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21. August 2023

Vor- und Nachteile einer Hausgeburt 

Mütter, die ihr Kind bei einer Hausgeburt zur Welt gebracht haben, berichten häufig von einem besonders tollen Erlebnis. Doch was macht die Geburt zu Hause so viel besser als in einer Klinik und was gibt es dabei alles zu beachten? Das sind Vor- und Nachteile.

Wie der Name schon sagt, findet die Entbindung bei einer Hausgeburt im eigenen zu Hause statt und nicht wie sonst üblich, in einer Klinik oder in einem Geburtshaus. In der Regel ist kein Arzt anwesend, um die Geburt zu begleiten, jedoch die Hebamme. Aus diesem Grund kommt die Hausgeburt auch nicht für jede werdende Mutter infrage. So ist es gesetzlich geregelt, dass sie nur erlaubt ist, wenn die Schwangere nicht mit HIV infiziert ist oder eineBlutgruppenunverträglichkeit besteht. Sie kann zudem nur dann in Betracht gezogen werden, wenn die werdende Mutter mindestens in der 38. Schwangerschaftswoche ist, es sich also um keine Frühgeburt handelt und ein komplikationsfreier Geburtsverlauf zu erwarten ist. Sind diese Kriterien nicht erfüllt, muss die Geburt in einer Klinik und unter Anwesenheit eines Arztes durchgeführt werden, der bei Komplikationen direkt zur Stelle ist. 

Vorteile einer Hausgeburt

Die Besonderheit, die uns eine Hausgeburt schenkt, ist in erster Linie das Gebären in persönlicher und privater Umgebung. Unser gewohntes Umfeld gibt uns Ruhe und einen geschützten Raum, in dem wir uns wohler und sicherer fühlen. Das hat zur Folge, dass die Angst vor den Schmerzen der Geburt bei vielen Frauen geringer ist. Ein weiterer Vorteil für viele ist, dass wir mehr Mitbestimmungsrecht bei der Geburt zu Hause haben. So können wir uns beispielsweise aussuchen, ob wir lieber im Stehen, Sitzen oder in einer Wanne entbinden wollen. Einige Frauen behaupten auch, dass sie die persönliche Beziehung zu ihrem Baby in gewohnter Umgebung von Beginn an besser aufbauen konnten. 

Kleine Dinge zum Wohlfühlen

In unserem eigenen zu Hause können wir die Umgebung für die Geburt genau nach unseren Vorstellungen und Wünschengestalten. So lässt sich zum Beispiel eine entspannte Stimmung durch eine Aromatherapie mit Duftlampe undberuhigenden Ölen sowie Teelichtern erzeugen. Außerdem können wir den Ort der Geburt mit persönlichen Dingen wie etwa Kuscheltieren, Decken, Klamotten und anderen Gegenständen ausstatten. Viele Frauen lassen sich bei der Hausgeburt auch von ihrem Partner mit einem wohltuenden Massageöl massieren.

Mögliche Nachteile einer Hausgeburt

Die Sicherheit, die den einen Frauen ihr eigenes zu Hause gibt, kann anderen eine Klinik mit Fachpersonal geben. So sind viele der Vor- und Nachteile personenabhängig. Trotzdem ist als Nachteil aber zu nennen, dass bei einer außerklinischen Geburt die medizinische Versorgung nicht sofort gewährleistet ist. Bei einem ungünstigen Geburtsverlauf muss die Schwangere umgehend in eine Klinik gefahren werden. Aus diesem Grund solltet ihr euch, wenn ihr eine Hausgeburt anstrebt, zuvor trotzdem bei einer Entbindungsstation anmelden, die euch im Notfall aufnehmen kann. Zu Hause entbinden heißt, dass nicht in den normalen Geburtsverlauf eingegriffen wird. Somit gibt es zum Beispiel auch keinen Wehentropf oder starke Schmerzmittel, die euch verabreicht werden können. 

Ein weiterer Nachteil könnte außerdem sein, dass eventuelle unschöne Momente der Geburt sowie die Schmerzen in Verbindung mit den eigenen Räumlichkeiten bleiben. Nach der Geburt in einer Klinik könnte es hingegen leichter sein,beim Nach-Hause-Gehen alles hinter sich zu lassen und schmerzhaftes zu vergessen. Aus all diesen Gründen ziehen viele Mütter nicht die Geburt ihres ersten Kindes, sondern erst die ihres zweiten oder dritten Kindes als eine Hausgeburt in Betracht. So haben sie schon Erfahrung gesammelt und können ein bisschen besser abschätzen, welches Umfeld am besten für sie ist. 

Das solltet ihr beachten

Wenn ihr vorhabt, zu Hause zu entbinden, solltet ihr euch frühzeitig auf die Suche nach einer passenden Hebamme begeben, die Hausgeburten anbietet. Hier ist natürlich wichtig, dass ihr Vertrauen zu der Hebamme habt und euch wohl mit ihr fühlt. Immerhin ist sie bei sehr privaten und wichtigen Augenblicken eures Lebens dabei. Stellt außerdem sicher, dass, falls vorhanden, Geschwisterkinder während der Geburt betreut sind. Da eine Geburt ja durchaus einige Stunden in Anspruch nehmen kann, achtet auch darauf, dass genügend Lebensmittel und Getränke im Haus sind. 

Für die Hausgeburt braucht es eigentlich keine besonderen Dinge. Am wichtigsten sind Bettlaken und große Handtücher, mit denen wir alles rund um uns und den Ort der Geburt auslegen- und möglichst bequem machen können. Die Handtücher werden aber auch zum Abdecken für die Privatsphäre der Mutter gebraucht und natürlich um das Baby nach der Geburt aufzufangen und einzuwickeln. Letzteres sollte nach Möglichkeit rot sein. Es ist inzwischen nachgewiesen, dass sich Babys in einer roten Umgebung wohler fühlen, da diese Farbe sie an die Gebärmutter erinnert. Was ihr außerdem beachten solltet, ist, dass das Zimmer, in dem die Geburt stattfinden soll, ausreichend beleuchtet ist und das Bett gut von drei Seiten aus erreichbar ist, also möglichst nicht direkt an einer Wand steht. 

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