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Vitamine & Co. in der Schwangerschaft

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Vitalstoffe für Schwangere

Was die werdende Mutter jetzt braucht

Schon Frauen, die schwanger werden wollen, und vor allem Schwangere sollten auf die Ernährung achten. In der Schwangerschaft besteht ein erhöhter Bedarf an Vitalstoffen, Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und essentiellen Fettsäuren

Der Besuch beim Frauenarzt sorgt für Euphorie: endlich schwanger! Im ersten Trimester der Schwangerschaft leiden Frauen oft unter Übelkeit, das zweite Trimester ist dann meist eine einfach rundherum tolle Zeit. Jetzt müssen Frauen besonders auf ihre Ernährung achten, denn allein der Vitaminbedarf steigt in der Schwangerschaft um 30 Prozent. Später, in der Stillzeit, sogar um über 50 Prozent. Manche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente lassen sich nicht ohne weiteres über die Ernährung aufnehmen. Sie sollten durch spezielle, für schwangere Frauen konzipierte Präparate eingenommen werden,

Folsäure

Eine besondere Bedeutung spielt Folsäure, das sogenannte Vitamin B 9. Folsäure ist insbesondere für die Bildung der roten Blutkörperchen verantwortlich. Bei Folsäuremangel treten Missbildungen des Wirbelkanals und des Gehirns – sogenannte Neuralrohrdefekte (zum Beispiel ein offener Rücken) – auf. Mittlerweile ist bewiesen, dass eine rechtzeitige Einnahme von Folsäure dieses Risiko um bis zu 80 Prozent senken kann. Gynäkologen empfehlen, sie schon beim Kinderwunsch und bis zu 12 Wochen nach der Entbindung einzunehmen. Meist wird Folsäure sowieso nicht in den empfohlenen Mengen zugeführt. Dazu verdoppelt sich am Anfang der Schwangerschaft der Bedarf auf 0,6 Milligramm täglich.

Jod

In unserer Überflussgesellschaft ist diese Nachricht erstaunlich: Deutschland zählt zu den Jodmangelgebieten. Die durchschnittliche tägliche Jodzufuhr liegt nur bei einem Drittel der Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Jodmangel in der Schwangerschaft erhöht das Risiko einer Kropfbildung sowie körperlicher und geistiger Entwicklungsstörungen beim Neugeborenen. Ungefähr ab der zwölften Schwangerschaftswoche benötigt der Fötus Jodid.

Eine ausreichende Jodzufuhr bewirkt, dass sich Schilddrüse, Gehirn und Knochen des Ungeborenen gesund entwickeln. Frauen müssen in der Schwangerschaft mindestens 230 Mikrogramm Jodid am Tag zuführen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät werdenden Müttern sogar zu einer Tageszufuhr von 250 Mikrogramm. Diese Mengen sind schwer durch jodhaltiges Salz oder jodhaltigen Fisch zu erreichen. Deshalb kann es ratsam sein, Jodpräparate einzunehmen.

Eisen

Eisen ist für eine gesunde Schwangerschaft essentiell. Es wird für die Bildung von Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff, benötigt sowie für zahlreiche Enzyme. Während der Schwangerschaft verdoppelt sich der Eisenbedarf, zusätzliche Verluste entstehen bei der Geburt durch den Blutverlust und während der Stillzeit. So liegt der Eisenbedarf bei Schwangeren etwa bei 30 Milligramm täglich.

Häufig schaffen es Schwangere nicht, so viel Eisen mit der Ernährung zuzuführen. Dann leiden sie unter den typischen Symptomen einer Blutarmut (Anämie), fühlen sich schlapp, müde und antriebsschwach. Eisen steckt in Fleisch, grünem Gemüse und Getreide. Doch die Mengen, die der Körper in der Schwangerschaft und danach benötigt, können meist nur durch Präparate aus der Apotheke aufgenommen werden. Unterstützen können Frauen die Eisenaufnahme durch Vitamin C. Orangensaft oder Zitronensaft erhöht also indirekt die Aufnahme von Eisen.

Kalzium und Vitamin

Das Baby sollte mit starken Knochen und gesunden Zahnanlagen zur Welt kommen. Dazu benötigt es eine ausreichende Kalziumversorgung. Der Fötus im Mutterleib holt sich das von der Mutter, notfalls indem es der Mutter das Kalzium aus den Knochen zieht. Das fördert dann bei der Mutter Osteoporose. Der Kalziumbedarf in der Schwangerschaft liegt zwischen 1000 und 1500 Milligramm täglich.

Milch und Milchprodukte wie Joghurt, Quark oder Käse liefern viel Kalzium. Auch in Nüssen, Samen, Vollkornbrot , Gemüse wie Brokkoli, Grünkohl, Fenchel, Salat wie Rucola und Kräutern steckt viel Kalzium. Jedoch verwertet der Körper pflanzliches Kalzium nicht so gut wie tierisches. Der Mineralstoff senkt auch das Risiko für eine schwangerschaftsbedingte Blutdruckerhöhung und Präeklampsie (eine Form der Schwangerschaftsgestose) Indirekt versorgen auch Spaziergänge den Körper mit Kalzium: Sonnenlicht fördert die Bildung von Vitamin D, und das wiederum spielt eine wichtige Rolle bei der Kalziumaufnahme.

Magnesium, Zink und Omega-3-Fettsäuren

Magnesium schützt vor vorzeitiger Wehentätigkeit, Wadenkrämpfen, Verstopfung und Übelkeit. Es entspannt die Muskulatur. Zink ist wichtig für die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes. Auch die in der Muttermilch enthaltenen Omega- 3-Fettsäuren sind für die geistige Entwicklung von Bedeutung.

Wenn Sie unsicher sind, ob Sie diese wichtigsten Vitalstoffe in ausreichendem Maße zu sich nehmen, sollten Sie bei ihrem Frauenarzt das Thema ansprechen. Heutzutage gibt es in der Apotheke gute Kombipräparate, die den gesamten erhöhten Bedarf abdecken.