Tag : Schwanger

Die Zukunft planen

Vor Ihnen liegen 40 aufregende Wochen mit unvergleichlichen Erfahrungen und Erlebnissen. Genießen Sie die Zeit zu zweit. Wir zeigen Ihnen, wie Sie am besten mit den großen Veränderungen umgehen und im Gleichgewicht mit sich selbst bleiben

Gibt es etwas Natürlicheres als eine Schwangerschaft? Sie gehört zu den normalsten und am stärksten perfektionierten Vorgängen im Leben überhaupt. Diese Tatsache sollte werdenden Müttern, die unsicher sind, ob sie den Herausforderungen und Belastungen überhaupt gewachsen sind, einige Sicherheit geben. Viele Prozesse, die für die Entwicklung des Babys wichtig sind, laufen automatisch ab. Und das ist auch gut so, denn in den ersten Wochen einer bestehenden Schwangerschaft wissen viele Frauen noch gar nicht, dass ein neues Leben in ihrem Körper heranwächst.

So gehört es zu den großen Wundern des Lebens, dass sich der weibliche Körper innerhalb kürzester Zeit auf die neuen Bedingungen einstellt. Für den Körper der werdenden Mama bedeutet eine Schwangerschaft Schwerstarbeit. Sie muss schließlich 40 Wochen lang Nahrung fürs wachsende Baby heranschaffen und über ihren Blutkreislauf zwei Menschenleben in Gang halten. Aber keine Angst: Der weibliche Körper ist optimal auf diese Aufgabe vorbereitet, auch wenn Schwangere anfangs häufig an Übelkeit leiden, der Kreislauf in den Keller wandert und der wachsende Bauchumfang schmerzhaft aufs Kreuz drückt. Seien Sie zuversichtlich und gehen Sie die Veränderungen mit Optimismus und Vertrauen an!

Schwangerschaftsvorsorge schafft Sicherheit

Schwangerschaften verlaufen im Allgemeinen ohne größere gesundheitliche Probleme. Aber es gibt sie, die Ausnahmen von der Regel. Nicht alle Schwangerschaften verlaufen reibungslos, und nicht alle Babys sind so gesund, wie die werdenden Eltern sich das wünschen. Dank der intensiven Betreuung durch Frauenärzte und Frauenärztinnen können Frauen heute aber so sicher wie noch nie sein, dass ihr Baby gesund auf die Welt kommt. Dazu hat das engmaschige Vorsorgesystem beigetragen, dass es dem Frauenarzt bzw. der Frauenärztin ermöglicht, die Schwangere intensiv zu begleiten und die Entwicklung des Babys zu beobachten. Regelmäßige Schwangerschaftsvorsorge ist die beste Garantie dafür, dass bestehende Risiken und Komplikationen rechtzeitig erkannt und erfolgreich behandelt werden können. Schwangere sollten die vorgesehenen Termine beim Frauenarzt deshalb unbedingt wahrnehmen. Sie finden anfangs alle vier Wochen, aber ab der 32. Schwangerschaftswoche alle 14 Tage statt. Ab der 38. Schwangerschaftswoche eventuell jede Woche. Zu den frauenärztlichen Leistungen gehören eingehende Blutuntersuchungen, die Überwachung des Blutdrucks sowie die Kontrolle von Babys Entwicklung per Ultraschall. Wenn erforderlich, kann eine werdende Mutter auch die weitergehende pränatale Diagnostik in Anspruch nehmen.

Basis für eine gute Elternschaft legen

Noch sind Sie zu zweit, aber bald werden Sie eine kleine Familie sein. Mit allen Veränderungen, die das auch für die Partnerschaft mit sich bringen wird. Ihr Partner freut sich genauso wie Sie selbst auf das Baby? Das ist die ideale Voraussetzung für den neuen Lebensabschnitt. Eine funktionierende Kommunikation ist in jedem Fall die beste Voraussetzung für das Gelingen. Sprechen Sie beide offen und ehrlich über die Gefühle und Empfindungen, die Sie jetzt bewegen. Ihr Leben wird sich grundlegend ändern – da ist es nur natürlich, dass sich bei aller Freude aufs Baby auch Ängste und Befürchtungen in das Denken einschleichen. Beziehen Sie den Partner in Ihre Empfindungen ein und nehmen Sie auch seine Gefühle ernst. Je früher Sie mögliche Problemfelder ansprechen, desto geringer die Gefahr, dass sie sich nach der Geburt zur Belastung für die Beziehung entwickeln. Das gilt natürlich erst recht, wenn Ihre eigene Vorfreude aufs Baby die deswerdenden Vaters deutlich übersteigt. Dann ist Kommunikation wirklich das Allerwichtigste überhaupt, damit sich keine unheilbaren Risse in der Beziehung entwickeln. Ansonsten aber gilt: Genießen Sie die Zeit zu zweit und tun Sie alles, was Ihnen beiden Spaß macht.

Bleiben Sie aktiv

Sportliche Frauen verkraften die Strapazen und Belastungen von Schwangerschaft und Geburt besser als untrainierte Frauen. Schwangere sollten sich aber auch nicht überfordern. Wichtig ist, dass Sie nicht zu sehr ins Schwitzen geraten und Ihr Kreislauf nur maßvoll belastet wird. Spaziergänge erfordern keinen Kraftaufwand und tun doch einfach gut. Die frische Luft macht auch müde Geister munter. Wenn Sie dabei bewusst tief ein- und ausatmen, werden Sie und Ihr Baby optimal mit Sauerstoff versorgt. Schwimmen ist für Schwangere eine wahre Wohltat. Im warmen Wasser spüren sie ihr Gewicht nicht mehr, man fühlt sich frei und unbeschwert. Beim Schwimmen mit anderen schwangeren Frauen wird zudem die Körperakzeptanz gestärkt. Auch typische Beschwerden bei der Schwangerschaft werden im Wasser gemildert, Wassereinlagerungen im Körper reguliert. Das Gewebe wird geschmeidiger und dehnbarer. Walken oder Rad fahren trainieren das Herz und verbessern die Vitalität. Mutter und Kind profitieren davon, dass der Körper besser durchblutet wird.

Nehmen Sie Hilfe an!

Für Frauen, die schon Kinder haben, kann eine erneute Schwangerschaft erheblichen Druck bedeuten. Die Arbeit im Haushalt, die Betreuung der Kinder und vielleicht noch halbtags berufstätig sein – das schafft niemand mit links. Nehmen Sie deshalb jede Unterstützung wahr, die der Partner, die Familie oder Freunde geben können. Wenn Sie während der Schwangerschaft krank werden sollten, haben Sie Anspruch auf eine durch die Krankenkasse finanzierte Haushaltshilfe.

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen!

Frauen, die an Stress und Höchstleistung gewohnt sind, fällt es oft schwer, einen Gang zurückzuschalten. Aber in Ihrem eigenen und im Interesse ihres Kindes sollten Sie jeden Perfektionismus zurückstellen. Dauerhafter Druck sorgt für ein Gefühl der Überforderung und macht am Ende krank. Lassen Sie sich also nicht unter Druck setzen. Trauen Sie sich, auch mal konsequent Nein zu sagen, wenn Sie sich von einer Aufgabe überfordert fühlen. Druck entsteht übrigens auch, weil viele Schwangere ihre Freizeit mit besonders viel Aktivitäten anfüllen möchten. Wer weiß schließlich, wie viel freie Zeit nach der Geburt des Babys noch bleibt? Nehmen Sie sich das Recht, auch in dieser Hinsicht einen Gang runter zuschalten. Denn auch Freizeitstress ist Stress. Gönnen Sie sich ganz bewusste Aus-Zeiten und entspannen Sie sich!

Nehmen Sie Ihre Rechte am Arbeitsplatz wahr!

Damit Schwangere durch besonders belastende oder gefährliche Arbeiten nicht krank werden, hat der Gesetzgeber Schutzregeln für den Arbeitsbereich erlassen. Nehmen Sie diese Rechte wahr. Sie dienen Ihrer eigenen Gesundheit und dem Wohlbefinden Ihres Babys. Auch angesichts der angespannten Situation am Arbeitsmarkt sollte es in diesem Punkt keine Kompromisse geben.

Miclhzähne schützen

Auch Fruchtzucker schadet

Etwa 15 Prozent der Vorschulkinder leiden an einer sichtbaren Schädigung des Zahnschmelzes. Frühkindlicher Karies gilt damit als häufigste chronische Erkrankung im Kleinkind- und Vorschulalter. Wir haben mit der Kölner Zahnärztin und Oralchirurgin Dr. Thea Lingohr, die sich auch auf die Behandlung kleiner Patienten spezialisiert hat, gesprochen. Sie hat uns im Interview erklärt, was den Zähnen schadet und was Eltern für starke Milchzähne tun können

Frau Dr. Lingohr, schenken Eltern dem Milchgebiss zu wenig Aufmerksamkeit?

Eltern können durch die richtige Pflege, gesunde Ernährung und Prophylaxe den entscheidenden Grundstein für die spätere Zahngesundheit legen. Gesunde Milchzähne sind ja eine wichtige Voraussetzung für gesunde bleibende Zähne und damit für das ganze Erwachsenenleben. Viele Eltern gehen fälschlicherweise davon aus, dass die ersten Zähne keiner gründlichen Pflege bedürfen, da sie ohnehin in absehbarer Zeit ausfallen.

Warum sind die Milchzähne so wichtig?

Gesunde Milchzähne erfüllen wichtige Aufgaben, unter anderem fördern sie den Spracherwerb, dienen als Platzhalter für den optimalen Wuchs der sogenannten bleibenden Zähne und unterstützen zudem die korrekte Ausbildung des Kinderkiefers. Daher rät der Bundesverband der Kinderzahnärzte zu regelmäßigen Zahnarztbesuchen bereits mit Durchbrechen der ersten Milchzähne, spätestens aber mit Vollendung des ersten Lebensjahres.

Welche Folgeschäden sind bei mangelhafter Pflege zu erwarten?

Auch nach Behandlung der sichtbaren Schäden tragen Betroffene die Bakterien ein Leben lang in sich. Bleibende Zähne, die sich unter den Milchzähnen bilden, erkranken so oft schon an Karies, noch bevor sie überhaupt durchbrechen.

Ist Karies denn ausschließlich eine Folge mangelnder Zahnpflege?

Das kann man mit einem klaren Nein beantworten. Karies entsteht vor allem als Folge einer mangelhaften und zu süßen Ernährung. Hauptverursacher sind Bakterien im Mundraum, die sogenannten Mutans-Streptokokken. Sie bilden, wenn genug Zucker zur Verfügung steht, eine Säure, die den Zahnschmelz angreift. Die Ernährung spielt bei der Entstehung von Karies also eine ganz wichtige Rolle.

Das Problem sind also die Süßigkeiten?

Nein, es ist der Zucker als solcher. Fruchtzucker, Milchzucker und Traubenzucker schaden dem Zahnschmelz im selben Maße wie Haushaltszucker oder Süßigkeiten.

Obst gilt doch als besonders gesund. Gilt das für Kinderzähne nicht?

Natürlich ist Obst ein wichtiger Bestandteil der gesunden Ernährung. Wichtig ist aber, dass die Pausen zwischen den Mahlzeiten lang genug sind. Dann können die im Speichel enthaltenen Minerale Kalzium und Phosphat durchaus erste kleine Defekte am schützenden Zahnschmelz reparieren. Dauerhaftes Nuckeln der Kleinkinder am Fläschchen mit gesüßtem Tee oder Säften ist auch deshalb ein ernsthaftes Problem, weil das ständige Trinken an sich den Reparaturprozess der Zähne stört.

Können Eltern ihren Nachwuchs denn auch mit eigenen Kariesbakterien infizieren?

Ja in der Tat, das kommt gar nicht selten vor. Auch Eltern können unwissentlich und unbeabsichtigt Kariesbakterien über ihren eigenen Speichel auf das Kind übertragen und es so anstecken. Das passiert beispielsweise, wenn Eltern den Sauger in den Mund nehmen. So überprüfen Eltern ja oft die Temperatur der Milchmahlzeit.

Prophylaxe & Pflege Dr. Lingohr empfiehlt

1 regelmäßige halbjährliche Zahnarztbesuche bereits mit Durchbrechen der ersten Milchzahne, spätestens aber mit Vollendung des ersten Lebensjahres.

2
die Kinder mit zu den eigenen Kontrollterminen nehmen und einen angstfreien Umgang mit dem Zahnarzt vorleben.

3
fluoridhaltige Kinderzahnpasta, die den Zahnschmelz widerstandsfähiger gegen Kariesbakterien macht.

4 weiche Kinderzahnbürsten mit dickem, rutschfestem Griff und ab dem dritten Lebensjahr auch gerne die elektrische Variante. Für Sauglinge Fingerhütchen mit Kunststoff- Borstenfeld.

Wissenswert

Sowohl Milch- als auch bleibende Zähne bestehen jeweils aus drei Teilen, der Zahnkrone, dem Zahnhals und der Zahnwurzel. Kinderzahne sind etwas kleiner als ihre Nachfolger und verfügen über eine dünnere Zahnschmelzschicht. Diese überzieht den sichtbaren Teil des Zahnes, die Krone, und schützt sie vor schädlichen Einflüssen. Im Kieferknochen verborgen oder vom Zahnfleisch verdeckt liegen die unsichtbaren Teile des Gebisses, die Zahnhalse und die Zahnwurzeln, die der sogenannte Zahnzement umschließt und schützt. Die Hauptmasse des Zahns bildet das darunter liegende Zahnbein, in dessen Inneren der Zahnnerv liegt, den sowohl Nervenfasern als auch Lymph- und Blutgefäße durchziehen. Als empfindlichstes Organ des Zahns versorgt der Nerv Krone, Hals und Wurzel mit lebenswichtigen Stoffen.

Zur Person Dr. med. dent. Thea Lingohr MSc., Zahnärztin und Oralchirurgin aus Köln mit eigener Praxis in Köln Weitere Informationen unter www.dr-lingohr.de

 

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