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Wunder Po

Wunder Po

Die Haut juckt, ist gerötet, mitunter zeigen sich auch Pusteln: Wenn solche Symptome am Po auftreten, handelt es sich praktisch immer um eine sogenannte Windeldermatitis – eine Reizung der Haut, die mit dem ständigen Tragen von Windeln zu tun hat. Kein Wunder: Eine Windel deckt schließlich den gesamten Po und die Ausscheidungsorgane ziemlich luftdicht ab, darüber liegt noch ein Strampler und möglicherweise ein Deckchen.

Frische Luft hat kaum eine Chance

Wenn die Haut des Babys sehr empfindlich ist, kann es allein dadurch schon zu ersten Rötungen kommen, weil Feuchtigkeit unter der Windel entsteht.  Hinzu kommen Urin und Stuhl, welche die Situation in der Windel dramatisch verschärfen können. Vor allem Ammoniak, ein Abbaustoff dieser Ausscheidungen, attackiert die Haut.

Was schützt am ehesten davor

Wichtig ist regelmäßiges Windelwechseln. Also nicht warten, bis die Windel ganz voll ist, sondern zwischendurch immer mal kontrollieren.  Wenn das Baby zu Wundstellen neigt, schon bei den ersten Pipitropfen eine neue Windel anlegen. Den Po anschließend gründlich säubern, trocknen und mit Pflegecreme oder eine speziellen Wundschutzcreme auftragen. Sie schützt die empfindliche Haut im Windelbereich und beugt Wundwerden vor.

Auch bei den Windeln genau hinschauen

Qualitätsprodukte sind atmungsaktiv, lassen trotz aller Dichtigkeit Luft an den Po und sind sehr saugstark. Das sorgt trotz voller Windel eine gewisse Zeit lang noch für eine halbwegs trockene Haut.  Oft entstehen auch an den Bündchen der Windel Rötungen. Dort wird die Haut ein bisschen eingedrückt, was die Gefahr von Wundstellen erhöht. Solche Reizungen zeigen sich meist als rötliche längliche oder strichförmige Wunden. Dann unbedingt auch darauf achten, dass die Windel nicht zu stramm sitzt. Möglicherweise ist eine größere Windel die Lösung.

Solche Wundstellen ebenfalls mit Wundheilungscreme versorgen. In schwereren Fällen kann der ganze Po rot und wund sein.  Eine Windeldermatitis breitet sich rasch aus, wenn sie nicht oder nicht richtig behandelt wird. Dann unbedingt zum Kinderarzt gehen. Dem Baby tut es in solchen Fällen gut, auch mal ein Stündchen ohne Windel zu strampeln – selbst wenn dann mal ein „Unglück“ passiert. Das ist weitaus weniger schlimm als eine ausgeprägte Windeldermatitis, bei der es überdies zu Pilz- und Bakterienbefall kommen kann. Gegen solche Erreger helfen spezielle Cremes, die der Arzt verschreibt.

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Tipps für den Babypopo

So wird der Popo nicht wund

Dr. Barbara Kunz gibt Tipps, wie die empfindliche Region rund um den Babypopo nicht wund wird. Sie ist Fachärztin für Dermatologie und verfügt über eine Zusatzausbildung in Kinderdermatologie. Neben ihrer Praxistätigkeit in Hamburg ist sie auch Mitglied der europäischen Arbeitsgruppe Neurodermitis und als Expertin für die Marke Pampers tätig.

Was sind die Hauptgründe für den wunden Babypopo?

Ein wunder Po entsteht meist durch eine Kombination aus Feuchtigkeit und Reibung unter der Windel. Die Haut wird durch längeren Kontakt mit Feuchtigkeit aufgeweicht; das unvermeidliche Reiben der Windel bei Bewegungen des Babys reicht dann schon, um eine Reizung auszulösen. Noch aggressiver ist eine Mischung aus Urin und Stuhl in der Windel. Der Stuhl enthält Enzyme, die die Haut zusätzlich angreifen können. Das erklärt, warum Babys Po bei Durchfall besonders schnell rot wird

Was kann ich dagegen tun?

Die beste vorbeugende Maßnahme ist häufige Windelkontrolle und Wechsel der Windel, sobald sie feucht ist oder Stuhl darin ist. Beim Windelwechsel sollte der Po vorsichtig und ohne starkes Rubbeln gereinigt werden. Das geht zuhause am besten mit lauwarmen Wasser, für unterwegs eignen sich Feuchttücher. Bei der Auswahl sollte darauf geachtet werden, dass keine Allergene enthalten sind. Es ist zusätzlich wichtig, Windeln zu verwenden, die die Feuchtigkeit gut aufnehmen und diese binden, so dass die Haut möglichst trocken bleibt. Es tut der Haut aber auch gut, wenn das Baby gelegentlich ohne Windel strampeln kann.

 Wenn trotz all dieser Maßnahmen das Problem bestehen bleibt, was soll ich dann machen? Muss ich dann auf Einwegwindeln ganz verzichten?

Wenn diese Maßnahmen nicht helfen, sollte man Rat beim Kinder- oder bei einem spezialisierten Hautarzt suchen. Auf einer entzündeten Haut können sich Keime leichter ansiedeln. Besonders Infektionen mit Hefepilzen kommen im feucht-warmen Milieu unter der Windel häufig vor. Diese lassen sich mit entsprechenden Cremes gut behandeln. Die oft vermutete „Windel-Allergie“ ist dagegen sehr selten. Man muss daher in der Regel nicht auf die gewohnten Windeln verzichten.