut.

Häufiges Schreien ist oft ein Zeichen von Schlafmangel

Besonders bei Kindern, die häufig und lang anhaltend schreien (sogenannten „Schreibabys“), liegt meist Schlafmangel vor: Diese Kinder bekommen häufig tagsüber einfach zu wenig Schlaf, sind übermüdet und überreizt und kommen dadurch erst recht nicht mehr zur Ruhe – ein Teufelskreis. Hier ist es besonders wichtig, erste Anzeichen von Müdigkeit und Unlust zu erkennen. Wenn Ihr Baby sehr oft überreizt und übermüdet wirkt, sollten Sie versuchen, dass es mehr Schlaf bekommt. Nehmen Sie es zum Beispiel nicht immer gleich hoch und legen es an, wenn es einmal aufwacht. Denn Säuglinge wachen durchaus öfters auf, um kurz danach wieder von allein einzuschlafen.

Eigenständigkeit am Tag hilft auch in der Nacht

Die Erfahrungen, die ein Kind am Tag macht, spielen für das Ein- und Durchschlafen eine wichtige Rolle: Ein Kind, das tagsüber darin unterstützt wird, aus eigenem Antrieb und selbstbestimmt seine Erfahrungen zu suchen, gewinnt eher das notwendige Selbstvertrauen, das es auch zum selbstständigen Einschlafen braucht. Solange Ihr Baby zum Beispiel vergnügt mit seinen Fingern spielt, können Sie es ruhig auch mal sich selbst überlassen. Damit helfen Sie ihm, erste Schritte in die Eigenständigkeit zu machen.

Selbstständiges Einschlafen erleichtert das Durchschlafen

Schlafexperten weisen immer wieder darauf hin, dass Durchschlafprobleme im Grunde Wiedereinschlafprobleme sind. Denn alle Kinder wachen nachts mehrmals auf. Das, was wir Durchschlafprobleme nennen, tritt auf, wenn das Kind nach diesem kurzen Aufwachen nicht wieder alleine in den Schlaf zurückfindet. Wenn Ihr Baby abends wach in seinem Bettchen liegt und mit Ihrer Unterstützung nach und nach lernt, sich selbst zu beruhigen und in den Schlaf zu finden, wird es ihm auch in der Nacht eher gelingen, nach kurzem Aufwachen von alleine wieder einzuschlafen. (Stand: 19.03.2015)

Quelle:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
www.kindergesundheit-info.de

Babyschlafsack

Der richtige Babyschlafsack

Ein Babyschlafsack ist in jedem Fall einer Decke vorzuziehen: Das Risiko, dass das Baby mit dem Kopf unter die Decke rutscht und im schlimmsten Fall ersticken könnte, ist einfach zu groß. Doch worauf kommt es bei der Wahl des Schlafsacks an?
Im Interview klärt Hebamme Luzia Kiesl auf.

Welche Schlafsack-Größe ist die richtige für mein Baby?

Luzia Kiesl: „Die Wahl der richtigen Größe ist beim Babyschlafsack besonders wichtig. Denn ist dieser zu klein, hat das Baby zu wenig Bewegungsfreiheit. Bei zu großen Schlafsäcken besteht hingegen die Gefahr, dass sich das Kind darin verwickelt. Darüber hinaus kann ein großer Babyschlafsack zu Wärmeverlust führen. Besonders wichtig ist, dass die Halsöffnung auf gar keinen Fall größer sein darf als der Kopfumfang des Babys, da es sonst in den Schlafsack hineinrutschen kann.

Generell gilt für die Babyschlafsack-Größe: Der Nachwuchs muss aus dem passenden Schlafsack herauswachsen. Wächst Ihr Baby in den Schlafsack hinein, dann ist dieser zu groß! Die Faustregel, die ich allen Müttern nenne ist, dass der Abstand zwischen dem Nacken des Nachwuchses und dem Halsausschnitt des Schlafsacks circa einer Fingerbreite entsprechen sollte.“

Auf welches Material sollten Eltern beim Babyschlafsack zurückgreifen?

Luzia Kiesl: „Babyschlafsäcke gibt es in ganz unterschiedlichen Materialien, wie beispielsweise Baumwolle oder Fleece zu kaufen. Für ein besonders trockenes und gesundes Schlafklima sorgen Schlafsäcke, die aus TENCEL® Naturfasern in Kombination mit Polyester gefertigt sind. Denn TENCEL® Fasern vereinen die Vorzüge vieler Materialien und nehmen deutlich mehr Feuchtigkeit auf als Baumwolle.“

Worauf ist bei der Belüftung eines Babyschlafsacks zu achten?

Luzia Kiesl: „Die Überhitzung des Schlafraumes sowie Wärmestau im Babybett sollten als potentielle Risikofaktoren unbedingt vermieden werden. Ein „atmender“ Schlafsack ist neben einer luftdurchlässigen Matratze deshalb unerlässlich. Zwei Belüftungsschlitze am Babyschlafsack garantieren eine zusätzliche Regulierbarkeit der Temperatur. Durch die ausreichende Belüftung wird Wärmestau zuverlässig vermieden.“

Und worauf kommt es in Sachen Verarbeitung an?

Luzia Kiesl: „Beim Kauf eines Babyschlafsacks sollte Eltern auf höchste Qualität und eine optimale Verarbeitung achten. Ich rate stets dazu Druckknöpfe normalen Knöpfen vorzuziehen, da diese nicht verschluckt werden und zudem nicht selbst vom Nachwuchs geöffnet werden können. Darüber hinaus sollten unnötige Bändchen und Schnüre am Babyschlafsack vermieden werden. Aus meiner Sicht unerlässlich ist ein Reißverschluss mit Feststellmechanismus, damit sich das Baby nicht einklemmt oder den Reißverschluss von selbst öffnen kann.“

Worauf gilt es Hinsichtlich der Funktionalität zu achten?

Luzia Kiesl: „Viele Babyschlafsäcke punkten zwar mit einem tollen Design, können in Sachen Funktionalität aber leider nicht überzeugen – dabei kommt es gerade darauf an. Eltern sollten zu einem Produkt mit einem Rundumreißverschluss greife, da dieser ein einfaches Wickeln sowie An- und Ausziehen ermöglicht! Besonders praktisch und kostensparend ist außerdem ein Modell, das mitwächst. Wie der LIEBMICH Babyschlafsack sind diese Schlafsäcke durch Druckknöpfe an den Trägern verstellbar und versprechen einen längerfristigen Gebrauch.“

Quelle:
Träumeland GmbH – der Baby- und Kindermatratzenspezialist für gesunden Schlaf
www.traeumeland.com

Pregnant woman suffering with headache and nausea

Trotz Depressionen Schwanger

Diese Studie gab Entwarnung für Frauen, die unter Depressionen leiden und einen Kinderwunsch haben: eine Depression der Frau allein muss kein Hinderungsgrund für eine Schwangerschaft und Lebendgeburt sein. Allerdings deutet die Studie an, dass die Behandlung der Depressionen durchaus ein kritischer Punkt sein kann – hier empfiehlt es sich, bei dem Arzt, der die Depressionen behandelt, deutlich den Kinderwunsch anzusprechen. Die Medikamentenwahl sollte diesem Wunsch natürlich gerecht werden. Auch Gynäkologen geben sicher gern ihre Einschätzung dazu ab.

Wie aber kann eine Depression des Mannes hinderlich beim Kinderwunsch sein? Auch hier könnte die Behandlung der Depressionen kritisch sein – auch der Mann sollte also bei Kinderwunsch dieses Thema beim behandelnden Arzt ansprechen. Allerdings kann die Studie nicht eindeutig klären, ob die Depressionen dem bisher unerfüllten Kinderwunsch voraus gingen oder doch eventuell eine Folge der Unfruchtbarkeit sind. In beiden Fällen sollte man also auch den männlichen Partner eines Paares mit Kinderwunsch nicht vergessen – Depressionen des Mannes gehören natürlich ebenso bestmöglich behandelt und zwar nicht nur, um ein gemeinsames Baby bekommen zu können.

Wie wirken sich Depressionen auf die Erfüllung eines Kinderwunsches aus? Frauen mit Endometriose leiden auch häufiger unter Unfruchtbarkeit – tatsächlich kommt es oft im Rahmen einer Fruchtbarkeitsbehandlung zur Diagnose Endometriose oder auch PCO-Syndrom (polyzystisches Ovarialsyndrom), die beide die Schwierigkeiten, schwanger zu werden, erklären können. Auch Depressionen treten als Begleiterkrankung von Endometriose und PCO-Syndrom häufig auf. Eine aktuelle Studie untersuchte nun, ob Depressionen bei Frauen, die Behandlung mit Antidepressiva oder aber eventuell auch eine Depression beim Mann mit größeren Fruchtbarkeitsproblemen einhergehen.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Unfruchtbarkeit und Depressionen?

Dies wurde von Gynäkologin Prof. Evans-Hoeker und Kollegen einer US-amerikanischen Fruchtbarkeitsklinik bei Patienten untersucht, die an einer von zwei Studien teilnahmen. In einer Studie wurden medikamentöse Behandlungen für das PCO-Syndrom untersucht (Clomiphencitrat versus Letrozol), in einer anderen wurden ähnliche Medikamente bei unerklärter Unfruchtbarkeit getestet (Gonadotropin versus Clomiphencitrat versus Letrozol). Die teilnehmenden Paare füllten jeweils einen Fragebogen zur Patientengesundheit (PHQ-9) aus. Ein Ergebnis in dieser Befragung von mehr als 10 Punkten wurde als Zeichen einer derzeitigen depressiven Erkrankung gedeutet. Zusätzlich wurde erfasst, welche Medikamente die Frauen aktuell einnahmen.

Die zentrale Frage der Studie war, ob die Paare ein Baby bekamen, also ob eine Lebendgeburt erfolgte. Auch die Häufigkeit von Schwangerschaften sowie von Fehlgeburten im ersten Drittel der Schwangerschaft wurde ermittelt, um eine den Einflusses von Depressionen auf die Fruchtbarkeit abschätzen zu können. Die Forscher analysierten die Ergebnisse unter Berücksichtigung von Alter, Herkunft, Einkommen, Raucherstatus und Behandlungsgruppe (PCO-Patientinnen oder unerklärte Unfruchtbarkeit), aber auch danach, wie lange die Paare bereits versucht hatten, ein Kind zu bekommen.

Zahl der Schwangerschaften, Fehlgeburten und Lebendgeburten bei PCO-Syndrom oder Fruchtbarkeitsbehandlung mit und ohne Begleiterkrankung Depression

In die Analyse konnten die Daten von 1650 Frauen und 1608 Männern aufgenommen werden. Dabei zeigte sich, dass aktuelle Depressionen der Frauen (wenn keine Antidepressiva genommen wurden) keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit zu haben schienen. Frauen mit Depressionen wurden also ähnlich häufig schwanger (sogar geringfügig häufiger) oder bekamen Babies wie Frauen ohne Depressionen. Eine medikamentöse antidepressive Behandlung (Daten von 90 Frauen) führte allerdings häufiger zu Fehlgeburten, als dies bei Frauen ohne Antidepressiva der Fall war. Auch bei Depressionen der Männer kam es in dieser Studie seltener zu einer Schwangerschaft.

Depressive Frauen werden nicht seltener schwanger, Depressionen der Männer stehen Schwangerschaften eher im Weg

Damit gibt es Entwarnung: eine Depression der Frau allein muss kein Hinderungsgrund für eine Schwangerschaft und Lebendgeburt sein. Allerdings deutet die Studie an, dass die Behandlung der Depressionen durchaus ein kritischer Punkt sein kann – hier empfiehlt es sich, bei dem Arzt, der die Depressionen behandelt, deutlich den Kinderwunsch anzusprechen. Die Medikamentenwahl sollte diesem Wunsch natürlich gerecht werden. Auch Gynäkologen geben sicher gern ihre Einschätzung dazu ab. Wie aber kann eine Depression des Mannes hinderlich beim Kinderwunsch sein? Auch hier könnte die Behandlung der Depressionen kritisch sein – auch der Mann sollte also dieses Thema beim behandelnden Arzt ansprechen.

Allerdings kann die Studie nicht eindeutig klären, ob die Depressionen dem bisher unerfüllten Kinderwunsch voraus gingen oder doch eventuell eine Folge der Unfruchtbarkeit sind. In beiden Fällen sollte man also auch den männlichen Partner eines Paares mit Kinderwunsch nicht vergessen – Depressionen des Mannes gehören natürlich ebenso bestmöglich behandelt und zwar nicht nur, um ein gemeinsames Baby bekommen zu können.

Quelle:
DeutschesGesundheitsPortal.de

Referenzen:

Evans-Hoeker EA, Eisenberg E, Diamond MP, et al. Major depression, antidepressant use, and male and female fertility. Fertil Steril. 2018;109(5):879-887. doi:10.1016/j.fertnstert.2018.01.029.

 

Richtig trinken vermeidet Bauchweh

Kuhmilch für Kinder mit Typ-1-Diabetes-Risiko?

Um Kinder mit hohem familiären Krankheitsrisiko vor Typ-1-Diabetes zu schützen, hilft es gemäß den Ergebnissen der vorliegenden Studie nicht, anstelle von Kuhmilch auf spezielle (stark hydrolysierte) Säuglingsnahrung zu wechseln. Kuhmilch gilt auch für Kinder mit Typ-1-Diabetes-Risiko als sicher. Somit müssen die bestehenden Empfehlungen nicht geändert werden. Weltweit forschen viele Wissenschaftler daran, wie man den Ausbruch einer Typ-1- Diabetserkrankung bei Kindern mit hohem Risiko für diese Krankheit verhindern kann.

Diabetesrisiko

Zur Diskussion steht, ob die Fütterung mit Kuhmilch und insbesondere die darin enthaltenen Proteine einen Einfluss auf das spätere Diabetesrisiko der Kinder haben. Dieser Forschungsfrage widmeten sich nun Wissenschaftler aus verschiedenen europäischen Ländern, den USA und Kanada. Kann spezielle Nahrung Kinder mit hohem Risiko vor Diabetes schützen? Sie untersuchten 2159 Säuglinge, die ein erhöhtes genetisches Risiko für Typ-1-Diabetes aufwiesen und von denen ein Verwandter ersten Grades (Eltern oder Geschwister) an Typ-1-Diabetes erkrankt war. Die Säuglinge wurden in 78 Studienzentren in insgesamt 15 Ländern in dem Zeitraum zwischen Mai 2002 und Januar 2007 rekrutiert und bis Februar 2017 nachbeobachtet. 1081 der Säuglinge erhielten stark hydrolysierte Säuglingsnahrung (Spezialnahrung, bei der die Proteine gespalten werden), die restlichen 1078 Kinder bekamen die übliche Säuglingsnahrung, in der Kuhmilch enthalten war.

Kein Schutz vor Diabetes durch spezielle Säuglingsnahrung

Von den 2159 Säuglingen beendeten 1744 (= 80 %) die Studie. Die Säuglinge wurden etwa 11,5 Jahre beobachtet. In der Gruppe mit der stark hydrolysierten Säuglingsnahrung erkrankten 8,4 % der Kinder an Typ-1-Diabetes im Gegensatz zu 7,6 % der Kinder, die die übliche Säuglingsnahrung erhielten. Damit unterschieden sich die beiden Gruppen nicht. Auch beim Erkrankungsalter bestanden keine wesentlichen Unterschiede. Dies lag bei den mit stark hydrolysierter Säuglingsnahrung ernährten Kinder bei 6,0 Jahren und bei den Säuglingen mit der üblichen Ernährung bei 5,8 Jahren. Infektionen der oberen Atemwege traten am häufigsten als Nebenwirkungen auf, dabei waren beide Gruppen ähnlich häufig betroffen. Säuglinge mit hohem Risiko für Typ-1-Diabetes erkrankten somit nicht weniger häufig an Typ-1- Diabetes, wenn sie anstelle der üblichen Säuglingsernährung auf eine stark hydrolysierte Säuglingsnahrung wechselten.

Damit können die aktuellen Ernährungsempfehlungen für Säuglinge mit hohem Typ-1-Diabetesrisiko bestehen bleiben.

Quelle:
© DeutschesGesundheitsPortal | HealthCom | www.deutschesgesundheitsportal.de  Original Titel: Effect of Hydrolyzed Infant Formula vs Conventional Formula on Risk of Type 1 Diabetes: The TRIGR Randomized Clinical Trial  Referenzen: Writing Group for the TRIGR Study Group, Knip M, Åkerblom HK, Al Taji E, Becker D, Bruining J, Castano L, Danne T, de Beaufort C, Dosch HM, Dupre J, Fraser WD, Howard N, Ilonen J, Konrad D, Kordonouri O, Krischer JP, Lawson ML, Ludvigsson J, Madacsy L, Mahon JL, Ormisson A, Palmer JP, Pozzilli P, Savilahti E, Serrano-Rios M, Songini M, Taback S, Vaarala O, White NH, Virtanen SM, Wasikowa R. Effect of Hydrolyzed Infant Formula vs Conventional Formula on Risk of Type 1 Diabetes: The TRIGR Randomized Clinical Trial. JAMA. 2018 Jan 2;319(1):38-48. doi: 10.1001/jama.2017.19826.  Quelle: Deutsches Gesundheits-Portal