Tag : Baby

Dreitage-Fieber

Keine Bange beim Dreitage-Fieber  

Auf einmal glüht die Stirn, das Baby wirkt krank. Da machen sich die Eltern natürlich große Sorgen. Müssen sie aber nicht …

Wie aus dem Nichts ist das hohe Fieber plötzlich da. Auf bis zu 40 Grad kann die Körpertemperatur steigen, wenn ein Herpesvirus das Baby oder Kleinkind erwischt hat. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist hoch, fast jeder durchläuft diese Erkrankung im Kindesalter. Und natürlich wirkt das Ganze erst mal bedrohlich, schließlich ist die Stirn heiß, die Augen glänzen fiebrig. In seltenen Fällen kann es auch zu Fieberkrämpfen kommen. Weitere Symptome treten bei den meisten Kindern erst mal nicht auf.

Ab zum Kinderarzt

Trotzdem machen sich die Eltern große Sorgen um ihren Liebling und eilen mit ihm schleunigst zum Kinderarzt. Was auf jeden Fall richtig ist. Der Arzt untersucht das Kind auch, um schwerere Erkrankungen wie eine Influenza-Grippe auszuschließen. Eine ganz sichere Diagnose wird er zumindest am Anfang kaum stellen können. Erst nach drei bis vier Tagen ist die Sache klar. Dann fällt das Fieber nämlich so schnell, wie es gekommen ist. Und am Oberkörper zeigt sich ein roter Hautausschlag, hauptsächlich an Bauch und Rücken.

Keine eindeutigen Symptome

Das Seltsame an diesem Leiden: Die Symptome können auch ganz oder teilweise fehlen. Das heißt, der Hautausschlag bleibt aus. Oder das Fieber ist nicht so hoch. Manchmal treten aber auch mehr Symptome auf, etwa Erbrechen oder Durchfall. Der Rachen kann entzündet sein, mitunter sind auch die Lymphknoten am Hals geschwollen. Medikamente, die gegen die Erreger direkt wirken, gibt es nicht. Der Arzt kann aber fiebersenkende Mittel verschreiben, wenn die Körpertemperatur allzu heftig steigt oder gar Fieberkrämpfe auftreten – die nicht gefährlich sind und keine chronischen Schäden hinterlassen.

Ausreichend Flüssigkeit

Auch ohne Behandlung klingt die Erkrankung nach wenigen Tagen ab. Die Eltern müssen weiter nichts tun. Sie sollten aber dafür sorgen, dass ihr Kind genügend Flüssigkeit aufnimmt. Das ist wichtig, weil durch das hohe Fieber viel Körperflüssigkeit verdunstet. Wasser, verdünnte Tees oder Säfte auch mit Traubenzucker sind geeignet, wenn das Kind schon etwas älter ist. Babys brauchen häufiger als sonst die Mutterbrust oder das Milchfläschchen. Wenn das Kind partout nichts trinken will, mit ihm rasch zum Arzt gehen.

Keinen Appetit

Mag es nichts essen, ist das nicht schlimm. Nach ein paar Tagen kehrt der natürliche Appetit zurück, und der kleine Patient wird bald wieder zum Wonneproppen. Einen wirksamen Schutz vor der Erkrankung gibt es nicht. Die Erreger werden per Tröpfcheninfektion etwa beim Niesen übertragen. Das Kind kann sich im Prinzip also überall anstecken, wo sich Menschen aufhalten. Auch Erwachsene, die akut daran erkrankt sind, werden zum Überträger der Keime.

Die gute Nachricht: Wer die Infektion hinter sich hat, ist danach lebenslang immun gegen das Virus.

Abwehr stärken

Das fördert die Abwehrkräfte

Mamas Antikörper schützen das Neugeborene vor Krankheiten. Schnell aber bildet sich beim Baby ein eigenes Immunsystem. Wie es gestärkt werden kann.

Rosig und propper liegt es in seinem Bettchen: Ein gesundes Baby freut die Eltern, aber eigentlich ist das etwas ganz Natürliches. Denn schon im Mutterleib profitiert das Ungeborene vom Immunsystem seiner Mama, und diesen „Nestschutz“ übernimmt es nach der Geburt. Für einige Monate ist es nun weitgehend sicher vor Krankheitskeimen, denn Mamas Antikörper wehren alle gängigen Erreger ab. Gleichzeitig bildet es rasant ein eigenes Immunsystem aus.

Natürliche Abwehrschwäche

Allerdings kommt es Monate nach der Geburt zu einer Art natürlicher Abwehrschwäche. Denn der Nestschutz der Mutter wirkt nun nicht mehr, die körpereigenen Immunkräfte sind noch nicht auf der Höhe. Tatsächlich dauert es einige Jahre, bis ein kindliches Immunsystem ausgereift ist, sprich: gegen die am häufigsten vorkommenden Keime Antikörper hergestellt hat, die es vor Krankheiten bewahren.

Erreger haben noch leichtes Spiel

Sobald das Baby daher häufiger Kontakt hat etwa zu anderen Kindern wie Geschwistern oder Babys in der Krabbelgruppe, fängt es sich leicht mal einen Schnupfen ein. Auch Magen-Darminfekte, Husten oder Mittelohr-Entzündungen nehmen jetzt zu. Die Erreger haben noch leichtes Spiel, können das Immunsystem ohne Mühe austricksen. Das ist zum Teil von der Natur auch so erwünscht.

Lernen, zu unterscheiden

Eine Studie der Unis Hannover, Münster und Bonn hat gezeigt, dass ein zu starkes Immunsystem fürs Baby gefährlich wäre. Es würde sich dann auf zu viele Keime gleichzeitig stürzen, was schwere Entzündungsreaktionen auslösen könnte. Außerdem müssen die Abwehrkräfte lernen, harmlose von bedrohlichen Keimen zu unterscheiden. Das Immunsystem wird durch dieses Training mit jedem Tag schlauer. Deshalb sollten sich die Eltern keine Sorgen machen, wenn Babys Nase läuft oder andere Infekte auftreten. Schützen können sie es vor den Keimen ohnehin nicht. Das wäre auch nicht gut fürs Kind.

Trainingseffekt

Mediziner raten strikt davon ab, etwa Desinfektionsmittel in der Umgebung des Babys anzuwenden – außer wenn sich wirklich gefährliche Erreger in der Familie ausbreiten. Das Baby von anderen Kindern fernzuhalten, ist ebenfalls keine gute Idee. Denn durch den Kontakt mit anderen Menschen verstärkt sich der Trainingseffekt fürs Immunsystem. Wenn das Kind später in eine Kita kommt, gerät es wiederum mit einer Fülle neuer Keime in Kontakt.

Das führt fast zwangsläufig zu Infektionen, die aber ihren Sinn haben. Auch sie sorgen dafür, dass die Immunkräfte des Kindes immer ausgereifter und schlagkräftiger werden. Kann ich dem Immunschutz meines Babys zusätzlich auf die Sprünge helfen? Ja, über die Ernährung. In den ersten Monaten ist die Muttermilch sehr hilfreich. Sie enthält sogenannte Preobiotika. Das sind Zuckermoleküle, die die Entstehung einer gesunden Darmflora fördern.

Produzenten von Antikörpern

Der Darm gehört zu den wichtigsten Produzenten von Antikörpern. Ab dem sechsten Lebensmonat erhält das Baby außerdem Beikost. Ist sie gesund und ausgewogen, sorgen ihre Vitalstoffe und kräftigenden Substanzen für eine weitere Stärkung der Abwehrkräfte. Außerdem: keine Angst vor kühlen Winden.

Ein Baby oder Kleinkind sollte auch bei schlechterem Wetter vor die Tür kommen. Möglichst einmal am Tag eine Runde mit dem Kinderwagen drehen. Auch die wechselnden Temperaturen draußen sind ein gutes Training gegen Krankheiten.

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Richtig stillen – so geht’s

Stillen bietet für Säuglinge und Mütter viele Vorteile: Mit der Muttermilch erhält das Baby alle wichtigen Nährstoffe in der richtigen Qualität und Menge, die es für eine gesunde Entwicklung braucht.

Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, betont: „Muttermilch enthält besondere Abwehr- und Schutzstoffe, die ein Kind vor Krankheiten schützen können. Und sie verhindert auch, dass das Baby überernährt wird. Sie ist zu jeder Zeit und an jedem Ort verfügbar, hat immer die richtige Temperatur, ist hygienisch einwandfrei – und dabei kostenlos. Stillen gelingt dann am besten, wenn sich sowohl Mutter als auch Kind dabei wohlfühlen. Mit praktischen Tipps wollen wir Mütter darin bestärken, ihr Kind zu stillen.“

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt folgende Empfehlungen                    zur Stillzeit:

  • Stillende sollten sich anfangs einen ruhigen Ort suchen, an dem sie sich wohl fühlen und sich ganz auf ihr Baby konzentrieren können.
  • Bei allem Neuen sollten sie Vertrauen zu sich und ihren Möglichkeiten als Mutter haben.
  • Mütter sollten sich und ihr Baby als Team für gute gemeinsame Zeiten sehen.
  • Die Unterstützung des Partners oder der Partnerin ist von unschätzbarem Wert.
  • Stillende sollten sich mit anderen Müttern zusammen tun, um sich gegenseitig zu unterstützen, nicht nur beim Stillen.
  • Auch wenn es nicht immer einfach ist – die Mutter sollte zwischendurch auch immer wieder Ruhepausen für sich selbst finden.
  • Eine gesunde und ausgewogene Ernährung der Mutter dient sowohl dem Säugling als auch dem Wohlbefinden der Stillenden.
  • Für die optimale Ernährung des Säuglings wird das ausschließliche Stillen mindestens bis zum Beginn des fünften Lebensmonats empfohlen. Nach Einführung von Beikost sollte parallel weiter gestillt werden, solange Mutter und Kind es wollen.
  • Während der gesamten Stillzeit sind Alkohol und Rauchen schädlich.

Weiterführende Informationen zum Thema Stillen unter
https://www.kindergesundheit-info.de/themen/ernaehrung/stillen/

Finanz-Check

Der neue Erdenbürger will gut versorgt sein, das kostet etliche Euro. Welche finanziellen Belastungen auf die Eltern zukommen.

Die Grundausstattung ist erst mal das Teuerste

Den Kinderwagen besorgen, das Babybettchen, die Erstausstattung an Decken, Stramplern, Windeln. Vielleicht auch das Kinderzimmer streichen und dekorieren, Kindersicherungen anbringen etwa an Steckdosen. Wenn alle diese Teile neu gekauft werden, ist schnell der erste Tausender weg. Es geht aber auch billiger, nämlich gebraucht: Kinderwagen zum Beispiel sind nach ein, zwei Jahren oft noch in einem guten Zustand und werden günstig abgegeben, ebenso Babybetten. Gebrauchte Babywäsche kostet fast gar nichts. Bei knapperer Kassse also umhören. Auf den Verkaufsplattformen im Internet lässt sich so manches Schnäppchen machen.

Ist alles vorbereitet für die Ankunft des Babys, fallen speziell bei stillenden Müttern erst mal keine großen Kosten an.

Die Muttermilch ist umsonst, lediglich die Windeln sind zunächst ein fester Kostenfaktor. Da ist, je nach Marke, mit rund 40 Euro im Monat zu rechnen. Feuchttücher sind ebenfalls nötig, aber kosten nur ein paar Euro. Das Baby wächst allerdings rasch, und neue Strampler, Schuhchen und Jäckchen werden bald nötig. Hier ist, je nach Hersteller und Anbieter, die Preisspanne groß. Günstige und gute Strampler zum Beispiel kosten im Dreierpack ab ca. 20 Euro.

Wird das Kind nicht gestillt, sondern bekommt das Fläschchen, fallen zusätzliche Kosten an.

Das Milchpulver liegt bei ca. 7 Euro pro Packung, etwa vier bis fünf davon nuckelt ein Baby im Laufe eines Monats weg. Ein guter Dampfsterilisator für die Milchfläschen liegt bei ca. 70 Euro.

Das sind grob gerechnet die Anschaffungs- und laufenden Kosten im ersten Halbjahr.

Auch im zweiten Halbjahr verändern sie sich nicht sehr. Das Baby wächst nun noch schneller aus seinen Sachen heraus, was neue Ausstattungen nötig macht.

Auch hier der Tipp: Nach gebrauchten Textilien Ausschau halten, das senkt die Kosten erheblich. Die Milch wird nun langsam immer uninteressanter fürs Kind, es möchte feste Nahrung haben. Deshalb starten die meisten Eltern um den sechsten Lebensmonat herum mit der Beikost. Knapp einen Euro kostet ein Gläschen etwa mit pürierten Möhren oder anderen Zutaten. Das macht am Anfang bei einem Gläschen pro Tag knapp 30 Euro im Monat. Später wird das Baby hungriger, bekommt abends auch Brei. Dann sind, wenn die Gläschenkost fertig gekauft wird, schon knapp zwei Euro am Tag fällig, also etwas unter 60 Euro im Monat. Allerdings lässt sich auch hier einiges sparen, indem man selber kocht. Möhren, Kartoffeln & Co. sind sehr billig im Einkauf. Da fällt nicht mal die Hälfte an Kosten an, die sonst für die Gläschen entstehen würden.

Die laufenden Kosten fürs Kind werden zumindest in der ersten Zeit durch Zuwendungen vom Staat mehr als abgedeckt.

So gibt es auf Antrag Kindergeld in Höhe von 204 Euro. Den Antrag hierfür bei der zuständigen Familienkasse der Arbeitsagentur stellen. Auch Elterngeld fließt aufs Konto. Das sind je nach vorherigem Einkommen zwischen 300 und 1800 Euro. Elterngeld soll in erster Linie den Verdienstausfall von Mutter und/oder Vater nach der Geburt auffangen. Beim Elterngeld gibt es mehrere Varianten und Besonderheiten, so dass eine eingehende Beratung bei der zuständigen Elterngeldstelle der Stadt oder Gemeinde ratsam ist.

Badespaß

Großer Badespaß

Was Eltern brauchen, um ihren Liebling richtig sauber zu bekommen

Die ersten Wochen nach der Geburt wird der Säugling nur vorsichtig mit einem Lappen abgewaschen. Wenn aber der Rest der Nabelschnur abgefallen und dort alles gut verheilt ist, steht dem ersten Bad nichts mehr im Wege. Die erste Frage: Wo soll das Baby gebadet werden. Viele Eltern wählen dafür erst mal das Waschbecken, aber Vorsicht: Auf dem rutschigen Untergrund und mit den nassen Händen lässt sich ein zappelndes Baby nicht immer gut festhalten. Das Waschbecken sollte auch so groß sein, dass der kleine Körper weitgehend hineinpasst und von Wasser bedeckt ist. Deshalb ist eine richtige kleine Babywanne oder ein spezieller Badeeimer meist die bessere Alternative.

Los geht es

Die Wanne wird einfach auf einen großen stabilen Tisch gestellt und mit warmem Wasser gefüllt. Bevor es richtig losgeht, erst mal die wichtigen Sachen bereitlegen. Dazu gehört frische Wäsche, eine neue Windel, ein warmes, kuscheliges Badetuch, eine sanfte Badelotion und ein Badethermometer. Der Raum sollte außerdem warm sein, um die 23 bis 24 Grad sind genau richtig. Alle Fenster schließen, damit keine Zugluft entsteht. Nun das Wasser mit einem Eimer einschütten und die Temperatur prüfen. Sie sollte zwischen 37 und 38 Grad liegen, keinesfalls höher.

Ungewohntes Element

Das Baby anschließend vorsichtig ins Wasser lassen und während des Badens stets stützen. Aufpassen, dass es nicht mit dem Kopf ins Wasser rutscht. Das ungewohnt nasse Element ist am Anfang für Babys irritierend. Manche wehren sich, brüllen, wollen da raus. Aber fast immer hört das nach wenigen Minuten auf, wenn sie sich sicher aufgehoben fühlen in Mamas oder Papas Armen und anfangen, das warme Wasser um sie herum zu genießen. Damit das Baby nicht auskühlt, rasch mit dem Waschen beginnen. Dazu sanft mit einem Lappen über den nassen Körper streichen, vor allem unter den Armen und im Intimbereich gründlich waschen, auch die Ohren und Füße nicht vergessen. In den Hautfalten etwa am Hals sammelt sich ebenfalls häufig Schmutz an. Den ebenfalls sorgfältig wegwischen.

Das Drumherum

Für das Gesicht einen Extra-Lappen benutzen. Bei den ersten Bädern auf Waschlotion verzichten, die Babyhaut ist noch zu zart. Erst wenn das Kind etwas älter ist, kommt auch eine sanfte Babylotion zum Einsatz. Beim Baden auch immer die Wassertemperatur im Auge behalten. Nach spätestens zehn Minuten das Baby aus der Wanne heben. Dabei sehr darauf achtgeben, dass es einem nicht durch die nassen Hände flutscht. Auf das vorgewärmte Badetuch legen und beim Einwickeln trocken tupfen und vorsichtig abrubbeln. Darauf achten, dass auch der Po, die Hautfalten, die Finger und die Achselhöhlen trocken sind. Hat das Kind schon viele Haare, diese mit einem Fön auf niedriger Temperatur trocknen.

Nach der Wanne

Sonst reicht es, die paar Haare mit einem Handtuch zu trocknen. Ist die Haut des Kindes nach dem Bad sehr trocken, ruhig ein wenig Feuchtigkeitslotion für Babys auftragen. Dann schnell die Windel anlegen und das Baby warm anziehen. Wichtig: Das Baby niemals allein lassen in der Wanne, selbst wenn man noch dringend etwas braucht oder ein wichtiger Anruf kommt. Dann lieber das Baden abbrechen, das Kind aus der Wanne holen und sich fürs nächste Mal besser vorbereiten.

So halte ich mein Kind richtig

Um es in die Wanne zu setzen, das Baby mit einer Hand unter dem Kopf und der Schulter festhalten, die andere Hand stützt den Po. So wird es vorsichtig in die Wanne gelassen. Die Hände nicht gleich wegziehen. Erst mal schauen, wie das Baby reagiert. Zappelt es nicht allzu heftig, reicht es anschließend, das Kind an der Schulter zu stützen und sanft am Arm festzuhalten, damit es nicht tief in die Wanne rutscht.

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Sehprobleme schon bei Babys

Laut Schätzungen des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands (BVA) kann jedes zehnte Kind hierzulande nicht richtig sehen. Nur eine kleine Zahl? Ganz sicher nicht! Ein Kind, dessen Sehprobleme zu spät oder gar nicht entdeckt werden, kann nicht richtig sehen lernen und auch in seiner gesamten Entwicklung eingeschränkt sein. Nicht rechtzeitig festgestellte Sehdefizite können im späteren Leben Berufswünschen Schranken setzen.

Wer die Anzeichen für Sehprobleme kennt, kann dafür sorgen, dass Sehfehler frühzeitig entdeckt werden. Das hilft dem jungen Menschen, sich normal und gesund zu entwickeln. Tollpatschige Bewegungen bei den Kleinen, Lernschwierigkeiten bei den Größeren – das sind nur zwei Auffälligkeiten, hinter denen Probleme mit der Sehkraft stecken können. Holpriges Lesen und viele Fehler im Diktat lassen eine Lese-und Rechtschreibstörung (LRS, Legasthenie) vermuten. Probleme beim Zusammenzählen oder Malnehmen auf eine Rechenstörung (Dyskalkulie) schließen. Doch das muss es nicht sein. Auch Fehler der Augen, des Sehvermögens und der visuellen Wahrnehmung können zu Buchstabensalat, Textwirrwarr und Zahlenlotterie führen.

Das Kind bei Auffälligkeiten genau beobachten

Deshalb sollten Erwachsene bei Kindern in jedem Lebensalter genau hinschauen, ob etwas in ihrer körperlichen Verfassung und ihrem Verhalten, bei Spiel und Sport, beim Rechnen, Lesen und Schreiben ungewöhnlich und auffällig erscheint. Je früher die richtige Diagnose gestellt wird, desto größer sind die Chancen für eine erfolgreiche Behandlung. Wenn es notwendig ist, verordnet der Augenarzt eine Brille.

Ein Baby oder ein Kleinkind, bei dem folgende Auffälligkeiten zu beobachten sind, sollte unverzüglich von einem Augenarzt untersucht werden. Dazu gehören vor allem Schielen, Augenzittern, auffallend große Augen, ständig tränende oder verklebte Augen, ständiges Reiben mit den Fingern an den Augen, Grimassenschneiden, Verdrehen der Augen, ohne etwas anzuschauen, große starre Pupillen auch bei Lichteinfall, weißliche Pupillen oder gelbliches Aufleuchten der Pupille bei direkt einfallendem Licht, Lichtscheue oder keine Reaktion auf Licht, getrübte Hornhaut, zwanghaftes Schiefhalten des Kopfes und wenn Babys und Kinder an Gegenständen häufiger vorbeigreifen.

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Urlaubstipps für Schwangere

Eine Urlaubsreise ist bei einer unkomplizierten Schwangerschaft kein Problem, wenn einige wichtige Aspekte beachtet werden. „Grundsätzlich sollte für eine schwangere Frau auf der Fahrt und am Urlaubsziel immer medizinische Hilfe erreichbar sein“, empfiehlt Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. Seiner Erfahrung nach ist das Reisen im zweiten Trimester am wenigsten belastend, also etwa zwischen der 13. und 30. Woche. „In den ersten drei Monaten haben viele Frauen mit Übelkeit und Erbrechen zu kämpfen. Auch ist am Anfang der Schwangerschaft immer damit zu rechnen, dass Blutungen auftreten, die bei Ruhe meist spontan zum Stillstand kommen. Es ist besser, dann nicht gerade im Urlaub zu sein“, erläutert der Frauenarzt. „Und in den letzten Wochen der Schwangerschaft fallen alle körperlichen Anstrengungen immer schwerer.“

Genug trinken auf der Reise

Bei Reisen, die über zwei Stunden dauern, sollte die Schwangere daran denken, immer wieder die Beine zu bewegen, um Thrombosen zu verhindern. „Außerdem sollte sie immer genug Flüssigkeit zu sich nehmen und gegebenenfalls auch leichte Stützstrümpfe tragen“, empfiehlt Albring. Bei einem Urlaub in den Bergen muss berücksichtigt werden, dass mit zunehmender Höhe der Sauerstoffgehalt der Luft abnimmt. „Die Schwangere wird dann kurzatmig und ist sehr schnell erschöpft. Bei der Anreise und auch am Urlaubsort selbst gilt deshalb die Regel, dass pro Tag der Höhenunterschied nicht mehr als 500 Meter betragen sollte.

Ähnlich verhält es sich mit Hitze. Eine Außentemperatur von 30 Grad und darüber ist nicht von vornherein ungesund, meint Albring. „Aber der Kreislauf macht dann schneller schnapp, die Schwangere ermüdet schneller“, meint Dr. Albring. „Auf jeden Fall sollte die heiße Tageszeit möglichst im Schatten verbracht werden, sie sollte unbedingt genug trinken, am besten Wasser, Kräutertee oder stark verdünnte Obstsäfte.“ Am leichtesten kämen meistens Frauen mit Hitze zurecht, die über die Schwangerschaft hinweg nicht zu viel Gewicht zugelegt haben, sportlich und aktiv geblieben sind.

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Wird mein Baby beim Stillen satt?

Wird mein Baby an der Brust wirklich satt? Viele Mütter bringt diese Sorge dazu, mit dem Stillen früher als gewollt aufzuhören. Oder sie fangen gar nicht erst an, obwohl sie es eigentlich fest vorhatten. Manchmal helfen kleine Anpassungen beim Anlegen und Stillen dabei, die Milchbildung noch besser auf den Bedarf des Säuglings abzustimmen. Und das Baby zeigt auch, dass es genug Milch bekommt.

In den ersten Tagen nach der Geburt läuft die Milchbildung erst einmal an. Richtiges Anlegen ist wichtig, damit das Kind an die verfügbare Milch kommt. Mit jedem Stillen wird die Milchbildung angeregt. Menge und Zusammensetzung der Muttermilch sind auf den Bedarf des Babys genau abgestimmt und passen sich während einer Stillmahlzeit und über die gesamte Stillzeit immer wieder an. Voraussetzung dafür ist, dass sensibel auf die Hungersignale des Babys reagiert und nach Bedarf gestillt wird. Das Kind kann etwa durch Unruhe, Strampeln oder Such- und Schmatzbewegungen zeigen, dass es gestillt werden möchte. Oder auch durch eine angespannte Körperhaltung, geballte Fäuste oder Saugen am Finger. Schreien ist bereits ein spätes Hungersignal.

Mehr Hunger bei Wachstumsschüben

Wie oft und wie lange ein Baby trinkt, ist ganz verschieden. Verlangt ein Baby z. B sehr häufig die Brust oder trinkt es besonders kurz oder lange, lässt sich daraus kein „Milch-Mangel“ ableiten. Bei Wachstumsschüben braucht das Baby mehr Nahrung. Dann ist es besonders wichtig, das Kind häufiger anzulegen, damit die Milchbildung über die Stillhormone angepasst wird.

Nach dem Anlegen an die Brust macht das Baby zunächst kurze, schnelle Saugbewegungen, bis die Milch kommt. Danach saugt und schluckt es rhythmisch und ausdauernd mit gelegentlichen Pausen. Ein hörbares Schlucken jeweils nach ein- oder zweimal Saugen ist ein hilfreiches Zeichen dafür, dass es mit dem Trinken klappt. Wenn das Baby satter wird, entspannen sich seine Hände und Arme immer mehr. Es macht einen zufriedenen Eindruck, lässt die Brustwarze los und schläft vielleicht ein.

 

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Mütter stillen zu wenig

Direkt nach der Geburt beginnen etwa 90 Prozent der Mütter mit dem Füttern an der Brust. Nach zwei Monaten werden noch 70 Prozent der Säuglinge gestillt. Nach sechs Monaten sind es nur noch zwischen 40 und 50 Prozent. „Je jünger und sozial benachteiligter die Mutter ist, desto geringer ist die Stillquote, sagt Dr. med. Gabriela Stammer, Gynäkologin aus Wennigsen anlässlich der Weltstillwoche vom 30.9. bis 6.10.2019.

Einen häufigen Grund für das zeitige Abstillen sieht Katharina Desery von der Elterninitiative Mother Hood e. V. in der fehlenden Begleitung der Mütter nach der Geburt und in den ersten Wochen. „Mütter erhalten innerhalb der ersten entscheidenden Minuten im Kreißsaal und auf der Wochenbett-Station meist zu wenig Unterstützung vom Klinikpersonal.“ Sie seien oft auf sich alleine gestellt. Dann geben sie auch unter dem Druck nach, das Gewicht des Säuglings halten zu müssen, und stimmen der Fütterung durch künstliche Säuglingsnahrung zu. Darüber hinaus begünstigen mangelnde Still-Kenntnisse, falsches Anlegen und daraus entstehende Entzündungen der Brustwarzen das zeitige Abstillen.

Stillberatung vor der Geburt

Frauen sollten daher bereits vor der Geburt eine ausführliche Stillberatung erhalten, so Desery. Dabei müssen sie durch Frauenarzt, Hebamme, Klinik, Kinderarzt und ihr sozialen Umfeld informiert und unterstützt werden. „Stillberatung gehört zu den Aufgaben der Hebammen. Damit Stillberatung aber effektiv ist, muss sie auch von den andern Fachberufen geleistet werden“, sagt Jutta Eichenauer, Hebamme und 1. Vorsitzende des Hebammenverbands Baden-Württemberg. Ein möglicher Grund, weshalb die Beratung oft zu kurz kommt: „In der Hebammenarbeit wird die Stillberatung vergütet, beim Frauen- und Kinderarzt jedoch nicht.“ Habe die Mutter keine Hebamme – wie das heute leider allzu oft der Fall ist –, bleibe ihr eine solche Beratung meist vorenthalten.

Über die Muttermilch erhält der Säugling alles, was er zum Leben braucht. Darüber hinaus enthält Muttermilch Abwehrstoffe, die in der ersten Zeit seines Lebens das Immunsystem stärken. Das bewahrt das Baby vor Infektionen.

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Impfung gegen gefährliche Sepsis

Neben Aufklärung über die gefährliche Erkrankung, wird es vor allem um die möglichen Schutzmaßnahmen gegen Sepsis gehen. Denn vor einigen Ursachen und den schwerwiegenden Folgen der Blutvergiftung können Impfungen schützen.

Blutvergiftungen sind die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Oft entstehen sie infolge schwerer Erkrankungen. Es gibt jedoch auch seltene Auslöser, die jeden treffen können, beispielsweise Meningokokken- Bakterien. Die 21-jährige Justina ist eine der Betroffenen. Dass sie heute wieder gehen kann, verdankt sie zwei Prothesen. Ihre beiden Unterschenkel mussten in Folge einer Meningokokken-Sepsis 2017 amputiert werden. Und doch hatte Justina Glück im Unglück, denn sie hat die schwere Erkrankung überlebt.

Babys und Kleinkinder besonders oft betroffen

Besonders häufig von Meningokokken-Erkrankungen betroffen sind Babys und Kleinkinder. Mittlerweile gibt es bereits seit einigen Jahren Impfungen, mit denen Eltern ihre Kinder bestmöglich schützen können. Eine aktuelle Studie zeigt jedoch, dass viele Eltern den Impfstatus ihrer eigenen Kinder nicht genau kennen. Einem Großteil ist außerdem nicht bewusst, dass es verschiedene Meningokokken-Typen gibt.

Meningokokken B sind mit ca. 60 Prozent für die meisten Fälle in Deutschland verantwortlich – gefolgt von Y und C.4 Von der Ständigen Impfkommission (STIKO) wird aktuell nur die Meningokokken-C-Impfung allgemein empfohlen. Diese Impfung allein schützt jedoch nicht vor den anderen Typen. Impfungen gegen diese Typen müssen meist beim Arzt angefragt werden. Gegen Meningokokken B kann schon ab dem zweiten Lebensmonat geimpft werden.

Außerdem gibt es einen Kombinationsimpfstoff gegen Meningokokken A, C, W und Y. Dieser wird vor allem bei Reisen in Risikogebiete empfohlen. Somit können Kinder vor den häufigsten Meningokokken-Typen in Deutschland bestmöglich geschützt werden.

Eltern sollten ihren Kinder- und Jugendarzt frühzeitig auf die Schutzimpfungen ansprechen und sich vorab informieren. Zum Beispiel unter www.meningitis- bewegt.de.

Meningokokken sind zudem und vor allem auch Auslöser einer gefährlichen Form der Hirnhautentzündung. Sie kann sich unbehandelt innerhalb weniger Stunden so ausbreiten, dass sie lebensgefährlich wird und schwere Spätschäden hinterlässt.