Tag : Essen

Babys ein gesundes Ernährungsverhalten beibringen

Schmeckt gut und ist gesund!

Eltern stellen die Weichen für ein gesundes Ernährungsverhalten. Aber das Essen sollte natürlich auch gut schmecken, damit der Nachwuchs Appetit auf gesundes Essen bekommt. Hier einige Anregungen auf der Grundlage der AID-Kinderpyramide

Trinken

Kinder benötigen am Tag etwa 1 Liter Flüssigkeit. Eine wichtige Quelle für die Kleinen ist und bleibt Milch. Diese enthält viele Vitamine und Mineralstoffe, ist aber auch sehr nährstoffreich und gilt deshalb eigentlich als Lebensmittel. Da Kinder die Abwechslung lieben, sollte man über den Tag verteilt 5-6 Gläser unterschiedlicher Getränke anbieten. Wasser gehört auf jeden Fall dazu, auch Tee und Fruchtsäfte, gerne frisch gepresst und deshalb frei von zusätzlichem Zucker. Diese kann man wegen der Kalorien und des Fruchtzuckers am besten mit Wasser verdünnen.

Kohlenhydrate

Getreide ist nach Ernährungsempfehlungen aller Experten die Basis einer gesunden, ausgewogenen Kinderernährung. Für Kleinkinder heißt das: 5 Getreidemahlzeiten pro Tag. Idealerweise aus Vollkorn. Als Brot werden Roggen – und Roggenmischbrot empfohlen, möglichst fein gemahlen. Reis, Kartoffeln und Nudeln steuern ebenfalls viele Kohlenhydrate zur Kinderernährung bei. Da Nudeln bei vielen Kindern erfahrungsgemäß besonders gut ankommen, sollte man die Kleinen von Anfang an auch an den guten Geschmack von Kartoffeln und Reis heranführen. In den Tag startet der Nachwuchs gut mit einem Müsli. Die Mischung von Haferflocken und frischem Obst versorgt die kleinen Abenteurer mit vollen Energiespeichern.

Obst und Gemüse

Ernährungsexperten empfehlen heute Geschmacksvielfalt von Anfang an. Bieten Sie Ihrem Nachwuchs also nicht nur den bekannt gesunden Apfel an, sondern auch andere Fruchtsorten. Je nach Jahreszeit ist das Angebot an Birnen, Beeren, Bananen, Kiwis, Pfirsichen oder Kiwis mal größer und mal kleiner. Im Winter kann man durchaus zu importierter Ware greifen. In manchen Gemüsesorten stecken übrigens mehr Vitamine und Mineralstoffe als in vielen Obstsorten. Roh oder gekocht? Beides wird für eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung empfohlen. Roh schmecken Karotten, Gurken, Kohlrabi und Tomaten manchem Kleinkind besser als gekocht oder gebraten. Lassen Sie Ihr Kind einfach probieren. Je früher es eine geschmackliche Vielfalt schätzen lernt, desto besser für sein ganzes Leben.

Eiweiß

Insgesamt empfiehlt die AID-Kinderpyramide vier Portionen aus der Gruppe der eiweißhaltigen Lebensmittel. Drei davon entfallen auf Milch und Milchprodukte. Sie steuern mit ihrem hohen Gehalt an Kalzium einen wichtigen Mineralstoff für ein gesundes Knochenwachstum bei. Achten Sie aber auf den Fettgehalt. Bleibt noch eine Portion offen. Hier kann man wählen zwischen Ei, Fisch und Fleisch, schonend gegart. Da ein Zuviel an Eiweiß die kindlichen Nieren überfordern kann, sollten diese Lebensmittel achtsam angeboten werden. Auch bei Wurst und Käse gilt Zurückhaltung.

Gemeinsame Mahlzeiten sind wichtig

In der Hektik des Alltags fällt es manchmal schwer, Zeit für gemeinsame Mahlzeiten zu finden. Dabei ist das gemeinsame Essen ganz wichtig. Am Esstisch darf gegessen, gelacht und, wenn es nötig ist, auch gestritten werden. Das schafft Verbundenheit. Eine familienorientierte, ritualisierte Esskultur ist außerdem Grundstein für gesunde, regelmäßige Essgewohnheiten im späteren Leben.

Das kann ich schon!

Das hören Eltern oft und nicht unbedingt gerne. Zur Freude über den aktiven Nachwuchs gesellt sich die Sorge: Ist es nicht zu gefährlich, wenn mein Kind ein Messer in die Hand nehmen will? Aber diese Sorgen sind meistens unbegründet. Wenn es auf das Kindergartenalter zugeht, ist der Nachwuchs schon ganz schön pfiffig und geschickt im Umgang mit Küchenutensilien, Obst und Gemüse. Schließlich schauen die Kleinen ganz genau hin, was Mama und Papa in der Küche so anstellen. Trauen Sie Ihrem Kind also ruhig etwas zu. Anfangs ist es vielleicht noch eine Herausforderung, wenn die willigen Helfer Obst und Gemüse einfach nur herbeiholen sollen. Aber bald können sie es waschen, putzen und dann auch schneiden. Den Tisch decken und abräumen lernen die Kleinen auch ganz schnell. Erfolgserlebnisse sind wichtig für die Entwicklung. Da sollte man es auch in Kauf nehmen, dass schon mal eine Tasse oder ein Teller zu Bruch geht.

Noch mehr Tipps

1 Als Portion gilt, was auf bzw. in eine Kinderhand passt.

2 Je natürlicher ein Lebensmittel, desto weniger Zusatzstoffe. Das reduziert die Allergiegefahr.

3 Bieten Sie Ihrem Nachwuchs von Anfang an eine geschmackliche Vielfalt an. Und wenn etwas nicht auf Anhieb schmeckt, ruhig öfter anbieten.

4 Nichts gegen Pizza, Pommes und andere Fertiggerichte, aber nur in Maßen. Sie enthalten viele unnötige Zusatzstoffe, zu viel Salz, zu viel Zucker und zu viel Fett.

5 Wenn Sie Ihren Nachwuchs vegetarisch ernähren mochten, sollten Sie stattdessen viele Vollkornprodukte und Nüsse auf den Tisch bringen. Und insgesamt für eine ausgewogene Ernährung sorgen.

Zucker sollte nicht über Nacht am Zahn bleiben

So entsteht Zahnkaries bei Milchzähnen

Zahnkaries ist noch immer ein Problem, auch wenn Kinder heute deutlich gesündere Zähne haben. Doch immer noch erkranken viele Kinder an einer oft schmerzhaften und zerstörerischen Karies der Milchzähne.
Die Zahntrolle Karius und Baktus, die der norwegische Schriftsteller Thorbjörn Egner in der gleichnamigen Geschichte beschreibt, sind vielen Kindern in der ganzen Welt bekannt.

Bei diesen so anschaulich beschriebenen „Übeltätern“ handelt es sich in Wirklichkeit um sogenannte Mutans-Streptokokken. Dies sind bestimmte Bakterien, die durch ihren Stoffwechsel jene Säuren erzeugen, welche für die Entstehung von Zahnkaries verantwortlich sind.

Diese Säuren greifen den Zahnschmelz an, was sich im beginnenden Stadium manchmal als kreidig-weißer oder bräunlicher Fleck auf dem Zahn zeigen kann. In diesem Stadium ist eine „Reparatur“ noch möglich, wenn weitere schädigende Einflüsse vermieden werden. So kann zum Beispiel der Speichel durch das darin enthaltene Kalzium und Phosphat allerfeinste Defekte im Zahnschmelz wieder ausgleichen und hat hierdurch eine karieshemmende, remineralisierende Wirkung. Allerdings brauchen die Zähne hierzu auch genügend Zeit zwischen den Mahlzeiten.

Wenn allerdings nicht gegengesteuert wird und der Zahnschmelz weiter angegriffen wird, ist Karies die Folge. Unbehandelt greift diese, früher als „Zahnfäule“ bezeichnete, Zahnerkrankung sowohl Milch- als auch die bleibenden Zähne an, was bis zum Verlust des Zahnes führen kann.

Kariesbakterien „lieben“ Zucker

Um sich zu vermehren, brauchen Kariesbakterien vor allem Zucker – und eine „angenehme Umgebung“, sprich Zahnbelag. Insbesondere zuckerhaltige Getränke und Süßigkeiten, aber auch versteckte Zucker, zum Beispiel in Ketchup, Senf und Fertiggerichten, tragen somit zur Entstehung von Karies bei. Doch auch Obst, Honig und andere „gesunde“ süße Sachen sind hiervon nicht ausgenommen.

Da die Milchzähne deutlich empfindlicher sind als die bleibenden Zähne, ist eine frühe Mundhygiene durch regelmäßiges Zähne putzen wichtig, um damit den Zahnbelag zu entfernen und einer Zahnschädigung durch Karies vorzubeugen.

Zahnkaries kann durch die Bakterien auch übertragen werden

Manchen Eltern ist nicht bewusst, dass Bakterien, die Karies verursachen, übertragbar sind. So bekommen manche Kinder Zahnkaries, weil ihre Eltern die Bakterien an sie weitergegeben haben. Dies kann zum Beispiel schon passieren, wenn der Schnuller mit dem Mund befeuchtet oder der Löffel des Kindes abgeleckt wird.

Quelle:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
https://www.kindergesundheit-info.de

 

Richtig trinken vermeidet Bauchweh

Kuhmilch für Kinder mit Typ-1-Diabetes-Risiko?

Um Kinder mit hohem familiären Krankheitsrisiko vor Typ-1-Diabetes zu schützen, hilft es gemäß den Ergebnissen der vorliegenden Studie nicht, anstelle von Kuhmilch auf spezielle (stark hydrolysierte) Säuglingsnahrung zu wechseln. Kuhmilch gilt auch für Kinder mit Typ-1-Diabetes-Risiko als sicher. Somit müssen die bestehenden Empfehlungen nicht geändert werden. Weltweit forschen viele Wissenschaftler daran, wie man den Ausbruch einer Typ-1- Diabetserkrankung bei Kindern mit hohem Risiko für diese Krankheit verhindern kann.

Diabetesrisiko

Zur Diskussion steht, ob die Fütterung mit Kuhmilch und insbesondere die darin enthaltenen Proteine einen Einfluss auf das spätere Diabetesrisiko der Kinder haben. Dieser Forschungsfrage widmeten sich nun Wissenschaftler aus verschiedenen europäischen Ländern, den USA und Kanada. Kann spezielle Nahrung Kinder mit hohem Risiko vor Diabetes schützen? Sie untersuchten 2159 Säuglinge, die ein erhöhtes genetisches Risiko für Typ-1-Diabetes aufwiesen und von denen ein Verwandter ersten Grades (Eltern oder Geschwister) an Typ-1-Diabetes erkrankt war. Die Säuglinge wurden in 78 Studienzentren in insgesamt 15 Ländern in dem Zeitraum zwischen Mai 2002 und Januar 2007 rekrutiert und bis Februar 2017 nachbeobachtet. 1081 der Säuglinge erhielten stark hydrolysierte Säuglingsnahrung (Spezialnahrung, bei der die Proteine gespalten werden), die restlichen 1078 Kinder bekamen die übliche Säuglingsnahrung, in der Kuhmilch enthalten war.

Kein Schutz vor Diabetes durch spezielle Säuglingsnahrung

Von den 2159 Säuglingen beendeten 1744 (= 80 %) die Studie. Die Säuglinge wurden etwa 11,5 Jahre beobachtet. In der Gruppe mit der stark hydrolysierten Säuglingsnahrung erkrankten 8,4 % der Kinder an Typ-1-Diabetes im Gegensatz zu 7,6 % der Kinder, die die übliche Säuglingsnahrung erhielten. Damit unterschieden sich die beiden Gruppen nicht. Auch beim Erkrankungsalter bestanden keine wesentlichen Unterschiede. Dies lag bei den mit stark hydrolysierter Säuglingsnahrung ernährten Kinder bei 6,0 Jahren und bei den Säuglingen mit der üblichen Ernährung bei 5,8 Jahren. Infektionen der oberen Atemwege traten am häufigsten als Nebenwirkungen auf, dabei waren beide Gruppen ähnlich häufig betroffen. Säuglinge mit hohem Risiko für Typ-1-Diabetes erkrankten somit nicht weniger häufig an Typ-1- Diabetes, wenn sie anstelle der üblichen Säuglingsernährung auf eine stark hydrolysierte Säuglingsnahrung wechselten.

Damit können die aktuellen Ernährungsempfehlungen für Säuglinge mit hohem Typ-1-Diabetesrisiko bestehen bleiben.

Quelle:
© DeutschesGesundheitsPortal | HealthCom | www.deutschesgesundheitsportal.de  Original Titel: Effect of Hydrolyzed Infant Formula vs Conventional Formula on Risk of Type 1 Diabetes: The TRIGR Randomized Clinical Trial  Referenzen: Writing Group for the TRIGR Study Group, Knip M, Åkerblom HK, Al Taji E, Becker D, Bruining J, Castano L, Danne T, de Beaufort C, Dosch HM, Dupre J, Fraser WD, Howard N, Ilonen J, Konrad D, Kordonouri O, Krischer JP, Lawson ML, Ludvigsson J, Madacsy L, Mahon JL, Ormisson A, Palmer JP, Pozzilli P, Savilahti E, Serrano-Rios M, Songini M, Taback S, Vaarala O, White NH, Virtanen SM, Wasikowa R. Effect of Hydrolyzed Infant Formula vs Conventional Formula on Risk of Type 1 Diabetes: The TRIGR Randomized Clinical Trial. JAMA. 2018 Jan 2;319(1):38-48. doi: 10.1001/jama.2017.19826.  Quelle: Deutsches Gesundheits-Portal

Mutter stillt ihr Baby

Stillen – Basis fürs Leben

Muttermilch ist die natürliche und optimale Nahrung für Säuglinge: Sie ist gut verdaulich, enthält Abwehrstoffe, ist immer verfügbar, hygienisch einwandfrei, richtig temperiert und muss nicht zubereitet werden. Die Nationale Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist auf die Bedeutung des Stillens für Mutter und Kind hin und empfiehlt, durch Aufklärung und Information die Still-Akzeptanz in der Öffentlichkeit zu erhöhen. Stillen sollte sowohl im beruflichen Umfeld als auch im täglichen Leben jederzeit und ohne Barrieren möglich sein.

Gesünder durchs Leben

Gestillte Säuglinge werden seltener krank als nicht gestillte, sie leiden unter anderem seltener an Atemwegsinfekten, Durchfallerkrankungen und Übergewicht im späteren Leben. Auch Mütter profitieren davon, ihr Kind zu stillen: Das Risiko sinkt, an Brust- und Eierstockkrebs, Osteoporose, Diabetes Typ 2 oder Übergewicht zu erkranken. Durch die Ausschüttung der Hormone Oxytocin und Prolaktin leiden stillende Mütter weniger unter Stress. Sie sind mit ihren Säuglingen mobiler, weil Muttermilch immer verfügbar ist. Stillen fördert außerdem die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind.

Stillakzeptanz in der Öffentlichkeit

Eine Studie im Auftrag des BfR hat gezeigt, dass für jede zehnte Mutter, die frühzeitig abstillt, die ablehnende Haltung in der Öffentlichkeit einer der Gründe dafür ist. Zwar lehnen es nur sechs Prozent der Bevölkerung komplett ab, wenn eine Frau ihr Baby in der Öffentlichkeit stillt, allerdings steht jede vierte befragte Person dem Stillen im öffentlichen Raum zumindest zwiespältig gegenüber. Insbesondere in Restaurants und Cafés besteht eine Diskrepanz zwischen der Akzeptanz des Stillens und dem Stillverhalten von Müttern. Aus Sicht eines großen Teils der Öffentlichkeit ist das Stillen dort nur bedingt angemessen, Frauen können und wollen aber nicht grundsätzlich darauf verzichten, ihre Kinder auch in Restaurants und Cafés zu stillen. Die Nationale Stillkommission befürwortet daher Maßnahmen, um insbesondere an diesen Orten die Stillakzeptanz zu erhöhen.

Stillempfehlungen

Obwohl das Trinken von Muttermilch an der Brust eine angeborene Fähigkeit von Säuglingen ist, brauchen Stillende insbesondere zu Beginn der Stillzeit häufig kompetente Beratung und Unterstützung. Die am BfR angesiedelte Nationale Stillkommission hat daher Stillempfehlungen in sieben Sprachen veröffentlicht, die über das BfR kostenlos angefordert werden können. Die Stillempfehlungen enthalten praktische Tipps sowie Hinweise auf weitere Organisationen, die bei Stillproblemen neben der Hebamme, Stillberaterin oder dem Frauen- oder Kinderarzt kontaktiert werden können:

https://www.bfr.bund.de/de/publikation/stillempfehlungen-61959.html

 

Quellen:

Über die Nationale Stillkommission am BfR

Die Nationale Stillkommission wurde 1994 mit dem Ziel gegründet, die Entwicklung einer neuen Stillkultur in der Bundesrepublik Deutschland zu unterstützen und dazu beizutragen, dass Stillen zur normalen Ernährung für Säuglinge wird. Der Kommission gehören Mitglieder aus medizinischen Berufsverbänden und Organisationen an, die sich für die Förderung des Stillens in Deutschland einsetzen. Weitere Informationen zur Arbeit der Nationalen Stillkommission sind auf der folgenden Website veröffentlicht:

http://www.bfr.bund.de/de/nationale_stillkommission-2404.html

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

www.deutschesgesundheitsportal.de

Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft

Kinderleichte Ernährung in der Schwangerschaft

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung während der Schwangerschaft ist die beste Grundlage für eine optimale Entwicklung des Kindes. Einige Regeln bei der Lebensmittelauswahl gilt es zu beachten.

„Schwangere sollten auf eine ausgewogene Lebensmittelauswahl mit komplexen Kohlenhydraten achten, wie sie in Vollkornprodukten, Gemüse, Hülsenfrüchten und Kartoffeln enthalten sind“, sagt Dr. Kathrin Rauh vom Kompetenzzentrum für Ernährung. Dafür öfter zu frischem und gründlich gewaschenem Obst und Gemüse greifen. „Pflanzliche Öle mit wertvollen Fettsäuren sollen in der Küche den Vorzug bekommen. Dazu zählen Raps-, Walnuss- oder Olivenöl. Auch Milch und die daraus hergestellten Produkte wie Joghurt, Käse und Quark haben während der Schwangerschaft ihren Platz auf dem Speiseplan“, so Rauh weiter. Sie untersucht im Rahmen der Studie „Gesund leben in der Schwangerschaft“ (GeliS) den Einfluss der Ernährung in der Schwangerschaft auf die Gesundheit von Mutter und Kind. Übergewicht vermeiden und die Gesundheit von Mutter und Kind stärken – das sind die Ziele von GeliS.

Nichts Rohes vom Tier

Auch fettarmes Fleisch und Fisch gehören zu einer abwechslungsreichen Mischkost. Fettreicher Seefisch wie Lachs, Makrele oder Hering ist durch den hohen Jod- und Omega-3-Fettsäuregehalt gut für Mutter und Kind und sollte zweimal pro Woche auf den Teller kommen. Allerdings ist zu beachten, dass die Produkte durchgegart sein müssen. Roher Fisch in Sushi, roher Schinken oder auch Rohmilch und daraus hergestellter Käse sind tabu, ebenso Speisen in denen rohe Lebensmittel verarbeitet sind, wie rohe Eier im Tiramisu oder Schokoladenmousse. „Dadurch wird das Risiko möglicher Lebensmittelinfektionen wie Listeriose oder Toxoplasmose so gering wie möglich gehalten“, erklärt die Ernährungswissenschaftlerin. Auch Innereien und Leber gehören zu den Lebensmitteln, die während der Schwangerschaft und Stillzeit aufgrund möglicher Schwermetallbelastung nicht empfehlenswert sind. Um Infektionen zu vermeiden, spielt auch die Hygiene eine besondere Rolle. Daher regelmäßig Händewaschen, zerkratzte Schneidebretter in der Küche austauschen und Spüllappen heiß waschen oder ersetzen.

Den erhöhten Flüssigkeitsbedarf decken Schwangere am besten über Wasser und ungesüßte Tees. Auch Fruchtsaftschorlen sind gute Durstlöscher. Kaffee und koffeinhaltige Tees (grüner Tee, schwarzer Tee) sind in Maßen erlaubt. Beim Thema Alkohol gilt es während der Schwangerschaft und Stillzeit komplett darauf zu verzichten, damit es beim Kind nicht zu Wachstumsstörungen, Fehlbildungen oder Schädigungen des Nervensystems kommt.

Mikronährstoffe gezielt ergänzen

Eine abwechslungsreiche Mischkost deckt in den meisten Fällen den erhöhten Bedarf an Nährstoffen. Ausnahmen bilden Folsäure und Jod, die durch zusätzliche Nahrungsergänzungsmittel aufzunehmen sind. Auch Eisen, Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren können – je nach Bedarf und in Absprache mit dem Arzt – supplementiert werden. Rauh rät Schwangeren, sich nicht pauschal mit Nährstoffpräparaten zu versorgen, sondern sich „ausgewogen zu ernähren und gezielt zu ergänzen.“

Eine Portion Süßes am Tag ist durchaus in Ordnung. Jedoch sollten es Schwangere nicht mit Schokolade und Co. übertreiben. Der Energiebedarf steigt in der Schwangerschaft nämlich lediglich leicht an, der Bedarf verschiedener Nährstoffe stark. Eine Schale Müsli mit Milch und Früchten deckt den zusätzlichen Energiebedarf.

 „Schwanger & Essen“-App als mobiler Begleiter

Weitere Informationen zu gesunder Ernährung und Bewegung bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft bietet die kostenlose App „Schwanger & Essen“, herausgegeben vom Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) und gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF). Experten wie Dr. Kathrin Rauh geben praktische Tipps zu Ernährung, Bewegung und Wohlbefinden. Die App ist Bestandteil einer Trilogie bestehend aus den Apps Schwanger & Essen, Baby & Essen und Kind & Essen in Kooperation mit dem Netzwerk Gesund ins Leben und der Stiftung Kindergesundheit. Weitere Informationen unter www.familie-gesund-ernährt.de.

Quelle: Kompetenzzentrum für Ernährung

Beikost - Richtig Essen lernen

Jetzt richtig essen!

Erst nur Gemüse, dann Kartoffel und danach Fleisch: Wie sich das Baby Schritt für Schritt an feste Nahrung gewöhnt. Babys lieben Milch, sei es die von der Mutter oder aus der Flasche. Doch die meisten Babys beginnen sich ab dem vierten Monat dafür zu interessieren, was sich Mama und Papa da eigentlich immer in den Mund stopfen. Es bewegt seinen Mund beim Zuschauen und öffnet ihn, wenn die Mutter mit dem Löffel seine Wange berührt. Jetzt oder spätestens Ende des sechsten Monats ist es Zeit, mit der sogenannten Beikost, der Kost, die das Baby neben der Milch zu sich nimmt,  zu beginnen. Doch eines sollten Sie nie ignorieren: Die Signale, die Ihr Kind Ihnen gibt. Ihr Kind weiß am besten, wann es satt ist. Wenn es seinen Mund schließt und den Kopf wegdreht, sollten Sie das akzeptieren, laut „fertig“ sagen und ihr Kind säubern. Zwingen Sie Ihr Kind nie zum Essen, das verleidet ihm  das Essen nur.

Ab 5. bis 7. Monat: Gemüse-Kartoffel-Fleischbrei

Starten Sie mit etwas püriertem Gemüse wie zum Beispiel Karotten. Sie sind von Natur aus süß und schmecken schon daher Babys. Verträgt Ihr Kind keine Karotten, können Sie auch Kürbis, Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi , Fenchel, Pastinake oder Zucchini nehmen. Die erste Mahlzeit, die ersetzt wird, ist meist die Mittagsmahlzeit. Wenn Ihr Baby zwei Teelöffel isst, ist das ein Erfolg. Danach bekommt es wie gewohnt seine Milch. Am Ende sollte das Kind 100 Gramm des Breis essen. Zu Beginn spucken Babys den Brei meist aus. Sie kennen den Löffel noch nicht in ihrem Mund und sie wollen die Kost erst einmal genau untersuchen, mit den Lippen, der Zunge und dem Gaumen. Meistens wollen sie ihn auch mit den Fingern und Händen berühren und mit ihm spielen. Das sollten Sie zulassen. Auch wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Kind mag keine Karotten: Versuchen Sie es am nächsten und übernächsten Tag wieder. Das Baby gewöhnt sich erst langsam an den neuen Geschmack. Das gilt für alle  Breisorten. Wenn sich Ihr Kind nach etwa einer Woche an das Gemüse gewöhnt hat und 100 Gramm davon isst, können Sie den Gemüse-Kartoffel-Brei zunächst um eine gegarte Kartoffel und einen Esslöffel Rapsöl ergänzen. Als letzter Schritt kommen noch 30 g mageres Fleisch und 1,5 EL Obstsaft hinzu. Abwechslung in den verwendeten Beikostzutaten sind erwünscht (zum Beispiel verschiedene Gemüsesorten), ebenso kleine Mengen Nudeln bzw. andere Getreideprodukte, bevorzugt aus Weizen. Ersetzen Sie gelegentlich das Fleisch durch Fisch, zum Beispiel Lachs. Isst das Baby den ganzen Gemüse-Kartoffel-Brei braucht es anschließend keine Milch mehr. Geben Sie ihm aber ungesüßten Tee oder Wasser zu trinken.

Ab 6. bis 8. Monat: Vollmilch-Getreide-Brei

Einen Monat nach Einführung des Gemüse-Kartoffel-Breis ersetzen Sie am besten abends eine weitere Milchmahlzeit durch einen Vollmilch-Getreide-Brei, dem vitaminreicher Obstsaft oder Obstpüree zugefügt wird. Bereiten Sie den Brei selbst zu, nehmen Sie keine Rohmilch oder Vorzugsmilch, die verträgt Ihr bAby noch nicht. H-Milch oder Säuglingsmilch geht problemlos. Fertiger Milchbrei sollte keine unnötigen Zusätze wie Kakao, Schokolade, Zucker oder Aromen enthalten. Der Zusatz von Vitaminen und Mineralstoffen und Milchsäurebakterien ist überflüssig. Vorteilhaft ist der Zusatz von Jod in Form von Kaliumjodid oder Kaliumjodat Die  Milchfertigbreie werden mit Wasser, nicht mit Milch zubereitet.

Ab 7. bis 9. Monat: Getreide-Obst-Brei

Den milchfreien Getreide-Obst-Brei geben Sie Ihrem Kind etwa einen Monat nach Einführung des zweiten Breis und bevorzugt nachmittags. Sie verrühren die Vollkorngetreideflocken für Babys (möglichst ohne Zuckerzusatz) mit etwas Wasser, kochen alles auf lassen es quellen. Grieß rühren Sie in kochendes Wasser ein. Fügen Sie dem warmen Brei Früchte der Saison und Rapsöl zu. Im Handel gibt es fertige milchfreie Vollkorn-Obst-Breie im Gläschen. Achten Sie auch bei diesem Brei darauf, dass die Zusammensetzung dem selbstzubereiteten Brei möglichst ähnlich ist und die Breie keine Milchprodukte enthalten. Sollte kein Fett in den Gläschen enthalten sein, fügen Sie dieses dazu. Achten Sie auch darauf, dass möglichst Vollkorngetreide enthalten ist.

Link-Tipp

Gute Rezepte zum Selberkochen dieser ersten Beikost finden Sie auf der von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung konzipierten Homepage www.kindergesundheit-info.de unter dem Stichwort „Rezepte für Säuglingsbreie“.

Fünf Tipps, wie das Breiessen bestimmt gelingt

Essen soll Spaß machen, auch wenn dabei viel gekleckert wird. Ziehen Sie sich und Ihr Kind kleckerfest an. Tisch und Boden können Sie mit Zeitungspapier auslegen.

Setzten Sie Ihr Kind so auf Ihren Schoß, dass sein Köpfchen und Hals aufrecht sind und Sie beide sich anschauen können.

Nehmen Sie sich Zeit fürs Essen und reden Sie Ihrem Kind gut zu. Loben Sie es, wenn es einen Bissen runtergeschluckt hat.

Halten Sie den Löffel vor den Mund des Kindes, warten Sie, bis Ihr Kind seinen Mund öffnet. Falls der Mund zu bleibt, streichen Sie etwas Brei auf seine Lippen, um es auf den Geschmack zu bringen.

Neue Lebensmittel wie püriertes Gemüse, Kartoffeln, Nudeln oder Fleisch sollten immer erst einzeln eingeführt werden. Erst nach einigen Tagen, am besten nach einer Woche wechseln Sie zum nächsten Brei. So können Sie sehen, welchen Brei das Kind gut und welchen es schlecht verträgt.