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15. November 2023

Mode für die Zukunft

Auch in der Mode können wir nachhaltig denken und handeln. Mittlerweile gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, wie wir statt auf Fast Fashion auf Fair Fashion setzen können. Vielen werdenden Eltern ist das ein wichtiges Anliegen. Denn wünschen wir uns nicht alle, dass unser Nachwuchs in einer lebenswerten Welt groß wird?

Wenn ein Kind unterwegs ist, halten viele von uns inne und machen sich Gedanken über das, was ist, und das, was kommen wird. Oft überlegen wir dann nicht nur, wie unser Kind unser Leben verändern wird, sondern hinterfragen unseren Lebenswandel, persönlich und individuell, aber auch als Gesellschaft. Müssten wir nicht viel mehr tun, um unserem Baby eine bessere Welt zu schaffen? Umweltfreundliche Herstellung können wir zumindest im Kleinen damit beginnen, zum Beispiel, indem wir unsere Art zu konsumieren auf den Prüfstand stellen und mehr Wert auf Nachhaltigkeit legen. So auch in der Mode. Denn gerade die Textilbranche ist eine der größten Umweltverschmutzer und Ressourcenverschwender überhaupt. Hier setzen immer mehr Unternehmen an und stellen hochwertige, Bio-zertifizierte Kleidung her. Als Rohstoff dienen hier hauptsächlich umweltverträglichere Materialien wie Bio-Baumwolle und Tencell (siehe unten).

Bio muss aber auf keinen Fall langweilig bedeuten. Moderne Bio-Bekleidung ist stylish und hat oft raffinierte Schnitte. Das ist besonders bei Umstandsmode sehr sinnvoll, so kann sie oft auch noch während der Stillzeit oder als Alltagskleidung getragen werden – ein großes Plus im Hinblick auf die Nachhaltigkeit. Marken wie Stillfashion, Milchshake, abricot coco oder Müsli by Green Cotton haben hier neue Standards gesetzt. Altbewährte Unternehmen wie Hessnatur sind dagegen schon seit Jahrzehnten für ihre ökologischen Standards bekannt.

Auf Secondhand setzen

Aber gerade bei Umstandsmode und Babykleidung muss es gar nicht immer etwas Neues sein. Meist wird sie nur eine kurze Zeit getragen. Secondhand-Kleidung ist hier eine gute Alternative. Möglich ist zum einen, im privaten Freundeskreis mal nachzufragen, wer gut Erhaltenes weitergeben möchte. Flohmärkte und Secondhandläden eignen sich ebenfalls zum Stöbern. Das spart nicht nur Geld, sondern verschwendet auch weniger Ressourcen. Vielleicht gibt es bei euch lokal auch eine WhatsApp- oder Facebook-Gruppe, über die gebrauchte Kleidung verkauft oder verschenkt wird? Und wenn nicht, bleibt immer noch der Blick ins Internet. ­Momox, Sellpy, Vinted oder Mädchenflohmarkt sind tolle Plattformen, um Mode für Schwangere und Babys zu kaufen. Probiert einfach aus, was für euch funktioniert. 

Woraus besteht nachhaltige Mode?

Biologische und faire Kleidung wird hauptsächlich aus Bio-Baumwolle oder Tencel hergestellt. Aber was genau bedeuten diese Begriffe?

Bio-Baumwolle: Die Baumwolle wird nach strengen Richtlinien und ökologischen Standards hergestellt. Dabei dürfen keine chemischen Pestizide oder Düngemittel eingesetzt werden. Ebenso wird auf gentechnisch veränderte Organismen verzichtet. Auch wichtig: Der Wasserverbrauch ist um 50 Prozent geringer als der beim Anbau von herkömmlicher Baumwolle. Das wird durch die teilweise Nutzung von Regenwasser erreicht.

Tencel/Lyocell: Die aus natürlichen Rohstoffen hergestellte Faser Lyocell – auch als Tencel bekannt – wird industriell hergestellt. Das FSC- und PEFC-zertifizierte Holz, das dafür genutzt wird, stammt aus nachhaltiger Forstwirtschaft in Europa und Südafrika und ist biologisch abbaubar. Bei der Herstellung wird deutlich weniger Wasser verbraucht als bei der Produktion von anderen Chemiefasern.

Diesen Logos könnt ihr trauen

GOTS – Global Organic Textile Standard: Fasern aus mindestens 70 Prozent kontrolliert biologischer Landwirtschaft, ILO-Kernarbeitsnormen müssen eingehalten werden.

IVN Best – vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft, Einhaltung der ILO-Kernarbeitszeiten, garantierte Mindestlöhne, Gewebe aus 100 Prozent ökologisch zertifizierten Naturfasern.

Fear Wear – Verbesserung der sozialen Bedingungen, Einhaltung der ILO-Kernarbeitszeiten, sichere und gesunde Arbeitsbedingungen, existenzsichernde Löhne.

Fairtrade Baumwolle – Baumwolle wurde fair angebaut und gehandelt, Fairtrade fördert den Bio-Anbau, allerdings ist er keine Pflicht, hohe Standards der Arbeitsnormen über die gesamte textile Wertschöpfungskette.

Blauer Engel – Textilien werden ohne gesundheitsgefährdende Chemikalien und unter Einhaltung hoher Umweltstandards produziert, Produkte müssen gute Gebrauchseigenschaften aufweisen.

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