Bild: AdobeStock
27. Juli 2023

Der Weg aus der Trotzphase

Die Trotzphase: Jedes Kind macht sie irgendwann durch. Auch wenn sie für uns Eltern sehr anstrengend ist, ist sie für die Entwicklung des Kindes wichtig. So schafft ihr es gemeinsam wieder heraus. 

Die Trotzphase beschreibt die Phase eines Kindes, in der es meist genau das Gegenteil von dem tut, was es eigentlich gerade tun soll. Es schreit und protestiert bei jeder Kleinigkeit, die nicht seinen Vorstellungen entspricht, und will Grenzen einfach nicht akzeptieren. Dieser Entwicklungsschritt, der meist bis zum sechsten Lebensjahr stattfindet, ist besonders für die emotionale Entwicklung eines Kindes wichtig. In diesem Zeitraum entsteht der eigene Wille und viele neue Dinge werden erlernt. Doch wollen Kinder nun mehr, als sie schon können, und stoßen schnell an ihre Grenzen. Ihre Reaktion darauf ist häufig Rebellion und Frustration, die nicht selten in Wutanfällen und Geheule endet. Zum Glück gibt es einige Tipps, wie wir Eltern mit dieser schwierigen Zeit umgehen können. 

Verständnis und Einfühlungsvermögen zeigen

Jetzt, wo wir wissen, weshalb Kinder trotzen, ist es der beste Weg, ihnen mit Mitgefühl und Verständnis zu begegnen. Das steigert, laut Experten, ihr Selbstbewusstsein und die Durchsetzungskraft. So hilft es, ihnen zu sagen, dass wir ihre momentane Wut nachvollziehen können, und sie in den Arm zu nehmen. Körperliche Nähe zeigt ebenfalls Verständnis und beruhigt. Eine weitere Möglichkeit, Empathie zu zeigen, ist, ihnen Alternativen und Kompromisse anzubieten. Wenn unser Kind gerade zum Beispiel unbedingt eine bestimmte Sache machen will, die aber zu gefährlich ist, können wir ihm eine ähnliche, etwas harmlosere Tätigkeit, anbieten. So zeigen wir unserem Kind, dass wir seine Gefühle ernst nehmen.

Viele Eltern fühlen sich in der Trotzphase überfordert und hilflos. Auch schämen sie sich, wenn es in der Öffentlichkeit zu einem Wutausbruch des Kindes kommt und es schreiend und heulend alle Blicke auf sich zieht. Solche Ausbrüche auszuhalten und dann auch noch verständnisvoll zu reagieren, ist nicht immer leicht. Wichtig ist, die Trotzphasen eures Kindes nicht persönlich zu nehmen. Auch hilft vielen Eltern der Gedanke, dass es sich gerade nur um eine Phase handelt, die bald wieder vorüber ist. Laut Expertenmeinung gehen Eltern, die ihr Kind verständnisvoll in der Trotzphase begleiten, später auch deutlich gelassener mit ihnen durch die emotional schwierige Phase der Pubertät.

Keine Beschimpfungen, aber klare Regeln

Auch wenn es uns nicht immer leicht fällt, sollten wir unsere Kinder in dieser Phase auch einfach mal Dinge ausprobieren lassen und nicht immer alles, was es machen will, verbieten. Natürlich gilt das nur für altersgerechtes und für nichts Gefährliches. Was unser Kind jetzt nicht braucht, ist jemand, der es zusätzlich beschimpft und bestraft. So sollten wir uns auf keinen Fall von der Wut unseres Kindes mitreißen lassen, indem wir zum Beispiel auch anfangen zu schreien oder etwas kaputtzumachen. Auch Drohungen sollten wir lassen, Gleiches gilt natürlich für Gewalt. Denn damit können wir dauerhaft Schaden anrichten und das Selbstvertrauen unseres Kindes schwächen. Stattdessen können wir versuchen, unser Kind abzulenken, indem wir frühzeitig damit beginnen, wenn wir merken, dass ein Wutausbruch in Anmarsch ist. 

Neben all dem Verständnis sind aber auch Regeln und Grenzen wichtig für Kinder. Überlegt euch dazu, welche Dinge euch besonders wichtig sind, wie zum Beispiel, dass beim Essen jeder am Tisch sitzen bleibt oder Fernsehen nur zu bestimmten Zeiten erlaubt ist. Die Anzahl der Regeln und Verbote sollte überschaubar bleiben, damit die Kleinen sich diese auch merken können. Wichtig ist, dass diese dann auch konsequent eingehalten werden, egal wie bitterlich der kleine Trotzkopf weint und ob unsere Nerven am Ende sind. Auch das Einweihen anderer Bezugspersonen in unser Regelwerk ist sinnvoll. So ziehen alle an einem Strang und die Regeln können sich leichter etablieren.

Mehr zum Thema Entwicklung

  • JETZT IM NEUEN HEFT:

    • Fieber - und nun?
    • Vegetarisch schwanger
    • Der erste Brei