Tag : Baby-Gesundheit

103852_original_R_by_pariah083_pixelio.de

Babys kurz auf den Bauch drehen

 

Amerikanische Forscher belegen in einer Übersichtsarbeit, dass ein Baby im Wachzustand auch einmal auf dem Bauch liegen sollte. Dies fördert seine grobmotorischen Fähigkeiten und insbesondere die Nackenmuskulatur und beugt einer Kopfverformung durch die Rückenlage vor.

Wenn Säuglinge im Alter von 1 bis 3 Monaten beginnen, ihre Nackenkontrolle zu entwickeln, können sie im Wachzustand – in Absprache mit dem Kinder- und Jugendarzt und unter der ständigen Aufsicht der Eltern – für kurze Zeit auf dem Bauch liegen. Dies trainiert unter anderem die Muskeln, die das Baby später zum Umdrehen, Sitzen und Krabbeln braucht. „Im Alter von 4 bis 7 Monaten können die meisten Säuglinge sich schon umdrehen. Dann stärkt die Bauchlage die Arm-, Brust- und Nackenmuskulatur, wenn sie sich mit den Armen nach oben drücken, um mehr zu sehen“, erläutert Dr. Herman Josef Kahl, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des Expertengremiums vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Erst auf die Brust legen

Anfangs können Mutter oder Vater ihr Kind einige Male mit dem Bauch nach unten auf ihre/seine Brust legen. Hat sich das Baby an diese Position gewöhnt, kann es versuchsweise auf einer Decke auf den Boden liegen. „Lassen Sie Ihr Kind erst einmal nur kurz auf dem Bauch liegen – je nachdem, wie wohl sich das Baby fühlt, etwa drei bis fünf Minuten. Schrittweise kann die Zeit erhöht werden und das Baby kann auch mehrmals am Tag kurz bäuchlings hingelegt werden. Bis zum Alter von drei Monaten kann ein Baby täglich insgesamt etwa bis zu einer Stunde auf dem Bauch liegen. Im Schlaf sollte das Kind unbedingt auf dem Rücken liegen“, so Dr. Kahl.

In den ersten Monaten haben Babys noch keine Kontrolle über ihre Kopfbewegungen und können die Muskeln im Nacken nicht richtig anspannen. In der Bauchlage lernen sie schneller, unter anderem ihre Nackenmuskeln anzuspannen und so zu stärken.

Down

Ergotherapie beim Down-Syndrom

Eltern lieben ihre Kinder – vielleicht umso mehr, wenn sie besonders sind, etwa eine Beeinträchtigung haben wie Trisomie 21, landläufig als Down-Syndrom bekannt. Dennoch sind der Betreuungsaufwand und der Stress, die im Familiensystem dadurch entstehen, nicht zu unterschätzen. Entlastung und Förderung gibt es bei Ergotherapeuten. Die kümmern sich bereits um Säuglinge mit Down-Syndrom. Wegen der fehlenden Muskelspannung haben Kinder mit dem Down-Syndrom häufig schon in den ersten Monaten ihres Lebens Schwierigkeiten mit der Feinmotorik. Diese trainieren Ergotherapeuten mit Babys mit Trisomie 21. Das verbessert und fördert deren Verständnis für die eigene Umwelt ebenso wie ihre intellektuellen Fähigkeiten.

Teil der Gesellschaft

Dank steigender Zahlen an inklusiven Kitas und Schulen sind Kinder mit Down-Syndrom zunehmend Teil der Gesellschaft. Sie gehen ausgesprochen gerne in die Schule und auch ihre Mitschüler profitieren: sie können so einen natürlichen und ungezwungenen Umgang mit Kindern entwickeln, die ‚anders‘ sind. Ergotherapeuten bahnen daher bei ihren kleinen Klienten mit Trisomie 21 schon früh alle nötigen Fähigkeiten an, damit sie im für sie möglichen Rahmen Lesen und Schreiben lernen können. Zudem führen sie eine größtmögliche Selbstständigkeit dieser Kinder herbei – ganz wichtig, um in der Schule zurechtzukommen. Das wirkt sich auch auf den Alltag zuhause und das Miteinander im Familiensystem positiv aus. Der Stress wird weniger, es läuft öfter rund.

Das Erfolgsgeheimnis ergotherapeutischer Interventionen, an der auch die Eltern teilnehmen sofern es ihnen möglich und sinnvoll ist, besteht darin, das Positive zu verstärken. Ergotherapeuten fokussieren sich auf die Fähigkeiten und Ressourcen. Nicht die Krankheit, also hier das Down-Syndrom, steht im Mittelpunkt, sondern die vorhandenen Begabungen und Fertigkeiten. Und die bauen Ergotherapeuten konsequent aus und holen für mehr Nachhaltigkeit ihrer Arbeit die Eltern mit ins Boot, um die positiven Effekte auch außerhalb ihrer Intervention weiter zu verstärken.

Weitere Informationen und Ergotherapeuten vor Ort gibt es auf der Homepage des Verbands (dve.info); Aktuelles auch auf facebook (der dve) und twitter (@DVEergotherapie)

103852_original_R_by_pariah083_pixelio.de

Vorsicht bei zu niedriger Körpertemperatur

Eltern sollten den Kinder- und Jugendarzt aufsuchen, wenn ihr Baby eine niedrigere Temperatur hat, die nicht ansteigt, auch nachdem sie das Kind wärmer angezogen haben oder die Raumtemperatur erhöht haben. „Neben einer kalten Umgebung können auch Stoffwechselprobleme wie Unterzuckerung, oder Atemnot zu einer erniedrigten Körpertemperatur führen“, sagt Dr. Monika Niehaus vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). In sehr seltenen Fällen können schwerwiegende Infektionen von einer sinkenden Körpertemperatur begleitet sein, wie eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis). Diese Krankheiten können bei Säuglingen manchmal Fieber verursachen, in anderen Fällen führen sie gelegentlich aber auch zu einer erniedrigten Körpertemperatur. Sowohl Meningitis als auch Sepsis sind schwere, lebensbedrohliche Infektionen. „Eltern sollten sofort medizinische Hilfe holen, wenn ihr Baby eine zu niedrige oder hohe Körpertemperatur mit einer blassen, feuchten, fleckigen Haut und eventuell mit einem Hautausschlag entwickelt, sich das Baby schlecht füttern lässt, lethargisch wirkt, schnell atmet sowie kalte Hände und Füße hat“, warnt Dr. Niehaus.

Je jünger ein Kind, desto geringer ist seine Fähigkeit, seine Körpertemperatur zu regulieren

Neugeborene und insbesondere Frühgeborene reagieren besonders empfindlich auf Kälte. Ein entkleidetes Neugeborenes bei 23°C Zimmertemperatur entspricht einem entkleideten Erwachsenen bei 1°C. Säuglinge haben eine relativ große Körperoberfläche im Verhältnis zur Körpermasse. Sie besitzen wenig Unterhautfettgewebe, das isolierend wirkt, und sie können noch nicht richtig zittern, um Wärme zu erzeugen. Die sogenannte Thermoregulation verbessert sich zwar schnell in den ersten Lebensmonaten, aber Babys kühlen immer noch schneller aus als ältere Kinder oder Erwachsene.

„Eltern messen bei Auffälligkeiten am besten mehrmals über den Tag verteilt die Temperatur bei ihrem gesunden Baby. Dabei sollten sie immer die gleiche Methode wählen. Am exaktesten ist die rektale Temperaturmessung, das heißt über den Darmausgang. So bekommen Eltern ein Gefühl für die Körpertemperatur ihres Kindes“, empfiehlt Dr. Niehaus. Dabei können Eltern auch feststellen, dass je nach Aktivität (Bewegung lässt Temperatur steigen), Umgebungstemperatur und Tageszeit die Körpertemperatur um bis zu 0,5° C schwanken kann, wobei die Temperatur am Abend höher ist als am Morgen.

362530_original_R_K_by_Ingo Döring_pixelio.de

Richtig stillen – so geht’s

Stillen bietet für Säuglinge und Mütter viele Vorteile: Mit der Muttermilch erhält das Baby alle wichtigen Nährstoffe in der richtigen Qualität und Menge, die es für eine gesunde Entwicklung braucht.

Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, betont: „Muttermilch enthält besondere Abwehr- und Schutzstoffe, die ein Kind vor Krankheiten schützen können. Und sie verhindert auch, dass das Baby überernährt wird. Sie ist zu jeder Zeit und an jedem Ort verfügbar, hat immer die richtige Temperatur, ist hygienisch einwandfrei – und dabei kostenlos. Stillen gelingt dann am besten, wenn sich sowohl Mutter als auch Kind dabei wohlfühlen. Mit praktischen Tipps wollen wir Mütter darin bestärken, ihr Kind zu stillen.“

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt folgende Empfehlungen                    zur Stillzeit:

  • Stillende sollten sich anfangs einen ruhigen Ort suchen, an dem sie sich wohl fühlen und sich ganz auf ihr Baby konzentrieren können.
  • Bei allem Neuen sollten sie Vertrauen zu sich und ihren Möglichkeiten als Mutter haben.
  • Mütter sollten sich und ihr Baby als Team für gute gemeinsame Zeiten sehen.
  • Die Unterstützung des Partners oder der Partnerin ist von unschätzbarem Wert.
  • Stillende sollten sich mit anderen Müttern zusammen tun, um sich gegenseitig zu unterstützen, nicht nur beim Stillen.
  • Auch wenn es nicht immer einfach ist – die Mutter sollte zwischendurch auch immer wieder Ruhepausen für sich selbst finden.
  • Eine gesunde und ausgewogene Ernährung der Mutter dient sowohl dem Säugling als auch dem Wohlbefinden der Stillenden.
  • Für die optimale Ernährung des Säuglings wird das ausschließliche Stillen mindestens bis zum Beginn des fünften Lebensmonats empfohlen. Nach Einführung von Beikost sollte parallel weiter gestillt werden, solange Mutter und Kind es wollen.
  • Während der gesamten Stillzeit sind Alkohol und Rauchen schädlich.

Weiterführende Informationen zum Thema Stillen unter
https://www.kindergesundheit-info.de/themen/ernaehrung/stillen/

719391_original_R_by_Alexandra H._pixelio.de

Kaiserschnitt kann Folgen haben

Im Einzelfall wird es sicher auch mal anders sein, aber die Statistik zeigt: Kaiserschnitt-Kinder haben mehr Gesundheitsprobleme als Kinder, die auf natürlichem Weg zur Welt gekommen sind. Das eine Studie der Techniker Krankenkasse (TK). Demnach ist für Kaiserschnitt-Kinder das Risiko für eine chronische Bronchitis in den ersten acht Lebensjahren um fast zehn Prozent erhöht. Das Risiko für leichte und mittlere Entwicklungsstörungen ist um neun Prozent erhöht, das Risiko für ADHS um 16 Prozent. „Kaiserschnitte sind ein Segen für Mutter und Kind, wenn sie in medizinisch notwendigen Fällen eingesetzt werden. Wenn allerdings eine OP nicht unbedingt notwendig ist, sollten Arzt und Eltern auch die möglichen Folgen für die Gesundheit des Kindes im Blick haben“, so Dr. Jens Baas, Vorsitzender des Vorstands der TK.

Mehr Ernährungsprobleme

Der Report zeigt ebenfalls Auffälligkeiten beispielsweise bei Ernährungsproblemen (11 Prozent höheres Risiko), Magen-Darm-Erkrankungen (7 Prozent) und Adipositas (36 Prozent).
Baas: „Kaiserschnitte haben für die Gesundheit der Kinder weitreichendere Folgen, als vielen bisher bewusst ist. Wir müssen daher im Interesse der Kinder medizinisch nicht notwendige Kaiserschnitte vermeiden.“ Die Bundesrepublik liegt mit einer Kaiserschnittrate von 30,5 Prozent von allen Klinikentbindungen 2017 über dem westeuropäischen Durchschnitt (27 Prozent). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass im Schnitt nur bei 10 bis 15 Prozent der Geburten ein Kaiserschnitt unbedingt medizinisch erforderlich ist.

Eine Erkenntnis der Studie: In der Praxis sollten Kinderärzte und Eltern bei Kaiserschnitt-Kindern genauer hinschauen, um Auffälligkeiten frühzeitig zu bemerken und gegenzusteuern. Es wäre deshalb hilfreich, wenn Kinderärzte das gelbe Kinder-Vorsorgeheft auf Hinweise zu einer Kaiserschnittgeburt prüfen würden, um dadurch besser auf Probleme achten zu können.

Die TK will die Ergebnisse des Reports nutzen, um bessere Versorgungsangebote für betroffene Kinder zu entwickeln. Rupp: „Dabei setzen wir auch auf neue digitale Möglichkeiten, zum Beispiel digital unterstütztes, spielebasiertes Lernen bei der Therapie von Lernentwicklungsstörungen oder Atemwegserkrankungen.“

Isabella_01_PETER YANG_GSK

Gefährliche Keime

Als Isabellas (Name geändert) Fieber nicht herunterging, sie lethargisch war und leichten Durchfall hatte, brachte Julia ihre Tochter ins Krankenhaus. Und wurde nicht stationär aufgenommen, da die Symptome noch einem grippalen Infekt ähnelten. Eine Dreiviertelstunde später lief Isabella blau an, lag schlaff und krampfend in Julias Armen. Wieder ins Krankenhaus, diesmal ein anderes. Als sich zwölf Stunden nach den ersten Symptomen Hauteinblutungen am ganzen Körper ausbreiteten, stellten die Ärzte eine Blutvergiftung (Sepsis) durch Meningokokken fest.

Isabella hat überlebt. Neben der Meningokokken-Sepsis erlitt sie weitere Erkrankungen, insbesondere der Lunge, und steckte sich mit einem Krankenhauskeim an. Bislang war sie mehr als vier Monate zur Behandlung in Kliniken.

Nach Meningokokken-Erkrankungen können Folgeschäden wie Entwicklungsstörungen, Krampfleiden, Erblindung und Hörverlust zurückbleiben. Kommt es zu einer Blutvergiftung, kann es zu Haut- und Gewebezerstörung und Vernarbungen kommen, in Extremfällen sogar zu Amputationen1 – das blieb Isabella bislang erspart. Jedoch sind ihre Beine vernarbt. Die Nervenschäden lassen sie nachts weinen, berichtet ihre Mutter.

Isabellas Immunsystem ist so geschwächt, dass sie derzeit nicht  in den Kindergarten gehen kann. Probleme beim Knochenwachstum werden Isabella wohl ihr Leben lang begleiten. Noch ist nicht klar, ob sich ihr wankender Gang auswachsen wird, wie das bei gesunden Kleinkindern passiert.

2018 gab es in Deutschland 295 Meningokokken-Fälle. Zwar sind solche Erkrankungen damit selten, sie können aber innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich verlaufen. Während der vielen Tage in der Klinik lernte Julia, dass es wie bei Isabella bei einem Drittel der Meningokokken-Erkrankten zu einer Blutvergiftung kommen kann. Viele Betroffene leiden unter einer Hirnhautentzündung (Meningitis).

Schutz durch Impfungen

Besonders häufig betroffen sind Babys und Kleinkinder, weil bei ihnen das Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist. Impfungen können bestmöglich schützen. Eine aktuelle Studie zeigt jedoch, dass viele Eltern den Impfstatus ihrer eigenen Kinder nicht genau kennen. Einem Großteil ist außerdem nicht bewusst, dass es unterschiedliche Meningokokken-Gruppen und daher auch verschiedene Impfungen gibt. Eltern sollten ihren Kinder- und Jugendarzt frühzeitig auf die Schutzimpfungen gegen Meningokokken ansprechen und sich vorab informieren, zum Beispiel unter www.meningitis-bewegt.de.

730520_original_R_K_B_by_schenzelarts_pixelio.de

Impfung gegen gefährliche Sepsis

Neben Aufklärung über die gefährliche Erkrankung, wird es vor allem um die möglichen Schutzmaßnahmen gegen Sepsis gehen. Denn vor einigen Ursachen und den schwerwiegenden Folgen der Blutvergiftung können Impfungen schützen.

Blutvergiftungen sind die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Oft entstehen sie infolge schwerer Erkrankungen. Es gibt jedoch auch seltene Auslöser, die jeden treffen können, beispielsweise Meningokokken- Bakterien. Die 21-jährige Justina ist eine der Betroffenen. Dass sie heute wieder gehen kann, verdankt sie zwei Prothesen. Ihre beiden Unterschenkel mussten in Folge einer Meningokokken-Sepsis 2017 amputiert werden. Und doch hatte Justina Glück im Unglück, denn sie hat die schwere Erkrankung überlebt.

Babys und Kleinkinder besonders oft betroffen

Besonders häufig von Meningokokken-Erkrankungen betroffen sind Babys und Kleinkinder. Mittlerweile gibt es bereits seit einigen Jahren Impfungen, mit denen Eltern ihre Kinder bestmöglich schützen können. Eine aktuelle Studie zeigt jedoch, dass viele Eltern den Impfstatus ihrer eigenen Kinder nicht genau kennen. Einem Großteil ist außerdem nicht bewusst, dass es verschiedene Meningokokken-Typen gibt.

Meningokokken B sind mit ca. 60 Prozent für die meisten Fälle in Deutschland verantwortlich – gefolgt von Y und C.4 Von der Ständigen Impfkommission (STIKO) wird aktuell nur die Meningokokken-C-Impfung allgemein empfohlen. Diese Impfung allein schützt jedoch nicht vor den anderen Typen. Impfungen gegen diese Typen müssen meist beim Arzt angefragt werden. Gegen Meningokokken B kann schon ab dem zweiten Lebensmonat geimpft werden.

Außerdem gibt es einen Kombinationsimpfstoff gegen Meningokokken A, C, W und Y. Dieser wird vor allem bei Reisen in Risikogebiete empfohlen. Somit können Kinder vor den häufigsten Meningokokken-Typen in Deutschland bestmöglich geschützt werden.

Eltern sollten ihren Kinder- und Jugendarzt frühzeitig auf die Schutzimpfungen ansprechen und sich vorab informieren. Zum Beispiel unter www.meningitis- bewegt.de.

Meningokokken sind zudem und vor allem auch Auslöser einer gefährlichen Form der Hirnhautentzündung. Sie kann sich unbehandelt innerhalb weniger Stunden so ausbreiten, dass sie lebensgefährlich wird und schwere Spätschäden hinterlässt.

Blutzucker messen Bayer

Diabetes in der Schwangerschaft

Jährlich entwickeln über 40000 Schwangere einen Diabetes. Damit zählt dieser so genannte Gestationsdiabetes (GDM) zu den häufigsten Komplikationen in der Schwangerschaft. Nicht oder ungenügend therapiert, drohen Mutter und Kind schwere Gesundheitsschäden. Wesentlich für die Therapie ist die regelmäßige Überprüfung der Blutzuckerwerte bei der Mutter. Doch bekommen die Patientinnen Blutzuckermessgeräte noch immer nicht von ihren Kassen erstattet. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) fordert daher, Blutzucker-Messgeräte samt Teststreifen auch für Schwangere mit Gestationsdiabetes in den Hilfsmittelkatalog aufzunehmen.

„Patientinnen mit Gestationsdiabetes sind eine sehr sensible Patientenklientel“, erklärt DDG-Präsident Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland. „Von einer optimalen Blutzuckereinstellung der Mutter hängt nicht nur die Gesundheit des ungeborenen Kindes maßgeblich ab. Auch mögliche schwere Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen sowie ein späterer Typ-2-Diabetes der Mutter können sich aus einer schlechten Blutzuckereinstellung heraus entwickeln.“ Daher fordert die DDG den Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen dazu auf, Blutzuckermessgeräte für solche Patientinnen erstattungspflichtig zu machen, sodass jede Betroffene ihren Blutzuckerstoffwechsel regelmäßig ohne eigene Kostenbeteiligung kontrollieren kann.

Bedrohliche Folgen für die Gesundheit

Patientinnen mit Gestationsdiabetes und ihren ungeborenen Kindern drohen während, aber auch nach der Schwangerschaft enorme Gesundheitsrisiken. So haben Frauen mit GDM ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Ödeme, Nierenerkrankungen, Depressionen während und nach der Schwangerschaft, Herz-Kreislauferkrankungen und chronische Harnwegsinfektionen. Schließlich steigt auch die Gefahr für einen erneuten Gestationsdiabetes bei darauffolgenden Schwangerschaften sowie für einen Typ-2-Diabetes innerhalb der nächsten zehn Jahre.

Für das Kind ergeben sich folgende Gesundheitsrisiken: Frühgeburt mit Verlegung in die Kinderklinik, ein stark erhöhtes Geburtsgewicht, das oft einen Kaiserschnitt oder Geburtsverletzungen von Mutter und Kind bei vaginaler Geburt zur Folge hat und schließlich ein erhöhtes Risiko für einen Typ-2-Diabetes sowie Übergewicht. „Durch eintretende schwere Komplikationen und mögliche Folgeschäden bei der Mutter und ihrem Kind wird das Gesundheitssystem weitaus mehr belastet als durch eine Erstattung des Messgerätes mit entsprechenden Teststreifen“, ergänzt Müller-Wieland.

Nicht immer muss mit Insulin behandelt werden. Eine Ernährungsumstellung genügt manchmal, um die Blutzuckerwerte von Schwangeren wieder zu senken. Der Arzt muss dies jedoch lückenlos überwachen.

Hand holding tiny knitted booties

Kleine Schuh-Kunde

Flexibel, aber trotzdem stabil. Atmungsaktiv, aber trotzdem wasserundurchlässig – die Anforderungen an den perfekten Kinderschuh sind vielfältig. Kleine Füße brauchen passendes Schuhwerk – so viel ist klar. „Und kaum sind die neuen Treter dann richtig eingelaufen, werden sie auch schon wieder zu klein“, weiß Anike von Gagern, tausendkind-Gründerin und Zweifach-Mama, und verrät ihre besten Tipps.

Schuhgröße

„Schuhgrößen fallen von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich aus und Kinder können nur schwer beurteilen, ob ein Schuh passt. Ihre Füße sind noch weich und passen sich ganz ohne Schmerzen auch an viel zu kleine Schuhe an – besonders häufig dann, wenn sie dem Kind gut gefallen. Füße sollten in ihrer Wachstumsphase in regelmäßigen Zeitabständen vermessen werden. In einem Alter zwischen 1 und 3 Jahren alle 3 Monate, zwischen 3 und 6 Jahren etwa alle 4 Monate und in einem Alter bis 10 Jahren sollten Sie alle 5 Monate die Schuhgröße Ihrer Kids überprüfen.“

Krabbelschuhe

„Dank ihres soften Materials sind Krabbelschuhe aus Leder optimal für das Baby ge- eignet. Die weiche, exible Sohle, meist aus rauem Veloursleder, minimiert die Rutschgefahr. Gummi- züge an der Ferse geben Halt und lassen sich ein- fach an- und ausziehen.“

Lauflernschuhe

„Bei Lauflernschuhen sollte die Sohle eine hohe Flexibilität aufweisen, damit der Fuß natürlich abrollen kann. Mit Klettverschlüssen und Schnürsenkeln kann der Schuhumfang optimal angepasst werden. Die richtige Schafthöhe gibt Halt und schützt vorm Umknicken.“

Stiefel und Stiefeletten

„Die perfekten Begleiter im Herbst und Winter sind Stiefel mit robuster Außensohle und Schafthöhe, die meist über dem Knöchel beginnt und bis unter das Knie reichen kann. Wasserabweisende, aber trotzdem atmungsaktive Materialien wie z.B. GoreTex halten die Füße warm und trocken.“

Herauswachsen/Vererben

„Kinderfüße wachsen schnell, und so wird das Lieblingsschuhpaar gern auch mal an kleinere Geschwister weitergegeben. Bevor Ihre Kinder in gebrauchte Schuhe schlüpfen, sollten Sie unbedingt überprüfen, ob die Innen- und Außensohlen schon abgetragen sind, da Kinderfüße sich sonst diesem Profil anpassen würden, was die Entwicklung der Füße negativ beeinflusst. Solange also die gebrauchten Schuhe weiterhin in einem guten Zustand sind, können sie auch weiter getragen werden.“

 

Smiling young mother in white t-shirt breastfeeding baby

Wie stillfreundlich ist Deutschland?

Immer wieder gibt es Berichte darüber, wie offen stillende Frauen mehr oder weniger höflich aus Restaurants komplimentiert oder aus Bussen verwiesen werden. Stillen ja, aber nur im stillen Kämmerlein – das scheint die Ansicht vieler zu sein. Wie kann Deutschland stillfreundlicher werden? Den Weg dahin weisen neue Empfehlungen zur Stillförderung in Deutschland aus dem Forschungsvorhaben Becoming Breastfeeding Friendly. Die Ergebnisse wurden kürzlich auf der Fachkonferenz „Wie stillfreundlich ist Deutschland?“ vorgestellt. Sie können einen wesentlichen Beitrag zum gesunden Aufwachsen und zur Gesundheitsförderung bei Kindern leisten.

Nationale und internationale Expertengruppen empfehlen, das Stillen als natürliche und bevorzugte Ernährungsform für Säuglinge zu fördern. Die gesundheitliche Bedeutung für Mutter und Kind ist gut belegt. Auch aus Sicht der Bindungsförderung und der Gesundheitsökonomie spricht vieles für das Stillen. Dennoch stillen in Deutschland nur rund zwei Drittel der Mütter ihre neu geborenen Säuglinge ausschließlich – in den folgenden Monaten sinkt diese Zahl deutlich. Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen werden seltener und kürzer gestillt. Sie profitieren daher weniger vom gesundheitlichen Nutzen des Stillens. Das gilt ebenso für Kinder von jungen Müttern und von Frauen, die in der Schwangerschaft geraucht haben. Frauen und junge Familien begegnen offensichtlich noch nicht überall einem stillfreundlichen Umfeld.

„Wichtiges nationales Anliegen“

Im internationalen Forschungsvorhaben Becoming Breastfeeding Friendly (BBF) wurde ab September 2017 eine systematische Bestandsaufnahme zum Stand der Stillförderung in Deutschland vorgenommen. Es wird auf Initiative des Bundesernährungsministeriums vom Netzwerk Gesund ins Leben und der Nationalen Stillkommission gemeinsam mit der Yale School of Public Health durchgeführt. Deutschland ist gemäß der BBF-Auswertung derzeit lediglich als moderat stillfreundlich zu beschreiben. Das Land braucht daher eine nationale Strategie zur Stillförderung. „Stillförderung ist ein wichtiges nationales Anliegen, das mit Blick auf ganz Deutschland gestaltet werden muss. Das Bundesernährungsministerium wird deshalb eine zentrale Koordinierungsstelle für die Entwicklung und Umsetzung einer nationalen Strategie zur Stillförderung einrichten“, verkündete Dr. Hermann Onko Aeikens, Staatsekretär des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

  • 1
  • 2