Tag : Ja zum Baby

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Impfung gegen gefährliche Sepsis

Neben Aufklärung über die gefährliche Erkrankung, wird es vor allem um die möglichen Schutzmaßnahmen gegen Sepsis gehen. Denn vor einigen Ursachen und den schwerwiegenden Folgen der Blutvergiftung können Impfungen schützen.

Blutvergiftungen sind die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Oft entstehen sie infolge schwerer Erkrankungen. Es gibt jedoch auch seltene Auslöser, die jeden treffen können, beispielsweise Meningokokken- Bakterien. Die 21-jährige Justina ist eine der Betroffenen. Dass sie heute wieder gehen kann, verdankt sie zwei Prothesen. Ihre beiden Unterschenkel mussten in Folge einer Meningokokken-Sepsis 2017 amputiert werden. Und doch hatte Justina Glück im Unglück, denn sie hat die schwere Erkrankung überlebt.

Babys und Kleinkinder besonders oft betroffen

Besonders häufig von Meningokokken-Erkrankungen betroffen sind Babys und Kleinkinder. Mittlerweile gibt es bereits seit einigen Jahren Impfungen, mit denen Eltern ihre Kinder bestmöglich schützen können. Eine aktuelle Studie zeigt jedoch, dass viele Eltern den Impfstatus ihrer eigenen Kinder nicht genau kennen. Einem Großteil ist außerdem nicht bewusst, dass es verschiedene Meningokokken-Typen gibt.

Meningokokken B sind mit ca. 60 Prozent für die meisten Fälle in Deutschland verantwortlich – gefolgt von Y und C.4 Von der Ständigen Impfkommission (STIKO) wird aktuell nur die Meningokokken-C-Impfung allgemein empfohlen. Diese Impfung allein schützt jedoch nicht vor den anderen Typen. Impfungen gegen diese Typen müssen meist beim Arzt angefragt werden. Gegen Meningokokken B kann schon ab dem zweiten Lebensmonat geimpft werden.

Außerdem gibt es einen Kombinationsimpfstoff gegen Meningokokken A, C, W und Y. Dieser wird vor allem bei Reisen in Risikogebiete empfohlen. Somit können Kinder vor den häufigsten Meningokokken-Typen in Deutschland bestmöglich geschützt werden.

Eltern sollten ihren Kinder- und Jugendarzt frühzeitig auf die Schutzimpfungen ansprechen und sich vorab informieren. Zum Beispiel unter www.meningitis- bewegt.de.

Meningokokken sind zudem und vor allem auch Auslöser einer gefährlichen Form der Hirnhautentzündung. Sie kann sich unbehandelt innerhalb weniger Stunden so ausbreiten, dass sie lebensgefährlich wird und schwere Spätschäden hinterlässt.

Presse Fleet events

Glückliche Geburt nach Transplantation

Nach jahrelanger Vorbereitung konnte im Herbst 2016 die erste Gebärmutter-Transplantation Deutschlands erfolgreich durchgeführt werden. Nun haben in der Universitäts-Frauenklinik Tübingen zwei transplantierte Frauen ihr gesundes Kind per Kaiserschnitt zur Welt gebracht. Bereits im März entbanden die Ärzte ein erstes Baby, Mitte Mai folgte ein zweites.

Damit brachten die beiden Mütter Hanna M. (25) und Julia W. (26) das weltweit 15. bzw. 17. Kind zur Welt, das nach einer Gebärmutter-Transplantation geboren wurde. Die Tübinger Forscher konnten den beiden jungen Frauen damit ihren sehnlichsten Wunsch erfüllen, ein biologisch eigenes Kind auf die Welt zu bringen. Weil die Frauen ohne Scheide und ohne Gebärmutter geboren wurden, schien das unmöglich. Professor Sara Brucker vom Universitätsklinikum Tübingen beschäftigt sich seit fast 20 Jahren mit Frauen, bei denen zwar Eierstöcke, aber keine Scheide und auch keine Gebärmutter angelegt werden. Nach dem Anlegen einer Scheide im Jugendalter, einer sogenannten Neovagina, konnte in Deutschland bei mittlerweile drei Frauen erfolgreich ein Uterus transplantiert werden. „Ich freue mich, dass sich die jungen Mädchen mit unserer Hilfe und dank der Neovagina als Frau fühlen können“, so die Ärztin und Forscherin. „Und jetzt endlich auch als Mutter.“

Schwangerschaft und Geburt

Bereits sechs Wochen nach der Transplantation setzte bei Julia W. die erste Menstruation ein – der erste Funktionsbeweis des transplantierten Uterus. Nachdem auch noch klar war, dass die Gebärmutter angenommen wurde und keine Abstoßungsreaktionen stattfanden, wurde ihr Mitte 2018 eine eigene, zuvor mit den Spermien des Ehemanns befruchtete Eizelle an der Uniklinik Heidelberg eingesetzt. „Wir freuen uns, dass wir in beiden Fällen gleich im ersten Versuch die Schwangerschaft erreicht hatten“, sagt Professor Thomas Strowitzki, Ärztlicher Direktor der Klinik für Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen in Heidelberg. Sowohl die Schwangerschaft als auch die Entbindung verliefen normal und unauffällig. „Wie bei jeder anderen Frau“, so Brucker. Der Junge wog bei seiner Geburt fast 2200 Gramm und war 45 cm groß. „Ich kann es noch gar nicht glauben, unseren kleinen Sohn in den Armen zu halten. Unser sehnlichster Wunsch ist in Erfüllung gegangen“, sagt die überglückliche 26-jährige Mutter.

Blutzucker Archiv

Diabetes in der Schwangerschaft

Jährlich entwickeln über 40000 Schwangere einen Diabetes. Damit zählt dieser so genannte Gestationsdiabetes (GDM) zu den häufigsten Komplikationen in der Schwangerschaft. Nicht oder ungenügend therapiert, drohen Mutter und Kind schwere Gesundheitsschäden. Wesentlich für die Therapie ist die regelmäßige Überprüfung der Blutzuckerwerte bei der Mutter. Doch bekommen die Patientinnen Blutzuckermessgeräte noch immer nicht von ihren Kassen erstattet. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) fordert daher, Blutzucker-Messgeräte samt Teststreifen auch für Schwangere mit Gestationsdiabetes in den Hilfsmittelkatalog aufzunehmen.

„Patientinnen mit Gestationsdiabetes sind eine sehr sensible Patientenklientel“, erklärt DDG-Präsident Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland. „Von einer optimalen Blutzuckereinstellung der Mutter hängt nicht nur die Gesundheit des ungeborenen Kindes maßgeblich ab. Auch mögliche schwere Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen sowie ein späterer Typ-2-Diabetes der Mutter können sich aus einer schlechten Blutzuckereinstellung heraus entwickeln.“ Daher fordert die DDG den Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen dazu auf, Blutzuckermessgeräte für solche Patientinnen erstattungspflichtig zu machen, sodass jede Betroffene ihren Blutzuckerstoffwechsel regelmäßig ohne eigene Kostenbeteiligung kontrollieren kann.

Bedrohliche Folgen für die Gesundheit

Patientinnen mit Gestationsdiabetes und ihren ungeborenen Kindern drohen während, aber auch nach der Schwangerschaft enorme Gesundheitsrisiken. So haben Frauen mit GDM ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Ödeme, Nierenerkrankungen, Depressionen während und nach der Schwangerschaft, Herz-Kreislauferkrankungen und chronische Harnwegsinfektionen. Schließlich steigt auch die Gefahr für einen erneuten Gestationsdiabetes bei darauffolgenden Schwangerschaften sowie für einen Typ-2-Diabetes innerhalb der nächsten zehn Jahre.

Für das Kind ergeben sich folgende Gesundheitsrisiken: Frühgeburt mit Verlegung in die Kinderklinik, ein stark erhöhtes Geburtsgewicht, das oft einen Kaiserschnitt oder Geburtsverletzungen von Mutter und Kind bei vaginaler Geburt zur Folge hat und schließlich ein erhöhtes Risiko für einen Typ-2-Diabetes sowie Übergewicht. „Durch eintretende schwere Komplikationen und mögliche Folgeschäden bei der Mutter und ihrem Kind wird das Gesundheitssystem weitaus mehr belastet als durch eine Erstattung des Messgerätes mit entsprechenden Teststreifen“, ergänzt Müller-Wieland.

Nicht immer muss mit Insulin behandelt werden. Eine Ernährungsumstellung genügt manchmal, um die Blutzuckerwerte von Schwangeren wieder zu senken. Der Arzt muss dies jedoch lückenlos überwachen.

Miclhzähne schützen

Auch Fruchtzucker schadet

Etwa 15 Prozent der Vorschulkinder leiden an einer sichtbaren Schädigung des Zahnschmelzes. Frühkindlicher Karies gilt damit als häufigste chronische Erkrankung im Kleinkind- und Vorschulalter. Wir haben mit der Kölner Zahnärztin und Oralchirurgin Dr. Thea Lingohr, die sich auch auf die Behandlung kleiner Patienten spezialisiert hat, gesprochen. Sie hat uns im Interview erklärt, was den Zähnen schadet und was Eltern für starke Milchzähne tun können

Frau Dr. Lingohr, schenken Eltern dem Milchgebiss zu wenig Aufmerksamkeit?

Eltern können durch die richtige Pflege, gesunde Ernährung und Prophylaxe den entscheidenden Grundstein für die spätere Zahngesundheit legen. Gesunde Milchzähne sind ja eine wichtige Voraussetzung für gesunde bleibende Zähne und damit für das ganze Erwachsenenleben. Viele Eltern gehen fälschlicherweise davon aus, dass die ersten Zähne keiner gründlichen Pflege bedürfen, da sie ohnehin in absehbarer Zeit ausfallen.

Warum sind die Milchzähne so wichtig?

Gesunde Milchzähne erfüllen wichtige Aufgaben, unter anderem fördern sie den Spracherwerb, dienen als Platzhalter für den optimalen Wuchs der sogenannten bleibenden Zähne und unterstützen zudem die korrekte Ausbildung des Kinderkiefers. Daher rät der Bundesverband der Kinderzahnärzte zu regelmäßigen Zahnarztbesuchen bereits mit Durchbrechen der ersten Milchzähne, spätestens aber mit Vollendung des ersten Lebensjahres.

Welche Folgeschäden sind bei mangelhafter Pflege zu erwarten?

Auch nach Behandlung der sichtbaren Schäden tragen Betroffene die Bakterien ein Leben lang in sich. Bleibende Zähne, die sich unter den Milchzähnen bilden, erkranken so oft schon an Karies, noch bevor sie überhaupt durchbrechen.

Ist Karies denn ausschließlich eine Folge mangelnder Zahnpflege?

Das kann man mit einem klaren Nein beantworten. Karies entsteht vor allem als Folge einer mangelhaften und zu süßen Ernährung. Hauptverursacher sind Bakterien im Mundraum, die sogenannten Mutans-Streptokokken. Sie bilden, wenn genug Zucker zur Verfügung steht, eine Säure, die den Zahnschmelz angreift. Die Ernährung spielt bei der Entstehung von Karies also eine ganz wichtige Rolle.

Das Problem sind also die Süßigkeiten?

Nein, es ist der Zucker als solcher. Fruchtzucker, Milchzucker und Traubenzucker schaden dem Zahnschmelz im selben Maße wie Haushaltszucker oder Süßigkeiten.

Obst gilt doch als besonders gesund. Gilt das für Kinderzähne nicht?

Natürlich ist Obst ein wichtiger Bestandteil der gesunden Ernährung. Wichtig ist aber, dass die Pausen zwischen den Mahlzeiten lang genug sind. Dann können die im Speichel enthaltenen Minerale Kalzium und Phosphat durchaus erste kleine Defekte am schützenden Zahnschmelz reparieren. Dauerhaftes Nuckeln der Kleinkinder am Fläschchen mit gesüßtem Tee oder Säften ist auch deshalb ein ernsthaftes Problem, weil das ständige Trinken an sich den Reparaturprozess der Zähne stört.

Können Eltern ihren Nachwuchs denn auch mit eigenen Kariesbakterien infizieren?

Ja in der Tat, das kommt gar nicht selten vor. Auch Eltern können unwissentlich und unbeabsichtigt Kariesbakterien über ihren eigenen Speichel auf das Kind übertragen und es so anstecken. Das passiert beispielsweise, wenn Eltern den Sauger in den Mund nehmen. So überprüfen Eltern ja oft die Temperatur der Milchmahlzeit.

Prophylaxe & Pflege Dr. Lingohr empfiehlt

1 regelmäßige halbjährliche Zahnarztbesuche bereits mit Durchbrechen der ersten Milchzahne, spätestens aber mit Vollendung des ersten Lebensjahres.

2
die Kinder mit zu den eigenen Kontrollterminen nehmen und einen angstfreien Umgang mit dem Zahnarzt vorleben.

3
fluoridhaltige Kinderzahnpasta, die den Zahnschmelz widerstandsfähiger gegen Kariesbakterien macht.

4 weiche Kinderzahnbürsten mit dickem, rutschfestem Griff und ab dem dritten Lebensjahr auch gerne die elektrische Variante. Für Sauglinge Fingerhütchen mit Kunststoff- Borstenfeld.

Wissenswert

Sowohl Milch- als auch bleibende Zähne bestehen jeweils aus drei Teilen, der Zahnkrone, dem Zahnhals und der Zahnwurzel. Kinderzahne sind etwas kleiner als ihre Nachfolger und verfügen über eine dünnere Zahnschmelzschicht. Diese überzieht den sichtbaren Teil des Zahnes, die Krone, und schützt sie vor schädlichen Einflüssen. Im Kieferknochen verborgen oder vom Zahnfleisch verdeckt liegen die unsichtbaren Teile des Gebisses, die Zahnhalse und die Zahnwurzeln, die der sogenannte Zahnzement umschließt und schützt. Die Hauptmasse des Zahns bildet das darunter liegende Zahnbein, in dessen Inneren der Zahnnerv liegt, den sowohl Nervenfasern als auch Lymph- und Blutgefäße durchziehen. Als empfindlichstes Organ des Zahns versorgt der Nerv Krone, Hals und Wurzel mit lebenswichtigen Stoffen.

Zur Person Dr. med. dent. Thea Lingohr MSc., Zahnärztin und Oralchirurgin aus Köln mit eigener Praxis in Köln Weitere Informationen unter www.dr-lingohr.de

 

Father is helping his son to tie his shoes in the room on bed.

Kleine Schuh-Kunde

Flexibel, aber trotzdem stabil. Atmungsaktiv, aber trotzdem wasserundurchlässig – die Anforderungen an den perfekten Kinderschuh sind vielfältig. Kleine Füße brauchen passendes Schuhwerk – so viel ist klar. „Und kaum sind die neuen Treter dann richtig eingelaufen, werden sie auch schon wieder zu klein“, weiß Anike von Gagern, tausendkind-Gründerin und Zweifach-Mama, und verrät ihre besten Tipps.

Schuhgröße

„Schuhgrößen fallen von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich aus und Kinder können nur schwer beurteilen, ob ein Schuh passt. Ihre Füße sind noch weich und passen sich ganz ohne Schmerzen auch an viel zu kleine Schuhe an – besonders häufig dann, wenn sie dem Kind gut gefallen. Füße sollten in ihrer Wachstumsphase in regelmäßigen Zeitabständen vermessen werden. In einem Alter zwischen 1 und 3 Jahren alle 3 Monate, zwischen 3 und 6 Jahren etwa alle 4 Monate und in einem Alter bis 10 Jahren sollten Sie alle 5 Monate die Schuhgröße Ihrer Kids überprüfen.“

Krabbelschuhe

„Dank ihres soften Materials sind Krabbelschuhe aus Leder optimal für das Baby ge- eignet. Die weiche, exible Sohle, meist aus rauem Veloursleder, minimiert die Rutschgefahr. Gummi- züge an der Ferse geben Halt und lassen sich ein- fach an- und ausziehen.“

Lauflernschuhe

„Bei Lauflernschuhen sollte die Sohle eine hohe Flexibilität aufweisen, damit der Fuß natürlich abrollen kann. Mit Klettverschlüssen und Schnürsenkeln kann der Schuhumfang optimal angepasst werden. Die richtige Schafthöhe gibt Halt und schützt vorm Umknicken.“

Stiefel und Stiefeletten

„Die perfekten Begleiter im Herbst und Winter sind Stiefel mit robuster Außensohle und Schafthöhe, die meist über dem Knöchel beginnt und bis unter das Knie reichen kann. Wasserabweisende, aber trotzdem atmungsaktive Materialien wie z.B. GoreTex halten die Füße warm und trocken.“

Herauswachsen/Vererben

„Kinderfüße wachsen schnell, und so wird das Lieblingsschuhpaar gern auch mal an kleinere Geschwister weitergegeben. Bevor Ihre Kinder in gebrauchte Schuhe schlüpfen, sollten Sie unbedingt überprüfen, ob die Innen- und Außensohlen schon abgetragen sind, da Kinderfüße sich sonst diesem Profil anpassen würden, was die Entwicklung der Füße negativ beeinflusst. Solange also die gebrauchten Schuhe weiterhin in einem guten Zustand sind, können sie auch weiter getragen werden.“

 

Baby and mother playing together on the floor

Babysitting: auf diese Fallstricke achten

 

Abends mal schnell auf ein Bier: Wer ein Baby oder kleines Kind zuhause hat, kann das vergessen. Ausgehen will geplant sein bei jungen Eltern. Wer sich schon einen zuverlässigen Babysitter „geangelt“ hat, ist gut dran. Dann klappt es vielleicht auch mal kurzfristig. Ansonsten heißt es: herumtelefonieren, bis sich jemand gefunden hat. Aber wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn man einen Babysitter engagiert?

Wenn was schief geht

Beschädigt der Gelegenheits-Babysitter etwa während der Betreuungszeit das Eigentum der Familie, oder verletzt sich das Kind versehentlich, muss er in der Regel dafür geradestehen – auch finanziell. Dabei ist es egal, ob es die Oma, der Nachbar oder ein Freund der Familie ist. Gerade für diejenigen, die solche Tätigkeiten ausüben, ist eine private Haftpflichtversicherung besonders sinnvoll. Denn gerade bei Verletzungen können die Folgekosten schnell in die Höhe gehen. Wichtig dabei: unbedingt überprüfen, ob auch die Betreuung fremder Kinder im Versicherungsschutz mit abgedeckt ist.

Bei Missgeschicken, die dem Babysitter gegenüber anderen passieren, kann auch die Haftpflichtversicherung der Eltern des betreuten Kindes greifen. Etwa, wenn der Nachbar über das im Treppenhaus geparkte Skateboard des Babysitters stolpert. Voraussetzung: In der bestehenden Haftpflichtversicherung der Familie sind explizit Personen mitversichert, die im eigenen Haushalt oder Garten arbeiten. Also am besten vorher noch mal nachschauen. Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte die Vertragsdetails von einem professionellen Berater prüfen lassen. Er hilft auch, den Schutz gegebenenfalls optimal anzupassen.

Ist die Kinderbetreuung nicht nur ein Freundschaftsdienst, sondern erhält der Babysitter eine Bezahlung, ist dies rentenversicherungspflichtig und muss angemeldet werden. Liegen die gesamten Verdiensteinkünfte unter 450 Euro monatlich, zählt die Tätigkeit als Minijob, und die Eltern des betreuten Kindes müssen ihn bei der Minijob-Zentrale benennen.

Da es sich um einen Privathaushalt handelt, ist hiermit ausnahmsweise auch automatisch die Meldung für die gesetzliche Unfallversicherung erfüllt. Sie schützt gegen die Folgekosten, wenn sich der Babysitter während der Betreuungszeit oder auf dem Hin- und Rückweg verletzt. Mit dem sogenannten Haushalts-Check werden dann die Beiträge zur Unfallversicherung von 1,6 Prozent zusammen mit den anderen Abgaben von der Minijob-Zentrale berechnet und eingezogen.

Young mother, kissing and hugging her newborn baby boy

Alle Frühchen brauchen besondere Fürsorge

„Späte“ Frühchen wirken fast wie normale Neugeborene. Und doch brauchen sie besondere Fürsorge. „Diese Frühchen werden am Anfang fast immer überschätzt – von den Eltern und vom Personal in der Klinik“, erläutert die Berliner Hebamme Corinna Lenné. „Aber sie sind nicht nur ein bisschen kleiner, sondern unreif und benötigen Aufmerksamkeit und Unterstützung.“ Viele späte Frühchen – Kinder, die zwischen der 34. und 38. Woche geboren wurden – haben Anpassungsprobleme. Professor Christian Poets von der Uniklinik für Kinder- und Jugendmedizin in Tübingen betont: „Mittlerweile weiß man auch, dass späte Frühchen ein erhöhtes Risiko für chronische Krankheiten haben wie auch ein höheres Risiko zu sterben.“

Das häufigste Problem ist die mangelnde Ausreifung der Lungen, die sich in ständiger Atemnot äußern kann. Zudem sind Frühchen besonders anfällig für Unterzuckerungen. Denn sie haben geringere körpereigene Energiereserven, aber einen erhöhten Bedarf, um die Körpertemperatur zu halten. „Der beste Platz für ein spätes Frühchen ist auf dem nackten Bauch der Mutter oder des Vaters“, so Lenné. Viel Hautkontakt schützt vor Auskühlung und fördert das Stillen.

Frühgeborenen-Station als erstes Kinderzimmer

Viele Umweltfaktoren haben nachweislich einen elementaren Einfluss auf die Entwicklung von frühgeborenen Kindern“, betont Barbara Mitschdörfer vom Bundesverband „Das frühgeborene Kind“ e.V. eindringlich. Für betroffene Familien werde die Frühgeborenenstation zum ersten Kinderzimmer, natürlich für einen begrenzten Zeitraum – daher seien die räumlichen Gegebenheiten von essentieller Bedeutung. „Eine moderne Frühgeborenenversorgung setzt hier auf entwicklungsfördernde Raumkonzepte für einen optimalen Start ins Leben, um den besonderen Bedürfnissen von diesen Familien gerecht zu werden“, erklärt Mitschdörfer weiter.

Durchdachte Raumkonzepte, farbliche Gestaltung und wohnliche Materialien, vereint mit einer pragmatischen Anordnung und Unterbringung modernster Medizintechnik – all diese Vorkehrungen sollen die kleinen Patienten vor unnötigem Stress schützen, der Familie einen geschützten Raum und Rückzug gewähren und somit ein höchst mögliches Maß an störungsfreier Privatsphäre in einer medizinischen Einrichtung gewährleisten. Praktiziert wird ein entwicklungsförderndes Raumkonzept zum Beispiel im Eltern-Baby-Zentrum der Landeskliniken Salzburg im benachbarten Österreich.

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Wie stillfreundlich ist Deutschland?

Immer wieder gibt es Berichte darüber, wie offen stillende Frauen mehr oder weniger höflich aus Restaurants komplimentiert oder aus Bussen verwiesen werden. Stillen ja, aber nur im stillen Kämmerlein – das scheint die Ansicht vieler zu sein. Wie kann Deutschland stillfreundlicher werden? Den Weg dahin weisen neue Empfehlungen zur Stillförderung in Deutschland aus dem Forschungsvorhaben Becoming Breastfeeding Friendly. Die Ergebnisse wurden kürzlich auf der Fachkonferenz „Wie stillfreundlich ist Deutschland?“ vorgestellt. Sie können einen wesentlichen Beitrag zum gesunden Aufwachsen und zur Gesundheitsförderung bei Kindern leisten.

Nationale und internationale Expertengruppen empfehlen, das Stillen als natürliche und bevorzugte Ernährungsform für Säuglinge zu fördern. Die gesundheitliche Bedeutung für Mutter und Kind ist gut belegt. Auch aus Sicht der Bindungsförderung und der Gesundheitsökonomie spricht vieles für das Stillen. Dennoch stillen in Deutschland nur rund zwei Drittel der Mütter ihre neu geborenen Säuglinge ausschließlich – in den folgenden Monaten sinkt diese Zahl deutlich. Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen werden seltener und kürzer gestillt. Sie profitieren daher weniger vom gesundheitlichen Nutzen des Stillens. Das gilt ebenso für Kinder von jungen Müttern und von Frauen, die in der Schwangerschaft geraucht haben. Frauen und junge Familien begegnen offensichtlich noch nicht überall einem stillfreundlichen Umfeld.

„Wichtiges nationales Anliegen“

Im internationalen Forschungsvorhaben Becoming Breastfeeding Friendly (BBF) wurde ab September 2017 eine systematische Bestandsaufnahme zum Stand der Stillförderung in Deutschland vorgenommen. Es wird auf Initiative des Bundesernährungsministeriums vom Netzwerk Gesund ins Leben und der Nationalen Stillkommission gemeinsam mit der Yale School of Public Health durchgeführt. Deutschland ist gemäß der BBF-Auswertung derzeit lediglich als moderat stillfreundlich zu beschreiben. Das Land braucht daher eine nationale Strategie zur Stillförderung. „Stillförderung ist ein wichtiges nationales Anliegen, das mit Blick auf ganz Deutschland gestaltet werden muss. Das Bundesernährungsministerium wird deshalb eine zentrale Koordinierungsstelle für die Entwicklung und Umsetzung einer nationalen Strategie zur Stillförderung einrichten“, verkündete Dr. Hermann Onko Aeikens, Staatsekretär des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Rauchfrei durch die Schwangerschaft

Ohne Alkohol und Tabak durch die Schwangerschaft

Das Universitätsklinikum Tübingen hat in Kooperation mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ein neues kostenloses Online-Beratungsprogramm für werdende Mütter entwickelt. Damit können Schwangere, denen der Verzicht auf Alkohol und Tabak schwer fällt, persönlich unterstützt werden, während ihrer Schwangerschaft alkohol- und rauchfrei zu bleiben. Nach einer Modellphase geht das Onlineprogramm www.iris-plattform.de jetzt neu an den Start. Die IRIS-Onlineberatung begleitet Schwangere individuell von der Vorbereitung des Konsumverzichts durch alle Phasen des Ausstiegs. Die teilnehmenden Frauen durchlaufen die klassischen Schritte einer Beratung, können diese aber online und in ihrem persönlichen Tempo gestalten.

Immer noch rauchen 12 Prozent der schwangeren Frauen und etwas mehr als 25 Prozent trinken zumindest gelegentlich Alkohol, obwohl die negativen Folgen von Tabak- und Alkoholkonsum wissenschaftlich vielfach belegt sind. Tabakkonsum während der Schwangerschaft schränkt die Versorgung des Embryos mit Sauerstoff und Nährstoffen ein – das kann in der Folge zu Früh- und Fehlgeburten führen. Alkohol als Zellgift behindert die geistige und körperliche Entwicklung des Embryos im Mutterleib. Die Folge können irreversible Schädigungen bis hin zum Vollbild des FASD-Syndroms (der Fetalen Alkohol-Spektrum-Störung) sein. Betroffene Kinder sind häufig ein Leben lang auf fremde Hilfe angewiesen.

„Alkohol und Tabak müssen ein selbstverständliches No-Go werden“

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, erklärt: „Alkohol und Tabak in der Schwangerschaft müssen endlich ein selbstverständliches ‚No-Go‘ werden! Jede Schwangere gefährdet sich und ihr Ungeborenes massiv: Die Kinder können durch den Alkoholkonsum ihrer Mütter schwerwiegende gesundheitliche Einschränkungen erleiden und später extreme Probleme bekommen, ihren Alltag zu bewältigen. Beim Tabakkonsum sind Wachstumsminderung, Fehlbildungen oder spätere Verhaltensauffälligkeiten mögliche Folgen. Wir müssen diese Kinder schützen und die Schwangeren weiter aufklären! Daher ist es wichtig und richtig, dass wir mit den Frauen durch Hilfsangebote wie IRIS direkt in den Dialog treten und sie somit auf dem Weg in die Abstinenz unterstützen.“

Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, betont: „Das Programm IRIS ergänzt in hervorragender Weise die Präventionsangebote der BZgA für Schwangere im Bereich der Suchtprävention. Wir wollen Frauen darüber informieren, dass Alkohol- und Tabakkonsum in der Schwangerschaft zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen beim Ungeborenen führen kann. Gleichzeitig ist es uns ein wichtiges Anliegen, Frauen bei der Konsumreduzierung zu unterstützen. Ein persönliches, individualisiertes Online-Programm wie IRIS eignet sich dafür besonders gut.“

Projektleiter Prof. Dr. Anil Batra, Leiter der Sektion für Suchtmedizin und Suchtforschung am Universitätsklinikum Tübingen, ergänzt: „Schwangere erhalten bei IRIS die persönliche Unterstützung einer speziell qualifizierten Therapeutin per E-Mail. IRIS kann sich damit flexibel auf die individuellen Sorgen und Wünsche von Schwangeren einstellen und ihnen helfen, alkohol- und tabakfrei durch die Schwangerschaft zu gehen.“

Weitere Informationen:

https://www.iris-plattform.de/
www.facebook.com/irisplattform

Allgemeine Informationen zum Thema „Alkoholfreie Schwangerschaft“ im Rahmen der BZgA-Präventionskampagne „Alkohol? Kenn dein Limit.“ Für Erwachsene:
https://www.kenn-dein-limit.de/alkohol/schwangerschaft-und-stillzeit/

Gesetliche regelung fürs Steillen am Arbeitsplatz

Stillen am Arbeitsplatz gesetzlich geregelt

Arbeiten und ein Baby stillen – das ist in Deutschland gesetzlich geregelt. „Das Mutterschutzgesetz schreibt vor, dass Frauen mindestens zweimal täglich eine halbe oder einmal täglich eine Stunde extra Zeit bekommen – zum Stillen am Arbeitsplatz oder zum Abpumpen“, erklärt die Ärztin Elien Rouw aus Bühl, die in der Nationalen Stillkommission die Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen vertritt. Den Müttern steht ein geeigneter Raum fürs Stillen oder Abpumpen zu, der nicht die Toilette sein darf. Die meisten stillenden Frauen, die bereits wieder arbeiten, pumpen ab, weil es zu aufwendig ist, zum Kind zu fahren oder es zum Arbeitsplatz zu holen. Das Abpumpen sollte aber beim Wiedereinstieg in den Job schon beherrscht werden. „Bitte nicht erst zwei Tage vor Arbeitsstart das erste Mal die Milchpumpe zur Hand nehmen“, rät Elien Rouw. Sie rät auch, einen Vorrat anzulegen. Ebenfalls wichtig: Das Baby rechtzeitig an die Person gewöhnen, das ihm dann das Fläschchen gibt.

Stillen bietet für Säuglinge und Mütter viele Vorteile

Mit der Muttermilch erhält das Baby alle wichtigen Nährstoffe in der richtigen Qualität und Menge, die es für eine gesunde Entwicklung braucht. Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), betont: „Muttermilch enthält besondere Abwehr- und Schutzstoffe, die ein Kind vor Krankheiten schützen können, und sie verhindert auch, dass das Baby überernährt wird. Sie ist zu jeder Zeit und an jedem Ort verfügbar, hat immer die richtige Temperatur, ist hygienisch einwandfrei – und dabei kostenlos. Stillen gelingt dann am besten, wenn sich sowohl Mutter als auch Kind dabei wohlfühlen.“

Die BZgA gibt folgende Empfehlungen zur Stillzeit:

  • Stillende sollten sich anfangs einen ruhigen Ort suchen, an dem sie sich wohl fühlen und sich ganz auf ihr Baby konzentrieren können.
  • Bei allem Neuen sollten sie Vertrauen zu sich und ihren Möglichkeiten als Mutter haben.
  • Mütter sollten sich und ihr Baby als Team für gute gemeinsame Zeiten sehen.
  • Die Unterstützung des Partners oder der Partnerin ist von unschätzbarem Wert.
  • Stillende sollten sich mit anderen Müttern zusammen tun, um sich gegenseitig zu unterstützen, nicht nur beim Stillen.
  • Auch wenn es nicht immer einfach ist – die Mutter sollte zwischendurch auch immer wieder Ruhepausen für sich selbst finden.
  • Eine gesunde und ausgewogene Ernährung der Mutter dient sowohl dem Säugling als auch dem Wohlbefinden der Stillenden.
  • Für die optimale Ernährung des Säuglings wird das ausschließliche Stillen mindestens bis zum Beginn des fünften Lebensmonats empfohlen. Nach Einführung von Beikost sollte parallel weiter gestillt werden, solange Mutter und Kind es wollen.
  • Während der gesamten Stillzeit sind Alkohol und Rauchen schädlich.

Weiterführende Informationen zum Thema Stillen unter
https://www.kindergesundheit-info.de/themen/ernaehrung/stillen/