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Viruses and Bacteria

Gesundheitstipps zum Corona-Virus

Corona und die Folgen: Auch Familien mit kleinen Kindern und Schwangere machen sich derzeit große  Sorgen um eine mögliche Infektion mit dem Virus. Das Kinderhilfswerk UNICEF gibt hier Tipps zu wichtigen Fragen:

Welche Folgen hat COVID-19 für Kinder?

Da es sich um ein neuartiges Virus handelt, kann man noch nicht sagen, welche Folgen es für schwangere Frauen, Neugeborene und Kinder hat. Wir wissen, dass sich Menschen jeden Alters mit dem Virus infizieren können. Bis heute wurden jedoch relativ wenig Fälle von COVID-19 bei Kindern gemeldet.

Können schwangere Frauen das Virus an das ungeborene Kind weitergeben?

Zurzeit gibt es noch nicht genügend Erkenntnisse darüber, ob das Coronavirus bereits vor der Geburt Folgen für ungeborene Babys im Mutterleib haben kann. Dies wird zurzeit untersucht. Frauen in der Schwangerschaft sollten weiterhin Vorsichtsmaßnahmen treffen, um das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten. Bei Symptomen wie Fieber, Husten oder Atembeschwerden sollten Frauen in der Schwangerschaft frühzeitig ihren Arzt um Rat fragen.

Kann eine Mutter ihr Baby stillen, wenn sie an dem Coronavirus erkrankt ist?

Alle Mütter, die sich in betroffenen Regionen aufhalten und die Symptome wie Fieber, Husten oder Atembeschwerden haben, sollten sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben und die Anweisungen der Mediziner befolgen. Das Stillen bietet viele Vorteile für die Mutter und das Neugeborene. Da über die Muttermilch keine Atemwegsviren übertragen werden, kann eine an COVID-19 erkrankte Mutter unter Anwendung aller notwendigen Vorsichtsmaßnahmen weiter stillen.

Wenn Mütter mit den genannten Symptomen stark genug sind um zu stillen, sollten sie Folgendes berücksichtigen, um ihr Neugeborenes vor einer Infektion zu schützen:

  • In der Nähe des Kindes sollten sie eine Atemschutzmaske tragen – auch während des Stillens.
  • Vor und nach dem Kontakt mit dem Kind sollten sie sich die Hände waschen – auch während des Stillens.
  • Kontaminierte Oberflächen sollten gereinigt und desinfiziert werden.

Wenn eine Mutter zum Stillen zu krank ist, sollte sie, falls möglich, Milch abpumpen und sie dem Neugeborenen über einen sauberen Becher und/oder Löffel füttern – alles unter Anwendung der gleichen Methoden zur Infektions-Vorbeugung.

Geburt

Weniger Schmerzen bei der Geburt

Viele Frauen haben Angst vor den Schmerzen bei einer Geburt. So gibt es immer mehr Geburten, die medizinisch begleitet werden. Diese Therapien werden am häufigsten in Anspruch genommen: Drei Prozent der Frauen ließen sich mit naturheilkundlichen Methoden wie Homöopathie oder Akupunktur helfen, für entkrampfende Mittel und/oder Schmerzmittel wie Zäpfchen oder Infusionen entschieden sich zehn Prozent, vier Prozent verwendeten Lachgas, und die „beliebteste“ Schmerztherapie ist die PDA (Periduralanästhesie), welche 25 Prozent der Frauen durchführen ließen. Einem Kaiserschnitt mit PDA unterzogen sich fast acht Prozent der Frauen und ein Prozent einem Kaiserschnitt mit Vollnarkose. 49 Prozent der Frauen haben völlig natürlich geboren, ohne schmerztherapeutische Hilfe. An der Umfrage nahmen insgesamt 313 Frauen teil.

Am Anfang helfen oft Massagen

Bei einer Geburt steigern sich die Schmerzen nach und nach. Entsprechend dem Grad der Beschwerden wird unterschiedlich behandelt. Solange die Schmerzen noch nicht so groß sind, genügen meist Massagen oder ein Bad, um sich Erleichterung zu verschaffen. Reichen diese Methoden nicht mehr aus, nutzen viele Ärzte zunächst natürliche Schmerzmittel. Sind die Schmerzen für die Frau aber nach wie vor nicht erträglich, wird eine PDA gelegt, wenn die Schwangere dies wünscht.

Die Beschwerden werden dabei stets individuell therapiert und die Gebärende darf mitbestimmen, ob und wann sie welches Medikament erhält. Allerdings muss man beachten, dass Schmerzmittel wie beispielsweise Buscopan und Meptid nicht sehr anhaltend wirken, der schmerzlindernde Effekt nimmt schon nach kurzer Zeit wieder ab. Die PDA hingegen wirkt länger.

Das Internet bietet eine Fülle an richtigen, aber auch falschen Informationen zur Schmerztherapien bei der Geburt sowie viele Horrorgeschichten. Diese führen zu Verunsicherung und können Ängste hervorrufen. In einem persönlichen Gespräch mit den Fachärzten der Gynäkologie und Anästhesie kann die werdende Mutter alle Fragen, Bedenken und Sorgen klären. Auch wer naturheilkundliche Maßnahmen in Anspruch nehmen möchte, sollte dies vorab besprechen. Nur wer diese Möglichkeiten wahrnimmt, kann für sich das beste Verfahren für die Geburt auswählen.

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Mütter stillen zu wenig

Direkt nach der Geburt beginnen etwa 90 Prozent der Mütter mit dem Füttern an der Brust. Nach zwei Monaten werden noch 70 Prozent der Säuglinge gestillt. Nach sechs Monaten sind es nur noch zwischen 40 und 50 Prozent. „Je jünger und sozial benachteiligter die Mutter ist, desto geringer ist die Stillquote, sagt Dr. med. Gabriela Stammer, Gynäkologin aus Wennigsen anlässlich der Weltstillwoche vom 30.9. bis 6.10.2019.

Einen häufigen Grund für das zeitige Abstillen sieht Katharina Desery von der Elterninitiative Mother Hood e. V. in der fehlenden Begleitung der Mütter nach der Geburt und in den ersten Wochen. „Mütter erhalten innerhalb der ersten entscheidenden Minuten im Kreißsaal und auf der Wochenbett-Station meist zu wenig Unterstützung vom Klinikpersonal.“ Sie seien oft auf sich alleine gestellt. Dann geben sie auch unter dem Druck nach, das Gewicht des Säuglings halten zu müssen, und stimmen der Fütterung durch künstliche Säuglingsnahrung zu. Darüber hinaus begünstigen mangelnde Still-Kenntnisse, falsches Anlegen und daraus entstehende Entzündungen der Brustwarzen das zeitige Abstillen.

Stillberatung vor der Geburt

Frauen sollten daher bereits vor der Geburt eine ausführliche Stillberatung erhalten, so Desery. Dabei müssen sie durch Frauenarzt, Hebamme, Klinik, Kinderarzt und ihr sozialen Umfeld informiert und unterstützt werden. „Stillberatung gehört zu den Aufgaben der Hebammen. Damit Stillberatung aber effektiv ist, muss sie auch von den andern Fachberufen geleistet werden“, sagt Jutta Eichenauer, Hebamme und 1. Vorsitzende des Hebammenverbands Baden-Württemberg. Ein möglicher Grund, weshalb die Beratung oft zu kurz kommt: „In der Hebammenarbeit wird die Stillberatung vergütet, beim Frauen- und Kinderarzt jedoch nicht.“ Habe die Mutter keine Hebamme – wie das heute leider allzu oft der Fall ist –, bleibe ihr eine solche Beratung meist vorenthalten.

Über die Muttermilch erhält der Säugling alles, was er zum Leben braucht. Darüber hinaus enthält Muttermilch Abwehrstoffe, die in der ersten Zeit seines Lebens das Immunsystem stärken. Das bewahrt das Baby vor Infektionen.

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Glückliche Geburt nach Transplantation

Nach jahrelanger Vorbereitung konnte im Herbst 2016 die erste Gebärmutter-Transplantation Deutschlands erfolgreich durchgeführt werden. Nun haben in der Universitäts-Frauenklinik Tübingen zwei transplantierte Frauen ihr gesundes Kind per Kaiserschnitt zur Welt gebracht. Bereits im März entbanden die Ärzte ein erstes Baby, Mitte Mai folgte ein zweites.

Damit brachten die beiden Mütter Hanna M. (25) und Julia W. (26) das weltweit 15. bzw. 17. Kind zur Welt, das nach einer Gebärmutter-Transplantation geboren wurde. Die Tübinger Forscher konnten den beiden jungen Frauen damit ihren sehnlichsten Wunsch erfüllen, ein biologisch eigenes Kind auf die Welt zu bringen. Weil die Frauen ohne Scheide und ohne Gebärmutter geboren wurden, schien das unmöglich. Professor Sara Brucker vom Universitätsklinikum Tübingen beschäftigt sich seit fast 20 Jahren mit Frauen, bei denen zwar Eierstöcke, aber keine Scheide und auch keine Gebärmutter angelegt werden. Nach dem Anlegen einer Scheide im Jugendalter, einer sogenannten Neovagina, konnte in Deutschland bei mittlerweile drei Frauen erfolgreich ein Uterus transplantiert werden. „Ich freue mich, dass sich die jungen Mädchen mit unserer Hilfe und dank der Neovagina als Frau fühlen können“, so die Ärztin und Forscherin. „Und jetzt endlich auch als Mutter.“

Schwangerschaft und Geburt

Bereits sechs Wochen nach der Transplantation setzte bei Julia W. die erste Menstruation ein – der erste Funktionsbeweis des transplantierten Uterus. Nachdem auch noch klar war, dass die Gebärmutter angenommen wurde und keine Abstoßungsreaktionen stattfanden, wurde ihr Mitte 2018 eine eigene, zuvor mit den Spermien des Ehemanns befruchtete Eizelle an der Uniklinik Heidelberg eingesetzt. „Wir freuen uns, dass wir in beiden Fällen gleich im ersten Versuch die Schwangerschaft erreicht hatten“, sagt Professor Thomas Strowitzki, Ärztlicher Direktor der Klinik für Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen in Heidelberg. Sowohl die Schwangerschaft als auch die Entbindung verliefen normal und unauffällig. „Wie bei jeder anderen Frau“, so Brucker. Der Junge wog bei seiner Geburt fast 2200 Gramm und war 45 cm groß. „Ich kann es noch gar nicht glauben, unseren kleinen Sohn in den Armen zu halten. Unser sehnlichster Wunsch ist in Erfüllung gegangen“, sagt die überglückliche 26-jährige Mutter.

Miclhzähne schützen

Auch Fruchtzucker schadet

Etwa 15 Prozent der Vorschulkinder leiden an einer sichtbaren Schädigung des Zahnschmelzes. Frühkindlicher Karies gilt damit als häufigste chronische Erkrankung im Kleinkind- und Vorschulalter. Wir haben mit der Kölner Zahnärztin und Oralchirurgin Dr. Thea Lingohr, die sich auch auf die Behandlung kleiner Patienten spezialisiert hat, gesprochen. Sie hat uns im Interview erklärt, was den Zähnen schadet und was Eltern für starke Milchzähne tun können

Frau Dr. Lingohr, schenken Eltern dem Milchgebiss zu wenig Aufmerksamkeit?

Eltern können durch die richtige Pflege, gesunde Ernährung und Prophylaxe den entscheidenden Grundstein für die spätere Zahngesundheit legen. Gesunde Milchzähne sind ja eine wichtige Voraussetzung für gesunde bleibende Zähne und damit für das ganze Erwachsenenleben. Viele Eltern gehen fälschlicherweise davon aus, dass die ersten Zähne keiner gründlichen Pflege bedürfen, da sie ohnehin in absehbarer Zeit ausfallen.

Warum sind die Milchzähne so wichtig?

Gesunde Milchzähne erfüllen wichtige Aufgaben, unter anderem fördern sie den Spracherwerb, dienen als Platzhalter für den optimalen Wuchs der sogenannten bleibenden Zähne und unterstützen zudem die korrekte Ausbildung des Kinderkiefers. Daher rät der Bundesverband der Kinderzahnärzte zu regelmäßigen Zahnarztbesuchen bereits mit Durchbrechen der ersten Milchzähne, spätestens aber mit Vollendung des ersten Lebensjahres.

Welche Folgeschäden sind bei mangelhafter Pflege zu erwarten?

Auch nach Behandlung der sichtbaren Schäden tragen Betroffene die Bakterien ein Leben lang in sich. Bleibende Zähne, die sich unter den Milchzähnen bilden, erkranken so oft schon an Karies, noch bevor sie überhaupt durchbrechen.

Ist Karies denn ausschließlich eine Folge mangelnder Zahnpflege?

Das kann man mit einem klaren Nein beantworten. Karies entsteht vor allem als Folge einer mangelhaften und zu süßen Ernährung. Hauptverursacher sind Bakterien im Mundraum, die sogenannten Mutans-Streptokokken. Sie bilden, wenn genug Zucker zur Verfügung steht, eine Säure, die den Zahnschmelz angreift. Die Ernährung spielt bei der Entstehung von Karies also eine ganz wichtige Rolle.

Das Problem sind also die Süßigkeiten?

Nein, es ist der Zucker als solcher. Fruchtzucker, Milchzucker und Traubenzucker schaden dem Zahnschmelz im selben Maße wie Haushaltszucker oder Süßigkeiten.

Obst gilt doch als besonders gesund. Gilt das für Kinderzähne nicht?

Natürlich ist Obst ein wichtiger Bestandteil der gesunden Ernährung. Wichtig ist aber, dass die Pausen zwischen den Mahlzeiten lang genug sind. Dann können die im Speichel enthaltenen Minerale Kalzium und Phosphat durchaus erste kleine Defekte am schützenden Zahnschmelz reparieren. Dauerhaftes Nuckeln der Kleinkinder am Fläschchen mit gesüßtem Tee oder Säften ist auch deshalb ein ernsthaftes Problem, weil das ständige Trinken an sich den Reparaturprozess der Zähne stört.

Können Eltern ihren Nachwuchs denn auch mit eigenen Kariesbakterien infizieren?

Ja in der Tat, das kommt gar nicht selten vor. Auch Eltern können unwissentlich und unbeabsichtigt Kariesbakterien über ihren eigenen Speichel auf das Kind übertragen und es so anstecken. Das passiert beispielsweise, wenn Eltern den Sauger in den Mund nehmen. So überprüfen Eltern ja oft die Temperatur der Milchmahlzeit.

Prophylaxe & Pflege Dr. Lingohr empfiehlt

1 regelmäßige halbjährliche Zahnarztbesuche bereits mit Durchbrechen der ersten Milchzahne, spätestens aber mit Vollendung des ersten Lebensjahres.

2
die Kinder mit zu den eigenen Kontrollterminen nehmen und einen angstfreien Umgang mit dem Zahnarzt vorleben.

3
fluoridhaltige Kinderzahnpasta, die den Zahnschmelz widerstandsfähiger gegen Kariesbakterien macht.

4 weiche Kinderzahnbürsten mit dickem, rutschfestem Griff und ab dem dritten Lebensjahr auch gerne die elektrische Variante. Für Sauglinge Fingerhütchen mit Kunststoff- Borstenfeld.

Wissenswert

Sowohl Milch- als auch bleibende Zähne bestehen jeweils aus drei Teilen, der Zahnkrone, dem Zahnhals und der Zahnwurzel. Kinderzahne sind etwas kleiner als ihre Nachfolger und verfügen über eine dünnere Zahnschmelzschicht. Diese überzieht den sichtbaren Teil des Zahnes, die Krone, und schützt sie vor schädlichen Einflüssen. Im Kieferknochen verborgen oder vom Zahnfleisch verdeckt liegen die unsichtbaren Teile des Gebisses, die Zahnhalse und die Zahnwurzeln, die der sogenannte Zahnzement umschließt und schützt. Die Hauptmasse des Zahns bildet das darunter liegende Zahnbein, in dessen Inneren der Zahnnerv liegt, den sowohl Nervenfasern als auch Lymph- und Blutgefäße durchziehen. Als empfindlichstes Organ des Zahns versorgt der Nerv Krone, Hals und Wurzel mit lebenswichtigen Stoffen.

Zur Person Dr. med. dent. Thea Lingohr MSc., Zahnärztin und Oralchirurgin aus Köln mit eigener Praxis in Köln Weitere Informationen unter www.dr-lingohr.de

 

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Wie stillfreundlich ist Deutschland?

Immer wieder gibt es Berichte darüber, wie offen stillende Frauen mehr oder weniger höflich aus Restaurants komplimentiert oder aus Bussen verwiesen werden. Stillen ja, aber nur im stillen Kämmerlein – das scheint die Ansicht vieler zu sein. Wie kann Deutschland stillfreundlicher werden? Den Weg dahin weisen neue Empfehlungen zur Stillförderung in Deutschland aus dem Forschungsvorhaben Becoming Breastfeeding Friendly. Die Ergebnisse wurden kürzlich auf der Fachkonferenz „Wie stillfreundlich ist Deutschland?“ vorgestellt. Sie können einen wesentlichen Beitrag zum gesunden Aufwachsen und zur Gesundheitsförderung bei Kindern leisten.

Nationale und internationale Expertengruppen empfehlen, das Stillen als natürliche und bevorzugte Ernährungsform für Säuglinge zu fördern. Die gesundheitliche Bedeutung für Mutter und Kind ist gut belegt. Auch aus Sicht der Bindungsförderung und der Gesundheitsökonomie spricht vieles für das Stillen. Dennoch stillen in Deutschland nur rund zwei Drittel der Mütter ihre neu geborenen Säuglinge ausschließlich – in den folgenden Monaten sinkt diese Zahl deutlich. Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen werden seltener und kürzer gestillt. Sie profitieren daher weniger vom gesundheitlichen Nutzen des Stillens. Das gilt ebenso für Kinder von jungen Müttern und von Frauen, die in der Schwangerschaft geraucht haben. Frauen und junge Familien begegnen offensichtlich noch nicht überall einem stillfreundlichen Umfeld.

„Wichtiges nationales Anliegen“

Im internationalen Forschungsvorhaben Becoming Breastfeeding Friendly (BBF) wurde ab September 2017 eine systematische Bestandsaufnahme zum Stand der Stillförderung in Deutschland vorgenommen. Es wird auf Initiative des Bundesernährungsministeriums vom Netzwerk Gesund ins Leben und der Nationalen Stillkommission gemeinsam mit der Yale School of Public Health durchgeführt. Deutschland ist gemäß der BBF-Auswertung derzeit lediglich als moderat stillfreundlich zu beschreiben. Das Land braucht daher eine nationale Strategie zur Stillförderung. „Stillförderung ist ein wichtiges nationales Anliegen, das mit Blick auf ganz Deutschland gestaltet werden muss. Das Bundesernährungsministerium wird deshalb eine zentrale Koordinierungsstelle für die Entwicklung und Umsetzung einer nationalen Strategie zur Stillförderung einrichten“, verkündete Dr. Hermann Onko Aeikens, Staatsekretär des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Rauchfrei durch die Schwangerschaft

Ohne Alkohol und Tabak durch die Schwangerschaft

Das Universitätsklinikum Tübingen hat in Kooperation mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ein neues kostenloses Online-Beratungsprogramm für werdende Mütter entwickelt. Damit können Schwangere, denen der Verzicht auf Alkohol und Tabak schwer fällt, persönlich unterstützt werden, während ihrer Schwangerschaft alkohol- und rauchfrei zu bleiben. Nach einer Modellphase geht das Onlineprogramm www.iris-plattform.de jetzt neu an den Start. Die IRIS-Onlineberatung begleitet Schwangere individuell von der Vorbereitung des Konsumverzichts durch alle Phasen des Ausstiegs. Die teilnehmenden Frauen durchlaufen die klassischen Schritte einer Beratung, können diese aber online und in ihrem persönlichen Tempo gestalten.

Immer noch rauchen 12 Prozent der schwangeren Frauen und etwas mehr als 25 Prozent trinken zumindest gelegentlich Alkohol, obwohl die negativen Folgen von Tabak- und Alkoholkonsum wissenschaftlich vielfach belegt sind. Tabakkonsum während der Schwangerschaft schränkt die Versorgung des Embryos mit Sauerstoff und Nährstoffen ein – das kann in der Folge zu Früh- und Fehlgeburten führen. Alkohol als Zellgift behindert die geistige und körperliche Entwicklung des Embryos im Mutterleib. Die Folge können irreversible Schädigungen bis hin zum Vollbild des FASD-Syndroms (der Fetalen Alkohol-Spektrum-Störung) sein. Betroffene Kinder sind häufig ein Leben lang auf fremde Hilfe angewiesen.

„Alkohol und Tabak müssen ein selbstverständliches No-Go werden“

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, erklärt: „Alkohol und Tabak in der Schwangerschaft müssen endlich ein selbstverständliches ‚No-Go‘ werden! Jede Schwangere gefährdet sich und ihr Ungeborenes massiv: Die Kinder können durch den Alkoholkonsum ihrer Mütter schwerwiegende gesundheitliche Einschränkungen erleiden und später extreme Probleme bekommen, ihren Alltag zu bewältigen. Beim Tabakkonsum sind Wachstumsminderung, Fehlbildungen oder spätere Verhaltensauffälligkeiten mögliche Folgen. Wir müssen diese Kinder schützen und die Schwangeren weiter aufklären! Daher ist es wichtig und richtig, dass wir mit den Frauen durch Hilfsangebote wie IRIS direkt in den Dialog treten und sie somit auf dem Weg in die Abstinenz unterstützen.“

Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, betont: „Das Programm IRIS ergänzt in hervorragender Weise die Präventionsangebote der BZgA für Schwangere im Bereich der Suchtprävention. Wir wollen Frauen darüber informieren, dass Alkohol- und Tabakkonsum in der Schwangerschaft zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen beim Ungeborenen führen kann. Gleichzeitig ist es uns ein wichtiges Anliegen, Frauen bei der Konsumreduzierung zu unterstützen. Ein persönliches, individualisiertes Online-Programm wie IRIS eignet sich dafür besonders gut.“

Projektleiter Prof. Dr. Anil Batra, Leiter der Sektion für Suchtmedizin und Suchtforschung am Universitätsklinikum Tübingen, ergänzt: „Schwangere erhalten bei IRIS die persönliche Unterstützung einer speziell qualifizierten Therapeutin per E-Mail. IRIS kann sich damit flexibel auf die individuellen Sorgen und Wünsche von Schwangeren einstellen und ihnen helfen, alkohol- und tabakfrei durch die Schwangerschaft zu gehen.“

Weitere Informationen:

https://www.iris-plattform.de/
www.facebook.com/irisplattform

Allgemeine Informationen zum Thema „Alkoholfreie Schwangerschaft“ im Rahmen der BZgA-Präventionskampagne „Alkohol? Kenn dein Limit.“ Für Erwachsene:
https://www.kenn-dein-limit.de/alkohol/schwangerschaft-und-stillzeit/

Gesetliche regelung fürs Steillen am Arbeitsplatz

Stillen am Arbeitsplatz gesetzlich geregelt

Arbeiten und ein Baby stillen – das ist in Deutschland gesetzlich geregelt. „Das Mutterschutzgesetz schreibt vor, dass Frauen mindestens zweimal täglich eine halbe oder einmal täglich eine Stunde extra Zeit bekommen – zum Stillen am Arbeitsplatz oder zum Abpumpen“, erklärt die Ärztin Elien Rouw aus Bühl, die in der Nationalen Stillkommission die Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen vertritt. Den Müttern steht ein geeigneter Raum fürs Stillen oder Abpumpen zu, der nicht die Toilette sein darf. Die meisten stillenden Frauen, die bereits wieder arbeiten, pumpen ab, weil es zu aufwendig ist, zum Kind zu fahren oder es zum Arbeitsplatz zu holen. Das Abpumpen sollte aber beim Wiedereinstieg in den Job schon beherrscht werden. „Bitte nicht erst zwei Tage vor Arbeitsstart das erste Mal die Milchpumpe zur Hand nehmen“, rät Elien Rouw. Sie rät auch, einen Vorrat anzulegen. Ebenfalls wichtig: Das Baby rechtzeitig an die Person gewöhnen, das ihm dann das Fläschchen gibt.

Stillen bietet für Säuglinge und Mütter viele Vorteile

Mit der Muttermilch erhält das Baby alle wichtigen Nährstoffe in der richtigen Qualität und Menge, die es für eine gesunde Entwicklung braucht. Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), betont: „Muttermilch enthält besondere Abwehr- und Schutzstoffe, die ein Kind vor Krankheiten schützen können, und sie verhindert auch, dass das Baby überernährt wird. Sie ist zu jeder Zeit und an jedem Ort verfügbar, hat immer die richtige Temperatur, ist hygienisch einwandfrei – und dabei kostenlos. Stillen gelingt dann am besten, wenn sich sowohl Mutter als auch Kind dabei wohlfühlen.“

Die BZgA gibt folgende Empfehlungen zur Stillzeit:

  • Stillende sollten sich anfangs einen ruhigen Ort suchen, an dem sie sich wohl fühlen und sich ganz auf ihr Baby konzentrieren können.
  • Bei allem Neuen sollten sie Vertrauen zu sich und ihren Möglichkeiten als Mutter haben.
  • Mütter sollten sich und ihr Baby als Team für gute gemeinsame Zeiten sehen.
  • Die Unterstützung des Partners oder der Partnerin ist von unschätzbarem Wert.
  • Stillende sollten sich mit anderen Müttern zusammen tun, um sich gegenseitig zu unterstützen, nicht nur beim Stillen.
  • Auch wenn es nicht immer einfach ist – die Mutter sollte zwischendurch auch immer wieder Ruhepausen für sich selbst finden.
  • Eine gesunde und ausgewogene Ernährung der Mutter dient sowohl dem Säugling als auch dem Wohlbefinden der Stillenden.
  • Für die optimale Ernährung des Säuglings wird das ausschließliche Stillen mindestens bis zum Beginn des fünften Lebensmonats empfohlen. Nach Einführung von Beikost sollte parallel weiter gestillt werden, solange Mutter und Kind es wollen.
  • Während der gesamten Stillzeit sind Alkohol und Rauchen schädlich.

Weiterführende Informationen zum Thema Stillen unter
https://www.kindergesundheit-info.de/themen/ernaehrung/stillen/

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Mütter wollen reden!

Reden, das ist es, was Mütter nach der Entbindung wollen. Das sagt zumindest die Bielefelder Gesundheitswissenschaftlerin Prof. Dr. Petra Kolip. Sie hätten das Bedürfnis, die Geburt zu reflektieren. Vor allem nach einem Kaiserschnitt oder einer Saugglockengeburt sei das der Fall, erläutert die Expertin. „Aber auch, wenn alles ohne Komplikationen verlaufen ist, suchen viele Frauen nach einer Einschätzung.“ Zwar gingen Schwangere heute gut vorbereitet in die Geburt. „Aber das ist so ein existenzielles Erlebnis. Da kann man noch so gut informiert sein, es fühlt sich anders an, und häufig läuft es nicht nach Plan“, sagt Kolip. Daher seien Gespräche mit den bei der Geburt beteiligten Personen wichtig. Auch Astrid Saragosa, Familientherapeutin in Weilheim, betont die Bedeutung von Nachsorgegesprächen. Denn wenn nicht alles nach Plan laufe, gäben sich viele Frauen selbst die Schuld. „Dabei könnte eine klärende Einordnung, warum der Arzt oder die Hebamme bestimmte Maßnahmen gewählt haben, sehr hilfreich sein für die Verarbeitung des Geburtserlebnisses“, sagt Saragosa.

Wenn Mütter die Fassung verlieren

Viele Mütter erleben in den ersten Tagen nach der Entbindung eine kurze Phase, in der sie „leicht die Fassung verlieren“, stimmungslabil und ängstlich sind und grundlos weinen. Dieser sogenannte Baby Bluesklingt nach kurzer Zeit ohne Behandlung wieder ab. Wenn die depressiven Symptome allerdings über einen längeren Zeitraum anhalten, kann sich eine ernstzunehmende Erkrankung mit potenziell schwerwiegenden Folgen für Mutter wie Kind und oft auch die ganze Familie entwickeln: die Postpartale Depression.

Auch bereits während der Schwangerschaft zählen Depressionen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Viele Frauen sind in dieser Zeit sehr ängstlich, machen sich große Sorgen über die Entwicklung des Kindes im Mutterbleib. Sie (ver-)zweifeln daran, ob sie die mit der Mutterschaft verbundenen Erwartungen und Anforderungen erfüllen können. Depressionen während der Schwangerschaft können sich direkt auf den Fötus auswirken und gehen mit erhöhtem Frühgeburtsrisiko und geringerem Geburtsgewicht einher.

Neben dem Leidensdruck und den Folgen der Erkrankung für die Mutter können Prä- und Postpartale Depressionen langfristig auch die Entwicklung kognitiver oder emotionaler Fähigkeiten des Kindes beeinträchtigen. Deswegen bedürfen Depressionen rund um die Geburt eines Kindes professioneller Behandlung. Depressionen sind auch in dieser Lebensphase gut behandelbar.

Zucker sollte nicht über Nacht am Zahn bleiben

So entsteht Zahnkaries bei Milchzähnen

Zahnkaries ist noch immer ein Problem, auch wenn Kinder heute deutlich gesündere Zähne haben. Doch immer noch erkranken viele Kinder an einer oft schmerzhaften und zerstörerischen Karies der Milchzähne.
Die Zahntrolle Karius und Baktus, die der norwegische Schriftsteller Thorbjörn Egner in der gleichnamigen Geschichte beschreibt, sind vielen Kindern in der ganzen Welt bekannt.

Bei diesen so anschaulich beschriebenen „Übeltätern“ handelt es sich in Wirklichkeit um sogenannte Mutans-Streptokokken. Dies sind bestimmte Bakterien, die durch ihren Stoffwechsel jene Säuren erzeugen, welche für die Entstehung von Zahnkaries verantwortlich sind.

Diese Säuren greifen den Zahnschmelz an, was sich im beginnenden Stadium manchmal als kreidig-weißer oder bräunlicher Fleck auf dem Zahn zeigen kann. In diesem Stadium ist eine „Reparatur“ noch möglich, wenn weitere schädigende Einflüsse vermieden werden. So kann zum Beispiel der Speichel durch das darin enthaltene Kalzium und Phosphat allerfeinste Defekte im Zahnschmelz wieder ausgleichen und hat hierdurch eine karieshemmende, remineralisierende Wirkung. Allerdings brauchen die Zähne hierzu auch genügend Zeit zwischen den Mahlzeiten.

Wenn allerdings nicht gegengesteuert wird und der Zahnschmelz weiter angegriffen wird, ist Karies die Folge. Unbehandelt greift diese, früher als „Zahnfäule“ bezeichnete, Zahnerkrankung sowohl Milch- als auch die bleibenden Zähne an, was bis zum Verlust des Zahnes führen kann.

Kariesbakterien „lieben“ Zucker

Um sich zu vermehren, brauchen Kariesbakterien vor allem Zucker – und eine „angenehme Umgebung“, sprich Zahnbelag. Insbesondere zuckerhaltige Getränke und Süßigkeiten, aber auch versteckte Zucker, zum Beispiel in Ketchup, Senf und Fertiggerichten, tragen somit zur Entstehung von Karies bei. Doch auch Obst, Honig und andere „gesunde“ süße Sachen sind hiervon nicht ausgenommen.

Da die Milchzähne deutlich empfindlicher sind als die bleibenden Zähne, ist eine frühe Mundhygiene durch regelmäßiges Zähne putzen wichtig, um damit den Zahnbelag zu entfernen und einer Zahnschädigung durch Karies vorzubeugen.

Zahnkaries kann durch die Bakterien auch übertragen werden

Manchen Eltern ist nicht bewusst, dass Bakterien, die Karies verursachen, übertragbar sind. So bekommen manche Kinder Zahnkaries, weil ihre Eltern die Bakterien an sie weitergegeben haben. Dies kann zum Beispiel schon passieren, wenn der Schnuller mit dem Mund befeuchtet oder der Löffel des Kindes abgeleckt wird.

Quelle:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
https://www.kindergesundheit-info.de