Tag : Säugling

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Mit dem Säugling ins Flugzeug?

Ein bis zu sechs Wochen alter Säugling sollte nur in Ausnahmefällen ins Flugzeug, da seine Lunge eventuell noch nicht vollständig entwickelt ist. „Auch wenn ein Baby unter chronischen Herz- oder Lungenproblemen oder einem Atemwegsinfekt leidet, sollte es nur nach Konsultation des Kinder- und Jugendarztes fliegen. Denn in der Kabine ist die Sauerstoffsättigung geringer als auf dem Boden“, sagt Prof. Hans-Jürgen Nentwich vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Aber auch Kleinkinder bis zum Vorschulalter sind durch Flüge hochbelastet wegen Druck- und Sauerstoffschwankungen, sehr lauten Geräuschen und Änderung des Schlafrhythmus.

Druckausgleich funktioniert noch nicht richtig

Hat ein Kind zwei Wochen vor der Flugreise eine Ohrinfektion oder Ohroperation durchgemacht, sollten Eltern ebenso die Flugfähigkeit mit ihrem Kinderarzt oder einem auf Kinder spezialisierten HNO-Arzt abklären. „Bei kleinen Kindern funktioniert der Druckausgleich über die eustachische Röhre noch nicht wie bei Erwachsenen. Sind die Gehörgänge nicht frei, gelingt dies schwer. Das kann starke Schmerzen verursachen und im Extremfall auch ein sogenanntes Barotrauma mit Verletzung des Trommelfells zur Folge haben“, so Prof. Nentwich. Gesunde kleine Kinder können nur durch ständiges Schlucken den Druck verringern. Säuglinge und Kleinkinder sollten beim Steig- und beim Sinkflug (Starten und Landen) nicht schlafen und in kurzen Abständen etwas zu trinken bekommen. Bei älteren Kindern kann ein Bonbon oder Kaugummi den Druckausgleich im Mittelohr erleichtern. Bei Bedarf kann der Kinder- und Jugendarzt bzw. der HNO-Arzt ein abschwellendes Nasenspray empfehlen.

Fernreisen mit Langstreckenflügen sind im Trend, doch sind tropische Ziele für kleine Kinder meist eine Herausforderung. Sie reagieren empfindlich auf veränderte Tagesabläufe, ungewohnte Nahrungsmittel, Hitze und Flüssigkeitsverluste. Ihre Körperkerntemperatur steigt im Vergleich zu Erwachsenen schneller an, und ihr Körper kann sich weniger gut selbst abkühlen. Für Kinder mit chronischen Krankheiten sind Reisen in tropische Länder darüber hinaus oft mit einer Verschlimmerung ihres Leidens verbunden. Darauf macht eine französische Studie aufmerksam.

Stillen - wie lange?

Wie lange soll ich stillen?

Das Kind anzulegen, schafft eine innige Beziehung zwischen Mutter und Säugling. Aber wie lange gestillt werden sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Ganz allein für sich entscheiden

Es ist ein großes Thema zwischen jungen Müttern. Die Still-Frage treibt auch deren Freundinnen und die Mütter um, so dass manch frischgebackene Mama etwas verwirrt aus diesen Diskussionen herausgeht. Dabei ist es im Grunde ganz einfach: Jede Mutter sollte ganz allein für sich entscheiden, wie lange sie stillen möchte.

Muttermilch erhält Schutzstoffe

Natürlich gibt es sinnvolle Empfehlungen von Experten. Diese besagen, dass ein Säugling mindestens ein halbes Jahr lang gestillt werden sollte, wenn das möglich ist. Denn mit der Muttermilch erhält das Kind auch Schutzstoffe, die es später möglicherweise vor Allergien und Übergewicht bewahren. Bei der Mutter sinkt durch längeres Stillen das Brustkrebs- und Diabetes-Risiko, wie Studien zeigen. Gute Gründe also, es zumindest mit dem Stillen zu versuchen.

Der richtige Zeitraum

Selbst wenn das Kind nur in den ersten Tagen nach der Geburt Muttermilch bekommt, soll dies nach Aussagen von Fachleuten schon helfen. Dann produziert seine Mama das sogenannte Kolostrum, die Neugeborenen-Milch. Sie ist besonders reichhaltig. Wenn es keine gesundheitlichen Probleme gibt, kann die Mutter ihr Kind auch über die empfohlene Mindestzeit von sechs Monaten hinaus stillen. Wenn sie mag, sogar ein Jahr lang oder länger.

Beikost

Allerdings sollte sie ab dem sechsten Monat Beikost zufüttern. Zunächst nur eine Mahlzeit täglich, später auch zwei Mahlzeiten. Je häufiger das Kind später feste Nahrung erhält, umso weniger wird es nach der Mutterbrust verlangen. Meist essen Kinder nach dem ersten Lebensjahr auch schon teilweise die Mahlzeiten der Erwachsenen mit, so dass sie nur noch wenig Bedarf an zusätzlicher Milchnahrung haben.

Probleme mit der Nahrungsaufnahme

Was ist, wenn ich mich schwer tue mit dem Stillen oder der Säugling Probleme mit der Nahrungsaufnahme hat? Grundsätzlich gilt: Stillen ist gut, aber keine Pflicht. Produziert die Mutter nicht genug eigene Milch, kann sie problemlos Fläschchenmilch zufüttern. Bekommt sie gesundheitliche Probleme durchs Stillen, etwa wiederholte Entzündungen an den Brustwarzen, kann sie auch komplett auf die Fläschchennahrung umschwenken. Denn diese ist sehr hochwertig und ein nahezu vollständiger Ersatz für die echte Muttermilch. Nicht wenige Frauen möchten auch einfach nicht stillen, aus welchen Gründen auch immer. Sie brauchen kein schlechtes Gewissen zu haben und sollten sich dafür auch nicht rechtfertigen müssen, wenn sie ihrem Kind vom ersten Tag an künstlichen Milchersatz geben.

Pre-Milch

Diese sogenannte Pre-Milch ähnelt sehr stark der Muttermilch und kann unbesorgt bis zum sechsten Monat und darüber hinaus gegeben werden. Hierbei ist aber auch wichtig, dass ab dem sechsten oder spätestens siebten Monat die Beikost ins Spiel kommt. Mit dieser Kombination bleibt das Kind gesund. Es erhält alle Nährstoffe, die es für eine gute Entwicklung braucht. Erst ab dem ersten Lebensjahr sollte ein Kind Kuhmilch trinken. Diese Milch hat einen hohen Eiweißgehalt, der die Nieren im Babyalter zu stark belasten würde.

„Zwiemilch“ geben

Eine Kombination aus Muttermilch und Fläschchen ist kein Problem. Wenn die Mama etwa nicht genug Milch bereitstellen kann, kann sie unbesorgt mit künstlicher Pre-Milch zufüttern. Auch wenn sie in der Öffentlichkeit nicht stillen möchte, ist das Fläschchen eine gute Alternative.

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Mütter stillen zu wenig

Direkt nach der Geburt beginnen etwa 90 Prozent der Mütter mit dem Füttern an der Brust. Nach zwei Monaten werden noch 70 Prozent der Säuglinge gestillt. Nach sechs Monaten sind es nur noch zwischen 40 und 50 Prozent. „Je jünger und sozial benachteiligter die Mutter ist, desto geringer ist die Stillquote, sagt Dr. med. Gabriela Stammer, Gynäkologin aus Wennigsen anlässlich der Weltstillwoche vom 30.9. bis 6.10.2019.

Einen häufigen Grund für das zeitige Abstillen sieht Katharina Desery von der Elterninitiative Mother Hood e. V. in der fehlenden Begleitung der Mütter nach der Geburt und in den ersten Wochen. „Mütter erhalten innerhalb der ersten entscheidenden Minuten im Kreißsaal und auf der Wochenbett-Station meist zu wenig Unterstützung vom Klinikpersonal.“ Sie seien oft auf sich alleine gestellt. Dann geben sie auch unter dem Druck nach, das Gewicht des Säuglings halten zu müssen, und stimmen der Fütterung durch künstliche Säuglingsnahrung zu. Darüber hinaus begünstigen mangelnde Still-Kenntnisse, falsches Anlegen und daraus entstehende Entzündungen der Brustwarzen das zeitige Abstillen.

Stillberatung vor der Geburt

Frauen sollten daher bereits vor der Geburt eine ausführliche Stillberatung erhalten, so Desery. Dabei müssen sie durch Frauenarzt, Hebamme, Klinik, Kinderarzt und ihr sozialen Umfeld informiert und unterstützt werden. „Stillberatung gehört zu den Aufgaben der Hebammen. Damit Stillberatung aber effektiv ist, muss sie auch von den andern Fachberufen geleistet werden“, sagt Jutta Eichenauer, Hebamme und 1. Vorsitzende des Hebammenverbands Baden-Württemberg. Ein möglicher Grund, weshalb die Beratung oft zu kurz kommt: „In der Hebammenarbeit wird die Stillberatung vergütet, beim Frauen- und Kinderarzt jedoch nicht.“ Habe die Mutter keine Hebamme – wie das heute leider allzu oft der Fall ist –, bleibe ihr eine solche Beratung meist vorenthalten.

Über die Muttermilch erhält der Säugling alles, was er zum Leben braucht. Darüber hinaus enthält Muttermilch Abwehrstoffe, die in der ersten Zeit seines Lebens das Immunsystem stärken. Das bewahrt das Baby vor Infektionen.

Smiling young mother in white t-shirt breastfeeding baby

Wie stillfreundlich ist Deutschland?

Immer wieder gibt es Berichte darüber, wie offen stillende Frauen mehr oder weniger höflich aus Restaurants komplimentiert oder aus Bussen verwiesen werden. Stillen ja, aber nur im stillen Kämmerlein – das scheint die Ansicht vieler zu sein. Wie kann Deutschland stillfreundlicher werden? Den Weg dahin weisen neue Empfehlungen zur Stillförderung in Deutschland aus dem Forschungsvorhaben Becoming Breastfeeding Friendly. Die Ergebnisse wurden kürzlich auf der Fachkonferenz „Wie stillfreundlich ist Deutschland?“ vorgestellt. Sie können einen wesentlichen Beitrag zum gesunden Aufwachsen und zur Gesundheitsförderung bei Kindern leisten.

Nationale und internationale Expertengruppen empfehlen, das Stillen als natürliche und bevorzugte Ernährungsform für Säuglinge zu fördern. Die gesundheitliche Bedeutung für Mutter und Kind ist gut belegt. Auch aus Sicht der Bindungsförderung und der Gesundheitsökonomie spricht vieles für das Stillen. Dennoch stillen in Deutschland nur rund zwei Drittel der Mütter ihre neu geborenen Säuglinge ausschließlich – in den folgenden Monaten sinkt diese Zahl deutlich. Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen werden seltener und kürzer gestillt. Sie profitieren daher weniger vom gesundheitlichen Nutzen des Stillens. Das gilt ebenso für Kinder von jungen Müttern und von Frauen, die in der Schwangerschaft geraucht haben. Frauen und junge Familien begegnen offensichtlich noch nicht überall einem stillfreundlichen Umfeld.

„Wichtiges nationales Anliegen“

Im internationalen Forschungsvorhaben Becoming Breastfeeding Friendly (BBF) wurde ab September 2017 eine systematische Bestandsaufnahme zum Stand der Stillförderung in Deutschland vorgenommen. Es wird auf Initiative des Bundesernährungsministeriums vom Netzwerk Gesund ins Leben und der Nationalen Stillkommission gemeinsam mit der Yale School of Public Health durchgeführt. Deutschland ist gemäß der BBF-Auswertung derzeit lediglich als moderat stillfreundlich zu beschreiben. Das Land braucht daher eine nationale Strategie zur Stillförderung. „Stillförderung ist ein wichtiges nationales Anliegen, das mit Blick auf ganz Deutschland gestaltet werden muss. Das Bundesernährungsministerium wird deshalb eine zentrale Koordinierungsstelle für die Entwicklung und Umsetzung einer nationalen Strategie zur Stillförderung einrichten“, verkündete Dr. Hermann Onko Aeikens, Staatsekretär des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.