Tag : Elternratgeber

Bad father is smoking and holding baby.

Passivrauchen – Gefahr für die Kleinsten

Passivrauchen gefährdet Ungeborene sowie Kinder und Jugendliche in großem Maße, warnt Dr. Freerk Prenzel, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Leipzig. „Wenn ein Kleinkind ständig unter Mittelohrentzündungen leidet und seine Sachen riechen nach Rauch, sollten Ärzte und Schwestern, aber auch Tanten und Omas aufmerksam werden“, sagt der Experte für Kinderpneumologie und Kinderallergologie. „Denn Mittelohrentzündungen könnten eine Folge davon sein, dass die Eltern rauchen – und das Kind ständig passiv mit.“

Wenn die Schwangere selbst raucht oder fortwährendem Tabakkonsum ausgesetzt ist – also eine Passivraucherin wird, weil zum Beispiel der Partner raucht –, können beim werdenden Kind Entwicklungsschädigungen entstehen, die sich im gesamten späteren Leben negativ bemerkbar machen. In Extremfällen können diese Schädigungen sogar zur Früh- oder Fehlgeburt führen. „Auch plötzlicher Kindstod, Fehlbildungen, eingeschränkte Lungenfunktion, Kreislauferkrankungen, geistige Entwicklungsstörungen und auch Verhaltensstörungen sind mit indirektem Nikotinkonsum assoziiert“, so Dr. Prenzel.

Die Gefahren für das Kind werden nicht weniger, wenn es auf der Welt ist und die Eltern rauchen und somit das Baby selbst zum Passivraucher wird. Die dann lauernden Mittelohrentzündungen gehören noch zu den harmlosen Erkrankungen. Denn Lungeninfektionen und Asthma, Krebserkrankungen, Stoffwechselstörungen und Veränderungen des Immunsystems sind nicht selten. „Das tägliche Einwirken von Tabakrauch ist das größte Problem“, so der Leipziger Kinderarzt. „Und wenn die Eltern sich selbst beruhigen wollen, indem sie sagen, nur draußen auf dem Balkon zu rauchen – da muss ich sagen: Studien zeigen, dass die Stoffe, die beim Rauchen frei werden, sich an den Händen, der Bekleidung und dann auch im Hausstaub nachweisen lassen. Und auf dem Teppich krabbeln die Kleinen herum. Kein Wunder, dass dann die Abbauprodukte von Nikotin im Urin der Kinder zu finden sind.“

Das Rauchen der Eltern im Auto ist aus der Sicht des Mediziners eine „erhebliche Gefährdung der eigenen Kinder“. Da spiele auch keine Rolle, ob die Klimaanlage laufe, ein Fenster offen sei oder nicht. Eine einzige Zigarette habe auf einem Kubikmeter mehr oder weniger abgeschossenem Raum sehr intensive Wirkung.

Wie Dr. Prenzel weiter sagt, würde die konsequente Umsetzung der WHO Rahmenkonvention zur Eindämmung des Tabakgebrauchs und die Realisierung des vom Medizin-Journal „Lancet“ ausgerufenen Ziels, bis 2040 die Zahl der Raucher unter fünf Prozent der Bevölkerung zu drücken, ein riesiger Schritt auch für die Gesundheit der Kinder sein.

„In Deutschland wurde mit dem Rauchverbot für die meisten Gaststätten, mit der teilweisen Einschränkung von Tabakwerbung und dem Aufdruck von Krankheitsbildern auf Zigarettenschachteln schon einiges bewegt“, so der Leipziger Kinderarzt. „Dennoch erachte ich es als einen grundlegenden Fehler, die Tabakwerbung nicht komplett zu verbieten.“ Zugleich ist er sicher, dass das Rauchen nicht nur gebrandmarkt werden muss, sondern Rauchern auch geholfen werden muss, von der Sucht loszukommen. Unter rauchfrei-info.de werde viel Information geboten und gleichzeitig Hilfsangebote gemacht. „Ich tue mit Nichtrauchen etwas für mich, ich tue mit Nichtrauchen etwas für meine Kinder und ich tue mit Nichtrauchen etwas für meinen Geldbeutel – wenn es gelänge, diese Erkenntnisse in die Hirne der Raucher zu pflanzen, wäre viel gewonnen.“

Wickelkommode & Co

Übergewicht durch Schlafmangel?

Schlafmangel kann ganz schön schlechte Laune machen – vermutlich jeder hat es schon einmal erlebt, nach einer Nacht mit wenig Schlaf am nächsten Tag ziemlich gerädert und außer Form zu sein. Starker Schlafmangel führt zu einer herabgesenkten Leistungs- und Aufmerksamkeitsfähigkeit. Häufig gesellt sich dazu ein stark ausgeprägter Appetit, insbesondere auf fettige oder stark gezuckerte Speisen. Grund dafür könnte das Belohnungssystem im Gehirn sein, welches bei Müdigkeit mehr als sonst „gefüttert“ werden muss und so auf Dauer zu Übergewicht führt.

Schlafmangel wird deshalb auch immer häufiger in einen Zusammenhang mit der Entstehung von Übergewicht und Adipositas gebracht. Übergewicht und Adipositas werden gängiger Weise mithilfe des Body Mass Index (kurz: BMI) klassifiziert. Zur Berechnung des BMI wird das Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße gesetzt. Die Formel lautet: kg/m2. Wiegt eine Person 80 kg bei einer Körpergröße von 1,70 m, beträgt ihr BMI 27,7 (80 / 2,89 = 27,68). Ein BMI von 25 kennzeichnet Übergewicht, sodass in dem Beispiel mit einem BMI vom 27 Übergewicht vorliegt. Von Adipositas, also krankhaftem Übergewicht, spricht man ab einem BMI von 30.

Forscher aus Großbritannien und den Niederlanden untersuchten in ihrer Studie nun, ob die Schlafdauer bei Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen im Zusammenhang mit der Entwicklung von Übergewicht oder Adipositas steht. Die Forscher suchten in medizinischen Datenbanken nach Studien, die von anderen Forschern zu diesem Thema durchgeführt wurden. Insgesamt konnten sie 42 Studien finden.

Eine kurze Schlafdauer begünstigt bei Kindern die Entstehung von Übergewicht

7 Studien zeigten, dass eine kurze Schlafdauer im Kleinkindalter die Entstehung von Übergewicht und Adipositas begünstigt. Ähnliches konnte auch in der frühen und späten Kindheit gesehen werden. Hierzu lagen den Forschern 8 bzw. 3 Studien vor. Weitere 3 Studien zeigten, dass wenig Schlaf auch bei Jugendlichen ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Übergewicht und Adipositas mit sich brachte. Die zusammenfassende Auswertung von 16 Studien über alle Altersgruppen hinweg zeigte zudem, dass ein Anstieg der Schlafdauer zu einer Abnahme des BMIs führte.

Wenig zu schlafen stellt den Ergebnissen dieser Studie zufolge einen wichtigen Risikofaktor für ein erhöhtes Körpergewicht bei Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen dar. Eltern können einen wertvollen Beitrag zum Schutz ihrer Kinder vor Übergewicht leisten, wenn sie auf eine gute Schlafdauer ihrer Kinder Acht geben und darauf bedacht sind, gute Schlafgewohnheiten einzuüben.

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Original Titel:
Sleep duration and incidence of obesity in infants, children, and adolescents: a systematic review and meta-analysis of prospective studies

 

In der Rückentrage durch die Welt

Das Traditionsunternehmen Didymos aus Deutschland hat jetzt  eine neue Rückentrage entwickelt. Gerade Krabbel- und Laufkinder lieben es, eigenständig die Welt zu entdecken, aber Sie lieben es auch noch lange getragen zu werden. Zum Kuscheln und für Ruhepausen bietet der Onbuhimo DidyGo ein bequemes Plätzchen auf Mamas und Papas Rücken.

Klein zusammenlegbar

Die aus Japan stammende Onbuhimo Tragehilfe eignet sich zum Tragen von Kindern, die schon selbständig sitzen können. Sie sieht ein wenig aus wie ein Rucksack und so schnell und bequem ist sie auch an- und ausgezogen. Außerdem ist sie leicht und passt, klein zusammengelegt, in die Wickeltasche – sehr praktisch für unterwegs.

Besonders für schwangere Mütter ist diese Tragehilfe eine gute Wahl, da sie keinen Hüftgurt hat und vor allem als Rückentrage verwendet wird. Nichts drückt auf den wachsenden Bauch.

Bis 20 kg

Die Trage wird aus den bewährten, diagonal dehnbaren Tragetuchstoffen hergestellt , dadurch wird der kindliche Rücken ideal gestützt und ein komfortabler Sitz und sicherer Halt für Traglinge ab Sitzalter bis etwa 20 kg ermöglicht.

Die intuitive, bequeme Handhabung und die individuelle Anpassungsfähigkeit ermöglichen körpernahes, ermüdungsfreies Tragen, hohen Tragekomfort sowie viel Ausblick für die großen Kleinen, hoch auf dem Rücken von Mama und Papa.

Das macht den Onbuhimo DidyGo so komfortabel

  • Die Schultergurte sind breit und gepolstert und durch die Gurtbänder individuell einstellbar.
  • Das Rückenteil ist aus diagonal dehnbarem Didymos Tragetuchstoff gefertigt und bildet einen bequemen Sitzbeutel, der sich den Körperformen anpasst und rundum sicher stützt und hält.
  • Der Brustgurt ist verstellbar um den Sitz von Schulterträgern und Sitzbeutel zu optimieren.
  • Durch den stufenlos regulierbaren Sitzsteg lässt er sich der Größe des Kindes anpassen.
  • Die Stoffkanten an den Beinöffnungen sind im Bereich der Kniekehlen gepolstert.
  • Die Kopfstütze gibt sicheren Halt für Nacken und Kopf und lässt sich individuell einstellen.
  • Geeignet für Babys und Kinder, die selbständig sitzen können, Gewicht ca. 7 bis 20 kg.
  • Erhältlich in vielen Didymos Farben und Designs.

Weitere Infos auf der Homepage:
www.didymos.de

Wickelkommode & Co

Worauf es bei Möbeln für Babys und Kleinkinder ankommt

Die Vorfreude werdender Eltern auf ihren Nachwuchs ist groß. Gleichzeitig stehen sie vor der Herausforderung, ein sicheres Umfeld für den Säugling zu schaffen. Die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel (DGM) gibt Tipps, worauf es bei Wickelkommode & Co. ankommt.

Sicherer Stand ist oberste Prämisse – wenn nötig mit Wandbefestigung

Möbel im Kinderzimmer müssen vor allem eins sein: sicher. Hierzu zählt, dass sie stabil stehen und nicht umkippen oder umgeworfen werden können. Viele Eltern befestigen Kinderzimmermöbel an der Wand, um die Standfestigkeit zu erhöhen. DGM-Geschäftsführer Jochen Winning weist darauf hin, dass qualitätsgeprüfte Möbel bei sachgerechter Nutzung auch ohne zusätzliche Wandbefestigung sicher stehen – sie sind mit dem RAL-Gütezeichen „Goldenes M“ versehen. „Wenn es das Sicherheitsempfinden der Eltern erhöht, kann eine zusätzliche Wandbefestigung dennoch ratsam sein. Ist sie vom Möbelhersteller explizit empfohlen, so sollte er den Endverbraucher in seiner Montage- und Gebrauchsanleitung genau instruieren. Das zeichnet einen qualitätsgeprüften Möbelhersteller und dessen Produkte aus“, so Winning, der zudem empfiehlt, regelmäßig die Schrauben an Kinderzimmermöbeln zu überprüfen und bei Bedarf nachzuziehen.

Zur einfachen Darstellung der sicherheitsrelevanten Umsetzung von Wandbefestigungen hat die DGM eine Reihe von Piktogrammen entwickelt, die sie auf ihrer Internetseite http://www.dgm-moebel.de/sicherheitshinweise.html erklärt.

Zu den weiteren Qualitätsmerkmalen eines gütegesicherten Kindermöbels gehört, dass nichts splittert, bricht oder sich verbiegt. Sie emittieren keine schädlichen Stoffe und sind daher beim direkten Kontakt eines Babys oder Kleinkindes vollkommen unbedenklich. Die Ecken der Möbel müssen abgerundet sein. „Eltern sollten alle Möbel darüber hinaus auf ablösbare Kleinteile untersuchen, die ihr Kind verschlucken könnte sowie auf spitze, herausragende Gegenstände, an denen es sich verletzen könnte“, empfiehlt Winning.

Rückenfreundlichkeit und weitere Anforderungen an Wickelkommode & Co.

Die Grundausstattung an Möbeln für Babys und Kleinkinder sind die Wickelkommode, das Gitterbett und der Hochstuhl. Die Wickelkommode sollte möglichst hohe Seitenränder haben. Sie schützen das Kind vor dem Herunterfallen. Die Höhe des Möbelstücks sollte je nach Größe der Eltern zwischen 85 und 92 Zentimetern liegen, damit sie das Wickeln in einer rückenfreundlichen Haltung durchführen können.

Rückenfreundlichkeit, allerdings für das Kind, ist auch eine der wichtigsten Anforderungen an das Gitterbett beziehungsweise die Matratze. Sie sollte sich der Wirbelsäule anpassen und daher im Oberflächenbereich mittelweich sein. Besonders hygienisch sind abnehmbare und maschinenwaschbare Matratzenbezüge. Das Bett selbst darf keine überstehenden Teile oder Ritzen – zum Beispiel zwischen Rahmen und Matratze – haben, an denen sich Bänder oder Kordeln verfangen können. Die Gitterstäbe sollten mindestens 4,5 Zentimeter und höchstens 6,5 Zentimeter Abstand voneinander haben, damit sich das Kind weder einklemmen noch durch sie hindurchrutschen kann.

Kinderbetten

„Wenn das Kind etwas größer ist, sollte es das Bett selbstständig verlassen können. Hierfür ist ein verschließbarer Durchschlupf mit mindestens 20 Zentimeter Breite ratsam“, so der DGM-Geschäftsführer. Praktisch sind Kinderbetten, die sich leicht umbauen lassen, wenn das Kind größer wird.

Hochstuhl

Sobald das Baby selbstständig seinen Kopf halten und sitzen kann, wird auch der Hochstuhl zum immer öfter genutzten Möbelstück für den Nachwuchs. Hierbei ist die Körpergröße entscheidend: Die Rückenlehne sollte den Rücken stützen und eine Fußstütze zum Halt beitragen. „Eltern sollten regelmäßig prüfen, ob ihr Kind noch gut sitzen kann, da ein zu kleiner Stuhl einengen und leichter umkippen kann. Generell sollten Kinder in einem Hochstuhl nicht unbeaufsichtigt bleiben“, schließt Winning. DGM/FT

Quelle: DGM Deutsche Gütegemeinschaft Möbel

Schwangerschaftsdiabetes erkennen

Schwangerschaftsdiabetes

Die Gefahr für werdende Mutter und Kind minimieren

Diabetes ist eine der häufigsten Komplikationen in der Schwangerschaft, die für die werdende Mutter wie für das ungeborene Kind ein erhöhtes Gesundheitsrisiko darstellt. Daher ist es umso wichtiger, dass jede Schwangere an dem gesetzlichen Screening in der Schwangerenvorsorge teilnimmt und mit der Behandlung nach der Diagnose so früh wie möglich beginnt, um die Gefahr für sich und ihr Kind zu minimieren.

„Leider sind betroffene Frauen häufig verunsichert, wieviel Therapie beim Schwangerschaftsdiabetes tatsächlich erforderlich ist“, betont Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). DDG und Bundesverband Niedergelassener Diabetologen e.V. (BVND) stellen klar, dass die erste Behandlungsmaßnahme in einer Änderung des Lebensstils besteht; diese Haltung teilen auch der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). Ob zusätzlich Insulin gegeben werden muss, um die Risiken für Mutter und Kind in den Griff zu bekommen, müsse genau abgewogen werden.

Kohlehydrat-Überangebot

Beim Schwangerschaftsdiabetes ist der Blutzucker der Mutter entweder ständig oder auch nur ungewöhnlich lange nach den Mahlzeiten erhöht. Die hohe Zuckermenge geht direkt auf das Baby über, das dadurch überernährt wird. Es wächst häufig zu schnell, und sein Stoffwechsel stellt sich schon vor der Geburt auf das ständige Kohlehydrat-Überangebot ein, wie Professor Dr. med. Birgit Seelbach Göbel, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) erläutert.

Tritt die Erkrankung schon früh in der Schwangerschaft auf und wird nicht entdeckt, so können sich auch Fehlbildungen des Herzens entwickeln. Die Hormonsituation beim Kind verzögert außerdem die Reifung der Lungenbläschen, sodass vor allem frühgeborene Babys häufiger mit Atemnot zu kämpfen haben und beatmet werden müssen. Außerdem enthält die Fruchtblase oft zu viel Fruchtwasser. Die Gebärmutterwand wird durch das zu große Kind und die hohe Fruchtwassermenge überdehnt, sodass die Geburt oft um Wochen zu früh beginnt.

Hoher Blutdruck

Auch für die Mutter ist der Schwangerschaftsdiabetes ein Risiko, denn es entwickelt sich dann häufiger ein hoher bis sehr hoher Blutdruck mit Ödemen, Nierenproblemen und der Neigung zu Krampfanfällen, eine sogenannte Präeklampsie. Auch häufen sich Infektionen der Harnwege, die das Risiko für Frühgeburten zusätzlich erhöhen. Ein weiteres, großes Problem stellt sich oft während der Geburt selbst, so Seelbach-Göbel: Es kommt bei einem großen Kind häufiger zum Geburtsstillstand und zu Schwierigkeiten bei der Geburt der kindlichen Schultern, es muss häufiger eine Vakuumglocke verwendet und es muss häufiger ein größerer Dammschnitt gesetzt werden.

Ausgewogene Ernährung

All diese Entwicklungen können von der Frau selbst verhindert werden, betont Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF). An erster Stelle stehen eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung und der weitgehende Verzicht auf Süßigkeiten und Limonaden, um den Blutzuckerspiegel niedrig zu halten. Außerdem gehören reichliche, möglichst tägliche Bewegung dazu und eine regelmäßige Blutzuckerkontrolle.

„Wenn eine Frau diese Maßnahmen entschieden und konsequent umsetzt, kann sie meist die Gefahren für ihr Baby und für sich abwenden“, so Seelbach-Göbel. „Erst wenn diese Maßnahmen nicht greifen, ist eine Insulintherapie in Betracht zu ziehen, mit der dann auch nicht zu lange zugewartet werden darf, weil es ja gilt, das ständige Überangebot an Zucker von dem Baby so gut es geht fernzuhalten und die Entwicklung von Folgeschäden bei der Mutter zu verhindern“, sagt Dr. med. Nikolaus Scheper, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Niedergelassener Diabetologen e.V. (BVND).

Screening

Wie wichtig es ist, dass alle Schwangeren das Screening wahrnehmen, unterstreicht Albring. „Wir wissen zwar, dass Übergewicht, höheres Alter, Diabetes in der Familie und die frühere Geburt eines sehr großen Kindes die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die Frau in der aktuellen Schwangerschaft einen Diabetes entwickelt. Aber 40 Prozent aller Frauen mit einem Schwangerschaftsdiabetes sind schlank und haben auch sonst keinerlei Risiken. Würden wir unser Augenmerk nur auf die älteren, übergewichtigen Schwangeren legen, würden wir einen sehr großen Teil der gefährdeten Frauen übersehen.“

Zum Hintergrund: Beim gesetzlich vorgeschriebenen Blutzuckertest, bei dem es sich um eine international bewährte Standarddiagnostik handelt, trinkt die Schwangere zunächst 200 Milliliter Wasser mit 50 Gramm Traubenzucker, bevor eine Stunde später der Blutzucker im Venenblut gemessen wird. Der Test liefert Hinweise auf die Fähigkeit, eine bestimmte Menge Glukose innerhalb eines Zeitraumes abzubauen. Ist der Blutzuckerwert höher als 135 mg/dl, so besteht der Verdacht, dass ein Diabetes vorliegen könnte. In diesem Fall muss in den folgenden Tagen ein 75-Gramm-Diagnosetest über zwei Stunden im morgendlich nüchternen Zustand angeschlossen werden.

Erhöhte Werte

Nur dann, wenn auch dieser zweite Test erhöhte Blutzuckerwerte zeigt, liegt ein Schwangerschaftsdiabetes vor. In diesem Fall wird ein Facharzt mit diabetologischem Schwerpunkt hinzugezogen. Er richtet sein Augenmerk auf die diabetische Stoffwechsellage, berät die Frau und entscheidet mit ihr zusammen, ob die Umstellung der Ernährungsweise und die intensivierte körperliche Bewegung ausreichen für die Normalisierung der Blutzuckerwerte. Falls das nicht der Fall ist, ist die Gabe von Medikamenten, insbesondere Insulin notwendig, um die Risiken für Mutter und Kind einzugrenzen.

„Obwohl der Schwangerschaftsdiabetes nach der Geburt von allein verschwindet, ist von nun an für Mutter und Kind erhöhte Achtsamkeit notwendig“, so Gallwitz. „Jede zweite ehemalige GDM-Patientin entwickelt innerhalb von zehn Jahren einen Typ-2-Diabetes; und auch ihre Kinder haben lebenslang ein erhöhtes Diabetesrisiko, vor allem dann, wenn der Schwangerschaftsdiabetes nicht entdeckt und behandelt wurde. „Aus diesem Grund sind Früherkennung und rechtzeitiger Therapiebeginn wichtig“, sagt Scheper.

Quelle:
Deutsche Diabetes Gesellschaft DDG e.V

Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft

Kinderleichte Ernährung in der Schwangerschaft

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung während der Schwangerschaft ist die beste Grundlage für eine optimale Entwicklung des Kindes. Einige Regeln bei der Lebensmittelauswahl gilt es zu beachten.

„Schwangere sollten auf eine ausgewogene Lebensmittelauswahl mit komplexen Kohlenhydraten achten, wie sie in Vollkornprodukten, Gemüse, Hülsenfrüchten und Kartoffeln enthalten sind“, sagt Dr. Kathrin Rauh vom Kompetenzzentrum für Ernährung. Dafür öfter zu frischem und gründlich gewaschenem Obst und Gemüse greifen. „Pflanzliche Öle mit wertvollen Fettsäuren sollen in der Küche den Vorzug bekommen. Dazu zählen Raps-, Walnuss- oder Olivenöl. Auch Milch und die daraus hergestellten Produkte wie Joghurt, Käse und Quark haben während der Schwangerschaft ihren Platz auf dem Speiseplan“, so Rauh weiter. Sie untersucht im Rahmen der Studie „Gesund leben in der Schwangerschaft“ (GeliS) den Einfluss der Ernährung in der Schwangerschaft auf die Gesundheit von Mutter und Kind. Übergewicht vermeiden und die Gesundheit von Mutter und Kind stärken – das sind die Ziele von GeliS.

Nichts Rohes vom Tier

Auch fettarmes Fleisch und Fisch gehören zu einer abwechslungsreichen Mischkost. Fettreicher Seefisch wie Lachs, Makrele oder Hering ist durch den hohen Jod- und Omega-3-Fettsäuregehalt gut für Mutter und Kind und sollte zweimal pro Woche auf den Teller kommen. Allerdings ist zu beachten, dass die Produkte durchgegart sein müssen. Roher Fisch in Sushi, roher Schinken oder auch Rohmilch und daraus hergestellter Käse sind tabu, ebenso Speisen in denen rohe Lebensmittel verarbeitet sind, wie rohe Eier im Tiramisu oder Schokoladenmousse. „Dadurch wird das Risiko möglicher Lebensmittelinfektionen wie Listeriose oder Toxoplasmose so gering wie möglich gehalten“, erklärt die Ernährungswissenschaftlerin. Auch Innereien und Leber gehören zu den Lebensmitteln, die während der Schwangerschaft und Stillzeit aufgrund möglicher Schwermetallbelastung nicht empfehlenswert sind. Um Infektionen zu vermeiden, spielt auch die Hygiene eine besondere Rolle. Daher regelmäßig Händewaschen, zerkratzte Schneidebretter in der Küche austauschen und Spüllappen heiß waschen oder ersetzen.

Den erhöhten Flüssigkeitsbedarf decken Schwangere am besten über Wasser und ungesüßte Tees. Auch Fruchtsaftschorlen sind gute Durstlöscher. Kaffee und koffeinhaltige Tees (grüner Tee, schwarzer Tee) sind in Maßen erlaubt. Beim Thema Alkohol gilt es während der Schwangerschaft und Stillzeit komplett darauf zu verzichten, damit es beim Kind nicht zu Wachstumsstörungen, Fehlbildungen oder Schädigungen des Nervensystems kommt.

Mikronährstoffe gezielt ergänzen

Eine abwechslungsreiche Mischkost deckt in den meisten Fällen den erhöhten Bedarf an Nährstoffen. Ausnahmen bilden Folsäure und Jod, die durch zusätzliche Nahrungsergänzungsmittel aufzunehmen sind. Auch Eisen, Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren können – je nach Bedarf und in Absprache mit dem Arzt – supplementiert werden. Rauh rät Schwangeren, sich nicht pauschal mit Nährstoffpräparaten zu versorgen, sondern sich „ausgewogen zu ernähren und gezielt zu ergänzen.“

Eine Portion Süßes am Tag ist durchaus in Ordnung. Jedoch sollten es Schwangere nicht mit Schokolade und Co. übertreiben. Der Energiebedarf steigt in der Schwangerschaft nämlich lediglich leicht an, der Bedarf verschiedener Nährstoffe stark. Eine Schale Müsli mit Milch und Früchten deckt den zusätzlichen Energiebedarf.

 „Schwanger & Essen“-App als mobiler Begleiter

Weitere Informationen zu gesunder Ernährung und Bewegung bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft bietet die kostenlose App „Schwanger & Essen“, herausgegeben vom Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) und gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF). Experten wie Dr. Kathrin Rauh geben praktische Tipps zu Ernährung, Bewegung und Wohlbefinden. Die App ist Bestandteil einer Trilogie bestehend aus den Apps Schwanger & Essen, Baby & Essen und Kind & Essen in Kooperation mit dem Netzwerk Gesund ins Leben und der Stiftung Kindergesundheit. Weitere Informationen unter www.familie-gesund-ernährt.de.

Quelle: Kompetenzzentrum für Ernährung

Leistungen

Höhere Leistungen, mehr Entlastung…

…besserer Schutz –

Das ändert sich 2017 für Familien

Mehr Kindergeld und höherer Kinderzuschlag, steigender Kinderfreibetrag und mehr Unterhaltsvorschuss für einen längeren Zeitraum: Das Jahr 2017 bringt ein weiteres Plus bei den familienpolitischen Leistungen. Auch vom Mutterschutz sollen mehr Frauen profitieren.

Mehr Kindergeld

Eine der wichtigsten Leistungen für Familien steigt: das Kindergeld wird zum 1. Januar 2017 um 2 Euro angehoben. Es beträgt dann für das

  • erste und zweite Kind 192 Euro pro Monat,
  • dritte Kind 198 Euro,
  • vierte und jedes weitere Kind 223 Euro.

Zum 1. Januar 2018 steigt das Kindergeld nochmals um 2 Euro pro Monat. Kindergeld wird einkommensunabhängig gezahlt und erreicht Familien damit direkt.

Höherer Kinderzuschlag

Auch der Kinderzuschlag steigt 2017 um 10 Euro pro Monat. Er beträgt dann maximal 170 Euro pro Kind und Monat. Der Kinderzuschlag ist eine zusätzliche finanzielle Unterstützung für Eltern mit geringem Einkommen. Haben Eltern nicht genug Einkommen für den Bedarf ihrer Kinder, sichert der Kinderzuschlag diesen zusammen mit dem Kindergeld ab. So lässt sich der Bezug von Arbeitslosengeld II vermeiden.

Steigender Kinderfreibetrag

Der Kinderfreibetrag erhöht sich zum 1. Januar 2017 um 108 Euro auf dann 4.716 Euro pro Jahr. Eltern bekommen entweder Kindergeld oder die Freibeträge für Kinder bei der Einkommenssteuer. Das Finanzamt prüft bei der jährlichen Einkommensteuerveranlagung automatisch, ob Kindergeld oder der Kinderfreibetrag für Eltern günstiger ist. Der Kinderfreibetrag steigt zum 1. Januar 2018 nochmals um weitere 72 Euro auf dann 4.788 Euro pro Jahr.

Mehr Unterhaltsvorschuss

Mit dem Unterhaltsvorschuss unterstützt der Staat Alleinerziehende und Kinder, wenn das andere Elternteil nicht oder unregelmäßig Unterhalt zahlt.

Die Höhe des Unterhaltsvorschusses richtet sich nach dem Alter der Kinder und soll monatlich wie folgt steigen:

  • für Kinder von 0-5 Jahren von 145 Euro auf 150 Euro,
  • für Kinder von 6-11 Jahren von 194 Euro auf 201 Euro,

Das Bundeskabinett hat am 14. Dezember 2016 einen Gesetzentwurf beschlossen, der zum Ziel hat, die Unterhaltsvorschussleistungen auszubauen und für eine unbegrenzte Dauer und bis zur Volljährigkeit von Kindern zu zahlen. Parallel zum Gesetzgebungsverfahren wird mit den Ländern eine Einigung zur Finanzierung des Ausbaus des Unterhaltsvorschusses, zum Zeitpunkt und der Ausgestaltung des Inkrafttretens sowie zu der genauen Ausgestaltung der inhaltlichen Verbesserungen im Hinblick auf effiziente Verwaltungsabläufe herbeigeführt.

Verbesserter Mutterschutz

Noch in der parlamentarischen Beratung befindet sich ein Gesetzesvorhaben mit dem ab dem geplanten Inkrafttreten im Laufe des Jahres 2017 mehr schwangere und stillende Frauen vom gesetzlichen Mutterschutz profitieren sollen. Dieser schließt dann erstmals auch Schülerinnen und Studentinnen ein und gilt auch für Praktikantinnen, Frauen mit Behinderung in Behindertenwerkstätten und Frauen in betrieblicher Berufsbildung, im Bundesfreiwilligendienst sowie für Entwicklungshelferinnen. Die nachgeburtliche Schutzfrist verlängert sich von 8 auf 12 Wochen bei Frühgeburten, Mehrlingsgeburten und nun auch bei der Geburt eines Kindes mit Behinderung.

Mutterschutz sichert Frauen vor Kündigungen während der Schwangerschaft und bis zum Ende des Mutterschaftsurlaubs ab und gewährleistet den besonderen Gesundheitsschutz von schwangeren und stillenden Frauen am Arbeitsplatz. Während der Schutzfristen – 6 Wochen vor und 8 bzw. 12 Wochen nach der Geburt – dürfen Arbeitgeber diese nicht beschäftigen. Das Mutterschaftsgeld sichert Frauen in dieser Zeit finanziell ab.

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Hilfe für Eltern von Frühchen

Frühgeborene Kämpferherzen

Die Initiative „Kämpferherzchen“ wurde im Oktober 2016 mit dem Ziel ins Leben gerufen, Eltern von Frühchen zu unterstützen. So wird im Rahmen der Initiative die Hotline des Bundesverbandes „Das frühgeborene Kind“ e.V. gefördert. Durch die Förderung ist die Hotline nun kostenlos an fünf Tagen in der Woche erreichbar.

Kostenlose Hotline

In Deutschland kommt eines von zehn Babys unerwartet zu früh auf die Welt. Dank der ausgereiften Intensivmedizin in den neonatologischen Geburtskliniken erhalten die Frühgeborenen die bestmögliche Versorgung. Doch nicht nur die Frühchen, sondern auch ihre Eltern benötigen umfassende Unterstützung. Der Bundesverband „Das frühgeborene Kind“ e.V. ist die zentrale Anlaufstelle für Frühcheneltern und steht diesen mit einer kostenlosen Hotline zur Seite.

Hilfe für Eltern der Frühchen

Über die Hotline geben erfahrene Frühcheneltern frischgebackenen Frühcheneltern den Rat und die Hilfestellung, die sie dringend benötigen. Die Initiative „Kämpferherzchen“ unterstützt den Bundesverband, damit dieser sein telefonisches Beratungsangebot von zwei auf fünf Tage erweitern und kostenlos anbieten kann. Das Engagement startet am 1. Oktober 2016 und ist langfristig auf drei Jahre angelegt.

Hotline Nummer: 0800 – 875 877 0
Mo, Di, Do & Fr: 9-12 Uhr + Mi: 16-19 Uhr

Das Video zur Aktion finden Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=qvKLGiGMKw0